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Antibiotikaresistenz & Ursachen 2018: Gier, Globalisierung, falsche Anwendung, Massentierhaltung und Produktion in Asien / Indien


Antibiotikaresistenz & Ursachen 2018: Gier, Globalisierung, falsche Anwendung, Massentierhaltung und Produktion in Asien / Indien



Antibiotikaresistenz: Massives Problem für Alle
Zunehmend ist unsere Medizin aufgrund der sogenannten Antibiotikaresistenz gegen Bakterien machtlos. Es häufen sich die Fälle, bei denen sich die krankhaften Bakterienstämme nicht mehr durch die bisherigen Antibiotika bekämpfen lassen. Besonders alarmierend sind diejenigen Bakterien, die nicht gegen ein bestimmtes Antibiotikum, sondern gleich gegen mehrere Präparate resistent sind. Im schlimmsten Fall kann eine durch multiresistente Erreger verursachte Infektion bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem zum Tod führen. Weltweit sterben nach Angaben der WHO ca. 700.000 Menschen jährlich an den Folgen von Antibiotikaresistenz; in Deutschland ca. 6.000.

Antibiotikaresistenz - Ursachen: Falsche Anwendung, Gier, Massentierhaltung und Produktion in Asien / Indien


  • Falsche Anwendung:
    Ein Problem sind die überflüssigen Verordnungen sowie Einnahme von Antibiotika. Dies führt auch bei uns dazu, dass sich Resistenzprobleme vergrößern. Die Resistenz entsteht daher hauptsächlich aufgrund einer falschen Anwendung.

  • Massentierhaltung
    Jährlich verkaufen Pharma­firmen 742 Tonnen Antibiotika an TierärztInnen (Stand September 2017, BVL). Unklar ist, wie diese Antibiotika-Mengen konkret verbraucht werden. Es ist eine sehr umfangreiche Statistik, die vom Hamster bis zum Mastschwein reichen kann. Für nicht-Lebensmittel liefernde Tiere wie Reitpferde oder Hunde und Katzen werden ca. ein Prozent davon eingesetzt (BVL 2012). Zwar geht der Verbrauch kontinuierlich zurück, allerdings werden mehr Reserveantibiotika im Vergleich zu 2011 an TierärztInnen abgegeben. Diese Notfallmedikamente sollten eigentlich für Menschen reserviert sein. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des BUND hat ergeben, dass 85 Prozent den Einsatz von Reserve-Antibiotika in der Nutztierhaltung verbieten wollen. Die resistenten Bakterien können die VerbraucherInnen dann über unterschiedliche Wege erreichen. Sie können, u.a. durch unsaubere Verarbeitung in den Schlacht- und Zerlege­betrieben, bis zum Endprodukt erhalten bleiben. Sie werden also mitgekauft und eventuell mitverzehrt, falls z.B. das erworbene Stück Fleisch nicht hygienisch verarbeitet und ausreichend erhitzt wurde. Quelle: BUND

  • Globalisierung und Antibiotika-Produktion in Asien / Indien
    Im Rahmen Globalisierung und der "Geiz ist geil"-Mentalität wurde die Produktion von Antibiotika in "Billigproduktionsländer", insbesondere nach Indien und China verlagert.
    Rund um Fabriken in Indien, wo fast alle großen Pharmakonzerne (auch Ratiopharm, Hexal und Stada) produzieren lassen, sind große Mengen an Antibiotika in der Umwelt. So entstehen gefährliche, resistente Erreger, die sich global ausbreiten. Das zeigen Recherchen von NDR, WDR und der "Süddeutschen Zeitung".
    So bekommen wir durch eine nicht menschengerechte Globalisierung "billige Antibiotika" aus Asien, die hier teuer verkauft werden. Mit diesem Import importieren wir aber auch multiresistente Erreger und Tod.

Notwendige Ursachenforschung zur Antibiotikaresistenz und ihre Probleme
Bei Themen wie Klimawandel, Holzschutzmittelgifte, Contergan und Asbest waren die Ursachen teilweise jahrzehntelang bekannt und eine industriegelenkte Ursachenforschung, verbunden mit Verharmlosungs-Kampagnen, hat Maßnahmen zur Schadensbegrenzung jahrelang verzögert und verhindert. Dies hat bei Holzschutzmittelgiften, Contergan und Asbest zu Krankheit und Tod vieler Menschen geführt.

Die Ursachen für die zunehmende, bedrohliche Antibiotikaresistenz sind bekannt. Es sind falsche Anwendung, Gier, Massentierhaltung und Produktion in Billigländern mit niedrigen Umweltstandarts.
Hier muss der Druck der Umweltbewegung verstärkt werden, gerade auch auf Firmen wie Ratiopharm, Hexal und Stada.


Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

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  • 3) Im Zweifel ist die-Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.


Axel Mayer

(Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung)






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Dieser Artikel wurde 206 mal gelesen und am 1.3.2018 zuletzt geändert.