Afghanistankrieg endgültig verloren / Amerikanische Kapitulation / amerikanische Kriegsverbrechen in Afghanistan


Veröffentlicht am 12.06.2020 in der Kategorie Krieg & Frieden von Axel Mayer

Afghanistankrieg endgültig verloren / Amerikanische Kapitulation / Kriegsverbrechen in Afghanistan


Aktueller Einschub:


In Afghanistan hat eine große Ratsversammlung die umstrittene Freilassung inhaftierter Taliban empfohlen. Die Freilassung von 400 als besonders gefährlich eingestuften Taliban, teilweise handekt es sich um Mörder und Terroristen, galt als letzte Hürde vor innerafghanischen Friedensgesprächen. Die Freilassung deuet die kommende Machtübernahme der Taliban an. Der teure, mörderische Afghanistan-Krieg hat nichts gebracht und ist verloren.


Aktueller Einschub:


Weltstrafgericht verurteilt US-"Attacke"
"Eine Reihe beispielloser Attacken" - der Internationale Strafgerichtshof findet scharfe Worte in Richtung US-Regierung. Auch UN und EU kritisierten die von Trump angekündigten Sanktionen.

Der Internationale Strafgerichtshof hat mögliche Sanktionen der US-Regierung gegen Mitarbeiter des Gerichts scharf kritisiert. Die USA würden versuchen, mit einer "Reihe von beispiellosen Attacken" Verfahren zu beeinflussen. "Diese Angriffe stellen eine Eskalation dar und einen nicht hinzunehmenden Versuch, in den Lauf der Justiz und die Verfahren des Gerichts einzugreifen." Die Den Haager Behörde wertet den Vorgang als Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz. Das Gericht kündigte aber zugleich an, sich in seiner Arbeit nicht einschränken zu lassen. Trotz der "Drohungen und Zwangsmaßnahmen" bleibe man fest entschlossen, sein Mandat unabhängig und unparteiisch auszuführen, heißt es in einer Erklärung.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind Ermittlungen zu möglichen Kriegsverbrechen in Afghanistan. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Sanktionen gegen Mitarbeiter des Internationalen Strafgerichtshofs genehmigt. Sollten diese ohne Zustimmung Washingtons gegen US-Soldaten ermitteln, drohten ihnen Maßnahmen wie Visabeschränkungen oder das Einfrieren von Besitz in den USA, so die US-Regierung.

Die Vereinigten Staaten würden jede notwendige Maßnahme ergreifen, um ihre Bürger und Verbündeten vor ungerechtfertigter Verfolgung durch das Gericht zu schützen.

"Nichts ist schwerer, als der Rückzug aus einer unhaltbaren Position" sagte Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz gest. 1831 in Breslau (und beschrieb damit mehr als treffend die heutige Situation der NATO und der amerikanischen Hilfstruppe Bundeswehr in Afghanistan). Das aktuelle amerikanische "Friedensabkommen" mit den Taliban hätten wir ohne Krieg auch bekommen können. Nach Vietnam hat die USA erneut einen dummen, unnötigen, teuren, mörderischen Krieg verloren. Die amerikanischen Untergebenen im Afghanistankrieg, also die "afghanische Regierung, Deutschland und die anderen Hilfstruppen wurden nicht gefragt.
Es ist erschreckend. Deutschland hat einen Krieg verloren, aber dies wird nicht wahrgenommen und von den Medien gezielt verdrängt.

Afghanistan-Krieg und Kosten


Was sagt das Watson Institute for International and Public Affairs der amerkanischen Brown University?
Hier geht es allerdings nicht nur um die Kosten & Opfer des Afghanistan Krieges sondern um "alle" amerikanischen Kriege "gegen den Terror" der letzten 20 Jahre.
Die USA haben seit 2001 insgesamt 6,4 Billionen Dollar für die Kriege im Nahen Osten und Asien ausgegeben: 6'400'000'000'000 USD. Laut Analyse des Watson Institute of International and Public Affairs der Brown Universität haben die US-Kriege in Afghanistan, Irak, Syrien und Pakistan den US-Steuerzahler seit ihrem Beginn im Jahr 2001 insgesamt 6,4 Billionen Dollar gekostet – in amerikanischer Zahlensprache «6,4 Trillion Dollar».

Summary
* Over 801,000 people have died due to direct war violence, and several times as many indirectly
* Over 335,000 civilians have been killed as a result of the fighting
* 21 million — the number of war refugees and displaced persons
* The US federal price tag for the post-9/11 wars is over $6.4 trillion dollars (Eine amerikanische trillion entspricht der deutschen Billion)
* The US government is conducting counterterror activities in 80 countries
* The wars have been accompanied by violations of human rights and civil liberties, in the US and abroad

Quelle: https://watson.brown.edu/costsofwar/

Meine Arbeitsthese "Mit dem Geld, dass dieser Krieg gekostet hat, ließe sich für jede afghanische Familie ein "westliches" Einfamilienhaus bauen." entspricht so ziemlich der Realität.
Wer genauere, aktuelle, belegbare Zahlen zum Afghanistan Krieg hat, möchte mich bitte informieren mitwelt.stiftung (at) gmx.net

Mehr Infos: Kosten des Krieges in Afghanistan
Axel Mayer,


In den Anfang Dezember 2019 veröffentlichten Afghanistan Papers
der Washington Post wird die Frage "Hat die US-Armee noch eine funktionierende Strategie für Afghanistan" zumindest infrage gestellt. Dem Bericht zufolge hat die US-Regierung die Öffentlichkeit über Jahre mit beschönigenden Aussagen über den Kriegsverlauf in Afghanistan getäuscht. Die Zeitung beruft sich dafür auf 2.000 Seiten bislang unveröffentlichter Dokumente.

Der Bericht zeigt, wie das amerikanische, aber auch das deutsche Volk, seit 18 Jahren angelogen werden.

All diese folgenden Menschen sind dem Krieg in Afghanistan bisher zum Opfer gefallen, den die USA und Verbündete seit 2001 führen:

  • 64'124 afghanische Sicherheitskräfte
  • 43'074 afghanische Zivilisten
  • 42'100 Taliban
  • 3814 "private Auftragnehmer" der USA (Söldner?)
  • 2400 Mitglieder des US-Militärs
  • 1145 Soldaten der Nato und der Koalition
  • 424 Mitarbeiter von Hilfswerken
  • 67 Journalisten


Und das für nichts, wie der Insiderbericht belegt. Demnach wurden im zentralasiatischen Land kaum oder keine Fortschritte erzielt.

Obschon der Krieg die USA seit Beginn eine Billion US-Dollar gekostet hat, hat sich die Situation vor Ort kaum verbessert. Dies geht aus den Afghanistan Papers hervor, welche die «Washington Post» heute veröffentlicht hat. Bislang wurden die Ergebnisse des US-Sonderinspektors für den Wiederaufbau Afghanistans unter Verschluss gehalten, doch die «Washington Post» erzwang die Veröffentlichung vor Gericht.

Quelle: Aargauer Zeitung (Es ist erstaunlich wie gut die Schweizer Medien berichten)

Der längst verlorene Krieg in Afghanistan
"Wir sind in Afghanistan am Ende. Am Ende mit unseren militärischen wie zivilen Plänen, am Ende auch mit unserer Geduld. Sechs Bundesregierungen in Folge haben sich vergeblich dem Kampf gegen die Taliban angeschlossen und versucht, einen demokratischen Staat aufzubauen, mit desaströsem Ergebnis. Der Krieg am Hindukusch dauert bereits länger als beide Weltkriege zusammen und geht jetzt in sein siebzehntes Jahr. 150.000 Menschen starben bislang auf allen Seiten. Die Taliban haben große Teile des Landes wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Die westlich gestützte Regierung besteht aus vielen unterschiedlichen Lagern, die sich zerfleischen und in einem Sumpf an Korruption versinken. Mafiabosse und Warlords haben große Teile des Parlaments übernommen. In dieses innere Chaos drängt der IS, drängen der Iran und verstärkt wieder Pakistan. Die "Islamische Republik Afghanistan" existiert nur in den größeren Städten, und auch dort zerfällt sie zusehends."
Quelle:Die Zeit vom 10. März 2018



Der Afghanistankrieg ist endgültig verloren / Amerikanische Kapitulation


Seit dem Jahr 2001 wird von der USA, Deutschland und anderen amerikanischen Hilfstruppen in Afghanistan ein längst verlorener, nicht gewinnbarer Krieg geführt, ein weiterer Krieg in der vierzigjährigen Geschichte blutiger Kriege im Land am Hindukusch. (1979 bis 2019 = vierzig Jahre Krieg) Und in Deutschland wird im Jahr 2018 massiv aufgerüstet. Warum will der verhaltensoriginelle amerikanische Präsident Trump, dass seine europäischen Hilfstruppen so massiv aufrüsten? Ist massive deutsche Aufrüstung (insgesamt mehr als 60 Milliarden Euro -60.000.000.000- für das Militär) tatsächlich die einzige Lehre, die wir aus dem längst verlorenen Krieg in Afghanistan gezogen haben? Warum unterwirft sich sich die deutsche Politik, insbesondere CDU & CSU, FDP & AfD, Herrn Trump?

Afghanistankrieg: Haben wir das falsche Land überfallen?
Können Sie sich noch an den Beginn des Afghanistankrieges erinnern? Hat das kleine Afghanistan Europa oder die USA überfallen? Der NATO-Rat hatte am 12. September 2001 die Anschläge des 11. September 2001 als Angriff auf einen der NATO-Staaten erklärt. Damit war erstmals in der Geschichte der NATO der Bündnisfall nach Artikel 5 NATO-Vertrag eingetreten, wonach „ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird“ und daraufhin „in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung“ Beistand geleistet wird. Nach einer Logik, die noch aus der Steinzeit stammt und die uns mehr prägt als wir für möglich halten, muss ein angegriffenes „mächtiges Land“ wie die USA nach einem solchen Angriff irgend ein anders Land angreifen. Wer die traurige Menschheitsgeschichte analysiert wird immer wieder auf ähnliche Machtrituale stoßen.

Doch die Spur des Terrors der Anschläge vom 11. September führt eigentlich eher nach Saudi-Arabien als nach Afghanistan. 15 der 19 Flugzeug-Entführer waren Staatsbürger Saudi-Arabiens, und von dort kam auch das Geld, doch die Saudis sind "unsere gute Diktatur", ein Land, das ökonomisch besonders gute Beziehungen zu den USA hat und darum auch von Deutschland mit Waffen beliefert wird. Haben wir in Afghanistan das falsche Land überfallen?

Die Süddeutsche Zeitung schrieb am 29. April 2018 zu den vorgeschobenen Kriegsgründen
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wäre ein internationaler, gut bewaffneter polizeilicher Einsatz gegen den in Afghanistan versteckten Saudi Osama bin Laden und al-Qaida angemessen gewesen. Weil das aber die verletzte amerikanische Seele nicht befriedigt hätte, votierten Präsident George W. Bush und seine Ratgeber ad hoc für einen Krieg. Dieser Krieg der USA und der Nato war zwar nicht völkerrechtswidrig, beruhte aber auf einer falschen Prämisse: denn der Staat Afghanistan hatte die USA nicht angegriffen.

Um den Krieg am Hindukusch im Zusammenhang zu verstehen, sollten Sie sich einmal auf Wikipedia die Liste der Militäroperationen der Vereinigten Staaten ansehen.

Gastkommentar von Peter Sloterdijk in der NZZ
Die USA führen einen hundertjährigen Krieg - und Europa schaut zu
Die Unterwürfigkeit Europas gegenüber den USA bezieht sich auf praktisch alle Realitätsbereiche, auch auf die digitale Welt. Letztlich geht es stets um die fast protestfreie Unterwerfung des tötungsunwilligen Vasallen unter das Diktat des tötungsfähigen Souveräns...


Der wichtigste Grund für die deutsche Beteiligung am Afghanistan-Feldzug
war die erfreuliche Nichtbeteiligung von Rot – GRÜN am Irak Krieg. Damals „brauchte“ es eine politische Demutsgeste gegenüber den Vereinigten Staaten und dafür bot sich die deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan an. Nach und nach bekam diese Demutsgeste eine immer politischere und gefährlichere Dimension. Die erste Abstimmung über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr im Bundestag verknüpfte der damalige Kanzler Schröder noch mit der Vertrauensfrage um rot-grün auf Linie zu bringen.

Eines haben die Afghanen in ihrer langen Geschichte immer wieder gezeigt.
Fremdbestimmung und fremde Truppen im eigenen Land wollen sie nicht. Das galt in der Vergangenheit für die Soldaten des britischen Empire, für die sowjetischen Truppen und dies gilt auch für die aktuelle Besetzung. Langfristig werden landesfremde Taliban aber auch nicht geduldet werden.

Machen wir uns nichts vor: In diesem Land, dessen archaische Kultur wir nicht verstehen, sind deutsche und westliche Soldaten ungefähr so beliebt wie es afghanische Besatzungssoldaten in Bayern wären. Fünfmal sind in den letzten 200 Jahren ausländische Mächte in Afghanistan eingedrungen und viermal wurden sie besiegt. Jetzt geht die fünfte Macht geschlagen nach Hause. Die Taliban sagen: "Ihr habt die Uhren und wir haben die Zeit."


Afghanistankrieg: Eine aktuelle, private Kleinanzeige von Axel Mayer in der Badischen Zeitung


Ein schrecklich aktuelles Ergebnis dieses dummen, amerikanischen Krieges ist das Erstarken des IS, des internationalen Terrors und eine massive Flüchtlingswelle.
Bei einem Selbstmordanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Juni 2018 auf ein Friedenstreffen von Taliban, Sicherheitskräften und Zivilisten in Ostafghanistan sind nach offiziellen Angaben 20 Menschen getötet worden. 16 weitere seien verletzt worden, sagte der Sprecher der Provinz Nangarhar. Ein Provinzratsmitglied sagte, die Menschen hätten in einem Park im Rodat-Bezirk die Eid-Feiertage und die Waffenruhe gefeiert. Der IS bekannte sich zu der Tat über sein Sprachrohr Amak, ohne weitere Details zu nennen.

Der afghanische Krieg
dem so viele Menschen zum Opfer gefallen sind und der völkerrechtswidrige Drohnenkrieg haben kein einziges Problem gelöst, sondern den Hass auf den Westen verstärkt und erschreckenderweise den, von Saudi-Arabien mit unserem Ölgeld finanzierten, Terrorismus im Irak, Syrien, Lybien und Afghanistan massiv gestärkt. Unrecht und ungerechtfertigte Kriege haben eine Spirale der Gewalt ausgelöst, eine Spirale die sich jetzt ständig weiter dreht und nicht nur den sehr Nahen Osten bedroht.





Afghanistankrieg & verhungernde Kinder


Eine Million afghanischer Kinder unter fünf Jahren sind nach Angaben humanitärer Helfer unterernährt - und nur ein Bruchteil von ihnen bekommt Hilfe. Das geht aus einem Bericht der Vereinten Nationen 2019 in Afghanistan hervor.
Im Humanitären Bulletin für Juli warnt die UNO, dass nur 35 Prozent aller Kinder mit schwerer, akuter Mangelernährung erreicht und nur 25 Prozent dieser Kinder geheilt würden. 30 bis 50 Prozent dieser Kinder stürben.
Afghanistan hat die zweithöchste Kindersterblichkeitsrate der Welt. Von 1000 Kinder sterben 55 vor ihrem fünften Geburtstag. Die Rate hat sich in den vergangenen Jahren fast halbiert, aber Experten fürchten wegen der Verschärfung des Krieges eine Umkehr des Trends.
Es ist kein Geld für die Hungerbekämpfung da, gleichzeitig belaufen sich die Kriegskosten "nur" für die Vereinigten Staaten auf etwa 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr.


Die deutsche Regierung will mehr Geld für die Rüstung und für den afghanischen Krieg, auch weil der Rüstungslobbyist und US-Präsident Trump es so will. Der deutsche Verteidigungshaushalt soll massiv aufgestockt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannte sich nach den deutsch-polnischen Regierungskonsultationen ausdrücklich zu dem Nato-Ziel, zwei Prozent für das Militär auszugeben. Deutschland liegt zurzeit bei 1,2 Prozent - bis 2020 soll der Verteidigungsetat von 34,3 auf 39,2 Milliarden Euro steigen. Um das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen, müsste Deutschland aber mehr als 60 Milliarden Euro für das Militär ausgeben. Diese freiwillige Unterwerfung unter den Willen der USA ist unerträglich und politisch gefährlich. Jetzt laufen die PR-Kampagnen, um den Menschen Angst zu machen, damit sie Aufrüstung und die dumme Beteiligung an amerikanischen Kriegen (Afghanistan) akzeptieren.


Bisher kamen über 3.470 Koalitionssoldaten ums Leben,
darunter 54 Soldaten der Bundeswehr und drei deutsche Polizisten. Die Anzahl gestorbener afghanischer Soldaten und Aufständischer ist, wie zu erwarten "unbekannt." Kosten des Krieges

Afghanistan Krieg & Kosten
Wikipedia schreibt im Mai 2018: "Die Kosten für die Vereinigten Staaten belaufen sich auf etwa 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Da die Vereinigten Staaten etwa 70 Prozent aller Truppen stellen, kann vermutet werden, dass bei ihnen auch nur 70 Prozent der anfallenden Kosten auflaufen. Damit würde der OEF/ISAF-Einsatz pro Jahr etwa 143 Milliarden US-Dollar kosten. Von 2003 bis 2014 hat der Krieg in Afghanistan die International Security Assistance Force (ISAF) und die USA gut eine Billion Dollar gekostet, so Wolfgang Koschnick. Er gehe davon aus, dass noch mehrere hundert Milliarden Dollar an Kosten folgen werden.

Der deutsche Anteil beträgt etwa ein Hundertstel des amerikanischen Beitrags: „Die offiziellen Kosten für die Bundeswehrmission in Afghanistan wurden bei jeder der 13 Mandatierungen durch den Bundestag seit 2001 festgeschrieben. Im ersten Jahr waren es 436 Millionen Euro, inzwischen hat sich diese Summe mehr als verdoppelt: Im Mandatstext von Januar 2011 wurde erstmals etwas mehr als eine Milliarde Euro veranschlagt.“[133] Darin enthalten sind Kosten für Personal, Infrastruktur und Material. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet darüber hinaus auch Kosten durch Tod oder Verwundung von Soldaten sowie die Investitionen von Entwicklungsministerium und Auswärtigem Amt zu den gesellschaftlichen Gesamtkosten und kommt so auf eine Summe von 17 Milliarden Euro über zehn Jahre. Jedes weitere Jahr koste nach Rechnung des DIW dreimal mehr als die offiziell veranschlagte 1 Milliarde Euro pro Jahr.[Die vielen zivilen Opfer werden nicht gezählt."


Und wohin fließt unser Steuergeld? Afganistan zählt mit dem Sudan, Nordkorea und Somalia zu den vier korruptesten Ländern der Welt.
"Hochrangige Posten in der afghanischen Polizei und Armee werden meistbietend versteigert, die tatsächliche Truppenstärke ist weitaus geringer als abgerechnet: Korruption und Seilschaften prägen Afghanistan noch immer. Ein Bericht der Recherchegruppe von Afghanistan Analysts Network zeigt jetzt, in wie vielen Bereichen und Facetten das Problem sich manifestiert." berichtet der Deutschlandfunk 2017.

Der verloren gehende Dauerkrieg und die politische Stille im Land
brüllt seit Kriegsbeginn in meinen Ohren. Zwar waren die Linke, Teile der SPD und die GRÜNE Basis dagegen, dass Deutschland von den USA nach und nach in einen großen Krieg gezogen wurde. Doch die Mehrzahl der SPD Abgeordneten und mehr als die Hälfte der GRÜNEN Bundestagsfraktion war für den Kriegseinsatz. Diese alte, falsche Entscheidung prägt leider auch heute noch das peinliche Verhalten vieler Abgeordneten von SPD und GRÜNEN. Die Parteibasis sieht das zwar zumeist anders, schweigt aber noch. Das "Rumgeeiere" der rot-grünen Funktionäre in Sachen Afghanistan-Krieg ist unerträglich. (Als GRÜNER Kreisrat fällt es mir nicht leicht dies zu schreiben)

Peter Strucks Satz, "unsere Sicherheit werde am Hindukusch verteidigt", stellt die Realität auf den Kopf. Unsere Sicherheit wird durch den Afghanistankrieg gefährdet. Alle Politiker wissen das. [i]"Wer Aufständische mit Bomben bekämpft, tötet immer auch Unschuldige. Mit jedem unschuldig Getöteten wächst der Terror nicht nur in Afghanistan, sondern weltweit. In Deutschland muss der Innenminister Terroristen jagen, die der deutsche Verteidigungsminister durch das Töten afghanischer Zivilisten züchtet. Wir betreiben in Afghanistan ein Terrorzuchtprogramm."[/i] Zitat: Jürgen Todenhöfer ehemaliger CDU MdB in der TAZ

Immer wieder wurde zu Beginn des Krieges gesagt,
wir würden "Kultur, Zivilisation und Entwicklung" nach Afghanistan bringen. Nach Wounded Knee, Hiroshima, Auschwitz, My Lay, Bhopal, Fukushima und Tschernobyl stellt sich die Frage für welche Kultur die Interventionstruppen stehen? Guantanamo und die (frühere?) Folterpraxis der USA (waterboarding) stehen nicht unbedingt für "Westliche Werte".
Und ist unser mitweltzerstörendes Raubbausystem tatsächlich ein Vorbild der Entwicklung für den Rest der Welt?
"Kultur, Zivilisation, Frauenrechte und Entwicklung..." wurde mit solchen Argumenten nicht auch das Kolonialsystem und der Genozid an den Indianern begründet?

Die wirklichen Werte auf die wir stolz sein können,
die Aufklärung oder die Menschenrechte, werden in asymetrischen Kriegen nicht verteidigt, sondern mit Füßen getreten. Folter und Mord gehört zum "Kriegshandwerk" und auch die Unterstützung von Folterpraktiken "befreundeter Truppen" ist ein Verbrechen. Die Kriegsverbrechen der USA, zu Beginn des Feldzuges in Afghanistan und die Folterpraktiken unserer Verbündeten unter Präsident Bush waren nie ein Thema in Deutschland.

Was können wir glauben?
Die offene und umfassende Berichterstattung in den Medien, der allabendliche Fernsehkrieg und die unzensierten Bilder über die Gräuel des Krieges in Vietnam hatten den Widerstand der Friedensbewegung weltweit angefacht, und dieser Widerstand war mit ein Grund für den Rückzug und die Niederlage der Amerikaner. Die Militärs haben ihre Lektion gelernt. Der nur scheinbar saubere Krieg in Afghanistan, den Werbeagenturen im Armeeauftrag inszenieren, ist nicht zuletzt das Ergebnis der verlorenen Medienschlacht in Vietnam. Was können wir glauben, nachdem Kriege wie der im Irak mit Lügengeschichten begonnen und geführt wurden?

Die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte
und der Genfer Konventionen gehört zu den großen Aufgaben der Menschheit. Mit der Unterstützung von Streubomben, Folter und Krieg, bei denen die Menschenrechte nur vorgeschoben werden, um andere Kriegsziele zu tarnen, wird dieses Ziel nicht erreicht. Nicht nur in Diktaturen müssen Demokratie und Menschenrechte durchgesetzt und dauerhaft gesichert werden. Demokratie ist stets auch ein Übergangszustand. Wohin die Reise geht, liegt an uns.

Ein persönlicher Meinungsbeitrag von Axel Mayer, Kreisrat, Mitwelt Stiftung Oberrhein





Ergänzungen...



Krieg in Afghanistan:


Einschub: Die Realität des Irak-Krieges, die Rückschlüsse auf den Afghanistan-Krieg zulässt: Im folgenden Video sieht man, wie irakischer Zivilisten, aus einem US-Hubschrauber mit 30mm Maschinengewehren ermordet werden. Das Video zeigt auch warum wir Wikileaks brauchen.






Wichtige Links zum Krieg in Afghanistan:





Afghanistan Krieg: Der längst verlorene Afghanistankrieg

Von diesem Afghanistankrieg-Motiv habe ich aus eigener Tasche 2000 kleine A3 Plakate drucken lassen. Wenn Sie mir einen Unkostenbeitrag von ca. 5 Euro in einem Brief zusenden, dann schicke ich Ihnen 30 Kleinplakate. Wer wenig Geld hat und die Plakate tatsächlich auch aufhängt, kann diese Aktion auch mit einem kleineren Beitrag unterstützen. Dieser Unkostenbeitrag ist nicht kostendeckend aber das ist kein Problem...)
(Axel Mayer, Venusberg 4, 79346 Endingen, Absender nicht vergessen! Keine Spendenquittung möglich)


Afghanische Trauerrede (kurzer Auszug aus einem sehenswerten Beitrag von Georg Schramm, den Siehier auf YouTube sehen können)
"Kameraden. Liebe Angehörigen. Wir alle kennen den Satz 'Das erste was im Krieg stirbt, ist die Wahrheit'. Lassen sie uns deshalb hier den Krieg draussenhalten und bleiben wir für einen Augenblick bei der Wahrheit.
Der Tod ist der denkbare Abschluß eines soldatischen Arbeitstages. Diese Männer sind in Ausübung ihres Berufes gestorben und der Tod ist die logische Konsequenz soldatischen Handelns; auch wenn wir das gerne verdrängen und zur Tarnung merkwürdige Namen erfinden, wie gefallen, verloren, im Feld geblieben. Letztlich wird in der Fachliteratur alles gleich behandelt, nämlich unter der Rubrik 'Weichzielverlust'.
Wir hier versuchen, dem Tod des Einzelnen einen Sinn zu geben. Aber geben wir der Wahrheit die Ehre. Ein sterbenswerter Sinn für das was wir in Afghanistan tun, ist nicht mehr erkennbar.
Die Kinder winken nicht mehr, wenn wir auf Patrouille gehen, die von uns gebauten Schulen sind geschlossen, für jeden von uns erschossenen Zivilisten melden sich 10 Freiwillige bei den Taliban, die mittlerweile vielen schon als das kleinere Übel gelten, und selbst der von uns gekaufte Präsident Karzai sieht unseren Abzug lieber heute als morgen.
Wir sind nur noch dort und kämpfen, weil wir nicht den Mut haben, zuzugeben, daß wir gescheitert sind. Eine Kultur des Scheiterns ist in unserem westlichen moralischen Wertekatalog nicht mehr vorgesehen.
Vielleicht hat Clausewitz deshalb geschrieben: Nichts ist schwerer, als der Rückzug aus einer unhaltbaren Position. Deshalb, lassen sie uns mutig sein und das Schwere tun - lassen sie uns das Kühne wagen, lassen sie uns das Scheitern eingestehen; denn nur wer das Scheitern eingesteht, ist der wirklich Starke. Und wenn wir dann nach draußen gehen, mit diesem Gedanken, dann hat der Tod dieser Männer vielleicht doch noch einen Sinn gehabt." Zitatende



Nein zum Afghanistankrieg



Hier finden Sie eine umfassende Übersicht und eine Vielzahl von Beiträgen: Krieg und Frieden auf Mitwelt.org (Iran, Afghanistan, Irak, Syrien, Aufrüstung...)


Aktuell & Wichtig:


US-Präsident und Rüstungslobbyist Donald Trump
will Deutschland mit dem Abzug von fast 11.800 Soldaten "bestrafen", weil wir zu wenig Geld für Rüstung ausgeben. Von den insgesamt ca. 35.000 Soldaten sollen 6.400 in die USA zurück verlegt werden, 5.400 werden innerhalb Europas verlegt.

Herr Trump soll endlich die amerikanischen Atomwaffen in Büchel mitnehmen und auch die militärische Infrastruktur, mit der von deutschem Boden aus weltweit Kriegsverbrechen begangen werden. Die aktuelle Debatte zu diesem Thema wird gerade von allen deutschen Parteien mit großer Unterwürfigkeit geführt. Wir Deutschen neigen einerseits zu entsetzlichem Nationalismus, andererseits aber auch zu peinlicher Unterwürfigkeit. Kluge, differenzierte Souveränität scheint es nicht zu geben. Fast 80 Jahre nach Kriegsende sollten die fremden Truppen endlich abziehen.

Massive Aufrüstung in Deutschland 2020 / Rüstungsausgaben NATO - Russland
Insgesamt lagen die Militärausgaben der 29 NATO-Mitgliedsstaaten 2019 bei etwa 1.035 Milliarden US-Dollar (circa 958 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Russlands Ausgaben lagen im selben Jahr bei 65,1 Milliarden US-Dollar.
2019 gab es laut dem internationalen Friedensforschungsinstitut in Stockholm den höchsten Anstieg der weltweiten Militärausgaben seit 2010 auf weltweit 1.917 Milliarden US-Dollar. Das sind sind 2,2 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts oder rund 2.400 Dollar pro Kopf der Erdbevölkerung. Mit einer Steigerungsrate der Militärausgaben von über 10 Prozent gegenüber 2018 ist Deutschland der aktuelle Aufrüstungsweltmeister.
Die Rüstungsausgaben der Bundesrepublik stiegen unter den größten 15 Rüstungsnationen weltweit innerhalb der Jahresfrist am meisten: Von 2018 bis 2019 um rund zehn Prozent auf 49,3 Milliarden Dollar.
Mit den zusätzlichen Rüstungskosten in einem einzigen Jahr ließe sich die Grundrente fast drei Jahre finanzieren. Aber für die Grundrente ist "kein Geld" da, sagen Konservative & Liberale.
Mehr Infos: Aufrüstung




Mitwelt-Warnungen im Corona-Jahr 2020 & Hinweise zu diesen Seiten...


  • 1) Diese Internetseiten der Mitwelt Stiftung Oberrhein sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleine Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern & Verschwörungstheoretikern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.
  • Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein


Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)