2022 / Bauernsterben, Artensterben & Globalisierung


Veröffentlicht am 25.05.2022 in der Kategorie Landwirtschaft von Axel Mayer

Bauernsterben - Landwirtschaft - "Strukturwandel": Insektensterben, Artensterben & Globalisierungsverlierer...


Der kleinen und mittleren Landwirtschaft (nicht nur) in Deutschland geht es beschissen. Die Erträge stimmen nicht. Es gibt zu viel Arbeit und entsetzlich viel Bürokratie für zu wenig Geld. Wer macht gerne unzählige Überstunden in einer Landschaft, in der immer mehr Spaziergänger mit immer mehr Freizeit immer alles besser wissen? Die Kinder wollen die Höfe nicht übernehmen und die Landwirtschaft hat ein schlechtes Image. Immer verzweifelter versuchen die Betroffenen mit Gift, Dünger und Wachstum gegen eine internationale Konkurrenz anzugehen, die auf gigantischen Feldern, mit in Europa verbotenen Giften und billigen Arbeitssklaven arbeiten kann.

"You can fool some farmers sometimes
But you can't fool all the farmers all the time"
ziemlich frei nach Bob Marley & Abraham Lincoln ...


Bayer-Monsanto, Syngenta, Genlobby, die "Spitzen" von CDU, CSU, FDP & Bauernverbänden haben kein Interesse an kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben. Sie träumen und realisieren den zerstörerischen Traum von der großen, global aufgestellten Agrarfabrik. Seit Mitte der 1990er-Jahre ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland um die Hälfte zurückgegangen. Auch die AfD, die gerne bauernfreundlich tut, ist in der Realität eine wirtschaftsliberale Konzernpartei.



Frage:


Welche politische Farbe hatte die Mehrzahl der Bundes-Landwirtschaftsminister, als bundesweit innerhalb von 17 Jahren 42 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe starben? Ob es der GRÜNE Landwirtschaftsminister Cem Özdemir tatsächlich besser macht, wird sich zeigen.



Wenn der letzte Apfelbaum fällt, dann liegt das nicht am „bösen Bauern“, sondern an einer verfehlten Agrarpolitik. Giftgeduschte, von Billiglöhnern gepflückte Äpfel aus China füllen unsere Schorleflaschen und zerstören bäuerliche Betriebe und Natur. Naturschutz & Landwirtschaft stehen gemeinsam für eine menschengerechte Globalisierung, bei der nicht nur der Preis zählt!


Landwirtschaft, Landschaft, biologische Vielfalt: Globalisierungsverlierer


Woher kommen die Nöte der kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe?


  • Weil zumeist unter CDU- & CSU-Landwirtschaftsminister, politisch gewollt, seit 1949 in Baden-Württemberg 75 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe verschwanden. Bundesweit gab es einen Rückgang von 42 Prozent innerhalb von 17 Jahren

  • Weil z. Bsp. billige, umweltschädlich erzeugte Kirschen aus der Türkei nach Deutschland importiert werden, unsere Landwirtschaft & Landschaft zerstören, und weil genau diese ungeregelte Form der Globalisierung von CDU, CDU & FDP gewollt ist

  • Weil aktuell die deutsche Landwirtschaft auf dem Altar eines nicht umwelt- und menschengerechten Freihandels (Mercosur) geopfert wird


Das Beispiel "Deutsche Milch für China"


Wir schütten den gigantischen chinesischen Markt mit deutscher Milch und deutschen Milchprodukten zu, sagten Anhänger der Globalisierung vor wenigen Jahren. Dem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb im Schwarzwald hätte diese Idee wenig gebracht, wohl aber den Nachfolgern der ehemaligen Kolchosen im Osten der Republik mit ihren umweltfeindlichen gigantischen Ställen. Doch zwischenzeitlich gibt es auch in China die großen, vollautomatisierten Kuh-Fabriken mit 10.000 Kühen. Diesen zutiefst zerstörerischen Wettlauf kann unsere Landwirtschaft nicht gewinnen. Sie zerstört Natur, Umwelt und landwirtschaftliche Betriebe.


Landwirtschaft - Globalisierungsverlierer: Ein verzweifeltes Bauernplakat gegen das Volksbegehren Artenschutz


An vielen "Grünen Kreuzen" hing dieses Bauern-Plakat gegen das Volksbegehren Artenschutz. Doch genau diese, im Plakat kritisierte Form der Globalisierung, ist von FDP, CDU, CSU und von den Bauernverbänden und Bayer-Monsanto, Syngenta und Genlobby gewollt. Das Plakat richtet sich gegen die Umweltbewegung, die eigentlich die Lobby der kleinen und mittleren Landwirtschaft ist und Globalisierung menschengerecht gestalten will.


Die Zeit ist reif




Naturschutzbewegung und das Agrarpaket sind nicht die Feinde der Landwirtschaft. Gerade der BUND, die Mitwelt Stiftung und Umweltbewegung sind potenziell Verbündete einer insektenfreundlichen, grundwasserfreundlichen, naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft. Wir müssen den Wachstumswahn brechen, den Traum von der globalen Agrarfabrik beenden und die Globalisierung menschengerecht und nachhaltig gestalten. Dazu braucht es eine andere, neue Agrar- und Subventionspolitik, die nicht nur die Interessen der großen, deutschen Agrarfabriken und der Investoren bedient. Und die Landwirtschaft braucht endlich auch gute Preise für gute, umweltschonend erzeugte Produkte.

"Gutes gesundes Brot, regionaler Wein UND Schmetterlinge für unsere Enkel!" sind eine gemeinsame Aufgabe für Landwirte und Umweltbewegung.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, (Alt-)BUND-Geschäftsführer


Nachträge:


Kommentar: Mercosur - das Bauernsterben geht munter weiter!
Am Rande des G20-Treffens Ende Juni verkündeten die Europäische Union und der südamerikanische Staatenbund Mercosur die größte Freihandelszone der Welt. Diese ausverhandelten Verträge berücksichtigen vor allem Zoll- und Handelsfragen.
Für uns Bauern bedeutet das großindustrielle Konkurrenz statt bäuerlicher Landwirtschaft, da Umweltschutzfragen, gesicherte Qualitätslebensmittel in diesem Freihandelsabkommen anscheinend keine bedeutende Rolle spielen. Unter dem Motto „Die Beschränkung des freien Handels schade der Weltwirtschaft“ (Zitat Cecilia Malmström) werden Industriegüter exportiert und Agrargüter wie Rindfleisch unter fraglichen Produktionsmethoden importiert. Die brutale Liberalisierung des Agrarmarktes ist eine sehr bedenkliche Entwicklung für unsere kleinstrukturierte nachhaltige Landwirtschaft.
Was wir dringend brauchen, ist ein fairer und nachhaltiger Welthandel und nicht profitgierige Wirtschafter, die bestimmen.
Quelle: Maria Mader-Tschertou, SJK- Gemeinschaft der Südkärntner Bäuerinnen und Bauern




2022 / Landwirtschaft: Bauernsterben, grüne Kreuze, Mais, Vermaisung, Gift, Grundwasser, Gentechnik, Grüne Kreuze & Maiswurzelbohrer auf Mitwelt.org

Nicht ein "Mangel an Gift, Nitrat & zu viele Vorschriften bei der Massentierhaltung" sind die Gründe für die massiven Probleme der Landwirtschaft, sondern der massive Druck durch die Globalisierung und der von Bauernverbänden, Agrarkonzernen, von FDP, CDU, CSU & AfD gewollte Zwang zur großen globalen Agrarfabrik, der unerfüllbare und zerstörerische Traum vom ewigen Wachstum.




Landwirtschaft, Landschaft, biologische Vielfalt: Globalisierungsverlierer







Mitwelt-Warnungen 2022 und Hinweise zu diesen Seiten...


  • 1) Diese Internetseiten von Mitwelt am Oberrhein sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleine Minderheit, die noch in der Lage ist, längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern, Ideologen, vom Krieg bestärkten Ewiggestrigen und Verschwörungstheoretikern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel, gerade in Kriegszeiten, ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer,Mitwelt am Oberrhein

Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)


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Axel Mayer, (Alt-) BUND-Geschäftsführer, Mitwelt am Oberrhein[/b]