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Kriegslügen, Kriegspropaganda: Giftgas in London & Syrien? - Was können wir im neuen Kalten Krieg glauben?


Kriegslügen, Kriegspropaganda: Giftgas in London & Syrien? - Was können wir im neuen Kalten Krieg glauben?


Ein persönlicher Meinungsbeitrag von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident TRAS, Kreisrat

Dieser Text entsteht gerade auch aus einer gewissen Verzweiflung heraus.
Ich weiß, dass in den uns umgebenden Diktaturen und den entstehenden Halbdikaturen gelogen und betrogen wird. Ich würde aber gerne in einem Land und einer Demokratie leben, in der auch ich in "Vorkriegssituationen" nicht systematisch belogen werde und in der ich mich zumindest auf die "Qualitätsmedien" einigermaßen verlassen kann.

Ich bin jetzt 62 Jahre alt und ich erinnere mich noch an den letzten Kalten Krieg, der nur durch verschiedene glückliche Zufälle nicht zu einem letzten, globalen, alles zerstörenden Weltkrieg wurde und es ist zweifelhaft, ob wir im heraufziehenden neuen Kalten Krieg ähnliches Glück haben werden. Mit über 40 Jahren Verspätung berichten jetzt die Medien, wie wir im Kalten Krieg alle von allen Seiten systematisch belogen wurden. Kriegsberichterstattung war und ist fake news.

Ich erinnere mich an die gefakten Gründe für den Krieg in Vietnam und die vorgeschobenen (nicht vorhandene Massenvernichtungswaffen) für den Irak-Krieg,
der ein Krieg für Öl war und an die unglaubliche Brutkastenstory, bei der die amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton mit einer unglaublichen Lügengeschichte Kriegsgründe lieferte.

Wir leben aktuell in einem sich entwickelnden, gut organisierten neuen Kalten Krieg
und ich erlebe ähnliche Mechanismen wie vor 50 Jahren. Nur die PR und die Lügen beider Seiten sind besser geworden und passen besser in die heutige Zeit. Die nur scheinbar sauberen, aktuellen, "eigenen" Kriege in den Medien sind nicht zuletzt das Ergebnis der verlorenen Medienschlacht in Vietnam. Im Vietnamkrieg wurden die zivilen Opfer (in My Lai mit Verspätung) im Fernsehen noch gezeigt. Die Opfer des Drohnenkrieges in Afghanistan werden in den deutschen Nachrichten und Medien (fast) nicht gezeigt. Wenn seit dem Vietnamkrieg die Zensur und Selbstzensur "besser" wurde, spricht das nicht für eine Weiterentwicklung unserer Demokratie.

Aufrüstung in Deutschland und ein Vergleich der Rüstungsausgaben in Ost und West
Um das von CDU, CSU, FDP & AfD gewünschte "Zwei-Prozent-Ziel" zu erreichen, müsste Deutschland aber mehr als 60 Milliarden Euro (60.000.000.000) für das Militär ausgeben. Es passt in die zeitgemäßen Durchsetzungsstrategien, dass Parteien und Rüstungslobby lieber von 2% reden, als von jährlich zusätzlichen über 25 Milliarden Euro (25.000.000.000).

Die recht neutrale und objektive Seite Statistika listet die Höhe der Militärausgaben in den NATO-Staaten von 2011 bis 2016 auf.
  • So hat die NATO im Jahr 2016 921 Milliarden Dollar für Rüstung ausgegeben.
  • Russland hat in selben Jahr69 Milliarden Dollar für Rüstung ausgegeben.


Giftgasanschlag auf Ex-Agent Skripal:


Ich mag die Halbdiktatur in Russland und Putin nicht, aber ist er wirklich so dumm in England alte Spione mit einem Gift töten zu lassen, das es scheinbar nur in Russland gibt und das jeder westliche Geheimdienst selber produzieren kann? Im Tatort würde jeder Kommissar feststellen, dass die Spur doch zu offensichtlich zum Täter führt und ähnliches gilt leider auch Syrien...
  • Ich bin genervt von den Medien & Internetseiten, die jetzt schon zu 100% wissen, dass Russland hinter dem Giftanschlag in London steckt.
  • Ich bin genauso genervt von den Internetseiten die jetzt schon zu 100% wissen, dass Russland nicht hinter dem Giftanschlag steckt.

Ich weiß es schlicht nicht und nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte ist so ein Anschlag wie in London oder gefakte Chenmiewaffenangriffe tatsächlich allen zuzutrauen.

Zum besseren Verständnis meiner Kritik an Ost & West gibt es zwei kluge Wikipedia-Quellen:


Axel Mayer, Endingen 13.4.18
(ziemlich verzweifelt)


Kriegslügen, Kriegspropaganda & vorgeschobene Kriegsgründe: Eine kleine Auflistung!


(Ich versuche diese Auflistung mit möglichst "seriösen" Quellen zu begründen)

Arthur Ponsonby und Anne Morelli haben klug und objektiv die zehn „Gebote“ der Propaganda zusammen getragen:
    1 Wir wollen keinen Krieg!
    2 Der Gegner ist allein für den Krieg verantwortlich!
    3 Der Führer des feindlichen Lagers wird dämonisiert
    4 Wir verteidigen ein edles Ziel und keine persönlichen Interessen!
    5 Der Feind begeht wissentlich Grausamkeiten, wenn wir Fehler machen, geschieht dies unbeabsichtigt
    6 Der Feind benutzt unerlaubte Waffen
    7 Wir erleiden wenige Verluste, die Verluste des Feindes sind erheblich
    8 Anerkannte Kulturträger und Wissenschaftler unterstützen unser Anliegen
    9 Unser Anliegen hat etwas Heiliges
    10 Wer unsere Propaganda in Zweifel zieht, arbeitet für den Feind und ist damit ein Verräter

Mehr Infos zu diesen zehn Geboten der Kriegspropaganda finden Sie hier



    Ein Beispiel für erfundene Kriegsgründe in einer Diktatur


  • Um den Angriff auf Polen zu rechtfertigen, fingierte das Deutsche Reich am 31. August 1939 neben einigen Grenzzwischenfällen den Schein-Überfall auf den Sender Gleiwitz. Am 10. August 1939 befahl der Chef des SD Reinhard Heydrich dem SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks, einen Anschlag auf die Radiostation bei Gleiwitz in der Nähe der polnischen Grenze vorzutäuschen und es so erscheinen zu lassen, als seien Polen die Angreifer gewesen.
    Quelle: Wikipedia

    Beispiele für erfundene Kriegsgründe in demokratischen Ländern


  • Angriff des Nato-Mitglieds Türkei auf Syrien im Frühling 2018
    Die türkische Militäroffensive auf Afrin (kurdisch Efrîn) begann offiziell am 20. Januar 2018 unter dem Namen Operation Olivenzweig auf Befehl des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.
    Dazu gibt es eine spannende Vorgeschichte:
    "Am 26.3.2014 wurden auf YouTube Audio-Mitschnitte veröffentlicht, auf denen angeblich der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu im Gespräch mit ranghohen Militärs und Geheimdienstlern zu hören sind. Eine Stimme, die Geheimdienstchef Hakan Fidan gehören soll, schlägt eine bewaffnete Provokation in Syrien vor, um ein militärisches Eingreifen zu rechtfertigen. Agenten sollten von Syrien aus Raketen auf türkisches Brachland abfeuern. Weitere Stimmen sollen Vize-Armeechef Yaşar Güler und Unterstaatssekretär Feridun Hadi Sinirlioğlu gehören. Kurz nach diesem Leak wurde die Video-Plattform gesperrt" berichtete die Süddeutsche Zeitung

  • Um den Angriff auf Nordvietnam zu rechtfertigen, wurde von der US-Regierung der Tonkin-Zwischenfall konstruiert. Als Tonkin-Zwischenfall (auch Tongking-Zwischenfall) bezeichnet man die Ereignisse im August 1964 im Golf von Tonkin, vor der Küste Nordvietnams, bei denen ein Kriegsschiff der US-Marine angeblich in ein Gefecht mit nordvietnamesischen Schnellbooten verwickelt wurde. Der Zwischenfall wurde von der US-Regierung unter Präsident Lyndon B. Johnson als Begründung für die sogenannte Tonkin-Resolution angeführt, welche die offizielle Beteiligung der USA an den Feindseligkeiten zwischen Nord- und Südvietnam vorsah, die sich in der Folge zum Vietnamkrieg (1965–75) ausweiteten. 1971 veröffentlichte der Pentagon-Mitarbeiter Daniel Ellsberg einen als Pentagon-Papiere bekannt gewordenen Bericht, der die Darstellung des Zwischenfalls durch die frühere Regierung als bewusste Falschinformation entlarvte. Zu diesem Zeitpunkt hatten der Krieg in Vietnam und die US-amerikanische Beteiligung bereits ihren Höhepunkt erreicht.
    Quellen: Die Zeit und Wikipedia

  • Die Brutkastenstory im ersten Irak-Krieg 1990 war ein von einer Werbeagentur erfundener und inszenierter falscher nachgeschobener Kriegsgrund. In der Geschichte von Kriegslügen und Kriegspropaganda ist diese Geschichte eines der unglaublichsten Beispiele für eine zutiefst verlogene Rechtfertigung eines Krieges. Die Brutkastenlüge bezeichnet die Behauptung, irakische Soldaten hätten bei der Invasion Kuwaits im Jahr 1990 kuwaitische Säuglinge in einem Krankenhaus in Kuwait-Stadt getötet. Die Behauptung stellte sich später als haltlos heraus. Die damals fünfzehnjährige Tochter von Saud Nasir as-Sabah erklärte vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses unter Tränen, sie habe freiwillige Arbeit im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt geleistet und sagte wörtlich: „Ich habe gesehen, wie die irakischen Soldaten mit Gewehren in das Krankenhaus kamen …, die Säuglinge aus den Brutkästen nahmen, die Brutkästen mitnahmen und die Kinder auf dem kalten Boden liegen ließen, wo sie starben.“ Erst später stellte sich heraus, dass die Jugendliche die Tochter eines kuwaitischen Diplomaten war. Die Organisation Citizens for a Free Kuwait hatte die PR-Agentur Hill & Knowlton für 10 Millionen US-Dollar beauftragt, die erfundene Geschichte des Mädchens publik zu machen. Zwei Krankenschwestern der betreffenden Entbindungsstation erklärten später, dass die Jugendliche nicht dort gearbeitet habe und die von ihr beschriebenen Vorfälle niemals stattgefunden hätten.
    Quelle: Wikipedia & Auszug aus dem Buch Kriegstrommeln von Mira Beham auf mitwelt.org

  • Als Begründung für den Irakkrieg 2003 nannte die angreifende „Koalition der Willigen” unter der Führung der USA vor allem eine angebliche akute Bedrohung durch Massenvernichtungsmittel seitens des irakischen Diktators Saddam Hussein. Diese und weitere Begründungen waren vor dem Irakkrieg stark umstritten. Daher verweigerte der UN-Sicherheitsrat die Legitimation des Krieges durch ein UN-Mandat, so dass er völkerrechtlich als illegaler Angriffskrieg gilt. Die genannten Kriegsgründe sind historisch widerlegt und werden oft als absichtliche Irreführung der Weltöffentlichkeit bewertet, da im Irak weder Massenvernichtungsmittel noch Beweise akuter Angriffsabsichten gefunden wurden. Stattdessen wird angeführt, die USA habe durch den Krieg lediglich wirtschaftliche Interessen, insbesondere im Zusammenhang mit Erdöl verfolgt.
    Quelle: Wikipedia

  • Der offizielle Grund für den Krieg in Afghanistan waren die Anschläge des 11. September 2001. Der NATO-Rat hatte am 12. September 2001 die Anschläge des 11. September 2001 als Angriff auf einen der NATO-Staaten erklärt. Damit war erstmals in der Geschichte der NATO der Bündnisfall nach Artikel 5 NATO-Vertrag eingetreten, wonach „ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird“ und daraufhin „in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung“ Beistand geleistet wird. Hat das kleine Afghanistan Europa oder die USA überfallen? Die Spur des Terrors der Anschläge vom 11. September führt eigentlich eher nach Saudi-Arabien als nach Afghanistan. 15 der 19 Entführer und Attentäter waren Staatsbürger Saudi-Arabiens, und von dort kam auch Geld für die Anschläge.
    Quellen: Mitwelt: Afghanistan Krieg: Der längst verlorene Krieg in Afghanistan und Deutschlanfunk.

  • Terroranschläge gegen das eigene Land plante der Generalstab des Pentagon 1962 (Die Pläne wurden nicht umgesetzt)
    Die Operation Northwoods war ein US-amerikanischer Geheimplan, der 1962 vom Generalstab des Pentagon verfasst und am 13. März 1962 Präsident John F. Kennedy vorgelegt wurde. Neben Operation Mongoose sah dieser Plan vor, die verdeckte Kriegsführung der USA gegenüber Kuba weiter auszubauen. Durch inszenierte Terroranschläge unter falscher Flagge gegen den zivilen Luft- und Schifffahrtsverkehr innerhalb der USA, für die man im Nachhinein Fidel Castro verantwortlich machen wollte, sollte ein Vorwand zur Invasion Kubas geschaffen werden. Im Gegensatz zu Mongoose wurde Northwoods jedoch nicht umgesetzt, weil Kennedy seine Zustimmung verweigerte. Die Planungen wurden bereits unter Präsident Eisenhower vorgenommen. Unterzeichnet war das Dokument von allen Mitgliedern der Vereinigten Stabschefs, Lyman L. Lemnitzer, dem Vorsitzenden und späteren Oberkommandeur der NATO in Europa, sowie von Brigadier General William H. Craig. Nach über dreißigjähriger Geheimhaltung kam er 1997/98 durch den Freedom of Information Act an die Öffentlichkeit.
    Quelle: Wikipedia & Telepolis

Diese Seite entsteht gerade und ist noch unvollständig!








Mitwelt Links zum Themenbereich Krieg, Frieden, neuer Kalter Krieg & Aufrüstung 3/2018


Aktuelle Einschübe:


Massive aktuelle Kriegsgefahr! Trump stellt mit (Un-)Sicherheitsberater Boltom ein Vorkriegskabinett zusammen


"Bolton ist eine der am übelsten beleumundeten politischen Figuren in Washington. Er gilt als skrupelloser Kriegstreiber und hat in seiner Zeit als amerikanischer UNO-Botschafter bewiesen, dass er Diplomatie als Nullsummenspiel missversteht - entweder Siegen oder Verlieren. Der neue Unsicherheitsberater in der Trump-Regierung ist eine katastrophale Nachricht für die USA und die Welt. Die Zeichen stehen auf Krieg." schreibt am 24.3.18 die österreichische Zeitung -DER STANDARD- aus Wien














  • Mitwelt-Warnungen & Hinweise zu diesen Seiten...


    • 1) Diese Internetseiten sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen sondern wenden uns an die kleine Minderheit die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
    • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
    • 3) Im Zweifel ist die-Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.


    Axel Mayer

    (Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung)

    Wikipedia: Liste der Militäroperationen der Vereinigten Staaten
    20. Jahrhundert

    19. Jahrhundert

    1823

    Texas/Mexiko – Die nach Präsident James Monroe benannte Monroe-Doktrin, Amerika den Amerikanern, bildete die Grundlage der amerikanischen Dominanzpolitik in Lateinamerika.

    1845

    Annexion von Texas, das bis 1836 zu Mexiko gehörte und danach ein unabhängiger Staat war. Die Folge ist ein bis 1848 dauernder Krieg zwischen Mexiko und den USA (Mexikanisch-Amerikanischer Krieg).

    1848

    Eroberung von Kalifornien, New Mexico, Arizona, Nevada, Utah sowie Teilen von Kansas, Colorado und Wyoming. Mexiko verliert etwa die Hälfte seines bisherigen Staatsgebiets.

    1853

    Japan – Commodore Matthew Perry erzwingt mit militärischer Gewalt(androhung) die Öffnung der japanischen Häfen.

    1854

    9. – 15. Juli 1854 Nicaragua – Zerstörung von San Juan del Norte als Vergeltung einer Beleidigung des amerikanischen Botschafters.

    1898

    Kuba – Beteiligung am kubanischen Befreiungskampf gegen die spanische Kolonisation. Die USA entfesseln den spanisch-amerikanischen Krieg und unterstellen Kuba nach der spanischen Niederlage ihrer militärischen Verwaltung.

    12. Juni 1898 bis 4. Juli 1902 Philippinen – Mit Hilfe der Vereinigten Staaten, die sich mit Spanien im Krieg befinden, lösen sich die Philippinen von Spanien und erklären sich für unabhängig. Im Philippinisch-Amerikanischen Krieg werden sie von den Vereinigten Staaten entgegen ursprünglichen Versprechungen unterworfen, die nun ihrerseits ein kolonialistisches Regime errichten.

    12. August 1898 Hawaii. – Annexion des bis dahin unabhängigen pazifischen Königreiches.

    10. Dezember 1898 Puerto Rico – Nach dem amerikanisch-spanischen Krieg wird die Insel aufgrund der Niederlage Spaniens von den Vereinigten Staaten annektiert.

    20. Jahrhundert

    1903

    Kuba – Die Vereinigten Staaten sichern sich zwei Militärstützpunkte auf Kuba: Bahía Honda (1912 zurückgegeben) und die Guantánamo-Bucht.

    23. - 31. März 1903 Honduras - US Truppen landen bei Puerto Cortez zum Schutz des US-Konsulates und der Schiffswerft während revolutionärer Unruhen.

    3. November 1903 Panama – Um sich die Kontrollrechte über den geplanten Kanalbau zu sichern, unterstützen die Vereinigten Staaten die Abspaltung Panamás von Kolumbien. Panamá wird eigenständige Republik, gerät gleichzeitig aber in die völlige wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten. Der 1914 fertig gestellte und 1920 offiziell in Betrieb genommene Panama-Kanal wird amerikanisches Hoheitsgebiet, womit die junge Republik in zwei voneinander getrennte Hälften gespalten wird.

    1905

    Militärintervention in der Dominikanischen Republik

    1906

    1906 bis 1909 Militärinterventionen auf Kuba

    1907

    8. Februar 1907 Militärintervention in der Dominikanischen Republik. Die Vereinigten Staaten sichern sich die Finanzkontrolle über das Land (1940 aufgehoben).

    18. März - 8. Juni 1907 Honduras - Zum Schutz amerikanischer Interessen während eines Krieges zwischen Honduras und Nikaragua werden US-Truppen in Trujillo, Ceiba, Puerto Cortez, San Pedro Sula, Laguna und Choloma stationiert.

    1909

    US-Militärintervention in Nicaragua 1909–1925 – Amerikanische Streitkräfte greifen in innenpolitische Auseinandersetzungen des Landes ein.

    1911

    Mexiko – Sturz der mexikanischen Regierung von Porfirio Díaz mit amerikanischer Hilfe.

    1911 bis 1925 Honduras – Verschiedene Interventionen sichern die Monopolstellung der in amerikanischem Besitz befindlichen Bananenindustrie. Das Land gerät in völlige wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten.

    1912

    US-Militärintervention auf Kuba

    1912 bis 1925 Nicaragua wird der amerikanischen Finanz- und Militärkontrolle unterstellt.

    1914

    1914 bis 1915 Mexiko – Einmischung in innenpolitische Machtkämpfe (Protektion der Regierung Venustiano Carranzas).

    1915

    1915 bis 1934 Haiti – Besetzung der Karibik-Republik. Verwaltung des Landes wie ein Protektorat. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen bleibt die amerikanische Finanzhoheit bestehen (bis 1947).

    1916

    18. Februar 1916 Nicaragua – Die Vereinigten Staaten erzwingen das Recht auf Errichtung von Militärstützpunkten.

    März 1916 Amerikanische Strafexpedition in Mexiko

    1916 bis 1924 Besetzung der Dominikanischen Republik

    1917

    1917 bis 1919 Eintritt in den ersten Weltkrieg gegen Deutschland (und Besatzung)

    1917 bis 1919 Militärische Intervention auf Kuba

    1917 bis 1919 Im Zusammenhang mit der Oktoberrevolution in Russland wird Wladiwostok besetzt.

    1919

    8. - 12. September 1919 Honduras Militärische Intervention verhindert eine Revolution

    1924

    28. Februar - 31. März u. 10. - 15. September 1924 Honduras - US-Truppen intervenieren zum Schutz amerikanischer Bürger u. Interessen während der Unruhen im Vorfeld der Wahlen.

    September China Marines landen zum Schutz von Amerikanern u. a. Ausländern in Schanghai bei Unruhen.

    1925

    15. Januar - 29. August 1925 China Kämpfe zwischen chinesischen Gruppierungen führen wiederum zur Landung von US-Truppen in Schanghai.

    19. 21. April 1925 Honduras US-Truppen landen bei La Ceiba während politischer Unruhen.

    1926

    US-Militärintervention in Nicaragua 1926–1933, Besetzung Nicaraguas. Ihr widersetzt sich Augusto César Sandino in einem Guerillakrieg.

    1930

    In der Dominikanischen Republik verhelfen die Vereinigten Staaten Rafael Leónidas Trujillo Molina an die Macht. Dieser errichtet eines der despotischsten Regimes in der Geschichte Lateinamerikas, das bis zu seiner Ermordung 1961 standhält.

    1940

    In Kuba verhelfen die Vereinigten Staaten dem Oberbefehlshaber der Armee, General Fulgencio Batista Zaldívar (1901–1973) an die Macht, der das Land vollständig den amerikanischen Interessen preisgibt. Die Batista-Diktatur fällt 1959 mit der Revolution Fidel Castros (
  • 1926).

    1941

    1941 bis 1945 Zweiter Weltkrieg – Die Vereinigten Staaten engagieren sich auf verschiedenen Kriegsschauplätzen in Europa, Asien und Afrika. Hauptgegner sind Deutschland und Japan.

    1946

    21. Juli 1946 Bolivien – Der Geheimdienst organisiert den Sturz und die Ermordung des reformerischen Präsidenten Gualberto Villarroel, um die Macht wieder der Oligarchie zu übergeben.

    1947

    Griechenland – Die Vereinigten Staaten leisten zur Abwehr des Kommunismus logistische, technische und finanzielle Unterstützung.

    1948/1949

    Hauptartikel: Berliner Luftbrücke

    In West-Berlin errichten die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten während der Berlin-Blockade durch die Sowjetunion eine Luftbrücke zur Versorgung der Stadt.

    1950

    Hauptartikel: Koreakrieg

    1950 bis 1953 Korea – Die Vereinigten Staaten kommen, legitimiert durch die in sowjetischer Abwesenheit erfolgte Resolution 85 des UN-Sicherheitsrates, dem prowestlichen Regime in Südkorea zu Hilfe, das durch einen Überraschungsangriff des kommunistischen Nordens in schwere Bedrängnis geraten ist.

    1953

    Hauptartikel: Operation Ajax

    August 1953 Iran – Die CIA beteiligt sich gemeinsam mit dem britischen MI6 maßgeblich am Sturz des demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mohammad Mossadegh, der beim Schah und den Militärs in Ungnade gefallenen war. In der Folge wird das Regime von Schah Mohammad Reza Pahlavi zum wichtigsten amerikanischen Verbündeten im Mittleren Osten.

    1954

    Hauptartikel: Operation PBSUCCESS

    Guatemala – Die CIA organisiert eine Söldnerinvasion gegen Guatemalas Präsidenten Jacobo Arbenz Guzmán, der eine durchgreifende Landreform durchführen und den Grundbesitz der United Fruit Company verstaatlichen will. In einem Putsch wird Arbenz mit amerikanischer Billigung und Unterstützung gestürzt. In den folgenden drei Jahrzehnten herrschen Militärterror und Bürgerkrieg, dem über 140.000 Menschen zum Opfer fallen. Der Bürgerkrieg endet erst am 30. Dezember 1996 mit der Unterzeichnung eines Waffenstillstandvertrages.

    1956

    Ägypten – Anlässlich der Sueskrise entsenden die Vereinigten Staaten mehrere Kriegsschiffe und Flugzeugträger ins östliche Mittelmeer und zwingen das Vereinigte Königreich und Frankreich zur Beendigung ihrer militärischen Intervention am Sueskanal.

    1958

    Juli bis Oktober 1958 Libanon – Die Vereinigten Staaten greifen auf Ersuchen des christlichen Staatspräsidenten Camille Chamoun in Auseinandersetzungen im Libanon ein.

    Volksrepublik China – In der Konfrontation zwischen der Volksrepublik China und Taiwan um die zu Taiwan gehörenden, China vorgelagerten Inseln Quemoy und Matsu entsenden die Vereinigten Staaten zur Unterstützung Taiwans Marineeinheiten ins Krisengebiet.

    1959

    Kuba – Die Vereinigten Staaten finanzieren und unterstützen von ihrem Territorium aus operierende Guerillabewegungen zum Sturz der Regierung von Ministerpräsident Fidel Castro in Kuba.

    1960

    14. September 1960 Im Kongo ergreift Joseph-Désiré Mobutu in einem von der CIA und der ehemaligen Kolonialmacht Belgien veranlassten Putsch die Macht. Der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident des aus der Kolonialherrschaft entlassenen Landes, Patrice E. Lumumba, wird ermordet.

    1961

    17. April 1961 Kuba – Eine von den Vereinigten Staaten ausgebildete und ausgerüstete Guerillagruppe aus Exilkubanern scheitert bei der Invasion in der Schweinebucht auf Kuba. Die Operation wird durch die amerikanische Bombardierung kubanischer Luftabwehrstellungen vorbereitet.

    1962

    Februar 1962 Die Vereinigten Staaten verhängen ein totales Handelsembargo gegen Kuba. Während der so genannten Kuba-Krise (Oktober/November) wird die Insel mit einer totalen Blockade belegt.

    1963

    Dominikanische Republik – Nach dem Sturz der Trujillo-Diktatur gewinnt in ersten freien Wahlen der Linkspolitiker Juan Bosch die Präsidentenwahlen, wird aber schon sieben Monate nach seinem Amtsantritt von rechtsgerichteten Militärs und unter direkter Beteiligung des CIA gestürzt.

    1964

    Mai 1964 Laos – Flugzeuge und Bodentruppen (etwa 10.000 Mann) starten Angriffe auf die Gebiete des Pathet Lao. Nach jahrelangen Kämpfen zeichnet sich jedoch keine militärische Lösung ab und die amerikanischen Interventionstruppen verlassen das Land im März 1970.

    Juli 1964: Auf amerikanischer Veranlassung wird Kuba aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ausgeschlossen. Alle Staaten, außer Mexiko, brechen die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Kuba ab (Beendigung der Sanktionen im Jahre 1975).

    31. März 1964 Brasilien – Mit logistischer Unterstützung durch die CIA wird der linksgerichtete Präsident João Goulart gestürzt. Es erfolgt die Errichtung einer von den Vereinigten Staaten favorisierten Militärdiktatur, die bis 1982 das Land beherrscht.

    1964 bis 1975 Vietnam – Die Vereinigten Staaten engagieren sich massiv im Vietnamkrieg, der durch das amerikanische Eingreifen verheerende Ausmaße annimmt. Auf dem Höhepunkt des Krieges sind rund 550.000 amerikanische Soldaten im Einsatz.

    1964 bis 1982 Bolivien – Die Vereinigten Staaten sind in eine Vielzahl von militärischen Staatsstreichen und Gegenrevolten verwickelt.

    1965

    April bis September 1965 Dominikanische Republik – Nach dem Sturz des linksgerichteten Präsidenten Juan Bosch und der Installation einer mit amerikanischer Hilfe eingesetzten Militärjunta entbrennt ein Bürgerkrieg. Die Vereinigten Staaten intervenieren mit 42.000 Marines und veranlassen Neuwahlen, aus denen Joaquín Balaguer – der zuvor 30 Jahre in Diensten der Trujillo-Diktatur (vgl. Rafael Trujillo) gestanden hat – als Sieger hervorgeht. Balaguer bestimmt in enger Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten für die folgenden 35 Jahre die dominikanische Politik.

    Mai 1965 Kambodscha – Die Vereinigten Staaten bombardieren Grenzdörfer entlang der vietnamesischen Grenze. Das Land wird dadurch in den Vietnam-Krieg verwickelt.

    30. September 1965 Indonesien – Nach einem niedergeschlagenen kommunistischen Umsturzversuch putscht sich General Hadji Mohamed Suharto mit Unterstützung des CIA gegen den diktatorisch regierenden Präsidenten Achmed Sukarno an die Macht. Die Putschisten lassen unmittelbar nach dem Putsch zwischen 100.000 bis 1.000.000 Menschen umbringen.

    1967

    ab 1967 Nach dem Sechstagekrieg verstärken die Vereinigten Staaten die finanzielle und militärische Hilfe für Israel in der Auseinandersetzung mit den arabischen Nachbarn. Israel wird zum wichtigsten amerikanischen Verbündeten in Nahost.

    Bolivien – Die bolivianische Armee wird in ihrem Kampf gegen die Guerilla durch die CIA angeleitet. Mit Hilfe des CIA wird der kubanische Revolutionär Ernesto Che Guevara in Bolivien aufgespürt und am 9. Oktober erschossen.

    1970

    März 1970 Kambodscha – Mit amerikanischer Unterstützung putscht sich der General Lon Nol an die Macht. Ausweitung des Vietnam-Krieges auch auf Kambodscha.

    September 1970 Jordanien – Im jordanischen Bürgerkrieg ergreifen die Vereinigten Staaten Partei für das Königshaus und entsenden Flugzeugträger und Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer.

    1971

    Indien/Pakistan – Im indisch-pakistanischen Konflikt um die Unabhängigkeit Bangladeschs entsenden die Vereinigten Staaten Flottenverbände in den Golf von Bengalen.

    1973

    Hauptartikel: CIA-Aktivitäten in Chile

    11. September 1973 Chile – Unter Mithilfe der CIA wird der demokratisch gewählte sozialistische Präsident Salvador Allende gestürzt. Die Rolle der CIA ist u. a. durch eine spätere Untersuchungskommission des US-Senats, das sog. Church Committee, zuverlässig belegt. In der Folge des Putsches werden ca. 3.000 Menschen umgebracht. Die Macht übernimmt eine Militärjunta unter General Augusto Pinochet Ugarte.

    1975

    29. August 1975 Perú – Die Vereinigten Staaten fördern einen Staatsstreich gegen den peruanischen Präsidenten Juan Velasco Alvarado, mit dem Ziel, Wirtschaftsentscheidungen wieder unter die Ägide des Internationalen Währungsfonds zu bringen.

    17. Dezember 1975: Osttimor. – Portugal zieht sich aus seiner Kolonie Osttimor zurück. Nachdem die FRETILIN (Revolutionäre Front für ein unabhängiges Osttimor) die Kontrolle über das kleine Land gewinnt und dessen Unabhängigkeit ausruft, wird dieses von Indonesien und mit Zustimmung und auf Veranlassung der Vereinigten Staaten besetzt und dem großen Nachbarn eingegliedert.

    1976

    Angola – Die Vereinigten Staaten unterstützen die UNITA-Rebellen in ihrem Kampf gegen die marxistisch-leninistische MPLA-Regierung.

    24. März 1976 Argentinien – Die CIA ist angeblich an dem Militärputsch beteiligt, der General Jorge Rafael Videla an die Macht bringt und 30.000 Menschen das Leben kostet. Die Militärdiktatur dauert bis Dezember 1983.

    1977

    1977 bis 1992 El Salvador – Die Vereinigten Staaten unterstützen die von ihnen eingesetzten oder gebilligten Regierungen im Kampf gegen die marxistisch-leninistische Opposition. In der Folge zerfällt das Land in einem zehnjährigen Bürgerkrieg.

    1980

    25. April 1980 Iran – Die Militäraktion Operation Eagle Claw der Vereinigten Staaten zur Befreiung der amerikanischen Geiseln in der besetzten US-Botschaft in Teheran scheitert.

    1981

    Panama – Der seit 1970 auf einer geheimen und später vom Kongress veröffentlichten Mordliste des CIA stehende General Omar Torrijos – seit 1968 der führende Politiker in Panamá – kommt 1981 bei einem ungeklärten Hubschrauberabsturz ums Leben.

    ab 1981 Nicaragua – Die Vereinigten Staaten setzen nach der erfolgreichen sandinistischen Revolution von 1979 die finanzielle, militärische und logistische Unterstützung der Anhänger der davongejagten Diktatur von Anastasio Somoza Debayle fort und bekämpfen die Sandinisten, nachdem diese auf einen marxistisch-leninistischen Kurs umschwenken.

    ab 1981 Afghanistan – Die Vereinigten Staaten gewähren den Mudjahedin und anderen afghanischen Widerstandskämpfern massive finanzielle, militärische und logistische Hilfe in ihrem Kampf gegen die sowjetische Besatzung des Landes.

    1982

    ab 1982 Irak – Die Sowjetunion, China und Frankreich leisten dem Regime Waffenhilfe in Milliardenhöhe zur Kriegsvorbereitung gegen den Iran; die USA liefern lediglich 60 zivile Hubschrauber, die allerdings später vom Irak für militärische Zwecke umgebaut werden. Saddam Hussein wird mittelbar von der CIA beraten (Satelliten-Fotos von den iranischen Truppen).

    ab 1982 Von Honduras aus operierende Gegner der Sandinisten Contras in Nicaragua erhalten militärische und logistische Hilfe seitens der USA.

    April 1982 Argentinien – Die Vereinigten Staaten leisten den britischen Truppen im Krieg gegen Argentinien (Falkland-Krieg) mit ihrer Militärbasis auf der Atlantik-Insel Ascension logistische Unterstützung und Aufklärung durch ihre Spionagesatelliten.

    1983

    Der Iran erhält Waffenhilfe zur Abwehr der zuvor von den USA unterstützten irakischen Regierung im Austausch gegen die amerikanischen Geiseln in der besetzten Botschaft in Teheran.

    September 1983 Libanon – Die Vereinigten Staaten greifen als Teil einer internationalen Friedenstruppe in den libanesischen Bürgerkrieg ein, der darauf – aber nicht deswegen – in seine blutigste Phase eintritt. Die Intervention scheitert nach mehreren blutigen Selbstmordanschlägen und die multinationale Streitmacht verlässt den Libanon (Februar/März 1984).

    25. Oktober 1983 Grenada. – Der linksorientierte, frei gewählte Premierminister Maurice Bishop wird unter ungeklärten Umständen ermordet. Die Vereinigten Staaten besetzen die kleine Karibik-Insel und beenden die ihnen nicht genehme Linksentwicklung des Landes.

    1985

    1. Mai 1985 Nicaragua – Nach dem Wahlsieg der linksgerichteten Sandinisten vom 4. November 1984 verhängen die Vereinigten Staaten ein vollständiges Handelsembargo gegen Nicaragua, weil sich bei den Sandinisten sehr schnell die extremen (marxistisch-leninistischen) Kräfte durchsetzen. Fortführung der Unterstützung der Opposition (Contras) zum Sturz des seit 1979 regierenden sandinistischen Regimes.

    1986

    Februar 1986 Haiti– Die Vereinigten Staaten wenden sich unter massivem Druck aus der Bevölkerung von der seit 1957 herrschenden und von ihr protegierten Duvalier-Familiendiktatur ab. Diktator Jean-Claude Duvalier, genannt Baby Doc flieht ins Ausland.

    14. April 1986 Libyen – Als Vergeltung für libysche Terrorakte bombardieren die Vereinigten Staaten Ziele in Tripolis und Bengasi.

    1988

    3. Juli 1988 Iran – Ein Passagierflugzeug vom Typ Airbus A300 der Iran Air wird über der Straße von Hormuz vom Lenkwaffenkreuzer USS Vincennes (CG-49) abgeschossen. 290 Menschen sterben. Nach amerikanischen Angaben war es der Besatzung nicht möglich, den zivilen Airbus von einem iranischen Kampfflugzeug zu unterscheiden oder mit dem Piloten Kontakt aufzunehmen. Die USS Vincennes hielt sich zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der Operation Earnest Will in iranischen Hoheitsgewässern auf. Der Kapitän der USS Vincennes erhielt eine Auszeichnung. Die Vereinigten Staaten entschädigten später die Angehörigen der Opfer.

    1989

    20. Dezember 1989 Panama wird besetzt (Operation Just Cause). Der verhaftete panamaische Machthaber, General Manuel Noriega, wird in die Vereinigten Staaten überführt, wegen Drogenhandels und Geldwäsche angeklagt und am 10. Juli 1992 zu 40 Jahren Haft verurteilt.

    1990

    Ab 1990 Im Drogenkrieg in Kolumbien unterstützen die Vereinigten Staaten paramilitärische Einheiten zur Bekämpfung kommunistischer Rebellen.

    8. August 1990 Saudi-Arabien – Nach dem irakischen Überfall auf Kuwait am 2. August 1990 entsenden die Vereinigten Staaten Streitkräfte nach Saudi-Arabien zur Stützung des dortigen Regimes und zur Vorbereitung eines Angriffs auf den Irak.

    1991

    Januar/Februar 1991 US-geführte Koalitionstruppen, legitimiert durch einen Beschluss des Weltsicherheitsrats der Vereinten Nationen, erobern Kuwait und beenden mit der Operation Wüstensturm die irakische Besetzung des Landes. Die auch im Irak einmarschierten Bodentruppen verlassen nach der Befreiung Kuwaits den Irak.

    1992

    Ab 1992 Februar/März Jugoslawien – Die NATO führt, mit Legitimation des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, unter dem Oberbefehl der Vereinten Nationen mehrere Militäreinsätze zu Gunsten der von Serben in der Hauptstadt Sarajewo belagerten Kroaten und Bosnier in Jugoslawien nach dem Massaker von Srebrenica durch [1].

    27. August 1992 Irak – Die Vereinigten Staaten errichten im Irak eine Flugverbotszone für irakische Flugzeuge nördlich des Breitengrades von 36°N und südlich von 33°N. Der Luftkrieg wird eingeschränkt bis 2002 wieder aufgenommen, vorgeblich um Saddam Hussein von Luftangriffen auf die irakischen Kurden im Norden und die Schiiten im Süden des Landes abzuhalten und einen erneuten Überfall auf Kuwait zu verhindern.

    9. Dezember 1992 Somalia – Die Vereinigten Staaten entsenden auf Aufforderung des Generalsekretärs der Vereinten Nationen und Beschluss des Sicherheitsrats 28.000 Soldaten nach Somalia, um den Bürgerkrieg zu beenden (Rückzug 1994 nach blutig gescheitertem Versuch der Festnahme von General Mohammed Farah Aidid).

    1993

    27. Juni 1993 Irak – Kriegsschiffe unternehmen einen Einsatz gegen den Irak und feuern 23 Marschflugkörper auf Bagdad ab.

    1994

    August/September 1994 Haiti – Amerikanische Truppen setzen auf Druck des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen die Reinstallation des 1991 durch einen Militärputsch gestürzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide durch.

    1998

    20. August 1998 Sudan – Als Vergeltung auf die Terroranschläge auf die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania führen die Vereinigten Staaten einen Luftangriff auf eine angebliche Giftgasfabrik durch, die sich im Nachhinein als die Asch-Schifa-Arzneimittelfabrik herausstellte.

    1999

    März bis Juni 1999 Kosovo-Krieg – Ohne Mandat der Vereinten Nationen führt die NATO unter dem Kommando der Vereinigten Staaten umfangreiche Bombardements gegen Ziele in Jugoslawien durch, um einen Abzug serbischer Truppen und Polizei aus dem Kosovo zu erzwingen. Nach Abschluss eines Waffenstillstands wird die Provinz Kosovo von NATO-Truppen besetzt und ein Protektorat unter Verwaltung der Vereinten Nationen errichtet.

    21. Jahrhundert

    2001

    November 2001 Afghanistan – Als Folge der Terrorattacken islamischer Fundamentalisten in New York und Washington vom 11. September 2001 greifen die Vereinigten Staaten Afghanistan an. Das dortige Taliban-Regime wird zerschlagen und eine Übergangsregierung eingesetzt.

    2002

    11. April 2002 Venezuela – Mit CIA-Unterstützung wird Präsident Hugo Chávez in einem Militärputsch gestürzt. Die Revolte dauert jedoch nur drei Tage und Chávez kehrt wieder in sein Präsidentenamt zurück.

    2003

    20. März 2003 Irak – Eine insgesamt 48 Nationen umfassende Koalition (u. a. das Vereinigte Königreich, Italien, Australien und Spanien) greift im Dritten Golfkrieg den Irak an und beseitigt das Regime von Saddam Hussein. Der Irak wurde übergangsweise als Protektorat verwaltet, im Sommer 2005 wurden Wahlen abgehalten und offiziell die Regierungsgeschäfte an die gewählte Regierung übergeben. Die Vereinigten Staaten sind Ende 2005 immer noch mit einer Militärmacht von ca. 120.000 Mann im Irak stationiert, dazu kommen noch ca. 15.000 Soldaten anderer Länder und mindestens 20.000 bezahlte Söldner.

    2004

    März 2004 Haiti – Nach dem Sturz von Präsident Jean-Bertrand Aristide entsenden die Vereinigten Staaten im Rahmen einer multinationalen Übergangstruppe des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen Truppen nach Haiti.


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    Dieser Artikel wurde 318 mal gelesen und am 14.4.2018 zuletzt geändert.