Herrenknecht: Windenergie & Windräder - Lobbyist für Atomkraft, E-Power Pipe-Verfahren & andere wirtschaftliche Interessen?


Veröffentlicht am 25.08.2020

Herrenknecht - Windenergie - Windräder: Atomkraft & andere Interessen


Die beeindruckenden Tunnelbohrmaschinen der Firma Herrenknecht fressen sich durch die Gebirge der Welt und der Unternehmer ist einer der wenigen Menschen, auf dessen Schreibtisch ein Globus aus Schweizer Käse stehen könnte. Er spricht gerne eine "drohend-deutliche" Sprache und zeigt der Politik wer "Herr" und wer "Knecht" ist. Sollte Grün-Rot Stuttgart 21 scheitern lassen, so wetterte Herrenknecht öffentlich, werde er den Sitz seines Unternehmens aus Schwanau nach Bayern oder ins Ausland verlagern. Der Ortenauer Tunnelbohrer und Parteispender Herrenknecht, der auch am Bau von neuen Atomkraftwerken und Stuttgart 21 Geld verdient, bekämpft in Zeiten des Klimawandels allerdings auch Windräder & Windenergie im Schwarzwald. Gegen regionale Windräder Windräder schaltet er teure Großanzeigen in regionalen Medien, für Stromleitungen aus Norddeutschland würde er aber gerne im E-Power Pipe-Verfahren die teuren Kabelschächte bohren. Auch direkt beim Bau von Windrädern im Meer würde er mit dem Offshore Foundation Drilling Verfahren gerne verdienen. Windräder an Land sind so eine Konkurrenz für Herrenknecht die verhindert werden muss. Herr Herrenknecht ist nur dort für Windenergie, wo sie ihm finanziell nützt. Dieser Gutsherren-Egoismus schadet Klima, Umwelt und Zukunft.

Fake-News?


In seinen teuren, halbseitigen Anzeigen (nicht nur) in der Badischen Zeitung vom 22.8.2020 behauptet Tunnelbohrer Herrenknecht, im Schwarzwald würden Windräder aus Windmangel "gerade mal 900 Stunden laufen".

Der Energieerzeuger Badenova bestätigt auf Anfrage der Badischen Zeitung:
„Der Windpark Kambacher Eck ist 2019 auf 2600 Volllaststunden gekommen, 2018 waren es 2200.“

Andreas Markowsky von der Ökostromgruppe Freiburg sagt:
"Zur Wirtschaftlichkeit verbreitet Herr Herrenknecht Fake News. Zum einen sind seine Angaben zu den Volllaststunden Nonsens. Auf mittleren Standorten, wie dem 500 m hohen Kambacher Eck zwischen Schuttertal und Steinach, kommen moderne WEAs auf 2.500 Volllaststunden. An sehr guten Standorten, wie der Hornisgrinde, auf über 3.000. Zum andern ist die verbrauchsnahe Erzeugung wesentlich günstiger. In der Addition von Erzeugungs- und Transportkosten ist kein Offshore-Standort gegenüber einem Schwarzwaldstandort wettbewerbsfähig. Der Unterschied beträgt mindestens 2c/kWh zugunsten des Schwarzwalds." Zitatende

Herrenknecht schreibt in seiner Anzeige:
"Unser Schwarzwald ist ein kostbares Original. Er ist Schutzraum für eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Der Schwarzwald ist eine gewachsene Kulturlandschaft. Über Generationen hinweg steht er für gelebte Nachhaltigkeit. Der Schwarzwald ist unsere geliebte Heimat, ein Sehnsuchtsort für wahre Naturliebhaber".
Er schreibt nicht, dass in diesem "kostbaren Original" gerade der menschengemachte Klimawandel wütet, die Quellen austrocknen und der Wald flächenhaft stirbt. Er schreibt nicht, dass Nichts die regionale und globale "einzigartige Tier- und Pflanzenwelt" mehr bedroht, als der Klimawandel.

Niemand muss Solaranlagen und Windräder mögen. Windräder haben im Gegensatz zu Radioaktivität und CO2 die unangenehme Eigenschaft, unseren Energiehunger an vielen Stellen sichtbar zu machen. Sie sind für manche Menschen so unangenehm und für uns alle gleichzeitig so wichtig wie früher einmal die Pockenschutzimpfung. Gegen Klimawandel, Meeresanstieg, Extremwetter, Waldsterben und Artenausrottung hilft nur eine nachhaltige Energiewende mit Energiesparen, Sonne, Geothermie und eben auch die Nutzung der Windenergie und zwar Offshore und Onshore. Doch altes Denken und private Gewinninteressen stehen viel zu häufig der Zukunft im Weg.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Mehr Infos: Wind & Windenergie: Zur Debatte um Windräder, Landschaft, Landschaftsschutz



Über die möglichen ökonomischen Interessen von Herrn Herrenknecht steht nichts in den Anzeigen.


Doch es gibt es einige, zumeist kleine Medien, die berichten. Wir zitieren:



Warum lesen wir so wenig darüber, dass Windradgegner Herrenknecht am Bau des AKW in Hinkley Point (GB) verdient?


"In a first for the UK and made at Balfour Beatty’s innovative manufacturing facility in Avonmouth, pre-fabricated nuclear-grade concrete segments will be constructed to ensure that each of the three Herrenknecht TBMs being used to bore the tunnels is able to deliver significant efficiency savings whilst excavating over 11 tonnes of rock per minute."

Google Übersetzung:
"In einer Premiere für Großbritannien, die in der innovativen Produktionsstätte von Balfour Beatty in Avonmouth hergestellt wird, werden vorgefertigte Betonsegmente in Nuklearqualität gebaut, um sicherzustellen, dass jede der drei Herrenknecht-TBMs, mit denen die Tunnel gebohrt werden, erhebliche Effizienzeinsparungen erzielen kann beim Ausheben von über 11 Tonnen Gestein pro Minute."
Quelle: tunnellingjournal.com


"Bemerkenswerter Weise ist weder beim Projektierer, EdF energy, ein Hinweis auf Herrenknecht zu finden, noch weist der Bohr-Gigant bei seinen Referenz-Projekten auf seinen Auftraggeber in Hinkley Point hin. Auf telefonische Nachfrage beim Tunnelbohr-Weltmarktführer aus dem badischen Schwanau hieß es zunächst auch nur: „Das macht ein Contractor.“ Erst nachdem klargestellt werden konnte, dass es sich um identische Maschinen handelt, sowohl auf der website des Atom-Projektierers, als auch im Werbefilm auf Herrenknechts youtube-Kanal, folgte die Bestätigung, dass es sich in beiden Fällen um eine EPB –Vortriebsmaschine (earth pressure balananced shield) handelt, die Herrenknecht „in weichen, bindigen Böden“ einsetzt."
Quelle: "Der Freitag"

Warum lesen wir so wenig darüber, warum der Schwarzwald-Windradgegner Herrenknecht, am Transport von Windstrom aus dem Norden viel Geld verdienen möchte?


"Martin Herrenknecht denkt in größeren Dimensionen. "Wir verballern 30 Milliarden heute für Solar und Wind, ohne ein richtiges Konzept geplant zu haben", behauptet der Firmenpatriarch in einem Video. Das sei "absoluter Blödsinn", sagt er, und verkündet, was er für richtig hält: "Kabel von Norden in den Süden, nach Bayern, Baden-Württemberg und konsequent in die Schweiz." Tausende Kilometer Hochspannungsleitungen sind demnach sinnvoller als den Schwarzwald "zuzupflastern". Die Energiewende sei richtig und notwendig – aber nur, wenn sie "vernünftig, und nicht idiotisch" umgesetzt werde. Der Strom kommt aus dem Rohr von Herrenknecht
Was der Tunnelbohrer den Zuschauern verschweigt: Am Bau des milliardenteuren Stromnetzes könnte die Herrenknecht AG kräftig mitverdienen. Im Frühjahr 2017 präsentierte die Firma die weltweit erste Vortriebsmaschine, die Kabelschutzrohre für die sogenannten HGÜ-Überlandstromleitungen grabenlos verlegt (HGÜ steht für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung). Das Bundeswirtschaftsministerium förderte die Entwicklung der "E-Power Pipe" mit 3,6 Millionen Euro. Bis zu dieser Innovation waren unterirdische Stromautobahnen nur in offener Bauweise mit Baggern zu bauen, die dazu bis zu 50 Meter breite Schneisen in Felder und Wälder schlagen." Zitatende
Quelle: KONTEXT: Wochenzeitung

Analyse einer Herrenknecht-Anzeigen Kampagne in der Ortenau
"Den Teufel geritten hat schließlich Marin Herrenknecht, Unternehmer aus Schwanau - Allmannsweier, der sich im Rahmen einer Anzeigenserie in verschiedenen Tageszeitungen gegendie Nutzung der Windkraft im Schwarzwald richtet. Zur fehlenden Sachkenntnis und zuFalschaussagen kommt nämlich noch ein Ton, der völlig danebenliegt. Die Wirkung ist frei-ich beachtlich und setzt nun die Behörden unter Druck. (...) Auch Herr Herrenknecht wiederholt falsche Aussagen zu vermeintlich nicht ausreichenden Windgeschwindigkeiten..."
Quelle: Eine Bilanz der Lokalen Agenda 21

Parteispender Herrenknecht
"Die CDU erhielt demnach allein im Juli 2013 eine Spende über 130.000 Euro von Hans-Joachim Langmann, dem früheren Chef des Pharma-Riesen Merck, jeweils 100.000 Euro vom Verband der Chemischen Industrie und vom Unternehmer Hans Georg Näder, CEO der Ottobock-Firmengruppe. Der Baden-Württemberger Martin Herrenknecht, Gründer der Herrenknecht AG für Tunnelvortriebstechnik, spendete 70.000 Euro."
Quelle: "Der Spiegel"



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  • Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)




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