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Grußwort: 40 Jahre Wyhl beim Politischen Aschermittwoch am 18.2.2015 in Emmendingen


Grußwort: 40 Jahre Wyhl beim Politischen Aschermittwoch am 18.2.2015 in Emmendingen
Es gilt das gesprochene Wort. Axel Mayer


Sehr geehrte Prominenz
Sehr geehrte Damen und Herren
Hallo Emmendingen

Gummistiefel
Es gibt wohl wenige Grußworte die mit dem Begriff Gummistiefel beginnen

In der Reihe „Wenn Großvater erzählt“ soll ich ein schönes Grußwort zum Thema 40 Jahre Wyhl halten
und da passt der Begriff dieser Fußbekleidung ganz gut

Vor genau vierzig Jahren habe ich mir ein paar gute neue Gummistiefel am Nato-Stacheldraht im Wyhler Wald zugrunde gerichtet

Am 18. Februar 1975, genau heute vor 40 Jahren, wurde im Wyhler Wald Geschichte geschrieben. Es war der Tag des Baubeginns für die geplanten AKW.
Männer und Frauen stellten sich mit ihren Kindern vor die Baumaschinen und brachten diese zum Stillstand.

Es folgte die erste Räumung des Platzes durch die Polizei am 20. Februar. Nach einer Großkundgebung am Sonntag, den 23. Februar 1975 kam es zur zweiten Besetzung.


Aus dem erfolgreichen „NAI hämmer gsait“ der Bauplatzbesetzungen in Wyhl
und aus dem zeitgleichen „JA hämmer gsait“ der Sonnentage in Sasbach und den Anfängen der Umweltbewegung entwickelte sich nach und nach ökologischer, menschengerechter Fortschritt.


Ich glaube es gab in Wyhl auch weniger öffentlich ausgetragene Hahnenkämpfe...
(Ich schau jetzt in keine Richtung)

Wyhl war ein wichtiger optimistischer Impuls für die globale Anti-Atom-Bewegung und die Opfer der Atomunfälle in Tschernobyl und Fukushima haben den damals Aktiven Recht gegeben.

Wyhl war auch ein Zeichen für einen grenzüberschreitenden, weltoffenen, europäischen, toleranten, alemannischen Regionalismus.

Luft und Wasser sind durch die langen Kämpfe der letzten vierzig Jahre sauberer geworden,

der Atomausstieg ist eingeleitet, Strom aus Wind und Sonne ist billiger als Strom aus neuen AKW und Kohlekraftwerken

Und gerade jetzt würgt die Bundesregierung im Auftrag der Energiekonzerne die Energiewende ab

Auch einige Wurzeln der Grün-Roten Landesregierung liegen im Wyhler Wald.
Wyhl zählt zu den GRÜNEN Gründunsgmythen

Wenn ich Beifall will, dann muss ich diese „Wenn Großvater erzählt Geschichten“ vortragen.

Schwieriger wird das immer wenn dann die Bezüge zur Gegenwart hergestellt werden

„Die Umweltbewegung wird für das gelobt, was sie in der Vergangenheit getan und erreicht hat und sie wird dafür kritisiert, was sie aktuell fordert und durchsetzen will“

Was haben wir im Wyhler Wald für Ärger bekommen, als wir uns mit der Macht und den Mächtigen anlegten

Was haben die GRÜNEN für Ärger bekommen, als sie sich im letzten Wahlkampf mit der Macht und den Mächtigen anlegten

Ich glaube wir im Wyhler Wald waren „proletarischer“ als GRÜNS.

Wenn Menschen aus der Mittelschicht angegriffen werden dann suchen sie zu häufig den Fehler zuerst bei sich selber.

Wie war es neoliberalen Netzwerken möglich, ein ökologisches Fürzlein aus einer Nische des GRÜNEN Wahlprogrammes zu einem bedrohlich-gigantischen Tornado aufzublasen und die Medienkampagne gegen einen vegetarischen Tag in Kantinen, als "Kampf für Freiheit" zu inszenieren?

Warum regiert in Ba-Wü GRÜN Rot?
Weil die Wähler und Wählerinnen den GRÜNEN Anti-Atom-Kompetenz zugetraut haben

Aber auch weil Herr Mappus eine aus der Zeit gefallene Reinkarnation von Herrn Strauß und Herrn Filbinger war.

Filbinger
Ich bin froh, dass wir im Wyhler Wald ein wenig mitgeholfen haben das politische Ende des Ministerpräsidenten und Marinestabsrichters einzuleiten
Filbinger war kurz vor Kriegsende für das Todesurteil von Deserteuren mitverantwortlich

Die GRÜNEN haben gerade Fehler ihrer jungen Geschichte aufgearbeitet und das ist gut so.

Was mir bei GRÜN´s fehlte war der Hinweis:
Wir arbeiten die vergangenen Fehler auf, aber wir wollen, dass die Partei
des Marinstabsrichters Filbinger das endlich auch macht!

Wir haben vor und seit vierzig Jahren viel erreicht.
Dies alles ist kein Grund für Nostalgie.

Wir erlebten immer noch globale und regionale Umwelt- und Naturzerstörung, Kriege, ökonomisch-ökologische Krisen, Hunger in der Welt, eine Zunahme von Gewalt, Irrationalität und Intoleranz.

Ein Blick in die Welt zeigt zunehmende Gefährdungen, Krisen, Kriegsgefahren, politische und manchmal auch gesellschaftliche Auflösungserscheinungen.

Die umwelt- und demokratiegefährdende Macht der Konzerne hat in den letzten Jahren massiv zugenommen.

Das geplante Freihandelsabkommen TTIP wäre ein weiterer großer Schritt von der Demokratie zur Konzernokratie und brächte massive Rückschritte für Mensch, Natur und Umwelt.

Hallo GRÜN´s
Pegida beantragt die Gemeinnützigkeit und Attac wir die Gemeinnützikeit aberkannt als Strafe für das Anti TTIP Engagement.

Das kann nicht sein

Es gibt viele Gründe sich über vergangene Erfolge zu freuen und unendlich viel zu tun.

Ich hab den Verlust meiner guten Gummistiefel verschmerzt. Es hat sich gelohnt.

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Dieser Artikel wurde 880 mal gelesen und am 18.2.2015 zuletzt geändert.