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Pluton - Atomraketen im Elsass & in Frankreich 1993-2018 / Eine überwundene Gefahr für Baden-Württemberg und die Schweiz



Pluton-Atomraketen im Elsass und in Frankreich 1993-2018/ Eine überwundene Gefahr für Baden-Württemberg und die Schweiz

Vor 25 Jahren im Jahr 1993, verschwand "still und heimlich" eine der größten Gefahren für den Oberrhein, den Schwarzwald, für Baden-Württemberg und vermutlich auch für die Schweiz. Die französischen Kurzstrecken-Atomraketen im Elsass wurden abgezogen.

Wenn im Jahr 2018 die AKW in Fessenheim, Beznau und Leibstadt abgeschaltet würden, dann ginge ein erleichtertes Aufatmen (nicht nur) durch Baden-Württemberg. In den End-Zeiten des Kalten Krieges war den wenigsten Menschen die vergleichbare Bedrohung durch das – für den Fall der Fälle geplante – atomare "friendly fire" aus den Vogesen bewusst.

Sinnigerweise nach Pluton,
dem griechischen und römischen Gott der Totenwelt, waren die französischen Kurzstrecken-Atomwaffen benannt, die in Zeiten des Kalten Krieges den vorrückenden Feind (aus dem Osten) im Schwarzwald und in Süddeutschland (und vermutlich auch in der Schweiz) stoppen sollten.

Die Entwicklung dieser mörderischen Waffe
begann in den frühen 1960er Jahren und 1974 wurde das Waffensystem bei der französischen Armee eingeführt. Die fünf "grenznahen" Pluton-Artillerieregimenter verfügten über 120 Kurzstrecken-Raketen. Der Begriff "grenznah" ist wichtig, denn die Reichweite der Atomwaffen lag bei 120 km. Jede Rakete hätte in Süddeutschland, insbesondere im Schwarzwald, ein Gebiet von rund zehn Quadratkilometern zerstören können. Die Pluton-Raketen konnten mit zwei unterschiedlichen Gefechtsköpfen (15 Kilotonnen TNT und 25 Kilotonnen TNT) bestückt werden. ("Little Boy", die amerikanische Atombombe die am 6. August 1945 über der japanischen Stadt Hiroshima abgeworfen wurde, hatte eine Sprengkraft von etwa 13 Kilotonnen TNT.)

Die massive Bedrohung durch die Kurzstrecken-Pluton-Raketen
(nicht nur) in den Vogesen (Mailly-le-Camp, Laon, Suippes, Oberhoffen und Belfort) wurde auf der badischen Rheinseite im Kalten Krieg von der Bevölkerung gut verdrängt und beinah nicht wahrgenommen. Es gab trotz Protesten der badisch-elsässischen Umwelt- und Friedensbewegung und der GRÜNEN nur eine sehr eingeschränkte kritische Berichterstattung. Die uns alle heute noch bedrohenden US-Atomwaffen und Atombomben in Büchel (D) sind heute in der Öffentlichkeit ein ähnlich gut verdrängtes Thema.

Erst im Jahr 1993 wurden die Pluton-Kurzstreckenraketen verschrottet,
und diese massive Gefahr vom Schwarzwald, Baden-Württemberg und der Schweiz abgewendet, ein Erfolg, den wir wohl nur Michail Gorbatschow zu verdanken haben. Die Bewahrung des Friedens ist eine der zentralen Aufgaben der Umweltbewegung. Die gilt insbesondere in Zeiten, in denen CDU und CSU dem Druck des amerikanischen Rüstungslobbyisten Trump folgen und massiv aufrüsten wollen. Auch AfD und FDP sind für mehr Geld für´s Militär. Der Rüstungsanteil am Bruttoinlandsprodukt in Deutschland liegt zurzeit bei 1,2 Prozent – bis 2020 soll der Verteidigungsetat von 34,3 auf 39,2 Milliarden Euro steigen. Um das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen, müsste Deutschland aber mehr als 60 Milliarden Euro (60.000.000.000) für das Militär ausgeben. Es passt in die zeitgemäßen Durchsetzungsstrategien, dass Parteien und Rüstungslobby lieber von 2% reden, als von jährlich zusätzlichen über 25 Milliarden Euro (25.000.000.000).

Das früher einmal realistisch geplante – atomare "friendly fire" aus den Vogesen zeigt den Ungeist des Kalten Krieges. Heute ist es notwendiger den je, einen Rückfall in diese dunklen Zeiten zu verhindern. Auch UN-Generalsekretär António Guterres warnte in seiner Neujahrsbotschaft 2018 vor den neuen Gefahren eines Atomkrieges.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

Der Autor hat sich gemeinsam mit Solange Fernex, Jürgen Grässlin, Luise Teubner (MdB) und vielen anderen Menschen schon vor drei Jahrzehnten für den Abzug der Pluton - Raketen im Elsass engagiert.

Quellen:





Pluton - Atomraketen im Elsass & in Frankreich








Mitwelt Links zum Themenbereich Krieg, Frieden, INF-Vertrag, neuer Kalter Krieg & Aufrüstung 2019



(Das leider notwendige Banner zum Thema Frieden für Demo & Balkon gibt´s für nur 10 Euro hier)

Neuer amerikanischer Krieg für Öl gegen den Iran?


"Weshalb die USA gerade jetzt in den Provokationsmodus schalten, ist völlig unklar“, hält der TAGES-ANZEIGER aus der Schweiz fest: „Trumps Sicherheitsberater Bolton sagte nur, dass die USA ‚als Reaktion auf eine Reihe beunruhigender und eskalierender Hinweise und Warnungen‘ handeln – nebulöse Andeutungen, die an den Irakkrieg 2003 erinnern. Auch damals waren es Regierungsvertreter in Washington und nicht etwa die Experten in den Geheimdiensten, die im Vorfeld eine vermeintliche Gefahr herbeiredeten. Und auch damals war Bolton schon mit dabei, als es darum ging, für den Krieg zu trommeln. Was er mit seinen aktuellen Provokationen auch immer erreichen will – er stärkt die Hardliner in Teheran“, meint der TAGES-ANZEIGER aus Zürich."
Mehr Infos: Drohender Krieg? Iran - Israel - USA















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Axel Mayer

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)






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Dieser Artikel wurde 1581 mal gelesen und am 3.3.2019 zuletzt geändert.