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Wunderwaffen damals und heute: Klimawandel, Atomkraft, Lügen & heutiger Krieg gegen die Natur


Wunderwaffen damals und heute: Klimawandel, Atomkraft, Lügen & heutiger Krieg gegen die Natur


Als der bisher letzte Weltkrieg
schon längst verloren war, setzte die Propaganda in Deutschland mit Durchhalteparolen auf die "neuen Wunderwaffen", mit denen der aussichtslose Krieg doch noch gewonnen werden sollte und viele Menschen in Deutschland hofften bis zuletzt auf den vermeintlichen "Endsieg".

Auch im heutigen globalen Krieg gegen die Natur (Artensterben, Klimawandel, Atommüllproduktion, Ressourcenverschwendung, Atom- und andere Massenvernichtungswaffen....) setzen die politisch Verantwortlichen für die große globale Zerstörung auf den alten neuen Mythos der Wunderwaffen, allerdings unter neuen Bezeichnungen.

Klimawandel, Artensterben, Endlichkeit der Ressourcen? Einfach weitermachen wie bisher!


Der menschengemachte Klimawandel soll mit Thorium Reaktoren und Geoengineering bekämpft werden und aussterbende Arten werden mit Gentechnik wieder erschaffen. Das Verkehrsproblem wird mit Lufttaxis angegangen. Der fehlerhafte, menschliche Mensch wird mit Technik nach den Ideen des Transhumanismus überwunden und durch den neuen, perfekten Übermenschen ersetzt. Irgendwann werden wir mit Raumschiffen die zerstörte Welt hinter uns lassen und neuen, unverbrauchten Planeten und neuen Mythen entgegen fliegen...

Der Glaube an die vermeintlichen Wunderwaffen hat die Opferzahlen und das Leid in den letzten Kriegsjahren des bisher letzten Weltkrieges massiv vergrößert. Die von Konzernen, FDP, CDU, CSU & Werteunion, Lobbyisten, neoliberalen Netzwerken, Transhumanisten, von industriegelenkten Bürgerinitiativen, Ökooptimisten und der Nuclear Pride Coalition angepriesenen Wunderwaffen im aktuellen Krieg gegen die Natur werden die bestehenden Probleme und das Leid vergrößern.

Es geht nicht um Technikfeindlichkeit. Gerade die Umweltbewegung hat in vielen Kämpfen den letzten Jahrzehnten den technischen Fortschritt immer wieder menschengerecht optimiert. Es geht um einen nicht hinterfragten, industriegelenkten Fortschrittsglauben und an die globale Wachstumsreligion vom unbegrenztem Wachstum im begrenzten System Erde.

Der umweltfreundliche Teil der uns zur Verfügung stehenden modernen Technik, klug und menschenfreundlich angewandt, könnte menschengerechten Fortschritt ermöglichen. Warum sollen wir z. Bsp. auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen haben aus denen sich keine Atombomben bauen lassen? Häufig bekämpfen die gut organisierten Verfechter des "weiter so" aggressiv die umweltfreundlichen, zukunftsfähigen Alternativen.

Eine positive Wende für Mensch, Natur und Umwelt wäre eine menschen- und umweltfreundliche, nachhaltige und gerechte Umgestaltung der Welt, Energiegewinnung aus alternativen Energiequellen, ein Ende des zerstörerischen Wachstumspfades und der Massenvernichtungswaffen, mehr globale Gerechtigkeit, eine Beendigung der Kriege und das gute Leben mit einem massiv verringerten Input an Energie und Rohstoffen. Das mit den neuen Wunderwaffen angestrebte -weiter so- ist zutiefst zerstörerisch.
"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier" sagte schon der weitsichtige Mahatma Gandhi.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer




Vom harmlosen Asbest, der unsinkbaren Titanic, von sicheren AKW, unsinkbaren Bohrinseln und DDT




  • Asbest ist sicher und ungefährlich
    Eine der schrecklichsten Niederlagen der Umweltbewegung ist die Asbest-Geschichte. Schon um das Jahr 1900 wurde die Asbestose als Krankheit entdeckt und 1943 wurde Lungenkrebs als Folge von Asbestbelastungen als Berufskrankheit anerkannt. Doch erst 1995 wurde in Deutschland die Herstellung und Verwendung von Asbest generell verboten und erst seit dem Jahr 2005 gibt es ein EU-weites Verbot. Auch heute noch gibt es in Deutschland mehr Todesfälle durch Asbest-Belastungen als tödliche Arbeitsunfälle.

  • DDT ist ein tolles, ungefährliches Insektizid
    Der lang zurückliegende Kampf der Umweltbewegung gegen das Ultragift DDT hat sich für Vogel und Mensch gelohnt. Insbesondere vogel- und fischfressende Greifvögel, wie Wanderfalke, Seeadler oder Sperber waren massiv bedroht. Katastrophale Bestandseinbrüche und ein DDT-bedingter erheblicher Rückgang der Eischalendicke nach 1950 wurden in weiten Teilen der nördlichen Hemisphäre verzeichnet. In Europa starb der Wanderfalke in Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und der DDR bis Ende der 1970er-Jahre aus. Das Verbot von DDT und die damit verbundene Bestandszunahme dieser Greifvögel ist ein großer Erfolg der Umweltbewegung.

  • 1912: Die Titanic ist absolut unsinkbar
    Die RMS Titanic galt als unsinkbares Passagierschiff der britischen Reederei White Star Line. Auf ihrer Jungfernfahrt kollidierte die Titanic am 14. April 1912 mit einem Eisberg und sank zwei Stunden und 40 Minuten nach dem Zusammenstoß im Nordatlantik.

    1961: Contergan ist ein ungefährliches Medikament
    Der Contergan-Skandal (aufgedeckt 1961-1962) war der bisher größte Arzneimittelskandal in Deutschland. Durch die schädlichen Nebenwirkungen des Beruhigungsmedikaments Contergan war es zu Schädigungen von bis zu 10 000 Ungeborenen gekommen. Obwohl der Stolberger Herstellerfirma bereits frühzeitig Warnungen über beobachtete Fehlbildungen an Neugeborenen vorlagen, wurde Contergan weiterhin vertrieben.

  • 2010:Auch die Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" galt als unsinkbar
    Die Ölförderplattform "Deepwater Horizon" des Ölkonzerns BP versank nach einer Explosion im Golf von Mexiko in den Fluten und löste eine Umweltkatastrophe aus. Die 121 Meter lange und 78 Meter breite Förderplattform des Schweizer Unternehmens Transocean galt als unsinkbar und versank am 21.4.2010

  • bis 2010: Das Atommülllager Asse ist dauerhaft trocken und sicher
    „Um ganz sicher zu gehen, wurden zur Endlagerung auch nur solche Salzgebirge in Betracht gezogen, von denen man weiß, dass über die sie mit der Erdoberfläche verbindenden Schächte keinerlei Wassereinbruch zu befürchten ist.“ stand in den Broschüren der Betreiber. Wegen Wassereinbruch wird seit dem Jahr 2010 diskutiert, den eingelagerten Atommüll wieder auszulagern.

  • 2002: Der nichtbrennbare Giftmüll
    in der "modernsten, sichersten" Giftmülldeponie Frankreichs Stocamine im Elsass entzündet sich am 10. September 2002. Dort wurden 45.000 Tonnen "nicht brennbare" Industrieabfälle „sicher“ endgelagert, darunter Zyanid, Asbest, Arsen, sowie chrom- und quecksilberhaltige Substanzen. Das Feuer konnte erst zweieinhalb Monate später gelöscht werden.

  • 1973: Alle Atomkraftwerke sind sicher
    "Der Technische Überwachungsverein hat einmal ausgerechnet, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit für den sogenannten „Größten anzunehmenden Unfall“ (GAU), das heißt eines hypothetischen Unfallablaufes, für den jede Kernkraftanlage ausgelegt ist, 1:100 000 pro Jahr beträgt. Mit anderen Worten: Hätte der bekannte König Cheops aus der 4. altägyptischen Dynastie statt der von ihm errichteten Pyramide 20 große Kernkraftwerke gebaut und diese wären bis heute in Betrieb gewesen, dann müsste man damit rechnen, dass sich seither einmal ein solcher Unfall hätte ereignen können. Die Auswirkungen dieses Unfalls wären überdies so gewesen, dass jedermann am Kraftwerkszaun tagaus tagein hätte zuschauen können, ohne dabei mehr als die zulässige Strahlendosis zu empfangen. Nimmt man an, dass sämtliche Sicherheitseinrichtungen des Kernkraftwerkes nicht funktioniert hätten, dann wäre dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1 Mrd. pro Jahr passiert. Das bedeutet, dass die Vormenschenaffen im Alt-Tertiär vor 50 Millionen Jahren besagte 20 Kernkraftwerke hätten bauen und seither betreiben müssen, dann hätte man einen solchen Unfall vielleicht einmal registrieren können."
    Zitat: Broschüre der Hamburgischen Electricitäts-Werke und der Nordwestdeutschen Kraftwerke AG, Hamburg 1973

  • 1986 - 2011: Die Atomkraftwerke in Tschernobyl und Fukushima galten als sicher
    Vor dem Reaktorunfall am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl, nahe der Stadt Prypjat, Ukraine, galt der sowjetische Reaktortyp auch nach Ansicht westlicher Experten als sehr sicher.

  • Es gibt keinen menschengemachten Klimawandel
    erklären seit Jahrzehnten lautstark industriegelenkte WissenschaftlerInnen und rechte, neoliberale Netzwerke und verhindern erfolgreich viel zu lange und ungestraft die notwendigen Maßnahmen zum Klimaschutz.


Diese Auflistung von Lügen und Propaganda, von falschen wissenschaftlichen Prognosen und entsetzlichen Fehlern soll Fortschritt nicht verhindern. Sie zeigt aber die Notwendigkeit Fortschritt stets und ständig kritisch zu hinterfragen und menschengerecht zu lenken.



Es gibt den Forschungszweig der Akzeptanzforschung
und eine weltumspannende Manipulations- und Greenwashindustrie deren Aufgabe es ist umweltgefährdende Projekte „grünzuwaschen“, Akzeptanz zu schaffen und durchzusetzen.

Nach dem Reaktorunfall, der Chemiekatastrophe oder der Ölpest,
nach Contergan, DDT und Asbest..., kümmert sich dann ein anderer Zweig der gleichen Greenwashindustrie im Rahmen von „Krisenkommunikation“ darum, aus der Katastrophe ein „Ereignis“ zu machen, das Problem herunter zu spielen, Schadensersatzansprüche zu minimieren und alle Hinwiese auf den vorher geschaffenen Mythos zu "löschen". Nicht die Umweltkatastrophe, der Klimawandel, der Reaktorunfall oder der Ölunfall sind das Problem für Umweltzerstörer und Konzerne sondern nur eine möglicherweise folgende "schlechte Krisenkommunikation".

Axel Mayer
Mehr Infos: hier







Übersicht 2019: Wachstum, Wachstumskritik, Grenzen des Wachstums, Wirtschaftswachstum, Krise und Ursachen der Krise auf Mitwelt.org

Weltweit steigender Ressourcenverbrauch treibt Klimawandel und Artenverlust
Seit 1970 hat sich der Abbau von Rohstoffen mehr als verdreifacht. Geht es so weiter, wird sich der Ressourcenverbrauch bis 2060 auf 190 Milliarden Tonnen pro Jahr verdoppelt haben – und damit werden die Treibhausgasemissionen um 43 Prozent steigen. Denn Abbau und Verarbeitung von Materialien, Brennstoffen und Nahrungsmitteln verursachen die Hälfte der globalen Treibhausgasemissionen und über 90 Prozent des Verlusts an biologischer Vielfalt und Belastung der Gewässer. Mit seinem neuen Prognosebericht fordert die UN politische Maßnahmen zu einer rohstoffschonenden, ressourceneffizienten, zirkulären Wirtschaft. Quelle: .factory-magazin


Wachstumsreligion & China aktuell 2019


China wächst „nur noch“ mit 6,5%, dem geringstem Wirtschaftswachstum seit 1990 und alle Anhänger der globalen Wachstumsreligion jammern. Doch ein Bruttosozialprodukt das „nur“ mit 6,5% wuchert, verdoppelt sich nach 11 Jahren. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und führt zwangsläufig zur Selbstzerstörung.





Dieses Motiv gibt´s als Banner / Transparente, für Balkon & Demo für nur 10 Euro hier im BUND-Internet-Laden.

Wachstum, Fortschritt & Kritik











Mitwelt-Warnungen 2019 & Hinweise zu diesen Seiten...


  • 1) Diese Mitwelt-Internetseiten sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleine Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel ist die-Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)



Weihnachten 2019: Kein Grund unnötigen, kurzlebigen, dummen Scheiß zu kaufen


Wenn die Zyklen des Produzierens, Kaufens, Nutzens und Wegwerfens immer kürzer werden, dann brauchen wir uns über die absehbare Endlichkeit der Energie- und Rohstoffreserven und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit nicht zu wundern.
Gute, schöne, sinnvolle, reparaturfähige Produkte,
die umwelt- und menschenfreundlich produziert wurden, möglichst lange nutzen... Nur so können wir die Energie- und Rohstoffwende durchsetzen und die globalen Zerstörungsprozesse stoppen.

Axel Mayer


Unbedingt hörenswert im DLF:


Klima, Kommentare und kleinere Katastrophen: Die Sommer sind heiß, die Gletscher schmelzen schneller als gedacht, eine weltweite Jugendbewegung treibt die Politiker vor sich her. In seinem dreiteiligen essayistischen Jahresrückblick im Deutschlandfunk stellt Mathias Greffrath fest, dass alles ungut mit allem zusammenhängt.
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Dieser Artikel wurde 720 mal gelesen und am 8.12.2019 zuletzt geändert.