Einspruch gegen die Erweiterung der Firma Tereos Syral / Jungbunzlauer in Marckolsheim: ENQUÊTE PUBLIQUE


Veröffentlicht am 09.04.2025 in der Kategorie Kreistag Emmendingen von Axel Mayer

Einspruch gegen die Erweiterung der Firma Tereos Syral / Jungbunzlauer in Marckolsheim: ENQUÊTE PUBLIQUE


Vorab:
Syral/Jungbunzlauer ist schon jetzt der viertgrößte europäische Hersteller von Glukose, Stärkehydrolysaten und anderen Stärkeprodukten. Das Werk in Marckolsheim im Elsass verarbeitet jährlich 600.000 Tonnen Mais und Weizen zu 340.000 Tonnen Fertigprodukten. Die Firma entnimmt gigantische Mengen an Grundwasser, sie stinkt und sie erhitzt den Rhein. Jetzt soll sie noch einmal massiv ausgebaut werden.

BUND Bezirksgruppe Nördlicher Kaiserstuhl
Mitwelt Stiftung Oberrhein



An das Rathaus Marckolsheim und die Préfecture

8.4.2025

Sehr geehrte Herren Daniel BEAUGUITTE und Loïc PRUVOS

Sehr geehrte Damen und Herren

ENQUÊTE PUBLIQUE / Einspruchsverfahren Jungbunzlauer in Marckolsheim


Wir bedanken uns für die leider sehr eingeschränkte Möglichkeit, unsere Bedenken gegen den Ausbau der Firma vortragen und Einspruch einlegen zu können.

Vorab: Prüfung möglicher Verfahrensmängel
Die Firma liegt direkt an der deutschen Grenze und sehr viele vom Bau betroffene Menschen leben in der Hauptwindrichtung. Von Emissionen betroffen sind also stärker die Menschen auf der badischen Rheinseite.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz ist in Deutschland ein staatlich anerkannter Naturschutzverband, der in Deutschland bei solchen Planungen informiert werden müsste und Widerspruch einlegen darf. Der BUND wurde leider nicht informiert und hat von der ENQUÊTE PUBLIQUE nur durch Zufall über die Medien erfahren.
Neben den Gemeinden und Behörden müssten nach unserer Ansicht auch die Umweltverbände und die betroffenen Menschen durch einen offiziellen Hinweis in den Medien informiert werden.

Wir halten dies für einen Verfahrensmangel. Bitte prüfen Sie, ob ein Verfahrensmangel vorliegt und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden müssen.

Unser Einspruch:
Unsere elsässische Schwesterorganisation Alsace Nature wird in diesem Verfahren ihre Bedenken gegen den Ausbau der Firma vortragen und Einspruch einlegen.
Wir schließen uns diesem Einspruch von Alsace Nature vollinhaltlich an.

Geruchsbelästigung:
Wir haben massive Sorgen wegen möglicher Geruchsbelästigung für die Menschen in Sasbach, Wyhl, Weisweil und am Kaiserstuhl.
Diese Menschen leben in der Hauptwindrichtung, wenige Kilometer von der Firma entfernt. Beim Neubau der Firma war uns versprochen worden, dass „die Auswirkungen auf das Firmengelände innerhalb des Zaunes beschränkt sein werden“. Wir wurden damals belogen. In den ersten Jahren gab es immer wieder massive Geruchsbelästigungen über die Grenzen hinweg. Die Firma hat Jahre gebraucht, um diese Geruchsbelästigungen in Sasbach, Wyhl, Weisweil und am Kaiserstuhl zu reduzieren. Ganz verschwunden ist der Gestank leider immer noch nicht. Wenn Jungbunzlauer die bestehenden Geruchsproblem immer noch nicht vollständig im Griff hat, dann fragen wir uns, wie das nach der massiven Erweiterung sein wird? Eine zukünftige Geruchsbelästigung muss ausgeschlossen werden!

Solange die Firma diese Bedenken nicht ausräumen kann, legen wir Widerspruch gegen die Erweiterung ein.

Wir haben massive Sorgen wegen einer möglichen Gefährdung des Grundwassers.
Die Firma entnimmt schon jetzt sehr große Mengen an Grundwasser. Die unglaubliche und zusätzliche Entnahme von 135 Kubikmeter Wasser pro Stunde Grundwasser könnte auch weiträumig den Grundwasserspiegel senken. In Zeiten des Klimawandels schwinden auch die letzten nutzbaren Wasserreserven am Oberrhein. Wir bitten um ein Gutachten, das die Auswirkungen auf die Wasserentnahme auf der badischen Rheinseite und auf die badischen Rheinwälder bewertet und beurteilt. Im Zweifel muss die Firma mehr Rheinwasser verwenden, aufbereiten und die Grundwasservorräte schonen.

Solange die Firma diese Bedenken nicht ausräumen kann, legen wir Widerspruch gegen die Erweiterung ein.

Im Grundwasserstrom in Fließrichtung oberhalb der Firma gibt es massive Grundwasserbelastungen durch das Salz der elsässisch-badischen Kaliminen. Teilweise finden sich über 50 Gramm Salz im Liter Grundwasser. In Breisach und Selestadt ist die verdünnte Spitze der Versalzung angekommen. Wie nahe sie an den Wasserentnahmestellen in Marckolsheim ist, entzieht sich unseren Kenntnissen. Eine derart massive Grundwasserentnahme könnte das Tiefensalz mittel- oder langfristig „anziehen und in die Höhe ziehen“. Dadurch könnten die oberen Grundwasserhorizonte belastet werden.
Auch diese Frage muss durch ein Gutachten geklärt und mögliche Gefahren für das Grundwasser ausgeschlossen werden.

Solange die Firma diese Bedenken nicht ausräumen kann, legen wir Widerspruch gegen die Erweiterung ein.

Die Abwässer werden den Rhein zusätzlich stark erwärmen. Dies ist in Zeiten des Klimawandels und der massiven Erhitzung des Rheins nicht akzeptabel. Schon jetzt ist der Rhein nicht nur in Hitzesommern zu warm für viele Lebewesen, insbesondere für Salmoniden. Zusätzliche neue Wärmebelastungen sind nicht akzeptabel. Es sollte geklärt werden, ob die geplante zusätzliche Rheinerwärmung nach Europäischem Recht rechtskonform ist. Die Abwärme sollte energetisch genutzt werden.
Auch diese Frage muss durch ein Gutachten geklärt und mögliche Gefahren für den Rhein und seine Lebewesen definitiv ausgeschlossen werden.

Solange die Firma alle diese Bedenken nicht ausräumen kann, legen wir Widerspruch gegen die Erweiterung ein.


Mit freundlichen Grüßen

für den BUND Nördlicher Kaiserstuhl : Ulrike Friedrich, Sasbach / Armin Schmidt, Endingen
für die Mitwelt Stiftung Oberrhein und als Einzeleinwendung: Axel Mayer, Endingen




Ce texte a été traduit par une IA sans vérification.
Le texte en langue allemande fait foi.

BUND Bezirksgruppe Nördlicher Kaiserstuhl
Mitwelt Stiftung Oberrhein



A la mairie de Marckolsheim
et a la Préfecture du Bas-Rhin

8. avril 2025

Chers messieurs

Daniel BEAUGUITTE et Loïc PRUVOS
Sehr geehrte Damen und Herren

ENQUÊTE PUBLIQUE / Procédure d'opposition Jungbunzlauer à Marckolsheim



Nous vous remercions de nous avoir donné la possibilité - malheureusement très limitée - de faire part de nos réserves et de nous opposer à l'extension de l'entreprise.

Au préalable : examen des éventuels vices de procédure
L'entreprise est située directement à la frontière allemande et de très nombreuses personnes concernées par la construction vivent dans la direction principale des vents. Ce sont donc les habitants de la rive badoise du Rhin qui sont le surtout touchés par les émissions.

En Allemagne, la Fédération pour l'environnement et la protection de la nature (Bund für Umwelt und Naturschutz) est une association de protection de la nature reconnue par l'État, qui devrait être informée de ce type de planification et être autorisée à faire opposition. Malheureusement, le BUND n'a pas été informé et n'a appris l'existence de l'ENQUÊTE PUBLIQUE que par hasard, par le biais des médias.
Outre les communes et les autorités, nous estimons que les associations environnementales et les personnes concernées devraient également être informées par une mention officielle dans les médias.
Nous considérons qu'il s'agit d'un vice de procédure. Veuillez vérifier s'il y a un vice de procédure et quelles conclusions doivent en être tirées.

Notre objection :
Dans le cadre de cette procédure, nos confrères alsaciens de l’organisation Alsace Nature feront part de leurs inquiétudes quant à l'extension de l'entreprise et déposera un recours.
Nous nous associons pleinement à cette opposition d'Alsace Nature.


Nuisances olfactives:
Nous sommes massivement préoccupés par les éventuelles nuisances olfactives pour les habitants de Sasbach, Wyhl, Weisweil et du Kaiserstuhl.
Ces personnes vivent dans la direction principale des vents, à quelques kilomètres de l'entreprise. Lors de la construction de la nouvelle entreprise, on nous avait promis que « l'impact serait limité au site de l'entreprise à l'intérieur de la clôture ».
On nous a menti à l'époque. Au cours des premières années, il y a toujours eu des nuisances olfactives massives au-delà des frontières. L'entreprise a mis des années à réduire ces nuisances olfactives à Sasbach, Wyhl, Weisweil et dans le Kaiserstuhl. Les odeurs n'ont malheureusement pas encore totalement disparu. Si Jungbunzlauer n'a toujours pas réussi à maîtriser complètement les problèmes d'odeurs existants, nous nous demandons ce qu'il en sera après l'extension massive ? Une future nuisance olfactive doit être exclue !

Tant que l'entreprise n'aura pas répondu à ces préoccupations, nous nous opposerons à l'extension.

*Nous sommes massivement préoccupés par un risque potentiel pour la nappe phréatique.
L'entreprise prélève déjà de très grandes volumes d'eau souterraine. Le prélèvement incroyable et supplémentaire de 135 mètres cubes d'eau par heure d'eau souterraine pourrait également faire baisser le niveau de la nappe phréatique sur une grande échelle. En ces temps de changement climatique, les dernières réserves d'eau exploitables dans le Rhin supérieur s'amenuisent également. Nous demandons une expertise qui évalue et juge l'impact sur le prélèvement d'eau sur la rive badoise du Rhin et sur les forêts rhénanes badoises. En cas de doute, l'entreprise doit utiliser davantage d'eau du Rhin, la traiter et préserver les réserves d'eau souterraine.

Tant que l'entreprise n'aura pas répondu à ces préoccupations, nous nous opposerons à l'extension.

Dans le courant d'eau souterraine en amont de l'entreprise dans le sens de l'écoulement, il y a une pollution massive des eaux souterraines par le sel des mines de potasse d'Alsace et du Pays de Bade. On trouve parfois plus de 50 grammes de sel par litre d'eau souterraine. A Breisach et Selestat, le pic dilué de salinisation est arrivé. Nous ne savons pas à quel point elle est proche des points de prélèvement d'eau à Marckolsheim. Un prélèvement aussi massif d'eau souterraine pourrait, à moyen ou long terme, « attirer le sel profond et le tirer vers le haut ». Les horizons supérieurs de la nappe pourraient ainsi être pollués.
Cette question doit également être clarifiée par une expertise et les éventuels dangers pour les eaux souterraines doivent être exclus.

Tant que l'entreprise n'aura pas répondu à ces préoccupations, nous nous opposerons à l'extension.

Les eaux usées vont en outre fortement réchauffer le Rhin. Ceci n'est pas acceptable à l'heure du changement climatique et du réchauffement massif du Rhin. Le Rhin est déjà trop chaud pour de nombreux organismes vivants, notamment pour les salmonidés, et pas seulement pendant les étés caniculaires. De nouvelles nuisances thermiques supplémentaires ne sont pas acceptables. Il convient de clarifier si le réchauffement supplémentaire prévu du Rhin est conforme au droit européen.
Cette question doit également être clarifiée par une expertise et les éventuels dangers pour le Rhin et ses êtres vivants définitivement exclus. La chaleur résiduelle devrait être utilisée à des fins énergétiques.

Tant que l'entreprise ne pourra pas répondre à toutes ces préoccupations, nous nous opposerons à l'extension.

Avec nos meilleures salutations

Pour le BUND: Ulrike Friedrich, Sasbach / Armin Schmidt, Endingen
pour la fondation Mitwelt Oberrhein et en tant qu'objection individuelle: Axel Mayer, Endingen







Ältere Texte, Textfragmente und Informationen zur Problemfabrik Jungbunzlauer / Tereos in Marckolsheim



An die Politik und die Medien im Bezirk Melk und im Land Niederösterreich
Freiburg im November 2018

Zitronensäurefabrik Marckolsheim / Ein kurzer Erfahrungsbericht

Da in Österreich bei den Gemeinden Zelking-Matzleinsdorf und Leiben im Bezirk Melk gerade eine Zitronensäurefabrik gebaut werden soll, wurden wir von dortigen Anwohnern und dem "Verein BI Ritter der Au" gebeten, unsere Erfahrungen mit der elsässischen Zitronensäurefabrik Tereos Syral – früher Jungbunzlauer - zu schildern. Wir fassen unsere, zumeist schlechten Erfahrungen, kurz zusammen und stehen auch für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Im Jahr 1990 wurde bekannt, dass die österreichische Firma Jungbunzlauer im deutsch-französischen Grenzgebiet eine Fabrik zur Herstellung von Zitronensäure aus Getreide plant. Gebaut wurde im Elsass, in wertvollen Rheinauewäldern, unter anderem auch wegen der geringeren Umweltauflagen.

Die Begeisterung bei den Bürgermeistern und Maislandwirten auf beiden Rheinseiten war groß. Vier Bürgermeister auf der badischen Rheinseite (in Windrichtung) sagten, nach Beratungen mit der Firmenleitung, dass die Emissionen der Firma auf das Werksgelände „innerhalb des Firmenzaunes“ beschränkt bleiben würden.

Es gab eine heftige politische Auseinandersetzung um den Bau. Zuerst demonstrierten ca. 1000 elsässisch-badische UmweltschützerInnen gegen die Fabrik. Wir argumentierten mit möglichen Geruchsemissionen, mit dem wertvollen, gefährdeten Auenwald, der verloren gehenden Überflutungsfläche am Rhein und mit der gigantischen Verschwendung von Nahrungsmitteln (Mais) für die Produktion.

Kurz nach dieser Kundgebung demonstrierten ca. 1000 Maislandwirte für die Fabrik. Sie erhofften sich davon einen großen Absatz für ihren Mais. Der Konflikt wurde hart und sehr unschön ausgetragen. So gab es unter anderem eine Brandstiftung im wertvollen Auenwald mit dem Ziel, das ökologisch wertvolle Baugelände zu entwerten.

Nach diesem langen, heftigen Konflikt kam es zu einem Kompromiss. Die französischen Behörden erlaubten den Bau, allerdings wurden die anderen Auenreste entlang des Rheins unter Naturschutz gestellt.

1993 wurde die Fabrik fertiggestellt, und die Hoffnungen der Landwirtschaft wurden enttäuscht. Amerikanischer Mais ist auf dem Weltmarkt billiger zu haben als der Mais vom Oberrhein und bald legten am Rhein die ersten Schiffe mit amerikanischem Mais an. Die Bauern und ihr Protest waren gezielt zur Durchsetzung des Projekts instrumentalisiert worden.

Auch die Befürchtungen der UmweltschützerInnen bestätigen sich leider. Gerade in den ersten Jahren stank die Firma besonders heftig, und in den deutschen Gemeinden Sasbach, Wyhl und Weisweil (4 und 7 km Entfernung) gab es starke Geruchsbelästigungen. Selbst im 9 km entfernten Endingen war der Geruch deutlich und unangenehm wahrzunehmen. Es handelt sich allerdings nicht um giftige Firmenemmissionen. Der Gestank der Firmenkläranlage und der Firma selbst erinnert an den unangenehmen Geruch, der beim Kochen großer Mengen Kartoffeln entsteht.

Anhaltende und massive Proteste des Bundes für Umwelt und Naturschutz, der GRÜNEN im Kreistag und der Menschen und Kommunalpolitiker in den betroffenen Rheingemeinden veranlassten das Unternehmen schließlich, nach langen Jahren der Belästigung, technisch nachzurüsten.

Aktueller Stand 2018


Da in der Zitronensäurefabrik - auch Zitronensäure für Nahrungsmittel hergestellt wird und da die VerbraucherInnen gentechnikfreie Ausgangsprodukte verlangen, die der amerikanische Markt nicht liefern kann, wird jetzt teilweise auch der teurere Mais vom Oberrhein abgenommen.

Die Geruchsbelastung wurde von der Firma, ausgelöst durch den Protest der betroffenen Menschen, teilweise reduziert. Je nach Wetterlage und Windrichtung gibt es aber bis heute, an ca. 14- bis 20 Tagen im Jahr zwischen Sasbach und Weisweil, in Ausnahmenfällen sogar bis Endingen, den Geruch von “Herdepflkuchi” aus der Fabrik, bei deren Planung es noch hieß: Die Emissionen der Firma würden auf das Werksgelände „innerhalb des Firmenzaunes“ beschränkt bleiben.

Wir kennen die technischen Details der in Österreich geplanten Fabrik nicht und können deren Auswirkungen nicht beurteilen. Wir beschreiben lediglich unsere eigenen schlechten Erfahrungen mit einer Zitronensäurefabrik.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, aus Endingen (ca. 9 Kilometer von der Säurefabrik entfernt lebend)


Anfrage in Sachen Erweiterung der Firma Jungbunzlauer - Syral in Marckolsheim


Bündnis 90 Die GRÜNEN Kreistagsfraktion
Axel Mayer, Venusberg 4, 79346 Endingen


Herrn Landrat Hurth
Landratsamt
Postfach 1120
79301 Emmendingen

16.2.2010
Anfrage: Erweiterung der Firma Jungbunzlauer

Sehr geehrter Herr Landrat Hurth,
aus den Medien haben wir erfahren, dass die Firma Jungbunzlauer in Marckolsheim möglicherweise erweitert wird. Syral ist bereits jetzt der viertgrößte europäische Hersteller von Glukose und anderen Stärkeprodukten.
Das Werk in Marckolsheim im Elsass verarbeitet jährlich 600.000 Tonnen Mais und Weizen zu 340.000 Tonnen Fertigprodukten.
Geplant ist jetzt laut BZ ein neues Werk für mehr als 25 Millionen Euro. Das elsässische Marckolsheim bewirbt sich um die Ansiedlung.

„Die Standortfrage wird am 15. März in Basel entschieden. Marckolsheim hat sich auf diesen Termin mit der Vorstellung aller Konkurrenten vorbereitet: Am 11. Januar wurde ein Bauantrag gestellt, für eine Produktionshalle mit knapp 3000 Quadratmetern und ein Lagergebäude mit 1250 Quadratmetern Fläche.“Zitat BZ

In Sachen Jungbunzlauer sind die Menschen nicht nur in Sasbach, Wyhl und Weisweil „gebrannte Kinder“. Beim Bau der Fabrik wurde uns von der Firma und den Behörden zugesichert, dass die Firma „keinerlei Auswirkungen über den Fabrikzaun hinaus“ haben würde. Die Realität hatten wir Umweltschützer allerdings schon im Vorfeld treffender beschrieben. Es stank heftig und erst durch massiven Druck wurden schließlich Nachbesserungen erreicht, die allerdings nicht zufriedenstellend sind. Noch immer kommt es, gerade auch an Tagen mit gutem Wetter, zu Geruchsbelästigungen u.a. in Sasbach.

Den bisherigen Vorgang: Warnung – Verharmlosung – Gestank – Protest – erste Nachbesserung – Gestank – Protest - zweite Nachbesserung..., würden wir bei der neuen Planung gerne vermeiden.


Aus diesem Grund bitten wir Sie die Interessen der Rheinanlieger schon im Vorfeld der Planungen deutlich zu vertreten. Wir bitten Sie auch uns baldmöglichst darüber zu informieren, was genau geplant wird und mit welchen Auswirkungen auf die badische Rheinseite gerechnet werden muss.
Mit freundlichen Grüßen
Axel Mayer




Für Grünen-Kreisrat Axel Mayer ist die Zitronensäurefabrik in Marckolsheim ein Lehrstück in Sachen vereintes Europa und wem dieses Europa dient.
vom Redakteur der Badischen Zeitung Martin Wendel, Foto:Schönherr


Element "jungbunzlauer.jpg" not found!Zitronensäurefabrik am Rhein bei Marckolsheim NÖRDLICHER KAISERSTUHL. Vor gut 15 Jahren sorgten die Pläne für eine Zitronensäurefabrik am Rhein bei Marckolsheim erstmals für Schlagzeilen. Eineinhalb Jahrzehnte danach schließt Axel Mayer, Umweltaktivist und Grünen-Kreisrat aus Endingen, jetzt vorerst seine Akten zum Thema Zitronensäurefabrik. Seit fast fünf Jahren bemüht er sich vergeblich darum, auf dem Behördenweg Umweltdaten zu der Fabrik zu bekommen. Sein Fazit: “Wenn es um grenzüberschreitenden Informationsaustausch geht, knirscht das vereinte Europa mächtig - trotz aller Gremien.”

Begonnen hatte alles Anfang 1990, als bekannt wurde, dass die österreichische Firma Jungbunzlauer im deutsch-französischen Grenzgebiet eine Fabrik zur Herstellung von Zitronensäure aus Getreide plant. Gebaut wurde im Elsass - wegen der geringeren Umweltauflagen. Mit dem Produkt Zitronensäure selbst hatten die Umweltschützer eigentlich keine Probleme, wohl aber mit dem Standort: 80 Hektar des wertvollsten Stücks Auewald im Elsass sollten der Fabrik geopfert werden. Dass der Industriekomplex schließlich trotz aller Proteste dort gebaut wurde, sieht Axel Mayer, von Beruf Geschäftsführer beim Regionalverband beim Bund für Umwelt- und Naturschutz (Bund), nur als halbe Niederlage. Zum einen wurde deutlich weniger Auewald gerodet als zunächst geplant, zum anderen erreichten die elsässischen Umweltschützer im Gegenzug einen vertraglichen Schutz für die restlichen Auewälder im Elsass.

Bedenken gegen die Fabrik gab es auch wegen der befürchteten Geruchsbelästigung - eine Befürchtung, die sich schnell bewahrheiten sollte. Kaum war die Fabrik im September 1993 in aller Stille in Betrieb gegangen, hatten viele Menschen in den Rheingemeinden auf deutscher Seite schon “die Nase voll” von dem Industriekomplex am westlichen Rheinufer. Die anhaltenden Proteste veranlassten das Unternehmen schließlich technisch nachzurüsten. Je nach Wetterlage und Windrichtung gibt es aber bis heute zuweilen zwischen Sasbach und Weisweil, manchmal sogar bis Endingen den Geruch von “Herdepflkuchi” .

Sorgen bereitete und bereitet den Umweltschützern der enorme Wasserverbrauch der Fabrik. Schon die erste Genehnigung erlaubte bis zu 30 000 Kubikmeter Grundwasserentnahme pro Tag - so viel, wie 1975 im ganzen Landkreis Emmendingen verbraucht wurde. Eine derart große Entnahme an einem Punkt könnte zu einer Sogwirkung im Grundwasserstrom führen, fürchten Umweltschützer. Ein Effekt, der aufgrund der Salzfracht im Grundwasserstrom des Oberrheingrabens langfristig zu einem Problem werden könnte. Warum trotz des nahen Rheins Trinkwasser für Kühlzwecke eingesetzt werden muss, will Mayer bis heute nicht in den Kopf.

Beim Protest gegen die Zitronensäurefabrik fanden sich die Umweltschützer schnell im klassischen Konflikt Umweltschutz kontra Landwirtschaft wieder. Wohl niemand der damaligen Kontrahenten hätte gedacht, dass die Umweltaktivisten den Getreidebauern der Region einmal den Boden bereiten würden. Für die elsässischen Bauern kam das böse Erwachen, als in der Fabrik vor ihrer Haustür plötzlich billigerer Mais aus den USA angeliefert wurde.

Genmais-Widerstand brachte die Wende für heimische Bauern
Ausgerechnet der Widerstand gegen Genmais in Buggingen brachte den Umschwung. Die Lebensmittelhersteller wollten keine Säuerungsmittel aus amerikanischem Genmais in ihren Produkten. Damit war nun doch der gentechnikfreie Mais vom Oberrhein gefragt. Rund 300 000 Tonnen Mais und Weizen werden in Marckolsheim verarbeitet. Mayer: “Damit sind die Gentechnikgegner zu Förderern des konventionellen Maisanbaus am Oberrhein geworden.” Heute finden Umweltschützer wie Landwirte die Gentechnikfreiheit der Region gut.

Weniger gute Erfahrungen machten die Menschen diesseits des Rheins damit, wie auf französischer Seite mit ihren Befürchtungen und Einwänden umgegangen wurde. 1997 stand die erste Erweiterung des Industriekomplexes auf dem großzügigen Areal an, doch während man diesseits des Rheins noch die Bedenken formulierte, wurde in Marckolsheim bereits gebaut. Eine Antwort auf ihre Bedenken bekamen die betroffenen deutschen Gemeinden nicht, ihre Bürgermeister dafür aber eine Einladung zur Einweihung der Betriebserweiterung.

Ein BZ-Bericht aus dem Sasbacher Gemeinderat im September 2001 veranlasste Axel Mayer schließlich zu dem, was er heute “Anfrage-Marathon” nennt. Damals wurden die Gemeinden darüber informiert, dass eine erweiterte Betriebsgenehmigung erteilt worden sei - unter anderem für drei Verbrennungsanlagen mit 127 Megawatt Leistung. Zum Vergleich: Die Müllverbrennungsanlage Trea Breisgau bringt es gerade mal auf 60 Megawatt. Diesseits des Rheins störte man sich vor allem an den technischen Rahmenbedingungen. Die französischen Behörden genehmigten nämlich einen Stickoxidausstoß von bis zu 350 Milligramm pro Kubikmeter Luft. In Deutschland undenkbar, denn hier orientiert sich die Genehmigung laut Gesetz am aktuellen Stand der Technik und der hätte laut Regierungspräsidium bei maximal 100 Milligramm gelegen.

Axel Mayer wollte wissen, was aus den deutschen Einwänden wurde. Über das Landratsamt reichte der Kreisrat Anfrage um Anfrage ein, tatkräftig unterstützt von der Kreisverwaltung und dennoch ohne Erfolg. Wie hoch der tatsächliche Ausstoß an Stickoxid bei dem Unternehmen liegt, weiß er bis heute nicht.

“Ohne Nachhaken tut sich gar nichts”
Warum rennt da einer beharrlich gegen die Windmühlen der grenzüberschreitenden Bürokratie an? "Um den technischen Fortschritt voran zu treiben", sagt Axel Mayer, denn "ohne Nachhaken tut sich gar nichts" . Tatsächlich habe Frankreich in Sachen Umweltschutz in vielen Bereichen aufgeholt, aber "so etwas fällt nicht vom Himmel" . Allerdings habe er im vereinten Europa erwartet, "dass Informationsaustausch schneller und einfacher geht", räumt er ein. Irgendwie diene das vereinte Europa eben doch weniger den Menschen als den Konzernen.

Wer glaubt, in Europa hätten Landesgrenzen ausgedient, der irrt. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass etwa Atommüllendlager gerne grenznah geplant werden. Und um’ s "G’ schmäckle" geht’ s momentan 15 Kilometer nördlich von Marckolsheim: In Sundhouse soll am Rhein eine große Kompostieranlage entstehen, deren Gerüche dank vorherrschender Westwinde wohl vor allem auf deutscher Seite wahrzunehmen sein dürften. Und weil auch der Europa-Park in der Windrichtung liegt, offenbart sich einmal mehr ein Konflikt, der sich schon in Marckolsheim zeigte: Während man hierzulande auf Tourismus setzt, entstehen im Elsass Industrieanlagen - ein kaum aufzulösender Widerspruch in der Raumentwicklung.

Badische Zeitung vom Dienstag, 18. Oktober 2005
Wir danken Herrn Martin Wendel für die Abdruckerlaubnis


Nachtrag:
Syral ist der viertgrößte europäische Hersteller von Glukose, Stärkehydrolysaten und anderen Stärkeprodukten. Das Werk in Marckolsheim im Elsass verarbeitet jährlich 600.000 Tonnen Mais und Weizen zu 340.000 Tonnen Fertigprodukten.



Axel Mayer (Alt-) Kreisrat


Kreistag im Landkreis Emmendingen: Ein kleiner, auszugsweiser Überblick über 32 Jahre Tätigkeit von Kreisrat Axel Mayer im Kreistag im Landkreis Emmendingen


Immer wieder gehe und fahre ich
durch diesen, an vielen Stellen immer noch schönen Landkreis Emmendingen. Ich kenne die sanften Kuppen des Kaiserstuhls, die steilen Wege auf unseren Hausberg, den Kandel, den Rheinwalddschungel des Wyhler Waldes. Die Dörfer, Städte und Gemeinden im Breisgau, insbesondere Teningen, Riegel und Endingen, sind meine Heimat. Ich vermisse die verloren gehende Stimme der ins Blau aufsteigenden Lerche. Immer öfter sehe ich auch neue Wunden, neue Schneisen der Zerstörung, Heimatverlust, Naturverlust, Kulturverlust, Artensterben, Bauernsterben, Dorfwirtschaftssterben, Verlust an Vielfalt … Aktuell leidet der Wald (nicht nur) im Landkreis unter einem extremen Waldsterben und der zunehmende Egoismus der Ichlinge zeigt sich in der Vermüllung der Landschaft und in der Verlärmung unserer Schwarzwaldtäler und Gemeinden.

Entlang der Bundesstraße 3 entsteht ein durchgängig-hässlicher Siedlungsbrei. Zwischen Offenburg und Freiburg gibt es noch einen minimalen Freiraum von 17,7 km und bandartig-hässliche Siedlungsstrukturen von 50,3 km. Hochstammbäume, Hecken, Insekten, Vögel und bezaubernde landschaftliche Vielfalt werden immer schneller dem (Alb-)Traum der großen globalen Agrarfabrik und der Globalisierung geopfert. Der Verkehrslärm im Transit-Landkreis Emmendingen nimmt zu. Das "Autobahnkreuz" an der B3 bei Denzlingen ist eines von vielen Beispielen für einen rückwärtsgewandten, zerstörerischen Fortschrittsglauben. Zerstörung bedeutet immer auch Kulturverlust und Innenweltverschmutzung. Heimat zerrinnt zwischen den Fingern. Und ich wundere mich, warum niemand schreit.



Einige Anfragen und Themen von (Alt-) Kreisrat Axel Mayer im Kreistag Emmendingen


Es gibt investigativen Journalismus. Und es gibt auch den Versuch von investigativer Regionalpolitik. So eine Auflistung beschreibt allerdings nur die Rosinen im Teig der manchmal mühsamen Kreistagsarbeit



  • Reden von Axel Mayer
  • Ein politischer & persönlicher Lebenslauf von Axel Mayer


Kreistag Emmendingen im Landkreis Emmendingen




Dank
Ohne das gute, bunt gemischte, kreative Team der GRÜNEN Kreistagsfraktion im Landkreis Emmendingen wäre diese Arbeit nicht möglich und nicht erträglich. Mein Dank geht aber auch an das verstorbene, ehemalige Mitglied des Bundestages Hans-Christian Ströbele. Seine Arbeit und sein unabhängiger, freier Geist hat mir manchmal geholfen, die GRÜNE Partei zu ertragen.





Kreistag der Gemeinden im Landkreis Emmendingen:
Bahlingen, Biederbach, Denzlingen, Elzach, Emmendingen, Endingen, Forchheim, Freiamt, Gutach, Herbolzheim, Kenzingen, Malterdingen, Reute, Rheinhausen, Riegel, Sasbach, Sexau, Simonswald, Teningen, Vörstetten, Waldkirch, Weisweil, Winden, Wyhl