2024 / Rente mit 99? Renten-Debatte, Rente & Pension, längere Lebensarbeitszeit FDP, CDU, CSU & AfD … (Die Anstalt)


Veröffentlicht am 19.05.2024 in der Kategorie Mensch und Menschenrechte von Axel Mayer

Renten-Debatte, Rente & Pension, längere Lebensarbeitszeit & Rente mit 99 / FDP, CDU, CSU & AfD …? (Die Anstalt)
Rente mit 99? Renten-Debatte: Wohin verschwinden Effizienzrendite & Produktivitätssteigerung?


Aktueller Einschub:


Schon wieder stellt die marktradikale FDP Beschlüsse zur Rente infrage, die sie selbst mit ausgehandelt hat. Gemeinsam mit marktradikalen Netzwerken, der BILD-Zeitung und Professoren wie Bernd Raffelhüschen versucht sie in der Rentenfrage die Jungen gegen die Alten auszuspielen. Doch der Graben in der Rentenfrage läuft nicht zwischen Jung und Alt, sondern zwischen Normalverdienenden und steuervermeidenden Reichen.

Und der Graben läuft auch zwischen Menschen, die Rente und Menschen, die Pension beziehen / 3.240 € Beamten­­­pension versus 1.126 € gesetzliche Rente:


* Bei der durchschnittlichen Altersrente bekamen Männer aus der gesetzlichen Rentenversicherung 1226 Euro im Monat ausgezahlt. Frauen bekamen lediglich 803 Euro.
* Pensionsbeziehende, die früher im mittleren oder einfachen Dienst tätig waren, erhielten im Jahr 2021 hingegen 2318 Euro. Im gehobenen Dienst lag der Betrag bei 3339 Euro, im höheren Dienst sogar bei 4973 Euro

Quelle:Main-Post & Business Insider.

Wie immer mehr als sehenswert:
Die Anstalt vom 7. Mai 2024 zum Thema Rente




Wer wenig verdient, bekommt nicht nur eine kleinere Rente, sondern hat auch eine geringere Lebenserwartung als Gutverdiener. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters könnte die soziale Spaltung verschärfen, befürchtet der Sozialverband VdK und fordert Reformen.


Rente mit 99? Zur aktuellen Renten-Debatte


Von Konzernen, Industrieverbänden und von CDU, CSU, AfD & FDP kommen immer verwegenere Vorschläge zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Friedrich Merz will für uns alle eine längere Lebensarbeitszeit. Armin Laschet, Kanzlerkandidat der CDU, hält die „Rente mit 63“ für einen Fehler. Zudem rechne er damit, dass die Lebensarbeitszeit weiter steigen müsse. Auch nach dem Willen von AfD-Chefin Frauke Petry sollen die Bürger in Deutschland länger als bisher arbeiten und zudem Einschnitte bei den Renten hinnehmen. "An einer weiteren Verlängerung der Lebensarbeitszeit führt kein Weg vorbei", sagte Petry der "Welt am Sonntag". Außerdem werde man "vermutlich über eine weitere Kürzung der Renten reden müssen". Der "flexible Renteneinstieg" der FDP ist hübsch verpacktes Rentensenkungsmodell.

"Nicht nur, dass die Altersarmut in Deutschland im kommenden Jahrzehnt massiv ansteigen wird. Unser Rentensystem entwickelt sich immer stärker zu einer massiven Umverteilung von unten nach oben, von Arm zu Reich. Einer der wichtigsten Treiber dieser Ungleichheit liegt in den unterschiedlichen Lebenserwartungen je nach Stellung im Beruf oder Bildungsniveau."
Quelle: Die Zeit


Noch vor wenigen Jahren lag das Renteneintrittsalter für Männer bei 65 und für Frauen bei 60 Jahren.
Es gab Vorruhestandsregelungen und der CDU-Minister Norbert Blüm versprach, "die Rente ist sicher". Kurz darauf kam die Renten-Wende, und die Politik behauptete das Gegenteil. Gut getarnte Lobbyisten der Versicherungswirtschaft wie Bernd Raffelhüschen, der Freiburger Professor für Finanzwissenschaft an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität, redeten der Politik die private "Riester-Rente" ein, von der die Versicherungen mehr profitierten als die Rentner. In der Tarnorganisation der Industrie, der sogenannten "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" wirkt Herr Raffelhüschen als Erfüllungsgehilfe der Arbeitgeber bei ihrem Bemühen, ihre anteiligen Lohnnebenkosten zu senken.


Die Rentenprivatisierung: Umverteilung von unten nach oben.


Jeder vierte Euro der Riester-Rente fließt in die laufenden Kosten, die Rendite ist dementsprechend mickrig. Das zeigt eine Studie aus dem Jahr 2020 von "Finanzwende". Der gemeinnützige Verein hat dafür 65 Riester-Versicherungen untersucht. Ergebnis: Im Durchschnitt fließt bei der staatlich geförderten Altersvorsorge fast ein Viertel der eingezahlten Beiträge und Zulagen in die Kosten. Bei jeder dritten Police liegen die Gebühren sogar bei 30 Prozent und mehr. Die Rentner und Rentnerinnen verlieren, die Konzerne und ihre Lobbyisten gewinnen.

Bei der Rente organisieren die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft"
und Herr Raffelhüschen die erfolgreiche Kampagne "Jung gegen Alt aufhetzen". Es wäre genug Geld für die Rente da, wenn die Konzerne, die hinter der Lobby-Gruppe stehen, schlicht Steuern zahlen würden, wenn der jahrzehntelange Mehrwert unserer Arbeit bei den Menschen ankommen würde und nicht beim reichsten Prozent der Weltbevölkerung, das über so viel Vermögen verfügt wie der ganze Rest zusammen.

Ein zentraler Aspekt wird allerdings nicht diskutiert


Seit Jahrzehnten arbeiten die Deutschen Jahr für Jahr immer effektiver und produktiver, ohne dass sich das beim Gehalt und Lohn allzu sehr bemerkbar macht. Die Arbeitsproduktivität wächst seit Jahrzehnten beständig an (was mit immer mehr Stress, Belastung und Hektik verbunden ist). Pro Arbeitsstunde werden ständig mehr Waren und Dienstleistungen produziert. Doch unser inflationsbereinigter Stundenlohn und die Renten wachsen weit weniger stark als unsere Produktivität.

Wohin verschwindet die Effizienzrendite & Produktivitätssteigerung?
Sie geht an die Superreichen in Ost und West und an Großkonzerne, die im Gegensatz zu unserem Mittelstand bei uns fast keine und in armen Ländern gar keine Steuern zahlen. Apple darf (dank Politikern wie Herrn Söder von der CSU) auf seine Gewinne in Europa nur noch 0,005 Prozent Körperschaftsteuer entrichten.
Die Gewinne aus der steigenden Produktivität gehen an das eine Prozent der Weltbevölkerung (70 Millionen Menschen), das über so viel Vermögen verfügt wie der ganze Rest (sieben Milliarden Menschen) zusammen. 62 Menschen verfügen über ebenso viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – also 3,5 Milliarden Menschen.

"Beträgt der Produktivitätsfortschritt in den nächsten 50 Jahren durchschnittlich nur ein Prozent – und das ist eine sehr pessimistische Prognose für unsere Wettbewerbswirtschaft – so würden im Jahr 2060 in jeder Arbeitsstunde zwei Drittel mehr als heute hergestellt. Damit wäre ein Arbeitnehmer in der Lage, seinen Anteil für die gesetzliche Rente auf 20 Prozent zu verdoppeln und hätte trotzdem noch fast 50 Prozent mehr in der Tasche."
Quelle: www.deutschlandradiokultur.de


Einschub zur Grundrente:


Es ist eine Schande, dass in unserem reichen Land viele Menschen nicht von ihrer Hände Arbeit leben können und eine unwürdige Rente beziehen. Die Grundrente ist ein von CDU, CSU, FDP, von rechtsliberalen Netzwerken und Konzernlobbyisten wie Herrn Bernd Raffelhüschen massiv bekämpftes, stolperndes, richtiges Schrittlein in Richtung Gerechtigkeit.
Armut, Reichtum, Mindestlohn & Grundrente
Die Haltung der Liberalen & Rechts-Libertären zu den Armen in diesem Land braucht nicht erklärt zu werden. Doch welches Interesse haben werte bewahrende "Konservative" an dieser demokratiegefährdenden Spaltung der Gesellschaft?

Die Lösung der Rentenfrage ist einfach, aber ungeheuer schwer durchzusetzen.
Mit einem gerechten Steuersystem und mit einem Mehr an sozialer Gerechtigkeit ließe sich nicht nur das Rentenproblem lösen.


Doch der eskalierende Streit um die Rente soll auch von den Verursachern des Problems ablenken. Bertolt Brecht hat dies sehr schön beschrieben: "Unsere Herrn, wer sie auch seien, sehen unsre Zwietracht gern, denn solang sie uns entzweien, bleiben sie doch unsre Herrn."

Axel Mayer, Kreisrat, Mitwelt am Oberrhein




Übersicht: Mensch, Menschenrechte, soziale Frage, Umwelt & Gier


Nachhaltigkeit & Zukunftsfähigkeit gibt's nur mit sozialer Gerechtigkeit!
Axel Mayer

Aktueller Einschub:



BILD-, Springer-, CDU-, FDP-, CSU- und AfD-Kampagnen gegen Klimaschutz & gegen die Umweltschutzbewegung, Klimaschutzbewegung & GRÜNE


Julian Assange akut von Abschiebung bedroht. Westliche Werte sind massiv gefährdet.





"Westliche Werte" im Westen durchsetzen!


Freiheit für Julian Assange, Chelsea Manning und Edward Snowden



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  • 3) Im Zweifel, gerade in Kriegszeiten, ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein
Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.


Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)



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