Digitalzwang: Kein Deutschlandticket am Automaten oder Schalter! / Erfolg! Bürgerbegehren zum Digitalzwang in Ettenheim


Veröffentlicht am 24.05.2026 von Axel Mayer

Digitalzwang: Kein Deutschlandticket am Automaten oder Schalter! / Bürgerbegehren zum Digitalzwang in Ettenheim


Das Deutschlandticket ist eine tolle Sache. Es hat allerdings für viele Menschen einen "kleinen Haken".
Lässt sich das Deutschlandticket in Papierform am DB-Fahrkartenautomaten oder am Schalter kaufen?

Nein!



Das alte 9 Euro-Billigticket konnten die Kunden und Kundinnen noch problemlos monatlich, auch in Papierform kaufen. Seit Anfang 2024 gibt es das Deutschlandticket nicht mehr in Papierform. Im Gegensatz zu anderen Fahrkarten ist das Deutschlandticket auch nicht an Automaten der Deutschen Bahn erhältlich. Die Digitalzwang-FDP hat erreicht, dass das Deutschlandticket nur als ein digitales Abonnement (auch mit Scheckkarte) angeboten wird. Die FDP ist politisch abgetreten, aber der Digitalzwang ist immer noch da.

Digital ist generell ok! Aber nur, wenn wir die Wahl haben und nicht dazu gezwungen werden. Und genau für diesen Zwang steht das von der FDP gezielt durchgesetzte Vertriebsmodell. Doch aus dem "Digital first, Bedenken second" der FDP wurde ein "Digital first, Menschen second". Ältere Menschen oder teilweise eingeschränkte Menschen, sowie alle, die sich aus anderen Gründen aus digitalen Prozessen heraushalten, werden aktuell ausgeschlossen und diskriminiert. Gut 3 % der Menschen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren waren im Jahr 2025 in Deutschland sogenannte Offliner – sie hatten noch nie das Internet genutzt. Das entsprach knapp 2,1 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Mit einer unglaublichen Rücksichtslosigkeit agieren Bahn und Politik an diesen Menschen vorbei. Nicht nur diese Menschen werden (nicht nur bei der Bahn) immer mehr zu ihrem "digitalen Glück" gezwungen.

Sehr geehrter Herr Verkehrsminister Patrick Schnieder: Wie wär's einfach mal mit einer menschenfreundlichen Technologieoffenheit? Oder lassen Sie beim Ticketkauf einfach mal den Markt und die Menschen entscheiden ... Es gibt in vielen Parteien eine unkritische Technikbesoffenheit, die immer mehr Menschen abstößt. Digitale Angebote sind manchmal sinnvoll und oft eine große Erleichterung. Doch Digitalisierung soll ergänzen – nicht ersetzen. Digitalzwang schließt Menschen ohne Smartphone, Internetzugang oder digitale Kompetenz aus (insbesondere ältere Personen) und zwingt zur Preisgabe persönlicher Daten. Wir fordern ein „Recht auf analoges Leben“, um weiterhin analoge Zugänge zu ermöglichen.

Wir sollten uns den Digitalzwang beim Deutschlandticket nicht gefallen lassen!

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

Nachträge:
Nicht bei der Bahn, aber bei einigen Verkehrsunternehmen kann das Deutschlandticket analog und datenschutzfreundlich gekauft und genutzt werden.


Ein Anwalt hat ein Urteil erstritten, das den App-Zwang beim Deutschlandticket beseitigt haben dürfte. Das berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Der Greifswalder Rechtsanwalt nutzt weder Smartphone noch Chipkarte, besitzt aber ein Deutschlandticket. Er erhält sein Ticket monatlich als PDF von der Rhein-Sieg Verkehrsgesellschaft und druckt es aus. Bei Fahrkartenkontrollen zeigte sich ein wiederkehrendes Problem: Obwohl die Kontrollgeräte der Schaffner das Ticket als gültig erkannten, behaupteten etwa 20 Prozent der Kontrolleure, das Papierticket sei nicht zulässig.



Digitalzwang: Kein Deutschlandticket am Automaten oder Schalter? Digitalzwang ist, wenn es keine analoge oder datenschutzfreundliche Alternative zu einem Produkt oder Service gibt, obwohl sie realisierbar wäre.



Erfolg!


Der Ettenheimer Gemeinderat hat im Mai 2026 zwei Bürgerbegehren gegen den Digitalisierungskurs der Verwaltung abgewendet, indem er den Forderungen nach analogen Alternativen nachgab. Die Beschlüsse sahen vor, bei Bekanntmachungen zur alten, gedruckten Form zurückzukehren und ein Konzept für „Zahlungsvielfalt und Bürgernähe“ zu erarbeiten

Infos zum Erfolg in Ettenheim


In der Kleinstadt Ettenheim steht im Jahr 2026 ein Bürgerbegehren zum Digitalzwang an


In Ettenheim wurden zuletzt Entscheidungen getroffen, die den Alltag und den Zugang zur Verwaltung verändern.
Zwei Beispiele zeigen das deutlich:
*An der Schwimmbadkasse ist keine Bargeldzahlung mehr möglich.
*Öffentliche Bekanntmachungen müssen nur noch online veröffentlicht werden.
Die beiden genannten Beispiele betreffen unterschiedliche Bereiche, haben jedoch eine gemeinsame Bedeutung: Sie verändern, wie Bürgerinnen und Bürger öffentliche Angebote nutzen und an Informationen gelangen.
Die Umstellung im Schwimmbad betrifft den direkten Alltag. Wer dort bezahlen möchte, muss auf digitale Zahlungsmittel zurückgreifen. Damit entfällt eine bisher selbstverständliche Möglichkeit.
Die Änderung der Bekanntmachungssatzung hat eine noch weitergehende Wirkung. Öffentliche Bekanntmachungen sind rechtlich relevante Informationen – etwa zu Satzungen oder Entscheidungen. Wenn diese künftig ausschließlich digital veröffentlicht werden, setzt das voraus, dass Bürgerinnen und Bürger aktiv und regelmäßig die Internetseite der Stadt nutzen.
Beide Maßnahmen sind für sich genommen nachvollziehbar. In ihrer Wirkung zeigen sie jedoch eine klare Richtung:
Digitale Wege werden zur Voraussetzung, während analoge Alternativen zurücktreten.
Genau diese Entwicklung möchten wir bewusst hinterfragen und gestalten.

Mehr Infos zum Bürgerbegehren zum Digitalzwang in Ettenheim






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  • 3) Im Zweifel, gerade in Kriegszeiten, ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein
Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.


Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)



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