thetext
druckenSeite zurück     druckenDiesen Artikel drucken (Druckansicht)

Ionosphäreninstitut in Rheinhausen: Der BND und die Spionage

Seit über drei Jahrzehnten beschäftigt mich die militärische Abhöranlage

mit der Tarnbezeichnung "Ionosphäreninstitut Rheinhausen", direkt vor meiner Haustür im Landkreis Emmendingen. Ein Geheimdienst lebt von Desinformation, eine Demokratie von Information.
Aus diesen Gründen trage ich hier einige öffentlich zugänglichen Informationen zusammen.

Axel Mayer / Kreisrat



Ionoshäreninstitut Rheinhausen: "Fotografieren verboten"

hier geht´s aber zu einem Luftbild im Netz...


Wikipedia, berichtet über den Bundesnachrichtendienst und das Ionosphäreninstitut in Rheinhausen (Kurzer Auszug)

Der Bundesnachrichtendienst (BND)
mit Sitz in Pullach bei München sowie in Berlin ist neben dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst einer der drei deutschen Nachrichtendienste des Bundes und zuständig für die Auslandsaufklärung. Er wird, wie alle deutschen Dienste, vom Parlamentarischen Kontrollgremium überprüft.
Der BND ist eine dem Bundeskanzleramt angegliederte Dienststelle und beschäftigt rund 6000 Mitarbeiter (Stand 2005). Innerhalb des Bundeskanzleramtes ist die Abteilung 6 für den BND zuständig, deren Leiter gleichzeitig Geheimdienstkoordinator ist. Der Jahresetat beträgt mehr als 430 Millionen Euro.
.
Getarnte Dienststellen (Deutschland)
Abteilung 2:
(Auszug)

Rheinhausen / Niederhausen (Breisgau) „Tamburin“: Ionosphäreninstitut ist der Tarnname für eine Abhöranlage, die der BND in der Nähe vom Europapark Rust am Waldrand inmitten von Feldern betreibt. Hier betreibt der BND Satellitenaufklärung, vergleichbar zu Schöningen.
Quelle: Wikipedia



Auszug:
Empfänglich für Geheimes - Die (west)deutschen Nachrichtendienste im Äther
von Erich Schmidt-Eenboom

„Ende September 1976 legte BND-General Großler die erste umfassende Studie zur Raumfahrt- und Satellitenaufklärung vor.
Zu dieser Zeit besaß der Bundesnachrichtendienst bereits einige Bodenstationen, die die Abstrahlungen von
Satelliten aufnahmen. In Braunschweig konzentrierte sich eine Außenstelle der „Bundesstelle für
Fernmeldestatistik“ auf die INMARSAT-Satellitenkommunikation und in einem Steinbruch bei Schöningen
lag eine „Versuchsstation der Bundesstelle für Fernmeldestatistik“. Das bedeutendste Objekt war jedoch
als „Ionosphären-Institut“ in Rheinhausen getarnt und soll mit insgesamt etwa 90 Mio. DM aus dem Etat
des Bundespostministeriums aufgebaut worden sein. 1971 hatte diese „Dienststelle 525“ einen neuen B-6-
Spiegel bekommen, doch der verantwortliche BND-Mitarbeiter Dr. GÖING bezweifelte im Sommer 1971
die Effektivität des Spiegels, sah “unvertretbare Kosten im Hinblick auf nur geringen ND-Nutzen und bei
der Vorbereitung der Raumforschung (eigener Nachrichtensatellit)“. Die Aufrüstung des Standorts zog sich
hin und so bot die NSA im Oktober an, die Geräteausstattung zu ergänzen, bis der BND zum endgültigen
Ausbau in der Lage war. „Weiterhin wurde entschieden ein Angebot der NSA zur Zusammenarbeit trotz
damit verbundener gewisser Einschränkungen der Eigenständigkeit anzunehmen, um dadurch Zugriff zu den
Aufklärungsergebnissen der weltweiten Erfassungs- und Radarsysteme dieses Partners zu bekommen“,
hielt Dieter Blötz in einem Geheimvermerk fest. Zugleich ließ er jedoch alle Möglichkeiten prüfen, sich von
der NSA durch die „Realisierung eines aktiven Systems im nationalen Bereich“ und durch eine
„Beteiligung an Aufklärungssatelliten anderer Organisationen“, d.h. ziviler Einrichtungen wie SPACELAB
oder ERTS, zu emanzipieren.“

Quelle: Empfänglich für Geheimes - Die (west)deutschen Nachrichtendienste im Äther
von Erich Schmidt-Eenboom.


Der Journalist Erich Schmidt-Eenboom ist einer der besten Kenner der Geheimdienste. Es spricht für die Qualität unserer Demokratie, dass die journalistische Arbeit von Herrn Schmidt-Eenboom möglich ist.




Eine Anfrage der GRÜNEN Bundestagsabgeordneten Luise Teubner zum "Ionosphäreninstitut" in Rheinhausen
brachte die folgende Nichtantwort:

"Das Ionosphäreninstitut in Rheinhausen / Südbaden ist eine Einrichtung des Bundes und dient Zwecken der Landesverteidigung. Auskünfte über Einzelheiten der Organisation und der Tätigkeit dieser Stelle können nur der Parlamentarische Kontrollkommission nach dem Gesetz über die parlamentarische Kontrolle nachrichtendienstlicher Tätigkeit und dem Vertrauensgremium gemäß §10a abs.2 der Bundeshaushaltsordnung gegeben werden."




Rasterfahndung in TK-Netz
Quelle:Connect
Ganz anders sieht das bei den Geheimdiensten aus. Die scheren sich erst mal wenig um die Gesetzes­lage. So gilt es als sicher, dass bei den meisten westlichen Diensten internationale Gespräche automatisch nach Schlüsselwörtern durchsucht werden. Schlägt die Software an, startet eine Aufzeichnung. In welchem Ausmaß und mit welchen Trefferquoten das Screening möglich ist, ist allerdings eines der größten Geheimnisse der Dienste. So stellt sich einerseits die Frage, inwiefern Dialekte von den Systemen erkannt werden, andererseits ist immer noch offen, wie weit die Dienste mit der automatisierten semanti­schen Einordnung der ab­gefange­nen Kommunikation sind, also ob die Systeme den Sinn der Gespräche oder Mails erfassen und zuordnen können. Als sicher kann jedenfalls gelten, dass beispielsweise die Abteilung 2 des Bundesnachrichtendienstes getarnt als „Bundesstelle für Fernmeldestatistik“ in Schöningen und als „Ionosphäreninstitut“ in der Nähe von Freiburg Satellitenspionage betreibt und dort inter­nationale Telekommunikationsverkehre abgreift.




Rheinhausen: Es horcht ein großes Ohr im Wald von Taubergießen
Quelle: Stadtanzeiger für die Ortenau/2.11.2006
Rust kann nicht nur auf seinen Europapark stolz sein. Gleich dahinter, im sogenannten Taubergießen, gibt es etwas, von dem viele reden, doch gesehen haben es nur wenige. Laut Schmidt-Eenbohm, dem BND-Überwacher, verbirgt sich da eine riesige Radarkuppel, geeignet, eigene und fremde Satelliten abzuhören, und so leistungsstark, dass wohl auch Funknachrichten und Handys erfasst werden können.

Ein nur über das Kürzel “ku” geouteter Journalist des “Stattanzeigers für die Ortenau” machte sich per Auto auf, um das in Augenschein zu nehmen, was kein Profaner je gesehen hat.

Straße gab es keine: Über Wanderpfade näherte sich das Auto dem Einlasstor eines streng umzäunten und bewachten Geländes. Die Pförtner ließen -nach hektischem Herumtelefonieren- aber keinen rein, vor allem keinen Journalisten.

Der BND gab auf Befragen an, es handle sich bei dem “Jonosphäreninstitut um ein hochschulfreies Forschungsinstitut mit ressortübergreifender Aufgebenstellung”. Auskunftsfreudiger kann man nicht sein! Der Leiter des Instituts sagte das gleiche noch mal, mit der aufsehenerregenden Zusatzinformation, dass Bundeswehr und BND Auftraggeber für ihre Leistungen sei.Der Bürgermeister von Rheinhausen “weiß, dass er nichts weiß”, und dass ihn das ganze Anwesen von Amtswegen nichts anzugehen hat.

Einem älteren Bericht in indymedia ist folgendes zu entnehmen:”...die Übertragungsmöglichkeiten der Raumwelle sind abhängig vom jeweiligen Zustand der verschiedenen Schichten der Ionosphäre. Um die jeweils passende Sendefrequenz wählen zu können, ist Vorbedingung eine genaue Kenntnis ihres jeweiligen Zustandes..... Nach dem II Weltkrieg nahm Frankreich wissenschaftliches Personal des Ionosphärendienstes der ehemaligen deutschen Wehrmacht in seine Dienste und errichtete mit diesem eine Station zur Beobachtung der Ionosphäre in Breisach....

In den 50´er Jahren kam die Organisation Gehlen (OG), Vorläufer des BND, mit den Franzosen in Breisach ins Geschäft. Sie erhielt von diesen laufend die so genannten "SPIM-Nachrichten" (service de prévision ionosphèrique militaire), die wichtig für die Bearbeitung der geheimen Funkverbindungen war.1956 gab die franösische Armee das Institut auf.

Einige Jahre später wurde das Institut durch den Bundesnachrichtendienst wieder aktiviert. Mit der beginnenden Nutzung des Weltraums durch die damalige Sowietunion und den USA eröffnete sich ein neues Aufgabenfeld für den BND: Das Ausspähen von Satelliten!”Wie die Dinge stehen, wurde das Institut gleich 56 von deutschen Diensten übernommen, die es erst später eingestanden. Auf die Feier des fünfzigsten wurde entsagungsvoll verzichtet. Immer traditionsverpflichtet, niemals ruhmversessen. Der Wissende hört ab und schweigt.


Richtig wichtig! Ihnen gefällt diese Seite? Legen Sie doch einen Link:
<a href="http://www.mitwelt.com/jonosphaereninstitut-rheinhausen-spionage.html">Ionosphäreninstitut in Rheinhausen: Der BND und die Spionage</a>

Weitersagen
Delicious Twitter Facebook StudiVZ

Dieser Artikel wurde 4992 mal gelesen und am 9.8.2010 zuletzt geändert.