Gewinne & Übergewinne der Öl & Gaskonzerne, der Fossilisten & Klimatäter.
Veröffentlicht am 03.10.2026 von Axel Mayer
Gewinne & Übergewinne der Öl & Gaskonzerne, der Fossilisten & Klimatäter.
Aktueller Einschub vom 3.10.2026 Rund 56.000 Menschen – etwa 0,001 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung – besitzen dreimal so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen. Quelle: World Inequality Report 2026, Daten für 2025. Die sechs größten Ölkonzerne werden ihre Gewinne vom ersten auf das zweite Quartal 2026 verdoppeln[/b] Während Hitzewellen in Europa, Nordamerika und Südasien Zehntausenden Menschen das Leben kosten, erwarten die größten Öl- und Gasunternehmen vom ersten auf das zweite Quartal 2026 eine Verdopplung ihrer Gewinne. Berechnungen zeigen zudem, dass ihre historischen Emissionen die Häufigkeit und Schwere von Hitzewellen in diesem Jahrhundert erheblich angefacht haben. Eine gerechte Besteuerung der Gewinne fossiler Energie-Konzerne könnte bis zu 400 Milliarden US-Dollar bringen, womit dringend notwendige Anpassungen an die Klimakrise finanziert werden könnten.
Die sechs größten fossilen Energie-Konzerne – BP, Chevron, Eni, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies – werden ihren Nettogewinn im zweiten im Vergleich zum ersten Quartal 2026 voraussichtlich fast verdoppeln: von 23 Milliarden US-Dollar auf 45 Milliarden US-Dollar. Aller Vorrausicht nach wird Chevron seine Gewinne im Zeitraum April bis Juni auf 1.200 US-Dollar pro Sekunde vervierfacht haben. Die Gewinne von ExxonMobil verdreifachten sich in dieser Zeit voraussichtlich auf 1.800 US-Dollar pro Sekunde. Die prognostizierten Gesamtgewinne der sechs Öl- und Gasunternehmen im Jahr 2026 summieren sich auf 147 Milliarden US-Dollar, was mehr als den Gewinnen der vorangegangenen 21 Monate entspricht (von April 2024 bis Dezember 2025). Quelle: Oxfam
Beginnen wir mit einer schwierigen Aufgabe. Stellen Sie sich eine Milliarde Dollar vor. Eine Milliarde sind tausend Millionen. Denken Sie an eine Milliarde Kügelchen mit einem Durchmesser von einem Millimeter. Aneinandergereiht würden die Kügelchen eine Kette von einer Milliarde Millimeter oder 1000 Kilometer ergeben, etwas länger als die Entfernung von München nach Rom. Und jetzt wird's noch schwieriger. Stellen Sie sich eine Summe von 3 Milliarden Dollar vor, also 3 mal tausend Millionen. Wie groß wäre die Empörung in Deutschland, wenn sich die Menschen etwas unter 3 Milliarden Dollar vorstellen könnten ...
"Einer auf Weltbank-Daten basierenden wissenschaftlichen Studie von 2022 zufolge haben allein die Öl- und Gaskonzerne und die Petrostaaten von 1970 bis 2020 inflationsbereinigt etwa eine Billion US-Dollar pro Jahr Gewinn gemacht. Knapp drei Milliarden Dollar pro Tag. Jeden Tag, fünfzig Jahre lang. Gewinn, nicht Umsatz. Am meisten verdienten die Konzerne in den letzten 20 Jahren. 2022 stellten sie einen neuen Rekord auf." schreibt der Spiegel Stellen Sie sich vor, wie viel Klima- und Demokratie zerstörende Macht hinter einem Profit von täglich 3 Milliarden Dollar steht. Wenn wir nach den tatsächlichen Ursachen der globalen Zerstörungsprozesse (Klimakatastrophe, Umweltzerstörung, Artenausrottung, Krieg, Aufrüstung, soziale Ungleichheit ...) suchen, dann stoßen wir am Ende der Suche immer wieder auf die Gier und die Wachstumsreligion.
2022 allerdings war für die welt- und klimazerstörende Öl- und Gasindustrie ein Superprofitjahr
"Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass 2022 knapp 2000 Milliarden US-Dollar an Übergewinnen aus der Öl- und Gasförderung anfallen." (Diese Summe kam auf die "Normalgewinne" nochmal obendrauf) Ich hatte den Satz auf der Seite des Schweizer Infosperbers gelesen und konnte mir nicht vorstellen, dass der Satz und die angegebene Summe stimmen könnten und begann zu recherchieren. Bei den Qualitätsmedien fand ich im Netz erschreckenderweise keine Informationen zu den unvorstellbaren 2000 Milliarden. Warum sind diese Übergewinne beinahe kein Thema in den seriösen Medien?
Zweitausend Milliarden Gewinn und zusätzlich zweitausend Milliarden Übergewinn! Bei der Originalquelle, der International Energy Agency (IEA), wurde ich fündig: “Global oil and gas sector income is set to jump to $4 trillion in 2022, more than twice its five-year average, with the bulk of it going to major oil and gas exporting states.” Und zwei der vier Trillionen US-Dollar sind Übergewinne, schreibt die IEA. 4 Trillionen (Englisch) entsprechen 4 Billionen (Deutsch).Eine Billion steht im deutschsprachigen Sprachgebrauch für die Zahl 1000 Milliarden.
Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass 2022 knapp 4000 Milliarden US-Dollar an Gewinnen und davon 2000 Milliarden US-Dollar Übergewinne aus der weltweiten Öl- und Gasförderung anfallen. Dazu kommen noch die globalen Profite der Kohle- und Atom-Konzerne. UNO-Generalsekretär António Guterres warf den Energiefirmen eine «groteske Gier» vor und sagte, es sei «unmoralisch, dass die Öl- und Gaskonzerne auf dem Rücken der ärmsten Menschen und Gemeinschaften Rekordgewinne aus der Energiekrise ziehen, und das zu massiven Kosten für das Klima».
Übergewinne, Benzinpreis & Krieg gegen Iran Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran lässt die Benzinpreise, Dieselpreise und die Preise für Heizöl explodieren. Der Tankstellenverband warnt im März 2026 vor drastisch steigenden Spritpreisen in Deutschland, die in Richtung 2,50 Euro pro Liter oder sogar darüber hinausgehen könnten. Gleichzeitig explodieren die Gewinne der Öl- und Gaskonzerne. Berechnungen des Forschungs- und Beratungsbüros Energycomment im Auftrag von Greenpeace kommen für die ersten beiden Märzwochen 2026 auf rund 21 Millionen Euro pro Tag, die die Mineralölkonzerne durch eine Ausweitung der Margen zusätzlich verdient haben sollen - vor allem bei Dieselkraftstoff.
Trump & USA: Kriegsgewinnler "Die Vereinigten Staaten sind mit Abstand der größte Ölproduzent der Welt. Wenn also die Ölpreise steigen, verdienen wir viel Geld" schrieb US-Präsident Trump auf seiner Plattform "Truth Social".
Öl-, Gas-, Kohle- und Atomkonzerne: Demokratie & Freiheit täglich verteidigen
Nochmal: Stellen Sie sich 3 Milliarden Dollar Gewinne & Übergewinne täglich vor. Stellen Sie sich vor, welche politische und publizistische Macht mit solchen Summen in Verbindung steht. Die Kohle-, Öl- und Gasmultis sind verantwortlich für die Klimakatastrophe und die Gierflation. Sie mögen keine Solaranlagen und Windräder in privater Hand und auch Wärmepumpen schmälern ihre Gewinne. Sie mögen keine Steuern für Konzerne und Milliardäre und erst recht keine Übergewinnsteuern. Eines von vielen Beispielen für ihren verheerenden Einfluss auf die Politik und die öffentliche Meinung ist der durch Erdöl reich gewordene amerikanische Multimilliardär Charles Koch. Er und sein verstorbener Bruder steckten viele Millionen Dollar in mehr als 30 konservative, rechts-libertäre Denkfabriken und Stiftungen und in die Organisationen der Energiewendegegner und Klimawandelleugner. Eine Vielzahl von Lobbygruppen, PR-Agenturen und Vorfeldorganisationen der fossilen Konzerne nehmen direkt und indirekt massiven Einfluss auf die Politik und die öffentlichen Debatten, auch in Deutschland. Sie tragen gerade den amerikanischen Kulturkampf nach Europa. Sie lieben den nützlichen Kampfbegriff "Technologieoffenheit" und die "Wir erlauben Konzernen & Milliardären immer alles-Parteien" und lassen ökologische und gemeinwohlorientierte Parteien als "Verbotsparteien" bekämpfen. Es ist einer ihrer größten PR-Erfolge, dass sich der gut organisierte öffentliche Zorn nicht gegen die Profiteure der Übergewinne richtet, sondern gegen Umweltaktive, Klimaschützer und GRÜNE.
Bei allem öffentlichen Streit um Demokratie, Inflation, Klimawandel, "Verbotsparteien", Technologieoffenheit, um Armut und Reichtum, Übergewinnsteuern, um Wärmepumpen, Windräder und Solaranlagen sollten die 3 Milliarden US-Dollar an täglichen Gewinnen der Öl- und Gasindustrie stets mitbedacht werden. Warum folgen viele unserer Medien bei diesen Themen nicht mehr der Spur des Geldes?
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein Der Autor ist 50 Jahren in der Umweltbewegung aktiv und war 30 Jahre lang BUND-Geschäftsführer in Freiburg
Die US-Kriegsgewinnler Chevron, BP, Shell, TotalEnergies und ExxonMobil machten einen gemeinsamen Jahresgewinn von knapp 200 Milliarden US-Dollar. (Eine Milliarde sind unglaubliche-unvorstellbare 1000 Millionen!) Die Konzerne und ihre Lobbyisten in den weltweiten atomar-fossilen Seilschaften haben jahrzehntelang den Klimawandel geleugnet und jeden ökologischen Fortschritt radikal bekämpft oder bekämpfen lassen. Sie sind verantwortlich für die Klimakatastrophe und für millionenfachen Tod und Leid und werden nicht bestraft, sondern mit Übergewinnen satt belohnt. Es ist eine Schwäche der Umweltbewegung, dass wir diese Täterdebatte und die Debatte um Übergewinne nicht offensiv führen. Die Konzerne und ihre Lobbyisten wollen ihr mörderisches, ungeheuer lukratives Geschäftsmodell nicht aufgeben. Sie wollen das Energieerzeugungsmonopol und die damit verbundenen Profite unbedingt erhalten. Das erklärt den weltweiten und bundesweiten Krieg gegen Wind- und Sonnenenergie in privater Hand und den Kampf gegen Wärmepumpen und gegen die Umweltbewegung. [/b] Nicht die Klimaschützenden sind Klimaterroristen, sondern die Springerpresse, Klimawandelleugner, Öl-, Gas- und Kohlekonzerne, die Weltraumtouristen und Privatflieger.
Öl & Gaskonzerne: 4000 Milliarden Dollar Gewinne & Übergewinne
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Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.
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