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Klima und Klimaschutz / AKW KKW und die Klimatricks der Konzerne

Klima und Klimaschutz / AKW KKW und die Klimatricks der Konzerne

"Atomkraftwerke schützen das Klima".


Eine gut gesteuerte Illusion

Damit wirbt der Atomkonzern EnBW für seinen scheinbar fast CO2 freien Atom-Kraftwerkspark. Diese Werbebotschaft der AKW Betreiber soll Akzeptanz für alte und neue AKW schaffen. Im Zeitalter der organisierten Desinformation erleben wir hier ein spannendes Exempel. Big Oil und Big Coal, d.h. die Lobby der Öl- und Kohlekonzerne, finanzieren auch im Jahr 2005 immer noch die weltweiten Werbekampagnen, die eine Klimaveränderung leugnen. Gemeinsam mit der weltgrößten PR Agentur Burson Marsteller werden Medien und Politik massiv beinflusst. "Klimawandel und Erderwärmung sind kein Problem" zumindest nicht für die "Global Climate Coalition", eine Lobbyorganisation der amerikanischen Öl- und Kohleindustrie.

Parallel dazu laufen weltweit die Kampagen


der Atomindustrie an, die genau das Gegenteil verkünden und mit dem Klimaschutzargument für Atomkraftwerke werben.

Es ist faszinierend und gleichzeit bedrohlich zu sehen wie der atomar -fossile Komplex mit unglaublich viel Geld und mit sich widersprechenden PR Kampagnen sehr erfolgreich Desinformationskampagnen betreibt, denn die Bedrohung durch Klimaveränderung und durch Atomkraftwerke ist real und neue KKW leisten keinen nachhaltigen Beitrag zumKlimaschutz.

Gerade die Energieversorgungsunternehmen, denen die Umweltbewegung vor Jahren mit Demonstrationen und Aktionen die Rauchgasentschwefelungs- und Entstickungsanlagen aufprügeln mußten, versuchen heute, die Atomenergie als Rettungsmaßnahme gegen die Klimakatastrohe darzustellen.

Doch eine Vielzahl von Experten widerlegt die falschen Thesen der Atomwirtschaft.


Der BUND-Landesverband schreibt:
"Die Nutzung der Atomenergie ist nicht nur lebensbedrohend, sondern auch die teuerste Art von Klimaschutz. Der Bau neuer AKW kommt uns wesentlich teurer als das Energiesparen oder die Errichtung moderner Gaskraftwerke. Umweltforscher haben berechnet, dass sich durch Investitionen im Bereich Energieeinsparung mehr als die doppelte Menge an Kohlendioxid vermeiden lassen, als bei vergleichbaren Investitionen in den Bau neuer AKW.

Atomenergie soll angeblich der Schlüssel zum Klimaschutz sein, da sie kein Kohlendioxid (CO2) emittiert. Dies ist nur auf den ersten Blick richtig. Auch Atomenergie ist nicht CO2-frei zu haben! Denn der Betrieb von Uranerzminen und Urananreicherungsanlagen, der Transport von Atommüll und nicht zuletzt der Bau und Abriss von Atomkraftwerken (AKW) verursachen CO2-Emissionen.

Das Freiburger Öko-Institut


hat eine interessante Bilanz erstellt: Die CO2-Emissionen eines AKW betragen etwa 25-50 Gramm/Kilowattstunde.

Stromsparmaßnahmen und Regenerative Energien "emittieren" nur 0-20 Gramm/Kilowattstunde. Die Atomkraft zieht also eindeutig den Kürzeren! Mit falschen Argumenten nutzen AKW-Befürworter die berechtigte Sorge der Bevölkerung vor dem Klimawandel, um mehr Akzeptanz für die atomare Technologie zu schaffen. Nur der Dreiklang aus erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung kann den Klimawandel stoppen".

Die ökologische Ärzteinitiative IPPNW
hat berechnet, dass bis zum Jahr 2050 1000 neue AKW gebaut werden müssten (bisher gibt es weltweit 442), um 10% der fossilen Energie zu ersetzen. Die endlichen Uranreserven wären dann in Kürze erschöpft.

Der Beitrag der Atomenergie zur weltweiten Energieversorgung liegt bei lediglich 2% während der Beitrag der erneuerbaren Energien schon 18% beträgt. Mit einer „2%-Technik“ ist das das Klimaproblem nicht zu lösen.


Die Bundesregierung veröffentlichte 2005 im Internet die folgenden Informationen:
"Nach einer aktuellen Aufstellung der Internationalen Atomenergie Agentur IAEA sind mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Start der kommerziellen Atomstromproduktion weltweit 442 Atomkraftwerksblöcke in Betrieb. Um den globalen CO2-Ausstoß erheblich zu verringern, müssten jedoch in Industrie- wie Entwicklungsländern mehrere tausend Reaktoren neu gebaut werden. Ein solches Ausbauprogramm ist nicht nur ökonomisch, finanziell und wegen der mangelnden Akzeptanz der Risikotechnologie ausgeschlossen, sondern auch, weil die Produktions- und Personalkapazitäten der Reaktorbauer in den vergangenen Jahren immer weiter abgebaut wurden. Die Internationale Energie Agentur IEA (eine Organisation der OECD) erwartet im Gegenteil, dass sich der Kernenergieanteil an der globalen Energieproduktion von heute acht auf fünf Prozent im Jahr 2030 verringert. Kernkraft als Mittel gegen den Klimakollaps ist eine von interessierter Seite genährte Illusion.

Selbst wenn ab sofort weltweit alle verfügbaren Mittel in den Ausbau der Atomenergie gelenkt würden, wäre der Effekt auf den globalen Treibhausgas-Ausstoß marginal.Gleichzeitig würden neue Probleme von gewaltiger Dimension geschaffen. So würden die begrenzten weltweiten Uran-Vorräte schon nach wenigen Jahrzehnten versiegen, mit allen damit verbundenen Sicherheitsrisiken, neue technische Katastrophenherde in großer Zahl über den Globus verteilt, in Entwicklungsländern und Krisenregionen neue Ziele für kriegerische Übergriffe geschaffen, alle Bemühungen zur Eindämmung der Weiterverbreitung von Atomwaffen konterkariert, Terroristen ein ungeheures Erpressungspotenzial auch in schlecht geschützten Regionen der Erde vorfinden, die bis heute ungelösten Probleme der Atommüll-Entsorgung sich vervielfachen, gewaltige Finanzmittel zur Armutsbekämpfung in den Krisenregionen der Welt beim Ausbau der atomaren Infrastruktur gebunden.

Vor diesem Hintergrund wird auch das Argument, man müsse alle Technologien nutzen, um die globale Erwärmung einzudämmen, fragwürdig. Viel erfolgversprechender und kostengünstiger ist es, Energie in allen erdenklichen Formen effizienter umzuwandeln und zu nutzen, wie die Bundesregierung es im Rahmen ihrer Energiewende eingeleitet hat." (Zitatende)


Nach Ansicht von BUND Geschäftsführer Axel Mayer


sind Atomanlagen und Klimaveränderung gleichermassen bedrohlich. Nur eine wirklich nachhaltige Entwicklung kann die Energieprobleme der Welt lösen. Das Wachstum im Bereich der Alternativen Energien gehört zu den wenigen hoffnungsvollen Zeichen der Zeit. Von 1995 bis 2005 haben sich die Preise für atomar-fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für erneuerbare Energien halbiert haben. Windstrom ist global die am schnellsten expandierende Energienutzung. "Seit 2004 ersetzt der Zubau erneuerbarer Energien in Deutschland jedes Jahr ein Atomkraftwerk" , sagt Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energien. Im Jahr 2007 nahm die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland sogar um fast 14 Milliarden Kilowattstunden zu, was der Erzeugung von anderthalb Atomkraftwerken entspricht. Bei etwa 140 Milliarden Kilowattstunden, die im vergangenen Jahr in Deutschland mittels Atomkraft erzeugt wurden, ließe sich bei unvermindert zügigem Ausbau der erneuerbaren Energien der Atomausstieg also binnen zehn Jahren kompensieren. Und genau dieses positive Wachstum der zukunftsfähigen Energien wird von den Anhängern der atomar-fossilen Energiegewinnung massiv bekämpft. Gegen die weltweite Klimaveränderung kann angegangen werden. Wir brauchen effizientere Kraftwerke, dezentrale Stromerzeugung, die Transportverluste reduziert, sparsamere Haushalts- und Kommunikationstechnik, Kraft-Wärme-Kopplung, sparsamere Fahrzeuge, effizientere Elektromotoren, Niedrigenergiehäuser, zukunftsorientierte Techniken wie die stationäre und mobile Brennstoffzelle, den verstärkten Einsatz von Erdgas als Brücke zum solaren Wasserstoffzeitalter und angepasste Energietechnologien.

Den zerstörerischen Traum von dauerhaftem, unbegrenzten Wachstum

im begrenzten System Erde können allerdings auch die Alternativenergien nicht erfüllen. Wer das amerikanische Wachstumsmodell mit Energie- und Rohstoffverschwendung auf den Rest der Welt übertragen will, der fährt diesen Planeten mit Atomkraftwerken und Klimaveränderung gegen die Wand. Darum ist es nötig gegen Atomkraftwerke und gegen die Klimaveränderung anzugehen und eine tatsächlichnachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung einzuleiten.

Axel Mayer


Hier umfassende Infos:
hier: Infos AKW und Atomgefahren
hier: KKW und Klimaschutz
hier: Uran, Öl, Gas und weltweite Energievorräte







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Axel Mayer

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)


Artenausrottung in Deutschland 2019: Neue Studien


Während bundesweit Landwirte mit Grünen Kreuzen & Demos für Agrargifte & Glyphosat demonstrierten, gab es 2019 neue, erschreckende Studien zum Artensterben in Deutschland:

  • Vogelsterben


    "Die Fachgruppe „Vögel der Agrarlandschaft“ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft hat ermittelt, dass die Zahl der abnehmenden und stark abnehmenden Arten von 55 Prozent auf 68 Prozent gestiegen ist. Die Bestandsrückgänge von Rebhuhn (89 Prozent seit 1992), Kiebitz (88 Prozent seit 1992), Feldlerche (45 Prozent seit 1992) und vieler weiterer Arten halten nicht nur an, sie haben sich sogar noch beschleunigt. Als wesentliche Ursache für die Bestandsrückgänge sehen die Fachleute die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Pestizideinsatz, starke Düngung, den Verlust von Landschaftselementen wie Ackerbrachen und die Einengung der Fruchtfolgen.
    Quelle: Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.

  • Insektensterben / Insektenausrottung


    Der Rückgang der Insekten und Spinnen in Deutschland reicht weiter, als bislang angenommen. Seit 2009 ist etwa ein Drittel aller Arten aus Wiesen und Wäldern verschwunden. Die Auswertung ergab insgesamt: Sowohl die Zahl der Insektenarten nahm massiv ab wie auch die Biomasse – allein auf den Wiesen um mehr als zwei Drittel. Der Insektenschwund war überall dort besonders stark, wo die Wiesen von Ackerland umgeben waren. Damit weist das Forscherteam um den Ökologen Sebastian Seibold darauf hin, dass die Hauptursache in der Landwirtschaft zu finden ist.
    Quelle: Studie der TU München

  • Lügen und Realitätsverdrängung


    Der Bauernbund bezeichnet das Insektensterben als „Agrarlüge“
    Landwirte sollen ein Mitschuld am Insektensterben haben? Davon will der Bauernbund nichts wissen. Geschäftsführer Reinhard Jung spricht von der „größten Agrarlüge seit BSE“... Landwirte tragen aus Sicht des Brandenburger Bauernbunds gar keine Mitschuld am Insektensterben. „Die Behauptung des Nabu, in den letzten 25 Jahren sei die Masse der Insekten um mehr als 70 Prozent zurückgegangen, können wir nicht nachvollziehen“, sagte Bauernbund-Vorstand Thomas Kiesel. „Fest steht allerdings, dass sich auf landwirtschaftlicher Seite die Lebensbedingungen für Insekten in den letzten 25 Jahren nicht verschlechtert haben.“
    Quelle: Märkische Allgemeine vom 25.3.2019


Mehr Infos: Insektensterben, Ursachen & Studien



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Dieser Artikel wurde 1149 mal gelesen und am 17.3.2019 zuletzt geändert.