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Vörstetten Reute: Neubautrasse Bahn & Lärmschutzwall

Axel Mayer • Kreisrat • Venusberg 4 • 79346 Endingen

Jetzt muss der neue, teure "Lärmschutzwall" weg und die Bahn direkt an die Autobahn!


4.3.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,
Im Jahr 1991 wurde der Lärmschutzwall Vörstetten - Reute geplant und im am 29.9.1993 schrieb ich als Kreisrat an den damaligen Landrat Watzka:
Auszug:
1) Könnte der jetzt in Angriff genommene Lärmschutzwall an Ort und Stelle bleiben, wenn die Bundesbahn ihre Pläne zum Ausbau entlang der Autobahn realisieren würde - oder müsste der teuer aufgeschichtete Wall dann wieder abgetragen und an eine andere Stelle versetzt werden?"
2)Gibt es eine Abstimmung zwischen der jetzigen Planung un der möglichen Bundesbahnplanung?


Im Jahr 2003 hatte ich die unten angehängte PE verschickt und mir damit ziemlich viel Widerspruch und Ärger in Reute und Vörstetten eingehandelt. 2009 beginnt jetzt die Offenlage der Planunterlagen zum Neu- und Ausbau der Rheintalbahn in den Planfeststellungsabschnitten 8.1 und 8.2 (Umfahrung Freiburg).

Schon der Text der Bekanntmachung zeigt, dass ich im Jahr 2003 durchaus die richtigen Fragen gestellt hatte.
Ich zitiere aus der aktuellen Bekanntmachung:
„Der Erdwall bei Reute Vörstetten wird durch die Neubaustrecke nordöstlich umfahren. Dadurch und in Abhängigkeit weiterer, im Streckenverlauf vorhandener Zwangspunkte, vergrößert sich der Abstand (von der Autobahn) auf bis zu 65 Meter.“
Der (viel zu große) Regelabstand zwischen Bahn und Autobahn liegt bei 18,5 Metern, die Bahntrasse rückt also noch näher an die Orte Reute und Vörstetten heran. Ein guter, kostengünstigerer, temporärer Lärmschutz wäre 1993 doch die bessere Lösung für Reute und Vörstetten gewesen als der Lärmschutzwall. Jetzt muss es darum gehen die Neubaustrecke möglichst nahe an die Autobahn zu bringen um den Lärmschutz zu verbessern und den Flächenverbrauch zu vermindern. Möglicherweise falsch platzierte 900 000 Euro teure Lärmschutzwälle und Strommasten dürfen jetzt keine Rolle mehr spielen. Die aktuellen Planungen sind für Reute und Vörstetten das schlimmste anzunehmende Scenario die meine alten Befürchtungen bei weitem übertreffen. Schade (und teuer!) dass die Kreisverwaltung die kritischen Impulse nicht rechtzeitig aufgenommen hat.


Axel Mayer


Alte Presseerklärung vom Oktober 2003
Lärmschutzwall Vörstetten Reute / 900 000 Euro teure Fehlinvestition?


Auf meine Anfrage zum Thema Lärmschutzwall Vörstetten Reute hat Landrat Hanno Hurth in einem kurzen Brief geantwortet.

Danach besteht bis heute keine Klarheit, ob der von mir schon längere Zeit kritisierte Lärmschutzwall in der bisherigen Form erhalten bleibt und was den besten Lärmschutz für die Gemeinden bringt.

Obwohl die ungefähren Planungen der Bahn in diesem Bereich seit über einem Jahrzehnt bekannt waren, wurde die Erdaushubdeponie genau in diesem Zeitraum an dieser Stelle errichtet. Kommunikations- und Planungsfehler wurden nach meiner Ansicht von Bahn und Landkreis gemacht.

Muss er verschoben werden, war er eine 900 000 Euro teure Fehlinvestition. Das an anderer Stelle von der Kreisverwaltung genannte Argument, dies würde den Kreis nichts kosten, weil es ja die Bahn bezahlen muss, finde ich mehr als ärgerlich. Genau dieses Kostendenken darf nicht hingenommen werden. Es ist den Menschen ziemlich egal, ob sie die unnötigen Kosten als Kreisbewohner, oder als Bahnfahrer bezahlen.

Bleibt er an Ort und Stelle zwischen Bahn und Autobahn, so bringt er in Sachen Lärmschutz Bahn überhaupt nichts. Ein zusätzlicher Lärmschutz (Doppelkosten) wird nötig und der Wall reduziert die Möglichkeit die Neubaustrecke möglichst eng an die Autobahn heranzuführen und so Flächen zu sparen.

Besonders ärgerlich finde ich angesichts von 900 000 Euro Kosten die Tatsache, dass nach meinen ersten Briefen und nachdem die Problematik erkannt war, fleißig am Wall weitergebaut wurde und wird, weil „eine andere Erdaushubdeponie gegenwärtig nicht zur Verfügung steht“. Müsste der Kreis die Kosten tragen, wäre schneller nach Alternativen gesucht worden.

In Sachen Lärmschutzwall wäre eine langfristigere Planung, eine bessere Absprache und der Bau an der richtigen Stelle sicher sinnvoll und kostengünstiger gewesen.

Erfreulich ist die Tatsache, dass meine alte Forderung nach einer möglichst engen Bündelung von Bahn und Autobahn in die Resolution eingebracht wurde, die in Kürze vom Kreistag verabschiedet werden soll.




Ein kleiner, auszugsweiser Überblick über die Tätigkeit von Kreisrat Axel Mayer im Kreistag im Landkreis Emmendingen



Immer wieder gehe und fahre ich auch im Jahr 2018
durch diesen, an vielen Stellen immer noch schönen Landkreis Emmendingen. Ich kenne die sanften Kuppen des Kaiserstuhls, die steilen Wege auf unseren Hausberg den Kandel, den Rheinwalddschungel des Wyhler Waldes. Die Dörfer, Städte und Gemeinden im Breisgau, insbesondere Teningen, Riegel und Endingen, sind meine Heimat. Immer öfter aber sehe ich auch neue Wunden, neue Schneisen der Zerstörung, neue Verluste.

Entlang der Bundesstraße 3 entsteht ein hässlicher Siedlungsbrei. Zwischen Offenburg und Freiburg gibt es noch einen minimalen Freiraum von 17,7 km und bandartige Siedlungsstrukturen von 50,3 km. Der Verkehrslärm im Transit-Landkreis Emmendingen nimmt zu. Das "Autobahnkreuz" an der B3 bei Denzlingen ist eines von vielen Beispielen für einen rückwärtsgewandten, zerstörerischen Fortschrittsglauben. Zerstörung bedeutet immer auch Kulturverlust und Innenweltverschmutzung. Heimat zerrinnt zwischen den Fingern. Und ich wundere mich warum niemand schreit.
Axel Mayer, Kreisrat, Endingen






Kreistag Emmendingen im Landkreis Emmendingen




Dank
Ohne das gute, bunt gemischte, kreative Team der GRÜNEN Kreistagsfraktion im Landkreis Emmendingen wäre diese Arbeit nicht möglich und nicht erträglich. Ich danke Stefan Bilharz, Irene Kunst-Woestmann, Alexander Schoch, Martina Balzer, Uwe Bauer, Rüdiger Tonojan, Susanne Wienecke, Barbara Schuler (und früher Angelika Schwarz-Marstaller) für die langjährige, mehr als erfreuliche Zusammenarbeit.

Mein Dank geht aber auch an das ehemalige Mitglied des Bundestages Hans-Christian Ströbele. Seine Arbeit und sein unabhängiger, freier Geist hat mir manchmal geholfen die GRÜNE Partei zu ertragen.







Gemeinden im Landkreis Emmendingen:
Bahlingen, Biederbach, Denzlingen, Elzach, Emmendingen, Endingen, Forchheim, Freiamt, Gutach, Herbolzheim, Kenzingen, Malterdingen, Reute, Rheinhausen, Riegel, Sasbach, Sexau, Simonswald, Teningen, Vörstetten, Waldkirch, Weisweil, Winden, Wyhl





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Dieser Artikel wurde 2872 mal gelesen und am 23.11.2017 zuletzt geändert.