Analyse und Kritik: Afghanistan - Krieg, Opfer, Kriegspropaganda und Rohstoffe "Bringt die Jungs heim"
(und die Frauen auch!)

Afghanistankrieg
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In kleinen Schritten in den grossen Krieg
Seit dem 1. Juli 2008 sind die deutschen Truppen
jetzt "richtig und offiziell" im Kriegseinsatz in Afghanistan. Rund 200 Soldaten der Augustdorfer Panzerbrigade lösten um Mitternacht die norwegische Einheit der so genannten "Schnellen Eingreiftruppe" ab. "Schnelle Einsatzgruppe" oder Quick Reaction Force / QRF, das klingt in Zeiten orwellscher Wortverdrehungen einfach besser als Kampftruppe. Sitz der Kampftruppe ist Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans.
Die Schnelle Eingreiftruppe
wird gerne als "militärische Feuerwehr für Notfälle" dargestellt. Erstmals bekommen die Truppen Mörser für den Einsatz. Die QRF ist mit Schützenpanzern und gepanzerten Fahrzeugen ausgerüstet.
Der geplante Afghanistan-Einsatz von Awacs-Flugzeugen
verstrickt Deutschland noch mehr in diesen Krieg. Die Anforderung,die Awacs-Flugzeuge über Afghanistan einzusetzen, hatte der Kommandeur der Isaf-Schutztruppe, der US-General David McKiernan, an seine Nato-Vorgesetzten gerichtet. Hintergrund ist die Kriegsausweitung und die damit verbundene Zunahme von Flügen der westlichen Truppen. Im Isaf-Auftrag fliegen Jagdbomber, Aufklärungsjets, Transportmaschinen und Hubschrauber aber auch unbemannte Drohnen. Hinzu kommen Kampfflugzeuge der US-geführten „Operation Enduring Freedom“. Eine Kontrolle des Luftraums ist in dem gebirgigen Land vom Boden aus nur schwer möglich und bislang von den USA eingesetzte eigene Awacs-Flugzeuge stehen der Isaf-Truppe nur zeitweise zur Verfügung.
Nach dem Prinzip der Salami-Taktik
wird Deutschland so immer stärker in den nicht gewinnbaren Krieg gezogen. Was zu Beginn des Einsatzes noch einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hätte wird jetzt, geschickt verspätet, durchgesetzt.
Am Afghanistankrieg sind im Jahr 2008 ca. 3000 Bundeswehrsoldaten beteiligt,
der größte Teil im Rahmen der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf. Unter dem Dach des Mandats für den Antiterroreinsatz Operation Enduring "Freedom", können politisch beinah unkontrolliert bis zu 100 so genannte "Elitesoldaten" des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in Afghanistan eingesetzt werden. Außerdem setzt die Bundeswehr im Rahmen eines dritten Mandats "Tornado"-Aufklärungsflugzeuge in dem Land ein. Alle diese Truppen sollten schnellstmöglich abgezogen werden.
Deutsche Tornados sind bereits seit April 2007
im Süden Afghanistans im Kriegseinsatz. Die ersten Entscheidungen über den anfangs gezielt "sanften Kriegseinstieg" Deutschlands an diesen militärischen Konflikt am Hindukusch, wurden ohne große öffentliche Debatte gefällt.
Die politische Stille im Land
brüllt in meinen Ohren. Zwar waren die Linke, Teile der SPD und die GRÜNE Basis dagegen, dass Deutschland so nach und nach in einen großen Krieg gezogen wird. Doch die Mehrzahl der SPD Abgeordneten und mehr als die Hälfte der GRÜNEN Bundestagsfraktion war und ist für den Kriegseinsatz.
Die so genannte "Schnelle Eingreiftruppe" und der Tornadoeinsatz sind nicht so harmlos,
wie gerne dargestellt wird. Sie sind Teil eines unerklärten Krieges. Es ist tief erschreckend mit welchen Lügen solch wichtige Entscheidungen in Deutschland politisch durchgesetzt werden. Eine "bessere Luftaufklärung" im Süden Afghanistans bedeutet bei einem asymetrischen Krieg immer auch Zielfindung für die Bombenangriffe auf unbeteiligte Zivilisten und Kinder. Zum Vietnamkrieg gibt es aber einen wesentlichen Unterschied. Die grausamen Bilder erreichen uns nur noch in Ausnahmefällen.
Wenn es in den Nachrichten fast keine Bilder der vielen zivilen Opfer mehr gibt, dann ist seit dem Vietnamkrieg die Zensur besser und die Demokratie schlechter geworden.
Die Ausweitung der deutschen Beteiligung am Afghanistankrieg im Juli 2008 (Schnelle Eingreiftruppe) wird wieder geschickt von Werbeagenturen begründet und durchgesetzt. "Schnelle Eingreiftruppe" klingt in Zeiten orwellschen Neusprechs auf jeden Fall besser als "Kampftruppe".
Bei der systematischen Ausweitung der Kriegshandlungen
geht es auch darum "Wieder das töten zu lernen". Der Regierungsbeauftragte Karsten Voigt, wurde nach SPIEGEL-Informationen in Washington bedrängt, die Bundeswehr könne nicht immerzu nur im ruhigen Norden Patrouille fahren. Die deutschen Soldaten müssten "lernen zu töten". Hier müssen wir uns widersetzen. Nach meiner Ansicht sollten die Unterwerfungsgesten gegenüber den USA endlich eingestellt werden.
Der wichtigste Grund für den Einstieg
in die deutsche Beteiligung am Afghanistan-Feldzug war die erfreuliche Nichtbeteiligung von Rot – GRÜN am Irak Krieg. Damals „brauchte“ es eine politische Demutsgeste gegenüber den Vereinigten Staaten und dafür bot sich Afghanistan an. Jetzt bekommt diese Demutsgeste eine immer politischere und gefährlichere Dimension. Die erste Abstimmung über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr im Bundestag verknüpfte der damalige Kanzler Schröder noch mit der Vertrauensfrage um rot-grün auf Linie zu bringen. Unter schwarz-rot ist dies nicht mehr nötig.
Der Afghanistankrieg, strategische Interessen und Rohstoffe
Ein wichtiges amerikanisches Kriegsziel ist die Einflussnahme in der ölreichsten Region der Welt, am kaspischen Meer und die Einkreisung des Iran und Russlands. Doch auch die afghanischen Rohstoffe machen das Land zum Ziel der Begierde.
"Kabuls Bergbauminister Ibrahim Adil verkündete Mitte Juli 2008, dass im Zentralen Hochland Afghanistans Bodenschätze im Wert von 300 Milliarden Dollar verborgen seien.
In der Bamyian-Provinz werden die Kohlevorkommen auf etwa 200 Millionen Tonnen geschätzt. Im Yakawlang-Distrikt der Region gebe es zudem eine Milliarde Tonnen Eisenerz. Wissenschaftler der Geological Society der USA (USGS) berichteten im Herbst des vergangenen Jahres, es gebe bedeutende Vorkommen an Gold, Quecksilber, Schwefel, Chromeisen und Magnesium. "Afghanistan besitzt große, bekannte Vorkommen an Rohstoffen und eine großes Potenzial für bislang noch unentdeckte Reserven" , erklärte USGS-Vertreter Stephen Peters. Auch viel Erdgas und Öl wird vermutet. Theoretisch könnte Afghanistan einer der wichtigen Rohstofflieferanten der Welt werden." Badische Zeitung vom Freitag, 8. August 2008
Immer wieder wird gesagt,
wir würden "Kultur, Zivilisation und Entwicklung" nach Afghanistan bringen. Nach Hiroshima, Auschwitz, My Lay, Bhopal und Tschernobyl stellt sich die Frage für welche Kultur wir stehen? Guantanamo und die Folterpraxis der USA (waterboarding) stehen nicht unbedingt für "Westliche Werte". Und ist unser mitweltzerstörendes Raubbausystem tatsächlich ein Vorbild der Entwicklung für den Rest der Welt?
Die wirklichen Werte auf die wir stolz sein können,
die Aufklärung oder die Menschenrechte, werden in asymetrischen Kriegen nicht verteidigt, sondern mit Füßen getreten. Folter und Mord gehört zum "Kriegshandwerk" und auch die Unterstützung von Folterpraktiken "befreundeter Truppen" ist ein Verbrechen. Die Kriegsverbrechen der USA, zu Beginn des Feldzuges in Afghanistan waren nie ein grosses Thema in Deutschland. Wenn unsere amerikanischen Verbündeten in Afghanistan und Guantanamo foltern (Waterboarding ist Folter!), dann machen wir uns mitschuldig.
Waterboarding
Beim Opfer dieser, vom CIA bisher praktizierten, Folterpraxis wird durch Ausnutzen von Würgreflexen physiologisch zwingend der Eindruck unmittelbar drohenden Ertrinkens hervorgerufen, indem die Atmung durch ein Tuch, welches ständig mit Wasser übergossen wird, stark erschwert wird. Durch das Fixieren des Folteropfers in einer Position, in der sich der Kopf tiefer befindet als der restliche Körper, soll das Eindringen von Wasser in die Lungen und ein darauf folgendes tatsächliches Ertrinken verhindert werden. Laut Berichten bricht der Widerstand der weitaus meisten gequälten Opfer in weniger als einer Minute. Für eine "saubere Kriegsführung und eine saubere Folter" ist Waterboarding allerdings "ideal". Waterboarding gehört zu den Verhör-Methoden, die keine körperlichen Spuren hinterlassen (Weiße Folter). Nachträgliche Beweise für Folter im Fall von Waterboarding sind daher schwer zu erbringen. (Quelle: Wikipedia)
Bush verweigert Anti-Folter-Gesetz die Unterschrift
US-Präsident George W. Bush hat im März 2008 gegen ein vom Kongress verabschiedetes Anti-Folter-Gesetz sein Veto eingelegt. Er hat am 08.03.2008 in seiner wöchentlichen Radioansprache angekündigt, dem Gesetz seine Unterschrift zu verweigern. Bush meint, das Gesetz, das auch das umstrittene Waterboarding verbietet, schränke die Handlungsmöglich- keiten des Auslandsgeheimdienstes CIA im Kampf gegen den Terrorismus zu stark ein. Der "Kampf für die Menschenrechte"
wird mit Folter und Menschenrechtsverletzungen geführt. Wer Folterer unterstützt (wie die deutschen Truppen in Afghanistan) macht sich mitschuldig. Doch diese Debatte wird in Deutschland nicht geführt.
Der schöne Glaube einen "sauberen" Afghanistankrieg
führen zu können ist Illusion. Es gibt keinen sauberen Krieg. Auch die afghanische Regierung lässt foltern. Am 5. November 2007 ist die kanadische Regierung "glaubwürdig" über die Misshandlung eines Gefangenen informiert worden, der von den kanadischen Einheiten an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben worden war.
Die Befreiung der afghanischen Frauen vom Tschador
war zur Zeit der blutigen sowjetischen Invasion in Afghanistan ein wichtiges Argument der DKP für den Krieg. Heute wird dieses Argument auch in Wikipedia gerne vorgetragen um die politische Linke zum Schweigen zu bringen. Die Befreiung der Frauen aus Unterdrückung wurde und wird von den Kriegsbefürwortern immer wieder zur Rechtfertigung des Krieges missbraucht. Doch der Schleier war und ist lange vor dem Taliban in fast allen ländlichen Gebieten das alltägliche Kleidungsstück der Frauen. Unser Bild dieses mittelalterlichen Landes wird von Berichten über Kabul geprägt.
Wenn es um die Befreiung der afghanischen Frauen vom Tschador geht, dann stellt sich die Frage wann die ISAF in Saudi Arabien einmarschiert. Frauen- und Menschenrechte bei unseren "Verbündeten" im "Kampf um die Freiheit" sind kein Thema.
Wichtig wäre es endlich einmal
Frauen und Männer in diesem geschundenen Land nach ihren tatsächlichen Wünschen zu fragen und dieses „Meinungsbild“ nicht den Werbeabteilungen der jeweils kriegsführenden Länder zu überlassen. Eines haben die Afghanen in ihrer langen Geschichte immer wieder gezeigt. Fremdbestimmung und fremde Truppen im eigenen Land wollen sie nicht.Das galt in der Vergangenheit für die Soldaten des britischen Empire, für die sowjetischen Truppen und mit großer Wahrscheinlichkeit gilt dies auch für die aktuelle Besetzung. Langfristig werden landesfremde Taliban aber auch nicht geduldet werden.

Afghanistan Krieg / Kriegsweihnacht
Afghanistan Krieg / Kriegsweihnacht 2007 - Klicken Sie hier für eine vergrößerte Version der Grafik, die Sie gerne als Kleinplakat, oder auf Ihrer Homepage, verwenden können
2007 stellte sich die militärische Situation
in Afghanistan folgendermaßen dar. Binnen zwölf Monaten hatten sich in Afghanistan die Zahl der Selbstmordattentate versechsfacht, die Feuerüberfälle auf Nato-Truppen verdreifacht, die Angriffe auf afghanische Einheiten vervierfacht. Auch im Norden, wo die Bundeswehr bisher stationiert war, nahm die Gewalt spürbar zu. Aus der erkennbaren militärischen Niederlage der USA im Irak und aus den militärischen Afghanistan Debakeln der Vergangenheit (blutige Niederlagen der englischen und der sowjetischen Armeen) werden keine Lehren gezogen.
Der schweizer Tagesanzeiger berichtete am 12. März 2008
Die Gewalt in Afghanistan nimmt zu
Afghanistan erlebt nach Angaben der Uno einen scharfen Anstieg der Gewalt durch Aufständische und Terroristen. Insbesondere Hilfsorganisationen sind vermehrt Ziel der Anschläge.Laut einem Bericht von Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon zuhanden des Sicherheitsrates sind 2007 Jahr pro Monat durchschnittlich 566 Anschläge verübt worden. Das sind markant mehr als im Vorjahr, als es noch 425 Angriffe monatlich waren. Auch die Zahl der Selbstmordattentate haben zugenommen: Während sich vorletztes Jahr 123 Attentäter in die Luft sprengten, waren es letztes Jahr 160. Mehr als 8000 Menschen fielen 2007 der Gewalt zum Opfer, darunter über 1500 Zivilisten.
Im August 2008 töteten die Taliban
zuerst zehn französische Soldaten, wenige Tage später starben drei Polen, als sie auf eine Landmine fuhren. Aktuellen Schätzungen zufolge starben seit Jahresbeginn mehr als 3000 Soldaten, Aufständische und Zivilisten bei Kämpfen und Anschlägen in Afghanistan - darunter 26 Deutsche. Das sowjetische Afghanistandebakel scheint sich zu wiederholen.
In der deutschen Öffentlichkeit wird dieser Krieg
immer noch nicht als Krieg wahrgenommen. Es ging bis Juni 2008 ja "nur" um Luftaufklärung und praktizierte Sozialarbeit im friedlichen Teil des Landes. Dieser real existierende "Nichtkrieg" erinnert verstörend an Georg Orwells Beschreibungen von Kriegen in einer Gedankendiktatur.
Asymmetrische Kriege hoch technisierter Armeen
gegen schlecht ausgerüstete Truppen (Tornado contra Gewehr) führen in letzter Konsequenz zu einer, regional nicht mehr eingrenzbaren, Zunahme von Selbstmordattentaten. Der "High Tech Krieg" der USA im Irak kostet wöchentlich 2 Milliarden US Dollar (Schätzung ARD). Doch millionenschwere Jagdflugzeuge und Hubschrauber nützen wenig gegen Selbstmordattentäter. Sie nützen den Rüstungskonzernen. So ist zu befürchten, dass die Seuche der Selbstmordattentate nicht mit militärischen Mitteln eingrenzbar ist. Und die Terrorcamps mit Anleitung zum Bombenbau gibt es eben nicht in Afghanistan, sondern im Internet und die Bombenmaterialien beim Düngemittelhändler in der Nachbarschaft. Der Terror, den der Krieg unterbinden soll, wird weltweit verstärkt. Hier müssen nicht militärische Gegenstrategien entwickelt werden um drohende Katastrophen, und den aufgrund der Terrorausweitung unweigerlich folgenden Ausbau des Überwachungsstaates, zu verhindern. Doch an nicht militärischen Gegenstrategien haben die Vertreter der Waffenlobby in den Parlamenten verständlicherweise kein Interesse.
Nach und nach, in vielen kleinen Schritten
werden wir in Afghanistan in einen nicht gewinnbaren Krieg gezogen. Spätesten nach der absehbaren Niederlage der USA im Irak, wird der Krieg in Afghanistan mit der gleichen Brutalität geführt und verloren werden. Ich will nicht erst dann meine Stimme erheben, wenn die Luftwaffe immer mehr Zinksärge nach Deutschland bringt.
Was können wir glauben?
Die offene und umfassende Berichterstattung in den Medien, der allabendliche Fernsehkrieg und die unzensierten Bilder über die Gräuel des Krieges in Vietnam hatten den Widerstand der Friedensbewegung weltweit angefacht, und dieser Widerstand war mit ein Grund für den Rückzug und die Niederlage der Amerikaner. Die Militärs haben ihre Lektion gelernt. Der nur scheinbar saubere Krieg in Afghanistan, den Werbeagenturen im Armeeauftrag inszenieren, ist nicht zuletzt das Ergebnis der verlorenen Medienschlacht in Vietnam. Was können wir glauben, nach dem Kriege wie der im Irak mit Lügengeschichten begonnen wurden?
Im Vietnamkrieg
wurden die zivilen Opfer im Fernsehen noch gezeigt. Jonathan Steele nannte im „The Guardian“ ein Zahl zwischen 20.000 bis 49.600 Menschen, welche als Konsequenz durch die Invasion in Afghanistan starben. Doch in den Nachrichten werden die zivilen Opfer der Angriffe beinah nicht mehr gezeigt.
Wenn seit dem Vietnamkrieg die Zensur "besser" wurde, spricht das nicht für eine Weiterentwicklung unserer Demokratie.
Die Badische Zeitung berichtete am 28.7.2007: "Die Bundeswehr hat den Zugang der Presse zu den in Afghanistan stationierten Soldaten massiv erschwert. Seit über einem Jahr kann man nur mit Soldaten reden, wenn ein Aufpasser dabei ist und wenn höchste Stellen in Berlin eine Genehmigung erteilen. Diplomaten und hohe Militärs dürfen häufig nichts sagen. Ihre Chefs in der Heimat fürchten, sie könnten etwas Unangenehmes preisgeben."
Orwellsches Neusprech kommt von CDU Verteidigungsminister Jung
Diejenigen, die für den Abzug der Soldaten sind, gefährden deren Sicherheit, sagte er sinngemäss bei einem Afghanistanbesuch im September 2008. Hier das "erstaunliche" Zitat im Orginal:
"Ich kann nur all diejenigen in Deutschland dringend auffordern, Forderungen einzustellen im Hinblick auf einen Rückzug aus Afghanistan, weil das diese Aktivitäten noch bestärkt und somit die Sicherheit unserer Soldaten eher gefährdet."
Die "Einschränkungen" bei der ZDF Berichterstattung über Afghanistan
treiben ZDF Journalisten in die Schweiz. Ulrich Tilgner (60) berichtet seit 1982 über den Nahen und mittleren Osten. Seit 2002 leitet der gebürtige Bremer das ZDF-Büro in Teheran. Doch 2008 hat er seinen Vertrag mit dem ZDF nicht mehr verlängert. Ab dem 1. April 2008 wird er vor allem für das Schweizer Fernsehen (SF) arbeiten.
Der prominente Nahostexperte begründet seinen Schritt damit, dass er sich in Deutschland in seiner Arbeit zunehmend eingeschränkt fühlt, "gerade auch was die Berichterstattung aus Afghanistan angeht, jetzt, wo dort deutsche Soldaten sterben." Es gebe Bündnisrücksichten, die sich in der redaktionellen Unabhängigkeit der Sender widerspiegelten.
Quelle: "Migros-Magazin"
Erschreckend ist der Mangel
an öffentlicher Debatte und Protest zu diesem wichtigen Thema. Gegen den "großen Krieg" im Irak gab es einen breiten Widerstand. Die Durchsetzungsstrategen und Akzeptanzforscher haben daraus ihre Lehren gezogen. Nach und nach und beinah ohne Widerstand schlittern wir in einen Krieg den auch die deutsche Bevölkerung nicht will.
Die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte
und der Genfer Konventionen gehört zu den grossen Aufgaben der Menschheit. Mit Torndadoeinsätzen, mit der Unterstützung von Streubomben, Folter und Krieg, bei denen die Menschenrechte nur vorgeschoben werden, um andere Kriegsziele zu tarnen, wird dieses Ziel nicht erreicht. Nicht nur in Diktaturen müssen Demokratie und Menschenrechte durchgesetzt und dauerhaft gesichert werden. Demokratie ist stets auch ein Übergangszustand. Wohin die Reise geht, liegt an uns.
Axel Mayer , Kreisrat, Endingen
wichtige Links:
Afghanistankrieg: Lügen und Kriegspropaganda
Krieg gegen Iran: Der drohende Krieg ist ein
Atomkraftwaffenkrieg!
Irak Krieg Rede - Wir haben keine Chance - nutzen wir sie!
Das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten des Deutschen Bundestages in Sachen Afghanistan Krieg und Tornado Einsatz
Irak - Krieg: Demokratie, Kriegslügen und die Verantwortung der Presse
Menschenrechte im Krieg ( Irak, Iran, Afghanistan... )
Nachtrag 1:
Am 31.05.2007 berichtete -Monitor- über einen Brief des militärpolitischer Berater der Bundesregierung in Afghanistan. Dieser Insider Brief zeigt schonungslos die Realität des Krieges am Hindukusch. Der Berater kritisiert die -Eskalation der militärischen Gewalt in Afghanistan-. Es sei "unerträglich, dass die Koalitionstruppen und ISAF inzwischen bewusst Teile der Zivilbevölkerung und damit erhoffte Keime einer Zivilgesellschaft bekämpfen. Westliche Jagdbomber und Kampfhubschrauber verbreiten Angst und Schrecken unter der Zivilbevölkerung." "Wir sind dabei, durch diese unverhältnismäßige militärische Gewalt das Vertrauen der Afghanen zu verlieren", heißt es in dem Brief an den deutschen Außenminister weiter. Dabei sei "bekannt, dass es um die Verletzung des Kriegsvölkerrechts" gehe. Das Schreiben warnt vor einer schleichenden, völkerrechtswidrigen Ausweitung des ISAF-Mandats: "Das Militär droht sich zu verselbständigen und von den politischen und völkerrechtlichen Vorgaben zu lösen."
Politikern und Parlamentariern gegenüber werde "die militärische Lage unzulässig geschönt dargestellt. Auch deutsche Generäle beschönigen oder verschweigen eigene Probleme." Dabei sprächen "die ständigen Forderungen nach Truppenverstärkung, die steigenden Kosten des militärischen Engagements, das Anwachsen eigener Verluste und die wachsende Zahl ziviler Opfer eine eigene Sprache", mit der "die Ungeeignetheit und Ausweglosigkeit militärischer Gewalt als Lösung der inneren und äußeren Probleme Afghanistans" zum Ausdruck käme. (Zitatende / Monitor / 31.5.07)
Nachtrag 2:
Das Geld und der Krieg in Afghanistan
Rekord bei den weltweiten Militärausgaben
Die Kriegsführung der USA im Irak und in Afghanistan hat die weltweiten Rüstungsausgaben im Jahr 2006 auf ein Rekordniveau getrieben. Sie erreichten nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri mehr als 1,2 Billionen Dollar. Auch der Waffenhandel zieht wieder an. Hinter den USA und Russland war Deutschland 2006 der drittgrößte Exporteur von Militärmaterial.
1204 Milliarden Dollar betrug die Summe der Militäretats, das sind 184 Dollar (136 Euro) pro Kopf der Weltbevölkerung und elf Dollar mehr als im Jahr davor. Um die von der UNO festgelegten Milleniumziele zu erreichen, zu denen unter anderem die Eliminierung von extremer Armut und Hunger, universale Grundschulausbildung und die Reduzierung der Kindersterblichkeit zählen, wären 135 Milliarden Dollar nötig, rund 20 Dollar pro Weltbürger — eine Investition, die "nicht nur die Lebensbedingungen verbessern, sondern indirekt auch die internationale Sicherheit stärken würde" , meint Sipri.
Im letzten Jahrzehnt stiegen die Rüstungsausgaben um 37 Prozent, "hauptsächlich durch die kostspieligen Militäroperationen der USA in Irak und Afghanistan" , stellt Sipri fest. Mit einem Anteil von 46 Prozent steht das Pentagon für nahezu die Hälfte der weltweit ausgegebenen Rüstungsgelder. Quelle: Badische Zeitung 12.6.2007
Nachtrag 3
Der Mohn blüht wie nie zuvor
Die Drogenclans in Afghanistan haben ihre Anbaugebiete (im Jahr 2007) laut Vereinten Nationen so stark ausgeweitet wie nie zuvor. Die Schlafmohngebiete erstreckten sich nun auf einer Fläche von 104 000 Hektar. Diese Menge entspricht etwa der Weinanbaufläche Deutschlands, wie aus dem am Dienstag in Genf veröffentlichen UN- Jahres-Drogenbericht hervorgeht.
Quelle: Badische Zeitung vom Mittwoch, 27. Juni 2007
Nachtrag 4
Kriegstote im Afghanistankrieg
Quelle: Wikipedia
Opferzahlen: Krieg in Afghanistan (Stand vom 10. August 2008)
Bisher kamen insgesamt über 900 Koalitionssoldaten ums Leben, darunter 25 Soldaten der Bundeswehr [9] Außerdem starben eine unbekannte Zahl afghanischer Soldaten und Aufständischer.
Offizielle Angaben zu zivilen Opfer liegen nicht vor, Schätzungen sind sehr unterschiedlich:
Laut Marc W. Herold's [10] kamen über 3.600 Zivilisten bei US-Bombardierungen ums Leben.
Jonathan Steele nannte im „The Guardian“ ein Zahl zwischen 20.000 bis 49.600 Menschen, welche als Konsequenz durch die Invasion starben.
Eine Studie der Los Angeles Times nannte eine Zahl von ca. 1.000 zivilen Opfern
Verluste der Bundeswehr
Am 6. März 2002 sterben in der Nähe von Kabul zwei Soldaten des Heeres, als sie eine Flugabwehrrakete vom Typ SA-3 Goa entschärfen wollten. Die Oberfeldwebel Thomas Kochert und Mike Rubel gehörten der Kampfmittelbeseitigungskompanie 11 mit Standort Munster in Niedersachsen an. Außer ihnen kommen auch drei dänische Soldaten ums Leben.
Am 21. Dezember 2002 kommen 7 Soldaten beim Absturz eines Militärhubschraubers vom Typ CH-53GS (German Special) nahe Kabul ums Leben: Hauptmann Friedrich Deininger, Stabsunteroffizier Frank Ehrlich, Hauptfeldwebel Heinz-Ullrich Hewußt, Hauptfeldwebel Bernhard Kaiser, Hauptfeldwebel Thomas Schiebel, Hauptgefreiter Enrico Schmidt und Oberleutnant Uwe Vierling. Sie gehörten den Heeresfliegerregimentern 15 und 25 an.
Am 29. Mai 2003 kommt der Stabsgefreite Stefan Kamins 12 Kilometer südlich von Kabul ums Leben, als sein Fahrzeug vom Typ Wolf auf eine Landmine fährt.
Am 7. Juni 2003 werden 4 ISAF-Soldaten durch eine Autobombe während einer Busfahrt zum Flughafen Kabul International Airport in Kabul getötet. Es handelt sich dabei um Stabsunteroffizier Jörg Baasch, Oberfähnrich Andreas Beljo, Feldwebel Helmi Jimenez-Paradis und Oberfeldwebel Carsten Kühlmorgen.
Am 26. Juni 2005 werden Hauptfeldwebel Andreas Heine und Oberfeldwebel Christian Schlotterhose in der Provinz Takhar in Rustaq getötet. Sie gehörten dem PRT Kunduz Provincial Reconstruction Team an und kamen beim Beladen von Lastwagen mit abgegebener Munition und Waffen um. Anfangs ging die Bundeswehr von einem Unfall aufgrund von Überlagerung der Muniton aus. Später stellte sich heraus, dass es ein Anschlag war.
Am 7. August 2005 kommt Hauptgefreiter Boris Nowitzki südöstlich von Kabul bei einem Verkehrsunfall ums Leben.
Am 14. November 2005 wird Oberstleutnant d.R. Armin Franz in Kabul durch einen Selbstmordattentäter in einem Auto getötet. Zwei ihn begleitende Kameraden werden schwer verletzt.
Am 19. Mai 2007 werden bei einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt in der nordafghanischen Stadt Kundus Hauptmann d.R. Matthias Standfuß und die Oberfeldwebel d.R. Michael Diebel und Michael Neumann getötet, zwei Soldaten werden schwer und drei weitere leicht verletzt. Die Opfer waren Beamte der Wehrverwaltung und hatten für die Dauer ihres Auslandseinsatzes den Status von Reservisten erhalten.
Bislang sind damit 21 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan durch Anschläge und Unfälle ums Leben gekommen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind vier weitere Soldaten in Afghanistan gestorben.
amnesty international Urgent Action Afghanistan
Quelle: amnesty international
UA-Nr: UA-155/2005
AI-Index: AMR 51/094/2005
Datum: 07.06.2005
DROHENDE FOLTER UND MISSHANDLUNG / DROHENDES "VERSCHWINDENLASSEN"
USA / Afghanistan: Gefangene in US-Gewahrsam in Afghanistan
amnesty international befürchtet,
dass Gefangene, die sich in Afghanistan auf US-Militärstützpunkten, die als „Forward Operating Bases“ bezeichnet werden, oder in geheimen Einrichtungen des US-Geheimdienstes CIA ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft befinden, in Gefahr sind, gefoltert oder anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung ausgesetzt zu werden. Über die genaue Anzahl der Gefangenen in diesen Einrichtungen liegen keine Informationen vor. Es ist allerdings bekannt, dass hunderte von Gefangenen auf den US-Militärstützpunkten Bagram und Kandahar unter Umgehung rechtlicher Vorschriften festgehalten werden.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz
(IKRK), die einzige Organisation, die bislang Zugang zu den von den US-Streitkräften inhaftierten Gefangenen in Afghanistan gehabt hat, erhält keine Zugangserlaubnis für die „Forward Operating Bases“, auf denen seit 2002 mindestens drei Inhaftierte gestorben sein sollen. Das US-Militär unterhält über 20 solcher Stützpunkte in Afghanistan. Angesichts in jüngster Zeit geäußerter Vorwürfe besteht Anlass zu Befürchtungen, dass in diesen Einrichtungen nach wie vor Folter und andere grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlungsmethoden angewendet werden. Gefangene sind dort wochen- oder monatelang festgehalten worden, bevor man sie freiließ oder nach Bagram oder Kandahar überstellte. amnesty international befürchtet zudem nach wie vor, dass die CIA in Afghanistan Gefangene in geheimer Haft halten könnte. In derartigen Fällen könnte man von „Verschwindenlassen“ sprechen, wenn das Schicksal der Gefangenen und ihr Verbleib sowie die Frage, ob sie tatsächlich in Haft sind, ungeklärt bleibt.
Die US-Regierung hat erklärt,
dass die Haftbedingungen für Gefangene auf den Luftwaffenstützpunkten Bagram und Kandahar, den beiden größten Hafteinrichtungen des US-Militärs in Afghanistan, bereits verbessert würden. Diese Erklärung erfolgte, nachdem über zwei Jahre lang immer wieder Vorwürfe über Misshandlungen und Folterungen auf den US-Militärstützpunkten erhoben worden waren. Im Dezember 2002 waren zwei afghanische Gefangene in der Haft in Bagram gestorben – offenbar an den Folgen mehrtägiger Misshandlungen. Keiner der Männer hatte zuvor Kontakt zum IKRK. In den ersten Tagen nach der Festnahme, wenn die Gefahr der Misshandlung oder Folterung besonders groß ist, erhält das IKRK keine Besuchserlaubnis für Bagram und Kandahar. Zwischen den IKRK-Besuchen werden die Gefangenen ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten.
In Bagram befinden sich etwa 450 Gefangenen,
in Kandahar sind es rund 70. Sie werden unter Umgehung aller gesetzlicher Vorschriften in Haft gehalten. Einige von ihnen sind seit über einem Jahr ohne Anklageerhebung oder Gerichtsverfahren in Gewahrsam. Sie haben weder Zugang zu ihren Familienangehörigen noch zu Rechtsanwälten. Unabhängigen Beobachtern, einschließlich Vertretern der Vereinten Nationen oder von amnesty international, wird der Zugang zu den Gefangenen verwehrt. Unbefristete Haft nahezu bzw. gänzlich ohne Kontakt zur Außenwelt kann grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung gleichkommen und birgt die Gefahr von Folter und Misshandlung während der Verhöre. Das IKRK ist „zunehmend besorgt darüber, dass die US-Behörden die Fragen des rechtlichen Status der Gefangenen und der anzuwendenden rechtlichen Vorschriften noch nicht geklärt haben“.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Berichten zufolge werden Gefangene, die sich in Afghanistan in US-Gewahrsam befinden, verschiedenen Formen von Misshandlungen ausgesetzt, darunter Schlafentzug, Zwangsentkleidung, rassistische und auf die religiöse Überzeugung bezogene Beleidigungen und Verhöhnungen, lange Einzelhaft, langes Stehen, Knien oder Kriechen, das Aufhängen mit Handschellen an der Decke, Androhung von Folter, Vergewaltigung und Tod, Dunkelhaft, Einsatz von Hunden, um Angst zu erzeugen, erzwungenes Scheren des Barts sowie der Kopf- und Körperbehaarung, Wasser- und Nahrungsentzug, Elektroschocks und Verbrennungen mit Zigaretten.
US-Präsident George W. Bush
sagte am 31. Mai 2005 auf einer Pressekonferenz, er habe den Eindruck, dass die Kritik von amnesty international an den Inhaftierungen im Rahmen des „Krieges gegen den Terrorismus“ auf den „Aussagen – und den Vorwürfen – von Personen basierten, die in Haft sind und die Amerika hassen“. Tatsächlich stammen die Vorwürfe jedoch nicht nur von Gefangenen, von denen viele durchaus glaubwürdig und widerspruchsfrei sind, sondern auch aus anderen Quellen, darunter auch der US-Regierung. Problematisch ist allerdings, dass die US-Behörden die oben beschriebenen Methoden für die Behandlung von Gefangenen nicht als Missbrauch oder Rechtswidrigkeit betrachten.
In einem am 2. Juni 2005 ausgestrahlten BBC-Interview
erklärte ein afghanischer Gefangener, der im März 2005 nach fünf Monaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Kandahar aus US-Gewahrsam freigekommen war, dass er zunächst einen Monat auf dem US-Stützpunkt (Forward Operating Base) in Gardez festgehalten worden sei. Haji Mirza M'd gab an, man habe ihn in Gardez gezwungen sich auszuziehen, ihn am Schlafen gehindert und ihm nicht genug zu essen gegeben. Außerdem sei er immer wieder auf brutale Weise mit Handschellen gefesselt worden. Jannat Gul, ein weiterer afghanischer Gefangener, gab an, 16 Monate auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram festgehalten worden zu sein, bevor man ihn freiließ. Seinen Angaben zufolge war er zunächst jedoch in Gardez festgehalten worden, wo er über längere Zeiträume knien musste und Schlägen, Beschimpfungen, Schlafentzug und Morddrohungen ausgesetzt war. Jamal Naseer, ein 18-jähriger afghanischer Staatsbürger, soll im März 2003 auf dem US-Militärstützpunkt Gardez gestorben sein, nachdem man ihn Berichten zufolge misshandelt und gefoltert hatte.
In dem BBC-Beitrag
gab ein afghanischer Dolmetscher an, auf dem US-Stützpunkt Khost Zeuge der Misshandlung eines pakistanischen Gefangenen in US-Militärgewahrsam gewesen zu sein. Seinen Angaben zufolge hatten die Verhörbeamten elf Stunden lang mit hoher Lautstärke „amerikanische“ Musik in der Zelle des Gefangenen laufen lassen. Der Journalist, der das Interview mit dem Dolmetscher führte, erklärte gegenüber amnesty international, dass der Dolmetscher immer noch merklich verstört war, weil er beobachtet hatte, wie männliche Gefangene von Verhörbeamtinnen sexuell verhöhnt wurden oder man ihnen sagte, ihre Ehefrauen würden zur Prostitution gezwungen, während sie in Haft seien. Der Dolmetscher gab außerdem an, gesehen zu haben, dass man einem jungen Gefangenen nicht genügend Wasser zu trinken gab. Der Gefangene soll in Handschellen gestorben sein, nachdem man ihm drei oder vier Tage nicht ausreichend Wasser gegeben hatte. Der afghanische Staatsbürger Abdul Wali soll im Juni 2003 auf dem Stützpunkt Asadabad an den Folgen von Schlägen gestorben sein. Ein von der CIA beauftragter Verhörbeamter ist wegen Körperverletzung unter Anklage gestellt worden.
amnesty international ist nicht bekannt
welche Hafteinrichtungen die CIA gegenwärtig in Afghanistan nutzt. Eine dieser Einrichtungen, die sie Berichten zufolge zuvor genutzt hatte, eine unter dem Namen „Salt Pit“ bekannte ehemalige Ziegelei nördlich von Kabul, ist inzwischen geschlossen worden. Dort soll im November 2002 ein nicht namentlich bekannter afghanischer Gefangener in US-Gewahrsam gestorben sein. Khaled El Masri war Berichten zufolge Anfang 2004 in der Ziegelei „Salt Pit“ inhaftiert. Mitte 2004 gab er gegenüber amnesty international an, von anderen Gefangenen erfahren zu haben, dass sich in einer anderen nahegelegenen Hafteinrichtung rund 200 Gefangene befänden, die meisten im Gewahrsam der afghanischen Behörden, allerdings zehn von ihnen im Gewahrsam der US-Behörden, die bei anstehenden Besuchen des IKRK verlegt worden seien.
Afghanistan Krieg: Material für Hausarbeit, Aufsatz, Vortrag, Referat, Schularbeit