Donald Trump: Autokrat & Diktator-Anwärter


Veröffentlicht am 10.11.2020 in der Kategorie Sonstiges von Axel Mayer

Donald Trump: Autokrat & Diktator-Anwärter


Erfreulich: Das wesentlich "kleinere Übel" Jo Biden hat die Wahl gewonnen. Dennoch ist es erschreckend wie viele Menschen in den USA den Diktator-Anwärter, Multimilliardär, Umweltzerstörer, Lügner und Klimawandelleugner gewählt haben. Was zeigt politische Dummheit mehr, als die Wahl von Trump im vom Klimawandel so extrem bedrohten Florida.

Und in Deutschland und Europa beginnt schon wieder die alte, neue Unterwürfigkeit. Wir müssen jetzt "mehr Verantwortung übernehmen" (also mehr Geld für Rüstung ausgeben) sagen konservative PolitikerInnen und liberale Lobbyisten. Insgesamt lagen die Militärausgaben der 29 NATO-Mitgliedsstaaten 2019 bei etwa 1.035 Milliarden US-Dollar (circa 958 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Russlands Ausgaben lagen im selben Jahr bei 65,1 Milliarden US-Dollar...
Dort wo wir in der Vergangenheit "mehr Verantwortung" übernommen haben, im verlorenen Aghanistan-Krieg oder beim Sturz von Gaddafi in Libyen, haben wir nur Elend und Chaos erzeugt.


Aktueller Einschub 7.11.2020


Donald Trump benimmt sich immer mehr wie der Diktator einer Bananenrepublik: Er hat sich bei einer Pressekonferenz am 4.11.2020 im Weißen Haus frühzeitig zum Wahlsieger erklärt. Er sagte: "Frankly, we did win this election." Außerdem will er die Auszählung stoppen lassen und vor das Verfassungsgericht ziehen.
Gerade der letzte Satz ist an undemokratischer Peinlichkeit nicht zu überbieten. Dass er sich vor Ende der Auszählung zum Wahlsieger erklärt passt zu einem Autokraten. Dass er aber in einer Demokratie einen Teil der Wählenden (die BriefwählerInnen) ausschließen will, passt eher in eine Diktatur. Es ist tief erschreckend wie schnell, nicht nur in den USA, Demokratien erodieren.
Noch kennen wir das Wahlergebnis nicht, aber wir werden es akzeptieren müssen, wenn es demokratisch zustande gekommen ist. Wer ein solches Ergebnis nicht akzeptiert ist nicht Präsident, sondern Putschist.
Das Zeitalter der Aufklärung kann nicht hinter uns liegen. Es liegt als ferne Hoffnung in der Zukunft und es wird nicht kommen wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht.
Axel Mayer



US-Wahl am 3.11.2020



Am 20.1.2017 wurde der verhaltensoriginelle Lobbyist und Klimawandelleugner Donald Trump als Präsident der USA vereidigt. Jahrzehnte eines agressiven Neoliberalismus, einer ungehemmten Globalisierung und der wachsende Abstand zwischen Arm und Reich in Amerika haben seine Wahl erst möglich gemacht. Er erklärte sich zum Vertreter der Mittelschicht und der Armen und senkte die Steuern für Großkonzerne und Millionäre. Die "Washington Post" zählt bisher mehr als 20.000 Trump-Lügen. Noch entsetzlicher als die Person Trump ist aber die Tatsache, wie leicht sich große Teile der Bevölkerung und der Führung in den USA von der Trump'schen Geisteswolke vereinnahmen ließen.

Und da wir den USA mit einem gewissen Abstand vieles nachmachen, wird bei uns gerade der „Sauerland-Trump“ Friedrich Merz politisch aufgebaut.


Wichtige Schlüsselpositionen in seinem Kabinett besetzte Trump mit Klimawandelleugnern und Vertretern der Ölindustrie, nämlich dem Energieminister Rick Perry, dem Leiter der Umweltbehörde EPA Scott Pruitt und dem Außenminister Rex Tillerson, der dahin Chef des Mineralöl-Konzerns ExxonMobil gewesen war. Mit der Ernennung von Scott Pruitt zum Umweltminister im Februar 2017 setzte er einen Mann an die Spitze der amerikanischen Umweltschutzbehörde (EPA), der schon Erfahrung darin hatte, gegen Umweltschutzbestimmungen vorzugehen. Trump ließ 2017 den Weiterbau mehrerer Öl-Pipelines anordnen, die unter Obama wegen Umweltbedenken ausgesetzt waren. Am 1. Juni 2017 zog Trump die USA aus dem Übereinkommen von Paris zum Klimaschutz zurück. Bereits 83 Klimaschutzmaßnahmen der Vorgängerregierungen versuchte er zurückzunehmen, zählen Forscher der Harvard Law School und der Columbia Law School seit dem Amtsantritt des Präsidenten. Im Oktober 2017 verkündete Trump, er wolle Amerikas Naturschutzgebiete verkleinern und wirtschaftlich nutzbar machen. Mehr Platz für Bergbau, Holzindustrie und kommerzielle Fischerei.


Klimawandelleugner wie Donald Trump sind verantwortlich für Tod und Leid von Millionen Menschen!


Nein, ich meine nicht die kleinen, unbedarften, uninformierten, manipulierten Menschen, die den Klimawandel abstreiten, und ich meine auch nicht die Menschen, die immer noch offene Detailfragen wissenschaftlich in Zweifel ziehen. Ich meine wohl aber die Spitzen der großen Öl- und Kohlekonzerne, die seit Jahrzehnten mit gezielter PR, mit Macht und Geld, den ihnen bekannten menschengemachten Klimawandel und seine Folgen leugnen, verharmlosen und herunter spielen, und die bezahlten Mietmäuler dieser Konzerne in Wissenschaft, Politik und PR-Agenturen. Ihre Aktivitäten werden millionenfaches Leid und Tod verursachen. Es ist an der Zeit die Dinge beim Namen zu nennen. Wie viele Klima-Opfer wird die Regentschaft des verhaltensoriginellen amerikanischen Präsidenten Trump bringen? Hunderttausende? Millionen?


Einige Trump-Zitate zum Klimawandel


"Das Konzept der Erderwärmung wurde von und für Chinesen geschaffen, um die amerikanische Produktion wettbewerbsunfähig zu machen."
- auf Twitter, 6. November 2012

"Gebt mir saubere, schöne und gesunde Luft - nicht immer diesen alten Quatsch über Klimawandel (Erderwärmung). Ich kann diesen Unsinn nicht mehr hören."
- auf Twitter, 28. Januar 2014

"Könnt Ihr Euch das vorstellen - Außenminister John Kerry hat gerade behauptet, die gefährlichste Waffe heutzutage sei der Klimawandel. Lächerlich."
- auf Twitter, 14. Februar 2014

"Es ist Ende Juli und echt kalt draußen in New York. Wo zum Teufel ist die Erderwärmung? Wir brauchen dringend was davon. Jetzt heißt das Klimawandel."
- auf Twitter, 28. Juli 2014

"Die Polkappen sind so hoch wie nie, die Eisbären-Population war nie stärker. Wo zum Teufel ist die Erderwärmung?"
- auf Twitter, 29. Oktober 2014

"Ich habe einige großartige, großartige, sehr erfolgreiche Golfplätze. Ich habe viele Umweltpreise dafür bekommen. Ich habe da enorm viel Arbeit reingesteckt. Manchmal würde ich sagen, dass ich eigentlich ein Umweltschützer bin."
- Interview der "New York Times", 23. November 2016

"Ich denke, es gibt da einen Zusammenhang. Es kommt darauf an, wie groß er ist. Es kommt auch darauf an, wie viel das unsere Unternehmen kosten wird. Unsere Unternehmen sind im Moment nicht wettbewerbsfähig."
- zum menschlichen Einfluss auf den Klimawandel, Interview der "New York Times", 23. November 2016

"Wir werden die Vorschriften stoppen, welche die Zukunft und die Existenz unserer großartigen Kohle-Bergmänner bedroht."
- Rede vor dem US-Kongress, 28. Februar 2017

"Dazu (zu den schlechten Abkommen) zählt auch der einseitige Pariser Klimavertrag. Die USA zahlen Milliarden an Dollar, während China, Russland und Indien weder etwas zahlten noch etwas zahlen werden. (...) Es wird geschätzt, dass die völlige Einhaltung der Vereinbarung das amerikanische Bruttoinlandsprodukt letztlich um 2,5 Billionen über einen Zeitraum von zehn Jahren schrumpfen lassen könnte. Das heißt, dass Fabriken und Betriebe im ganzen Land schließen. (...) Nicht mit mir, Leute."
- Kundgebung in Harrisburg, 29. April 2017

Quelle: https://kurier.at/politik/ausland/ausgewaehlte-trump-zitate-zum-klimawandel/267.316.897