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Breisach: Rede zum Katastrophenschutz Fessenheim bei der Anti-Atom-Mahnwache


Fessenheim Protest in Breisach am Kaiserstuhl



Rede zum Katastrophenschutz bei der Anti-Atom-Mahnwache am 9. Juli 2012 in Breisach



Liebe Breisacher, liebe Kaiserstühler (mit bester Sicht auf das AKW Fessenheim)

Herzlichen Dank für die Einladung,
Herzlichen Dank für die Möglichkeit, heute hier reden zu dürfen

Erst einmal möchte ich meine Bewunderung ausdrücken
Bewunderung, weil Ihr seit Fukushima hier so dauerhaft demonstriert

Der Atomprotest, der Fessenheimprotest ist seit Fukushima wieder da wo er hingehört
in Fessenheim, im Markgräflerland und in Breisach am Kaiserstuhl

Ich möchte aber auch denen in Breisach danken, die vor Fukushima hier über Jahrzehnte die Anti-Fessenheim-Fahne hochgehalten haben

Mein heutiges Thema ist ein uraltes Thema

das Thema Katastrophenschutz oder sollte ich sagen Kataströphchenschutz?

Doch bevor ich darauf eingehe noch ein anderes wichtiges Breisacher Umweltthema, die Breisacher Wasserversalzung

Es gibt zwei wichtige Gründe warum heute immer noch AKW betrieben werden

  • bei Unfällen und Umweltkatastrophen werden die Verantwortlichen nicht bestraft (Rhodia Stocamine)
  • bei Unfällen und Umweltvergiftungen wird das Verursacherprinzip nicht angewandt


Breisach hat hohe Salzwerte im Trinkwasser

Die Ursache ist eindeutig

Auf der Fessenheimer Rheininsel sind eine Million Tonnen Salz versickert
Wir haben 50 Gramm Salz im Liter Grundwasser

Verursacher sind die Mines de Potasse

Wer trägt die Kosten für Versalzung, für neue Leitungen, Brunnen, für Lochfrass in Breisach?

Die Menschen in Breisach

Warum wird nicht das Verursacherprinzip angewandt?
Wenn das Verursacherprinzip angewandt würde und Umweltvergifter bestraft würden würden keine AKW mehr betrieben

Hier gilt es für die Stadt Breisach das Verursacherprinzip (auch mit einer Klage) durch zu setzen

Doch zurück zum Hauptthema zum Kataströphchenschutz

Es ist wirklich ein uraltes Thema

1977 war der Katastrophenschutzplan noch absolut geheim
1977 haben wir Umweltschützer den Katastrophenschutzplan im RP „entliehen“ und veröffentlicht...

Doch weg von der Nostalgie:

Es war gut und richtig, auf Sarkozy und die französischen Atompolitiker zu schimpfen

Es ist gut und richtig, auf die französische EDF zu schimpfen

Es ist gut und richtig, von Herrn Hollande die schnelle Abschaltung von Fessenheim zu fordern

und doch müssen wir vor dem erhobenen deutschen Zeigefinger warnen

Denn wir haben auch in Deutschland die Hausaufgaben nicht gemacht

An den Katastrophenschutzbroschüren hat immer die Atomlobby mitgeschrieben

Wer finanziert den Druck der Fessenheim-Katastrophenschutzbroschüren des RP?
Werili werili werili?

Die EDF

Das merkt man auch an der Sprache
Früher hieß das ganze noch Katastrophenschutz

was für ein beunruhigendes, garstiges Wort
Heute heißt die Broschüre „Notfallschutzbroschüre“

  • Breisach liegt ca. 13 Kilometer vom AKW Fessenheim entfernt

    Breisach ist bereits im so genannten Normalbetrieb von der Krebs erzeugenden Radioaktivität aus dem Fessenheimer Schornstein betroffen

  • Breisach liegt ca. 13 Kilometer vom AKW Fessenheim entfernt

    In den beiden Fessenheimer Reaktoren entsteht im Jahr die kurz- und langlebige Radioaktivität von 1200 Hiroshima-Bomben


  • Breisach liegt ca. 13 Kilometer vom AKW Fessenheim entfernt

    Breisach hat´s in Sachen Fessenheim-Katastrophe gut


  • Breisach liegt nicht in der Zentralzone von 2 Kilometer um´s AKW

    Breisach hat´s in Sachen Fessenheim-Katastrophe gut


  • Breisach liegt nicht einmal in der Mittelzone von 10 Kilometer um´s AKW

  • Breisach liegt ca. 13 Kilometer vom AKW Fessenheim entfernt

    Breisach hat´s in Sachen Fessenheim-Katastrophe gut


    Es muss laut Katastrophenschutzplan nicht evakuiert werden
    Evakuiert werden muss nur eine Zone von 8 Kilometern um das AKW steht im Katastrophenschutzplan

    Es gibt eine alte Studie des Ökoinstituts, die sagt:
    „...bei einem schweren Unfall in Fessenheim und lebhaftem Südwestwind mit Regen eine bis zu 370 km lange Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg erstrecken könnte. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung kommen. Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Emmendingen, Freudenstadt, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall. (Sollte der Wind am Katastrophentag in eine andere Richtung wehen, so wären natürlich andere Städte und Gemeinden betroffen).“

  • Breisach liegt ca. 13 Kilometer vom AKW Fessenheim entfernt

    Die Atomunfälle in Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, dass relativ schnell sehr große Gebiete evakuiert werden müssen


Die schweren Reaktorkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima
hatten bei aller Unterschiedlichkeit ein gemeinsames Element.

Betreiber, Techniker, Politik, Medien und Öffentlichkeit waren auf den Unfall und seine Folgen nicht vorbereitet. Der Katastrophenschutz, der immer Menschenschutz sein sollte, versagte kläglich.

Günter Anders hat dieses Versagen mit dem Begriff der Apokalypseblindheit beschrieben.




Der schwere Unfall bei der Love Parade liegt zwei Jahre zurück und die Behörden haben schnell Konsequenzen gezogen
(das erleben gerade die Festorganisatoren in Freiburg)

der Atomunfall in Tschernobyl liegt 26 Jahre und der in Fukushima über 1 Jahr zurück

Doch in Sachen Katastrophenschutz hat sich nichts getan

Am 9. Juni 2011 stand die Informationen in der Badischen Zeitung, dass das zuständige Regierungspräsidium Freiburg den alten Katastrophenschutz überarbeitet

Geplant sei eine Erweiterung der Evakuierungszone auf 25 Kilometer

Wir hofften, aus dem Kataströphchenschutz würde endlich etwas mehr Katastrophenschutz

Doch seit einem Jahr hat sich nichts getan

Darum haben BUND, NABU, LNV und viele andere jetzt einen Brief ans RP geschrieben.

Heute liegt dieser Brief hier auch aus

Wann kommt endlich der Druck von Gemeinden, Feuerwehren, Katastrophenschutz, vom Breisacher Gemeinderat in Sachen Katastrophenschutz Fessenheim?

Ich komme zum Schluss

Richtiger Katatstrophenschutz und Menschenschutz ist gut
und er muss gegen die Interessen der Atomlobby politisch durchgesetzt werden

Der beste Katastrophenschutz
lieber Herr Hollande, liebe Freundinnen und Freunde
ist die schnelle Abschaltung von Fessenheim

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


Infos:
AKW Fessenheim: hier
Katastrophenschutz für AKW: hier
Grundwasserversalzung: hier






Eine kleine Auswahl: Reden von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS


Die alemannischen Redebeiträge und die Vorträge finden Sie unten auf dieser Seite



















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Dieser Artikel wurde 1689 mal gelesen und am 27.3.2017 zuletzt geändert.