Antibiotikaresistenz: Bald 1 Million Tote durch das Corona-Virus - zukünftig 10 Millionen Tote durch Antibiotikaresistenzen - Was lernen wir aus der Pandemie?


Veröffentlicht am 27.07.2020 in der Kategorie Landwirtschaft von Axel Mayer

Corona-Virus und Antibiotikaresistenz: Was lernen wir aus der Pandemie?



In der gegenwärtigen COVID-19 Pandemie hat die Bundesregierung bisher erstaunlich Vieles richtig gemacht. Ein Blick nach Bergamo, in die USA oder nach Brasilien zeigt die Folgen von falschem staatlichen Handeln


Doch eine Kritik ist berechtigt.
Deutschland und die Welt waren auf das erwartbare Kommen einer großen Pandemie zu wenig vorbereitet. Die Folgen der "spanischen Grippe" vor hundert Jahren wurden gut verdrängt. Das damalige Influenzavirus tötete in nur wenigen Monaten Schätzungen zufolge zwischen 27 bis 50 Millionen Menschen. Warnhinweise auf kommende Pandemien waren auch das SARS- und das MERS-Virus, die 2003 und 2012 auftraten. Sie zählen zur Familie der genetisch hochvariablen Coronaviren. Die notwendigen Lehren aus diesen Warnungen wurden nicht gezogen. Schutzausrüstungen wie z. B. Masken waren nicht gelagert, in vielen Ländern fehlten Krankenhausbetten und es gab kein weltweit scharf kontrolliertes Verbot des Handels mit exotischen Wildtieren. Die menschlichen und wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Pandemie werden wohl dafür sorgen, dass sich manche Fehler nicht wiederholen werden. Doch was ist mit den gut verdrängten anderen zukünftigen Gefahren für Menschen und Gesundheitssysteme?

Antibiotikaresistenz zukünftig die weltweite Todesursache Nummer eins?
Die einstige "Wunderwaffe" gegen Infektionen (nicht gegen Viren) wird nach und nach wirkungslos: Antibiotika können längst nicht mehr alle Bakterien bekämpfen. Die Folgen sind dramatisch, wie Studien belegen. Rund 700.000 Menschen sterben nach Schätzungen jedes Jahr weltweit an Infektionen, gegen die keine Antibiotika mehr helfen. Die Zahl könnte auf zehn Millionen Menschen im Jahr steigen, wenn Forscher das wachsende Problem der Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika nicht in den Griff bekämen, heißt es in einer Studie des Mahidol Oxford Research Centre (MORU) in Bangkok und des Infectious Diseases Data Observatory (IDDO) in Oxford. Antibiotikaresistenz wäre zukünftig die weltweite Todesursache Nummer eins. Besonders alarmierend sind diejenigen Bakterien, die nicht gegen ein bestimmtes Antibiotikum, sondern gleich gegen mehrere Präparate resistent sind. Im schlimmsten Fall kann eine durch multiresistente Erreger verursachte Infektion bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem zum Tod führen. Doch die lobbygeleitete Politik hört wieder einmal nicht auf die Warnungen.

Frühe Warnungen
1928 entdeckte Alexander Fleming den Grundstock für das Antibiotikum Penicillin, ein unglaublicher Erfolg der Wissenschaft. Schon früh warnte der Arzt vor inflationärem Gebrauch und Resistenzen. Dass er nicht gehört wurde, hat heute tödliche Folgen. Die Ignoranz ist unsäglich und mörderisch.

Schon 1945, in seiner Nobelpreisrede, warnte Fleming vor inflationärem Gebrauch von Penicillin:
„Es besteht die Gefahr, dass die Mikroben lernen, resistent gegen Penicillin zu werden. Und wenn die Mikrobe einmal resistent ist, bleibt sie auch für lange Zeit resistent. Verlässt sie dann den Körper, könnte sie andere Menschen infizieren, ohne dass Penicillin helfen kann. Der erste Patient ist dann durch seinen gedankenlosen Umgang mit Penicillin möglicherweise verantwortlich für den Tod seines besten Freundes.“



Die Hauptursachen der zunehmenden Antibiotikaresistenzen sind eindeutig: Massentierhaltung, falsche Anwendung, Produktion in Niedriglohnländern und Gier der Konzerne.



Ablenkungsmanöver und Greenwash durch industrienahe Tarnorganisationen wie Greenfacts
Eine NGO mit dem irreführenden Namen Green Facts wurde mit finanzieller Unterstützung des Chemie-Konzerns Solvay aus der Taufe gehoben. Heute wird Green Facts, neben Solvay, u.a. von Total, Ferrari, CEFIC und der „European Crop Protection 2Association“ (Verband der europäischen Gentechnikkonzerne wie Monsanto und Perstizidherstellern wie Bayer und BASF) unterstützt. Green Facts versichert, dass sie nur “komplizierte wissenschaftliche und konsensorientierte Reports über Gesundheit und Umwelt an „Nicht-Experten“ verbreiten will – sprich an Eurokraten und Medienvertreter.
Auf die Frage:"Trägt der Einsatz von Antibiotika bei Tieren, die der Produktion von Nahrungsmitteln dienen, zu diesem Problem bei?" antwortet die geschickt ablenkende Internetseite von "Greenfacts": "Die Hauptursache für die Antibiotikaresistenz beim Menschen bleibt der Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin; der Einsatz von Antibiotika bei der Nahrungsmittelproduktion trägt nur sehr wenig zu diesem Problem bei." -Suche die Schuld bei Dir selber und nicht bei den Konzernen-, ist ein PR-Trick der aktuell in vielen Bereichen von der Konzernlobby verwendet wird.

Lehren aus der Corona-Krise

Wenn bei "schleichenden Katastrophen", wie früher bei Asbest und heute bei Antibiotika die Politik versagt, muss der Druck der Umweltbewegung und der sozialen Bewegungen verstärkt werden, die bisher dieses Thema nicht mit der notwendigen Konsequenz angegangen sind.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein


Corona-Virus und Antibiotikaresistenz: Was lernen wir aus der Pandemie?

* Coronavirus-Zahlen: Infizierte und Todesfälle aktuell in Deutschland, USA, Italien und weltweit

Landwirtschaft 2020: Bauernsterben, Grüne, Kreuze, Mais, Vermaisung, Gift, Grundwasser, Gentechnik, Grüne Kreuze & Maiswurzelbohrer auf Mitwelt.org

Aktuell


Corona-Virus, Massentierhaltung und Antibiotikaresistenz: Was lernen wir aus der Pandemie?

Sehenswert:


Nicht ein "Mangel an Gift, Nitrat & zu viele Vorschriften bei der Massentierhaltung" sind die Gründe für die massiven Probleme der Landwirtschaft, sondern der von Bauernverbänden, Agrarkonzernen, von FDP, CDU, CSU & AfD gewollte Zwang zur großen globalen Agrarfabrik, der unerfüllbare Traum vom ewigen Wachstum.
Der unglaublich beeindruckende Film "Das System Milch" zeigt die Probleme eines enthemmten, neoliberalen Wachstumssystems für Landwirte und Umwelt. Das ARD-Video ist noch verfügbar bis zum 22.08.2020.





Landwirtschaft, Landschaft, biologische Vielfalt: Globalisierungsverlierer




Mitwelt-Warnungen im Corona-Jahr 2020 & Hinweise zu diesen Seiten...


  • 1) Diese Internetseiten der Mitwelt Stiftung Oberrhein sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleine Minderheit, die noch in der Lage ist längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern & Verschwörungstheoretikern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.
  • Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)




Sie wollen diese Mitwelt-Seiten unterstützen?
Sie können gerne spenden oder aber unsere Beiträge über Ihre (un-) Sozialen Netzwerke weiter leiten. Da wir von GOOGLE gerade "ein wenig" aussortiert werden, wären Links von Ihrer Homepage auf unsere Seiten eine große kostenlose Unterstützung. Hier geht´s zu unseren Newslettern.