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Oxfam Studie: Reichtum, Armut, Gier & Fluchtursachen


Oxfam Studie: Reichtum & Gier



Die Gier der Oligarchen ist eine zentrale Kriegs- und Fluchtursache


Leserbrief in der Badischen Zeitung vom 6.2.2016
Die BZ ist voll von Beiträgen und Leserbriefen zum großen Thema Flüchtlinge. Zu den tatsächlichen Ursachen von Flucht lesen wir wenig und wir sind entsetzt, wie wenig Reaktionen und wie wenig Empörung die neue Oxfam Studie ausgelöst hat: Das reichste Prozent der Weltbevölkerung (70 Millionen Menschen) verfügt über so viel Vermögen wie der ganze Rest (sieben Milliarden Menschen) zusammen. 62 Menschen verfügen über ebenso viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – also 3,5 Milliarden Menschen. Die Gier der Oligarchen in Ost und West, Großkonzerne, die im Gegensatz zu unserem Mittelstand bei uns fast keine und in armen Ländern gar keine Steuern zahlen und die dadurch verursachte Armut vieler Menschen sind zentrale, globale Kriegs- und Fluchtursachen.

Mit Steuergerechtigkeit und einem kleinen Teil dieses konzentrierten Reichtums könnten Kriege beendet und Fluchtursachen in den Herkunftsländern bekämpft werden. Niemand müsste fliehen. Doch der aktuelle, eskalierende Streit um Flüchtlinge soll auch von den Verursachern der Flucht ablenken. Bertolt Brecht hat dies sehr schön beschrieben: „Unsere Herrn, wer sie auch seien, sehen unsre Zwietracht gern, denn solang sie uns entzweien, bleiben sie doch unsre Herrn.“

Mehr globale Gerechtigkeit und vor allem Steuergerechtigkeit für die staatslenkenden Großkonzerne ist der Weg aus der Krise. Mit dem Freihandelsabkommen TTIP wird die demokratiegefährdende Macht dieser Konzerne noch größer.

Je weiter die Schere zwischen Arm und Reich auseinander geht, je ärmer die Armen werden und je mehr die Mittelschicht schwindet, desto gewalttätiger werden Gesellschaften und soziale Konflikte und desto gefährdeter wird auch unsere Demokratie.

Axel Mayer und Barbara Schmidt, Endingen






Oxfam Studie: Reichtum & Gier


"Die Schere zwischen Arm und Reich ist so groß, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung (70 Millionen Menschen) über so viel Vermögen verfügt wie der ganze Rest (sieben Milliarden Menschen) zusammen. 62 Menschen verfügen über ebenso viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – also 3,5 Milliarden Menschen. Ein Jahr zuvor lag das Verhältnis noch bei 80 zu 3,5 Milliarden. Seit 2010 ist das Vermögen der Superreichen um sagenhafte 44 Prozent oder etwa 540 Milliarden Dollar gestiegen. Das Vermögen der ärmeren Hälfte aber sank im gleichen Zeitraum um 41 Prozent oder rund eine Billion Dollar. (...)
Ein Grund für diese Entwicklung ist die unzureichende Besteuerung von großen Vermögen und Kapitalgewinnen sowie die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen. Investitionen von Unternehmen in Steuerparadiesen haben sich zwischen 2000 und 2014 vervierfacht. Neun von zehn der weltweit führenden Großunternehmen haben Präsenzen in mindestens einer Steueroase. Entwicklungsländern gehen auf diese Weise jedes Jahr mindestens 100 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen verloren. Die Verschiebung von Vermögen in Steueroasen durch reiche Einzelpersonen kostet alleine die afrikanischen Staaten jährlich rund 14 Milliarden US-Dollar. Damit ließe sich in Afrika flächendeckend die Gesundheitsversorgung für Mütter und Kinder sicherstellen, was pro Jahr rund vier Millionen Kindern das Leben retten würde.
"


Quelle:




Preis für Medikament von 13,50 auf 750 Dollar erhöht



Martin Shkreli, ein US-Oligarch hat im Jahr 2015 den Preis für ein wichtiges Medikament um´s 55-Fache zu erhöht. Er hat die Rechte an einem Medikament gekauft, das für einige Menschen lebensnotwendig ist. Er ist ein ehemaliger Hedgefonds-Manager und Chef von Turing Pharmaceuticals, einem Pharmakonzern, der gerade die Rechte an einem Medikament namens Daraprim gekauft hat.

Daraprim ist bereits seit 62 Jahren auf dem Markt und hilft gegen Toxoplasmose, eine Krankheit die für Menschen, deren Immunsystem nicht geschwächt ist, in der Regel ungefährlich ist. Aber für Kranke, die an Aids oder einer anderen Immunschwächen leiden, ist das Medikament lebensnotwendig. Zudem wird es zur Behandlung von Malaria eingesetzt.

Mit dem Kauf der Rechte an Daraprim trieb das Pharmaunternehmen den Preis von 13,50 auf 750 Dollar – über Nacht und pro Pille. Die Kosten für eine Behandlung steigen damit auf Hunderttausende Dollar.


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Dieser Artikel wurde 1097 mal gelesen und am 10.2.2016 zuletzt geändert.