Bauernsterben 2021: "Strukturwandel", Insektensterben, Artensterben & Globalisierungsverlierer


Veröffentlicht am 26.02.2021 in der Kategorie Landwirtschaft von Axel Mayer

Bauernsterben - Landwirtschaft - "Strukturwandel": Insektensterben, Artensterben & Globalisierungsverlierer: Grüne Kreuze, Demos, Mahnfeuer, Land schafft Verbindung



Aktueller Einschub vom 21.1.2021

Bei Bauernhöfen in Deutschland geht die Tendenz weiter zur Agrarfabrik


Durchschnittlich hat ein Bauernhof eine Nutzfläche von 63 Hektar, sieben Hektar mehr als noch vor zehn Jahren, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Zahl der Betriebe sei im selben Zeitraum um zwölf Prozent gesunken. Damit geht das Bauernsterben in der Landwirtschaft weiter, wenn auch in geringerem Tempo.

Das Bundesamt hat rund 265.000 Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland zum ersten Mal nach zehn Jahren wieder detailliert befragt. Nach den Daten wuchs die Zahl der Tiere je Betrieb weiter. Zugleich werden inzwischen mehr Rinder in Laufställen gehalten und weniger Hennen in Käfigen.


Bauernsterben, Insektensterben, Artensterben & Globalisierungsverlierer


Die bundesweite Bauern-Kampagne "Land schafft Verbindung" mit grünen Kreuzen, Mahnfeuern & Bauerndemos in Berlin hat die Zielrichtung: "Rettet die Bauern durch ein Ja zu Agrargiften, Glyphosat und Massentierhaltung". Die tatsächliche Not der kleinen und mittleren Landwirtschaft hat viele Ursachen und sie wird von Lobbyisten gerade gezielt missbraucht. Die Ausrichtung der Kampagne nützt den Agrochemiekonzernen und den giftdominierten Agrarfabriken und schadet Mensch, Natur, Grundwasser und Umwelt und sie schadet auch den letzten kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland. Die von CDU, CSU und von der FDP politisch gewollten großen Agrarfabriken brauchen keine Bauern sondern "landwirtschaftliche Fachangestellte". Gemeinsam Lösungen finden die Artenvielfalt, aber auch die Vielfalt echter bäuerlicher Betriebe erhält, wäre eine gemeinsame Aufgabe für Umweltverbände und Landwirtschaft. Hier versagen die lobbygelenkten alten Bauernverbände total.


Landwirtschaft, Grüne Kreuze, Bauernsterben...


Die GRÜNEN KREUZE stehen leider auch für die unbedingte Verteidigung der Massentierhaltung
Die industrielle Massentierhaltung ist das Ergebnis einer verfehlten, nicht menschen- und tiergerechte Globalisierung. Sie bedeutet Tierleid, Sklavenhalterbedingungen für ausländische ArbeitnehmerInnen, Abholzung des Regenwaldes für die Futtermittelimporte und die massive Menschengefährdung durch den Einsatz von viel zu viel Antibiotika. Mit "Kreuzen" für so etwas zu werben ist pervers. Die Massentierhaltung zerstört die kleine und mittlere Landwirtschaft. Welche gemeinsamen Interessen hat ein Schwarzwaldbauer mit 40 Kühen mit dem Industriellen, der eine Kuhfabrik mit 1000 Kühen leitet?

Vielen kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben geht es tatsächlich mehr als schlecht. Doch mit der Zielrichtung der aktuellen Kampagnen werden die tatsächlichen Ursachen des Bauernsterbens gezielt verschleiert und falsche Fronten aufgebaut. Der Hauptgrund für die Misere ist nicht ein Mangel an Gift, sondern die politisch gewollte Globalisierung und die "große, globale Agrarfabrik" die keine Bauern mehr braucht, sondern "landwirtschaftliche Fachangestellte" von Agrar-Konzernen. Die kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe und mit ihnen die Artenvielfalt sind Globalisierungsverlierer.

"You can fool some farmers sometimes
But you can't fool all the farmers all the time"
ziemlich frei nach Bob Marley & Abraham Lincoln ...


Axel Mayer, (Alt-) BUND-Geschäftsführer, Mitwelt am Oberrhein[/b]

Zwei Vorworte


Bayer-Monsanto, Syngenta, Genlobby, die "Spitzen" von CDU, CSU, FDP & Bauernverbänden haben kein Interesse an kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben. Sie träumen und realisieren den zerstörerischen Traum von der großen, global aufgestellten Agrarfabrik. Seit Mitte der 1990er-Jahre ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland um die Hälfte zurückgegangen. Auch die AfD, die gerne bauernfreundlich tut, ist in der Realität eine wirtschaftsliberale Konzernpartei.


Fünf Mal gab es in den vergangenen 540 Millionen Jahren gewaltige Artensterben, zeigen Fossilienfunde. Forscher sehen eine aktuelle, menschengemachte, sechste Welle in vollem Gange. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen zur Artenvielfalt sterben bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten täglich aus. Der Mensch im Anthropozän, hat auf die globale und regionale Artenvielfalt also langfristig eine "ähnlich verheerende" Wirkung wie der große Meteor-Einschlag vor 65 Millionen Jahren.


Nicht ein "Mangel an Gift, Nitrat & zu viele Vorschriften bei der Massentierhaltung" sind die Gründe für die massiven Probleme der Landwirtschaft, sondern der von Bauernverbänden, Agrarkonzernen, von FDP, CDU, CSU & AfD gewollte Zwang zur großen globalen Agrarfabrik, der unerfüllbare Traum von Globalisierung und vom ewigen Wachstum.


Grüne Kreuze & Kritik: Agrarpaket, Glyphosat & Bauernsterben


Bei einem Abendspaziergang bin ich an einem der vielen grünen Kreuze vorbeigegangen, die jetzt bundesweit überall in der Landschaft stehen. "Die grünen Kreuze sollen als Mahnmal auf die Folgen des neuen Agrarpakts der Bundesregierung, auf das Volksbegehren "Rettet die Bienen" und auf die allgemeine Lage der Landwirtschaft hinweisen." Ein am Kreuz angebrachter Text besagt, dass der von der Bundesregierung geplante Agrarpakt ein „kommendes Bauernsterben“ auslösen würde. Bayer/Monsanto, Syngenta, Gen-Lobby & Co. sehen ihre Profitinteressen durch das Agrarpaket massiv gefährdet. Sie treten aber psychologisch geschickt nicht selber auf, sondern schicken gezielt die "kleinen Bauern & Landfrauen" vor. Hinter den vorgeschobenen Kreuzen steht eigentlich eine bundesweite Kampagne "Schützt die Bauern durch ein Ja zum Gift und zur Massentierhaltung". In manchen Medien wird unkritisch schon von einem "Kreuzzug auf dem Land" geschrieben und die Hintergründe und Inhalte des Agrarpakets werden nicht aufgezeigt.

Organisiert wird die bundesweite Grüne Kreuz-Kampagne von „Bauer Willi“
"Der als unabhängiger Landwirt bekannte Blogger „Bauer Willi“ ist in Wirklichkeit Teil der Agrarchemiebranche. Wilhelm Kremer-Schillings fungiert laut Firmenangaben als Vize-Vorstandschef der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft, die auch in erheblichem Umfang mit Pestiziden und Düngern handelt.
Vor seiner Zeit als Blogger war er als Projektmanager in der Chemiesparte des damaligen Schering-Konzerns zuständig für den vermutlich krebserregenden Unkrautvernichter Betanal, wie er der taz mitteilte. Bis zu seiner Pensionierung 2014 arbeitete er beim Zuckerhersteller Pfeifer & Langen, wo er Landwirten zu Pestiziden riet. Auf seiner Internetseite „Zur Person“ und in der Autorenbiografie seines Buches „Sauerei!“ fehlen diese Angaben."
Quelle:Die TAZ


Kernpunkte des von der Agrochemielobby so massiv bekämpften Agrarpakets sind unter anderem das verspätete Aus für das Unkrautgift Glyphosat Ende 2023, endlich ein wenig mehr Schutz für Insekten und ein neues Tierwohl-Kennzeichen. In einer Zeit in der in Deutschland die Masse der Insekten teilweise um über 75% abgenommen hat ist das geplante Agrarpaketchen ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Die bundesweite Kreuz-Aktion ist der verzweifelte Wunsch nach Beibehaltung des Sta­tus quo und das heißt Agrar-Gifte, Glyphosat, Massentierhaltung, Insektenvergiftung, Vogelsterben, CO2 Belastung und Nitrat im Grundwasser. Bayer/Monsanto, Syngenta, Gen-Lobby & Co. sehen ihre Profitinteressen durch das Agrarpakets massiv gefährdet. Sie treten allerdings psychologisch geschickt nicht selber auf sondern schicken gezielt die "kleinen Bauern, Bauer Willi & die Landfrauen" vor. Es ist erschreckend, dass hunderte von Medienberichten über die "Grüne Kreuz-Aktion" diese Zusammenhänge nicht aufzeigen.

Landwirtschaftsinfluencer im Dienste der Agrarindustrie

»Warum ich diese Mail schreibe, dürfte klar geworden sein: Geld!«
Sie werben für »geile« Pestizidspritzmaschinen oder trommeln gegen das Insektenschutzgesetz: Blogger wie »Bauer Willi« machen ungeniert Lobbyarbeit – aber nicht unbedingt für die Bauern.

Jutta Zeisset, 40, hemdsärmlig, bodenständig, ist gelernte Gärtnerin, Cafébesitzerin, CDU-Mitglied und vor allem Bloggerin. »Ich liebe Landwirtschaft« heißt ihr Kanal, und sie lässt es richtig krachen. Mal lobt sie bei einem Messerundgang die »geile« Pestizidspritzmaschine eines Herstellers. Dann plauscht sie per Video mit dem Pflanzenschutz-Chef von Bayer. Und zwischendurch findet sie noch Zeit, Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) per Brief einzuhämmern, dem geplanten Insektenschutzgesetz »NICHT zuzustimmen«.
Quelle: Der Spiegel


Ähnliche Bauern-Aktionen und die massive Agrar-Lobby in der Vergangenheit haben dazu geführt, dass wir in Deutschland massive Grundwasserprobleme mit Nitrat haben. Der Applaus vieler AfD, CDU, CSU und FDP-Politiker für die Grünen Kreuze passt eigentlich eher in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts und ist insbesondere für die Parteien mit dem C besonders peinlich.

Der Missbrauch christlicher Symbole für Gift, Glyphosat und Massentierhaltung ist nicht akzeptabel.
Absolut nachvollziehbar und berechtigt aber sind die Ängste, Sorgen und Nöte der Landwirte.



Frage:


Welche politische Farbe hatte die Mehrzahl der Bundes-Landwirtschaftsminister, als bundesweit innerhalb der letzten 17 Jahre 42 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe starben? Und welche politische Farbe haben die Parteien, die aktuell für einen ungeregelten Freihandel die Landwirtschaft bedingungslos opfern?


Wenn der letzte Apfelbaum fällt, dann liegt das nicht am „bösen Bauern“, sondern an einer verfehlten Agrarpolitik. Giftgeduschte, von Billigstlöhnern gepflückte Äpfel aus China füllen unsere Schorleflaschen und zerstören bäuerliche Betriebe und Natur. Naturschutz & Landwirtschaft stehen gemeinsam für eine menschengerechte Globalisierung bei der nicht nur der Preis zählt!


Landwirtschaft, Landschaft, biologische Vielfalt: Globalisierungsverlierer


Woher kommen die Nöte der kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe?


  • Weil zumeist unter CDU- & CSU-Landwirtschaftsminister, politisch gewollt, seit 1949 in Baden-Württemberg 75 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe verschwunden. Bundesweit gab es einen Rückgang von 42 Prozent innerhalb der letzten 17 Jahre
  • Weil z. Bsp. billige, umweltschädlich erzeugte Kirschen aus der Türkei nach Deutschland importiert werden, unsere Landwirtschaft & Landschaft zerstören, und weil genau diese ungeregelte Form der Globalisierung von CDU, CDU & FDP gewollt ist
  • Weil aktuell die deutsche Landwirtschaft auf dem Altar eines nicht umwelt- und menschengerechten Freihandels (Mercosur) geopfert wird


Die kleinen ökologischen Fortschritte, des geplanten und bekämpften Agrarpaketes, stören den Traum von der ständig wuchernden, großen, globalen, giftdominierten Agrarfabrik, den Bayer-Monsanto, Syngenta, Genlobby & CDU, CSU, FDP & Bauernverbände träumen. In diesem zerstörerischen Traum kommen allerdings kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe, egal ob öko oder konventionell, auch nicht vor.


Landwirtschaft - Globalisierungsverlierer: Ein verzweifeltes Bauernplakat gegen das Volksbegehren Artenschutz


An vielen "Grünen Kreuzen" hieng dieses Bauern-Plakat gegen das Volksbegehren Artenschutz. Doch genau diese, im Plakat kritisierte Form der Globalisierung, ist von FDP, CDU, CSU und von den Bauernverbänden und Bayer-Monsanto, Syngenta und Genlobby gewollt. Das Plakat richtet sich gegen die Umweltbewegung die eigentlich die Lobby der kleinen und mittleren Landwirtschaft ist und Globalisierung menschengerecht gestalten will.


"Der bekannteste Sprecher der Bauernprotest-Bewegung „Land schafft Verbindung Deutschland“, Dirk Andresen, hat eine überdurchschnittlich große Sauenhaltung. Laut dem beauftragten Ingenieurbüro, Baukonzept Neubrandenburg, wurde die Anlage der Andresens im vorpommerschen Siedenbollentin im Jahr 2008 für 1.250 Sauen umgebaut. Das ist mehr als fünfmal so viel wie der durchschnittliche Sauenbestand in Deutschland, der nach Angaben des staatlichen Thünen-Agrarforschungsinstituts nur 244 Tiere beträgt. Die größeren ostdeutschen Betriebe verdrängen zunehmend mittelständisch-bäuerliche vor allem im Westen.
Quelle: TAZ vom 17.1.20"


Die Zeit ist reif




Naturschutzbewegung und das Agrarpaket sind nicht die Feinde der Landwirtschaft. Gerade BUND und Umweltbewegung sind potentiell Verbündete einer insektenfreundlichen, grundwasserfreundlichen, naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft. Wir müssen den Wachstumswahn brechen, den Traum von der globale Agrarfabrik beenden und die Globalisierung menschengerecht und nachhaltig gestalten. Dazu braucht es nicht nur ein Agrarpaket und ein Volksbegehren, sondern eine andere, neue Agrar- und Subventionspolitik. Und die Landwirtschaft braucht endlich auch gute Preise für gute, umweltschonend erzeugte Produkte.

"Gutes gesundes Brot, regionaler Wein UND Schmetterlinge für unsere Enkel!" sind einen gemeinsame Aufgabe für Landwirte und Umweltbewegung.

Axel Mayer, Mitwelt am Oberrhein, (Alt-)BUND-Geschäftsführer


Nachträge:


Kommentar: Mercosur - das Bauernsterben geht munter weiter!
Am Rande des G20-Treffens Ende Juni verkündeten die Europäische Union und der südamerikanische Staatenbund Mercosur die größte Freihandelszone der Welt. Diese ausverhandelten Verträge berücksichtigen vor allem Zoll- und Handelsfragen.
Für uns Bauern bedeutet das großindustrielle Konkurrenz statt bäuerlicher Landwirtschaft, da Umweltschutzfragen, gesicherte Qualitätslebensmittel in diesem Freihandelsabkommen anscheinend keine bedeutende Rolle spielen. Unter dem Motto „Die Beschränkung des freien Handels schade der Weltwirtschaft“ (Zitat Cecilia Malmström) werden Industriegüter exportiert und Agrargüter wie Rindfleisch unter fraglichen Produktionsmethoden importiert. Die brutale Liberalisierung des Agrarmarktes ist eine sehr bedenkliche Entwicklung für unsere kleinstrukturierte nachhaltige Landwirtschaft.
Was wir dringend brauchen, ist ein fairer und nachhaltiger Welthandel und nicht profitgierige Wirtschafter, die bestimmen.
Quelle: . Maria Mader-Tschertou, SJK- Gemeinschaft der Südkärntner Bäuerinnen und Bauern



Bauernsterben
Seit 1949 sind in Baden-Württemberg 75 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe aus der Land- und Forstwirtschaft verschwunden. Bundesweit gab es einen Rückgang von 196.568 Betrieben oder 42 Prozent innerhalb der letzten 17 Jahren. Und mit den kleinen und mittleren Betrieben sterben auf größer werdenden Äckern auch Bäume, Hecken, Insekten, Vögel und jede Art von biologischer Vielfalt. Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg konkurriert auf einem weltweiten Agrarmarkt im Rahmen der Globalisierung und des Freihandels mit Ländern wie Kanada. Unsere in kleinen Teilen immer noch erfreulich kleinräumige Landwirtschaft (insbesondere in Südbaden) verkauft teilweise auf dem gleichen Markt wie die giftdominierte großindustrielle Landwirtschaft in den USA. Auch in Nord- und Ostdeutschland dominiert eine politisch gewollte, industrielle, massiv umweltzerstörende Landwirtschaft. Wir sind auf dem Weg zur großen, globalen Agrarfabrik mit Gift und Gentechnik und gefährden so Mensch und Natur. Wenn nur noch der Preis und der „freie Markt“ zählen, wenn eine verfehlte EU-Agrarpolitik nur die großindustrielle Landwirtschaft und Agrarfabriken unterstützt, wenn die Bauernverbände in Baden-Württemberg diese Zusammenhänge nicht erkennen wollen, dann haben Insekten, Vögel, Hecken, Grundwasser, aber auch die Mehrzahl der Landwirte in Baden-Württemberg selbst, keine Chancen.

Massentierhaltung
Bundesweit geht der Trend zu immer größeren Beständen, vor allem in der Massentierhaltung. Bei Masthühnern wurden 1999 pro Betrieb durchschnittlich 4147 Tiere gehalten, 2016 waren es schon 28.166. Ähnlich dramatisch ist die Entwicklung bei Schweinen. Heute hält jeder Hof im Schnitt 695 Tiere – das sind drei Mal so viele wie 1999.

Die Naturschutzbewegung und das Volksbegehren
sind nicht die Feinde der Landwirtschaft, sondern potentiell Verbündete einer insektenfreundlichen, grundwasserfreundlichen, naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft. Wir müssen den Wachstumswahn brechen und die Globalisierung menschengerecht und nachhaltig gestalten. Dazu braucht es nicht nur ein Volksbegehren, sondern eine andere Agrar- und Subventionspolitik als die von CDU, CSU, FDP und der Europäischen Kommission. Und die Landwirtschaft braucht endlich auch gute Preise für gute, umweltschonend erzeugte Produkte.

Was jetzt langsam anläuft ist die gut organisierte PR-Kampagne gegen das Volksbegehren
Das Volksbegehren greift die finanziellen Interessen der großen Agrochemie-Konzerne massiv an. Es stört den Traum der Politik und der Konzerne von der ständig wuchernden, großen, globalen Agrarfabrik.
Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden solche Konflikte direkt zwischen Umweltbewegung und Konzernen ausgetragen, doch die PR-Strategien haben sich geändert. Heute schieben Bayer, Höchst & Co. industriegelenkte Initiativen, Stiftungen und Kleinbauern vor, um im großen Streit nicht selber öffentlich in Erscheinung zu treten. Ängste werden geschürt und einzelne Landwirte und Öko-KritikerInnen des Volksbegehrens gezielt in die PR-Kampagnen eingebaut. Das Volksbegehren weckt "gut organisierte" aber auch durchaus nachvollziehbare Sorgen in der von allen Seiten massiv bedrängten Landwirtschaft. Hier gibt es eine "Bringschuld" der Initiatoren des Begehrens, diese Sorgen ernst zu nehmen. Die Debatte um das Volksbegehren sollte genutzt werden um die dringend notwendige Debatte zwischen Umweltbewegung und Landwirtschaft zu intensivieren, und nicht um Gräben aufzureißen. Wir dürfen nicht nur auf Baden-Württemberg schauen. In Brüssel wird über Milliardensubventionen für die Landwirtschaft entschieden. Mit diesem Geld könnten Bauern und Bienen gerettet werden.

Axel Mayer, (Alt-) BUND-Geschäftsführer, Mitwelt am Oberrhein


Bauernsterben - Insektensterben - Rettet die Bienen & Bauern!



Die Ursachen für das große Artensterben und Insektensterben, aber auch für den Klimawandel sind vielfältig und doch lassen sie sich zu einem Bild zusammen fügen. Wir leben in einer Endzeit exponentiellen wirtschaftlichen Wachstums im begrenzten System Erde und verwandeln die vielfältige Welt in eine große einheitliche Fabrik. In eine Agrarfabrik, eine Fabrik-Fabrik, eine Wohn-Fabrik und eine Konsum-Fabrik in der zunehmend übersättigte Menschen immer unzufriedener werden.




Landwirtschaft 2021: Bauernsterben, Grüne, Kreuze, Mais, Vermaisung, Gift, Grundwasser, Gentechnik, Grüne Kreuze & Maiswurzelbohrer auf Mitwelt.org

Aktuell


Corona-Virus, Massentierhaltung und Antibiotikaresistenz: Was lernen wir aus der Pandemie?

Sehenswert:


Nicht ein "Mangel an Gift, Nitrat & zu viele Vorschriften bei der Massentierhaltung" sind die Gründe für die massiven Probleme der Landwirtschaft, sondern der von Bauernverbänden, Agrarkonzernen, von FDP, CDU, CSU & AfD gewollte Zwang zur großen globalen Agrarfabrik, der unerfüllbare Traum vom ewigen Wachstum.




Landwirtschaft, Landschaft, biologische Vielfalt: Globalisierungsverlierer







Mitwelt-Warnungen im Corona-Jahr 2021 & Hinweise zu diesen Seiten...


  • 1) Diese Internetseiten von Mitwelt am Oberrhein sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleine Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern & Verschwörungstheoretikern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer,Mitwelt am Oberrhein

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