8.2.2010 Anfrage: Drunter und Drüber in Denzlingen
Närrisches Treiben oder sinnvolle Investitionen an der B3?
Sehr geehrter Herr Landrat Hurth,
an der B3 zwischen dem Wassermer Wald und Denzlingen herrschen rege Bautätigkeiten. Auf 3,3 Kilometern Bundesstraße werden sechs Brücken und Unterführungen geschaffen. Eine gefahrlose Überquerung der B3 ist absolut notwendig und sinnvoll, aber müssen es gleich sechs teure Querungsbauwerke sein? Nicht nur wir Kreisräte und eine Leserbriefschreiberin (Anhang) wundern uns. Wir leben in einer Zeit extrem knapper öffentlicher Gelder und einer massiven Staatsverschuldung (1.669.739.109.251Euro Schulden am 8.2.2010) in der wir (nicht nur) im Landkreis jeden Cent zwei mal umdrehen müssen. Verschwendung kann sich der Staat nicht leisten. Zu den aktuellen Baukosten kommen mittel- und langfristig auch die Kosten für Unterhaltung und Reparatur der teuren Bauwerke.
Für die B3 Planungen ist erfreulicherweise nicht der Kreis, sondern der Bund zuständig. Dennoch wenden wir uns als Kreisräte an Sie, wohl wissend, dass eine Behörde eine Aufsichtsbehörde nur ungern kritisiert.
Hier unsere Fragen.
1. Was kosten die sechs Querungen die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen?
2. War der Kreis in diese Planungen eingebunden?
3. Wäre aus Sicht der Kreisbehörden eine kostengünstigere und dennoch zumutbare Verkehrsführung (z. Bsp. Wegebau zu weniger Querungsbauwerken) möglich gewesen?
4. Hätte der Kreis auf 3,3 Kilometern Kreisstraße an der gleichen Stelle auch sechs Querungsmöglichkeiten geschaffen?
Wir wollen mit dieser Anfrage Kostenbewusstsein für zukünftige staatliche Baumaßnahmen schaffen.
Mit freundlichen Grüßen
Axel Mayer, Angelika Schwarz-Marstaller
Leserbriefe Badische Zeitung Baustellen bei Denzlingen / Sechs Querungen auf 3,3 Kilometern!
Zum Artikel "Links herum, rechts herum" (BZ vom 30.Dezember):
Da sag’ doch nochmal einer, der Staat habe kein Geld! Da wird auf 3,3 Straßenkilometern zwischen Denzlingen und EM-Wasser in sechs Querungsmöglichkeiten der B3 investiert. Wollen wir uns das Ganze mal genauer anschauen:
Die Brücke zwischen Reute und Wasser ermöglicht nicht einmal eine Abfahrt in Richtung Denzlingen. Mit einem billigen Kreisverkehr wäre dies problemlos möglich gewesen. Doch dafür müsste der vorfahrtsverwöhnte Deutsche kurz abbremsen – und das geht einfach nicht. Also bauen wir bei Wasser eine Brücke, um den Pendlern den direktesten Weg in Richtung Freiburg zu ermöglichen. Natürlich gibt´s in entgegengesetzter Richtung nochmals eine großzügige Ausfahrt von der B3 nach Wasser.
Als nächstes wird die einzig sinnvolle Brücke zwischen Vörstetten und dem Denzlinger Gewerbegebiet gebaut. Der Radweg von Reute nach Denzlingen trifft genau auf diese Brücke. Doch diese um einen Meter für einen seitlichen Radweg zu verbreitern ist nicht möglich. Somit bauen wir eine Radwegunterführung, zu der der derzeitige Radweg gar keine Verbindung hat. Also bauen wir noch den Radweg zu der passenden Unterführung. In der Zwischenzeit wurde das Dilemma der Radfahrer erkannt und wir bauen eine extra Radbrücke ca. 150 m südlich der Radwegunterführung direkt ins Gewerbegebiet Türleacker. Doch diese Brücke ist nun auch gleich so dimensioniert, dass auf dieser auch Autos fahren können. Den Gewerbetreibenden wollen wir ja keinen Umweg von 500 Metern durch die Gemeinde zumuten. Zudem bekommen die Radfahrer eine Unterführung als Verlängerung der Denzlinger Hauptstraße, die eigentlich niemand braucht. Da die Bauern ja den ganzen Tag die B 3 queren müssen, bekommen diese ebenfalls eine extra Unterführung.
Ein Schlusswort fällt mir irgendwie schwer bei so einer rundherum durchdachten und billigen Planung. Herzlichen Glückwunsch!
Ingrid Bullert, Reute
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