2022 / American Way of Life: Eine Kritik am globalisierten American Dream


Veröffentlicht am 07.07.2022 in der Kategorie Wachstumskritik von Axel Mayer

Der American Way of Life zerstört Amerika und die Welt / Eine Kritik am globalen American Dream



Aktuelle Einschübe:
4.7.2022 Sieben Menschen starben am Nationalfeiertag durch Schüsse auf der Straßenparade bei Chicago. Der mutmaßliche Täter hat nun gestanden, auf die Menschen geschossen zu haben. Er habe auch über einen weiteren Angriff nachgedacht.


24.5.2022: Ein Angreifer schießt in einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas um sich. Laut Angaben des Gouverneurs tötet er 19 Kinder und zwei Mitglieder des Lehrpersonals.


Im vergangenen Jahr 2021 zählte die US-Bundespolizei FBI 61 Amokläufe mit Schusswaffen in den Vereinigten Staaten. Das waren mehr als 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor...


Donald Trump fordert nach dem Massaker in Texas mehr Waffen an Schulen


Aktueller Einschub: Supreme Court gegen Klimaschutz


Erneuter Spät-Sieg von Trump gegen das Klima der Welt
Die Umweltschutzbehörde hat kein Recht, Kohle- und Gaskraftwerksbetreiber zu Emissionssenkungen zu verpflichten. Das hat das Oberste Gericht der USA entschieden – und bremst so die Klimaschutzpläne des Präsidenten. Ein weiterer rechtslibertär-konservativer Beitrag zur Zerstörung der Welt.

Der American Way of Life zerstört Amerika und die Welt / Eine Kritik am globalen American Dream


Der Unternehmer Christoph Kolumbus erreichte am 12. Oktober 1492 Amerika, wo vor der Ankunft der Europäer ungefähr 60 Millionen Menschen lebten. Er brachte die damaligen "Westlichen Werte", Religion & Gier. Innerhalb eines Jahrhunderts waren ca. 90 Prozent der damaligen amerikanischen Bevölkerung ausgerottet. Bei der Reise von Kolumbus ging es nicht um Entdeckungen, sondern um Gewinne.

Der heutige "American Way of Life" hat seine Wurzeln auch in der Ausrottung der amerikanischen Ureinwohner, in Vernichtungsfeldzügen die zu "Indianerkriegen" umgedeutet wurden, in Rassismus, Kolonialismus, Ausbeutung und in der Sklaverei.

Amerika war und ist tatsächlich aber auch das Land der Hoffnung für Unterdrückte, Arme und Verfolgte


Massenweise strömten und strömen Menschen aus der ganzen Welt mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Amerika. Allerdings ging die Kolonisierung Amerikas auch mit einer Massenversklavung von Afrikanern einher, die gemeinsam mit Chinesen als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden konnten.

In der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 sind die Menschenrechte in einem einzigen, aber inhaltsschweren Satz zusammengefasst, der so berühmt ist, dass es genügt, die ersten Worte zu zitieren:

"Folgende Wahrheiten erachten wir als selbstverständlich: dass alle Menschen gleich geschaffen sind - dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind - dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Glück (life, liberty and the pursuit of happiness) gehören"

Dieser Satz galt zwar nicht für Sklaven, Indigene, Inder und Chinesen, war aber dennoch die politisch schönste Ausformulierung des amerikanischen Traums.


Auch heute träumt die Welt den Traum vom Überkonsum und vom globalisierten "American Way of Life", doch dieser, auf Schulden aufgebaute Traum, ist ein unerfüllbarer Albtraum.
Der amerikanische Traum ist der weltweit unerfüllbare Traum vom unbegrenzten Wachstum im begrenzten System Erde und der Traum jederzeit vom Tellerwäscher zum verschwenderischen Millionär werden zu können. Er schafft die faszinierende Illusion, dass wir alle "verhinderte Millionäre" sind. Doch tatsächlich sind gerade in den USA und überall wo dieser Traum geträumt wird, einige Menschen extrem reich und viele Menschen extrem arm. Großer Reichtum beruht häufig auf Ausbeutung. Aber der Traum vom universellen, persönlichen Reichtum, der eines Tages kommen wird, sichert Gehorsam und Unterwerfung. Der neoliberale Traum der Gier hat die Welt infiziert und ist eine Hauptursache von Artenausrottung, Klimawandel, Atommüllproduktion, Kriegsgefahr, Weltvermüllung, Umweltzerstörung und weltweit wachsender soziale Ungleichheit.

Der American Dream in Las Vegas und die Wasserknappheit
Las Vegas ist der Inbegriff des American Dream: Luxus, Verschwendung, Entertainment, Kulinarik, Shoppen, Nachtleben, Golf, Spas, Heiraten, Shows, Events und Restaurants. Die schillernde Wüsten-Stadt der Illusionen und des Glücksspiels hält den Rekord im Wasserverbrauch. Doch der Westen der USA trocknet aus. Das größte Wasser-Reservoir ist auf Rekordtiefstand. Davon sind Millionen von Menschen abhängig. Las Vegas und viele andere Städte in Kalifornien wurden gegen die Natur gebaut. Jetzt wird das Leben in diesen Städten immer schwieriger.

Der tägliche Rohstoff- und Primär-Energiebedarf der Menschen in den USA ist zwar ungleich verteilt und dennoch im Weltvergleich unglaublich hoch.
Doch die globalen Metastasen des American Dream wuchern schneller als der ursprüngliche Krebs. Das erhöht die globale Kriegsgefahr. Für das Jahr 2020 gibt BP einen mittleren Primär-Energieverbrauch der Welt pro Kopf der Bevölkerung von 71,4 GJ an, was einem Wert von 54 kWh pro Person und Tag entspricht. Die Weltbevölkerung betrug 7,8 Milliarden Menschen. Wenn die Bevölkerung bis 2050 erwartungsgemäß auf etwa 10 Milliarden ansteigt, und alle Länder zum USA-Verbrauch aufrücken würden, wäre fast die fünffache Energieerzeugung erforderlich.


Die amerikanische Realität, abseits des American Dream:




Kriegsursachen? Der Niedergang der Weltmacht USA und der Aufstieg der Einparteiendiktatur China
Hinter dem aktuellen, vermeidbar gewesenen, dummen, mörderischen und verbrecherischen Ukraine Krieg steht noch eine ganz andere Kriegsgefahr. China und USA sind auf Konfrontationskurs und in diesem Konflikt geht es nur scheinbar um Uiguren und Tibeter. Die politische Forderung "Make America Great Again" zeigt den Wunsch nach vergangener Größe. Der American Dream vom stets wachsenden Wohlstand für alle Amerikaner ist ausgeträumt und ökonomisch, sozial und politisch (Trump!) ist seit Jahrzehnten ein Niedergang erkennbar. Der amerikanische Konsumismus einer kleiner werdenden Oberschicht ist auf massiven Schulden aufgebaut. Das chronische Defizit in der US-Handelsbilanz ist im Jahr 2020 so hoch ausgefallen wie noch nie. Die Importe übertrafen die Exporte um mehr als 859 Milliarden Dollar. Das Defizit mit China stieg 2020 um 45 Milliarden auf gut 355 Milliarden Dollar. In puncto "Nettovermögen" hat China laut dem "McKinsey Global Institut" in Zürich die Führung von den USA übernommen. Die zwei größten Wirtschaftsmächte ringen um die Vorherrschaft und der Niedergang des amerikanischen Imperiums erhöht die globale Weltkriegsgefahr. Wenn eine aufstrebende Macht eine im Niedergang befindliche alte Supermacht herausforderte, hat dies in der Geschichte immer wieder zu Kriegen um Macht und Einfluss geführt, doch in der Vergangenheit standen den Kontrahenten nicht so viele Atomwaffen zur Verfügung. So gesehen ist der Ukraine-Krieg auch ein mörderischer Stellvertreterkrieg.


Insektensterben, Vogelsterben, globale Artenausrottung, Klimawandel, Atommüllproduktion, Weltvermüllung, Umweltzerstörung und wachsende soziale Ungleichheit
sind Symptome einer Krankheit, die Wachstumszwang heißt. Etwa 5- bis 10 Million Menschen lebten vor 10 000 Jahren auf der Erde. Heute sind es 7,8 Milliarden Menschen, die alle so verschwenderisch leben wollen wie die Menschen in den USA und wir in Deutschland. Es ist nur logisch, dass dieses explosionsartige Wachstum für andere Lebewesen verheerende Folgen hat. Kaum jemand bestreitet noch, dass derzeit auf der Welt ein gigantisches Massensterben läuft, ähnlich dem vor 66 Millionen Jahren, als die Dinosaurier von der Erdoberfläche verschwanden. Der American Way of Life ist ein System der globalisierten, neoliberalen Gier, das scheinbar nur funktioniert, wenn es unbegrenzt wächst und dabei erstaunlicherweise die Menschen immer unzufriedener macht.
Das gute Leben in Freiheit (life, liberty and the pursuit of happiness) für weltweit alle Menschen ist möglich, auch in den USA, allerdings nur mit einem massiv verringerten Input von Energie, Rohstoffen, mit weniger Verschwendung und mehr sozialer Gerechtigkeit. Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier" sagte schon der weitsichtige Mahatma Gandhi.
Axel Mayer
Nachtrag:
Das superreiche eine Prozent der amerikanischen Bevölkerung, das in so vielen Bereichen die Definitionsmacht hat, definiert eine „ablehnende Haltung gegenüber Gesellschaftssystem, Politik und Lebensstil der USA“ als antiamerikanisch. Doch dieser Beitrag ist nicht für dieses reiche eine Prozent geschrieben, sondern für die Mehrheit der Normalverdienenden, der Wenigverdienenden und der Armen. Sie stellen auch in den USA die Bevölkerungsmehrheit. Darum ist dieser Beitrag proamerikanisch.




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"Westliche Werte" im Westen durchzusetzen! Freiheit für Julian Assange, Chelsea Manning und Edward Snowden

Dieser Text entsteht gerade und ist noch eine unfertige Textbaustelle




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  • 3) Im Zweifel, gerade in Kriegszeiten, ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer,Mitwelt am Oberrhein

Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)


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Vor und Nachteile: Der American Way of Life zerstört Amerika und die Welt / Eine Kritik am globalen American Dream