an die ungeteerte Grünlestrasse vor der Gemeindewohnung meines Elternhauses in Teningen und an "dä Nachtkrab wu im Keller wohnt"
an den angekündigten kleinen Bruder der dann eine Schwester wurde und nicht sofort Fußball spielen konnte
an den Wunsch der Erzieherin am ersten Tag im Kindergarten ein Lied vorzutragen. Mein Lied: „ Kinderschieler, Suppetrieler, nämm de Leffel mid-schbaziere“ war kein Erfolg
an Geschichten aus der Kindheit meines Vaters Alexander Mayer (1915-2009). Er hütete als bitterarmer Hütejunge im Schwarzwald die Kühe auf der Weide. Ganzjährig ohne Schuhe und im Winter mit den Füßen in den Kuhfladen, damit die Zehen nicht erfrieren...
an eine Fehlinvestition meiner Eltern: „Schönschreibnachhilfe bei Frau Becker“
an die Cowboy und Indianer Filme meiner Kindheit. Ich wusste damals noch nicht, dass mit diesen Filmen einen Völkermord schöngefilmt wurde
an einen Besuch mit meiner Hauptschulabschlussklasse bei der Teninger Firma Tscheulin. Mein wiederholtes Nachfragen nach dem Gehalt der Tscheulin Chefs wurde nicht beantwortet
an die fast vollständig durchgelesene Teninger Pfarrbücherei. An Thor Hayerdal, Sven Hedin, Mühlenweg, an „die Höhlenkinder“, „Sieben Jahre in Tibet“ und an den „Gelben Stern“
an den ersten und an den zweiten Kuss
an eine lehrreiche Leerzeit mit Normschriftübungen auf dem Emmendinger Vermessungsamt. Die Lehrlingsausbilder waren alle in der CDU. Nur mein Ausbilder war nicht in der CDU. Er war "früher schon einmal in einer Partei" und er hat mir viel aus der BILD Zeitung vorgelesen.
an den Wald Disney Film „Unser Freund das Atom“ der zeigte wie ein großes Schiff mit „drei Brikett Uran“ sieben mal um die Erde fahren konnte
an „Willi wählen“ Che-Plakate, an die Lehrlingshoffnung auf das chilenische Experiment und die ungesühnte Ermordung von Salvator Allende im Auftrag der US-Konzerne
an eine lange, verregnete, erfolgreiche Bauplatzbesetzung in Schlamm und Kälte gegen das geplante Bleichemiewerk in Marckolsheim
an die Bewusstwerdung wie schön und wichtig das Selbstverständliche ist: „Meine alemannische Sprache“.
an die Hoffnungslosigkeit angesichts von Konzern- und Staatsgewalt beim Beginn des Konflikts um das AKW Wyhl und an das Glücksgefühl als am Tag der Bauplatzbesetzung die Polizei vom Wyhler Platz abgezogen wurde
an meine Nachtwachen bei der lächerlich kleinen „größten Alternativenergieausstellung der Welt“, an die Sonnentage in Sasbach und an andere frühe Kämpfe für Windenergie, Solartechnik und Energiesparen.
an die ungewöhnliche Entscheidung für ein Arbeiterkind „gegen die Sicherheit“ nicht Beamtenanwärter zu werden, sondern den zweiten Bildungsweg zu versuchen.
an den behüteten pädagogischen Schonraum der evangelischen Fachhochschule
an Tage und Nächte auf den Bauplätzen in Wyhl, Gerstheim, Kaiseraugst, Heiteren und später im Bugginger Gencamp und an Demos, Plakatieraktionen, den Gorleben Treck, den Volkszählungsboykott, die Freie Republik Wendland und die wilde Gründungsphase von Radio Dreyeckland
an den Brandanschlag auf das Freundschaftshaus unter dem besetzten Mast in Heiteren und die Ermordung einer Praktikantin vor unserer BUND - Ökostation im Seepark
an die Atomunfälle von Harrisburg und Tschernobyl, an die Chemieunfälle in Bhopal und Seveso und den chemisch gereinigten Rhein nach dem Sandozbrand in Schweizerhalle
an den Zustand von Bächen und Flüssen in denen heute wieder gebadet wird und die an die Kämpfe, die mit diesem Fortschritt verbunden waren
an Diskussionen und Streit mit der DKP und dem MSB-Spartakus wegen der sowjetischen Invasion in Afghanistan und daran, dass heute CDU-CSU-FDP-SPD&GRÜNE fast genauso argumentieren wie damals die DKP
an die lange Fahrt mit dem ersten Hilfs-LKW ins Gebiet von Tschernobyl
An eine verrückt-riskante Schmuggelfahrt mit Babs, durch die DDR und über die Grenze zur Sowjetunion, mit verbotener Ökoliteratur, Umweltanalysekoffern und Material für die noch verbotene Umweltbewegung in Estland, Lettland und Litauen
An die Gründung der GRÜNEN, basisdemokratisch, ökologisch und gewaltfrei... Wer hätte gedacht dass die, im Vergleich zu anderen Parteien, kurze Warteschlange vor der grünen Karriereleiter, diese Partei so schnell und radikal verändern würde?
an´s Trampen, an verrückte „kreuz und quer durch Europa Interrailtouren“, an einen ungeplanten Trip durch den Iran zu Zeiten des Shah, an das alte Afghanistan, an die noch unzerstörten Buddhas von Bamian und an die lapislazuliblauen Seen von Bandi Amir
an die schönen Reste und Fragmente ehemaliger Flußlandschaften, an Wasser, Inseln und Bootstouren auf Allier, wilder Gutach, Loire, Thorneälf, Klarälf, Sun Kosi und an ein Kajak Kindheitsbuch des weitsichtigen Herbert Rittlinger, der nach dem Weltkrieg „Das baldverlorene Paradies“ der Flüsse beschrieben hatte
an Bob Marleys Musik in Alices Restaurant
an weite, schöne, karge, stille Landschaften und lange Wanderungen. An Berge und Hochwüsten, an Kaiserstuhl, Schwarzwald, Vogesen, Ätna, Abruzzen, Alpen, Himalaya, Pamir, Tien Shan...
an Zeiten in denen Micky Maus noch im Pariser und Ruster Käfig gefangen war, als der Taubergießen, der Feldberg, die Plitwitzer Seen, Les Baux, Tarn, Dordogne und Ardeche noch keine Naturrummelplätze waren
an die GRÜNEN mit Ecken und Kanten vor der inneren und äußeren Anpassung an die "bürgerliche Kleiderordnung". Als die Folgen der „Parteierziehung durch die Medien“ noch nicht so deutlich war und an die nicht vergnügungssteurpflichtige Arbeit als Kreisrat im Kreistag Emmendingen und in der "Boygroup" im Zweckverband Kahlenberg
an gute Chefs, Vorstände, freundliche Teams, Mitarbeiter die Freunde sind und mühsamgute Arbeit mit Karl, Luise, Jean Paul, an die Arbeit beim BUND und an Zivis von denen ich viel gelernt habe.
an verschwendete, selbstbetäubende Abende vor der Glotze nach mühsam-schweren Arbeitstagen
an Niederlagen: Nachrüstung, B31 Ost, den vorhergesagten Brand des nichtbrennbaren Giftmülls bei Stocmine, Säurefabik Marckolsheim und das immer noch nicht abgestellte AKW Fessenheim und Kriegen für Öl
an den zunehmenden Eindruck tiefgreifender Zerstörung von Heimat, Landschaft, Städten und an Kulturverlust und Innenweltzerstörung
an konstruktive Konflikte, aber auch an Intrigen, Denunziationen, Bedrohungen und an mühsame Kämpfe mit mächtigen Gegnern
Usine Kaisersberg: Vorher
Usine Kaysersberg: Nachher
an Erfolge: Wyhl, Kaiseraugst, Gerstheim, an die Realisierung der gesponnenen Alternativenergie-Vision der Sasbacher Sonnentage, an den „Knoten“ auf dem Abflussrohr der Usine Kaysersberg, an die gesparte Milliarde DM in Sachen Müllverbrennung Emmendingen, an Wasserqualität und saubere Luft und an die erfolgreichen schönen Sommer im Bugginger Gencamp
an das erstaunlich friedliche Ende des real existierenden Sozialismus und an viele Anzeichen, dass der enthemmte Kapitalismus, die weltweite Raubbauwirtschaft mit ihren Wachstumsträumen, sich weniger friedlich zu Tode siegen könnte
An das zunehmenden Wissen, dass ich mich wohl mit dem Versuch der „Entschleunigung der Zerstörung“ zufrieden geben muss, damit Ökotopia, Nachhaltigkeit und das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung zumindest eine kleine Chance haben
an Menschen: an Familie, Freunde, Mitstreiter, Wegbegleiter
an die Musik von Mic Jagger, Jim Morrison, Jimi Hendrix, Ian Anderson, Keith Jarret, Hannes Wader, Walter Mossman und an Bob Marleys: „Good friends we have had and good friends we have lost along the way,“
Axel Mayer
Stuttgart 21 Rede von Axel Mayer auf YouTube Teil 1Teil 2
Axel Mayer
Jahrgang 1955, geboren in einer Teninger Arbeiterfamilie
seit der Bauplatzbesetzung im elsässischen Marckolsheim 1974 aktiv im regionalen, grenzüberschreitenden Natur- und Umweltschutz und der Friedensbewegung im Dreyeckland
langjähriger Sprecher der Bürgerinitiative Riegel, einer der Badisch - Elsässischen Bürgerinitiativen (Wyhl)
in der "wilden" Gründungsphase Mitstreiter von Radio Dreyeckland, heute nur noch Mitglied
seit dem 13.1.1992 Kreisrat im Landkreis Emmendingen
BUND - Regionalgeschäftsführer für die Region Südlicher Oberrhein
Vizepräsident im „Trinationalen Atom-Schutzverband der Bevölkerung um das Atomkraftwerk Fessenheim“ (TRAS)
nach einigen Jahren in Teningen und Riegel heute in Endingen wohnend
Vermessungstechniker, Sozialarbeiter und jetzt BUND-Regionalgeschäftsführer für die Region Südlicher Oberrhein
Kreisrat im Kreistag Emmendingen, gewähltes Mitglied im Zweckverband Kahlenberg und im Innovationsfond der Badennova
Interesse und Engagement in Sachen, Umwelt, Natur, Nachhaltigkeit, Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung
fasziniert von manchen Menschen, großen weiten Landschaften und alemannischer Regionalkultur
erschreckt über die mich umgebende Umwelt- und Innenweltverschmutzung, die fortschreitende Zerstörung meiner Heimat am Oberrhein und die Manipulierbarkeit der Menschen
Axel Mayer
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