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Umweltgeschichte, Regionalgeschichte & Geschichte am Oberrhein in Südbaden, Elsass & Nordschweiz


Umweltgeschichte, Regionalgeschichte & Geschichte am Oberrhein in Südbaden, Elsass & Nordschweiz



]Erfolge und Niederlagen, Fortschritte wie unverändert negative Entwicklungen
bestimmen das Bild der regionalen Umweltgeschichte im Dreyeckland: Da ist die frühe Entdeckung der Nachhaltigkeit mit dem alten badische Waldgesetz und die Besetzungen der AKW-Bauplätze in Wyhl, Gerstheim und Kaiseraugst, der Genacker in Buggingen, der Widerstand gegen die Schwarzwaldautobahn, den Giftmüllofen Kehl und die Flachglasfabrik in Hombourg, der BUND-Erfolg gegen die Rheinverschmutzung durch die Usine Kaysersberg, die so wichtigen "Sonnentage" in Sasbach und viele andere, nicht so spektakuläre Aktionen. Aktuell leben wir in einer zerstörerischen Endzeit exponentiellen Wachstums, in Zeiten von massiver Naturzerstörung, von Klimawandel, beschleunigtem Artensterben, Überkonsum, Hunger, undemokratischer Konzernmacht, Demokratiegefährdung, Nationalismus, massiver Aufrüstung und wachsender Kriegsgefahr.
Und dennoch hat die Umweltbewegung (nicht nur am südlichen Oberrhein) eine Vielzahl von kleinen und großen Erfolgen erzielt und die globalen Zerstörungsprozesse zumindest regional ein wenig entschleunigt. Es lohnt, sich zu engagieren.
Damit die regionale Umweltgeschichte nicht in Vergessenheit gerät, tragen wir hier diese Informationen zusammen.
Für Ergänzungen und Berichtigungen sind wir dankbar.
Axel Mayer


Geschichte & Umweltgeschichte & Regionalgeschichte am Oberrhein in Südbaden, Elsass und Nordschweiz


Wann beginnt Geschichte?
Im 6. Jahrtausend v. Chr. begann auch am Oberrhein die Neolithische Revolution und brachte Ackerbau, Viehzucht und Vorratshaltung und verstärkte die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur. Doch auch schon in den Jahrtausenden vor der Neolithische Revolution war der Einfluss des Menschen auf die Natur enorm. Weltweit mindestens 200 große Säugetiere verschwanden in den vergangenen 135.000 Jahren. Eine Analyse zeigt: Schuld am Aussterben war meist der Mensch - nicht das Klima. Das Aussterben der meisten großen Säugetierarten der vergangenen 135.000 Jahre geht auf das Konto des Menschen.

1100
Erste Erwähnung des zunehmenden Bergbaus in Kappel bei Freiburg, der erst im Jahr 1954 endet und zu einer massiven Bleiverseuchung des Bodens führt.

Winter 1349
Erste Pest-Epidemie im Breisgau

18. Oktober 1356
Basler Beben: Ein schweres Erdbeben erschüttert den Oberrhein und Basel. Der erste Erdstoß in Basel ereignete sich um 17 Uhr mit einer Magnitude von ca. 6,2; der zweite, der eigentliche Hauptstoß, ereignete sich um circa 22 Uhr mit einer Magnitude von ca. 6,5 bis 6,9. Die oberen Stockwerke ganzer Häuserzeilen stürzen bereits beim Vorbeben ein, ebenso Teile der Stadtmauer, des Münsters und anderer Kirchen. Das Hauptbeben und die nachfolgenden Brände zerstören die Stadt Basel und viele Burgen der Umgebung.

1452
Sélestat (Schlettstadt) wird das oberrheinische Zentrum der Humanisten. Die Humanistenbibliothek wird gegründet, u. a. von Beatus Rhenanus.

April 1525
Missernten und Ungerechtigkeit führen u.a. zum Aufstand von Kaiserstühler Bauern in Kiechlinsbergen (Bauernkrieg).

Ab ca. 1570
Kleine Eiszeit
Um 1570 herum setzt eine erste grosse Kältewelle ein, gegen 1685 oder 1700 klingen die schlimmsten Kältewellen wieder ab. Damals lebte ganz Europa vom Getreideanbau, und durch die Klimaveränderung kam es immer häufiger zu Missernten. Das erschütterte die Fundamente der Gesellschaft: Es gab dreimal mehr Hungersnöte als zuvor, Krankheiten breiteten sich aus, der Getreidepreis stieg.

1631-1648
Der Dreißigjährige Krieg wütet auch im Breisgau und führt im Gebiet der Markgrafschaft Hochberg zu einem geschätzten Bevölkerungsverlust von 75%. Die größten Katastrophen am Oberrhein waren immer menschengemacht.

1662
Niederländische Kaufleute, die zu dieser Zeit an der verheerenden Abholzung der innerschweizerischen Wälder beteiligt waren, bieten an, den Rheinfall zu eliminieren, damit das Flößerholz hindernislos nach Holland gelangen könne. Dabei planen sie, das Felsmassiv in der Mitte des Flusses ganz einfach zu sprengen.

1812
Erste Pläne zur Rheinbegradigung durch eine Denkschrift von Johann Gottfried Tulla. Die Umsetzung verringert zumindest am Oberrhein die Hochwassergefahr, verstärkt flussabwärts aber die Hochwässer und bringt ökologische Folgeschäden.

April 1815
Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora, der im Folgejahr weltweit und auch am Oberrhein zum "Jahr ohne Sonne", zu Hunger und Aufständen führte.

1816-1817
Hungersnot führt zu Massenauswanderung aus dem Breisgau (angeblich 6000 Menschen). Die Auswanderungswelle der europäischen "Wirtschaftflüchtlinge" führt zum Genozid der Ureinwohner Amerikas.

1817
Ein bayrischer Kaufmann namens Illig aus Kulmbach hofft auf ein schönes Geschäft, indem er vorschlägt, "den Rheinfall durch einen unterirdischen Kanal [...] rheinisch gänzlich zu vernichten und denselben für Rhein-Schiffe fahrbar zu machen". Mehr Informationen dazu hier.

1833
Das Badische Forstgesetz beendet den Raubbau der Wälder und weist weltweit als eines der ersten Gesetze den Weg zur Nachhaltigkeit.

1848/49
Badische Revolution

1864
Gründung des Schwarzwaldvereins

1881
Gründung des "Badischen Landesvereins für Naturkunde und Naturschutz", der 1913 die "10 Gebote für Naturschutz" aufstellt

1904
Entdeckung einer Kalisalz-Lagerstätte bei Tiefbohrungen nach Erdöl im Ober-Elsass nordwestlich von Mulhouse. Der Kaliabbau
auf beiden Rheinseiten bringt massive Grundwasserprobleme.

1. Oktober 1905
Gründung der Ortsgruppe Freiburg des Deutschen Bundes für Vogelschutz (heute Nabu)

ab 1910
Beginn des extrem grundwasserbelastenden Kaliabbaus im elsässischen Kalibecken bei Mulhouse (MDPA) und im badischen Buggingen

21. September 1911
In Freiburg wird im Restaurant Bertold Schwarz die erste südbadische Ortsgruppe des Arbeiter-Wanderbundes „Die Naturfreunde“ gegründet. Nach dem Ersten Weltkrieg bezog die Gruppe die Hütte in Breitnau, die bis heute genutzt wird.

04.01.1915
Erster deutscher Angriff am Hartmannsweilerkopf Vieil-Armand in den Vogesen im ersten Weltkrieg. Alleine das Morden am Hartmannswillerkopf kostet 30.000 Menschenleben.

1918–1920
Die Spanische Grippe wütet auch am Oberrhein. An der Grippe-Epidemie / Pandemie von 1918–1920 sterben in in Deutschland über 250 000 Menschen.

1922
Baubeginn von Schacht 1 (Baden) des Kalisalzbergwerks Buggingen. Im Juli 1925 wird das Kalilager in 786 m Tiefe erreicht.

1928 bis 1959
Zwischen Märkt und Breisach wird der Rheinseitenkanal (Grand Canal d`Alsace) gebaut. Dies führt u.a. zu Naturzerstörung, Grundwasserabsenkungen und verstärkt nochmals die Hochwasserprobleme rheinabwärts.

1933 bis 1945
Der Naturschutz im Nationalsozialismus begann 1933 mit der Gleichschaltung der Naturschutzverbände und dem Ausschluss der jüdischen Mitglieder aus den Vereinen. Ideologisch wurde der Naturschutz mit einem völkischen Heimat-Begriff, dem Bestreben nach Autarkie sowie mit einer Blut-und-Boden-Ideologie verknüpft, die in der Landschaftsplanung in Osteuropa nach dem Generalplan Ost ihre deutlichen Ausprägungen fanden.

15. Juni 1940
Der vorläufig letzte Weltkrieg erfasst mit dem Überfall auf Frankreich und dem Grenzübertritt deutscher Truppen am Rhein nun auch direkt den Südlichen Oberrhein.

1942 bis 1960
Pläne der Schluchseewerk AG, in der Wutachschlucht einen 62 Meter hohen Staudamm zu bauen; vielfältige, erfolgreiche Aktionen und Informationsarbeit gegen diese Pläne

nach 1945
Baggerseen im Umfeld Basels, aber auch an anderen Stellen der Region werden zu Müllkippen, teilweise sogar zu Giftmüllkippen. Ein Beispiel ist das Teninger Schuttloch, wo die FRAKO (Frankfurter Kondensatorenfabrik) und das Aluminiumwalzwerk Tscheulin jahrzehntelang ihren Abfall in einen See "entsorgen" und das Grundwasser u.a. mit Dioxin und PCB vergiften. Die Folgekosten tragen nicht die Firmen, sondern die SteuerzahlerInnen.

nach 1945
Bei der Chemieproduktion in Frankreich in Huningue (Hüningen) bei Basel fallen grosse Mengen des giftigen Insektizides Lindan an. Hochgiftige lindanverunreinigte Abfälle wurden oberirdisch auf Halde gelagert und vom Wind verweht.

1949
Der Widerstand gegen die Stadtzerstörung und die autogerechte Innenstadt beginnt in Basel. Lucius Burckhardt schrieb im Oktober 1949 in der Basler Studentenzeitung unter dem Titel „Altstadt in Gefahr“: „Wenn die Zerstörung der Basler Altstadt aufgehalten werden kann, bis der erste Nachkriegsautorausch verflogen ist, und die Entwicklung der Verkehrsmittel wieder ein Stück weiter übersehen werden kann, bis der gute Geschmack etwas nachgewachsen und die Skala der Wertungen wieder korrigiert, bis die Bombenverluste Mitteleuropas auch dem Basler Unterbewußten bewußt geworden sind, – wenn die Zerstörung der Altstadt, sagen wir, dreißig Jahre aufgehalten werden kann, so ist alles gewonnen.“ (Die Altstadt in Gefahr. In: Basler Studentenschaft Nr. 1, Oktober 1949, 31. Jahrgang, Basel, S. 9-15.)

1953
Wäre es damals nach Freiburgs Oberbürgermeister Wolfgang Hoffmann gegangen, dann stünde das größte deutsche Atomforschungszentrum heute womöglich in Freiburg – nicht in Karlsruhe. Doch der Gemeinderat stoppte die von Hoffmann im September 1953 lancierte Bewerbung wenig später in nichtöffentlicher Sitzung.

Januar 1953
Gründung der "Arbeitsgemeinschaft Heimatschutz Schwarzwald" zur Rettung der Wutachschlucht vor den Staudammplänen

1957
Das "aussichtsreichste Uran-Vorkommen Westdeutschlands" wird im Krunkelbachtal bei Menzenschwand am Südhang des Feldbergs entdeckt. Trotz lokalem Widerstand werden bis 1991 ca. 100 000 Tonnen Uranerz abgebaut. Das radioaktive Erz, aus dem Bomben und Energie gewonnen werden, löst nicht zuletzt bei der Weiterverabeitung in Ellweiler Krebserkrankungen aus.

1. Oktober 1957
Das Schlafmittel Contergan kommt in Deutschland auf den Markt. Es löste einen der größten Medizinskandale und eine Katastrophe für Tausende Menschen aus. Weltweit kamen 10 000 Kinder, davon etwa 5000 in Deutschland, mit Missbildungen vor allem an Armen und Beinen zur Welt. Es fehlten ganze Knochen. Die Betroffenen bekommen vom Aachener Pharmaunternehmen Chemie Grünenthal eine traurig lächerliche Rente.
Viele Schädigungen wären vermeidbar gewesen: Hinweise über Missbildungen bei Neugeborenen hatte es bereits 1959 gegeben, anderthalb Jahre nach Markteinführung des Präparats, das lange rezeptfrei erhältlich war.
Im Mai 1968 beginnt der Conterganprozess. Wie so häufig wird am 18. Dezember 1970 das Strafverfahren gegen acht leitende Angestellte von Grünenthal und Inhaber Hermann Wirtz wegen geringer Schuld eingestellt. Die "Contergan Erfahrung" prägt auch die entstehende Umweltbewegung am Oberrhein.

1963
Erste Pläne der später verhinderten Schwarzwaldautobahn werden bekannt. Die GegnerInnen des Projekts schließen sich 1969 in der "Aktionsgemeinschaft für demokratische Verkehrsplanung" zusammen.

20. März 1965
Gründung der Dachorganisation der elsässischen Umweltschützer "AFRPN", später umbenannt in "Alsace Nature"

Zwischen 1968 und 1982
versenkte die Schweiz 7420 Container mit radioaktivem Inhalt an drei verschiedenen Stellen im Nordostatlantik. Mitte der 60er Jahre mischte sich die OECD ein und schaffte eine offizielle Nukleardeponie, die rund 700 Kilometer nordwestlich der spanischen Küste liegt. Das Meer ist dort 4000 Meter tief - vermeintlich tief genug.
Im Jahr 1974 verzichten Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden als Folge von massiver Kritik «freiwillig» auf die Atommüllversenkung im Meer. Die Schweiz kümmerte das wenig, sie nutzte weiterhin die billige Entsorgungsart. Erst 1983 gelang es auf Druck mehrerer Länder ein Internationales Versenkungs-Moratorium zu erwirken. (Quellen: «Strahlende Schweiz», Susann Boos, IAEA-Bericht)

1969
Inbetriebnahme von Block 1 des AKW Beznau. Im Jahr 2019 ist das marode Atomkraftwerk in Beznau das älteste AKW der Welt.

21. Januar 1969
Reaktorunfall und Kernschmelze im Schweizer AKW Lucens. Bei diesem schweren Atomunfall in einem kleinen Schweizer Versuchsreaktor, dem KKW Lucens, wurde ein Brennstoffelement überhitzt und zerstört. Dabei entwichen radioaktive Gase u.a. in die Kaverne die daraufhin so stark verseucht war, dass sie für Jahre zugemauert werden musste. Neben Tschernobyl, Sellafield und Harrisburg war diese Atomunfall in einem Schweizer AKW einer der gefährlichsten Atomunfälle in der Geschichte der Atomindustrie. Er führte nur desshalb nicht zu einer großen Katastrophe weil der Versuchsreaktor sehr klein und in eine Felskaverne eingebaut war. Seit 1969 versucht die Atomlobby die Erinnerung an diesen Unfall in der "sicheren" Schweiz erfolgreich zu löschen.

1969 bis 1982
Legale Meeresvergiftung durch die Schweizer AKW-Betreiber. 7677 Container Atommüll, auch aus dem grenznahe AKW Beznau, werden im Meer versenkt.

9. November 1970
Gründung der Aktion Umweltschutz, des Vorläufers des BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein in Freiburg

2. Juni 1971
Antrag der Badenwerk AG auf Standortgenehmigung für das AKW Breisach; erfolgreicher Widerstand (u.a. Unterschriftensammlung) gegen diese Pläne

7. Februar 1971
Die Frauen in der Schweiz bekommen endlich Stimmrecht und Wahlrecht.

ab 1972
Widerstand gegen die landschaftsverschandelnden Großflurbereinigungen am Kaiserstuhl.

1972
Inbetriebnahme von Block 2 des AKW Beznau (CH)

1972
Aktive der Aktion Umweltschutz (später BUND) und des Schwarzwaldvereins verlangen die Abwasserklärung der Papierfabrik in Neustadt und die Beendung der massiven Wasserverschmutzung der Wutach. Nach vielfältigen Aktionen wird eine Kläranlage eingebaut, ein weiterer Schritt zur Reinhaltung des Rheins.

ab 1973
Erfolgreicher Widerstand gegen das geplante AKW Wyhl

1974-75
Bauplatzbesetzung im elsässischen Marckolsheim.] Verhinderung des Baus eines extrem umweltbelastenden Bleichemiewerks. Weltweit erste ökologisch begründete Bauplatzbesetzung, die auch einen wirtschaftlichen Flop verhindert, denn das Werk der Chemischen Werke München (CWM) in Marckolsheim sollte Bleizusätze für PVC produzieren, die heute nicht mehr verwendet werden. Marckolsheim war ein erster Erfolg für Luftreinhaltung und auch der Beginn der Klimnaschutzbewegung.


18. Januar 1975
Beginn der Bauplatzbesetzung gegen das AKW in in Wyhl. Der Widerstand gegen das AKW in Wyhl führt u.a. zu einer Politisierung der Natur- & Umweltschutzbewegung und gibt wichtige Impulse zur Gründung der Partei "Die GRÜNEN"

15. April 1975
Beginn der Bildungsarbeit der Volkshochschule Wyhler Wald auf dem besetzten AKW-Bauplatz in Wyhl.

1975
Erfolgreicher Widerstand mit Bauplatzbesetzung gegen das geplante AKW Kaiseraugst (CH)

ab 1975
Die zunehmenden Waldschäden im Schwarzwald führen zu vielfältigen Aktionen gegen das Waldsterben. Die Debatte um das Waldsterben verstärkt sich insbesondere im Jahr 1983 auch am Oberrhein. Große Demonstrationen und Aktionen (Aktion Waldsterben Dreyeckland, Freudenstädter Aktionseinheit, BUND, BI Riegel... ) führen mittel- und langfristig zu einer massiven Verbesserung der Luftqualität. Die Debatte führt zu einer Zunahme des Umweltbewusstseins. Gesetze werden auf Druck der Umweltbewegung verschärft, der Katalysator wird eingeführt, verbleites Benzin wird verboten, Kraftwerke und Industrieanlagen werden entstickt und entschwefelt. Kollateralerfolge der Debatte um das Waldsterben und des geschärften Umweltbewusstseins sind die Einführung der preisgünstigen Regiokarte in und um Freiburg, der Ausbau des ÖPNV, aber auch das Verbot des klimaschädigenden Gases FCKW und die Verbesserung der Luftreinhaltung bei Industrieanlagen und Müllverbrennungsanlagen (Dioxin). Die bessere Luftqualität ist auch ein Segen für Baudenkmäler. Die Waldsterbensdebatte hat den ökologischen Fortschritt beschleunigt und die Lebensqualität erhöht.


ab 1975
Langjähriger kontinuierlicher Widerstand gegen Fluglärm, Flugplatz und kanadisches Militär in Lahr

nach 1975
die Niederlagen der Atomindustrie in Wyhl, Kaiseraugst und Gerstheim und massive Akzeptanzprobleme mancher umweltbelastender Betriebe führen zu einer verstärkten Anwendung von Akzeptanz fördernden Strategien, zu Greenwash und besserer Propaganda der Umweltzerstörer.

19760
Weltweit erste große Solar- Alternativenergie- und Umweltmesse des BUND und der badisch-elsässischen Bürgerinitiativen: die Sonnentage in Sasbach. Der BUND will mit der erfolgreichen Ökomesse Alternativen zur Atomenergie aufzeigen. Die Entwicklung der regionalen Alternativenergienutzung ab diesem Zeitpunkt ist eindrucksvoll.


1976
Erfolgreicher Widerstand mit Bauplatzbesetzung gegen das geplante AKW Gerstheim (F) bei Straßburg. Hier und im bretonischen Plogoff verhindert die französische Umweltbewegung den Bau eines AKW.

1976-1978
Inbetriebnahme der beiden Reaktorblöcke des AKW in Fessenheim. Kontinuierlicher Widerstand französischer und deutscher Umweltgruppen seit der Planungsphase bis Heute

1973 bis 1975
Widerstand und Verhinderung des Baus einer Brennelementefabrik (Uran- und Plutoniumverarbeitung) in Heitersheim (D)

1976
Besetzung eines im Bau befindlichen Hochspannungsmasten des AKW Fessenheim im elsässischen Heiteren (F); Errichtung eines Freundschaftshauses. Bei einem Brandanschlag militanter AKW-Befürworter auf die gewaltfreien Besetzer wird ein Umweltschützer schwer verletzt. Hungerstreik französischer Umweltschützer in Roggenhouse.

4. Juni 1976
Erste, illegale Sendung von Radio Verte Fessenheim. Aus dem Widerstand gegen die Atomanlagen im Dreyeckland entsteht Radio Verte Fessenheim, das spätere Radio Dreyeckland.

29.05.1978
1978 wurde von der Schweizer Zementindustrie der Ausstieg aus der Asbestproduktion "angekündigt". Am 29.05.1978 hat die Schweizer Asbestlobby gleichzeitig aus PR-Gründen den „Arbeitskreis Asbest“ gegründet. Dieser hatte das Ziel Werbung für Asbest zu machen und die Klassifizierung von Asbest in die Giftklasse 1 zu verhindern. Die Klassifizierung konnte um neun Jahre hinausgeschoben werden, was wiederum das Eintreten des notwendigen, schnellen Asbest-Verbots hinausschob. Die Verantwortlichen im Arbeitskreis Asbest sind für das Sterben vieler Menschen verantwortlich. Die jahrzehntelange, globale Verzögerung eines Asbest-Verbotes ist eine der größten Niederlagen der Umweltbewgung.

1980
Inbetriebnahme des Großklärwerkes "Breisgauer Bucht" in Forchheim.

1984
Inbetriebnahme des AKW Leibstadt (Siedewasserreaktor) (CH).

1984
Besetzung auf der Rheininsel bei Fessenheim durch französische Umweltschützer, um die Verpressung von Salzlösungen in tiefere Schichten zu verhindern

April 1986
Eröffnung der ersten Freiburger BUND-Ökostation im Rahmen der Landesgartenschau in Freiburg

26. April 1986
Reaktorunfall in Tschernobyl. Die radioaktive Wolke von Tschernobyl erreicht kurz danach den Rhein, wird aber von den Propagandaabteilungen der französischen Atomlobby zumindest medial am Rhein gestoppt. Großkundgebung gegen Tschernobyl, Fessenheim und für Atomausstieg in Breisach. Zusammenschluss der Südbadischen Bürgerinitiativen. Wie man heute weiß, sind die Auswirkungen des Reaktorunfalls verheerend für das menschliche Erbgut.

1. November 1986
Brand bei Sandoz (Basel / Schweizerhalle) Umweltkatastrophe und massive Rheinvergiftung durch auslaufende Pestizide. Am 13. und 14. Dezember findet das INTERNATIONALE RHEIN-TRIBUNAL statt. Das Internationale Rhein-Tribunal verurteilte neben der von Sandoz verursachten Verseuchung vor allem die amtlich genehmigte Dauer-Vergiftung der Flüsse. Es gibt Protestdemonstrationen in der ganzen Region u.a. eine Menschenkette am Rhein. In dieser Umweltkatastrophe liegen auch die politischen Wurzeln des "Basler Appell gegen Gentechnologie".

1986
Großkundgebung zum Thema Waldsterben am Thurner mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker als Hauptredner.Eine breite Bewegung am Oberrhein engagiert sich gegen Luftverschmutzung.

ca. 1990
Folgenloses Nein der Naturschützer zu den Kunstschneeplänen und Schneekanonen im Fahler Loch am Ahornbühl / Feldberg. Ein Jahrzehnt später zeigt sich dass die Kritik berechtigt war. Das Projekt ist finanziell am Ende.

1. Mai 1990
Der Widerstand und die Demonstrationen gegen den Bau der Jungbunzlauer - Syral - Zitronensäurefabrik in Marckolsheim können den Bau der Anlage im wertvollen Auewald nicht verhindern. Ein Vertrag in Folge des Konflikts schützt jetzt allerdings die restlichen Auewälder im Elsass. Die als abwegig bezeichneten Befürchtungen der Umweltschützer (Gestank) wurden leider Realität für die Menschen in Marckolsheim, Mackenheim, Sasbach und Wyhl. Der erste Mais für die Fabrik kommt aus den USA.

1990
Über eine Milliarde Mark hat das Engagement des BUND und anderer Umweltschützer dem Steuer- und Gebührenzahler in den Kreisen Emmendingen und Ortenau erspart. 1990 hatte das Planungsbüro AEW-Plan (eng verbunden mit Firmen, die Müll-Öfen bauen) den beiden Kreisen den Bau eines Müll-Ofens für 360.000 Jahrestonnen empfohlen. Der BUND und einige Bürgerinitiativen wehrten sich gegen die überzogenen Verbrennungspläne. Im Jahr 2000 lieferten die Menschen in beiden Landkreisen statt der geplanten 360.000 Jahrestonnen real aber nur noch 140.000 Tonnen Müll bei der Deponie Kahlenberg an. Mit Hilfe einer Biologisch-Mechanischen-Abfallbehandlungsanlage kann in Zukunft der brennbare Müllrest auf rund 30.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden (Als die wegen Bestechungsskandalen umstrittene Müllverbrennungsanlage Köln Niehl gebaut wurde, arbeitete u.a. die AEW Plan Köln die Planungs- und Ausschreibungsunterlagen aus / Quelle TAZ)

1991
Ende des umweltgefährdenden Uran - Abbaus in Menzenschwand. Südbaden ist jetzt atomanlagenfrei. Die Firma "Gewerkschaft Brunhilde", die jahrzehntelang Gewinne eingefahren hat, geht nach dem Abbau von 80.000 bis 100.000 Tonnen Uranerz "rechtzeitig" bankrott, so dass die Sanierung der Uran-Grube von den SteuerzahlerInnen getragen werden muss (ca. eine Million Euro).

Juli 1991
Umweltgruppen, Verbände und Bürgerinitiativen aus Südbaden, der Nordschweiz und dem Elsass geben eine kritische gemeinsame Umwelt - Erklärung zu Europa heraus. Unter dem Motto: "Das Europa das wir bekommen ist nicht das Europa das wir wollen" setzen sie sich kritisch mit regionalen Globalisierungstendenzen und dem erlebten Europa der Konzerne auseinander und sprechen sich für ein Europa der Menschen aus. "Ein Europa, das nur von Wirtschafts- und Wachstumsinteressen bestimmt wird, ein Europa, das kein Europa der Menschen und Regionen wird, kann langfristig keinen Bestand haben. Es ist in Gefahr, in wenigen Jahrzehnten, bei den nächsten größeren Krisen, zu zerfallen, so wie wir das jetzt in Jugoslawien und der Sowjetunion erleben."

Sommer 1991
Die neu errichtete BUND - Ökostation wird wieder eröffnet. Das Umweltbildungszentrum lockt jährlich mit Veranstaltungen und Grünen Klassenzimmern über 12.000 Besucher an. Darunter über 200 Schulklassen und Besuchergruppen aus Freiburg, dem Dreiländereck, Europa und dem fernen Japan.

1992
Erfolgreicher grenzüberschreitender Widerstand gegen die Pläne, in Kehl einen Giftmüllofen zu bauen

1992
Parallel zur United Nations Conference on Environment and Development (UNCED) in Rio findet im Freiburger Seepark ein großes internationales, politisches Jugend-Umweltfestival statt. Durch die UNCED Konferenz rücken auch im Dreyeckland die Fragen der Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und des Lebensstils in den Mittelpunkt der Umweltdiskussion.

1992
Freiburg wird "Ökohauptstadt". Ein Erfolg für die Umweltbewegung und die Menschen. Ökohauptstadt bedeutet, dass die weltweiten Zerstörungsprozesse in Freiburg langsamer ablaufen als in anderen Städten.


1993
Abzug der, auf den Schwarzwald gerichteten Pluton-Kurzstreckenraketen des französischen Heeres. Das 32. Artillerie-Regiment war in Oberhoffen (Elsass/Grand Est) stationiert.

1994
Der grenzüberschreitende Widerstand gegen die neue, umweltbelastende Flachglasfabrik in Hombourg (F) kann den Bau zwar nicht verhindern, erzwingt aber den Einbau modernster Technik zur Luftreinhaltung (Entstickungsanlage).


Usine Kaisersberg: Vorher

Usine Kaisersberg: Nachher

1994-1996
Usine Kaysersberg: Kampf gegen Rheinverschmutzung. BUND Geschäftsführer BUND-Geschäftsführer Axel Mayer entdeckt die letzte Papierfabrik am Rhein ohne Kläranlage. Der BUND verlangt die Abwasserreinigung der Papierfabrik Usine Kaysersberg in Neu Breisach (F) und die Beendung der Verschmutzung des Rheins. Nach massivem Druck und intensiver Öffentlichkeitsarbeit wird von der Usine Kaysersberg 1996 eine Kläranlage installiert und das Abflußrohr in den Rhein abmontiert..

29. November 1995
Bei einem Mordanschlag vor der Freiburger BUND - Ökostation wird Eva-Maria Christof erschossen und eine zweite Mitarbeiterin schwer verletzt. Der Täter oder die Täterin ist noch nicht gefasst, die Motive sind weiterhin unklar.

1995

Protest gegen Atombombentests auf Murura zur Zeit von Chirac
Die Entscheidung des Präsidenten Jacques Chirac für neue Atombombentests auf Mururoa führt weltweit zu Protesten. Auch die grenzüberschreitende Umweltbewegung am Oberrhein demonstriert. Es gibt Kundgebungen und Aktionen an der Grenze, u.a in Sasbach am Kaiserstuhl. Der Protest führt dazu, dass die Atomtests 1996 nach 30 Jahren enden. Die radiologischen Auswirkungen in der Südsee sind verheerend.

1995 und 1997
Ackerbesetzungen in Buggingen. Der gentechnische Freilandversuch der holländischen Firma van der Have in Buggingen (D) wird durch vielfältige Aktionen verhindert. Der Genmais mit Antibiotika-Genen kann wegen zwei Ackerbesetzungen in Buggingen (D) nicht ausgesäht werden.

Oktober 1996
Der langjährige Widerstand gegen den Ausbau der B31 durch Freiburg führt zur Besetzung des Konrad-Günther-Parks und zu den "Böhmischen Dörfern", einem Baumcamp als kreativer, gewaltfreier Widerstandsform gegen den Straßenbau. Räumung der "Böhmischen Dörfer" durch eine massive Polizeiaktion.

ab 1996
Zersiedelung, der Flächenverbrauch und die zunehmende Verscheußlichung Die Zerstörung der Rheinebene und des Breisgaus werden immer stärker zu Themen der regionalen Umweltbewegung.

1. Juli 1997
Erstmalig in Deutschland übernimmt in Schönau eine Bürgerinitiative die Stromversorgung einer Gemeinde. EWS nennt sich das Unternehmen seither, Elektrizitätswerke Schönau GmbH.

22. Dezember 1997
Anzeige gegen die Grundwasserversalzung durch die elsässischen Kaliminen und die salzhaltige Abraumhalde deder K&S in Buggingen durch den BUND Regionalverband. Im Grundwasser finden sich bis zu 50 Gramm Salz im Liter Wasser.

1999
Beginn der Giftmülleinlagerung in der französischen Giftmülldeponie Stocamine. Umweltschützer auf beiden Rheinseiten protestieren und warnen vor den Gefahren für Mensch und Umwelt.

1999
Keine Primatenzuchtstation in Holtzheim. Eines der umstrittensten Projekte im Elsass wurde 1999 endgültig verhindert. In Holtzheim bei Straßburg war ein Primatenzentrum geplant. 1500 Brüllaffen sollten dort jährlich 300 Versuchstiere für Tierversuche "produzieren". Gegen dieses ethisch sehr umstrittene Projekt waren jahrelang französische Umwelt- und Tierschützer, unterstützt von vielen Künstlern, angegangen.

1999
Der BUND Regionalverband entdeckt gentechnisch verunreinigtes Saatgut und zeigt die Produzenten an.

ab 2000
Zunehmender Widerstand am Hochrhein gegen die Pläne der Schweizer NAGRA, ein atomares Endlager in Benken am Rheinfall zu errichten

2000
Die zunehmende "Aldisierung" verdrängt auch in Südbaden mehr und mehr die kleinen und mittleren Ladengeschäfte des Einzelhandels. Folgen dieser Konzentrationsprozesse im Einzelhandel sind die Verödung der Innenstädte, Verlust von Arbeitsplätzen und Verlust von Lebensqualität. Gerade in kleinen Gemeinden und Dörfern wird die Versorgung des nicht automobilen Teils der Bevölkerung gefährdet.

21. September 2001
Chemieunfall und die Explosion in Toulouse. In einer Düngemittelfabrik kommt es zur Explosion von Ammoniumnitrat. Bei der Explosion werden große Teile der Stadt beschädigt. 31 Menschen sterben. Die Katstrophe wird medial "gut" gemanagt und löst so ein erstaunlich geringes öffentliches Interesse aus.

2002
Die Pläne zu Hochwasserrückhaltung und Naturschutz am Rhein, das Integrierte Rheinprogramm (IRP), kommen südlich von Breisach in ein konkretes Stadium (Planfeststellung für "90 Meter Streifen"). Nicht zuletzt durch langjährige Lobbyarbeit der Umweltverbände werden die alten, technokratischen Pläne natur- und menschenverträglicher ausgestaltet. Örtlicher Widerstand verzögert das wichtige Projekt für Hochwasserschutz und Naturschutz am Rhein.


10. September 2002 GAU in der "modernsten, sichersten" Giftmülldeponie Stocamine / Elsass.
Die "modernste und beste" Giftmülldeponie Frankreichs, die Stocamine, wurde 1999 im Elsass in Betrieb genommen. BUND und Alsace Nature hatten immer wieder auf die Gefahren hingewiesen. Am 10. September 2002 war dann ein Brand in der „sichersten“ Deponie Frankreichs in 500 Metern Tiefe in einem Stollen des Salz-Lagers ausgebrochen. Dort befanden sich 45.000 Tonnen "nicht brennbare" Industrieabfälle befanden, darunter Zyanid, Asbest, Arsen, sowie chrom- und quecksilberhaltige Substanzen. Das Feuer konnte erst zweieinhalb Monate später gelöscht werden. Umweltverbände von beiden Rheinseiten hatten die „neue“ Deponie schon im Planfeststellungsverfahren massiv kritisiert, waren aber nicht gehört worden. Wie so häufig haben die "Experten" und Behörden die Bedenken der Umweltschützer als Panikmache abgetan. Wie so häufig werden nicht die Verursacher sondern die Steuerzahler zur Kasse gebeten.

25. September 2002
Erster Spatenstich bei der Müllverbrennungsanlage TREA in Bremgarten, obwohl noch kein Konzept für die Abwärmenutzung vorliegt. Der BUND macht massiv Druck, um diese Energieverschwendung zu verhindern. Erstaunlicherweise gibt es keinerlei öffentliches Interesse an den massiven, unerklärlichen Preisunterschieden zwischen Müllverbrennungsanlagen. Die geplante MVA TREA - Bremgarten, ausgelegt für 150 000 Jahrestonnen, soll 80 Millionen Euro kosten. Die alte MVA Ulm, ausgelegt für 101 000 Jahrestonnen, hatte noch 400 Mio DM gekostet.

November 2002
Großer Erfolg für die Umwelt und den BUND - Gericht setzt in Sachen Kalihalde Buggingen das Verursacherprinzip durch: Die Kali und Salz AG muss die Kalihalde, aus der jährlich 4.200 Tonnen Salz ausgewaschen worden sind, sanieren.

17. Dezember 2002
Erneuter schwerer Chemieunfall bei der Firma Rhodia in Chalampé. Nach einer langen Phase des Vertuschens und Verheimlichens wird nach und nach bekannt, dass ca. 1200 Tonnen Cyclohexan ausgetreten und größtenteils ins Grundwasser versickert sind. Das entspricht dem Inhalt der Kesselwagen eines 300 Meter langen Zuges. Und das in einem Betrieb, der stündlich 28 Tonnen Blausäure produziert.

30. März 2003
Hans Filbinger gegen Windenergie. In einer Großanzeige der Badischen Zeitung stellt sich u.a. auch Ministerpräsident, AKW-Befürworter und Marinestabsrichter a.D. Hans Filbinger gegen die Nutzung der Windenergie. Seine Meinung "Wenn das AKW Wyhl nicht gebaut wird, gehen in Baden Württemberg die Lichter aus" scheint er geändert zu haben.

April 2003
Heftige Proteste auch in der Schweiz, dem Elsass und Südbaden gegen den englisch - amerikanischen Irak Krieg um Macht, Öl und Einfluss im Irak. Der Irak-Krieg ist eine Zuspitzung der weltweiten Kämpfe um Ressourcen.

2003
Auch im Internationalen Jahr des Süßwassers bleibt die Wasser-, Grundwasser- und Trinkwassersituation im Rheingraben mehr als problematisch. An beinahe der Hälfte der Wasserpegel am Südlichen Oberrhein sind ein oder mehrere Grenzwerte für Trinkwasser (Salz, Nitrat, Atrazin....) überschritten.

26. Juni 2003
Greenwash am Oberrhein
Das französische Atomkraftwerk Fessenheim erhält in Paris für "Schutz von Fauna, Flora und Orchideen um das Kernkraftwerk, für Mülltrennung u.a." die Umweltzertifizierung nach ISO 14001. Nach ähnlichen Alibiaktivitäten der Firmen Ciba, Stracel und EnBW ein weiteres schönes Beispiel für Greenwash in der Region.

Juli 2003
Mit der Gründung des so genannten Umweltvereins "Au fil du Rhin" (dt.: "Am Rhein entlang") in Fessenheim durch EnBW und EDF versuchen die beiden AKW-Betreiber den Begriff der Nachhaltigkeit für sich zu besetzen und die Umweltbewegung zu spalten. Auch die Kampagne für den Euroreaktor EPR, der von Siemens und Framatome irgendwann in Fessenheim gebaut werden soll, läuft unter dem Deckmäntelchen der Nachhaltigkeit. Das Trinationale Umweltzentrum Weil (TRUZ) lässt sofort nach Bekanntwerden der Hintergründe die Mitgliedschaft in "Au fi du Rhin" ruhen.

August 2003
Ein amerikanischer Maisschädling, wird erstmals im Elsass und im Baselland gefunden. Die gefunden 4 Exemplare von (Diabrotica virgifera) werden mit einer heftigen Giftdusche empfangen. 1,5 Tonnen Insektizide werden in einer umweltgefährdenten Hubschrauberaktion alleine im Elsass ausgebracht. 250 Menschen demonstrieren bei einer Regenschirmdemo in Hegenheim (F). Nur in der Schweiz wird der Maiswurzelkäfer kostengünstig und umweltfreundlich mit Fruchtfolgen bekämpft.

26. September 2003
Eine hervorragende neue Studie "Erkundung des tiefen rheinnahen Grundwasserleiters zwischen Fessenheim und Breisach" bestätigte die alten Argumente des BUND zum Thema Grundwasserversalzung durch den Kaliabbau. Es ist allerdings unerklärlich, warum diese gute Studie, die 900 000 Euro gekostet hat, von den Europäischen SteuerzahlerInnen (u.a. Interreg II Gelder) finanziert wurde und nicht von der Firma Kali Salz AG und den französischen Kaliminen, den bekannten Verursachern der Versalzung. Warum wird bei großen, mächtigen Umweltverschmutzern das Verursacherprinzip nicht angewendet und warum sind hier die Behörden auf beiden Rheinseiten so mutlos? Es ist ein skandalöses Gerechtigkeitsdefizit, wenn das Verursacherprinzip stets nur bei kleinen Umweltsündern zum Zuge kommt.

12. Oktober 2003
Bei einer Kundgebung der Bürgerinitiative MUT fordern 7000 Menschen von der Bahn einen Tunnel unter den Maisfeldern des Markgräflerland. Es gibt einen massiven Widerstand gegen den Bahnausbau, nicht aber gegen die Pläne zum sechsspurigen Autobahnausbau.

November 2003
Nitratarmes Wasser für Endingen und Weisweil - Nach Sasbach musste auch die Stadt Endingen am Kaiserstuhl und die Gemeinde Weiweil einen millionenschweren neuen Brunnen bohren. Der Brunnen war nötig geworden, weil die Grenzwerte für Nitrat dauerhaft überschritten waren. Der teure neue Brunnen zeigt das Scheitern des Versuchs, den Düngemitteleintrag der Landwirtschaft ins Grundwasser zu reduzieren.

November 2003
Der schweizerisch - deutsche Luftstreit um den Anflug auf den Flughafen Zürich eskaliert. Die alten Nationalismen und traurige Feindbilder auf beiden Rheinseiten überlagern den Regio / Dreyeckland Mythos. In diesem Konflikt und der Art wie er ausgetragen wird, scheitert auch ein kleines regionales Stück Europa.

16. Januar 2004
Auch die Landesregierung lehnt die Skihalle in Sasbachwalden wegen negativer Umweltfolgen ab.

24. April 2004
Über 2000 Menschen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz demonstrieren in Breisach und Fessenheim, gegen das marode Kernkraftwerk, gegen den geplanten Europäischen Druckwasserreaktor von Siemens und gegen "Au fil du Rhin", die grüngestrichene Tarnorganisation der EDF und EnBW. Die Aktion ist Start der alternativen "Tour de France" für den Atomausstieg.

Hitzesommer 2004
Nach dem Hitze- und Dürrejahr 2003, häufen sich am Oberrhein auch im Jahr 2004 wieder die extremen Wetterereignisse infolge des Klimawandels.. Es gab einerseits eine große Trockenheit im ersten Halbjahr, andererseits aber auch kleinräumige heftige Gewitter und Unwetter mit Starkniederschlägen und massiven Hagelschäden, insbesondere im Markgräflerland. Diese ersten Anzeichen der Klimaveränderung führen aber zu keinem Bewusstseinswandel. Die CDU-Landesregierung und das Regierungspräsidium kämpfen für die EnBW gegen die Windräder am Schauinsland und Politiker aller Parteien sehen die Lösung der ökonomischen Probleme weiterhin nur im zerstörerischen, unbegrenzten Wachstum.

Sommer 2004
Der Streit um die Zollfreie Straße bei Basel eskaliert. Mit einer Besetzung versuchen Menschen des Großraumes Basel, den unötigen Straßenbau durch das wertvolle Naturgebiet zu verhindern.

Herbst 2004
Die Ökohauptstadt und Umwelthauptstadt Freiburg wird Sieger des Wettbewerbs "Zukunftsfähige Kommune" 2003 / 2004.

November 2004
Die Trea Breisgau, die regionale Müllverbrennungsanlage im Gewerbepark Bremgarten geht in Betrieb und verschwendet unglaubliche Abwärmemengen. Der Druck des BUND und die Bemühungen der Betreiber konnten diese Abwärmeverschwendung nicht verhindern. 50 Megawatt Abwärme werden in Zeiten weltweiter Klimaveränderungen in die Umwelt geblasen. Aber ein Megawatt Abwärmeleistung entspricht auf das Jahr gerechnet einer Energiemenge von ca. 870 000 Litern Erdöl/Jahr. (870 000 x 50 = 43 500 000 Liter Erdöl/Jahr!!!) Täglich wird eine Abwärmemenge entsprechend 119178 Liter Erdöl in die Umwelt geblasen. 50 MW Abwärme entsprechen dem Wärmebedarf von 52.083 Niedrigenergie-Wohnhäusern.

2004
Der Hunger tötet weit mehr Menschen als jeder gegenwärtig geführte Krieg oder Terroranschlag. Jean Ziegler, UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung schreibt in einem Bericht für die UNO, dass täglich 100 000 Menschen wegen fehlender Nahrung sterben. Im Jahr 2004 stirbt jede Sekunde ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen des Hungers. Im Jahr 2004 litten gemäß Ziegler 842 Millionen Menschen an chronischer Unterernährung. 2015 waren es 800 Millionen Hungerne, das heißt allerdings auch, dass jeder neunte Mensch hungert. Nicht nur am Oberrhein wird dieses Thema ähnlich intensiv verdrängt, wie die Konzentrationslager in der Nazizeit.

Januar 2005
Nach über 50 Jahren laicht zum ersten Mal wieder ein Lachs in der Kinzig. ein Erfolg langer Kämpfe für saubere Gewässer.

29. April 2005
Die Umweltverbände am Oberrhein und auch der BUND fordern in Sachen Neukonzessionierung des Kraftwerks Kembs mehr Wasser in den Restrhein zu leiten. Das älteste, südlichste Wasserkraftwerk am Oberrhein bei Kembs befindet sich im Besitz der EDF und die Konzession läuft im Jahr 2007 aus. Damit die Ziele internationaler Programme wie "Rhein 2020" (aus dem Rhein einen Fluss voller Lachse zu machen), die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie und des Hochwasserschutzprogramms der IKSR erreicht werden können, fordern die Umweltorganisationen, dass der Mindestabfluss im Restrhein 100m3/s beträgt und die Abflüsse das ganze Jahr über an die Abflüsse z.B. am Pegel bei Basel oder Rheinfelden angepasst werden (naturnahe statt konstante Abflüsse). Aus dem „Restrhein“ muss wieder ein naturnaher Fluss für Mensch, Lachs, Kormoran und Eisvogel werden.

11. Mai 2005
Der Ausstiegsbeschluss der rot-grünen Bundesregierung führt zur Abschaltung des Atomkraftwerk Obrigheim. Fast gleichzeitig wird ein schwerer Atomunfall in der britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield bekannt. Das Regierungspräsidium Freiburg und der Regionalverband Südlicher Oberrhein verstärken ihre Verhinderungsplanung gegen Windräder in Südbaden und setzen so die politischen Vorgaben der Stuttgarter Atomparteien und der EnBW um.

Juni 2005
Der Benzinpreis erreicht auch in Südbaden mit Preisen von bis zu 1,25 Euro/Liter Superbenzin seinen bisherigen Höchststand. Das weltweit knapper werdende Öl löst beim abhängigen Patienten Mensch klassische Suchtsymptome aus. Statt Energie zu sparen und Alternativen zu fördern rufen wachstumsgläubige Politiker nach einer intensiven Ölförderung und nach der noch härteren Energiedroge Atomenergie.

17. Juni 2005
Der Trinationale Atomschutzverband TRAS der Bevölkerung um das AKW Fessenheim wird von Vertretern aus Frankreich, Deutschland und aus der Schweiz in Basel gegründet.

September 2005
Der Bundestagswahlwahlkampf steuert mit Getöse seinem Höhepunkt entgegen. "Unbegrenztes Wachstum ist dauerhaft möglich und die einzige Lösung aller Probleme" ist die nicht hinterfragte, zentrale Botschaft von FDP und CDU, aber auch fast aller anderen Parteien. Der BUND Regionalverband kritisiert die Mythen vom unbegrenzten Wachstum in einem Thesenpapier. Bei einem anhaltenden Wachstum von 3% verdoppelt sich das Bruttosozialprodukt alle 23 Jahre, bei 5% sogar bereits alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und führt zwangsläufig zur Selbstzerstörung.

November 2005
In den Vorstädten Frankreichs, in Paris aber auch im Elsass, in Straßburg und Mulhouse brennen Autos. Zur Umweltverschmutzung und ungleichen Reichtumsverteilung kommt immer auch die Innenweltverschmutzung. In trostlosen Vorstädten, mit fehlgeplanter Massenmenschhaltung, kumuliert eine verfehlte Einwanderungspolitik und eine ungerechte Verteilung von Chancen und Arbeit zu massiven Jugendkrawallen. Während eine verfehlte Politik, auch in Deutschland, auf eine Verlängerung der Wochen- und Lebensarbeitszeit setzt, bleibt ein größer werdender Teil der Menschen dauerhaft und gänzlich ohne Arbeit. Die Krawalle sind auch ein Menetekel zukünftiger sozialer Entwicklung.

Dezember 2005
Nach der öffentlichen Auflage des Entsorgungsnachweises für ein politisch gewolltes, geologisch schlechtes Atommüllendlager am Rheinfall (Benken) gehen rund 3800 Stellungnahmen ein. Die vielen Einsprüche sind ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der Umweltorganisationen im Dreyeckland.

Jahresende 2005
Im Jahr 2005 hat in Freiburg die Zahl der Suizide, im Vergleich zu 2004 um 55 % zugenommen. Im Jahr 2005 hat in ganz Baden Württemberg die Zahl der Selbstötungen von 1366 auf 1422 zugenommen. Wachstumsgesellschaften mit zunehmender sozialer Destabilität zeichnen sich u.a. durch eine hohe Selbsttötungsrate aus.Info: Umwelt, neue Armut und soziale Gerechtigkeit

2006
Der Atomkonzern EnBW schmückt sich seit dem Jahr 2006 mit dem käuflichen „Umwelt“zertifikat nach ISO 14001. Der Konzern, der seinen Strom u.a. aus überalterten, umweltbelastenden und gefährlichen Atomanlagen bezieht, versucht sich so ein grünes Image zu geben.

Winter 2006
Nachdem im Jahr 2005, nach 50 Jahren, der ersten Lachslaich in der Kinzig gefunden wurde, gab es 2006 nach über 100 Jahren den ersten Lachslaich in der Murg.

Januar 2006
Zu Beginn des Jahres 2006 lag die Staatsverschuldung bei ca. 1469 Milliarden EURO und die Neuverschuldung nimmt zu (im Jahre 2004 ca. 69 Mrd. EURO neue Schulden). Die Verschuldung pro Kopf der Bevölkerung betrug etwa 17.000 EURO. Der Staat gab jeden siebten Steuer-Euro für Zinsen aus. In einer Zeit in der die bestehende Infrastruktur in Deutschland fast nicht mehr unterhalten werden kann, fordern auch südbadische Politiker immer unsinnigere neue, teure Projekte (Parkhaus am Feldberg, neue Straßen, Flugplatz Lahr...). Wenn diese, mit Schulden gebauten, Projekte dann irgendwann endlich abgezahlt sind, beginnen die teuren Reparaturen.

Januar 2006
Erfolg für Mensch und Umwelt am Oberrhein. Die Straßburger Hausmüllverbrennungsanlage wird endlich entgiftet. Nach jahrzehntelangen Protesten von Umweltschützern von beiden Seiten des Rheins wurden 35,8 Millionen Euro in die absolut notwendige Entgiftung der MVA gesteckt. Luftreinhaltung, technischer Fortschritt und bessere Umweltgesetze fallen nicht vom Himmel, sie wurden und werden immer auch von UmweltschützerInnen erstritten.
Nach Angaben der Betreiber sollen statt bisher vier nun nur noch 0,1 Nanogramm Dioxine pro Kubikmeter Abluft "freigesetzt" werden. Stand der Technik sind tatsächlich die in ersten Messungen erreichten 0,01 Nanogramm Dioxine pro Kubikmeter Abluft. Auch im Bereich Stickoxide und Stäube gab es große, erfreuliche Fortschritte.

Anfang des Jahres 2006
hat das Amtsgericht Mulhouse (F) ein skandalöses Urteil in Sachen Umwelt verkündet. Hintergrund war die gravierende Grundwasserverschmutzung vom Jahreswechsel 2002 – 2003 bei der Rhodia in Chalampé. Unbemerkt war damals die unglaubliche Menge von 1200 Tonnen (!) Cyclohexan „ausgetreten“ und teilweise ins Grundwasser versickert. Nur 7500 Euro Bußgeld für 1200 Tonnen Cyclohexan im Grundwasser muss die Firma Rhodia in Chalampé jetzt zahlen.

Februar 2006
Auch in Freiburg und Südbaden gibt es Streiks von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gegen die geplante Arbeitszeitverlängerung. In Zeiten in denen durchRationalisierung, Effizienzsteigerung und Globalisierung die Arbeit immer weniger wird, sollen die „Noch“-Beschäftigten immer länger arbeiten, anstatt die weniger werdende Arbeit besser zu verteilen. Einer gestressten, überarbeiteten, gleichzeitig aber abnehmenden Zahl von Beschäftigten stehen immer mehr Arbeitslose, Dauerpraktikanten, Ein-Euro-Jobber und andre „Working Poor“ gegenüber. U.a. die sozialen Folgen einer solchen Politik, in der die Schere zwischen Arm und Reich und zwischen Arbeitslosen und Arbeit habenden immer größer wird, haben 2005 in Frankreichs Vorstädten zu massiven Krawallen und sozialer Destabilität geführt. Ausgerechnet im rot-grünen Freiburg werden Leiharbeiter als Streikbrecher eingesetzt um den Streik zu unterlaufen. Erschreckend ist der massive Einfluss neoliberaler ThinkTanks auf die öffentliche Debatte. "Arbeitszeitverlängerung schafft Arbeitsplätze", diese Lebenslüge ist der Tenor der Berichterstattung und "Zwei und zwei ist fünf", könnte man hinzufügen.

6. Februar 2006
Weil - Basel - Baubeginn für Zollfreie Straße: 110 Bäume entlang des Wieseflusses wurden gefällt, um der umstrittenden „Zollfreistraße“ Platz zu machen.

März 2006
Französische Politiker gegen AKW Fessenheim: Im Elsass haben 110 gewählte Abgeordnete verschiedener Parteien und verschiedener politischer Ebenen - Europaparlament, Gemeinderäte, etc. - die Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim gefordert.

Frühsommer 2006
Das französische AKW Fessenheim hat keine Kühltürme und setzt zu hundert Prozent auf die für die Betreiber EDF und EnBW profitable, für den Rhein aber höchst problematische Flusswasserkühlung. Im warmen Frühsommer 2006 wurde die kritische Hitzemarke beinah erreicht. Der Rhein darf durch die beiden Kraftwerksblöcke im Juni, Juli und August um skandalöse 4 °C und im September, Oktober, November, März, April und Mai um 6,5 °C erwärmt werden. Im Dezember, Januar und Februar darf der Rhein sogar um 7 °C wärmer werden. Bis auf 30 °C darf das Atomkraftwerk den Rhein aufheizen. Wenn alle Kraftwerke am Rhein auf Kühltürme verzichtet hätten, wäre der Rhein biologisch tot..

Herbst 2006
Der Ruf nach einem Rückzug Deutscher Soldaten aus Afghanistan wird lauter. Das so genannte «Kommando Spezialkräfte» der Bundeswehr KSK wird ohne ausreichende parlamentarische Kontrolle in Afghanistan eingesetzt. Wer Menschenrechte schützen will, darf diese nicht bei "Enduring Freedom" verletzen oder sich zum Helfershelfer von Menschenrechtsverletzungen machen.

2006
Geheimgehaltene Genmaisverursuche am Oberrhein hat die Genlobby von 1999 bis 2004 durchgeführt. Dies wurde 2006 bekannt. Ein (nie zugegebenes ) Ziel solcher Versuche ist es, eine Kontamination der umliegenden Felder zu erreichen. Inseln gentechnikfreier Nahrungsproduktion stören die Gewinninteressen der Industrie und ihrer Lobby in den Parlamenten. Irgendwann sollen die VerbraucherInnen nur noch die Wahl zwischen stark und leicht gentechnisch veränderten Nahrungs-mitteln haben. So soll Zwangsakzeptanz für Genfood geschaffen werden.

Jahreswechsel 2006 - 2007
Die Mehrwertsteuer wird erhöht. Die Konzerne zahlen immer weniger Steuern und die Steuerlast wird auf die kleinen und mittleren Einkommen umverteilt.

Januar 2007
Das Nuklearforum Schweiz lässt seine Atompropaganda von Burson Marsteller organisieren.Es gibt keine menschengemachte Klimaveränderung und wegen dieser drohenden Klimakatstrophe brauchen wir dringend mehr Atomkraftwerke“ lauten die recht widersprüchlichen Werbebotschaften von Burson Marsteller, einer der weltgrößten PR Agenturen, die jetzt auch für das Schweizer Nuklearforum arbeitet.

Februar 2007
Die Überlegungen neue Kernkraftwerke in die Schweiz nach Beznau, Leibstadt oder Mühleberg zu bauen werden konkreter

März 2007
Erstmals seit 1912 ist der sichere Nachweis über ein Vorkommen der Wildkatze in Baden-Württemberg gelungen. Die Untersuchungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt haben ein Vorkommen der scheuen Tiere rund um den Kaiserstuhl bestätigt

April 2007
Eine Metall- und Schrottverwertungsanlage der Skandal - Firma GDE-Guy Dauphin Environnement soll im elsässischen Nambsheim gebaut werden. Monatlich sollen 32 750 Tonnen Schrott verarbeitet werden. In der Hauptwindrichtung liegen die Tourismus- und Weinbaugebiete des Tunibergs und des Kaiserstuhls. Die umweltbelastende Schwerindustriezone nördlich von Fessenheim soll massiv ausgebaut werden

April 2007
Deutsche Tornados sind im Süden Afghanistans im Kriegseinsatz. Die Entscheidungen über eine noch stärkere Beteiligung Deutschlands an diesem Krieg, am Hindukusch wird ohne große öffentliche Debatte gefällt. Noch gibt es erst vereinzelte Proteste

Mai 2007
Der BUND, der NABU und die AGUS sagen Nein zu TREA II. Sie lehnen eine zweite Müllverbrennungsanlage (für italienischen Müll!) im Markgräflerland ab.

Mai 2007
In den größten Dopingskandal der deutschen Radfahrgeschichte sind auch Ärzte der Universitätsklinik Freiburg verwickelt. Flächendeckendes Doping ist auch ein Ausdruck einer perversen Leistungsgesellschaft.


2007
Gegen die Eindeichung der Ill im Grand Ried
Während in Deutschland viele Bäche und Flüsse zu eingedeichten Kanälen geronnen sind, gibt es in Frankreich immer noch viele unbegradigte, naturnahe Gewässer, die natürlichen Hochwasserschutz bieten.
Die französische Ill am Südlichen Oberrhein tritt im Frühjahr häufig über die Ufer und überflutet große Flächen ohne Schäden anzurichten. Doch jetzt wollen französische Planer auf Druck der Landwirtschaft die alten deutschen Fehler nachmachen. Die Ill soll eingedeicht werden. Alsace Nature, der große elsässische Umweltverband wehrt sich gegen diese Pläne die Hochwasserschutz und Naturschutz gefährden.

2007
Nie waren die Schornsteine grüner... Je mehr der Klimawandel 2007 politisch in den Vordergrund rückte, desto „grüner“ wurden die Anzeigen der Kohle- und Atomkonzerne, insbesondere der EnBW. Die Forderung nach Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke dient auch der psychologischen Entlastung vieler Politiker der Atom- und Kohleparteien. Sie tragen die Hauptverantwortung für die bisherige und zukünftige Verschwendung von Energie, Rohstoffen und für die drohende Klimaveränderung. Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne bieten ihnen jetzt eine schöne Illusion, mit der sie sich scheinbar aus der Verantwortung stehlen können.

Sommer 2007
"Au fil du Rhin" verschwindet... In Fessenheim versuchten die beiden AKW-Betreiber EDF und EnBW den Begriff der Nachhaltigkeit für sich zu besetzen und die Umweltbewegung nach amerikanischem Vorbild zu spalten und zu kaufen. Vier Jahre lang hat sich der BUND intensiv mit dem Greenwash-Verein Aufildurhin auseinander gesetzt und intensiv gegengehalten. Im Winter 2007 berichtet die Süddeutschen Zeitung über das "Verschwinden von "Au fil du Rhin".

Sommer 2007
Keine zweite Müllverbrennungsanlage TREA II und keine Müll(fern)transporte nach Bremgarten.
50 Megawatt Abwärme, d.h. täglich das Wärmeäquivalent von 120 000 Litern Erdöl, wird von der TREA I ungenutzt an die Umwelt abgegeben. 2007 war in Bremgarten eine zweite MVA in Planung, für die der Müll aus großer Entfernung herangekarrt worden wäre. Politischer Druck der Umweltbewegung verhindert diese Fehlplanung.

Sommer 2007
Die geplante, „Stinkefabrik“ (Auto-Schredderanlage) problematische am Rhein bei Nambsheim (F) wird nicht gebaut. Das Problem der geplanten 456 Hektar Industriezone nördlich von Fessenheim aber bleibt.

Sommer 2007
Der "Maiswurzelbohrer“ ist 2007 am Oberrhein erstmals angekommen. Jetzt entscheidet sich, in welche Richtung sich die Landwirtschaft langfristig entwickeln wird. Wird der Monokulturwurzelbohrer mit Gift und Genmais oder mit ökologisch und ökonomisch sinnvollen Fruchtfolgen bekämpft? Die in der Schweiz praktizierten Fruchtfolge ist eine erfolgversprechende Alternativen zu Gifteinsatz und Genmais.

Sommer 2007
In diesem Jahr rückte die Bedrohung des AKW Fessenheim durch Erdbeben und Atom-Terror in den Vordergrund. Auf der ungesicherten Ostseite des Atomkraftwerks gibt es einen für jedermann nutzbaren Fahrweg mit „freiem Blick“ auf das Atomkraftwerk.

Sommer 2007
Endlich wird eine der problematischsten Altlasten in Südbaden saniert: die ehemalige Teninger Müllkippe an der Autobahn. Die im Volksmund "Schuttloch" genannte Deponie zeigt exemplarisch, wie leichtfertig und verantwortungslos in der Vergangenheit mit gefährlichen Giften umgegangen wurde. Ärgerlich ist aber auch, dass wie so häufig die Allgemeinheit für die Kosten aufkommt. 5,2 Mio. Euro soll die jetzt geplante Sanierung kosten, für die das Land (zu 86,25%) und die Gemeinde - also immer wir SteuerzahlerInnen - zahlen müssen.


Dezember 2007
Drei illegale Werbeschilder an der Autobahn werden abgebaut.
Die BUND-Initiative gegen die illegale „Verschilderung“ der Landschaft war erfolgreich. Ein IKEA-Schild in Teningen und zwei große Werbebanner bei Hartheim (Mc Donalds) an der Autobahn werden abgebaut.

Frühjahr 2008
Gemeinsam mit der französischen CSFR hat der BUND in einer Medienmitteilung den französischen Staatspräsidenten Sarkozy kritisiert. Er versteht sich nicht nur als Staatspräsident, sondern auch als „Außendienstmitarbeiter der EDF“ und will Atomkraftwerke an den libyschen Staatspräsidenten Ghaddafi und auch in andere Spannungsgebiete verkaufen. Doch die Beispiele Pakistan, Nordkorea und evtl. auch Iran zeigen: Wer AKW hat, kann in Kürze auch Atomwaffen haben. So gefährdet Herr Sarkozy mit seinen atomaren Exportwünschen langfristig den Frieden auf diesem Planeten. Die Medien hatten an dieser Meldung kein großes Interesse. Umso häufiger war er mit seiner damaligen Geliebten und jetzigen Frau Bruni in der Presse.


Frühsommer 2008
Ein massives, verheerendes Bienensterben schädigt ca. 11500 Bienenvölker am Oberrhein. Hintergrund sind wieder einmal Pleiten, Pech und Pannen bei der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers. Die Bienenvergifter haben einen Namen: Verantwortlich für die Produktion der Saatgutbeize „Poncho“, mit dem "Wirkstoff" genannten Nervengift Clothianidin, ist die Firma Bayer CropScience. CDU Landwirtschaftsminister Hauk steht wie immer fest an der Seite der Agrochemielobby. Der wichtige Kampf gegen das Insektensterben und Neonicotinoide beginnt.

2008
Eine weltweite Finanzkrise wird zur weltweiten Wirtschaftskrise. Diese Krise Krise ist auch eine Umweltkrise, die Krise eines nicht nachhaltigen und nicht zukunftsfähigen Systems, ein Teilzusammenbruch der Raubbauwirtschaft.

Spätsommer 2008
Die so genannte Kontrollkommission CLS des französischen AKW Fessenheim hat einen neuen Vorsitzenden. Der bisherige Vorsitzende Pierre Schmitt wurde abgelöst durch den Bürgermeister von Ensisheim und Generalrat Michel Habig. "Herr" Habig ist ein vorbestrafter Brandstifter. Er hat die alte Geschichte der Pogrome am Oberrhein fortgesetzt und die Wohnwagen von Roma angezündet. Es ist eine Peinlichkeit, politische Dummheit und Blamage ersten Ranges für das Elsass, Herrn Habig weiterhin mit öffentlichen Ämtern zu betrauen.

Das Jahr 2008 war das Jahr einer traurigen „Rechthaberei“ für die Umweltbewegung
Viele alte Aussagen und Thesen des BUND und der Umweltbewegung wurden bestätigt. Wir hatten in der Vergangenheit immer gesagt, dass große Autos und Benzinschlucker nicht zukunftsfähig sind. Wir haben vor Cross Border Leasing gewarnt und schon vor Jahrzehnten mit dem Club of Rome auf die Endlichkeit der Rohstoffe und der atomaren wie fossilen Energievorräte hingewiesen. Während die Endlichkeit von Gas und Erdöl zwischenzeitlich offen diskutiert und anerkannt wird, wird die Beschränktheit der Uranvorräte von den Konzernen und Lobbyisten (vorerst) mal wieder bestritten.

2009
EnBW und EDF wollen das AKW Fessenheim durch eine so genannte OSART Mission der IAEO grünwaschen. Initiiert wurde diese "Kontrolle" auch durch südbadische Atomlobbyisten.

2009
Die weltweite Finanzkrise / Wirtschaftskrise, die Krise der Habgier und der globalen Raubbauwirtschaft, verschärft sich.

27. September 2009
Bei der Bundestagswahl gewinnen die Atomkonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON und ihre Lobbyisten in den Atomparteien FDP und CDU. Der Atomausstieg soll auf Druck der Konzerne rückgängig gemacht werden. Die neoliberalen Grundideen der jetzt gewählten Mitte-Rechtskoalition haben die Wirtschaftskrise 2008-2009... verursacht.

3. Oktober 2009
"Friedlich - Freundlich - Selbstbewusst und Stark!“ demonstrieren ca. 10 000 französisch-deutsch-schweizer UmweltschützerInnen in Colmar gegen das französische Atomprogramm und insbesondere gegen das altersschwache Atomkraftwerk Fessenheim. Der Präfekt Pierre-André PEYVEL und Gilbert MEYER, der Bürgermeister von Colmar, versuchen mit allenMitteln
die Kundgebung zu behindern. 3000 französische Polizisten verwandeln Colmar in eine Festung und zeigen was der Atomstaat Frankreich zu bieten hat.

4. November 2009
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stellt die aktuelle Rote Liste der weltweit bedrohten Tiere und Pflanzen vor. 17.291 und damit mehr als ein Drittel der 47.677 untersuchten Arten sind vom Aussterben bedroht. Die Liste erfasst nur einen Bruchteil der weltweiten Artenvielfalt. Der WWF geht davon aus, dass mehr als 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten den Planeten besiedeln. Deshalb ist auch die Zahl der gefährdeten Spezies noch viel größer.

2009 Die Katastrophe hat längst begonnen
Gerne wird in den Medien und der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert ob der Welt (und Südbaden) ökologische oder andere Katastrophen drohen. Doch Realität ist, dass diese Katastrophe schon stattfindet, nur eben bisher noch nicht bei uns am Oberrhein und vor allem gut verdrängt.
Von 2008 bis 2009 stieg global die Zahl der chronisch hungernden Menschen von 850 Millionen auf über eine Milliarde. Dies ist eine unvorstellbare Katastrophe die u.a. ökologische und ökonomische Ursachen hat und es ist auch eine Verteilungsfrage.


Im Internationalen Jahr der Biodiversität 2010
sind Feldlerchen und Rebhühner in vielen Gebieten der Rheinebene bereits verschwunden. Der große Brachvogel und der Kiebitz stehen hier vor dem Aussterben. Die Artenvielfalt in Südbaden und im Elsass ist bedroht.

1. September 2010
Das französische Atomkraftwerk Fessenheim hat seit dem 1. September 2010 eine eigene, aus 38 Personen bestehende Polizeitruppe, „zum Schutz vor Katastrophen und Zwischenfällen“. Die Idee alternde Atomanlagen mit Polizeitruppen zu schützen entspringt einem rückwärtsgewandten Sicherheitsdenken aus der Vor-AKW-Zeit. Die Polizisten sollen die Illusion von Sicherheit erzeugen. Vor den realen Gefahren des alternden AKW schützen sie die Bevölkerung aber nicht.

5. September 2010
Die schwarz-gelbe Atomkoalition hat am 5.9.2010 die Forderung der Atomkonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON erfüllt und sich auf eine Verlängerung der Gefahrzeiten für die deutschen Atomkraftwerke verständigt.
Die Bundesregierung verlängert die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre. Bleibt es bei dieser skandalösen Entscheidung, dann geht das letzte deutsche AKW frühestens 2040 vom Netz.

September 2010
Experten bestätigen die alten Befürchtungen des BUND in Sachen Stocamine. Die sicherste, beste, modernste und jetzt marode Giftmülldeponie gefährdet das Grundwasser im Elsass und am Oberrhein. Info

September 2010
Der Streit um das teure Protzprojekt Stuttgart 21 eskaliert. Mit Lügen wird das Protzprojekt von CDU, FDP und SPD durchesetzt.


9. Dezember 2010
In Offenburg wird die Trinationale Metropolregion Oberrhein gegründet. „Eine Metropolregion ist eine stark verdichtete Großstadtregion von hoher internationaler Bedeutung.“ (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie) Eines der Ziele der Metropolregion Oberrhein ist eine rasche Verwirklichung der europäischen Verkehrsprojekte am Oberrhein (Verkehrsdrehkreuz Oberrhein) Die "Natur am Oberrhein" kommt als Feigenblatt zum Schluss und von Nachhaltigkeit kein Wort. "Fortschritt am Oberrhein" war bisher fast immer die Metapher für Verkehrslärm, Flächenverbrauch, Zersiedelung, Zerstörung von Kultur, Natur und Lebensräumen und Heimatverlust.


11. März 2011
Die atomare Katastrophe in Fukushima trifft auch in Südbaden auf eine höchst aktivierte und motivierte Umwelt- und Anti-Atombewegung. Die von der schwarz gelben Bundesregierung umgesetzte Gefahrzeitverlängerung für AKW, die massiven Konflikte um das überteuerte Protz- und Immobilienprojekt Stuttgart 21, ein rückwärtsgewandter Ministerpräsident Mappus und die anstehenden Landtagswahlen haben schon vor dem Atomunfall zu einer Vielzahl von Aktionen und Demonstrationen geführt. Während aus den Reaktoren in Fukushima Radioaktivität und aus den Verlautbarungen von Tepco, AREVA, IAEA und der japanischen Regierung Lügen quellen, vervielfältigen sich Aktionen und Demonstrationen in Südbaden aber auch im Elsass und der Nordschweiz.
  • In direkter Folge der Reaktorkatastrophe wird die CDU-FDP Landesregierung und Ministerpräsident Mappus abgewählt. 57 Jahre ununterbrochene Regierungsbeteiligung der CDU in Baden-Württemberg sind zu Ende.
  • Mit Winfried Kretschmann wird der erste GRÜNE Ministerpräsident. GRÜN-rot kommt an die Regierung (und wähnt sich fälschlicherweise an der Macht).
  • In der Schweiz nehmen die Proteste gegen die geplanten neuen AKW, im Elsass der Widerstand gegen das AKW Fessenheim zu. In einer gemeinsamen grenzüberschreitenden Aktion blockieren am 25. 4. 2011 viele 1000 DemonstrantInnen 11 Rheinbrücken zwischen Straßbourg und Bodensee und am 28.5.11 demonstrieren in Freiburg ca. 8000 Menschen gegen die Atomenergienutzung.
  • Auch die Schweiz beschließt den Neubau von AKW einzustellen.


30.6.2011
Der Bundestag beschließt den Atomausstieg bis zum Jahr 2022. Union, FDP, SPD und Grüne stimmten gemeinsam mehrheitlich für eine entsprechende Änderung des Atomgesetzes. Die nach dem Atomunfall in Fukushima stillgelegten acht Atomkraftwerke Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Brunsbüttel, Isar1, Unterweser, Philippsburg1 und Krümmel dürfen nicht wieder ans Netz. Neun AKW gefährden auch in Zukunft Mensch, Natur und Umwelt. Sie strahlen weiter und gehen bis 2022 vom Netz: 2015 Grafenrheinfeld, 2017 Gundremmingen B, 2019 Philippsburg II, 2021 Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen C. Im Jahr 2022 Isar II, Neckarwestheim II und Emsland. Der angefallene Atommüll wird noch ca. eine Million strahlen.

27.11.2011
Der Volksentscheid gegen das Protzprojekt Stuttgart 21 ist gescheitert. CDU, FDP, der "Betonflügel" der SPD und die Bau- und Tunnellobby (Herrenknecht...) haben sich durchgesetzt. Was im Abstimmungskampf von den Medien nie thematisiert wurde waren die ungleich langen Spieße der Befürworter und der Gegner. Wäre die direkte Demokratie ein Vogel, so könnte sich dieser nur hüpfend vorwärts bewegen, denn er hätte Geld in den Flügeln... Die Lobbyisten hatten sicher das 20 fache an Geld für ihre Kampagnen zur Verfügung und sie haben erfolgreich mit Habgierargumenten geworben. Angesichts dieses Ungleichgewichts hat die Umweltbewegung gut gekämpft und teilweise (in Südbaden und Freiburg) auch erfreuliche Erfolge erzielt.
Die Umweltbewegung hat auch in der Vergangenheit immer wieder Niederlagen einstecken müssen. Langfristig waren das dann fast immer folgenschwere und teure Niederlagen für alle Menschen. Ob die Bausumme die fest versprochenen 4,5 Milliarden übersteigt wird die Zukunft zeigen.

2012
Endlich soll das nationalparklose Baden Württemberg einen (viel zu kleinen) Nationalpark im Schwarzwald erhalten. Doch die Lobbyisten der Holzindustrie, CDU, FDP und strukturkonservative Seilschaften kämpfen mit Geld, Macht und vorgeschobenen Naturschutzargumenten gegen den Naturschutz.

Dezember 2012
"Stuttgart 21-Kosten nähern sich zehn Milliarden! Die Kosten für den Tiefbahnhof in Stuttgart laufen aus dem Ruder. Ein Bahn-Manager spricht von sechs Milliarden, eine Beratungsfirma von zehn" berichtet die Welt. Es gibt einen ärgerlichen Satz der in fast allen Zeitungen steht. Dieser Satz lautet: "Das Projekt wird teurer als erwartet".
Doch Stuttgart 21 wird nicht teurer als erwartet, es wird teurer als vor der Volksabstimmung versprochen. Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Auf eine makabere Art bestätigen sich jetzt auch nach und nach alle unsere Befürchtungen beim Stuttgarter Protzprojekt. Entgleisende Züge, mangelhafter Brandschutz, explodierende Kosten... Viele vorhergesagte Probleme werden erschreckend schnell traurige und teure Realität.

Juni 2013
Weite Landstriche in Deutschland und in den südöstlichen Nachbarländern stehen Anfang Juni 2013 unter Wasser. Schon jetzt hat das Hochwasser 2013 in einigen Gebieten das sogenannte Jahrhunderthochwasser von 2002 übertroffen. Passau erlebt die schlimmste Flut seit Jahrhunderten. Die kühle Witterung in der "Regenzeit" war das große Glück der Rheinanlieger, denn wenn gleichzeitig zum Regen auch der viele Schnee in den Alpen abgeschmolzen wäre, dann hätte es rheinabwärts eine Flut-Katastrophe gegeben. Für ca. einen Monat wird jetzt wieder auf die Argumente der Umweltschützer gehört, die seit Jahrzehnten eine Ursachenbekämpfung der Fluten anmahnen. Doch immer wenn das jeweils aktuelle Hochwasser abgelaufen ist und die Schäden beseitigt sind, ist zumeist alles wieder vergessen. Zumindest bis zum nächsten "Jahrhunderthochwasser" in 2, 5 oder 10 Jahren. Der Konflikt um die sinnvolle Dammtieferlegung am Leopoldskanal beim Naturschutzgebiet Taubergießen zeigt wie örtliche Interessen Hochwasserschutz und Naturschutz verhindern.

Juni 2013
Bei einem deutsch-französischen "Freundschaftsfest" paradieren in Breisach 1200 Soldaten bewaffnet an einer begeisterten Menschenmenge vorbei. Es gibt eine weit über tausendjährige traurige Waffenbegeisterung, egal ob in Demokratien und Diktaturen. Die deutsch-französische Freundschaft sollte mit Friedensfesten gefeiert werden und nicht mit Militärparaden. Das Zeitalter der Aufklärung liegt vor und nicht hinter uns.

28.November 2013
Der Landtag von Baden-Württemberg beschließt endlich das Gesetz zur Errichtung eines Nationalparks im Schwarzwald mit 71 zu 63 Stimmen. Die FDP und fast die gesamte CDU stimmen gegen Natur und Nationalpark. GRÜNE und SPD stimmen dafür. Der "umstrittene" Nationalpark Nordschwarzwald soll leider nur die Mindestfläche von ca. 10.000 Hektar (100 Quadratkilometer) umfassen. Der tägliche Flächenverbrauch in Deutschland liegt bei ca. 100 Hektar am Tag. Der Park hat also diejenige Fläche, die in Deutschland in hundert Tagen bebaut, zersiedelt, entwertet und zerstört wird. Auch der BUND am Südlichen Oberrhein hat mit Veranstaltungen, Plakaten, Aufklebern und Aktionen für den Nationalpark gekämpft. Dennoch ärgert uns unsere eigene Argumentation. Wir mussten stets in der zerstörerischen „Mehr-Haben-Logik“ argumentieren, also beispielsweise mit den vielen zusätzlichen Arbeitsplätzen im Tourismus, die ein neuer Nationalpark schaffen wird. Der „Wert der Natur an sich“ spielt in Zeiten der Gier in der öffentlichen und veröffentlichten Debatte überhaupt keine Rolle. Da gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen Nationalparkdebatten im Schwarzwald, in Afrika oder Amazonien.

2013
Im ganzen Jahr 2013 gab es eine Vielzahl von aggressiven, bundesweiten Medienkampagnen von Kohle- Atom und Chemiekonzernen, Klimawandelleugnern und Windkraftgegnern.
  • So war es möglich, den Veggieday, ein ökologisches Fürzlein aus einer Nische des GRÜNEN Wahlprogrammes zu einem bedrohlich-gigantischen Tornado aufzublasen und die Medienkampagne gegen einen vegetarischen Tag in Kantinen, als "Kampf für Freiheit" zu inszenieren.
  • EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON haben es geschafft die Energiewende schlecht zu reden und bei den Koalitionsverhandlungen der "GROKO" saß die Atom- und Kohlelobby erfolgreich mit am Verhandlungstisch.
  • Gut organisierte neoliberale Netzwerke um die "Achse der Guten" organisierten einen Shitstorm gegen das Umweltbundesamt und verglichen die Behörde mit dem Nazi-Propagandaministerium.
  • Es gab industriegelenkte Kampagnen gegen genkritische WissenschaftlerInnen, die an Bösartigkeit und Vernichtungswillen nicht mehr zu übertreffen waren.
  • Auch als der BUND-Bundesverband im Herbst 2013, mit einem durchaus harten Video, den Einsatz des Unkrautkillers Glyphosat scharf kritisierte, wurde von den Agro-Konzernen eine Medienkampagne organisiert.

In der Umweltbewegungen fehlt es an kritischer Analyse solcher Kampagnen und wer nicht analysiert, kann sich auch nicht wehren. Wenn sich die Umweltbewegung nicht wehrt, könnte uns das Jahr 2014 ein Freihandelsabkommen mit den USA Genfood, Hormonfleisch, Chlorhähnchen und demokratiebedrohende Konzernmacht bringen.

2014 -1914
Überall in Europa und auch am Oberrhein finden im Jahr 2014 hochoffizielle Erinnerungsfeiern zum Beginn des Ersten Weltkrieges statt. Häufig werden diese Friedensfeiern von bewaffneten Militärs „umrahmt“ und in manchen offiziellen Reden schwingt schon wieder Kriegsvorbereitung mit. Dass Erinnerungsfeiern an vergangene Kriege, die Friedensfeiern genannt werden, auch perverse Züge annehmen können, zeigt das Treffen von Bundespräsident Joachim Gauck und dem französischen Präsidenten Francois Hollande, am 3.8.14, auf dem Hartmannsweilerkopf in den Vogesen. Bei der „militärisch umrahmten“ deutsch-französischen Friedensfeier waren Pazifisten und Friedensfahnen unerwünscht. Das Zeigen einer Friedensfahne erregte den Unmut der Polizeikräfte derart, dass sie den Friedensleuten ohne Angaben von Gründen ein Platzverbot erteilten und sie zu ihrem Fahrzeug geleiteten. Die Medien nicht über diesen Vorfall.

November 2014
Elf Jahre nach dem Brand des "nicht brennbaren" Giftmülls in der Deponie Stocamine in Wittelsheim im Südelsass wurde 2014 begonnen den Müll in ein früheres Salzbergwerk in Thüringen zu bringen. Es ist gut und richtig den Giftmüll aus der maroden Stocamine zu bergen und die vom BUND immer kritisierte Billiglösung der Vergangenheit hommt heute für die französischen Steuerzahler sehr teuer. Doch in einem so großen Land wie Frankreich müsste es möglich sein, den Giftmüll im eignen Land sicher zu deponieren.


Herbst 2015
Auf dem Bundeswehr-Militärflugplatz Büchel in Rheinland-Pfalz begannen im Herbst 2015 die Vorbereitungen für die Stationierung neuer amerikanischer Atombomben. Wenn gegen den Willen des deutschen Bundestages, in einer Zeit massiver internationaler Spannungen, in Deutschland atomar aufgerüstet wird, dann stellt sich tatsächlich die Frage, ob Deutschland ein souveräner Staat ist.

2015
Auch 2015 wurde wieder einmal gesagtdie Griechen, Franzosen, Italiener und der Rest der Welt sollten so arbeiten und produzieren wie die Deutschen und die ökonomischen Probleme Europas und der Welt wären gelöst. Nicht einmal Deutschland ist in der Lage, "in guten Zeiten" (in denen der private Reichtum wächst) den staatlichen Schuldenberg abzutragen. Wenn alle Länder nach deutschem Vorbild Exportländer werden, brauchen wir tatsächlich Kolonien auf dem Mars, denn irgendwo müssen die Rohstoffe herkommen und die Produkte schließlich hin.

2015
Im Jahr der Weltklimakonferenz in Paris wurde im "Ökoland" Baden von der EnBW in Karlsruhe ein neues 912-Megawatt-Kohlekraftwerk in Betrieb genommen, der sechsspurige Autobahnausbau vorangetrieben, in wärmsten Winterwetter das Parkhaus am Feldberg eingeweiht und mit der Zalando-Ansiedlung in Lahr eine unglaubliche Anzahl von zukünftigen Transporten, zusätzlichem Verkehr und klima- und menschenschädlichen Abgasen vorprogrammiert. An die Menschen wurde appelliert, umwelt- und klimafreundlicher zu leben, während gleichzeitig von Politik und Wirtschaft in der "Ökoregion" dauerhaft umwelt- und klimafeindliche Strukturen geschaffen wurden. Das Jahr 2015 war in Baden ein Jahr der schönen Umweltrhetorik und des ökologischen Rückschritts in der Realpolitik.

2015
Un-Willkommenskultur für Wolf und Triel. Einzelne Exemplare von Luchs und Wildkatze werden in Baden-Württemberg extrem selten wieder gesehen und nach 150 Jahren jetzt auch der Wolf. An der A5 bei Lahr ist im Juni 2015 ein toter, leider überfahrener Wolf entdeckt worden.
Sofort nach dem bekannt geworden war, dass bei Lahr an der A5 ein Wolf überfahren worden sein könnte, meldete sich die Vorsitzende der Jungen Union (JU) in der Ortenau, Madline Gund, mit der Forderung zu Wort, dass man den Wolf zur Jagd freigeben müsse, wenn er denn tatsächlich wieder ansässig werden wolle.
Auch der Triel, der schöne Vogel mit den gelben Augen, kehrt nach 100 Jahren wieder zurück und wurde in Grißheim im Markgräflerland entdeckt. Doch die notwendige Erweiterung des Vogelschutzgebietes trifft auf massive Proteste und Widerstand der Landwirte.


2016
Ab dem Jahr 2016 wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte des weltweiten Wohlstands besitzen. "Die Kluft zwischen den Reichsten und dem Rest wird schnell tiefer", teilte die britische Organisation Oxfam im Januar 2014 mit. Demnach besaß das reichste Prozent in der Welt 2009 bereits 44 Prozent des Wohlstands. 2014 war der Anteil schon auf 48 Prozent gewachsen und 2016 wird das eine Prozent der Superreichen laut Oxfam mehr als 50 Prozent des weltweiten Wohlstands besitzen. In der Gruppe der Reichsten habe jeder Erwachsene ein Vermögen von 2,3 Millionen Euro.
Noch drastischer wird das Bild, wenn man sich die Spitze der Reichsten ansieht: Nach Oxfams Recherche besitzen die 85 reichsten Menschen der Erde genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen - das sind rund 3,5 Milliarden Menschen.


24.9.2017
Mit 12,6 % ist die AfD, die rechtsradikale Partei der wirtschaftsliberalen Egoisten, AKW-Befürworter und Klimawandelleugner in den Bundestag gewählt worden. Und das in einer Zeit, in der es Deutschland wirtschaftlich (noch) gut geht und in der die AfD noch keinen populären "Führer" hat. Wohin steuert unser Land, wenn die absehbaren Krisen eines dauerhaft nicht nachhaltigen, zutiefst zerstörerischen Wirtschaftssystems tatsächlich Realität werden? Die globale Zunahme von Nationalismen erhöht die Krisen und Kriegsgefahr.

2017

Ein kleiner Erfolg für Mensch und Natur. Die teilweise Elz-Renaturierung wird auf einem kleinem Teistück abgeschlossen.

2017 (auch davor und danach)
Im Hintergrund führen Atom- und Kohlelobbyisten und neoliberale Netzwerke einen massiven Krieg gegen die Energiewende, Tiefengeothermie und gegen Windräder.

2017 - 2018
2017 hat einen Rekord aufgestellt: Es war das wärmste Jahr seit Beginn der Industrialisierung. Auch am Oberrhein wird viel über Klimawandel diskutiert und in winzigen Nischen gibt es auch Fortschritte bei der Bekämpfung von CO2. Gleichzeitig wird der sechsspurige Ausbau der Autobahn A5 von CDU, FDP, SPD und anderen Lobbyisten massiv vorangetrieben. In Zeiten des Klimawandels werden Strukturen geschaffen, die dauerhaft mehr CO2, Feinstaub und Lärm bringen und den Oberrhein zum unwohnlichen Transitland machen. Und die Umweltbewegung hält am Earth-Day Händchen mit den PolitikerInnen die den Klimawandel voran treiben.

2018
Das Jahr ist geprägt von wachsender globaler Kriegsgefahr und einer perfekt organisierten Kampagne für mehr Aufrüstung in Deutschland.

27.4.2018
Am 27.4.2018 hat die EU eine der zentralen Ursachen des Insektensterbens, die Neonicotinoide, leider nur zum Teil verboten. Fortan sind also zumindest Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid auf Äckern untersagt. Der Teil-Erfolg des BUND und der Umweltbewegung gegen das Insektensterben hat auch mit der 10 Jahre zurückliegenden Bienenvergiftung am Oberrhein zu tun.

8.5.2018
Der unberechenbare US-Präsident Donald Trump hat am 8.5.18 den Austritt seines Landes aus dem Atomabkommen mit dem Iran erklärt. Sanktionen, Drohungen, wechselseitige Drohgebärden, weltweite Anschläge auf jüdische Einrichtungen, die amerikanischen Kriege für Öl, der türkische Angriff auf Kurdistan, die perverse "Unterscheidung" von guten und bösen Diktaturen, der neue Kalte Krieg und der immer wieder eskalierende Konflikt um den Gazastreifen und Palästina - immer schneller dreht sich im Nahen Osten die Eskalationsspirale, die schon lange kein Kalter Krieg mehr ist. Militärschläge gegen iranische Atomanlagen und militärische Ziele, ja sogar ein "großer" Krieg gegen den Iran scheint angesichts der wechselseitigen Drohgebärden unausweichlich.

Sommer 2018
Der Sommer 2018 war extrem heiß und trocken, ein "Jahrhundertsommer", wie wir ihn zwischenzeitlich aufgrund des Klimawandels in immer kürzeren Abständen erleben. Auch wenn die Hitze und ihre Auswirkungen in Deutschland nicht ganz an das Jahr 2003 heranreichten, so starben auch im Jahr 2018, aufgrund der Hitze, Menschen (nicht nur) in Alten- und Pflegeheimen. Noch zwei, drei solcher Hitzesommer und Trockenjahre und wir werden den Schwarzwald nicht wiedererkennen. Wer heute mit offenen Augen durch den Schwarzwald fährt und geht, erkennt massive, akute Waldschäden, die stark an die Schadbilder der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts erinnern.
Der Ausstieg aus den fossilen Energien und der Wechsel zu umweltfreundlichen Energiequellen könnten die Probleme zumindest ansatzweise lösen. Doch industriegelenkte und industrienahe Klimawandelleugner, Bürgerinitiativen gegen Windkraft und die Deutsche Wildtierstiftung bekämpfen mit vorgeschobenen Naturschutzargumenten überall in Deutschland die umweltfreundlichen, zukunftsfähigen Energien.

2019

Zwei Milliarden Menschen von den insgesamt 7,6 Milliarden, die auf der Welt leben, leiden Hunger, sind unterernährt oder müssen ohne gesicherten Zugang zu regelmässigem und nahrhaftem Essen auskommen. Nachdem Hunger ein Jahrzehnt lang ein schwindendes Menschheitsproblem zu sein schien, breitet sich seit 2015 diese Geissel wieder aus. In jenem Jahr galten 785 Millionen Menschen als ernsthaft an Hunger Leidende, 2018 waren es 830 Millionen. Auch die Grade von Unterernährung kennzeichnen wieder das Leben von mehr Menschen, elf Prozent der Weltbevölkerung waren es vergangenes Jahr.

2018, 2019...
Energiewendegegner, Klimawandelleugner, Windradgegner, Atom- & Kohlelobbyisten und industriegelenkte Ökooptimisten in Deutschland und am Oberrhein: Die Netzwerke

Die Netzwerke der Industrie-Lobbyisten sind weltweit gespannt und eine zentrale Rolle spielen die Gelder der amerikanischen Koch Brüder und anderer Öl- und Kohle-Milliardäre.. In den deutschen Netzwerken der Energiewendegegner, Klimawandelleugner, Windradgegner, Atom- & Kohlelobbyisten gibt es unterschiedliche Rollen und Aufgaben. Sie führen einen gut organisierten Krieg gegen die Energiewende und die erneuerbaren Energien gerade auch im Schwarzwald. Viele dieser Gruppen und Personen (nicht alle) stehen auch für einen rechtspopulistischen aggressiven Neoliberalismus für Steuersenkungen für Milliardäre und Konzerne.



2018
Der ständig expandierende Europapark Rust plant eine Seilbahn über das Naturschutzgebiet Taubergießen. Einer der genialsten Schachzüge der Werbeabteilung von Herrn Mack ist es, aus dem naturgefährdenden Projekt eine "Vision für Europa" zu machen. Dennoch lehnen die badisch-elsässischen Umweltverbände dieses Projekt einhellig ab. Im Jahr 2017 besuchten mehr als 5,6 Millionen Besucher den Park und nach der Erweiterung sollen es noch einmal 800.000 mehr werden. Doch schon jetzt sind die Parkplätze häufig übervoll und BesucherInnen müssen nach Hause geschickt werden. Den alten Forderungen des BUND nach einer besseren Anbindung des Parks an den ÖPNV und nach einem nicht ganz so flächenfressenden, mehrgeschossigen Parkhaus ist der Europapark leider nicht nachgekommen. Jetzt rächen sich die Fehler der Vergangenheit. Eine Seilbahn zu einem neuen, flächenfressenden, ebenerdigen Parkplatz im Elsass ist kein ökologischer Fortschritt.

2019
  • Fridays for Future
    Am 20. September 1974 besetzten badisch-elsässische Umweltaktive erfolgreich den Bauplatz eines geplanten, extrem umweltbelastenden Bleichemiewerks im elsässischen Marckolsheim. Auf den Tag genau 45 Jahre später demonstrierten weltweit Millionen Menschen (in Freiburg über 30.000!) mit "Fridays for Future" für mehr Klimaschutz. Nein, wir haben die Jugendbewegung Fridays for Future nicht "geschaffen oder organisiert". Die jungen Menschen organisieren sich erfreulich selber. Aber Umweltbewegung und BUND haben jahrzehntelang für Luftreinhaltung, Klimaschutz und zukunftsfähige Energien engagiert und massive Konflikte mit Klimawandelleugnern und mächtigen Energiewendegegnern ausgetragen. Unsere Öffentlichkeitsarbeit war der stete Tropfen, der den Stein höhlt. Und irgendwann wurde aus der Quantität der Information, die Qualität der Aktion.



    2019
    Am 20.12.2019 wird der Betrieb des maroden und gefährlichen AKW Mühleberg in der Schweiz endgültig eingestellt.
    Auch der letzte badische Atomreaktor, KKP 2 Philippsburg, wird für immer am 31.12.2019 abgeschaltet. In der Schweiz und in Nordbaden gibt es Abschaltfeiern.

    Doch Klimawandelleugner, rechtsliberale Netzwerke und die Atom- und Kohlelobbyisten in AfD, FDP und CDU (und die SVP in der Schweiz) sind auch 2019 aktiv und wollen Gefahrzeitverlängerung für AKW und irgendwann auch neue Atomkraftwerke. Darum bekämpfen AfD, FDP und Teile der CDU auch aktiv die Energiewende und insbesondere die Windenergie.

    Axel Mayer
    Für Ergänzungen und Berichtigungen sind wir dankbar.




    2020: Unser Zeitalter des Raubbaus und der Barbarei
    Die Menschen der Umweltbewegung am Oberrhein (Südbaden, Elsass, Nordschweiz) haben viel erreicht. Luft und Wasser sind tatsächlich sauberer geworden. Das bedeutet aber nicht mehr und nicht weniger, als dass die weltweiten Zerstörungsprozesse hier in unserer Region ein wenig langsamer ablaufen als anderswo. "In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat." Quelle: Zukunftsfähiges Deutschland 2008. Gleichzeitig erzeugen wir Atommüll der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss. Immer noch gehören auch wir am Oberrhein zu den, zumeist unzufrieden gehaltenen, 20% der Menschheit, die 80% der Energie und Rohstoffe verschwendet und die damit für den Großteil der weltweiten Umweltverschmutzung verantwortlich sind. Und die restlichen 80% der Welt (insbesondere China und Indien) sind gerade dabei unser zerstörerisches Modell einer Raubbauwirtschaft nachzuahmen. Zur Umweltzerstörung kommt im Zeitalter der Globalisierung ein zunehmend ungehemmter Konsumismus, eine Gefährdung der Demokratie, Ungerechtigkeit und Sozialabbau und eine verstärkte Innenweltverschmutzung. Hundertfünfzig Jahre Industrialisierung haben dazu geführt, dass die in vielen Millionen Jahren geschaffenen Energievorräte und die Rohstoffreserven der Welt zu Neige gehen und gleichzeitig haben wir u.a. mit Atommüll Gifte produziert, die über eine Million Jahre sicher gelagert werden müssen. Das menschengemachte Artensterben und der Klimawandel nehmen zu und eine Milliarde Menschen hungert. Die nachfolgenden Generationen werden unser Zeitalter eine Zeit des Raubbaus und der Barbarei nennen. Die Zukunftsaufgabe auch der regionalen Umweltbewegung wird es sein, aufzuzeigen, dass unbegrenztes Wachstum begrenzte Systeme zerstört. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten.
    Axel Mayer











    Mitwelt-Warnungen 2019 & Hinweise zu diesen Seiten...


    • 1) Diese Mitwelt-Internetseiten sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleine Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
    • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
    • 3) Im Zweifel ist die-Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

    Axel Mayer

    Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)



    Weihnachten 2019: Kein Grund unnötigen, kurzlebigen, dummen Scheiß zu kaufen


    Wenn die Zyklen des Produzierens, Kaufens, Nutzens und Wegwerfens immer kürzer werden, dann brauchen wir uns über die absehbare Endlichkeit der Energie- und Rohstoffreserven und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit nicht zu wundern.
    Gute, schöne, sinnvolle, reparaturfähige Produkte,
    die umwelt- und menschenfreundlich produziert wurden, möglichst lange nutzen... Nur so können wir die Energie- und Rohstoffwende durchsetzen und die globalen Zerstörungsprozesse stoppen.

    Axel Mayer


    Unbedingt hörenswert im DLF:


    Klima, Kommentare und kleinere Katastrophen: Die Sommer sind heiß, die Gletscher schmelzen schneller als gedacht, eine weltweite Jugendbewegung treibt die Politiker vor sich her. In seinem dreiteiligen essayistischen Jahresrückblick im Deutschlandfunk stellt Mathias Greffrath fest, dass alles ungut mit allem zusammenhängt.
    Hier hören







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    Dieser Artikel wurde 17475 mal gelesen und am 8.12.2019 zuletzt geändert.