Verschwörungstheorie Nr.1: Unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde / Die Wachstumsreligion / Club of Rome


Veröffentlicht am 28.01.2023 von Axel Mayer

Verschwörungstheorie Nr.1: Unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde / Die Wachstumsreligion



Es gibt eine unglaubliche Zahl von Verschwörungstheorien (QAnon, Klimawandelleugnung,Chemtrails ...), die eigentlich Verschwörungsmythen heißen müssten. Die weltweit bedeutendste und verheerendste Verschwörungstheorie ist der giergetriebene, unwissenschaftliche Mythos vom unbegrenzten Wachstum im begrenzten System Erde. Auch der Traum vom „grünen Wachstum“ ist ein Mythos, wenn auch nicht ganz so schnell zerstörerisch.

Der religionsähnliche Wachstums-Mythos erinnert ein wenig an den mittelalterlichen Glauben von der »Erde als flache Scheibe«. Früher einmal »Stand des damaligen Wissens« ist der heutige Glaube an die »flache Erde« eine Verschwörungstheorie. Auch das falsche, geozentrischen Weltbild, nach dem die anderen Planeten und die Sonne die Erde umkreisen, war lange Stand des Wissens. Erst Kopernikus beschrieb die Umlaufbahnen der Planeten als Kreise, deren Mittelpunkt die Sonne ist und bekam für diese Berichtigung der alten Wahrheit ziemlich viel Ärger mit den damals Mächtigen.
In Sachen "unbegrenztes Wachstum" war der Bericht des Club of Rome der kopernikanische Moment. Spätestens seit dem Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit »Die Grenzen des Wachstums« aus dem Jahr 1972, sollte der falsche Wachstumsglaube eigentlich überwunden sein. Doch ähnlich wie im Jahr 1543 machen die alten Eliten immer noch viel Ärger.

Bei einem anhaltenden Wachstum
von 3 % verdoppelt sich das Bruttonationaleinkommen alle 23 Jahre, bei 5 % sogar bereits alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdopplungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und führt zwangsläufig zur Selbstzerstörung.



Wachstumskritik: Unbegrenztes Wachstum ist die Hauptursache für Artenausrottung, Klimakatastrophe und Atommüllproduktion


Insektensterben, Vogelsterben, globale Artenausrottung, Klimawandel, Atommüllproduktion, Weltvermüllung, Umweltzerstörung und wachsende soziale Ungleichheit sind Symptome einer Krankheit die Wachstumszwang heißt.

Etwa 5- bis 10 Millionen Menschen lebten vor 10 000 Jahren auf der Erde. Heute sind es 8 Milliarden Menschen, die alle so verschwenderisch leben wollen wie wir.
"Ein Milliardär ist so klimaschädlich wie eine Million Menschen", sagt eine Oxfam-Studie aus dem Jahr 2022. Millionäre wären gerne Milliardäre und Gutverdienende wollen Millionäre sein. Arme wäre gerne Gutverdienende & "der arme Rest der Welt" würde gerne so verschwenderisch leben wie wir. Das kann und wird nicht gutgehen.
Es ist nur logisch, dass dieses explosionsartige Wachstum für andere Lebewesen Folgen hat. Kaum jemand bestreitet noch, dass derzeit auf der Welt ein gigantisches Massensterben läuft, ähnlich dem vor 66 Millionen Jahren, als die Dinosaurier von der Erdoberfläche verschwanden. Wir leben in einem System der globalisierten Gier, das scheinbar nur funktioniert wenn es unbegrenzt wächst und dabei erstaunlicherweise die Menschen immer unzufriedener macht.

Es ist unbestritten, dass 8 Milliarden Menschen nicht so verschwenderisch leben können wie wir. Und es ist ebenfalls unbestritten, dass der arme Teil der Weltbevölkerung einen massiven Nachholbedarf an umweltgerechtem Wachstum hat.

Das tief zerstörerische Wachstum des reichen einen Prozent der Weltbevölkerung muss gestoppt und umgekehrt werden. Wir müssen neu definieren, was Wohlstand bedeutet. Und ansonsten gilt immer noch der alte Satz von Mahatma Gandhi. „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“



Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Mehr Infos: Wachstumskritik