Gegen Kernkraftwerke und Atomwaffen
Atomkraftwerke und Atomkraftwaffen abschaffen!

Ein schwerer Atomunfall im AKW Fessenheim,
Biblis, Leibstadt oder anderswo kann einen Teil Zentraleuropas dauerhaft entvölkern und hunderttausende von Opfern fordern. Explodieren wie eine Atombombe können diese Atomkraftwerke aber nicht. Atomexplosionen sind „nur“ bei einem Plutoniumreaktor vom Typ „schneller Brüter“ möglich.
Dennoch gab und gibt es einen engen Zusammenhang
zwischen der sogenannten zivilen Nutzung der Atomenergie und der Atombombe, auch wenn Atomwirtschaft, Energieversorgungsunternehmen, wie EnBW, e.on, RWE, Vattenfall und Atomparteien versuchen, diesen Zusammenhang zu leugnen oder herunterzuspielen. Nach den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki begann die weltweite Kampagne „Atome für den Frieden“, die von den unmenschlichen Folgen dieser Kriegsverbrechen ablenken sollten.

Auch hinter dem gefährlichen Traum von der so genannten „friedlichen“ Nutzung der Atomenergie in Frankreich, Deutschland und der Schweiz stand ursprünglich der Wunsch nach der eigenen, nationalen Atombombe.
Heute wird die Welt von den Atomwaffen der folgenden Staaten bedroht:
- USA
- US-Atomwaffen in Europa (NATO)
- Großbritannien
- Frankreich
- Russland
- China
- Indien
- Pakistan
- Israel
- Nordkorea
Unter Verdacht, Atomwaffen zu besitzen oder zu bauen, steht der
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Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion
wurden weltweit erfreulich viele Atomwaffen abgerüstet. Doch mit dem „modernisierten“ verbleibenden „Rest“ könnte die ganze Menschheit immer noch mehrfach ausgerottet werden. Die Überlegungen der Militärs in den USA, mit so genannten kleinen Atombomben (Mininukes) "beschränkte" Kriege zu führen, verstärkt die Gefahr eines weltweiten Atomkrieges erneut. Gerade der Entwurf für eine neue Verteidigungsdoktrin der USA enthält die Forderung für den Einsatz von Nuklearwaffen. Massenvernichtungswaffen sollen demnach präventiv zur Abschreckung vor der Nutzung von Massenvernichtungswaffen dienen.
Um so deutlicher muss die Forderung sein, Atomwaffen weltweit abzuschaffen.
In Deutschland heißt das zuerst die verbliebenen amerikanischen Atomwaffen an den US-Stützpunkten Rammstein und Büchel nicht mehr länger zu dulden und zu verschrotten. Über 60 Jahre nach Kriegsende sollten die Unterwerfungsgesten gegenüber den USA endlich abgestellt werden.

Doch dann bleiben immer noch die Atomkraftwerke,
die mit längerer Laufzeit immer unsicherer und gefährlicher werden. Bei einem Unfall, einem Flugzeugabsturz oder einem jederzeit möglichen terroristischen Anschlag auf ein großes AKW würde die Radioaktivität vieler hundert Hiroshima-Bomben freigesetzt. Das noch größere Problem ist die Gefährdung allen Lebens mit der weltweiten Verbreitung von Atomkraftwaffen durch den Bau von Atomkraftwerken, Urananreicherungsanlagen und dem Schwarzmarkt für Plutonium.
Wieso haben Länder wie Pakistan und Israel Atomwaffen?
Weil sie mit Hilfe der so genannten „friedlichen Nutzung der Kernenergie“ Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Und jedes alte und neue AKW (auch der neue Siemens Euroreaktor EPR) vergrößert die Gefahr für den Weltfrieden. Deutlich wird diese Gefahr auch beim Streit um das iranische /nordkoreanische Atomprogramm und die iranische /nordkoreanische Atombombe. Doch der erhobene Zeigefinger gilt nicht, wenn hinter diesem Zeigefinger eigene Atomwaffen, AKW und Urananreicherungsanlagen stehen.
Die Frankfurter Rundschau berichtete 28.11.2008 über den Zusammenhang zwischen AKW und Atomwaffen
Vom Stromreaktor zur Atombombe - die Übergänge sind fließend. Und gerade im Nahen und Mittleren Osten wird diese politische und technische Grauzone nicht auf den Iran oder Syrien begrenzt bleiben. Mindestens zwölf Atommeiler sind hier inzwischen im Bau oder geplant - unter anderem in Ägypten, Jordanien, Libyen, Algerien, Tunesien, Marokko, Abu Dhabi und der Türkei.
Experten warnen
In den nächsten 20 Jahren werden "große Mengen an zivilem Plutoniummüll" anfallen, warnt eine Studie des Institute for Science and Security (Isis), ein unabhängiger Think-Tank für Militärforschung in Washington. Bis 2020 könnten es rund 13 Tonnen sein, bis 2030 45 Tonnen. Acht Kilogramm Plutonium reichen für den Bau einer Atombombe, schreiben die beiden Autoren, Isis-Chef David Albright und Andrea Scheel. Bis 2020 hätte die Region daher "genug Plutonium für 1700 Atombomben". Albright ist ehemaliger IAEA-Waffeninspekteur, der Mitte der 90er Jahre auch im Irak tätig war. Zitatende
Dies zeigt, dass die Atomexportpolitik von Herrn Sarkozy ein Verbrechen an der Zukunft ist.
Woher kommt die Anmaßung der Atomstaaten,
anderen Ländern das verbieten zu wollen, was sie selber haben? Wie der Kolonialismus lässt sich eine weltweite atomare Zweiklassengesellschaft auf Dauer nicht aufrecht erhalten. Wer im eigenen Land AKW betreibt, Atomkraftwerke länger laufen lässt, wer heimlich auf den Bau neuer Siemens Druckwasserreaktoren spekuliert, liefert dem Rest der Welt gute Gründe, neue Atomkraftwerke und Atomwaffen zu bauen, fördert die Proliferation und gefährdet so diesen Planeten und alles Leben. Auch AtomstrombezieherInnen tragen hier eine Mitverantwortung.
Bei den Atomwaffen zeigt sich auch die Schizophrenie der UNO-Organisation IAEO / IAEA.

Die IAEO ist eine geschickt aufgebaute Tarnorganisation der Nuklearindustrie. Das Ziel der IAEO wurde bei der Gründung folgendermaßen definiert: "Ziel der Organisation ist es, den Beitrag der Atomenergie zum Frieden, zur Gesundheit und zum Wohlstand auf der ganzen Welt rascher und in größerem Ausmaß wirksam werden zu lassen. Sie stellt soweit als möglich sicher, dass die von ihr geleistete Hilfe nicht zur Förderung militärischer Zwecke verwendet wird."
Einerseits soll sie die militärische Nutzung der Atomkraft verhindern, andererseits fördert die IAEO als UNO-Organisation aber indirekt die Proliferation, die Weiterverbreitung von Atomwaffen durch den Bau von AKW in immer mehr Ländern. Die Entscheidung im Nobelpreiskomitee, der IAEO / IAEA 2005 den Friedensnobelpreis zu verleihen, war eine groteske Fehlentscheidung. Das Nobelpreiskomitee hat den atomaren Bock zum Friedensgärtner gemacht.
Atomkraftwerke und Atomwaffen sind die jeweils andere Seite der gleichen Medaille, auch wenn die PR-Industrie der Atomlobby alles versucht, diesen Zusammenhang zu leugnen.
Engagieren Sie sich mit uns gegen Atombomben und Atomkraftwerke.
Wenn Ihr Energieversorgungsunternehmen Sie weiter mit Atomstrom bedroht, dann wechseln Sie einfach den Stromanbieter. Und bei Produkten des AKW-Bauers Siemens wird Ihnen sicher auch etwas einfallen.
Axel Mayer
CSFR Comité pour la Sauvegarde de Fessenheim et de la Plaine du Rhine
BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein 0761/30383
Sarkozys Atomexportpläne gefährden die Zukunft 9.3.2010
Bei einer Konferenz in Paris
forderte Frankreichs Staatspräsident die Finanzierung des Baus von Atomkraftwerken in Schwellenländern durch internationale Entwicklungsbanken. „Er verstehe nicht, warum für Institute wie die Weltbank oder die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) die Unterstützung bei der Errichtung von Kernkraftwerken geächtet sei“, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy laut Medienberichten bei einer zweitätigen Konferenz, die heute am Sitz der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris endet. Eines der vielen Länder in Spannungsgebieten, in die Herr Sarkozy gerne AKW verkaufen würde, ist Libyen.
Der libysche Staatschef Gaddafi
war erst vor wenigen Tagen wieder einmal „aufgefallen“. Er hatte im Februar 2010 zum Dschihad gegen die Schweiz aufgerufen. „Der ungläubigen und abtrünnigen Schweiz, die die Häuser Allahs zerstört, muss der Dschihad erklärt werden", wurde er in verschiedenen Medien zitiert.
Im Juli 2009 sagte der libysche Staatschef beim G-8-Gipfel: „Die Schweiz müsse zerschlagen und auf ihre Nachbarländer aufgeteilt werden". Gaddafis Sohn Hannibal wurde in der britischen "Sunday Times" folgendermaßen zitiert: „Wenn ich eine Atombombe hätte, würde ich die Schweiz von der Landkarte fegen."
Durch den Bau französischer Atomkraftwerke
in Lybien könnte der Alptraum libyscher Atomkraftwaffen Realität werden. Der Präsident will für den Atomkonzern Areva Atomkraftwaffen an Libyen, Syrien, Marokko, Algerien und in andere Spannungsgebiete verkaufen. Er schloss u.a. mit Syrien und Libyen Abkommen zur Atomzusammenarbeit.
Warum haben Länder wie Pakistan oder Nordkorea Atomwaffen?
Weil sie mit Hilfe der „friedlichen Nutzung der Kernenergie“ Mittel und Wege gefunden haben, Atomkraftwaffen zu bauen. Und jedes alte und neue AKW (auch der neue Siemens Euroreaktor EPR) vergrößert die Gefahr für den Weltfrieden. Deutlich wird diese Gefahr auch beim Streit um das iranische und nordkoreanische Atomprogramm und die iranische und nordkoreanische Atombombe. Doch der erhobene Zeigefinger in Richtung Schwellenländer gilt nicht, wenn hinter diesem Zeigefinger eigene Atomwaffen, AKW und Urananreicherungsanlagen stehen. Auch darum brauchen wir den Atomausstieg.
Eine, mit dem Unfall von Tschernobyl durchaus vergleichbare Katastrophe für die Menschheit, ist jedes neue Land, das mit Hilfe der sogenannten friedlichen Nutzung der Atomenergie und mit Hilfe von Herrn Sarkozy zum Atomwaffenstaat wird.
Doch der französische Präsident sieht sich als Außendienstmitarbeiter und Vertreter der französischen Atomkonzerne und gefährdet so die Zukunft und den Frieden auf der Welt.
Jean Jaques Rettig (CSFR),
Axel Mayer (BUND Regionalverband)
Nachtrag zur oben stehenden Presseerklärung
An eine kleine, ausgewählte Gruppe von Journalisten und Medien
Wenn ein Fremder meinen Nachbarn bedroht und ich dem Fremden einen Knüppel oder ein Gewehr verkaufe, dann werde ich vermutlich bestraft. Wenn der Nachbar die Schweiz ist, der Fremde Herr Gaddafi und wenn Herr Sarkozy Herrn Gaddafi (und in andere Spannungsgebiete) Atomkraftwaffen liefert, dann wird das natürlich nicht bestraft und es ist nicht einmal ein Thema für die Mehrzahl der Medien. Der Zusammenhang zwischen heutigem Handeln und zukünftigen Folgen spielt in der Berichterstattung dann keine Rolle, wenn das heutige Handeln Gewinne bringt. Der Philosoph Günter Anders hat diese Art des Denkens und Verdrängens einmal Apokalypsenblindheit genannt.
Es wäre gut und wichtig, diese gefährliche Art des Denkens und des Journalismus zu überwinden.
Mit freundlichen Grüßen
Axel Mayer
Barack Obama: Atomwaffen abschaffen
Die konstruktive Forderung des BUND an den Natogipfel war die Forderung „Atomkraftwaffen“ abzuschaffen.
Es ist uns eine Freude, dass Barack Obama die alte Forderung des BUND und der Friedensbewegung nach einer Abschaffung der Atomwaffen nun endlich aufgreift. (Was daraus wird, wird sich zeigen) Die große Mehrzahl der deutschen Politiker hätte sich in den letzten Jahrzehnten eher die Zunge abgebissen, als unsere Forderungen nach einer atomwaffenfreien Welt zu unterstützen. Der Wunsch von Herrn Obama Atomwaffen abzuschaffen erhöht unsere Sorgen um den Präsidenten, denn der industriell-militärische Komplex in den USA weiß seine Gewinninteressen zu schützen...
Gleichzeitig verkauft der französische Präsident Sarkozy AKW an Libyen, Marokko, China und verschafft diesen Ländern dadurch die Möglichkeit Atomwaffen zu bauen.
Auch wenn unser jahrzehntelanger Impuls Atomwaffen abzuschaffen endlich in der Politik angekommen ist, bleibt für den BUND und die Friedensbewegung immer noch viel zu tun.
Axel Mayer, BUND Geschäftsführer / Freiburg

Barack Obama - Atomwaffen abschaffen!
hier: Mehr Infos zu AKW und Atomwaffen
(Sie haben sich in diesen Beiträgen über den ungewöhnlichen Begriff der Atomkraftwaffen gewundert? Er führt zusammen, was zusammen gehört und was eine geschickte Werbung zu trennen versucht)
Wie der französische Präsident Sarkozy durch AKW und Atomexporte den Weltfrieden gefährdet

Der Präsident verkauft für die Atomkonzerne Areva und Siemens Atomkraftwaffen an Libyen, Marokko, China...
Über zwei Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl
hat Herr Sarkozy die atomare Katastrophe vergessen oder verdrängt. (besser: Das Vergessen wurde/wird in Frankreich von einflussreichen Lobbygruppen gut organisiert)
Eine mit dem Unfall von Tschernobyl durchaus vergleichbare Katastrophe für die Menschheit ist jedes neue Land, das mit Hilfe der so genannten friedlichen Nutzung der Atomenergie zum Atomwaffenstaat wird.
Doch der französische Präsident sieht sich als Außendienstmitarbeiter und Vertreter der französischen Atomkonzerne.
Seine Kritik am iranischen Atomprogramm wird so absolut unglaubwürdig
Hintergrundinformation: Die Pakistanische Atombombe
- 1965: Inbetriebnahme des ersten „Forschungsreaktors“. Gleichzeitige Erklärung von Außenminister Bhutto, „einer indischen Atombombe eine eigene entgegen zu setzen“
- 1972: Energiegewinnung durch pakistanisches AKW. Parallel dazu ständig Versuche die pakistanische Atombombe zu entwickeln
- Über Urananreicherung und Plutoniumgewinnung (mit chinesisch-deutscher Hilfe) erreicht Pakistan dieses Ziel
- Seit Beginn der 90er Jahre produziert Pakistan jährlich hochangereichertes Uran für ca. 3 bis 4 Atombomben
- 1992: Erklärung der Regierung, über eine Atombombe zu verfügen
- 1998: erster pakistanischer Atomwaffentest