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Energiesparlampen - Recycling - Entsorgung - Pfand? Eine Initiatve zur Quecksilbervermeidung

Entsorgung von quecksilberhaltigen Energiesparlampen
Warum funktioniert´s in Freiburg und nicht im Landkreis Emmendingen?


11.11.2010
Sehr geehrter Herr Landrat Hurth,
die Durchsetzung eines Probelaufs, um quecksilberhaltige Energiesparlampen auf Recyclinghöfen zu sammeln, war für uns GRÜNE ein mühsames Geschäft und leider mit einem großen Aufwand verbunden. Die „Begeisterung“ der Verwaltung über den Antrag der GRÜNEN Fraktion hat sich von Anfang an in deutlich erkennbaren Grenzen gehalten.

Üblicherweise sind es ja auch die Anträge der Verwaltung die wir im Kreistag „durchwinken“ und eher selten Wünsche und Anträge der gewählten Kreisräte.

Der Technische Ausschuss des Kreistags Emmendingen hatte auf unseren Antrag beschlossen, probehalber an zwei Recyclinghöfen im Landkreis (Emmendingen / Waldkirch) quecksilberhaltige Energiesparlampen entgegenzunehmen. Die Verringerung der Quecksilberbelastung durch Optimierung der Energiesparlampenentsorgung war ein kleiner, ausbaufähiger Erfolg für die Umwelt.

Jetzt erfahren wir durch die BZ, dass der Testlauf wieder aufgegeben wurde. Vor wenigen Tagen hat die Abfallwirtschaft im Kreistag über ihre Arbeit berichtet und es gab dazu kein Wort und auch wir als Antragsteller sind nicht informiert worden.

„Das Einwerfen in die Gitterbox ging nicht ohne Scherben ab (....) und ist eine nicht unerhebliche Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit der Mitarbeiter“ steht in der BZ.

Da zu den vom Landratsamt empfohlenen Schadstoffsammlungen nur ein winziger Teil der Energiesparlampen gebracht werden, wandern also zukünftig die Mehrzahl der quecksilberhaltigen Lampen wieder in den Hausmüll. Das ist eine „nicht unerhebliche Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit der Mitarbeiter, die hinter den Müllfahrzeugen hergehen“

Es ist erstaunlich: Was im Landkreis Emmendingen nicht geht, das funktioniert anderswo hervorragend.

Ein Besuch beim Freiburger Recyclinghof heute zeigte, dass es in Freiburg keine Probleme zu geben scheint. Ein BZ Artikel vom 9. November 2010 bestätigt dies. Die Freiburger Recyclinghöfe nehmen selbstverständlich defekte Birnen an.

„Auf jeden Fall sind in diesem Jahr bereits bis zum Herbst mehr Energiesparlampen auf den städtischen Recyclinghöfen (in Freiburg) gelandet als im gesamten Jahr 2009. Gut 10 Tonnen wurden letztes Jahr abgegeben, geschätzt waren darin knapp 3 Kilogramm Quecksilber enthalten.“ Zitatende BZ

Wenn in unserem Landkreis die Lampen in die Gitterbox „eingeworfen“ wurden, brauchen wir uns über Scherben nicht zu wundern.

Wir würden gerne wissen, wie und warum die Entgegennahme von Energiesparlampen an Recyclinghöfen in anderen Landkreisen und Städten funktioniert und warum dies ausgerechnet bei uns nicht gehen soll.

Mit freundlichen Grüßen
Axel Mayer



Energiesparlampenentsorgung: Ein kleiner umweltpolitischer Erfolg



Die "Entsorgung" von quecksilberhaltigen Energiesparlampen ist bundesweit noch immer ein großes ungelöstes Problem. Die Mehrzahl dieser Lampen wandern immer noch in den Müll. Die Firmen, die am Verkauf von Energiesparlampen verdienen, haben bisher ein eher erbärmliches Recyclingsystem aufgebaut. Im Landkreis Emmendingen gab es zu diesem Thema eine breite umweltpolitische Debatte und im November 2009 auch erste Teilerfolge...


Der Technische Ausschuss des Kreistags Emmendingen hat beschlossen, probehalber an zwei Recyclinghöfen im Landkreis (Emmendingen / Waldkirch) quecksilberhaltige Energiesparlampen entgegenzunehmen. Bundesweit gibt es noch viele Recyclinghöfe an denen Energiesparlampen nicht angenommen werden.

Die Verringerung der Quecksilberbelastung durch Optimierung der Energiesparlampenentsorgung ist ein kleiner Erfolg für die Umwelt und für die GRÜNE Kreistagsfraktion. Im Vorfeld dieser Entscheidung hatte es einen umfangreichen Schriftverkehr zu diesem wichtigen Thema gegeben. Derzeit werden laut Wikipedia nur etwa 10 % der Kompaktleuchtstofflampen ordnungsgemäß entsorgt, d. h. 90% der Energiesparlampen wandern in den Müll. Viele zerbrechen in den Müllfahrzeugen und in den Müllbehandlungsanlagen und setzen dabei geringe Mengen hochgiftigen Quecksilbers frei.

Die GRÜNE-Kreistagsfraktion begrüßt die Erweiterung des bestehenden Rückgabeangebots als einen weiteren Schritt in die richtige Richtung, denn nur eine kleine Anzahl von BürgerInnen hebt die alten Kompaktleuchtstofflampen ein halbes Jahr auf und bringt sie zur Gefahrstoffsammlung. Mittelfristig sollte das Angebot auf alle Recyclinghöfe ausgedehnt werden und zeitgleich sollte auch das Problem der Leuchstoffröhren angegangen werden. Die gut angenommenen und organisierten Recyclinghöfe sind tatsächlich eine gute Adresse zur Lösung des Problems.

Noch besser wäre allerdings ein europaweites Pfandsystem gewesen. Giftige und umweltbelastende Produkte lassen sich durch Pfandsysteme am besten in geschlossenen Kreisläufen halten. Beim Verbot der bisherigen Glühbirnen hätte ein europaweites Pfand eingeführt werden sollen. Hier ist der Gesetzgeber vor der Industrie eingeknickt.

Axel Mayer / Kreisrat



Hier finden Sie Hintergrundinfos, Anfragen und den Antrag zu diesem bundesweit wichtigen Thema:

Bündnis 90 / Die GRÜNEN / Kreistagsfraktion
Axel Mayer, Kreisrat, Venusberg 4, 79346 Endingen

An die Medien

(nicht nur) im Landkreis Emmendingen:
Schlechte Recylingquote bei Energiesparlampen



Ab dem heutigen 1. September 2009 werden die stromfressenden Glühbirnen bis zum Jahr 2016 nach und nach verschwinden. In den Ferien hat jetzt der erste Landesbeamte des Landkreises Emmendingen, Herr Stecher, eine Anfrage der GRÜNEN Kreistagsfraktion zu diesem Thema erfreulich detailliert beantwortet.

Die einzige offizielle Rückgabemöglichkeit für Privatpersonen im Landkreis Emmendingen ist die jährliche Schadstoffsammlung / Schadstoffmobil. Im Schnitt werden pro Jahr im Kreis nur 1000 Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen zurückgegeben. Das jetzige, “freiwillige“ Recyclingsystem der Industrie ist bisher eine eher peinliche Alibiveranstaltung. Wer bei Lightcycle die Sammelstellen in unserem Landkreis sucht http://www.lightcycle.de/sammelstellen-suche.html?plz=79312 (PLZ: 79312 eingeben), der wird auf eine Freiburger Sammelstelle verwiesen. Das ist lächerlich, denn wer bringt seine defekt Energiesparlampe extra nach Freiburg?

Jährlich 1000 von Privatpersonenen abgegebene Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen sind angesichts von 15 bis 25 Glühbirnen in einem Haushalt extrem wenig. Im Jahr 2006 zählte der Landkreis Emmendingen 157.265 Einwohner in 68.570 Haushalten. Viele dieser Haushalte sind bereits jetzt mit Energiesparlampen ausgerüstet. Es ist anzunehmen, dass ein Großteil der gifthaltigen Lampen in den Müll wandert und beim Transport oder auf dem Kahlenberg zerbricht.

Das spricht nicht generell gegen die Einführung dieser Energiesparlampen, wohl aber für eine dringend notwendige Optimierung der Recyclingmöglichkeiten (nicht nur) im Kreis.

Bei den bisherigen Glühbirnen wird ca. 5 Prozent der verbrauchten Energie in Licht umgewandelt und 95 Prozent geht als Wärme ungenutzt verloren. Das von der EU beschlossene Ende der Normal-Glühbirnen bringt energetisch tatsächlich große Vorteile und wird darum auch von GRÜNEN und Naturschutzverbänden begrüßt. Ein Nachteil der Energiesparlampen wird allerdings bislang unterschätzt. Nur wenigen NutzerInnen der neuen Lampen ist bewusst, dass diese geringe Mengen Quecksilber und andere giftige Substanzen enthalten und daher unbedingt als Sondermüll entsorgt werden müssen. Neben der Energieeinsparung ist auch die Entgiftung der Umwelt eine wichtige umweltpolitische Aufgabe.

In Freiburg nehmen zumindest einige Recyclinghöfe die alten Energiesparlampen an. Im Landkreis Emmendingen un den Nachbarlandkreisen ist dies nicht der Fall.

Wenn die Hürden zur Abgabe der quecksilberhaltigen Lampen derart hoch sind, braucht man sich nicht zu wundern, dass die Reyclingquote (bei Privathaushalten!) schlecht ist. Bei der zu erwartenden und erwünschten massiven Zunahme der Energiesparlampen ist dies nicht akzeptabel.
Ein europaweites Pfand auf Energiesparlampen wäre der einzig richtige Weg gewesen, die Giftstoffe in geschlossenen Kreisläufen zu halten. Sinnvoll wäre als Übergangslösung auch die Annahme von defekten Leuchtmitteln an den Verkaufsstellen neuer Lampen und zumindest in allen Recyclinghöfen. Die von Herrn Stecher genannten Gegenargumente (Bruchgefahr) gelten nur teilweise. Auf einem Recylinghof kann der Bruch besser verhindert werden als in einem Müllwagen. Die zusätzlichen Kosten dürfen allerdings nicht am Landkreis hängen bleiben.
Lightcycle, das schon 2005 gegründete Recycling-Gemeinschaftsunternehmen der führenden Herstellern OSRAM, PHILIPS, AURA, BLV, GE, HERAEUS, NARVA, RADIUM und SYLVANIA hat es bisher nicht annähernd geschafft, ein tatsächlich flächendeckendes Rückholsystem für Energiesparlampen aus Privathaushalten aufzubauen. Dort sollte der Kreis die zusätzlich entstehenden Kosten eintreiben. Unsere Kritik gilt nicht der Kreisverwaltung die intensiv informiert, wohl aber den Lampen-Herstellern.
Langfristig werden wohl die LED-Leuchtmittel die bisherigen Energiesparlampen ablösen und so das Giftproblem lösen. So lange sollte allerdings im Landkreis Emmendingen (und anderswo) nicht gewartet werden. Die GRÜNEN im Kreistag werden beantragen, dass der Kreis an seinen Recyclinghöfen Energiesparlampen annimmt und die Kosten bei Lightcycle einzutreiben versucht.

für die Fraktion
Axel Mayer /Kreisrat




Unten im Text finden Sie die Anfrage und Antwort des Landratsamtes Emmendingen




Energiesparlampen - Recycling - Entsorgung - Pfand? Eine Anfrage im Kreistag Emmendingen



Herrn Landrat Hurth
Landratsamt
79312 Emmendingen

23.Juni 2009
Wohin mit defekten Energiesparlampen im Landkreis?

Sehr geehrter Herr Landrat Hurth,

das von der EU beschlossene Ende der energiefressenden Normal-Glühbirnen bringt energetisch große Vorteile und wird darum auch von uns begrüßt. Ein Nachteil der Energiesparlampen wird allerdings bislang unterschätzt. Nur wenigen NutzerInnen der neuen Lampen ist bewusst, dass diese Quecksilber und andere giftige Substanzen enthalten und daher unbedingt als Sondermüll entsorgt werden müssen. Die meisten Energiesparlampen wandern vermutlich auch im Landkreis Emmendingen schlicht in die normale Mülltonne und damit in die ZAK-Anlage auf dem Kahlenberg.
Neben der Energieeinsparung ist auch die Entgiftung der Umwelt eine wichtige umweltpolitische Aufgabe und darum wäre ein europaweites Pfand auf Energiesparlampen der einzig richtige Weg gewesen, Giftstoffe in geschlossenen Kreisläufen zu halten.

Vom Recyclinghof des Landkreises in Endingen werden Energiesparlampen leider nicht angenommen.

Darum bitten wir die Verwaltung:
  • 1)Uns zu informieren, wie viel Prozent der privat genutzten Energiesparlampen derzeit im Landkreis und bundesweit zu Sammelstellen gebracht werden
  • 2)Die Öffentlichkeit über die bestehenden Sammelstellen für Energiesparlampen intensiv zu informieren.
  • 3)Auf allen Recyclinghöfen des Kreises Sammelstellen einzurichten (auch wenn wir evtl. nicht dazu „verpflichtet“ sind)
  • 4)Wo immer möglich in der politischen Debatte auf die Einführung eines Pfandsystems für Energiesparlampen zu drängen


Wir bitten um eine kurze Information im nächsten TA und um eine schriftliche Antwort.

Mit freundlichen Grüßen / für die Fraktion / Axel Mayer, Kreisrat



Landratsamt Emmendingen Postfach 1120 D-79301 Emmendingen



Herrn Kreisrat
Axel Mayer
Venusberg 4
79346 Endingen

Ihre Anfrage zum Thema „Energiesparlampen“
Bezug: Ihre mündliche Anfrage in der AUT-Sitzung am 26.06.2009

Sehr geehrter Herr Kreisrat Mayer,

Ihre Fragen können wir wie folgt beantworten.

  • zu 1:
    Im Jahre 2008 fielen in Deutschland 120 Millionen ausgedienter Energiesparlampen zur Entsorgung an. Davon wurden insgesamt 41,5 Millionen (35 Prozent) getrennt gesam­melt und umwelt­gerecht verwertet; im Jahre 2007 waren es noch 31 Prozent.
    Im Kreis Emmendingen werden jährlich etwa 1.000 Energiesparlampen bei den Schad­stoff­sammlungen abgegeben. Wieviel Prozent der privat genutzten Energiespar­lam­pen im Landkreis Emmendingen das sind, können wir nicht seriös schätzen da uns keine kreisbezogenen Daten vorliegen.

  • zu 2:
    Informationen zur Entsorgung von Energiesparlampen gibt der Eigenbetrieb Abfall­wirtschaft in Form eines Flyers (Tipps zur Schadstoffsammlung), über das Internet (Abfallwirtschaft – Abfallentsorgung – Problemstoffe) und die telefonische Abfallbe­ratung.
    Über die Pressestelle des Landratsamtes werden in den Mitteilungsblättern immer wieder
    Informationen zu verschiedenen abfallwirtschaftlichen Themen, u. a. auch zur Entsorgung der schadstoffhaltigen Gasentladungslampen geschaltet, die letzte Ver­öffentlichung dazu erfolgte im Mai 2009.
    Bei der Veröffentlichung der Schadstoffsammeltermine im Frühjahr und Herbst wird in den Mitteilungsblättern auf die Abgabemöglichkeit für Leuchtstoffröhren und Energie­sparlampen explizit hingewiesen.

  • zu 3.:
    Durch das mehrfach verbesserte Vorhalten der Abgabemöglichkeit über das Schad­stoff­mobil (zwei große Sammlungen an 46 Standorten im Frühjahr und Herbst sowie an weiteren zehn Samstagsterminen in zwei jeweils wechselnden Kreisgemeinden) kommt der Landkreis seiner Verpflichtung zur Sammlung der Lampen nach.
    Eine Verpflichtung, zusätzlich auf den Recyclinghöfen Sammelstellen einzurichten besteht nicht.
    Der Eigenbetrieb hat alle Recyclinghofflächen angepachtet. In den Pachtverträgen wurde die Erfassung und Lagerung von Schadstoffen ausgeschlossen.
    Mit Blick auf das Gefährdungspotenzial bei Glasbruch (Leuchtstoffröhren und Ener­gie­spar­lampen enthalten Quecksilber) und den Pachtbedingungen wurde bewusst darauf verzichtet, auch die Recyclinghöfe als Abgabestellen einzurichten.
    Recherchen bei Nachbarlandkreisen ergaben, dass auch dort die Erfassung der Lampen überwiegend über das Schadstoffmobil abgewickelt wird (Ortenaukreis: nur Schadstoffmobil, Breisgau-Hochschwarzwald: Schadstoffmobil und 1 Sammelstelle auf ehem. Deponie in
    Titisee-Neustadt, Schwarzwald-Baar: Schadstoffmobil und 1 stationäre Sammelstelle in
    Donaueschingen).

  • zu 4:
    Ihre Vorstellung, für Energiesparlampen ein europaweites Pfand einzuführen, über­schreitet die örtlich Zuständigkeit eines einzelnen Landkreises bei weitem und wäre nach unserer Auffassung zielführender auf einer höheren politischen Ebene zu ver­folgen.


Mit freundlichen Grüßen

Stecher
(Erster Landesbeamter)



Bündnis 90 / Die GRÜNEN
Kreistagsfraktion im Kreistag Emmendingen
Axel Mayer, Venusberg 4, 79346 Endingen

Herrn Landrat Hanno Hurth
Landratsamt 79312 Emmendingen


26.Oktober 09

Antrag:
Verringerung der Quecksilberbelastung im Landkreis Emmendingen durch Optimierung der Energiesparlampenentsorgung




Sehr geehrter Herr Hurth,
sehr geehrter Herr Stecher,

ganz herzlichen Dank für die umfassende Beantwortung unserer Anfrage zum Thema Energiesparlampenentsorgung und zur anlaufenden Informationskampagne im Kreis zu diesem wichtigen Thema.

Wir stellen hiermit einen Antrag zur Verringerung der Quecksilberbelastung im Landkreis Emmendingen durch Optimierung der Energiesparlampenentsorgung und wollen diesen auch nochmals kurz begründen.

Das von der EU beschlossene Ende der energiefressenden Normal-Glühbirnen bringt energetisch große Vorteile und wird darum auch von uns begrüßt. Ein Nachteil der Energiesparlampen wird allerdings bislang unterschätzt. Nicht allen NutzerInnen der neuen Lampen ist bewusst, dass diese Quecksilber und andere giftige Substanzen enthalten und daher unbedingt als Sondermüll entsorgt werden müssen. Die Mehrzahl der Energiesparlampen wandern auch im Landkreis Emmendingen schlicht in die normale Mülltonne, zerbrechen im Müllfahrzeug oder in der ZAK-Anlage auf dem Kahlenberg. Wir gehen davon aus, dass auch für die Kreisverwaltung neben der Energieeinsparung die Entgiftung der Umwelt und der Schutz der MüllwerkerInnen eine wichtige umweltpolitische Aufgabe ist.

Die aktuelle Informationskampagne und die Abgabemöglichkeit über das Schadstoffmobil begrüßen wir. Dennoch werden vermutlich nur die umweltbewußten BürgerInnen ihre Energiesparlampen ein halbes Jahr aufbewaren und zum Schadstoffmobil bringen. Optimal wäre eine Rückgabemöglichkeit bei den gut angenommenen Recyclinghöfen des Landkreises.

Bisher werden Energiesparlampen leider nicht entgegen genommen. Der Hinweis der Verwaltung auf das Gefährdungspotenzial bei Glasbruch auf den Recyclinghöfen ist nur begrenzt stichhaltig. Glasbruch lässt sich auf den gut geführten Recyclinghöfen wohl eher ausschließen als in den Müllfahrzeugen.

(Wir könnten natürlich auch die Müllfahrzeuge immer eine viertel Stunde stehen lassen um zu diese beim Bruch einer Energiesparlampe zu „lüften“. In Haushalten gibt es ja eine solche Empfehlung bei Lampenbruch... Diese nicht ganz ernst gemeinte Ergänzung zeigt ein wenig das Problem auf)

Die GRÜNE Kreistagsfraktion ist der Meinung, dass wir erst einmal prüfen sollten, wie wir die Firmen, die am Verkauf von Energiesparlampen verdienen, und die bisher ein eher erbärmliches Recyclingsystem aufgebaut haben, an den anfallenden Kosten für eine umweltfreundliche Entsorgung beteiligen können. Nur wenn dies scheitert, müssen wir prüfen, ob der Kreis mit eigenen Mitteln dieser wichtigen umweltpolitischen Aufgabe nachkommt.

Darum beantragen wir:

  • 1) Die Retourlogistikfirma Lightcycle der Lampenhersteller auf die bestehenden Entsorgungsmöglichkeiten im Kreis hinzuweisen, damit zumindest diese in der Lightcycle-Homepage aufgeführt werden.
  • 2) Die Retourlogistikfirma Lightcycle aufzufordern, auf eigene Kosten Sammelstellen im Kreis einzurichten oder die anfallenden Kosten bei einer Sammlung auf unseren Recyclinghöfen zu übernehmen.
  • 3) Sollte Lightcycle sich weigern, die Kosten zu übernehmen, so bitten wir um einen Kostenvoranschlag, was die Einführung eines solchen Systems auf einem oder mehreren Recyclinghöfen kosten würde.
  • 4) Wir fordern die Kreisverwaltung auf, die Umweltministerien in Bund und Land auf das Entsorgungsproblem aufmerksam zu machen und zu drängen Lösungen zu finden und Abhilfe zu schaffen.


Wir bitten um eine schriftliche Antwort.

Mit freundlichen Grüßen / für die Fraktion / Axel Mayer / Kreisrat




Wichtige Ergänzung / Quelle BUND Bundessverband
"Da Quecksilber auch in Kohle enthalten ist, wird bei der Verbrennung von Kohle zur Stromerzeugung Quecksilber frei und gerät in die Atmosphäre. Geht man von dem derzeit üblichen Anteil der Kohleverstromung am Energiemix aus, bewirkt die Energieeinsparung durch die Nutzung von Energiesparlampen also auch eine Reduktion von Quecksilberemissionen." Zitatende
Global bringen die Energiesparlampen also eine Entlastung, lokal eine Mehrbelastung in Sachen Quecksilber




Ein kleiner, auszugsweiser Überblick über die Tätigkeit von Kreisrat Axel Mayer im Kreistag im Landkreis Emmendingen



Immer wieder gehe und fahre ich auch im Jahr 2018
durch diesen, an vielen Stellen immer noch schönen Landkreis Emmendingen. Ich kenne die sanften Kuppen des Kaiserstuhls, die steilen Wege auf unseren Hausberg den Kandel, den Rheinwalddschungel des Wyhler Waldes. Die Dörfer, Städte und Gemeinden im Breisgau, insbesondere Teningen, Riegel und Endingen, sind meine Heimat. Immer öfter aber sehe ich auch neue Wunden, neue Schneisen der Zerstörung, neue Verluste.

Entlang der Bundesstraße 3 entsteht ein hässlicher Siedlungsbrei. Zwischen Offenburg und Freiburg gibt es noch einen minimalen Freiraum von 17,7 km und bandartige Siedlungsstrukturen von 50,3 km. Der Verkehrslärm im Transit-Landkreis Emmendingen nimmt zu. Das "Autobahnkreuz" an der B3 bei Denzlingen ist eines von vielen Beispielen für einen rückwärtsgewandten, zerstörerischen Fortschrittsglauben. Zerstörung bedeutet immer auch Kulturverlust und Innenweltverschmutzung. Heimat zerrinnt zwischen den Fingern. Und ich wundere mich warum niemand schreit.
Axel Mayer, Kreisrat, Endingen






Kreistag Emmendingen im Landkreis Emmendingen




Dank
Ohne das gute, bunt gemischte, kreative Team der GRÜNEN Kreistagsfraktion im Landkreis Emmendingen wäre diese Arbeit nicht möglich und nicht erträglich. Ich danke Stefan Bilharz, Irene Kunst-Woestmann, Alexander Schoch, Martina Balzer, Uwe Bauer, Rüdiger Tonojan, Susanne Wienecke, Barbara Schuler (und früher Angelika Schwarz-Marstaller) für die langjährige, mehr als erfreuliche Zusammenarbeit.

Mein Dank geht aber auch an das ehemalige Mitglied des Bundestages Hans-Christian Ströbele. Seine Arbeit und sein unabhängiger, freier Geist hat mir manchmal geholfen die GRÜNE Partei zu ertragen.







Gemeinden im Landkreis Emmendingen:
Bahlingen, Biederbach, Denzlingen, Elzach, Emmendingen, Endingen, Forchheim, Freiamt, Gutach, Herbolzheim, Kenzingen, Malterdingen, Reute, Rheinhausen, Riegel, Sasbach, Sexau, Simonswald, Teningen, Vörstetten, Waldkirch, Weisweil, Winden, Wyhl





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Dieser Artikel wurde 5411 mal gelesen und am 23.11.2017 zuletzt geändert.