Hartmannsweilerkopf, Hartmannswillerkopf, Vieil Armand: Der Menschenfresserberg im Ersten Weltkrieg


Veröffentlicht am 01.07.2019 in der Kategorie Krieg & Frieden von Axel Mayer

Hartmannsweilerkopf, Hartmannswillerkopf, Vieil Armand: Der Menschenfresserberg
1914 - 2014: 100 Jahre Erster Weltkrieg - Ein aktuelles Foto von den Schlachtfeldern am Hartmannsweilerkopf


Mein Großvater Josef Dufner
hat mir vom unmenschlichen Abschlachten in den Vogesen am Hartmannsweilerkopf im Dezember 1914 erzählt, bei dem etwa 25000 bis 30.000 Soldaten "für´s jeweilige Vaterland gefallen" sind. "Gefallen" ist ein seltsam beschönigendes Wort: Es steht für erschossen, zerfetzt, zerrissen, erstickt, qualvoll gestorben, verblutet... Dazu kamen etwa 60000 verwundete und verstümmelte Soldaten.
Die Familie meiner Großmutter Maria Dufner lebte im Münstertal, in einem der schönsten Vogesentäler unter dem "Montagne de la Mort". Als Folge beider Weltkriege wechselten sie mehrfach die Nationalität ohne den Wohnsitz zu verändern.

Der Hartmannswillerkopf liegt ein wenig vorgerückt vor dem blauen Vogesenband
Diese exponierte und strategisch günstige Lage mit "Schußfeld" auf Rheinebene war ein wichtiger Grund für die Kampfhandlungen. Es gibt auch im Jahr 2014, hundert Jahre nach Kriegsbeginn ein gut erhaltenes System von Schützengräben und Granattrichtern. Nicht nur an grauen Novembertagen bekommt mensch hier eine Ahnung vom Grauen dieses schrecklichen Krieges, bei dem der Menschenfresserberg immer nur ein "Nebenkriegsschauplatz" war. Die Kämpfe um den Gipfel begannen am 31. Dezember 1914. Die schwersten Kämpfe gab es am 19.-20. Januar, 26. März, 25.–26. April und 21.–22. Dezember 1915. Ab etwa Mitte 1916 reduzierten beide Seiten ihre Truppen dort; intensivere Kämpfe fanden in nördlicheren Frontabschnitten statt. Ab dann fanden im Wesentlichen nur noch Artillerieduelle statt. Beide Seiten beschränkten sich darauf, ihre Linien zu halten. Insgesamt starben etwa 30.000 Soldaten am Hartmannswillerkopf.
(Quelle: Wikipedia)

Die Narben dieses hundert Jahre zurückliegenden Krieges
sind in den Vogesen noch an vielen Stellen zu sehen, während gleichzeitig Deutsche und Franzosen in Afghanistan einen über dreißigjährigen, von Anfang an verlorenen Krieg langsam beenden.

Axel Mayer

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1914 - 2014 Erster Weltkrieg: Was haben wir daraus gelernt?
1914-2014: la Grande Guerre - QU'AVONS-NOUS APPRIS DEPUIS ?



Hartmannsweilerkopf, Hartmannswillerkopf, Vieil Armand: Erster Weltkrieg 1914 - 2014 - Was haben wir daraus gelernt?



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Der bei gutem Willen verhinderbar gewesene, dumme, unnötige und völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands, unter dem die Menschen in der Ukraine so schrecklich leiden, führt dazu, dass die globalen Ausgaben zur Kriegsvorbereitung massiv steigen. Alleine Deutschland will 100 Milliarden Euro zusätzlich für die Kriegsvorbereitung ausgeben. (Eine Milliarde sind tausend Millionen)
Doch schon vor dem Ukraine-Krieg lagen die Rüstungskosten der NATO bei 1100 Milliarden Dollar, die Russlands bei 61 Milliarden Dollar. Westliche "Unterrüstung" war also nicht der Auslöser dieses Krieges. Der Impuls jetzt noch viel mehr Geld ins Militär zu stecken, geht an den tatsächlichen Ursachen des Krieges vorbei.
Zu den größten Problemen der Menschheit zählt die Apokalypse-Blindheit und die Unfähigkeit, aus vergangenen Kriegen und menschengemachten Katastrophen zu lernen. Kriegszeiten sind Zeiten größtmöglicher Dummheit, Irrationalität und selektiver Wahrnehmung, in denen menschliches Denken und Handeln und die Berichterstattung in den Medien von stammesgeschichtlich erklärbaren, steinzeitlichen Reflexen geprägt ist. In Kriegszeiten spielen Fakten keine Rolle.

Während in der Ukraine Bomben explodieren und 15 alte, marode ukrainische AKW die Gefahren immens steigern, knallen bei Rüstungs- und Fracking-Gas-Lobbyisten die Champagnerkorken und der Atom-Lobbyist Günther Oettinger nutzt den Krieg, um für die Gefahrzeitverlängerung von AKW zu werben.









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Axel Mayer,Mitwelt am Oberrhein

Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)


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