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Axel Mayer - Rückblick 2017: Die letzten 61 Jahre und der ganze Rest


Axel Mayer - Rückblick 2017: Die letzten 61 Jahre und der ganze Rest

"Dass der Tod uns lebend findet und das Leben uns nicht tot!"


Ich erinnere mich:

  • an die ungeteerte Grünlestraße vor der Gemeindewohnung meines Elternhauses in Teningen und an "dä Nachtkrab wu im Keller wohnt"
  • an den Würfelzucker, den ich "für den Storch" vor´s Fenster legte und der zuverlässig jeden Morgen verschwunden war...
  • an den würfelzuckerfolgend angekündigten kleinen Bruder, der dann meine Schwester Andrea wurde und nicht sofort Fußball spielen konnte
  • an den Wunsch der Erzieherin, am ersten Tag im Kindergarten ein Lied vorzutragen. Mein Lied: „ Kinderschieler, Suppetrieler, nämm de Leffel mid-schbaziere“ war kein Erfolg
  • an Geschichten aus der Kindheit meines Vaters Alexander Mayer (1915-2009). Er hütete als bitterarmer Hütejunge im Schwarzwald die Kühe auf der Weide. Ganzjährig ohne Schuhe und im Winter mit den Füßen in den Kuhfladen, damit die Zehen nicht erfrieren
  • an eine Fehlinvestition meiner Eltern: „Schönschreibnachhilfe bei Frau Becker“
  • an die Cowboy- und Indianer-Filme meiner Kindheit. Ich wusste damals noch nicht, dass mit diesen Filmen ein Völkermord schöngefilmt wurde
  • an einen Besuch meiner Hauptschulabschlussklasse bei der Teninger Firma Tscheulin. Mein wiederholtes Nachfragen nach dem Gehalt der Tscheulin-Chefs wurde nicht beantwortet
  • an die fast vollständig durchgelesene Teninger Pfarrbücherei. An Thor Hayerdal, Sven Hedin, Mühlenweg, an „die Höhlenkinder“, „Sieben Jahre in Tibet“ und an den „Gelben Stern“
  • an den ersten und an den zweiten Kuss
  • an eine lehrreiche Leerzeit mit Normschriftübungen auf dem Emmendinger Vermessungsamt. Die Lehrlingsausbilder waren alle in der CDU. Nur mein Ausbilder war nicht in der CDU. Er war "früher schon einmal in einer Partei" und er hat mir viel aus der BILD-Zeitung vorgelesen
  • an den alten Walt Disney Film „Unser Freund das Atom“ der zeigte, wie ein großes Schiff mit „drei Brikett Uran“ siebenmal um die Erde fahren konnte und an den ähnlichen Film aus dem Jahr 2016 "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"
  • an „Willi wählen“, Che-Plakate, an die Lehrlingshoffnung auf das chilenische Experiment und den ungesühnten Tod von Salvador Allende im Auftrag der US-Konzerne
  • an die im Stadion von Santiago de Chile gefangenen, gefolterten und ermordeten Chilenen und den Satz »Das Leben im Stadion ist bei sonnigem Wetter recht angenehm.« von Bruno Heck, Generalsekretär der CDU und an die Sympathie vieler CDU/CSU Politiker für das Apartheidsregime in Südafrika
  • an die sechziger Jahre mit Intoleranz, Kuppeleiparagraph, Hetze der Bild-Zeitung und an den "Deutschen Herbst". An liberalere, toleranter und freier werdende Zeiten und an die aktuell wieder bedrohlich zunehmende Intoleranz, Dummheit & Bedrohung der Freiheit, nicht nur durch Trump, Erdogan & Co.
  • an eine lange, verregnete, erfolgreiche Bauplatzbesetzung in Schlamm und Kälte gegen das geplante Bleichemiewerk in Marckolsheim
  • an die Bewusstwerdung, wie schön und wichtig das Selbstverständliche ist: „Meine alemannische Sprache“.
  • an die Hoffnungslosigkeit angesichts von Konzern- und Staatsgewalt beim Beginn des Konflikts um das AKW Wyhl, an das selbstbewusste alemannische "Nai hämmer gsait" und an das Glücksgefühl, als am Tag der Bauplatzbesetzung die Polizei vom Wyhler Platz abgezogen wurde
  • an meine Mitarbeit und die Nachtwachen bei der lächerlich kleinen „größten Alternativenergieausstellung der Welt“, an die Sonnentage in Sasbach und an andere frühe (erfolgreiche!) Kämpfe für Windenergie, Solartechnik und Energiesparen.
  • an die ungewöhnliche Entscheidung für ein Arbeiterkind „gegen die Sicherheit“ nicht Beamtenanwärter zu werden, sondern den zweiten Bildungsweg zu versuchen
  • an den behüteten pädagogischen Schonraum der evangelischen Fachhochschule in Freiburg
  • an Tage und Nächte auf den Bauplätzen in Wyhl, Gerstheim, Kaiseraugst, Heiteren und später im Gencamp in Buggingen und an Demos, Plakatieraktionen, den Gorleben Treck, den Volkszählungsboykott, die Freie Republik Wendland und die wilde Gründungsphase von Radio Dreyeckland
  • an den Brandanschlag auf das Freundschaftshaus unter dem besetzten Mast in Heiteren und die Ermordung einer Praktikantin vor unserer BUND-Ökostation im Seepark
  • an die Atomunfälle von Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima, an die Chemieunfälle in Bhopal und Seveso und den chemisch gereinigten Rhein nach dem Sandozbrand in Schweizerhalle
  • an den üblen Zustand von begradigten Bächen und Flüssen, in denen heute wieder gebadet wird, die renaturiert werden und die an die Kämpfe, die mit diesem Fortschritt verbunden waren
  • an die dummen, von Anfang an verlorenen, asymetrischen Kriege in Afghanistan und im Irak und an die wachsende Kriegsgefahr unter Präsident Trump
  • an die lange Fahrt mit dem ersten Hilfs-LKW nach Gomel im Gebiet von Tschernobyl
  • an eine verrückt-riskante Schmuggelfahrt mit Babs, durch die DDR und über die Grenze zur Sowjetunion, mit verbotener Ökoliteratur, Umweltanalysekoffern und Material für die noch verbotene Umweltbewegung in Estland, Lettland und Litauen
  • an die Gründung der GRÜNEN, basisdemokratisch, ökologisch und gewaltfrei... Wer hätte gedacht dass die, im Vergleich zu anderen Parteien, kurze Warteschlange vor der grünen Karriereleiter diese Partei so schnell und radikal verändern würde?
  • an winterliche Sehnsuchtsträume über Landkarten, Reiseführern und google-earth
  • an´s Trampen, an verrückte „kreuz und quer durch Europa Interrailtouren“, an einen ungeplanten Trip durch den Iran zu Zeiten des Schah, an das alte Afghanistan, an die noch unzerstörten Buddhas von Bamian und an die lapislazuliblauen Seen von Bandi Amir
  • an die schönen Reste und Fragmente ehemaliger Flusslandschaften, an Wasser, Inseln und Bootstouren auf Allier, wilder Gutach, Loire, Thorneälf, Klarälf, Sun Kosi und an ein Kajak-Kindheitsbuch des weitsichtigen Herbert Rittlinger, der nach dem Weltkrieg „Das baldverlorene Paradies“ der Flüsse beschrieben hatte
  • an weite, schöne, karge, stille Landschaften und lange, wunderschönmühsame Wanderungen. An Berge und Hochwüsten, an Kaiserstuhl, Schwarzwald, Vogesen, Korsika, Ätna, Abruzzen, Alpen, Himalaya, Pamir, Tien Shan, Altai, Tsambaragav... und an die winterliche Sehnsucht nach diesen schönen, stillen, weiten Landschaften
  • an Zeiten, in denen Micky Maus noch im Pariser und Ruster Käfig gefangen war, als der Taubergießen, der Feldberg, die Plitwitzer Seen, Les Baux, Tarn, Dordogne und Ardeche noch keine Naturrummelplätze waren
  • an die nicht vergnügungssteurpflichtige Arbeit als Kreisrat im Kreistag Emmendingen (seit dem 13.1.1992) und in der "letzten politischen Boygroup" im Zweckverband Kahlenberg




    Usine Kaisersberg am Rhein: Vor dem Konflikt noch ohne Kläranlage

    Usine Kaysersberg: Nach dem erfolgreichen Streit für eine Kläranlage














  • an die gute, wichtige, sinnvoll-mühsame Arbeit beim BUND (vom 1.12.1991 für die UNCED-Konferenz und ab dem 1.9.1992 als BUND-Regionalgeschäftsführer)
  • an gute Chefs, Vorstände, freundliche Teams, Mitarbeiter die Freunde sind und mühsam-gute Arbeit mit Karl, Luise, Jean Paul, an die Arbeit beim BUND und an Zivis & FÖJler, von denen ich viel gelernt habe.
  • an verschwendete, selbstbetäubende Abende vor der Glotze nach mühsam-schweren Arbeitstagen
  • an Niederlagen: Nachrüstung, B31 Ost, den vorhergesagten Brand des nichtbrennbaren Giftmülls bei Stocamine, Säurefabik Marckolsheim, Stuttgart 21 und die immer noch nicht abgestellten AKW in Fessenheim und Beznau, an wachsende soziale Ungleichheit und Kriege für Öl
  • an den letzten Kalten Krieg (den wir nur Dank vieler Zufälle überlebten) und an den beginnenden, wohl organisierten, neuen Kalten Krieg
  • an einen gesprayten Spruch am Dreisameck: "Dass der Tod uns lebend findet und das Leben uns nicht tot!"
  • an eine Tramptour vor meinem Zivildienst nach Palästina und Israel. Palästina wurde, seit ich denken kann, immer kleiner... Die Landwegnehmer heißen Siedler und die Menschen, die sich gegen die Landwegnahme wehren heißen Terroristen
  • an die beinah inflationär häufige Benutzung des Begriffs Menschenrechte durch ein Land, das einen Verbrecher innerhalb eines Monats 183-mal dem berüchtigten Waterboarding unterzogen hat, einer Foltermethode, die Ertränken simuliert
  • an den zunehmenden Eindruck tiefgreifender Zerstörung von Heimat, Landschaft, Sprache, Städten und an Kulturverlust und Innenweltzerstörung
  • an konstruktive Konflikte, aber auch an Intrigen, Denunziationen, Bedrohungen und an mühsame Kämpfe mit mächtigen Gegnern
  • an Erfolge: Wyhl, Kaiseraugst, Gerstheim, an die Realisierung der gesponnenen Alternativenergie-Vision der Sasbacher Sonnentage, an den „Knoten“ auf dem Abflussrohr der Usine Kaysersberg, an die gesparte Milliarde DM in Sachen Müllverbrennung Kahlenberg, an mühsam erkämpfte Wasserqualität und saubere Luft, an die erfolgreichen schönen Sommer im Bugginger Gencamp, an die Renaturierung der Elz und das knappe, erfolgreiche Endinger Nein zum Flächenverbrauch
  • an die winzigen Anfänge von www.bund-rvso.de & www.mitwelt.org und an die aktuellen 1,8 Millionen jährlichen Zugriffe auf diesen Internetseiten
  • an das erstaunlich friedliche Ende des real existierenden Sozialismus und an viele Anzeichen, dass der enthemmte Kapitalismus, die weltweite Raubbauwirtschaft mit ihren Wachstumsträumen sich weniger friedlich zu Tode siegen könnte
  • an die vielen Kriege der letzten Jahrzehnte, wo ich vor Kriegsbeginn von Geheimdiensten, PR-Agenturen, demokratischen Regierungen und Medien in demokratischen Ländern eigentlich immer nur belogen und betrogen wurde
  • an Hölderlins These "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" und an die Realität, dass in Gefahr & Krise nicht etwa das Rettende, sondern das Neurotische, die Dummheit, die Intoleranz und die Nationalismen wachsen
  • An das zunehmende Wissen, dass ich mich wohl mit dem Versuch der „Entschleunigung der Zerstörung“ zufrieden geben muss, damit Ökotopia, Nachhaltigkeit und das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung zumindest eine kleine Chance haben
  • an Menschen: an Babs, Familie, Freunde, Mitstreiter, Wegbegleiter
  • an die Musik von Mick Jagger, Jim Morrison, Jimi Hendrix, Ian Anderson, Keith Jarret, Hanns Söllner, Hannes Wader, Walter Mossman und an Bob Marleys: „Good friends we have had and good friends we have lost along the way,“


Axel Mayer
Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung



Hier: Ein nettes Portrait in der Badischen Zeitung




Axel Mayer: Kurzfassung - Leben und so...


  • 1955, geboren in einer Teninger Arbeiterfamilie
  • seit der Bauplatzbesetzung im elsässischen Marckolsheim 1974 aktiv im regionalen, grenzüberschreitenden Natur- und Umweltschutz und der Friedensbewegung im Dreyeckland
  • langjähriger Sprecher der Bürgerinitiative Riegel, einer der Badisch - Elsässischen Bürgerinitiativen (Wyhl)
  • in der "wilden" Gründungsphase Mitstreiter von Radio Dreyeckland, heute nur noch Mitglied
  • BUND - Regionalgeschäftsführer für die Region Südlicher Oberrhein (beim BUND seit dem 1.12.91 beruflich aktiv)
  • Vizepräsident im „Trinationalen Atom-Schutzverband der Bevölkerung um das Atomkraftwerk Fessenheim“ (TRAS)
  • nach einigen Jahren in Teningen und Riegel heute in Endingen wohnend
  • Vermessungstechniker, Sozialarbeiter und jetzt BUND-Regionalgeschäftsführer für die Region Südlicher Oberrhein
  • seit dem 13.1.1992 Kreisrat im Kreistag Emmendingen, gewähltes Mitglied im Zweckverband Kahlenberg und im Innovationsfond der Badennova
  • Engagement in Sachen Umwelt, Natur, Frieden, Nachhaltigkeit, Demokratie, sozialer Gerechtigkeit
  • fasziniert von manchen Menschen, großen weiten Landschaften und alemannischer Regionalkultur
  • erschreckt über die mich umgebende Umwelt- und Innenweltverschmutzung, die fortschreitende Zerstörung meiner Heimat am Oberrhein und die Manipulierbarkeit der Menschen
  • getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung, das nicht von selber kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafener Nacht





Eine kleine Auswahl: Reden von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS



Eine kleine Auswahl: Reden von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS


Die alemannischen Redebeiträge und die Vorträge finden Sie unten auf dieser Seite



















Hier einige Infos zur Person Axel Mayer





Reden von Axel Mayer







Meine Rede zur Atom-Kundgebung am 23.Oktober 2010 in Freiburg

Es ist mir eine große Ehre, dass Marianne Fritzen aus Gorleben, diese Rede auch im Rahmen der Castorblockade 2010 in Gorleben gehalten hat. Danke Marianne & Dank ins Wendland!



Atomkraft - Stuttgart 21 & Fortschritt
Höher, Schneller, Weiter, aber wohin?



Hallo Freiburg,

Höher! Schneller! Weiter! Fortschritt?
  • Was ist Fortschritt?
  • Wer definiert Fortschritt?
  • Gibt es auch „falschen“ Fortschritt?
  • Und nützt Fortschritt immer auch den Menschen?

Höher! Schneller! Weiter! Atomkraft
Welche große Hoffnung war einmal mit der Nutzung der Atomkraft verbunden?
Und heute:

  • Wir hatten die Unfälle in Harrisburg und die Katastrophe in Tschernobyl mit Tausenden von Toten
  • Wir haben Atommüll für 1 Million Jahre und Krebs in der Umgebung von AKW


Höher! Schneller! Weiter! Laufzeitverlängerung!
Was bedeutet Laufzeitverlängerung?

  • Laufzeitverlängerung bedeutet: Satte Gewinne der Energiekonzerne
  • Laufzeitverlängerung bedeutet: Mehr Kinderkrebs in der Umgebung von Atomanlagen
  • Laufzeitverlängerung bedeutet: Die zunehmende Gefahr katastrophaler Unfälle
  • Laufzeitverlängerung ist Gefahrzeitverlängerung


Höher! Schneller! Weiter! Asse!
Wurde uns die Atommülldeponie nicht als absolut sicherer Fortschritt verkauft?
Und heute?

  • Die Atommülldeponie läuft voll Wasser
  • Es wurde illegal stark strahlendes Plutonium eingelagert
  • Die Kosten von 4 Milliarden Euro tragen nicht die Konzerne sondern wir


  • Werden die Verantwortlichen für das Asse-Desaster bestraft?
  • Wurde je die Frage gestellt ob die Verantwortlichen bestraft werden?
  • Vermutlich gibt es überhaupt keine Verantwortlichen


Höher! Schneller! Weiter!

  • Holzschutzmittelgift
  • FCKW´s
  • Asbest
  • Contergan
  • Dioxinvergiftung in Seveso
  • Chemiekatastrophe Bhopal
  • Grundwasserversalzung am Oberrhein
  • Klimawandel
  • Peak Oil, Peak Gas, Peak Uran, Peak Everything
  • Harrisburg und Tschernobyl


Alles Fortschritt? Viele Opfer, Viel Leid, Viele Verbrechen
Und fast nie wurde ein Verantwortlicher richtig bestraft
Umweltstrafen gibt’s fast nur für die kleinen Umweltsünder
Es gibt in Sachen Umweltverbrechen ein Gerechtigkeitsdefizit in Deutschland

Die Nutzung der Atomenergie und die Laufzeitverlängerung funktioniert nur in Ländern, in denn die politisch Verantwortlichen wissen, dass sie nach einer Katastrophe nicht zur Rechenschaft gezogen werden


Was ist ein Verbrechen?
Die Umwelt zu vergiften oder sie zu schützen?

Was ist ein Verbrechen?
  • Die Castoren am 6.11 bei der Südblockade in Berg und in Gorleben gewaltfrei zu bremsen?
  • Oder ist es ein Verbrechen AKW zu betreiben?


Höher! Schneller! Weiter! Stocamine
War die modernste, sicherste und beste Deponie für nicht brennbaren Giftmüll vor unserer Tür im Elsass nicht ein Fortschritt?

  • Ich erinnere mich an die BUND-Proteste

  • Ich erinnere mich an den berühmten Satz: „Nach übereinstimmender Ansicht der Experten kann ein Risiko ausgeschlossen werden.“
  • Ich erinnere mich an den Brand des nicht brennbaren Giftmülls
  • Ich erinnere mich an lächerliche Strafen für die Betreiber


Und jetzt sagen die Experten dass in 100 bis 150 Jahren die Grube vollläuft und das Grundwasser am Oberrhein gefährdet ist

Die Inbetriebnahme der Stocamine wurde toll kommuniziert
  • „Gute Kommunikation“ mit dem Bürger das will doch auch Herr Mappus in Stuttgart und die Schweizer Atomlobby mit ihrem neuen Atommülllager in Benken
  • „Gute Kommunikation“ in Sachen Stocamine hieß, dass der Giftmüll gezuckert und gepudert wurde
  • „Gute Kommunikation“ ist häufig Greenwash

Die Scheiße wird gezuckert bis sie den Menschen schmeckt

Höher! Schneller! Weiter! Fossile Rohstoffe
Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um?

In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat.
Wir stehen vor Peak Oil, Peak Gas, Peak Uran, Peak Everything

Tiefer! Schneller! Weiter! Stuttgart 21

Sind die S-21 GegnerInnen nur Nein-Sager?

Die GegnerInnen von Stuttgart 21 sind in erster Linie JA-Sager!
Aus ihrem Nein zum überteuerten, risikobehafteten Protz- und Immobilienprojekt erwächst ein lautes deutliches JA:

  • Ein JA zu einem kostengünstigen, modernen, zukunftsfähigen oberirdischen Kopfbahnhof in Stuttgart
  • Ein JA zu einer zukunftsfähigen Bahn, zu schnellen und pünktlichen, gut vernetzten Bahnververbindungen in ganz Baden-Württemberg


Welche Provokation für die „konservative“ CDU:
Sie sind für eine kluge, resourcenbewusst - bescheiden Lösung
Resourcenbewusst – Bescheiden: welch garstiges Wort in Zeiten der Habgier


Höher! Schneller! Weiter! Atomexport

Warum hat ein politisch instabiles Land wie Pakistan die Atombombe?
Weil es mit deutscher Hilfe Atomanlagen gebaut hat
Der Außendienstmitarbeiter des französischen Atomkonzerns AREVA, Herr Sarkozy will AKW exportieren.
Herr Sarkozy liefert AKW in Spannungsgebiete nach Marokko, nach Algerien nach Lyben
Er exportiert Atomkraftwaffen
Das ist ein Verbrechen an der Zukunft

Höher! Schneller! Weiter! Fessenheim
Für was steht Fessenheim?

Auch die EDF und die EnBW wollen die Laufzeitverlängerung für den Schrottreaktor
Das bedeutet mehr Profit für die Betreiber und Aktionäre und mehr Risiko für uns

Höher! Schneller! Weiter!
Höher! Schneller! Weiter!
Höher! Schneller! Weiter! Aber wohin?


Wir müssen endlich die Frage nach dem Wohin stellen
  • Wir Atomkraftgegner sind nicht gegen den Fortschritt
  • Die Kritiker von Stuttgart 21 sind nicht gegen den Fortschritt
  • Wir Umweltschützer sind nicht gegen den Fortschritt


Aber Fortschritt darf nicht immer nur von Bänkern, von Atomkonzernen, von Investoren, von Spekulanten, von den neoliberal Habgierigen definiert werden


Höher! Schneller! Weiter!
Das war eben auch der zerstörerische Fortschritt des letzten Jahrhunderts
Das war eben auch Seveso, Bhopal, Asbest, Contergan, Cross Border Leasing, Bankenkrise, Stocamine, die autogerechte Innenstadt, die Massenmenschhaltung in den Vorstädten, Rohstoffverschwendung, Klimawandel, das war soziale Ausgrenzung, Asse und Tschernobyl

Nicht nur bei Herrn Mappus, bei Herrn Westerwelle und bei Frau Merkel erleben wir einen zerstörerischen, rückwärtsgewandten Fortschrittsglauben

Langsamer, Weniger, Besser, Schöner, Gerechter! Das ist Zukunft

  • Kluges Denken und Bescheidenheit statt Protz ist Fortschritt
  • Soziale Gerechtigkeit ist Fortschritt
  • Menschenrechte und Toleranz sind Fortschritt
  • Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien sind Fortschritt
  • Atomkraft, Atomkraftwaffen und Laufzeitverlängerung gefährden Zukunft.

    Axel Mayer





    Axel Mayer (links) & Meinrad Schwörer & das AKW Wyhl




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    Dieser Artikel wurde 11721 mal gelesen und am 26.7.2017 zuletzt geändert.