2023 Privatjet & Klimaterror: Umwelt, CO₂, Klimaschutz (Elon Musk)


Veröffentlicht am 21.01.2023

Privatjet & Klimaterror: Umwelt, CO₂, Klimaschutz


Während wir CO₂-, Energiespar- & Waschlappenbenutzungsdebatten führen, fliegen die reichen Eliten im Privatflugzeug. Auf ein Jahr hochgerechnet, können einzelne Nutzer von Privatflugzeugen zu Emissionen von bis zu 7.500 Tonnen beitragen, wie die Tourismus-Forscher Stefan Gössling und Andreas Humpe in einer Studie ermittelt haben.
Das reichste 1 Prozent (63 Millionen Menschen) hat zwischen 1990 und 2015 mehr als doppelt so viel klimaschädliches CO₂ ausgestoßen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen. 125 Milliardäre & Milliardärinnen sind im Durchschnitt wegen ihrer Investitionen für so viele Emissionen verantwortlich wie eine Million Menschen aus den ärmeren 90 Prozent der Weltbevölkerung. Der neue Oxfam-Bericht zeigt: Wir müssen den exzessiven CO₂-Ausstoß der Wohlhabenden einschränken und die Wirtschaft zum Wohle aller klimagerecht umbauen.


Kurz vor Weihnachten 2022 hatte der Privatflieger Friedrich Merz in einem DPA-Interview richtig tolle Umwelt-Tipps gegeben. Am 24.12.2022 ploppte in vielen Medien die frohe, nachhaltige DPA-Weihnachtsbotschaft von Friedrich Merz auf:
„Auch der Unionsfraktionschef will in der Energiekrise sparen. Weihnachten feiert Merz nach eigener Aussage mit einem Baum mit echten Kerzen. Alleine dadurch erhöht sich natürlich die Raumtemperatur.“
"Wo kannst du noch Energie sparen", sagt der CDU-Vorsitzende in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ich habe sowohl in meiner Berliner Wohnung als auch in unserem Haus in Arnsberg die Raumtemperatur reduziert und heize Räume nur, die ich auch nutze.“
Ist das nicht schön? Friedrich Merz spart Energie. Der Parteichef mit dem eigenen Privatflugzeug heizt sein Haus mit Kerzen. Ach da vergessen wir doch, dass Privatflüge pro Passagier 5- bis 14-mal umweltschädlicher als normale Verkehrsflugzeuge und 50-mal umweltschädlicher als Züge sind.


Wie ist die CO₂-Bilanz von Privatjets?
Kurz: eher schlecht. Der verhältnismäßig hohe Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 durch Passagiere in Privatjets ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die kleinen Flugzeuge deutlich weniger Menschen transportieren können als zum Beispiel ein Jumbojet – selbst bei voller Auslastung. Hinzu kommt, dass sich die CO2-Bilanz von Flugzeugen in der Regel verbessert, je weiter sie fliegen beziehungsweise je seltener sie starten und landen. Denn bei Starts und Landungen sind die Emissionen besonders hoch.
Ein Vergleich: Wie der britische Dienstleister für Datenaufbereitung „Real World Visuals“ ermittelt hat, entlässt ein Flug mit einem üblichen Jumbojet (ähnlich Boeing 747) von London nach New York circa 200 Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre. Verteilt auf 349 Passagiere (bei angenommener Auslastung von 84 Prozent) ergibt das 572 Kilogramm CO2 pro Person.
Allerdings: Nicht alle Gäste dieses fiktiven Fluges verbrauchen gleich viel. Passagiere der Business Class und der First Class beanspruchen schließlich mehr Platz als die der günstigsten Economy Class.
Die genaue Berechnung ergibt:
Economy Class = 313 Kilogramm CO2 pro Person
Business Class = 947 Kilogramm CO2 pro Person
First Class = 2.835 Kilogramm CO2 pro Person
Fliegt eine Person dieselbe Strecke mit dem Privatjet, emittiert sie 25.056 Kilogramm CO2.
Quelle: Deutschlandfunk

Elon Musk war im Jahr 2022 der Vielflieger-König – ein Flug hat nur sechs Minuten gedauert.
Demnach sollen die 134 Flüge mit dem Privatjet insgesamt fast 2.000 Tonnen CO₂ produziert haben, die Kosten inklusive des Treibstoffs sollen sich auf über sage und schreibe 1,1 Millionen Dollar (etwa eine Million Euro) belaufen.
Quelle: merkur.de


Privatjet, Geschäftsflugzeug und Wikipedia-Manipulation
Eines muss man den Millionären und ihren PR-Abteilungen lassen. Sie verstehen sich auf Wikipedia-Manipulation. DerWikipedia-Eintrag zu "Geschäftsflugzeugen" (sie stehen dort stellvertretend für den Begriff Privatjet) ist an peinlich-unkritischer Einseitigkeit schwer zu überbieten. Er erinnert stark an den peinlichen Wikipedia-Eintrag zum Themenbereich "Weltraumtourismus".


Privatjet, Umwelt, CO₂, Klimaschutz & Klimaterror






Mitwelt Stiftung Oberrhein: Warnungen und Hinweise zu diesen Seiten ...


  • 1) Die Internetseiten der Mitwelt Stiftung Oberrhein sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleiner werdende Minderheit, die noch in der Lage ist, längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern, Ideologen, vom Krieg bestärkten Ewiggestrigen und Verschwörungstheoretikern. Haben Sie Mut, Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel, gerade in Kriegszeiten, ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung
(das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)



Sie wollen uns und unsere Arbeit unterstützen?


  • Sie können gerne spenden und unsere Beiträge über Ihre (un-)Sozialen Netzwerke weiter leiten.
  • Da wir von GOOGLE gerade "ein wenig" aussortiert werden, wären Links von Ihrer Homepage auf unsere Seiten eine große kostenlose Unterstützung.
  • Hier geht's zu unseren Newslettern.