AREVA, EPR und Macht: AREVA Plutonium & Uran töten (nicht nur) in Fukushima


Veröffentlicht am 05.09.2018 in der Kategorie Atomkraft von Axel Mayer

Areva / EPR / Europäischer Druckwasserreaktor: Mit dem Export von neuen Atomkraftwerken in Spannungsgebiete tragen wir das Licht in die Welt

AREVA-Plutonium tötet in Fukushima und AREVA-Atomkraftwaffen gefährden den Weltfrieden


Ein Teil der Strahlung, der in Japan Menschen tötet, stammt vom französischen Atomkonzern AREVA.

Der zerstörte Reaktor Fukushima 3 wurde mit extrem gefährlichen Plutonium-Brennelementen (MOX) aus Frankreich betrieben. Die Radioaktivität aus dem Reaktor 3 verteibt die Menschen aus Ihrer Heimat und gefährdet Mensch, Natur und Umwelt. Der französische Atomkonzern AEVA lieferte die MOX-Brennelemente nach Fukushima. In der Stadt Okuma, rund 1,7km vom Haupttor des Kernkraftwerks Fukushima entfernt, wurden Spuren von hochgiftigem Plutonium im Erdreich entdeckt

Plutonium: Der giftigste Stoff der Welt
"Plutonium - sinnigerweise benannt nach Pluto, dem griechischen Gott des Totenreiches - ist der giftigste Stoff, den es gibt. Seine kurzreichende Alpha-Strahlung reißt gewissermaßen tiefe Schneisen in jedes lebende Gewebe und zerstört es. Dabei kann es nur schwer oder garnicht ausgeschieden werden, es setzt sich fest, reichert sich sogar an, die Strahlung ist bei einer Halbwertszeit von 24 000 Jahren faktisch dauerhaft vorhanden. Bereits wenige millionstel Gramm (Mikrogramm) können sofort, sogar nur etliche milliardstel Gramm (Nanogramm) langfristig tödlich wirken..."
Zitat: Frankfurter Rundschau


MOX sind Brennelemente, die neben Uran bis zu 5% Plutonium enthalten
Beim Einsatz von MOX entstehen ca. zehnmal mehr langlebige radioaktive Transurane als bei Uran-Brennelementen. Durch MOX wird der Plutonium-Umsatz im Kernkraftwerk und bei Transporten erheblich vergrößert. Bei Atomunfällen wird die Verseuchungsgefahr durch MOX massiv erhöht.

"Die Ankündigung klang so surreal wie unnötig:
Areva „verschiebt“ eine vorgesehene Lieferung von Kernbrennstoff in den havarierten japanischen Atommeiler Fukushima. Die Chefin des französischen Unternehmens, Anne Lauvergeon, begründete dies mit der "Naturkatastrophe" in Japan. Wie schon 2010 hätte Areva im April eine Ladung "MOX" per Schiff an den dortigen AKW-Betreiber Tepco schicken sollen.

Dieses Gemisch aus Plutonium und Uran kommt in 21 französischen und zehn deutschen Reaktoren,
aber auch in Japan zum Einsatz. Es ist energiereicher als normaler Kernbrennstoff, setzt bei einem Unfall aber auch mehr radioaktive Gase frei und verlangt wegen der großen Hitzeentfaltung mehr Kühlwasser. Deshalb protestieren deutsche Umweltschützer seit Jahren gegen die Castortransporte nach Gorleben - und deshalb erklärt nun das französische Anti-AKW-Netz "Sortir du nucléaire", der Einsatz von MOX drohe eine nukleare Katastrophe in Fukushima zu beschleunigen." Quelle: FR-Online

Den leichtsinnigen Umgang mit Plutonium
im eigenen Land zeigt ein Vorfall aus dem dem Jahr 2009 über den die FAZ am 15. Oktober 2009 berichtete:
„Nach dem Plutonium-Fund auf dem Gelände des französischen Kernforschungszentrums in Cadarache nördlich von Aix-en-Provence hat der zuständige französische Umweltminister Borloo das staatliche Atomenergiekommissariat CEA und den staatlichen Atomkonzern Areva um "unverzügliche und komplette Aufklärung" des Vorfalls gebeten. Bei der Demontage einer von Areva betriebenen Plutoniumfabrik war kiloweise hochgefährliches Plutonium entdeckt worden.
In der Anlage waren 40 Jahre lang Mischoxid-Brennelemente (Mox) für Atomkraftwerke hergestellt worden. Im März war der Abriss der veralteten Anlage von der zuständigen Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit ASN genehmigt worden. Der kommerzielle Betrieb war schon 2003 eingestellt worden. Der Aufsichtsbehörde war gemeldet worden, dass dort noch acht Kilogramm Plutonium lagerten. Bei den Abrissarbeiten wurden jedoch 22 Kilogramm sichergestellt. Wie die Aufsichtsbehörde mitteilte, wird nun erwartet, dass sich insgesamt 39 Kilogramm der hochgefährlichen Substanz in der Anlage befinden( ...) Die ASN kritisierte "schwere Mängel bei der Sicherheitskultur".
Quelle: FAZ

AREVA und EDF: Die Demokratie gefährdenden französischen "Atom-Eliten"
werden im Sinne des Staates an den „Grandes Ecoles“ ausgebildet. Dieser französische atomare "Staatsadel", an dessen Spitze die EDF und AREVA stehen, bildet eine dauerhafte habgiergeprägte Atomallianz aus Parteien, Gewerkschaften, Regierung, Medien und den Technokraten die diesen Hochschulen entstammen und hält die gut dotierten Posten in den staatlichen Aufsichtsgremien und der Nuklearwirtschaft besetzt. Mit Geld und Pöstchen wird im Atomstaat Frankreich (fast alles) gekauft und mit Hilfe von Korruption auch verkauft.

Der AREVA-EPR: Pleiten, Pech und teure Pannen
Die größte Geschäftshoffnung des französischen Atomkonzerns ist der EPR, der Europäischer Druckwasserreaktor. Doch Pleiten, Pech und teure und gefährliche Pannen begleiten den Bau. Der erste EPR im finnischen Olkiluoto sollte im Jahr 2009 ans Netz, jetzt wird vom Jahr 2012 gesprochen.
Die Baukosten wurden als Lockvogelangebot viel zu günstig angesetzt und konnten nicht eingehalten werden. Ursprünglich waren sie mit 3,2 Milliarden Euro angegeben, doch schon im Jahr 2007 wurden die Kosten um 700 Millionen Euro überschritten und die Investitionskosten sind auf auf 5,2 Mrd. € Auch der zweite AREVA-EPR-Reaktor in Flamanville wird extrem teuer, die Kosten werden auf etwa 5 Milliarden Euro geschätzt.
Nur eins ist sicher. Sicher ist der der neue EPR nicht.

Bestechung und Korruption: AREVA Methoden auch bei der deutschen AREVA NP?
"Nun kommt heraus, dass zwischen 2002 und 2005 bei Areva NP ein zweistelliger Millionenbetrag auf ausländische Konten transferiert worden sei - für schwarze Kassen. Aus denen wurden mutmaßlich Schmiergelder bezahlt, um im Ausland an Aufträge zu kommen, vermutet die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Am Dienstag schwärmten sieben Staatsanwälte und mehr als 100 Polizeibeamte aus: Razzia in 31 Büros und Privatwohnungen, überwiegend in Bayern und der Tschechischen Republik. Betroffen waren auch die Erlanger Areva-Zentrale und ein Firmenarchiv in Offenbach. Ermittelt wird gegen acht Beschuldigte. Ihnen wird Bestechung und Untreue vorgeworfen."
Zitat: Süddeutsche Zeitung vom 7.4.2011

Über AREVA-Korruption in China berichtete AFP vom 14.08.2009:
"Korruptionsverdacht: Chef von Chinas Atombehörde entlassen. Parteisekretär soll von Areva bestochen worden sein
Wegen des Verdachts auf Korruption und Verschwendung öffentlicher Gelder ist der Chef der chinesischen Atombehörde (CNNC) entlassen worden. Auf Grund von möglichen "schweren Disziplinverstößen" sei Kang Rixin seiner Posten als Parteisekretär und CNNC-Direktor enthoben worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Zuvor hatten chinesische Medien berichtet, dass gegen Kang Ermittlungen liefen, weil er Bestechungsgelder von dem französischen Atomkonzern Areva angenommen haben soll. Das Unternehmen hatte im Jahr 2007 einen acht Milliarden Euro schweren Auftrag für den Bau zweier Atomkraftwerke in Südchina erhalten.
Quelle: www.123recht.net

AREVA: Das Sterben beginnt schon beim Uranabbau
Der französische Staatskonzern Areva schürft seit Jahrzehnten in Niger Uran - und hat dabei in neokolonialer Manier die Gesundheitsrisiken für Arbeiter und die Bevölkerung in Minenstädten ignoriert. Die gesundheitlichen Folgen für die dort lebenden Menschen sind verheerend.


AREVA AKW & der Libyen Krieg: Sarkozy, Gaddafi, AREVA und die Bombenpläne
AREVA + Sarkozy + EPR-Atomkraftwerke = Atomkraftwaffen
Die größte Gefahr für die Welt sind trotz Fukushima und Tschernobyl nicht die Atomkraftwerke sondern die Atomkraftwaffen. Die weltweiten Verbreitung von Atombomben durch den Bau von neuen AREVA-Atomkraftwerken, Urananreicherungsanlagen und dem Schwarzmarkt für Plutonium gefährdet alles Leben auf der Erde. Wieso haben Länder wie Pakistan und Nordkorea Atomwaffen? Weil sie mit Hilfe der "friedlichen Nutzung der Kernenergie" Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Und jedes alte und neue AKW vergrößert die Gefahr für den Weltfrieden. Deutlich wird diese Gefahr auch beim Streit um das iranische bzw. nordkoreanische Atomprogramm und die iranische bzw. nordkoreanische Atombombe.


AREVA: Atomkraft & Atomkraftwaffen - Ein Konzern gefährdet die Welt

Eine massive Gefahr für den Frieden in der Welt
ging von der Habgier des französischen Staatspräsidenten Sarkozy aus. Er wollte als "Außendienstmitarbeiter" des französischen Atomkonzerns AREVA AKW und damit Atomkraftwaffen auch in Spannungsgebiete exportieren und schreckte nicht einmal davor zurück dem libyschen Diktator und Staatspräsidenten Gaddafi Atomkraftwerke und Atomtechnologie anzubieten.

Später führte Herr Sarkozy Krieg gegen den Libyen,
aber noch wenige Jahre zuvor wollte er den (damals schon) Diktator mit Atomkraftwerken beliefern. Wenn diese französischen Export-AKW heute in Libyen stünden, dann könnte Herr Gaddafi über "schmutzige Plutoniumbomben" und Atomkraftwaffen verfügen. AREVA kennt keine Skrupel wenn es darum geht mit Diktatoren gute Geschäfte zu machen. Es ist "erstaunlich", dass dieser Zusammenhang in den Medien fast nie aufgezeigt wurde. Doch in vielen Medien gilt: "Was Gewinn bringt ist gut".

Nicht nur mit Diktatoren und Despoten, sondern auch mit Autokraten,
wie mit Italiens Regierungschef Berlusconi, arbeitete AREVA und der AREVA-Außendienstmitarbeiter Sarkozy gerne zusammen. Berlusconi hätte gerne neue AREVA-EPR-Reaktoren in Italien gebaut. Doch in einer Volksabstimmung im Juni 2011 haben die ItalienerInnen die Neubaupläne für AKW mit sensationellen 94% abgelehnt.


Aktueller Einschub:



Neues AKW Barakah: Gefahr für Mensch, Frieden & Umwelt (Vereinigte Arabische Emirate)


Kurz vor dem 75. Jahrestag des Abwurfs der Atombombe auf Hiroshima haben Anfang August 2020 die Vereinigten Arabischen Emirate ein Atomkraftwerk in Betrieb genommen. Das Nachbarland Katar bezeichnet das neue Atomkraftwerk Barakah als "Gefahr für den Frieden in der Region".
Der Nahe Osten ist jetzt schon ein Pulverfass.
Da ist der Krieg in Syrien, die Expansion der Türkei, der Stellvertreterkrieg im Jemen und der unerklärte Krieg gegen den Iran. Die breite Debatte in unseren Medien um das iranische Atomprogramm müsste eigentlich zeigen, wie die "so genannte" zivile Nutzung der Atomkraft Wissen, Technik und Schlüsselrohstoffe zum Bau von Atomwaffen schafft. Im ersten Block des neuen AKW Barakah entsteht jährlich die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1400 Hiroshima-Bomben. Es wäre in kommenden Kriegen gegen iranische Atomanlagen ein neues schreckliches Angriffsziel für Gegenschläge. Huthi-Rebellen im Jemen haben nach Angaben ihres TV-Senders Al-Masirah schon in der Bau-Phase eine Rakete in Richtung des Atomkraftwerks abgefeuert.
Kurzfristig erlaubt das AKW den Bau von schmutzigen Bomben und mittelfristig den Bau der Atombombe. Mit den USA vereinbarten die Emirate vertraglich zwar den Verzicht auf eine Uran-Anreicherung und eine Wiederaufarbeitung, doch Papier ist geduldig. Wieso haben Länder wie Pakistan oder Nordkorea Atomwaffen? Weil sie mit Hilfe der „friedlichen Nutzung der Kernenergie“ Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Doch bei befreundeten, nützlichen feudalen Halbdiktaturen wird in unseren Medien dieser Zusammenhang gerne verdrängt.
Mehr Infos:Hier

Der Neubau des AKW Barakah im Pulverfass Naher Osten ist vergleichbar mit der unbewachten Lagerung von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen von Beirut. Für die unkritische bundesweite Berichterstattung zum AKW-Neubau hat der verstorbene Philosoph Günther Anders einen guten Begriff gefunden: „Apokalypse-Blindheit“.



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  • 3) Im Zweifel ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.
  • Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein


Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)