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Anfrage & "Antwort": Bekämpfung Maiswurzelbohrer im Landkreis Emmendingen

Bündnis 90 Die GRÜNEN Kreistagsfraktion
Axel Mayer, Venusberg 4, 79346 Endingen


An die Medien
10.8.2010 „Geheimsache“ Maiswurzelbohrer?
Bisher dachten wir immer, die größte Geheimniskrämerei im Landkreis Emmendingen beträfe die vom Bundesnachrichtendienst betriebene Abhöreinrichtung, das Ionosphäreninstitut in Rheinhausen. hier

Doch jetzt scheint der Maiswurzelbohrer das Ionosophäreninstitut abgelöst zu haben. Kurz vor dem erwarteten erneuten Auftreten des Maiswurzelbohrers im Landkreis hatten wir eine Anfrage zur Bekämpfungsstrategie dieses Schädlings an das Landratsamt geschickt, denn jetzt entscheidet sich, in welche Richtung sich die Landwirtschaft, auch in unserem Landkreis, langfristig entwickeln wird und wie sich die Bekämpfung kontrollieren und ökonomisch und ökologisch optimieren lässt. http://www.mitwelt.org/maiswurzelbohrer-landkreis-emmendingen.html
Es greift zu kurz, den Maisanbau nur auf denjenigen Äckern zu verbieten, auf denen im Vorjahr Maiswurzelbohrer gefangen wurden. Erstens gehen nie alle Käfer in die Fallen - das sind eher Stichproben. Zweitens können sie fliegen (über kurze Strecken auch aus eigener Kraft). Um zu verhindern, dass die Käfer Eier in Maisäckern ablegen, auf denen im Folgejahr wieder Mais angebaut wird und den Larven Futter bietet, müssten im weiteren Umkreis der Funde Fruchtfolgen vorgeschrieben werden...
Jetzt erhielten wir eine eine ein anderthalbseitige „Nichtantwort“ von Herrn Landrat Hurth auf unsere Anfrage.hier „Das Landwirtschaftsamt des Landratsamtes ist zwar in die Bekämpfungstrategie des Ministeriums eingebunden“, „die Bekämpfungsstrategie, einschließlich der Öffentlichkeitsarbeit, hat sich allerdings das Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz vorbehalten.“ Zitatende

Es wäre ja noch schöner, wenn ein Landratsamt zu einem solchen wichtigen Thema eigene Ideen entwickeln oder einer Kreistagsfraktion selber Auskunft erteilen dürfte...
Wir werden uns mit unseren drei Fragen also an das Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz wenden.

Axel Mayer / Kreisrat
Hier noch einmal unsere Fragen:
  • Wie wird das Maisanbauverbot (Fruchtfolge) in den letztjährigen Befallsgebieten kontrolliert und wird es eingehalten?
  • Die beiden „Alternativen“ der Allgemeinverfügung ( 2.1.2.1 und 2.1.2.2) erscheinen uns kompliziert und vor allem schwer überprüfbar. Wie werden diese kontrolliert und wie wird bei den Punkten ( 2.1.2.1 und 2.1.2.2) die Allgemeinverfügung für den Maisanbau kontrolliert und durchgesetzt?
  • Wäre eine konsequente Fruchtfolge auf größeren, zusammenhängenden Flächen im Kreis nicht zielführender als das aktuelle Vorgehen?



Bündnis 90 Die GRÜNEN Kreistagsfraktion
Axel Mayer, Venusberg 4, 79346 Endingen



Herrn Landrat Hurth
Landratsamt
Postfach 1120
79301 Emmendingen

23. Juli 2010
Anfrage: Bekämpfung des Maiswurzelbohrers im Landkreis Emmendingen

Sehr geehrter Herr Landrat Hurth,
in früheren Jahren tauchte regelmäßig im journalistischen Sommerloch das Ungeheuer von Loch Ness, auch Nessie genannt, aus dem See in Schottland auf. Ähnlich regelmäßig, allerdings wesentlich realer und bedrohlicher, finden sich jetzt in jedem Sommer Exemplare des Maiswurzelbohrers, des Maisschädlings, der im jeweils vorangegangenen Jahr mit Giftduschen, giftig gebeiztem Saatgut und nicht immer ganz bienenfreundlich „erfolgreich ausgerottet“ wurde.
Der Maiswurzelbohrer war 2007 in Südbaden und Deutschland angekommen. Die Bekämpfung mit Bayer - Gift und die unsinnigen „Ausrottungsversuche“ hatten im Jahr 2008 zu einem massiven Bienensterben am Oberrhein geführt.

Jetzt entscheidet sich, in welche Richtung sich die Landwirtschaft, auch in unserem Landkreis, langfristig entwickeln wird. Wird der Monokulturwurzelbohrer mit Gift und Genmais oder mit ökologisch und ökonomisch sinnvollen Fruchtfolgen bekämpft, wie dies erfolgreich in der ganzen Schweiz geschieht?

In der BZ stand am 18. Oktober 2009, bezogen auf die Landkreise Emmendingen und Ortenau:
„Mais-Monokulturen werden verboten. Das Landschaftsbild könnte sich langfristig verändern, wenn die neue Allgemeinverfügung für den Maisanbau greift. Von 2010 an dürfen die Landwirte in den Landkreisen Ortenau und Emmendingen nur noch maximal zwei Drittel Mais auf ihren Flächen anbauen und nicht mehr unbegrenzt wie bisher.“ (Zitatende)

Ob die angekündigte "flexible Eingrenzungsstrategie" und die Verringerung der Maisanbauflächen um ein Drittel auch tatsächlich real umgesetzt wird, lässt sich schwer beurteilen. Es gibt zwar deutlich mehr Felder mit Brotgetreide im Norden des Kreisgebietes, aber ansonsten hat nach unserem subjektiven Eindruck der Maisanbau, mit allen seinen Folgeproblemen, nicht abgenommen, sondern der Mais breitet sich immer stärker in Gebieten aus, in denen bisher kein Mais stand.

Hier unsere Fragen:
  • Wie wird das Maisanbauverbot (Fruchtfolge) in den letztjährigen Befallsgebieten kontrolliert und wird es eingehalten?
  • Die beiden „Alternativen“ der Allgemeinverfügung ( 2.1.2.1 und 2.1.2.2) erscheinen uns kompliziert und vor allem schwer überprüfbar. Wie werden diese kontrolliert und wie wird bei den Punkten ( 2.1.2.1 und 2.1.2.2) die Allgemeinverfügung für den Maisanbau kontrolliert und durchgesetzt?
  • Wäre eine konsequente Fruchtfolge auf größeren, zusammenhängenden Flächen im Kreis nicht zielführender als das aktuelle Vorgehen?


Der Schädling ist nicht mehr auszurotten und in wenigen Jahren werden alle Maisflächen im Landkreis befallen sein. Mit der Fruchtfolge lässt der Maiswurzelbohrer ökonomisch und ökologisch sinnvoll zurückdrängen und so begrenzen, dass er keinen großen Schaden anrichtet. Zukünftige Verfügungen des Landratsamtes sollten dies nach unserer Ansicht berücksichtigen.

Wir brauchen unkomplizierte, flächendeckende Verbraucher-, Bienen-, Grundwasser- und landwirtschaftsfreundliche Regelungen zur Fruchtfolge ohne komplizierte und schwer überprüfbare Ausnahmeregelungen.
Wir könnten uns an der Schweiz orientieren, wo die Fruchtfolge sehr erfolgreich angewandt wird.
Unabhängig von der Beantwortung unserer Fragen bitten wir die Kreisverwaltung, nach Abschluss der diesjährigen Maisernte, um einen Bericht über die Auswirkungen, den Erfolg oder Misserfolg der Allgemeinverfügung, im zuständigen Ausschuss.

Mit freundlichen Grüßen
Axel Mayer / Kreisrat

Antwortschreiben des Landratsamts vom 29. Juli 2010 (PDF)


hier finden Sie die Allgemeinverfügung für den Maisanbau im Landkreis Emmendingen






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Dieser Artikel wurde 3036 mal gelesen und am 23.11.2016 zuletzt geändert.