Weltraumtourismus Umwelt, Klima & Kritik: Elitäres klimazerstörendes Milliardärshobby


Veröffentlicht am 03.10.2021 in der Kategorie Wachstumskritik von Axel Mayer

Weltraumtourismus Umwelt, Klima & Kritik: Elitäres klimazerstörendes Milliardärshobby

Wir schreiben das Jahr 2021:


  • Die Erde erwärmt sich, weltweit brennen Wälder, der Klimawandel tötet Menschen und rottet Arten aus und das Eis der Pole beginnt zu schmelzen. Die Menschheit redet vom Klimawandel und fürchtet ihn.
  • Erneut frönen Milliardäre ihrem exotischen Hobby und starten zum elitären, umweltzerstörenden. klimafeindlichen Weltraumtourismus. Nach den Unternehmen Virgin Galactic von Richard Branson und Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos sind im September 2021 erstmals vier Touristen mit einer Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk für mehrere Tage ins All gestartet. Mit an Board der "Dragon"-Raumschiff waren zumindest beim Jungfernflug aus Propaganda- und Greenwash-Gründen auch drei Nichtmilliardäre.
  • Der Großteil der weltweiten Berichterstattung ist unkritisch und milliardärsanbetend.
  • Du sollst umwelt- und klimafreundlich leben, während Milliardäre "just for fun" die Umwelt zerstören.
  • Weltraumtourismus ist ein Umweltverbrechen!


In Zeiten des Klimawandels, Artensterbens und der absehbaren Endlichkeit der Rohstoffe
ist elitärer, umweltzerstörender Milliardärs-Weltraumtourismus pervers, passt allerdings gut ins zerstörerische Zeitalter des Anthropozän! Weltraumtourismus zerstört die Umwelt und das Klima. Weltraumtourismus ist das zukünftige (endlich mal ungestörte) Hobby für Milliardäre und Multimillionäre. Für die exklusive Zielgruppe der Weltraumtouristen passend, sollen zukünftig auch wieder extrem laute und extrem Kerosin-fressende Überschallflugzeuge gebaut werden.

In Zeiten der Klimakatastrophe, globaler Umweltzerstörung und wachsender weltweiter Gefährdungen und sozialer Ungleichheit haben Themen wie "Tourismus im All" auch etwas geschickt Ablenkendes. Je schneller die wirtschaftliche, finanzielle, ökologische und soziale Krise wächst, desto schneller dreht sich auch die große, perfekte Illusionsmaschine... Weltraumtourismus ist die pervertierte Spitze des weltzerstörenden Traums vom "American Way of Life". Die Werbeabteilungen von Branson, Musk und Bezos versuchen per Greenwash die
Umweltzerstörer zu Umweltschützern zu machen und auch auf Wikipedia ist die dieser Betrug zu sehen.



Wer einmal den Start einer Rakete beobachtet hat
der kann sich den unglaublichen Energieverbrauch und die Umweltfolgen des Milliardärs-Tourismus vorstellen. Der direkte CO2-Ausstoß einer kerosinbetriebenen Rakete liegt bei 200 bis 300 Tonnen Kohlendioxid und da ist die Infrastruktur für den Weltraumbahnhof und der Bau der Rakete noch nicht einberechnet. Die größte Klimaauswirkung geht nicht vom CO₂, sondern vom Ruß aus, der von den Triebwerken als Nebenprodukt ausgestoßen wird. Der von Raketen ausgestoßene Ruß sammelt sich in der oberen Stratosphäre. Dadurch erhitzt sich diese und verändert die chemischen Reaktionen, was wiederum zu einem Ozonabbau führt.

Die häufig sehr unkritische Berichterstattung
über den Weltraumtourismus und das Steuervermeider-Wettrennen ist zumeist eine Mischung aus Technikbesoffenheit, Heldenverehrung, Milliardärsanbetung und rückwärtsgewandtem Fortschrittsglauben. Es ist erstaunlich und erschreckend, wie einseitig und unkritisch Wikipedia und die Mehrzahl der Medien den privaten Weltraumflug bejubeln und gleichzeitig den Klimawandel beklagen. Das Internet ist voll mit einseitigen, unkritischen Jubelberichten zum Tourismus im All. Es ist ein gezielt ablenkender Traum: "Irgendwann mit Raumschiffen die zerstörte Welt hinter uns lassen und neuen, unverbrauchten Planeten und neuen Mythen entgegenfliegen..." Wenn Milliardäre es schaffen ihre umweltzerstörenden Aktivitäten zu Menschheitsträumen zu machen, dann haben sie gewonnen.

Die Umweltbewegung, die gerade den nächsten großen Klimastreik vorbereitet,
muss endlich auch gegen diese extremen Formen der Umweltzerstörung angehen. Der individuelle Ansatz "Du musst dein Leben ändern" nützt wenig, wenn zum persönlichen Ansatz nicht massive Veränderungen der Politik und der Strukturen kommen. Klimaschutz darf nicht isoliert von den Problemen der globalen Raubbauwirtschaft diskutiert werden. Es muss darum gehen die Strukturen anzugehen, die Klimaschutz verhindern. (Weltraumtourismus, spritfressende Überschallflugzeuge, neue Straßen, viel zu billige Flugpreise...). Echte Nachhaltigkeit gibt es nur mit mehr sozialer Gerechtigkeit. Die Umweltbewegung sollte politischer werden und noch stärker global agieren, um echte Nachhaltigkeit zu erreichen. Weltraumtourismus, Überschallflugzeuge, Klimawandel, Artenausrottung und wachsende soziale Ungleichheit sind "nur" Symptome einer Krankheit die "Globale Gier und unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde" heißt.

Axel Mayer, Mitwelt am Oberrhein
Der Autor ist seit 1974 in der Umweltbewegung aktiv und war 30 Jahre lang BUND-Geschäftsführer




Nachtrag:



Der Weltraumtourist und Multimillardär Branson hat keine Einkommensteuer mehr gezahlt, seit er vor 14 Jahren auf die steuerbefreiten Britischen Jungferninseln gezogen ist. Dort, am Rande der Karibik, lebt er auf seiner Privatinsel Neckar Island. Auch die Dividenden, die Branson von den Unternehmen seiner Virgin Group überwiesen bekommt, muss er nicht versteuern. Er ist ein zutiefst unsozialer Mensch.

Es gibt sie, die gute sinnvolle Technik die Mensch und Umwelt nützt. Der medizinische Fortschritt hat die Pocken ausgerottet. In wenigen Jahrzehnten hat es im Bereich Windendergie, Tiefengeothermie und Photovoltaik ungeheure Fortschritte gegeben, so dass die zukunftsfähigen Energien nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch kostengünstiger als die atomar-fossilen Energiequellen sind. Wir hätten das Wissen und die Technik um mit einem wesentlich verringerten Input von Energie, Rohstoffen und Arbeitszeit, allen Menschen der Welt ein gutes Leben zu ermöglichen. Es ist unsere Aufgabe Fortschritt und Zukunft menschengerecht zu gestalten. Dennoch gilt auch heute noch der Satz von Mahatma Ghandi: "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."


Kritische Internet Beiträge zum Thema Weltraumtourismus (Pro und Contra) sind eine Seltenheit und der Wikipedia-Beitrag zum Thema Weltraumtourismus ist bisher (Stand 17.7.21) erschreckend parteiisch, einseitig und ein reiner Jubelbeitrag. Die Wikipedia-Seiten zum Weltraumtourismus, abe auch die Wiki-Seiten zu den Steuervermeidern Branson, Musk und Bezos ist fest in Händen einer gut organisierten Lobbygruppe. Milliardäre haben gute PR-Berater.



Hier tragen wir die wenigen, kritischen Beiträge zum Thema Weltraumtourismus zusammen


Weltraumtourismus & Kritik: Umwelt, Klima & Kosten - Elitärer, umweltzerstörender Milliardärs - Weltraumtourismus






Weltraumtourismus Umwelt & Kritik: Elitärer, umweltzerstörender Millionärs - Weltraumtourismus



Nachtrag zum 50igsten Jahrestag der Mondlandung:
"...Um 3.51 Uhr deutscher Zeit, in den USA ist noch der Abend des 20. Juli, fliegt ein Müllsack auf den Mond. Darin Lebensmittelverpackungen, Urinbeutel und anderer Unrat. Was für ein Zeichen: Die Menschheit landet auf dem Mond. Doch noch bevor Menschen ihre ersten Fußabdrücke im Staub hinterlassen, ist der Müll schon da. Kurz darauf klettert Neil Armstrong etwas unbeholfen die Leitersprossen der Mondfähre hinunter..."
Quelle: Deutschlandfunk






Weltraumtouristen sind Umweltzerstörer / Weltraumtourismus gegen Umwelt & Klima









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  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern & Verschwörungstheoretikern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer,Mitwelt am Oberrhein

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)

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