Neue Oxfam Studie: Reichtum, Armut & neoliberale Gier "Wir erlauben Konzernen & Milliardären immer alles-Parteien und Medien."
Veröffentlicht am 20.01.2025 in der Kategorie Mensch und Menschenrechte von Axel Mayer
Neue Oxfam Studie: Reichtum, Armut & rechtslibertäre Gier "Wir erlauben Konzernen & Milliardären immer alles-Parteien und Medien."
Das Problem ist nicht nur die Gier der Konzerne und Milliardäre. Das Problem sind die "Wir erlauben Konzernen & Milliardären immer alles-Parteien und Medien". In Deutschland sind dies vor allem CDU, CSU, FDP und AfD und die Springerpresse. Zorn gegen Unrecht entsteht nicht, solange es die Superreichen, die BILD-Zeitung und marktradikale und rechte Parteien es schaffen, dass die Menschen nach oben buckeln und nach unten treten. Axel Mayer
Neue Oxfam Studie 2025:
Im Jahr 2024 ist das Gesamtvermögen von Milliardär*innen um zwei Billionen US-Dollar gestiegen. Ihr Vermögen wuchs damit dreimal schneller als noch 2023. Pro Woche kamen fast vier neue Milliardär*innen hinzu. Gleichzeitig leben noch immer beinahe 3,6 Milliarden Menschen unter der erweiterten Armutsgrenze von 6,85 US-Dollar pro Tag. In Deutschland wuchs das Gesamtvermögen der Milliardär*innen um 26,8 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Milliardär*innen stieg um neun auf 130. Extreme soziale Ungleichheit gefährdet die Demokratie In unserer Analyse „Milliardärsmacht beschränken, Demokratie schützen“ zeigen wir, wie der Einfluss von Superreichen und ihren Konzernen nicht nur die soziale Ungleichheit immer weiter verschärft, sondern auch demokratische Prinzipien in ihren Grundfesten erschüttert. Die mit dem Besitz von Konzernen einhergehende wirtschaftliche Macht führt auch zu politischer Macht. Superreiche und ihre Konzerne nehmen zunehmend Einfluss auf die Politik.
Steuerpolitik im Interesse der Superreichen Superreiche und ihre Konzerne profitierten weltweit von Steuersenkungen und großzügigen Ausnahmeregelungen, während die Steuern für Milliarden von Menschen stiegen. In Deutschland spielen Lobbyverbände wie „Die Familienunternehmer e.V.“ und die „Stiftung Familienunternehmen und Politik“ bei der Durchsetzung einer solchen Steuerpolitik eine wesentliche Rolle. Das Ergebnis: Milliardär*innen und Multimillionär*innen zahlen vielerorts weniger Steuern auf ihr Einkommen als der Rest der Bevölkerung.
Gewinne für Superreiche durch steigende Konzernmacht Weitere Vorteile für Superreiche ergeben sich aus der zunehmenden Monopolisierung der Wirtschaft. Einzelne Branchen werden von immer weniger Unternehmen dominiert. Die 20 reichsten Menschen der Welt sind Eigentümer*innen oder Großaktionär*innen von Großkonzernen, von denen viele durch eine marktbeherrschende Stellung so mächtig wurden. Für Superreiche und ihre Konzerne waren die letzten 20 Jahre besonders lukrativ. Allein in den Jahren 2021 und 2022 verzeichneten die größten Firmen einen Gewinnsprung von 89 Prozent. Quelle: Oxfam
Die Gier der Oligarchen ist eine zentrale Kriegs- und Fluchtursache
Leserbrief in der Badischen Zeitung vom 6.2.2016 Die BZ ist voll von Beiträgen und Leserbriefen zum großen Thema Flüchtlinge. Zu den tatsächlichen Ursachen von Flucht lesen wir wenig und wir sind entsetzt, wie wenig Reaktionen und wie wenig Empörung die neue Oxfam Studie ausgelöst hat: Das reichste Prozent der Weltbevölkerung (70 Millionen Menschen) verfügt über so viel Vermögen wie der ganze Rest (sieben Milliarden Menschen) zusammen. 62 Menschen verfügen über ebenso viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – also 3,5 Milliarden Menschen. Die Gier der Oligarchen in Ost und West, Großkonzerne, die im Gegensatz zu unserem Mittelstand bei uns fast keine und in armen Ländern gar keine Steuern zahlen und die dadurch verursachte Armut vieler Menschen sind zentrale, globale Kriegs- und Fluchtursachen.
Mit Steuergerechtigkeit und einem kleinen Teil dieses konzentrierten Reichtums könnten Kriege beendet und Fluchtursachen in den Herkunftsländern bekämpft werden. Niemand müsste fliehen. Doch der aktuelle, eskalierende Streit um Flüchtlinge soll auch von den Verursachern der Flucht ablenken. Bertolt Brecht hat dies sehr schön beschrieben: „Unsere Herrn, wer sie auch seien, sehen unsre Zwietracht gern, denn solang sie uns entzweien, bleiben sie doch unsre Herrn.“
Mehr globale Gerechtigkeit und vor allem Steuergerechtigkeit für die staatslenkenden Großkonzerne ist der Weg aus der Krise. Mit dem Freihandelsabkommen TTIP wird die demokratiegefährdende Macht dieser Konzerne noch größer.
Je weiter die Schere zwischen Arm und Reich auseinander geht, je ärmer die Armen werden und je mehr die Mittelschicht schwindet, desto gewalttätiger werden Gesellschaften und soziale Konflikte und desto gefährdeter wird auch unsere Demokratie.
Axel Mayer und Barbara Schmidt, Endingen
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Übersicht: Mensch, Menschenrechte, soziale Frage, Umwelt & Gier
Nachhaltigkeit & Zukunftsfähigkeit gibt's nur mit sozialer Gerechtigkeit! Axel Mayer