Stiftung anstiften! Antrag zur Förderung des Stiftungswesens im Landkreis Emmendingen


Veröffentlicht am 14.01.2008 in der Kategorie Kreistag Emmendingen von Axel Mayer

An das Landratsamt
Emmendingen
78312 Emmendingen

12.1.2000
Stiften gehen !
Antrag zur Förderung des Stiftungswesens im Landkreis Emmendingen


The same procedure every year. Kurz vor den Haushaltsberatungen treffen, größtenteils sinnvolle, Anträge von sozialen, kulturellen, politischen, ökologischen und anderen Initiativen im Kreis ein und werden im Rahmen der Freiwilligkeitsleistungen des Kreises diskutiert. Manche dieser Anträge werden vom Kreistag unterstützt, vieles, häufig auch sinnvolles, nützliches und eigentlich auch notwendiges, kann mit einem Blick in die Kreiskassen nicht mitgetragen und finanziert werden.

In anderen Ländern, beispielsweise der benachbarten Schweiz, werden viele soziale, gemein-nützige, kulturelle, ökologische und andere notwendige Aufgaben von privaten Stiftungen getragen, finanziert und unterstützt.

In den nächsten Jahren werden in Deutschland 2,6 Billionen DM vererbt. Und immer größer wird die Bereitschaft einen Teil dieses Geldes sinnvoll, die Gemeinschaft fördernd, weiterzu-geben.

Aus diesem Grund wird jetzt auch von der Bundesregierung das Stiftungswesen vereinfacht und aktualisiert, um potentiellen Stiftern weitere Anreize zu geben.

Doch was ist mit potentiellen Stiftern und Stifterinnen im Landkreis Emmendingen? Wie wird Herr A. oder Frau B. aus unserem Landkreis auf die Möglichkeit aufmerksam, einen Teil ihres Geldes, ihre Erbes zu stiften? Wer motiviert, berät, wer hilft bei der Einrichtung einer Stiftung?

Hier müssen nach unserer Ansicht stärker als bisher Impulse und Informationen vom Regierungspräsidium, aber auch vom Landkreis kommen. In Stuttgart beispielsweise gibt es einen Initiativkreis Stuttgarter Stiftungen als Stabsstelle des Oberbürgermeisters, der mit Broschüren, im Internet und direkt informiert und berät.
Die Bezirksregierung Arnsberg hat eine sehr schöne, kleine Informationsbroschüre erstellt und auch ins Internet gestellt, die mit geringem Kostenaufwand auch auf unseren Landkreis über-tragen werden könnte.( www.bezreg-arnsberg.nrw.de )

Wir beantragen:
Die Kreisverwaltung soll die Förderung des Stiftungwesens im Landkreis Emmendingen tatkräftig unterstützen.

Vorarbeiten:
- Auswertung und Analyse ähnlicher Initiativen und Bemühungen anderer Kreise und Städte, die das Stiftungswesen bereits unterstützen. (Wir brauchen das Rad nicht neu zu erfinden.) Dazu gehört auch eine Analyse von Informationsmaterialien auf Brauchbarkeit für den Landkreis.

Ideen zur konkreten Umsetzung:
- Erstellung eines kurzen Infoblattes und einer umfangreichen Hintergrundbroschüre (auch auf der Kreisseite im Internet) für potentielle Stifter und Stifterinnen.
- Hinweis auf Infomaterial zum Thema und mögliche Beratung (Landratsamt oder Regierungs-präsidium?) in allen zukünftigen Kreisbroschüren.
- Auftrag an die Pressestelle des Landkreises, regelmäßig über bestehende und neu errichtete Stiftungen im Kreis zu informieren und durch Information der Medien das Stiftungswesen im Kreis zu fördern.

Für die Erstellung von Informationsmaterial beantragen wir einmalig die Bereitstellung von 2000,- DM.

Stifter und Stifterinnen werden auf Grund dieser Initiative nicht vom Himmel fallen, und Staat und Kreis dürfen das Stiftungswesen auch nicht nutzen, um sich von den Pflichtaufgaben zurückzuziehen.

Dennoch gehört es auch zu unseren Aufgaben den Bürgern und Bürgerinnen Möglichkeiten aufzuzeigen, das Gemeinwohl zu unterstützen. Geld ist in unserer satten, reichen Gesellschaft reichlich vorhanden und unterstützenswerte soziale, ökologische, kulturelle und andere Aufgaben gibt es mehr als genug.

Langfristig sinnvoll wäre es, die Stiftungsförderung gemeinsam mit dem Regierungspräsidium und den Nachbarkreisen anzugehen. Hier gilt es in den entsprechenden, gemeinsamen Gremien aktiv zu werden.
Die Bereitstellung von 2000,- DM wäre ein Schritt in die richtige Richtung.


Mit freundlichen Grüßen
für die Fraktion
Axel Mayer / Kreisrat





Kreistag im Landkreis Emmendingen 2020: Ein kleiner, auszugsweiser Überblick über die Tätigkeit von Kreisrat Axel Mayer im Kreistag im Landkreis Emmendingen
Einige Anfragen und Themen von Kreisrat Axel Mayer im Kreistag Emmendingen finden Sie Hier


(So eine Auflistung beschreibt nur die Rosinen im Teig der manchmal mühsamen Kreistagsarbeit)

Immer wieder gehe und fahre ich auch im Jahr 2020
durch diesen, an vielen Stellen immer noch schönen Landkreis Emmendingen. Ich kenne die sanften Kuppen des Kaiserstuhls, die steilen Wege auf unseren Hausberg den Kandel, den Rheinwalddschungel des Wyhler Waldes. Die Dörfer, Städte und Gemeinden im Breisgau, insbesondere Teningen, Riegel und Endingen, sind meine Heimat. Ich vermisse die verloren gehende Stimme der ins Blau aufsteigenden Lerche. Immer öfter sehe ich auch neue Wunden, neue Schneisen der Zerstörung, Heimatverlust, Naturverlust, Kulturverlust, Artensterben, Bauernsterben, grüne Kreuze, Dorfwirtschaftssterben, Verlust an Vielfalt... Aktuell leidet der Wald (nicht nur) im Landkreis unter einem extremen Waldsterben und der zunehmende Egoismus zeigt sich in der Verlärmung unserer Schwarzwaldtäler und Gemeinden.

Entlang der Bundesstraße 3 entsteht ein durchgängig-hässlicher Siedlungsbrei. Zwischen Offenburg und Freiburg gibt es noch einen minimalen Freiraum von 17,7 km und bandartig-hässliche Siedlungsstrukturen von 50,3 km. Hochstammbäume, Hecken, Insekten, Vögel und bezaubernde landschaftliche Vielfalt werden immer schneller dem (Alp-)Traum der großen globalen Agrarfabrik und der Globalisierung geopfert. Der Verkehrslärm im Transit-Landkreis Emmendingen nimmt zu. Das "Autobahnkreuz" an der B3 bei Denzlingen ist eines von vielen Beispielen für einen rückwärtsgewandten, zerstörerischen Fortschrittsglauben. Zerstörung bedeutet immer auch Kulturverlust und Innenweltverschmutzung. Heimat zerrinnt zwischen den Fingern. Und ich wundere mich warum niemand schreit.
Axel Mayer, Kreisrat, Endingen


Gemeinden im Landkreis Emmendingen:
Bahlingen, Biederbach, Denzlingen, Elzach, Emmendingen, Endingen, Forchheim, Freiamt, Gutach, Herbolzheim, Kenzingen, Malterdingen, Reute, Rheinhausen, Riegel, Sasbach, Sexau, Simonswald, Teningen, Vörstetten, Waldkirch, Weisweil, Winden, Wyhl


Nachtrag:


Warum "meine" viel zu braven, wirtschaftsliberalen GRÜNEN die Welt nicht retten werden. Eine traurig-kluge Analyse in der ZEIT.