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AKW-Beznau: Rede von Axel Mayer bei der Brückenaktion am 22.4.2018


AKW-Beznau: Rede von Axel Mayer bei der Brückenaktion am 22.4.2018


Sperrfrist 22.4.18 14 Uhr / Es gilt das gesprochene Wort
Liebe Nachbarn am Hochrhein,
Liebe Deutsche und insbesondere,
Liebe Schweizerinnen und Schweizer,

Dies ist eine Warnung!
  • Wir sind die Menschen, vor denen Euch Herr Blocher und die Weltwoche immer gewarnt haben
  • Wir sind die Menschen die Euch „Euer Schweizer Atom“ wegnehmen wollen.
  • Wir sind auch die Menschen die „den Franzosen in Fessenheim ihr Atom wegnehmen wollen“.


So sagen es rechte Parteien und so wird es auch in manchen Medien gerne dargestellt.

Stünden Beznau, Leibstadt & Fessenheim in Deutschland, dann würden sich auch bei uns Parteien und Medien finden die sagen würden:
„Die Schweizer wollen uns unser deutsches Atom wegnehmen“.

Es gibt kein schweizer, kein französisches, kein deutsches Atom.
Es gibt atomare Gefahren die uns alle betreffen.

Nach Tschernobyl und Fukushima stehen wir über die Grenzen zusammen um Gefahren von unserer gemeinsamen Heimat abzuwehren.

Die Schweizer SVP macht Angst vor dem bösen Wolf, den es in der Schweiz wieder gibt.
Die gleiche Partei steht in Treue fest zur Atomkraft die uns alle gefährdet.

Ich frage Euch:
Wer gefährdet Mensch, Natur und Schweiz?
Der Wolf oder ein marodes, altes AKW?

Es ist unglaublich:
Die Schweiz, eines der schönsten und reichsten Länder betreibt die ältesten und gefährlichsten Atomkraftwerke der Welt.
Es ist nicht erklärbar, dass in einem modernen Land, wie der Schweiz, die ältesten und unsichersten Atomkraftwerke der Welt betrieben werden.

Ein schwerer Atomunfall oder ein Anschlag auf Leibstadt, Beznau, Mühleberg oder Gösgen könnte den Hochrhein, aber auch große Teile der Schweiz unbewohnbar machen.

Wohin würden wir flüchten? Wohin würdet Ihr flüchten?
Warum sehen gerade die Parteien, die so gerne von Heimat reden, diese Gefahren nicht?

Wir haben eine kleine Hoffnung, dass Fessenheim abgestellt wird (leider gekoppelt an Flamanville)
(auch weil wir die Betreiber schon jahrzehntelang nerven)

Aber die Schweizer Atomlobby setzt in Beznau auf unglaubliche 60 Jahre Gefahrzeit!

Was hat die Schweizer Gefahrzeitverlängerung mit den Katastrophen und Opfern von Asbest, Contergan, Bhopal und Seveso zu tun?
Die Asbesttäter, Contergantäter, Bhopaltäter und Sevesotäter wurden nie richtig bestraft!
Ich bin jetzt seit Wyhl, seit 44 Jahren aktiv.
In dieser Zeit wurden die ganz großen Umweltvergifter nie richtig bestraft.

Die Verantwortlichen die heute sagen:
„Wir tragen Verantwortung für Beznau“ haben Hoffnung bei einem großen Atomunfall straflos davon zu kommen.

Der Kampf gegen Atomkraft und für die Umwelt ist immer auch ein Kampf für Gerechtigkeit.

Liebe Menschen von der badischen Hochrheinseite,
Wer gegen Atomkraft ist, muss auch für die Energiewende und alternative Energieerzeugung stehen.
Der Kampf gegen die Gefahren der Atomkraft und gegen den Klimawandel ist ein Kampf.

Liebe Schweizerinnen und Schweizer,
Ein Gedankenexperiment / Stellt Euch vor:
Die Schweiz wäre genau wie Südbaden atomanlagenfrei, aber das gesamte deutsche atomare Risiko würde sich in Südbaden ballen.

Wenn Mühleberg endlich abgestellt ist,
ballt sich das gesamte atomare Risiko der Schweiz am Hochrhein:

    -Das älteste AKW der Welt in Beznau
    -Das AKW Leibstadt vom Reaktortyp Fukushima
    -Das AKW-Gösgen
    -Das atomare Zwischenlager, der Atommüllofen und die Atomfabrik in Würenlingen
    -Und wohin soll auch noch das atomare Endlager in einer viel zu dünne Schicht Opalinsuton? Wohin wohl?


Liebi Schwizzer Nochbere,
Stellt Euch das bitte einfach einmal umgekehrt vor:
Das ganze deutsche atomare Risiko an der Schweizer Grenze...

Liebe Umweltaktive am Hochrhein,
Wir sind nicht nur mit den ältesten AKW der Welt konfrontiert,
Wir sind auch mit den besten Durchsetzungsstrategien der Welt konfrontiert.
Am tollsten ist immer noch das Falkennest am Leibstadt Kühlturm, dass das positive Falken-Image auf das AKW überträgt

Je direkter die Demokratie des besser die Propaganda.

Liebe Umweltaktive am Hochrhein,
    -Vielleicht waren wir die letzten Jahre zu brav?
    -Vieleicht haben wir zu viel den Landräten & Parteien überlassen?
    -Vielleicht wirken die Schweizer Atomkohle auch bei unserer Politik?
    -Vielleicht hätten wir uns nicht auf die Endlagerdebatte einlassen sollen, so lange die alten Kisten noch laufen?


Wir dürfen nicht nach jeder Beteiligungswurst schnappen, die und die Atom-Lobby hinhält (Illusionswurst).

Umso wichtiger, dass wir heute hier stehen.
Nach Fukushima und Tschernobyl…

Wütend, ängstlich, verzweifelt, traurig, zornig,
Umso wichtiger, dass wir heute hier stehen.
Grenzüberschreitend gemeinsam

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident Trinationaler Atomschutzverband (TRAS)





Eine kleine Auswahl: Reden von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS


Die alemannischen Redebeiträge und die Vorträge finden Sie unten auf dieser Seite










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Dieser Artikel wurde 225 mal gelesen und am 22.4.2018 zuletzt geändert.