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Irak Krieg: Rede von Axel Mayer / Wir haben keine Chance - nutzen wir sie!


Irak Krieg: Rede von Axel Mayer / Wir haben keine Chance - nutzen wir sie!

Irak Krieg: Nachtrag 10 Jahre nach Kriegsbeginn
Quelle: Süddeutsche Zeitung 15. März 2013
"Im Zuge des Irak-Krieges sind einer Studie zufolge mindestens 120.000 Menschen getötet worden. Zwischen dem Beginn des Krieges 2003 und dem Rückzug der USA aus dem Irak 2011 habe es mindestens 116.000 zivile Todesopfer gegeben, schrieben zwei US-Wissenschaftler in einem Bericht der Wissenschaftszeitschrift The Lancet.
Zudem seien mehr als 4800 ausländische Soldaten in dem Konflikt getötet worden. "Viele irakische Zivilisten wurden verletzt oder erkrankten, weil die Gesundheitsinfrastruktur des Landes geschädigt wurde. Rund fünf Millionen Menschen wurden vertrieben", schrieben die Autoren Barry Lavy von der Tufts- Universität in Boston und Victor Sidel vom Albert-Einstein-College für Medizin in New York.
Die Kosten des Krieges schätzten die Wissenschaftler unter Berufung auf andere Studien, Regierungsberichte, internationale Organisationen und Medien auf bislang 810 Milliarden Dollar (625 Milliarden Euro). Sie könnten demnach allerdings noch auf drei Billionen Dollar steigen."
Quelle: Süddeutsche Zeitung 15. März 2013


Rede vom 20.03.2003 gegen den drohenden Irak-Krieg

Redebeitrag Friedensdemo Emmendingen 20.3.2003

Liebe Freundinnen und Freunde

Ich wende mich mit meinem Redebeitrag nicht an Euch,
ich wende mich direkt an den amerikanischen Präsidenten Herrn Bush.

Sehr geehrter Herr Präsident Bush,
Sie führen Krieg,
Krieg gegen den Irak.

Was sind Ihre Kriegsziele, Mr Bush?
Sie sagen, Freedom and Democracy seien Ihre Kriegsziele.

Freedom and Democracy, das sind hehre Ziele,
aber warum haben die USA immer wieder weltweit Diktaturen unterstützt?
Warum hat der CIA am 11. September 1973, also vor 30 Jahren, die Demokratie in Chile gestürzt und den Massenmörder Pinochet unterstützt?
Warum standen Sie so häufig an der Seite der Diktatoren?
Freedom and Democracy?
Wir glauben es Ihnen nicht, Herr Bush!

Dear Mr. President
Sie wollen den Diktator Saddam Hussein beseitigen
Auch wir sind gegen Saddam Hussein
Wir haben demonstriert, als Saddam Hussein Giftgas gegen die Kurden einsetzte
Niemand hat damals auf uns gehörtWarum hat niemand auf uns gehört?
Damals im Krieg des Irak gegen Iran war Herr Hussein noch ein Freund der USA und wurde mit Waffen beliefert

Dear Mr. Bush
Sie sagen, Saddam Hussein lügt
Wir alle wissen, dass Diktatoren lügen
aber was ist mit Demokraten in Kriegszeiten?
Der Vietnamkrieg begann mit einer amerikanischen Propagandalüge
Die Brutkastenstory des letzten Irak Krieg war ein von einer Werbeagentur erfundener und inszenierter falscher Kriegsgrund

Dear Mr Bush,
auch im Krieg gilt:
Ditatoren lügen,
Demokraten aber müssen überzeugen,
sonst stirbt nicht nur die Wahrheit, sondern auch die Freiheit im Krieg.

Dear Mr. Präsident,
Wir wissen jetzt:
Demokratie und Freiheit ist nichts Festes, Sicheres, Erreichtes.
Wirkliche Demokratie und Freiheit sind Ziele die vor uns liegen
und Rückschritte sind jeden Tag möglich.
Für diese Rückschritte stehen Menschen wie Berlusconi, Murdoch und Sie Herr Bush.

Dear Mr. Präsident,
Ein Frage plagt mich ganz besonders:
Was unterscheidet einen "guten Diktator", der von den USA unterstützt wird, von einem schlechten Diktator?
Wann wird ein "guter Diktator" zu einem schlechten Diktator?
Für mich, für uns gilt:
Es gibt es keine guten Diktatoren.

Dear Mr. Bush,
Sie sagen, es geht Ihnen nicht nur ums Öl.
Aber Sie wissen doch:
Nur 5% der Weltbevölkerung sind Amerikaner.
Diese 5% verbrauchen 25% der Erdölvorkommen
und unterm Irak liegen die zweitgrößten Erdölreserven der Welt
mit einem Wert von 2800 Milliarden Dollar.

Sehr geehrter Herr Bush,
Ich nenne Ihnen Ihre tatsächlichen Kriegsgründe:
Öl, Öl, Öl, Öl, Öl, Öl!
Dieser Krieg ist ein Raubzug!

Dear Mr Bush,
Sie sagen es geht Ihnen um Demokratie...
Warum setzen Sie Ihren Krieg dann mit so undemokratischen Mitteln durch?
Warum versuchen Sie demokratische Länder zu kaufen?
Warum entmachten und entwürdigen Sie die UNO?
Wir brauchen eine starke unabhängige UNO!

Dear Mr. Bush,
Sie sagen in beeindruckender Schlichtheit:
"Wer nicht für mich ist, ist gegen mich."
Für Sie sind wir Antiamerikaner.
Wir sind keine Antiamerikaner.
Wir sind Anti Bushianer, Anti Rumsfeldjaner
und Herrn Blair mögen wir auch nicht.
Und wir sind mit vielen Amerikanern und Amerikanerinnen vor allem gegen diesen unnötigen Raubzug für Macht und Öl!

Und wenn heute der russische Präsident Putin nicht für den Krieg ist, dann freut uns das.
Es hindert uns aber nicht zu sagen:
Die Massaker in Tschetschenien müssen ein Ende haben, Herr Putin!
Massaker an Kurden im Irak!
Massaker in Tschetschenien!
Massaker an Kriegsgefangenen in Massar I Sharif in Afghanistan wie damals in My Lay Vietnam...
Und auch Hightech-Waffen in Wohngebieten richten Massaker an.
Was gibt keine guten Massaker, Mr. Bush!
Ihr Krieg ist ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg
und damit ein Verbrechen!

Dear Mr. President,
Sie sagen, es geht Ihnen um den Kampf gegen den Terror.
Auch wir sind gegen Terrorismus.
Vor unserer Tür liegt Fessenheim, ein potenzielles Angriffsziel.
Der 11. September war für uns alle ein Schock.
Aber in den Terrorflugzeugen des 11. September waren keine Iraker!
Die Mehrzahl der Terroristen stammten aus der amerikanischen Kolonie Saudi Arabien.

Unsere westliche Art Krieg zu führen:
Hightech-Raketen gegen arme Länder,
Bomben aus großer Höhe,
technokratische Allmacht.
Das löst Ohnmachstgefühle, Zorn, Hass und Terrorismus aus.
Armut, Ungleichheit und Ungerechtigkeit,
das sind die Wurzeln des Terrors!
Dagegen lasst uns angehen,
aber ohne Waffen und Krieg!

Dear Mr Präsident ,
Dear Mr. Blair,
Liebe Frau Merkel,

wir wissen, der Krieg war beschlossene Sache.
Die Vorbereitungen waren teuer,
die Investitionen waren zu groß, um den Krieg abzublasen,
die Kriegsbeute ist zu verlockend.
Aber mit diesem Krieg stirbt auch in den USA
ein großes Stück Freiheit.
Sie werden den Krieg schnell und blutig gewinnen,
aber den Frieden und die Zukunft verlieren.

Dear Mr Bush,
The american way of life is one of the main reasons for this war!
The american way of live is not sustainebal!

Axel Mayer



Nachtrag 2008

Irak: Krieg um Öl
«Dank» dem Irakkrieg sitzen die US-Truppen heute (2008) auf einem Viertel der globalen Ölreserven, geschätzte 115 Milliarden Barrel Öl. Bei einem Ölpreis von 100 Dollar pro Fass ergibt dies eine Beute im Wert von 11’500’000’000’000 Dollar, oder 11,5 Billionen Dollar! Wer diese Beute kontrolliert, gehört zu den Gewin­nern. Die wenigsten Menschen können so grosse Zah­len überhaupt noch aussprechen. Einer, der es kann, ist Alan Greenspan, der frühere Vorsitzende der US-Noten­bank. «Ich finde es bedauerlich», so Greenspan, «dass es politisch unkorrekt ist zuzugeben, was alle schon wis­sen: Beim Irak-Krieg geht es um das Erdöl». Paul Wolfo­witz, der frühere Vize-Verteidigungsminister der USA, erklärte es so: «Der wichtigste Unterschied zwischen Nordkorea und Irak liegt darin, dass wir beim Irak aus wirtschaftlicher Sicht einfach keine Wahl hatten. Das Land schwimmt auf einem See aus Erdöl.»
Zitat: Daniele Ganser Historiker und Friedensforscher




Eine kleine Auswahl: Reden von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS


Die alemannischen Redebeiträge und die Vorträge finden Sie unten auf dieser Seite
















Mitwelt Links zum Themenbereich Krieg, Frieden, neuer Kalter Krieg & Aufrüstung 5/2018



Der nächste amerikanische Krieg gegen den Iran hat schon im August 1953 begonnen. Der demokratisch gewählte iranische Premier Mossadegh wurde vom Militär aus dem Amt geputscht. Hintergrund waren die westlichen Öl-Interessen. "Die amerikanische CIA bestätigt jetzt ihre führende Teilhabe an der Aktion" schreibt Die Welt.

  • Mehr Infos zum drohenden Krieg Iran - USA- Israel hier














  • Ein kleiner, auszugsweiser Überblick über die Tätigkeit von Kreisrat Axel Mayer im Kreistag im Landkreis Emmendingen



    Immer wieder gehe und fahre ich auch im Jahr 2018
    durch diesen, an vielen Stellen immer noch schönen Landkreis Emmendingen. Ich kenne die sanften Kuppen des Kaiserstuhls, die steilen Wege auf unseren Hausberg den Kandel, den Rheinwalddschungel des Wyhler Waldes. Die Dörfer, Städte und Gemeinden im Breisgau, insbesondere Teningen, Riegel und Endingen, sind meine Heimat. Immer öfter aber sehe ich auch neue Wunden, neue Schneisen der Zerstörung, neue Verluste.

    Entlang der Bundesstraße 3 entsteht ein hässlicher Siedlungsbrei. Zwischen Offenburg und Freiburg gibt es noch einen minimalen Freiraum von 17,7 km und bandartige Siedlungsstrukturen von 50,3 km. Der Verkehrslärm im Transit-Landkreis Emmendingen nimmt zu. Das "Autobahnkreuz" an der B3 bei Denzlingen ist eines von vielen Beispielen für einen rückwärtsgewandten, zerstörerischen Fortschrittsglauben. Zerstörung bedeutet immer auch Kulturverlust und Innenweltverschmutzung. Heimat zerrinnt zwischen den Fingern. Und ich wundere mich warum niemand schreit.
    Axel Mayer, Kreisrat, Endingen






    Kreistag Emmendingen im Landkreis Emmendingen




    Dank
    Ohne das gute, bunt gemischte, kreative Team der GRÜNEN Kreistagsfraktion im Landkreis Emmendingen wäre diese Arbeit nicht möglich und nicht erträglich. Ich danke Stefan Bilharz, Irene Kunst-Woestmann, Alexander Schoch, Martina Balzer, Uwe Bauer, Rüdiger Tonojan, Susanne Wienecke, Barbara Schuler (und früher Angelika Schwarz-Marstaller) für die langjährige, mehr als erfreuliche Zusammenarbeit.

    Mein Dank geht aber auch an das ehemalige Mitglied des Bundestages Hans-Christian Ströbele. Seine Arbeit und sein unabhängiger, freier Geist hat mir manchmal geholfen die GRÜNE Partei zu ertragen.







    Gemeinden im Landkreis Emmendingen:
    Bahlingen, Biederbach, Denzlingen, Elzach, Emmendingen, Endingen, Forchheim, Freiamt, Gutach, Herbolzheim, Kenzingen, Malterdingen, Reute, Rheinhausen, Riegel, Sasbach, Sexau, Simonswald, Teningen, Vörstetten, Waldkirch, Weisweil, Winden, Wyhl





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    Dieser Artikel wurde 11504 mal gelesen und am 23.11.2017 zuletzt geändert.