Einige Reden & Vorträge von Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, (Alt-) BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident Atomschutzverband TRAS


Veröffentlicht am 24.04.2020 in der Kategorie Sonstiges von Axel Mayer

Einige Reden & Vorträge von Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, (Alt-) BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident Atomschutzverband TRAS

2020: Eine kleine Auswahl: Reden von Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, (Alt-) BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS













Hier einige Infos zur Person Axel Mayer




Reden von Axel Mayer












Europa / Demokratie / Fessenheim: alemannische Rede, 12.3.2017, gehalten beim AKW Fessenheim

von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
(es gilt das gesprochene Wort)

Bonjour Fessenheim
Bonjour Alsace oder muss ich jetzt Grand Est sage?
Liebi Fräue un Männer, liebi Elsässer und Badener

Nid schu wider Fessene
Nid schu wider ä Red halde

Ich will nimmi
Ich hab kei Luschd meh
ich vertrag´s nimmi
ich kann´s nimmi here

Die Kischde gherd abgschdellt
endlich endlich abgschdellt

Wenn mir hid do schden
Wenn mir uns hid wider troffe hän

dann brüch ich eich nix verzelle vun de Gfahre - Ihr wisses
dann brüch ich eich nix verzelle vun de Versprechä vum Herr Hollande - Ihr wisse was er versproche und was er bis jetzt ghalte het

Mir hän die Sorg, dass in Frankrich d´EDF regiert un nid de Herr Hollande
so wie in Ditschland immer VW un de Daimler midregiere

Mir schden do um die ald Kischde endlich abzschdelle
Mir hän Angschd vor de atomare Gfahre
mir hän aber auch Angschd vorere Marine Le Pen am „roten Knopf“ vun de Force de Frappe
mir hän aber auch Angschd, dass meh un meh d´Demokratie verlore goht
wie mer´s iberall grad erläbe

Wenn mir hid do schden
Wenn mir uns hid wider troffe hän
dann schden mir äu do, well mir Europa sin

Wer, wänn nid mir isch Europa?

Was hämmer gsaid vor über 43 Johr in Wyhl ?

Nai hämmer gsaid z´Wyhl!
Nai hämmer gsaid zu dere Kischde in Fessene!



Un mir hän ä europische Traum gha:
„ »Mir kejje mol d'Gränze üewer e Hüffe —Un tanze drum erum.«
hed de Francois Brumbt domols gsunge

Mir schden do um die ald Kischde abzschdelle
Mir schden do um´d Demokratie gege d Demokratur z verteidige
Ä Demokratur wie mer sie grad nid nur z´Amerika und in de Türkei erläbe

mir schden nid fir´s Europa vun de Atomkonzern un CETA
mir schden nid fürs Europa wu de hegschde Wert d´Gier isch
mir schden nid fürs Europa wu mer d´Mensche gegenenander üsspielt

Mir schden fir ä Europa ohni AKW un ohni Klimawandel
fir ä Europa, wu ä amerikanische Konzern de glich Schdiesatz het wie de Beckermeischder ums Eck

Mir sin Europa
Mir sin´s Europa vun de Mensche
Mir schden inäre lange demokratische Tradition am Oberrhin
Innere Tradition vun de Humanischde z´Schlettstadt um 1500, vum Albert Schweitzer, vum Andre Weckmann, Rene Schickele un vum Walter Mossmann...

Iber de Rhien schden mir zämme gege Macht, Dummheit, Gwalt, Intoleranz, Verschwörungstheorie, Fundamentalismus un Nationalisme

Mir sin Fräue und Männer, Badener, Elsässer, Schwizzer, Regionalischde, Europäer un Weltbürger

Mir sin Europa!

Un mir wänn, dass die alde Kische in Fessene, Beznau un Anderschwo endlig endlig abgschdellt wäre

und dann goht´s um´s Ganze... fir d´Demokratie, fir´s Europa vun de Mensche, fir´d Freiheit
Axel Mayer




Fessene: Alemannische Rede von Axel Mayer bei der Kundgebung & Brückenaktion am 25.4.2011 in Sasbach


Hallo Saschbe, hallo Kaiserstuhl, salli Elsass, Bonjour !

Fessene
Schdelles eich vor
Fessene
zwei aldi Reaktorblöck und Schdrom für d´EnBW
zwei mol 900 Megawatt
d´Radioaktivität vu zwei mol 900 Hiroshimabombe im Johr
Un in Fukushima isch erschd ä kleine Deil vun de Radioaktivität vun viele tausend Hiroshimabombe entwiche
un trotzdäm isch´s fir alli Mensche dert jetzt schu ä riesigi Katastroph

Fessene
Schdelles eich vor
ä Unfall, ä Aschlag, Erdbebe, Flugzeugabschdurz,
Irgend ä „Ereignisablauf“ wu keiner demit grechnet het

Ä Unfall, Aschlag, Erdbebe, Flugzeugabschdurz, irgend ebbis
Un zwei aldi Reaktore wu´d Radioaktivität vun 1800 Hiroshimabombe drin isch

Hartheim, Bremgarten, Eschbach, Buggingen, Chalampé, Bantzenheim, Munchhouse, Weckolsheim, Heiteren, Geiswasser, Nambsheim, Fessenheim, Grißheim, Seefelden, Zienken, Neuenburg, Feldkirch...


Was war des?
Des sin Ort im 8 Kilomter Radius um Fessene
Des sin´d Ort wu nachem Kadaschdropheplan evakuiert wäre sodde
8 Kilometer?
Schu Tschernobyl het zeigt dass des ä viel z´kleine Radius isch
Un Fukushima zeigt des äu, dass viel größeri Zone evakuiert wäre müest, obwohl erschd ä kleine Deil vun de Radioaktivität ab isch

Ensisheim, Pfaffenheim, Andolsheim, Neuf-Brisach, Niederrotweil, Wasenweiler, Ihringen, Breisach, Gündlingen, Merdingen, Pfaffenweiler, Bad Krozingen, Ehrenstetten, Staufen im Breisgau, Sulzburg, Müllheim, Hornbourg, Vororte von Mulhouse...


Was war des?
Des sin ä bar Ort im 20 Kilometer Radius um Fessene
schdelle eichs vor
Des sin Ort wu jetzt in Japan evakuiert wore sin
schdelle eichs vor in Japan
erschd viel´z lang im Keller hocke
un dann furt
furd vielichd fir immer

D Atomlobby frogt in de Zittung:
Was koschdet de Atomüssschdieg?
Mir froge:
Was koschdet´s, wenn ä Unfall bassiert?
Äs d´Gsundheit, es koschdet d Heimed un nach a bar Johr
vilichd sogar´s Läwe,

Un au de 20 Kilometer Radius isch viel z´klei
s´gid ä Fessene Schdudie vum Ökoinstitut Darmstadt
In dere Schdudie schdoht:
„Bei einem schweren Unfall in Fessenheim und lebhaftem Südwestwind mit Regen könnte sich eine bis zu 370 km lange Schadensfahne von Fessenheim bis in den Raum Würzburg-Nürnberg erstrecken. In deren Bereich müssten alle Siedlungen auf 50 Jahre geräumt werden, sollten die Richtlinien von Tschernobyl zur Anwendung kommen. Betroffen wären u.a. die Städte Freiburg, Emmendingen, Freudenstadt, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Schwäbisch Hall.“ (Sollte der Wind am Katastrophentag in eine andere Richtung wehen, so wären natürlich andere Städte und Gemeinden betroffen).

Schdelles Eich vor
Ä bis zu 370 km langi Schadensfahne
Evakuiert für 50 Johr
Schdelles Eich vor
Kei Kinderlache meh
keini Jungi
kei Kind uf de Schaukle
villichd noch ä baar Aldi

Schdelles Eich vor
Colmar evakuiere, Friburg, Schdudgart evakuiere
Do nutzt kei Schduttgart 21

Warener schu mol in Friburg wenn de SC schbield und wänns noch ä Veranschdaldung gid?
Alles verschdopft, alles zu
Schdelle eich vor ä Wolke üs Fessene käm
Alli stiege ins Audo, jeder will furd
die eine wänn nüs üs de Schdadt
die andere wänn in´d Schdadt, d Kinder üs de Schul hole

Ä Vision
Ä Horrorvision
Unwarschinlig aber meglich

Deswege schden mir do
Deswege sage mir:
Atomüschdieg in Ditschland jetzd!
Die alde Kischde abschdelle un nimmi aschalde!

Deswege schaue mir über de Rhin
Mir schaue nach Fessene, mir schaue nach Leibstadt un Beznau
Alles aldi Kischde
Alles Risiko
un ganz wichdig
nid d´Franzose un´d Schwizer wänn d´AKW
d EDF, d´EnBW und un d Schwizer Atomkonzern hän de Profid
un mir alli
Schwizzer, Dididschi und d Franzose
mir hän zämme s Risiko
d EnBW het Bezugsrechte fir 15 % vum Fessene Schdrom

Wer vun Eich hed immer noch EnBW Schdrom?
S´empfindlichd ´Körperteil vum ä Atomkonzern isch de Geldbiddel

Fessene abschdelle
Drum faschde jetzt in Colmar d Elässer gege Fessene
A Gruß vun de Saschbemer Bruck nach Colmar
Un besuche sie mol die Hungerstreiker. Die brüche uns
Drum schden mir hid uf de Brucke in Saschbe
In alder Tradition

Uf de ehemalig Rumpelbruck in Saschbe
sin mer vor faschd vier Jahrzehnt
schu efder mol gschdande

Um mer häns Bleiwerk in Marckelse wegdruckt
un mer häns Wyhler AKW wegdruckt
un mid de Solarüsschdellung in Saschbe vor faschd 40 Johr häm zeigd, das es Alternative zum Atom gid

Drum schden Elsässer Schwizzer un Badener hid uf 11 Brucke
am Oberhin und am Hochrhin

Un was sage Sie?
Was sage mir?

Atomüsschdieg jetzt
Die schwizzer Schrottreaktor Leibstadt und Beznau abschdelle
Fessene abschdelle
und wer in Fessene neii AKW baue will
der kriegd uf Leffel
Nai hämmer gsaid

Dankschen




Alemannische Rede: Von „Schwäbischen Pflastersteinen“ und Laufzeitverlängerung für AKW
05.10.2010

Kleine Alemannische Rede vum 4.10.2010 in Brisach

(es gild`s gschwäzde Wort)



Nowe Brisach


bevor ich mid minnere Red afang

gid´s noch ä bar Durchsage



Der Minischerpräsident Mappus un de Inneminischder Rech meine


dass alli Junge und alli Alde bi Kungebunge nix verlore hän

Alemannische Rede


Also alli under 25 und alli iber 35 sodde jedzt verschwinde



aber au ich mein

alli Junge und Alde sodde jetzt go

denn ich hab sie debi


hallo Bolizei

ihr sodde jedzt schnell zwei Hunderschafte, Wasserwerfer, Hubschrauber und Reizgas hole

denn ich hab sie debi


Des hädde mir nid vun Dir denkt, wäre d´Brisacher Veranschdalder jetzt sage

Genau des hän mir vun sellem Mayer denkt, wird CDU sage

denn ich hab sie debi


Ich hab die schrecklichschd Demonschrdandewaffe debi wus gid

ich hab sie midgnumme

hid nach Brisach


immer wenn Demonschrande so ebbis gfährlichs debi hän gid`s Prügel

in Schdudgart, in Teheran, in Moskau und bim Caschdortransport

ich hab en debi

gfährlig, mordsmässig, schrecklich, grauehaft,

Do ischer

De "Schwäbische Pflaschderschdai"


Ä Kaschdadnie



Ä Rosskaschdanie isch den "Schwäbische Pflaschderschdai"

Mid Kaschadanie hed einer in Schdudgart gworfe

des ware die Pflaschderstai wu de Herr Mappus und de Herr Rech gsäne hän

deswege hän sie Kinder und Aldi un viel ehemalige CDU Wähler priegle loh

Ich hab Kaschdanie debbi und ich hab noch ä ganze Sack voll deheim



Es isch wie z Wyhl 1975

Nur Langhoorigi, Schdüdende und Hochditschschwäzer hän sie in Wyhl verhaftet, wu de bsetzde Platz grümt worre isch

D Kaiserschdieler hän sie nid iegschberd

damid den Filbinger hed sage kenne:

"Der Widerstand am Kaiserstuhl wird von Auswärtigen und Kommunisten gesteuert"

"Berufsdemonschdrande" sieht de Herr Mappus in Schdudgart



Ich sag eins.

Vowärts in die 60er Johr vum ledschde Jahrhundert

un ich sag

De Mappus machd de Filbinger




Laufzitverlängerung fier AKW soll`s gäh

Gfahrzitverlängerung miest`s heiße



Was isch Laufzitverlängerung?



Laufzitverlängerung isch meh Atommüll (Konservativ isch Laufzitverlängerung nid un au nid fordschrittlich)

Laufzitverlängerung isch meh Kinderkrebs bi de AKW (Chrischdlich-Konservativ isch Laufzeitverlängerung nid)

Laufzitverlängerung isch ä massiv gresseri Unfallgfahr (Wänn Ihr des?)

Laufzitverlängerung isch ä Behinderung vum Üsbau vun de Alternativenergie (Wänn Ihr des?)

Lauzitverlängerung bringt unsere EnBW saddi Profit und uns meh Risiko (Wänn Ihr des?)

Laufzitverlängerung isch ä lang geplante Betrug (Isch des aschdändig?)
- Bi Schdudgart 21 gälde Verträg, do sin Verträg heilig
- Do isch nid dra z´riddle
- aber Verträg in Sache Atom? Die kann ma ändere wie´s bassd

Es gohd um`s Gäld un um nix anders





D´Laufzeitverlängerung zeigd wer unser Land regierd

Vattenfall, E.ON, RWE un unsri EnBW len regiere

Grad au in Schdudgard wird Energiepolitik bi de EnBW gmacht

Demokratisch isch des nid, wänn´d Konzern regiere



Wer vun Eich war im Wyhler Wald debi?

Wer vun Eich isch gege Laufzeitverlängerung?

Wer vun Eich hed immer noch EnBW Schdrom wu de Gwinn dann an´d EDF nach Frankrich gohd?



De Geldbiddel ischs empfindlichschde Körperteil vum ä Atomkonzern


Alemannisch: Axel Mayer



Jetzt heißt´s: Ökoschdrom vume echde Ökoschdromanbieter un nid vunere EnBW Dochder

Jetzt heißt´s: im Herbschd, ohni Gwald de Caschdor bremse

Jetzt heißt´s: Farb bekennä un ä Ufkläber an´s Audo, an de Dreckeimer, an de Briefkaschde un an de Bulldog

ä Transparend ans Hüs

ä Kleinanzeig in Zittig un emol widder Läserbrief gschriebe




un am 27. März 2011 isch Landtagswahl


Dankscheen noch und Nowe

Axel Mayer


Die Breisacher Rede ist bei Demonstranten und Presse auf viel Zustimmung gestoßen. Der Kommentator von "Breisach Aktuell", Herr Kurt Jäger hat allerdings einen mehr als bösen Kommentar dazu geschrieben.Meine Entgegnung dazu wurde von "Breisach Aktuell" abgedruckt und ich stelle sie jetzt auch hier ins Netz
Axel Mayer



An Breisach Aktuell
Leserbriefredaktion
Gerberstraße 2
79206 Breisach
breisach_aktuellt-online.de

Sehr geehrte Damen und Herren
bei Breisach Aktuell

Zu Ihrem Kommentar : „Polemik nicht angebracht“ sende ich Ihnen für diese oder die nächste Ausgabe von Breisach Aktuell einen Leserbrief.

Mit freundlichen Grüßen
Axel Mayer




„Polemik nicht angebracht“
schrieb Herr Kurt Jäger in seinem Kommentar zu meiner Rede bei der Anti-Atom-Kundgebung in Breisach. Kommentare dürfen und sollen überspitzt bewerten doch auch für Kommentare gilt „Polemik und falsche Behauptungen sind nicht angebracht“
Sie schreiben meine Rede hätte selbst eingefleischten AKW-Gegnern die Sprache verschlagen. Haben Sie den großen Beifall nicht gehört oder nicht hören wollen oder hat Ihnen der Beifall einfach missfallen? Sie fragen was mein Hinweis auf den Stuttgart 21 Protest mit der Anti-Atom Demo zu tun hatte? Wer die Rede gehört hat (oder unter dem Stichwort „alemannische Rede“ bei Google finden kann), der weiß, dass in der Rede ein eindeutiger Zusammenhang zu den Wyhl Protesten gezogen wurde. Mein Satz : „De Mappus macht de Filbinger“ hat Sie vermutlich verärgert. Aber in Wyhl und Stuttgart wurden neben Kindern und Alten auch viele konservative ehemalige CDU Wähler verprügelt und das habe ich gesagt. Und wenn Herr Innenminister Rech kurzfristig aus einer (leider) geworfenen Kastanie einen Pflasterstein macht, dann kann das wohl erwähnt werden. Haben Sie das alemannisch nicht verstanden oder wollten Sie es nur nicht verstehen, Herr Jäger? Dann behaupten Sie fälschlicherweise ich hätte in Stuttgart gegen das Abholzen der Bäume am Bahnhof protestiert. Sie können meine Breisacher und Stuttgarter Rede im Internet nachlesen und nachhören. Ich haben kein Wort zu den gefällten Bäumen gesagt, denn die sind wirklich ein Randproblem. Bei Stuttgart 21 geht es mir um den Schaden für Baden, um ein überteuertes Protzprojekt in Zeiten der Staatsverschuldung und um nie ernsthaft geprüfte kostengünstige Alternativen. Sie haben in Ihrem Kommentar so viel Falsches behauptet, dass meine Argumente gegen die Gefahrzeitverlängerung leider nicht erwähnt wurden.
Axel Mayer




Umwelt - Neue Armut - Soziale Gerechtigkeit: Rede von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer bei der Kundgebung gegen den G20-Gipfel am 18.3.17 in Baden-Baden

(Es gilt das gesprochene Wort / Keine Sperrfrist)

Hallo Baden-Baden!
Hallo Finanzminister
Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten

Was will denn heute der BUND hier bei der Kundgebung gegen den G20-Gipfel?

Der Bund für Umwelt und Naturschutz
Das sind doch die mit den Nistkästen

Stimmt!
Wir sind die mit den Nistkästen und dem Amphibienschutz

Aber wir stehen auch für Umweltschutz, Demokratie, Frieden, Zukunftsfähigkeit & Nachhaltigkeit
und für den Kampf gegen Gentechnik, Klimawandel, Konzerngerichtsbarkeit & AKW

Und eines muss aus der Umweltbewegung heraus immer wieder gesagt werden:
Ohne ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit gibt es keine Nachhaltigkeit

Umweltschutz, Naturschutz & Klimaschutz sind immer auch Menschenschutz

Wir brauchen echte Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit
Da nützen alle Solaranlagen & Artenschutzprogramme nicht´s,
wenn 1% der Weltbevölkerung über 99 % der Kohle verfügt

Wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auseinandergeht
dann nimmt die gesellschaftliche Gewalt zu

Wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auseinandergeht
dann ist die Demokratie gefährdet

dann werden Mauern gebaut
Mauern in den Köpfen
Mauern um Amerika
Mauern um Europa und Deutschland
Und auch die Reichen werden sich immer mehr einmauern müssen

Nachhaltig ist nur eine Welt ohne Mauern zwischen den Menschen

Unser Traum von einer nachhaltigen, menschengerechten Zukunft sollte auch unsere Aktionsformen bestimmen

Hallo ihr Finanzminister
Bei Euren Tagungen geht es immer auch um Mythen

Es gibt einen zentralen Mythos, nicht nur von Finanzministern:

Der Mythos heißt:
Unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde ist dauerhaft möglich

Wir brauchen tatsächlich Wachstum und Entwicklung in den armen Ländern
Doch unser deutsches Wachstum funktioniert nur noch mit immer dümmeren und immer umweltzerstörenderen Produkten

Und unser Lebensstil, der „German way of life“, ist ein zutiefst zerstörerisches Exportmodell

Dauerhaftes, exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und führt zwangsläufig zur Selbstzerstörung

Wenn ein begrenztes System wuchert, dann ist es nicht die Frage, ob es crasht, sondern wann es crasht

Hallo ihr Finanzminister
Hier noch eine eurer umweltzestörenden Mythen:

Ihr sagt die Griechen, Italiener und der Rest der Welt sollten so arbeiten und produzieren wie die Deutschen, und die ökonomischen Probleme Europas wären gelöst

Wir sind „Exportweltmeister“ und Ihr sagt alle anderen Staaten sollten einfach auch Exportweltmeister werden

Wohin sollen die Güter exportiert werden, wenn alle Länder Exportweltmeister wären?
Woher sollen die Rohstoffe und die Energie kommen, um all die Güter zu produzieren?
Wer soll den ganzen Scheiß kaufen?

Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten:

Eine bessere Welt, ein gutes, nachhaltiges Leben für alle weltweit ist möglich

Der alte Spontispruch „Luxus für alle“ funktioniert leider nicht

Der alte Gandhi hatte recht:
„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier“

Beim G20-Finanzministertreffen wird sicher wieder das Hohelied der „Westlichen Werte“ gesungen

Doch was sind die „Westlichen Werte?
Freedom and Democracy?

Der höchste westliche Wert ist die gut organisierte Gier

Die Gier der Oligarchen in Ost und West,
Die Gier der Großkonzerne, die im Gegensatz zu unserem Mittelstand bei uns fast keine und in armen Ländern gar keine Steuern zahlen

Die Gier der Rüstungskonzerne, die jetzt auch bei uns auf massive Aufrüstung setzen

70 Millionen Menschen haben so viel Vermögen wie der ganze Rest (sieben Milliarden Menschen) zusammen

Mit Steuergerechtigkeit und einem kleinen Teil dieses konzentrierten Reichtums könnten Kriege beendet und Fluchtursachen bekämpft werden

Entwicklungsländer verlieren durch Steuerflucht jedes Jahr mindestens 100 Milliarden US-Dollar

Afrika verliert durch Steuerflucht von reichen Einzelpersonen rund 14 Milliarden US-Dollar
Damit ließe sich in Afrika flächendeckend die Gesundheitsversorgung für Mütter und Kinder sicherstellen

62 Menschen verfügen über ebenso viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – also 3,5 Milliarden Menschen

Mit Steuergerechtigkeit und einem kleinen Teil dieses Reichtums könnte der Klimawandel und das globale und regionale Artensterben gestoppt werden

Mit Gerechtigkeit könnte endlich der Hunger von fast einer Milliarde Menschen beendet werden

Was ist das für eine Welt, die vom Weltraumtourismus für Milliardäre träumt
und in der Menschen verhungern

Mehr globale Gerechtigkeit und vor allem Steuergerechtigkeit für die staatslenkenden Großkonzerne ist der Weg aus der globalen Krise

Die großen Konzerne sollen den gleichen Steuersatz bekommen wie der Bäckermeister um´s Eck

Je weiter die Schere zwischen Arm und Reich auseinander geht, je ärmer die Armen werden und je mehr die Mittelschicht schwindet, desto gewalttätiger werden Gesellschaften und soziale Konflikte und desto gefährdeter wird auch unsere Demokratie und Umwelt

Eine bessere, nachhaltigere Welt, ein gutes Leben für alle ist möglich

Der BUND und die Umweltbewegung sind ein Teil der Sozialen Bewegung

So und jetzt geh ich wieder zu den Nistkästen und zum Amphibienschutz , denn alles gehört zu allem

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer Freiburg




Klima: Klimawandel ist ein Scheißthema - Rede von Axel Mayer

Klimawandel Rede in Freiburg beim Klimaschutz - Demo & Sternmarsch am 28. November 2015
von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer / Es gilt das gesprochene Wort
Sperrfrist: 28.11.12 Uhr

Hallo Freiburg

Klimawandel...
Klimawandel ist ein Scheißthema

Das AKW Fessenheim ist ein „schönes“ Thema
Fessenheim, das ist die böse französische EDF

Das AKW Beznau ist ein „schönes“ Thema
Beznau, das sind die giergelenkten Schweizer Konzerne die das älteste AKW der Welt betreiben

Aber Klimawandel?
Klimawandel sind nicht nur die „bösen“ anderen

Klimawandel bin immer auch ich selber
mit meinem Leben, meinem Konsum,

Mea Culpa
Wer ohne Klimasünde ist, werfe den ersten Stein

Klimawandel ist ein schwieriges Thema
Ein schwieriges Thema in barbarischen Zeiten

In Zeiten in denen alte Gewalt neue Gewalt
Dummheit Dummheit und Intoleranz Intoleranz erzeugt.

Wir denken / Wir leiden an den Anschläge in Paris
Wir müssen Europa leben / Wir sind Europa
amitié franco-allemande !

Woran erkennst Du, dass eine Klimakonferenz geplant ist?
Schaut in die Medien und ins Internet

Schaut nicht nur in den Nachrichtenteil sondern in die großen Anzeigen
Seit Wochen wirbt der Atom- und Kohlekonzern EnBW mit seinem neuen Windpark

Wir freuen uns über den neuen Windpark
Wer hätte so einen EnBW-Windpark vor 20 Jahren für möglich gehalten?

Dieser Windpark ist auch unser aller Erfolg
Und dennoch sind diese Windanzeigen windiger Greenwash

Sie sollen ablenken
Sie sollen ablenken von der Tatsache das die EnBW immer noch AKW betreibt und an Fessenheim verdient

Sie sollen ablenken von der Tatsache, dass die windige EnBW im Mai in Karlsruhe ein neues 912 Megawatt Kohlekraftwerk in Betrieb genommen hat.

Das kleinste aller unerreichbaren Klimaziele wäre die 2 Grad Grenze

Kennt ihr einen einzigen Politiker am Oberrhein der nicht für die Einhaltung der 2 Grad Grenze wäre?

Zumindest theoretisch?

Doch wie sieht die Realität der Politik in Baden aus?

Ja es gibt minimale Fortschritte

Aber es gibt:

2 neue große Kohlekraftwerke mit fast 2000 MW in Karlsruhe

Die CDU (und nicht nur sie) will den sechsspurigen Autobahnausbau
Wer neue Straßen baut wird Verkehr und mehr CO2 ernten



Alle, alle alle Politiker & Politikerinnen in Südbaden wollen zumindest das 2 Grad Ziel in Sachen Klima erreichen

Doch überall in der so genannten Ökoregion werden neue umweltschädliche klimagefährdende Strukturen geschaffen

Welche ungeheure Macht haben Autokonzerne, big Oil und big Coal?

Der VW-Abgasskandal ist auch ein Klimaschutzskandal
Der VW-Skandal ist nicht nur ein VW-Skandal
Seit 7 Jahren hat die Umweltbewegung und der BUND auf die Abgaslügen hingewiesen
7 Jahre lang ist nichts geschehen.
7 Jahre lang hat die Politik, die Kontrollbehörden und der TÜV weggeschaut
Mein Brenner im Keller wird Jahr für Jahr gründlich kontrolliert

Bei den Kleinen / bei Dir wird kontrolliert –
Oben, bei den Konzernen und nicht nur bei VW wird dereguliert

Mit einer neoliberalen Politik der Deregulierung wird Klimaschutz unmöglich gemacht

Der VW-Skandal zeigt die ungeheure Macht der Autolobby
Der VW-Skandal ist ein Politikskandal,
er zeigt die Verfilzung
von Konzernen, Politik und Kontrollbehörden

Durch TTIP wird die demokratiegefährdende, umweltgefährdenende, klimagefährdende Macht der Konzerne noch wachsen
TTIP verhindern ist Klimaschutzpolitik!

Warum gibt’s beim beim neuen Vattenfall Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg nur geringe Umweltauflagen?
Weil es auch alte Freihandelsabkommen gibt.

Vattenfall verklagte die Bundesrepublik Deutschland wegen der Verschärfung von Umweltauflagen beim Bau und Betrieb des Kraftwerks vor einem Schiedsgericht auf Schadensersatz in Höhe von 1,4Mrd. Euro

Mit TTIP können wir Klimaschutz, Umweltschutz, Demokratie und Nachhaltigkeit vergessen
Fragt bei der Landtagswahl 2016 Eure Kandidaten nach Risiken und Nebenwirkungen von TTIP.

Schaut Euch diesen Auto- und LKW Lobbyisten, den Autobahnprivatiserer und Nebenerwerbsverkehrsminister Dobrindt einmal an

Er will die PKW-Maut, die Flatrate für´s Autofahren und CO2 Emissionen

Ich sage:

Er soll die bürokratische KFZ-Steuer abschaffen, auf die Überwachungsmaut verzichten und die Spritsteuer erhöhen
So bekommen wir unbürokratisch die gewünschte klimafreundliche Lenkungswirkung

Was spricht gegen diese kluge Lösung?
Die Gier der Konzerne die an der Überwachungsmaut verdienen.

Autokonzerne, big Oil, big Coal und neoliberale think tanks haben jahrzehntelang die Kampagnen der Klimawandelleugner organisiert

industrienahe Bürgerinitiativen und Verbände wurden gegründet
kritische WissenschaftlerInnen und Umweltverbände wurden diskreditiert und massiv angegriffen
Kampagnen gegen alternative Energien wurden auch „von oben“ organisiert
In Deutschland haben gerade zwei „Klimawandelskeptiker“ einen Naturschutzverband übernommen...

Medien und Umweltbewegung setzten sich viel zu wenig mit diesen gut organisierten Kampagnen auseinander die von den USA immer stärker auch nach Deutschland getragen werden

Ja, wenn wir das 2 Grad erzielen wollen, müssen wir auf alternative Energien setzen.


Alternative Energien verursachen im Gegensatz zur Atomkraft keinen Kinderkrebs und keine Unfälle bei denen hundertausende von Menschen gefährdet werden.
Windräder und Solaranlagen müssen im Gegensatz zum Atommüll nicht über eine Million Jahre endgelagert werden
Alternative Energien verursachen auch keinen Klimawandel
Die Wertschöpfung bleibt im Land und fließt nicht an Ölscheichs die den Islamischen Staat unterstützen.



Ja, wenn wir das 2 Grad erzielen wollen, müssen wir auf alternative Energien setzen.

Aber das wird nicht reichen
Wir müssen lauter und deutlicher sagen dass es kein Fortschritt ist, wenn wir Wachstum nur durch die Produktion
von immer dümmeren, kurzlebigeren Gütern erreichen

Auch die südbadischen Medien wollen den Klimaschutz
Doch gleichzeitig wurde gerade die beheizbare japanische Klobrille als Fortschritt bejubelt...

Ohne einen nachhaltigen menschengerechten Fortschritt werden wir den Klimawandel nicht stoppen
„Schneller kaufen – schneller wegwerfen“ ist das Problem, nicht die Lösung

„Der German Way of live des dummen Konsums“ ist ein zutiefst zerstörerisches Exportmodell
„Der German Way of live des dummen Konsums“ zerstört nicht nur das Klima.

Hallo Freiburg
Schön, dass heute hier so viele unterschiedliche Verbände und Organisation an einem Strang ziehen.
Ihr /Wir müssen und werden uns auch in Zukunft einmischen
Dankscheen
Axel Mayer, BUND





Rede von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer beim europaweiten Aktionstag gegen TTIP, CETA & "Frei"handel am 11.10.14 um 11.15 Uhr in Freiburg



Hier könnt Ihr bei RDL die Rede(n) nachhören!
Hier könnt Ihr Euch den Redebeitrag auf youtube anschauen.(Ganz am Anfang des Beitrages, direkt nach der Trommlergruppe)






Hallo Freiburg!

Ich muss euch gleich am Anfang enttäuschen.

TTIP & Freihandel sind wichtige Themen, aber es gibt wichtigere Themen.

Ein wichtigeres, schwierigeres, komplexeres Thema ist das Thema Krieg und Frieden und der nicht nur in Nah-Ost zunehmende Hass auf den Westen.

Ich möchte heute kurz zu den Themen

Freihandel – Westliche Werte – Kriegsursachen & Gier sprechen.


Liebe Freundinnen und Freunde,
immer wenn es darum geht Kriege zu führen oder zu unterstützen,
erklären alle Regierungen, warum die eigene Seite die Gute ist.

Auch uns wird jetzt gerade erklärt, warum wir die Guten sind

Wir sind die Guten, weil wir die richtigen Werte haben.

Was sind unsere Werte?
Liberté, Égalité, Fraternité in Frankreich.
Freedom and Democracy in den USA.
Und Deutschland: Wir stehen für Freiheit, Aufklärung und Menschenrechte.

Das sind alles gute, wichtige wertvolle Werte
Doch wenn wir die richtigen Werte haben,
dann müssen wir uns fragen, woher der global zunehmende Hass auf den Westen kommt.

Nein, ich meine nicht den Hass der Mörder, Barbaren und Verbrecher der ISIS, der nicht zu erklären und nicht zu entschuldigen ist
und wo wir heute in Kurdistan, ähnlich wie 1939 in Europa mit der reinen Lehre des Pazifismus die Menschen nicht schützen können.

Und dennoch:
Wenn alle nur noch diskutieren wie man die Folgen des Hasses bekämpfen kann
dann ist es unsere schwierige Aufgabe die Ursachen mancher Kriege zu analysieren und zu beseitigen

Der kluge Jean Ziegler hat in seinem Buch „Der Hass auf den Westen“ die Ursachen schon vor Jahren beschrieben, aber es wurde nicht auf ihn gehört.

Das ist ja alles ganz nett, aber was hat dies mit TTIP zu tun?
Der zunehmende globale Zorn auf den Westen hat 1000 Ursachen.

Eine dieser Ursachen ist der weltweite Krieg gegen die Armen und die Auswüchse des Freihandels.

Was sind die französischen Werte?
Das waren einmal Liberté, Égalité und Fraternité.
Kennt ihr Veolia, den großen französischen Wasserkonzern,
die Wasserkrake, die alles privatisieren will?

Zwischen Frankreich und Ägypten gibt es ein Freihandelsabkommen.
Jetzt hat der ägyptische Staat ein Verbrechen gegen den Freihandel begangen und wird von Veolia vor einem geheimen Schiedsgericht verklagt.

Was ist das ägyptische Verbrechen?
Der ägyptische Staat hat den monatlichen Mindestlohn von 41 auf 72 Euro erhöht. Das schränkt natürlich die Veolia-Gewinne in Ägypten ein und ist ein Freihandelsverbrechen.
Welche westlichen Werte verkörpert Freihandel und Veolia in Ägypten?
Liberté, Égalité, Fraternité?

Nein, die Veolia-Klage steht für unsere wirklichen Werte, für die Gier.

Was sind die amerikanischen Werte?
Freedom and Democracy.

Ihr kennt den amerikanischen Tabak-Konzern Philip Morris?
Zwischen Amerika und Uruguay gibt es ein Freihandelsabkommen.

Jetzt hat Uruguay ein schreckliches Verbrechen gegen den Freihandel begangen und wird von Philip Morris auf zwei Milliarden Dollar Schadenersatz vor einem geheimen Schiedsgericht verklagt.

Was war das schreckliche Verbrechen?
Uruguay hat ein Nichtrauchergesetz eingeführt, das in etwa unserem Nichtraucherschutz entspricht.
Das hat tausenden von Menschen das Leben gerettet, aber es ist natürlich ein Verbrechen gegen den Freihandel.

Welche westlichen Werte verkörpert Philip Morris in Uruguay?
Freedom and Democracy?
Nein, der Konzern verkörpert den zentralen Wert unserer Zeit: Die Gier!

Ihr kennt den Konzern Renco?
Renco klagt gerade gegen den peruanischen Staat auf 800 Millionen Dollar Schadensersatz.
Auch mit Peru gibt es ein Freihandelsabkommen.

Was ist das schreckliche Verbrechen gegen den Freihandel?
In den peruanischen Anden wird Blei abgebaut. Dort gibt es einen der zehn am meisten verschmutzten und vergifteten Orte der Welt. 99 Prozent der Kinder leiden an Bleivergiftung

Renco sollte nach Willen der peruanischen Regierung sanieren.
Aber eine menschenschützende Sanierung mindert natürlich die Profite.

Der Umweltvergifter Renco fordert jetzt vor einem Schiedsgericht 800 Millionen Dollar Schadensersatz von Peru.

Was sind unsere westlichen Werte?
Freedom and Democracy, Freiheit, Aufklärung und Menschenrechte oder Gier?

Warum sind wir im Westen in den Kriegen der Welt die Guten?
Wegen Werten wie den Menschenrechten, zu denen ich stehe?

Oder wird mit Freedom and Democracy und Menschenrechten nur die Gier der Konzerne getarnt?

Wie war das in der Vergangenheit mit den Werten?
Waren wir in der Zeit der Kreuzzüge, der Kolonialkriege nicht auch schon die Guten mit den besseren, westlichen, christlichen Werten?
Stand auf deutschen Uniformen im Ersten Weltkrieg nicht auch „Gott mit uns“

Und warum nimmt der globale Hass auf den Westen zu?
Er nimmt auch wegen dieser Form des Freihandels zu.

Nicht nur TTIP und CETA sind böse.
Der Freihandel und die Schiedsgerichte in der bisherigen Form sind böse.

Und jetzt muss ich Euch (und mich) noch einmal ärgern.
Haben mich, haben Euch die Folgen des Freihandels für
ArbeiterInnen in Ägypten, für die Menschen in Uruguay und für die bleivergifteten Kinder in Peru interessiert?

Das hat uns in unserer grünen Idylle Freiburg einen Scheiß interessiert!

Erst die Gefahr durch TTIP,
Gentechnik, Sozialdumping, Fracking, Chlorhühnchen und Hormonfleisch zu bekommen, hat uns aufgeweckt.

Ja, wir müssen TTIP und CETA & Konzerngerichtsbarkeit stoppen.
Aber wir dürfen auch den bisherigen Freihandel
und den Krieg gegen die Armen der Welt nicht vergessen.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer Freiburg

Wichtiger Nachtrag:

Kurz nach den bundesweiten Demos: "Das Imperium schlägt zurück..."
attac wurde wegen seiner gemeinnützigen Aktivitäten für mehr Demokratie und soziale Gerechtigkeit (und vermutlich auch wegen der TTIP-Kampagnen) im Oktober 2014 die Gemeinnützigkeit entzogen.
Wenn einer von uns angegriffen wird, dann werden wir alle angegriffen.





Neckarwestheim Rede von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer am 9.3.13

Hier mehr Infos zum AKW Neckarwestheim

"Fukushima mahnt - jetzt handeln!" ist das Motto der Demonstration und Kundgebung in Neckarwestheim am 09. März. Die Aktion beginnt ab 13.00 Uhr in Kirchheim/Neckar (Bahnhof) und wird von einem landesweiten Trägerkreis durchgeführt. Mehr Infos

Es reden:
Franz Wagner (Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn)
Tomoyuki Takada (AtomfreeJapan - Atomfreie Welt in Ost und West - von Mensch zu Mensch)
Axel Mayer ( Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)


Ihr könnt die Rede von Axel auf youtube ansehen & anhören.

(Es gilt das gesprochene Wort)

Hallo Neckarwestheim,

ich soll Euch grüßen
Grüßen vom Oberrhein

wo wir trinational gemeinsam gegen die AKW Fessenheim, Beznau, Leibstadt streiten

Hallo Schwaben, Franken & Badener

ich soll Euch grüßen
Grüßen vom Oberrhein

wo wir trinational vor langer Zeit die AKW in Wyhl, Kaiseraugst (CH) und Gerstheim (F) verhindert haben

Neckarwestheim
Contergan
Fukushima
Bhopal
Seveso
Asse
Asbest


Was haben
Neckarwestheim
Contergan
Fukushima
Bhopal
Seveso
Asse
& Asbest

miteinander zu tun?

Asse
Warum zahlen wir, die Steuerzahler, die Milliardenkosten für die Umweltsauerei und nicht die Atomkonzerne? Warum trägt keiner der Verantwortlichen die Verantwortung?
-----

Was soll das saudumme Geschwätz bei Stuttgart 21
Bahn oder Land müssten jetzt die Milliarden Mehrkosten zahlen

Wer ist denn „Bahn und Land“?
Wir sind Bahnfahrer und Steuerzahler
Wir zahlen die Mehrkosten und nicht die Lobbyisten die uns vor der Volksabstimmung belogen haben

Contergan
In Kürze zahlt der deutsche Staat den Contergan Opfern endlich und viel zu spät eine Rente von 120 Millionen Euro jährlich.
Doch warum zahlt der Staat, also wir, und nicht die verantwortliche, immer noch existierende Firma Grünenthal dieses Geld?
Die Firma Grünethal hat ein mal 100 Millionen DM bezahlt.
Der dumme Staat, also wir, zahlen 120 Millionen Euro jährlich.
Warum zahlen wir? Warum nicht die Verursacher?

Asbest
Wie viele Menschen sind am Asbest gestorben?
Warum sitzt noch keiner der Verantwortlichen, die am Asbest noch verdient haben als die mörderische Gefahr längst bekannt war, im Gefängnis?
Und warum zahlen unsere Krankenkassen, also wir, die Folgekosten?

Contergan, Asbest, Holzschutzmittel, Bhopal, Seveso, Fukushima, Tschernobyl

Warum sitzt kein Verantwortlicher im Gefängnis?
Warum zahlen wir, immer wir
und nicht die Verantwortlichen die Folgekosten?

Weil das Verursacherprinzip viel zu häufig nur für die kleinen Umweltsünder gilt!

Was gilt für die Chemiekonzerne, für die Atomkonzerne?
Es gilt das globale „Der-Verursacher-zahlt-nicht-Prinzip“

Was hat das alles mit Neckarwestheim zu tun?
Wenn die Verantwortlichen für Contergan, Asbest, Bhopal, Seveso, Fukushima, Tschernobyl zahlen müssten, wenn sie ins Gefängnis gingen,
dann würde uns hier kein AKW bedrohen.
Dann wüssten die Betreiber:
Im Katastrophenfall tragen Sie Verantwortung

Es geht uns nicht um Rache
Es geht uns nicht um besonders harte Strafen
Es geht uns um angemessene Strafen
Es geht um einen alten Kampf der Menschheitsgeschichte, der im globalen Zeitalter der Gier mehr als aktuell ist
Es geht uns um Gerechtigkeit



Es ist unglaublich
Immer noch bedrohen uns die Atomkonzerne mit AKW
E.on, RWE und Vattenfall und EnBW haben nichts gelernt aus Tschernobyl und Fukushima

Es ist unglaublich
Die Atomkonzerne bedrohen unser Leben

Und E.on, RWE und Vattenfall klagen sogar auf Entschädigung
Sie wagen es zu klagen, weil sie uns mit ihren abgestellten AKW nicht mehr bedrohen dürfen

Was ist das für eine Logik?
Sie wollen Geld dafür, dass sie unser Leben und unsere Gesundheit nicht mehr bedrohen dürfen

Das ist die Logik einer Welt über die der amerikanische Multimilliardär Waren Buffet sagt:
„Es herrscht Krieg zwischen Arm und Reich, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die den Krieg führt, und wir gewinnen.“ Quelle

Wer nach Fukushima und Tschernobyl noch AKW betreibt, gehört nicht auf die Klägerbank
Er gehört auf die Anklagebank
und das Geld, das den Contergan Opfern zusteht, sollte die Firma Grünenthal bezahlen

CDU, CSU und FDP organisieren die Energiewende

CDU, CSU und FDP organisieren die Energiewende
gut und schlecht

Gut für die großen Energiekonzerne und Stromverschwender
Schlecht für uns, für die Menschen

Es ist faszinierend:
Nicht das Leid, die Folgen und Kosten der Atomunfälle
in Fukushima und Tschernobyl stehen im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte

Die Kosten der Energiewende stehen im Mittelpunkt

CDU, CSU und FDP werden einen „Sozialwahlkampf“ organisieren.

Sie werden sich als die Energiepreisdrücker,
als VertreterInnen der kleinen Leute darstellen

Und die Realität?
Jedes privat finanzierte Windrad, jede Solaranlage nimmt
E.on, RWE und Vattenfall, EnBW und den Ölkonzernen und Ölscheichs Macht und Geld.

CDU, CSU und FDP sind bei der Energiewende nicht die Interessenvertreter der kleinen Leute
CDU, CSU und FDP sind bei der Energiewende die Interessenvertreter von E.on, RWE und Vattenfall, EnBW von den Kohlekonzernen und Ölscheichs

Und doch muss ich jetzt etwas sagen, was ihr nicht gerne hören werdet:

CDU, CSU und FDP haben bei der Energiewende vieles falsch gemacht (fast alles)
und doch war die Energiewende unter schwarz gelb das Beste, was uns passieren konnte
Stellt Euch vor, eine Rot-Grüne Bundesregierung wäre in den viel zu langsamen Atomausstieg eingestiegen

Stellt Euch vor:
Eine hasserfüllte Pro-Atom CDU, CSU und FDP- Opposition, mit Bild und Bams und Welt und dem Geld der Atomkonzerne...

Es wäre noch schwerer geworden
es wäre noch härter gewesen
und wir sind noch lange nicht am Ziel
und keiner, keiner sollte sagen, wir hätten schon gewonnen



und weil wir noch lange nicht gewonnen haben,
reicht es nicht, einmal im Jahr zur Demo zu gehen


Habt Ihr eine Solaranlage auf dem Dach?
Wo sind an Euerm Haus die Atomplakate?
Wo sind an Euerm Balkon die Banner und Fahnen?
Seid Ihr aktiv in einer BI oder einem Naturschutzverband?
Wann habt Ihr zuletzt einen Aufkleber geklebt?
Wann habt Ihr Euern letzten Leserbrief geschrieben?
Seid Ihr aktiv?



Das atomare Dorf lebt
Der Atomfilz lebt
und wir sind noch lange nicht am Ziel
und keiner, keiner sollte sagen, wir hätten schon gewonnen


Katastrophenschutz

Sehr geehrter Herr Kretschmann,

Fukushima hatte viele Folgen
Eine dieser Folgen ist die GRÜN-Rote Landesregierung

Darum drängen wir Sie:
Stellen Sie die alten Kisten in Baden-Württemberg ab

Und helfen Sie uns, das älteste AKW der Welt in Beznau
und das älteste AKW Frankreichs in Fessenheim abzustellen

Sehr geehrter Herr Kretschmann,
es kann nicht angehen, dass sich „unsere“ EnBW an der Aufhübschung des Uralt-AKW Fessenheim mit 17,5% beteiligt

Sehr geehrter Herr Kretschmann,
in einem Bereich gibt es keine Ausrede: Katatrophenschutz ist Ländersache

Wir wissen, Sie können nicht alles geradebiegen, was schwarz gelb in 50 Jahren versaubeutelt hat.

Aber AKW-Katatrophenschutz ist Ländersache
AKW-Katatrophenschutz ist ihre Sache Herr Kretschmann, ist Sache von GRÜN-Rot

Was wir, was Sie von schwarz-gelb geerbt haben, ist kein Katastrophenschutz
Was wir heute haben, ist Kataströphchenschutz.

Der heutige Katastrophenschutzplan mit seinen lächerlich kleinen Evakuierungsradien ist Kataströphchenschutz

Wen schützt der alte, aktuelle Katastrophenschutz?
Er schützt die EnBW,
er schützt die AKW in Neckarwestheim und Fessenheim

er schützt die Katastrophe nicht die Menschen

Wie viele Menschen wohnen im Evakuierungsradius?
Die Gegend um Fukushima war dünn besiedelt
Aber hier?
Im 30 km Radius um Neckarwestheim: 1, 6 Mio Menschen
im 40 km Radius um Neckarwestheim: 2,7 Mio Menschen

Wie viele Städte müssten evakuiert werden?
Stuttgart, Esslingen, Ludwigsburg und Sindelfingen liegen in einer Entfernung von 20 bis 40 km südlich von
Neckarwestheim und Heilbronn im Norden

Es gibt hier kein sanftes Meer wie in Japan,
wohin ein freundlicher Wind einen Hauptteil der Radioaktivität tragen kann

Stellt es Euch vor
Stellt Euch vor in wenigen Stunden, in wenigen Tagen
Stuttgart, Esslingen, Ludwigsburg, Sindelfingen, Neckarwestheim, Heilbronn und viele, viele kleine Dörfer zu evakuieren.

Herr Kretschmann ich beneide Sie nicht
Ich beneide ihre Behörden nicht

Im Freiburger Regierungspräsidium verzweifelt die GRÜNE Regierungspräsidäntin Bärbel Schäfer an der Aufgabe einen Evakuierungsplan für Fessenheim zu entwickeln

Ihr glaubt das Hauptproblem sei es eine Million Menschen zu evakuieren?

Das ist ein Problem, aber es nicht das Hauptproblem

Um Fessenheim wohnen eine Million Menschen

Das Hauptproblem ist die Unterbringung der Fliehenden

Würdet Ihr uns Badener für ein, zwei, zehn Jahre aufnehmen?

Eine Million Menschen?

Und wer würde Euch Franken und Schwaben aufnehmen?
Für ein, zwei, zehn Jahre, für immer?

Diese Frage ernsthaft anzupacken stellt eine Behörde vor ein unlösbares Problem

Doch wenn ein richtiger, ein ernsthafter, ein nicht CDU-FDP-EnBW Katastrophenschutz ein unlösbares Problem ist

Dann gibt es nur eine einzige Lösung Herr Kretschmann

Abstellen! Jetzt! Sofort!

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer




Ein Redebeitrag von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer zum Thema Geplante Obsoleszenz vom 11.7.14 im Freiburger Vauban

Schneller kaufen - Schneller wegwerfen – Das Prinzip der geplanten Obsoleszenz –

Das Thema des Abends ist die geplante Obsoleszenz
die „gezielte Lebensdauerverkürzung von Produkten“ aber auch die vielen anderen Formen von Obsoleszenz.

Jürgen Reuß der das Buch „Kaufen für die Müllhalde“ geschrieben hat wird heute Abend hier lesen.
Ich mache nur die etwas umfangreichere Einführung ins Thema

Eine Veranstaltung vom Stadtteilverein Vauban und BUND Regionalverband

Ich möchte mit einem aktuellen Beispiel beginnen:
Wir erleben gerade das Supportende von Windows XP
Auf knapp 30 Prozent der etwa 1,5 Milliarden Rechner weltweit läuft die Software
Das Ende von Windows XP auch das Ende für einen Großteil der "30 Prozent der etwa 1,5 Milliarden Rechner weltweit" bedeuten könnte.
Nur wegen des Endes von XP werden weit über hundert Millionen Computer weggeworfen
Was sind das für Mengen an verschwendeter Energie, Rohstoffen und menschlicher Arbeitskraft

Als BUND-Geschäftsführer möchte ich das Thema Obsoleszenz in einen größeren gesellschaftspolitischen und umweltpolitischen Rahmen einordnen

Ich glaube nicht daran, dass hinter: „Schneller kaufen - Schneller wegwerfen“ nur der böse Wille und das Gewinnstreben einzelner Firmen steht

Geplante Obsoleszenz ist für mich eine Reaktion der Wirtschaft in Krisen und einer zerstörerischen Endphase exponentiellen Wachstums

Ich muss zugeben
Seit 39 Jahren bin ich im Umweltschutz aktiv,
aber bis vor zwei Jahren kannte ich den Begriff „Geplante Obsoleszenz“ nicht

Ich saß vor einem Jahr mit der Fernsehjournalistin Sigrid Faltin zusammen und wir diskutierten eine Sonderform der Obsoleszenz

Den Abriss der Freiburger Unibibliothek nach nur 33 Jahren

Abends kam die Mail von Sigrid: Zu dem Thema läuft ein sehenswerter Film auf Arte

Seither beschäftige ich mit diesem Thema:
Internet: 46.000 Zugriffe auf unsere Seiten
Viele Medienanfragen (Japan Asai Shinbum)
Versuch, das Thema in den BUND und in die bundesweite Umweltbewegung zu tragen

„Seither beschäftige ich mit diesem Thema“ ist eigentlich falsch ausgedrückt

Wir haben das Pferd immer nur vom anderen Ende her aufgezäumt.

Die wünschenswerte und notwendige Langlebigkeit von Produkten war immer schon ein BUND-Thema. Nur die gezielte Kurzlebigkeit nicht...

Noch einmal:
Ich glaube nicht daran, dass hinter: „Schneller kaufen - Schneller wegwerfen“ nur der böse Wille und das Gewinnstreben einzelner Firmen steht

Geplante Obsoleszenz ist für mich eine Reaktion der Wirtschaft in einer zerstörerischen Endphase exponentiellen Wachstums.

Es ist ein Puzzele-Stück in den aktuellen multiplen globalen Krisen

1932 veröffentlichte der damalige General-Motors-Chef Bernard Londons sein Buch „Ending the depression through planned Obsolescence“.

Die Idee war, dass eine verkürzte Haltbarkeit von Produkten den Konsum anheizen würde und so der Wirtschaft aus der Depression helfe.

Zwei Fragen ans Publikum:
1) Wie viel Wachstum hätten Sie denn gerne?
(wie viel Wachstum brauchen wir, um aus der Krise zu kommen?)

Bei einem anhaltenden Wachstum von 3% verdoppelt sich das Bruttosozialprodukt alle 23 Jahre, bei 5% sogar bereits alle 14 Jahre...
Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit.

2) Wie viele Dinge haben Sie in Ihrem Haushalt?
Eine durchschnittliche Mitteleuropäerin oder ein Mitteleuropäer besitzt heute zwischen 10 000 und 13 000 Dingen, und es werden (Dank Wachstum & Werbung) täglich mehr

Jetzt stellen Sie sich die Menge der Dinge vor, die Sie besitzen und ein dauerhaftes Wachstum von 3%

Ist schnelles Wegwerfen die Problemlösung unserer Krisen?

Uns wird gesagt:
Chinesen & Deutsche arbeiten recht effizient und produzieren viel

Uns wird gesagt:
Die Finanz- und Wirtschaftskrise soll dadurch gelöst werden, dass Griechen, Spanier und der Rest der Welt so effizient arbeiten und produzieren wie Chinesen & Deutsche...

Ich frage Sie:
Wohin dann mit den ganzen Produkten? (Jährlich kommen in Deutschland 1,7 Mio. Tonnen Elektro- und Elektronikgeräte auf den Markt)
Wer soll den ganzen Scheiß kaufen und woher sollen Energie und Rohstoffe für die Produktflut kommen?
Ist es sinnvoll und erfüllend unter immer größerem Stress immer mehr zu arbeiten um immer kurzlebigere und dümmere Produkte zu kaufen?

"Früher" gab es diese Probleme nicht

Wir produzierten nicht so effizient
Es gab alle zwanzig dreißig Jahre einen großen Krieg und viele der Überlebenden besaßen nach dem Krieg nur noch 200 Dinge...



Wir sollten versuchen, unsere Probleme ohne Krieg zu lösen

In der Logik eines Systems unbegrenzten Wachstums spricht alles für Schneller kaufen - Schneller wegwerfen

Früher haben sich die Menschen über den Besitz von Dingen, über das „Haben“ definiert
Heute definiert sich eine werbeerzogene „Ich kaufe, also bin ich - Generation“ nicht mehr über den langen Besitz eines Produkts, über das „Haben“, sondern über den kurzen Vorgang des Kaufs

Und das Verrückte: Wir kaufen und kaufen und sind zunehmend unzufrieden, krank, ausgebrannt

In der Logik eines Systems unbegrenzten Wachstums und globalen Raubbaus spricht alles für Schneller kaufen - Schneller wegwerfen

Doch unbegrenztes Wachstum zerstört begrenzte Systeme
Das Versprechen vom unbegrenzten Wachstum ist nicht haltbar und beschleunigt die globale Krisen

Unsere globale Raubbauwirtschaft führt zu:

Klimawandel
Ausbeutung (nicht nur) armer Länder
zur absehbaren Endlichkeit der Energie- und Rohstoffvorräte"In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat."
zu Peak Oil, Peak Gas, Peak Kupfer, langfristig Peak Everything



Ist schneller kaufen schneller wegwerfen vielleicht einer Sonderform der berühmten „spätrömischen Dekadenz“?

Die Eliten der Griechen und Römer waren vor dem Zusammenbruch ihrer Reiche sehr verschwenderisch
Sie haben Kriege geführt und beinah den gesamten Mittelmeerraum abgeholzt, um damit ihre Kriegs- und Handelschiffe zu bauen.

Menschengemachte Verwüstung ist häufig ein Vorzeichen zusammenbrechender Hochkulturen.

Und wir?
Ich sage nur drei Stichworte:
Obsoleszenz, Atomkraft und Fracking

Auch für unsere Handy- und Computerwegwerfkultur starben seit 1998 über 3 Millionen Menschen im "unbeachteten" Coltan-Rohstoffkrieg im Kongo.

Es gibt ein Politikproblem
In Sachen Wachstumsglaube und geplante Obsoleszenz gibt es fast keinen Unterschied zwischen der neoliberalen Rechten und strukturkonservativen Linken.
Der berühmte Satz: „Wir müssen die Binnenkonjunktur ankurbeln“ heißt doch nichts anderes als - schneller kaufen - schneller wegwerfen

Die Abwrackprämie / Umweltprämie war eine klassische Form von staatlich organisierter geplanter Obsoleszenz und eigentlich leider auch alt-sozialdemokratisch...

Wer sein über 10 Jahre altes Auto verschrottete, bekam bei gleichzeitiger Anschaffung eines Neuwagens eine so genannte Umweltprämie von 2500 Euro.
Hans Magnus Enzensberger gab der „Umweltprämie“ den richtigen Namen: „Die Abwrackprämie ist eine Belohnung für die Vernichtung von Gebrauchsgegenständen; ihr Besitzer empfängt diese Prämie, die er als Steuerzahler entrichtet.“ (Zitatende)

Der Wachstumsglaube führt aktuell auch zu einem der größten umwelt- und sozialpolitischen Fehler:
Das geplante Freihandelsabkommen.
Das Das Transatlantische Freihandelsabkommen ( TTIP) wird die demokratiegefährdende Macht der Konzerne verstärken.
Es öffnet die europäischen Türen für Genfood, Hormonfleisch, Fracking, Sozialdumping, geheime Schiedsgerichte, Monsanto und andere US-Konzerne.
Konzerne die schon jetzt in Europa viel Geld verdienen, aber im Gegensatz zu Dir fast keine Steuern bezahlen, werden noch mächtiger.

Der Natur- und Umweltschutz arbeitet liebevoll am kleinen Detail, die Genlobby, Chemiekonzerne & Umweltzerstörer arbeiten am großen Ganzen.
Wenn wir uns jetzt nicht gegen TTIP wehren, werden wir den ökologischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte zu verspielen.

Was tun?
Sie warten jetzt auf die berühmt berüchtigten Appelle der Umweltbewegung ans Gewissen und an den guten Menschen:

„Ändert Euer Leben: Kauft langlebige Produkte“

Nach fast vier Jahrzehnten in der Umweltbewegung habe ich immer weniger Lust auf solche Appelle.

Es ist gut, ökologisch sinnvoll zu handeln, aber Appelle reichen nicht und nützen wenig.

Wir müssen gegen die zerstörerische Logik eines Raubbausystems angehen.

Was tun?
Die Macht der VerbraucherInnen gegen die Verkürzung der Produktlebensdauer war bisher zumindest einmal erfolgreich:

Der US-Konzern Apple wurde 2003 von tausenden KundInnen per Sammelklage vor ein Gericht gebracht. Im iPod waren Akkus mit sehr kurzer Lebensdauer installiert, die natürlich nicht austauschbar waren. Es kam zu keinem Urteil, weil Apple sich außergerichtlich mit den KlägerInnen einigte. Dennoch war die Klage ein erster Erfolg im Kampf für nachhaltige Produkte. Gegen Obsoleszenz durch "immer Neues kaufen müssen" hat das Urteil wenig genützt

Was tun?
Reparaturwerkstätten sind ein guter individueller Ansatz
Aber es ist auch die berühmte individuelle Nische
Wir brauchen die Nische, wir brauchen aber auch den politischen Ansatz

Was tun?

Der Kampf gegen die geplante Obsoleszenz ist ein unbeachteter, wichtiger Aspekt der Energie- und Rohstoffwende
Wir müssen TTIP verhindern
Wir müssen Fortschritt menschengerecht definieren und dürfen den Begriff nicht den Gierigen überlassen
Wir brauchen die massive Verlängerung von Garantien und Gewährleistungszeiten. Das Ministerium für Verbraucherschutz sollte in regelmäßigen Abständen für (fast) jedes langlebige Produkt die "durchschnittliche Lebensdauer" ermitteln und eine ein Drittel darüber liegende Mindestgarantiezeit fest legen. Dies würde den technischen Fortschritt nachhaltig beschleunigen.
Werbung und Werbeanzeigen ohne die Angabe von Garantiezeiten sollte es nicht mehr geben.
Das Papier, auf dem die Garantie aufgedruckt ist, muss eine längere Lebensdauer als das Produkt haben (Kein Thermopapier)
Informieren Sie sich. (dafür sind Sie heute hier)
Reparieren Sie und lassen Sie reparieren




Was können wir gewinnen?

Aus einem Puzzlestück der globalen Krise könnte ein Puzzlestück der Problemlösung werden
Langlebige, schöne, reparaturfähige Produkte
Eine Verringerung der Lebensarbeitszeit (die dann aber auch global und national besser verteilt werden muss)
Eine Verringerung der Energie- und Rohstoffverschwendung, der Umweltverschmutzung und des Klimawandels
Zukunftsfähigkeit und echte Nachhaltigkeit
Einen Ansatz für das „Gute Leben“ mit einem massiv verringerten Input an Energie- Rohstoffen und menschlicher Arbeitskraft



"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." Ghandi


Axel Mayer, BUND Geschäftsführer



(Es gilt das gesprochene Wort)




Fessenheim-Rede 18. Sept 2011 auf der Rheinbrücke Neuenburg - Chalampé
18.09.2011
Von regionalen und globalen Demonstrationen und einer EnBW-E.ON-EDF Stromwaschmaschine
Fessenheim-Rede 18. Sept 2011 auf der Rheinbrücke Neuenburg - Chalampé


Hallo Baden / Sallü Elsass / Hallo Markgräfler / Bonjour
Wieder einmal stehen wir hier
Wieder einmal ist es leider nötig hier zu stehen
Wieder einmal stehen wir nicht alleine
Auch in Breisach, Nonnenweier und Konstanz wird demonstriert

Die Welt ist unruhig
es gibt Atom-Demos in Tokio aber es gibt auch sonst viele Nicht-Atom-Demos zu vielen Themen
Tel Aviv, Santiago de Chile, Stuttgart, Nordafrika

Die Welt ist unruhig
Die atomaren Gefahren nehmen zu
Fessenheim, Fukushima, Beznau

Die globalen Krisen nehmen zu
Die globalen Proteste nehmen zu
es gibt viele Nicht-Atom Themen
Schuldenkrisen
Klimawandel
Demokratiemangel
Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander

Es gibt nicht eine Krise, wir erleben eine Zeit multipler Krisen
Ein System, das unbegrenztes, dauerhaftes Wachstum versprach
Ein System, das unbegrenztes, dauerhaftes Wachstum auch durch Atomenergie versprach
zeigt, dass dieses Versprechen ein unhaltbarer Mythos, eine Lüge war

Atomkraftwerke und Atomwaffen zerstören begrenzte Systeme
Beides hat Japan erlitten, in Hiroshima und Fukushima
Unbegrenztes Wachstum zerstört begrenzte Systeme
Das gilt für Südbaden, das gilt für´s Elsass, das gilt für die Welt

Und die ganz große Krise kommt erst noch
Erdöl, Gas, Uran, Kupfer und andere Rohstoffe sind endlich
Wir erleben Peak Oil, Peak, Uran, Peak Gas, Peak Kupfer, Peak Everything
Wir sind Teil eines globalen Raubbausystems
"In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat."
Wir haben der Erde die Haare vom Kopf gefressen

Überall wird demonstriert auf der Welt
Die Gründe sind unterschiedlich
und doch zeichnet sich ein verbindendes Element ab

Auf der einen Seite stehen immer die Menschen
auf der anderen Seite stehen fast immer undemokratische Machteliten


In Deutschland nennt man das den Atomfilz
In Japan nennt man das „das atomare Dorf“
„Das atomare Dorf“ ist die undemokratische Verfilzung von Atomkonzernen, Regierung, Parteien, Baukonzernen, Machteliten und Medien am Rand der Korruption

„Das atomare Dorf“ gibt es auch in Frankreich
Ist Herr Sarkozy der Präsident der Republik?
Ist Herr Sarkozy der Vertreter der EDF?
Ist Herr Sarkozy der Außendienstmitarbeiter von AREVA der vor kurzem an Herrn Gaddafi ein AKW verkaufen wollte?
Er ist vermutlich alles zusammen

In Sachen Fessenheim steht Herr Sarkozy vor einer Entscheidung
Alle Gründe der Vernunft sprechen für eine sofortige Abschaltung der Schrottreaktoren
Der zunehmende politische Druck aus dem Elsass, aus Südbaden und der Schweiz spricht für eine sofortige Abschaltung der Schrottreaktoren
Der Zustand des AKW-Fessenheim spricht für die sofortige Abschaltung
Nur ein einziges Argument spricht für den Weiterbetrieb
Dieses eine Argument treibt auch in Tel Aviv, Santiago de Chile und Nordafrika die Menschen auf die Straßen
Das Argument ist die global entfesselte Habgier

Von einer 60 jährigen Betriebszeit für Fessenheim spricht der Chef des AKW Fessenheim
Eine solche Aussage ist ein Verbrechen an der Gegenwart und ein Verbrechen an der Zukunft


60 Jahre Fessenheim:
Das wären 60 Jahre Risiko
Das wären 60 Jahre satte Gewinne für die EDF
60 Jahre Laufzeit: Das ist ist die global entfesselte Habgier


60 Jahre Fessenheim:
Das wären 60 Jahre Risiko
Das wären 60 Jahre satte Gewinne für die EDF

60 Jahre Laufzeit: Das ist ist die global entfesselte Habgier


Das wären aber auch 60 Jahre satte Gewinne für die deutsche EnBW
Es stimmt: Die deutsche EnBW bezieht keinen Strom aus Fessenheim
und das klingt doch erst mal gut
Es ist komplizierter:
Der Vorgänger der EnBW, das Badenwerk war mit 17,5% am Bau von Fessenheim beteiligt
Der Vorgänger der EnBW bezog immer 17,5% des Gefahrstroms
Die ENBW weiß: Fessenheimer Gefahrstrom hat ein schlechtes Image
Die Werbestrategen der EnBW hatten eine gute Idee
Die Idee heißt „Stromwäsche“
Der Fessenheim EnBW-Strom geht jetzt an E.ON
Der Fessenheim-E.ON Profit geht an unsere EnBW
Das ist eine propagandistisch gut gemachte Stromwäsche
Der Atomdealer gibt den Stoff an einen anderen Dealer weiter und bekommt einen Teil des Gewinns...
An den aktuellen Bauarbeiten für die Gefahrzeitverlängerung ist die ENBW aber direkt mit 17.5% der Kosten beteiligt
Ob das die EnBW Kunden wissen?
Hier ist GRÜN-Rot gefordert:
17,5% ENBW Investitionen in die Laufzeitverlängerung von Fessenheim sind ein nicht hinnehmbarer Skandal
Die neue Landesregierung muß endlich dafür sorgen, dass sich der deutsche Atomkonzern von dieser gefährlichen Beteiligung löst."

In Fessenheim steht der Herbst der Entscheidung an
Trinational müssen wir den Druck verstärken
Wir werden feiern oder demonstrieren
Doch demonstrieren alleine reicht nicht

Südbaden, das Elsass und das Markgräflerland müssen bunt werden
Lasst 1000 Banner, Fahnen, Plakate und Aufkleber blühen
Auf grauen Betonstützmauern in den Reben könnte stehen
(nicht heimlich gesprüht sondern in Absprache mit den Besitzern bunt gemalt)
Nein zu Fessenheim!

Am nächsten Wochenende schaut die Welt auf Freiburg
Hunderte von Journalisten schauen auf den Papst und auf unsere Atom-Fahnen und Banner an den Balkonen
Nein zu Fessenheim

Hallo Baden / Sallü Elsass Hallo Markgräfler / Bonjour
Wieder einmal stehen wir hier
Wieder einmal ist es nötig hier zu stehen
Wieder einmal stehen wir nicht alleine
Auf der ganzen Welt stehen Menschen auf
Gegen atomare Gefahren
Gegen Unrecht
Für Demokratie und Gerechtigkeit
Unser Kampf gegen Atomkraft ist immer auch ein Kampf für Demokratie

Axel Mayer (BUND-Geschäftsführer) / Claude Ledergerber (CSFR, TRAS)


"Bonjour" aux Français, "Hallo" zu den Deutschen und vielleicht auch "Grützi" zu den Schweizern.
Nous voilà rassemblés à nouveau.
Une fois de plus, il est nécessaire et important d'être ici.
Et une fois de plus, nous ne sommes pas seuls.
À d'autres endroits, Breisach, Gerstheim, Constance,
les femmes et les hommes se rassemblent pour dire non à l'ineptie du nucléaire.

Mais à travers le monde entier, d'autres femmes et d'autres hommes disent "non" à d'autres inepties:
à celle de la dictature,
à celle de l'oppression,
à celle de l'exploitation par une poignée de personnes au détriment du reste de l'humanité.
Quelle similitude, chers ami(e)s !

Un monstre sanguinaire et avide de pouvoir et d'argent pourrait cacher une centrale nucléaire tueuse et assoiffée d'imposer une politique énergétique.
Et dire que notre cher président à talonnettes, il y a encore quelques mois,
voulait vendre un EPR au Colonel Kadhafi.
Il vient de comprendre, fort heureusement mais tardivement
que cela n'aurait pas été un bon choix.
Nous espérons qu'il va vite comprendre
que la prolongation de Fessenheim est un mauvais choix.
On peut être de petite taille et tout de même remarquable par sa grandeur d'esprit.

Il est vrai, il est légitime de se poser la question qui est-il, M. Sarkozy:
est-il le président de la République ?
est-il le représentant d'EDF ?
est-il le commercial d'Areva ?

Il est certainement un peu de tout
mais surtout prêt à servir ses amis financiers et capitaines d’industries qui montrent quotidiennement leur souci de la collectivité...de leur petite collectivité.
Et à leurs pieds,
la plupart de nos élu(e)s politiques,
la plupart des experts soi-disant indépendants,
la plupart des spécialistes de la pensée unique,
qui ânonnent tous le diktat des nucléocrates:
«Circulez, il n’y a rien à voir» ou
«Tout va très bien, Monsieur le Marquis».

Monsieur Machenaud, directeur exécutif groupe en charge de la production chez EDF déclara en avril dans la presse locale:
«Il n’y a aucun risque particulier à Fessenheim».

On peut commencer par le socle de la centrale (le radier)...
le plus mince des centrales nucléaires françaises et 6x moins épais que celui de la centrale de Fukushima...
qui est entrain d’être transpercé par le combustible fondu (le corium).
Il n’y a aucun risque particulier à Fessenheim.

Fessenheim est situé sous le niveau du canal sur le Rhin.
EDF affirme que la rupture du canal et l’inondation du site sont impossibles ...
même après un séisme dont on ne connaît ni l’ampleur, ni l’épicentre.
Il n’y a aucun risque particulier à Fessenheim.

Les piscines de désactivation sont en-dehors de l’enceinte de confinement
et pour changer les générateurs de vapeur hautement radioactifs, il faut les découper sur place ...
car lors de la construction, on n’avait pas prévu une ouverture assez grande.
Il n’y a aucun risque particulier à Fessenheim.

Monsieur Machenaud est un menteur et il est responsable de ses mensonges.
M. Rosso, directeur de la centrale, comme son prédécesseur, parle de 60 ans d'exploitation de la centrale.
Une telle affirmation est un crime au présent, est un crime à l'avenir.
M. Rosso n'est certainement pas un criminel.
Mais il est probablement une marionnette au service d'un lobby qui n'a que faire de l’expression démocratique des habitants d’une région telle que la nôtre.

À de trop rares exceptions près, nos élu(e)s politiques régionaux,
à leurs têtes Monsieur Buttner, Monsieur Kennel et Monsieur Richert,
se réfugient derrière les «stress-tests» confectionnés par l’industrie nucléaire mondiale et adaptés à la sauce nationale,
s’obstinent à croire aux chimères de l’emploi et du coût du kwh nucléaire,
n’ont aucun sens du courage politique face à la pieuvre nucléaire.
Ils ou elles, plus souvent "ils" que "elles" préfèrent,
comme disait Victor Hugo, la consigne à la conscience.
Monsieur Buttner, Monsieur Kennel, Monsieur Richert seront responsables et coupables en cas de catastrophe nucléaire à Fessenheim.

Fin de l’automne, le verdict de la prolongation de 10 ans d’exploitation dangereuse supplémentaire doit tomber.
Continuons notre pression démocratique et pacifique, d’une manière tri-nationale.
Nous fêterons ou nous manifesterons jusqu’à la fête pour la fermeture.

Mais manifester ne suffit pas.
Faisons comprendre à tous ces messieurs, dames parfois, notre pouvoir de décision:
primo ... comme disent et appliquent nos amis allemands:
«Abschalten oder abwählen»
«arrêter Fessenheim ou du balai, les hommes politiques qui persistent dans cette voie».
secundo ... l’argent est le nerf de la guerre ...
dans notre combat, changeons pour un opérateur électrique:
«Enercoop», hélas le seul en France, qui garantit l’électricité à 100%, issue d’énergies renouvelables et qui vous pousse aux économies.
C’est une société coopérative à intérêt collectif certainement beaucoup plus proche du service public que EDF.
tertio ... ne laissez plus inaugurer,
ouvrir ou déblatérer nos élu(e)s sans leur poser la question de Fessenheim.

À quoi ça sert d’inaugurer par exemple une Foire aux Vins si le bouchon de Fessenheim saute et que le vignoble de part et d’autre du Rhin est contaminé pour des siècles.
Faisons fleurir sur nos maisons,
dans nos champs,
sur nos voitures et bicyclettes,
les calicots de la résistance antinucléaire,
les slogans de l’indignation populaire.

"Bonjour" aux Français, "Hallo" zu den Deutschen et peut-être aussi "Grützi" aux Suisses.
Nous voilà rassemblés à nouveau.
Une fois de plus, il est nécessaire et important d'être ici.
Et une fois de plus, nous ne sommes pas seuls.
Dans le monde entier, femmes et hommes se lèvent contre le nucléaire, contre l’injustice
Pour la démocratie, pour la justice.
Notre combat contre le nucléaire est aussi un combat pour la démocratie.

Merci beaucoup à vous tous d’être venus.
Merci à tous les organisateurs de cette nouvelle rencontre transfrontalière

Claude Ledergerber (CSFR, TRAS) Axel Mayer (BUND-Geschäftsführer)




Fukushima - Freiburg: Rede von Axel Mayer am 28.3.2011
29.03.2011
Freiburg Rede von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer Fukushima am 27.3.2011 um 18 Uhr (Sperrfrist), Demobeginn beim Bertoldsbrunnen(es gilt das gesprochene Wort)

Hallo Freiburg
Macht die Augen zu atmet durch

Riecht Ihr´s?
Schmeckeners?

Zwei fremde Gerüche sind in der Luft

ein unangenehmer Duft und ein angenehmer

Kirschblütenduft mit Bequerellen

Und Jasmin, ein Hauch Jasmin

Endlich

Endlich ein wenig Jasmin

Eine Jasmin-Revolution in Ägypten

Eine Jasmin-Revolution in Tunesien

und auch wenn es sich nicht vergleichen lässt

Ein Hauch Jasmin in Baden-Württemberg

Nach 57 Jahren CDU-Regierung

Nach Filbinger, Oettinger und Mappus

Wechsel

Demokratie lebt vom Wechsel

Dauerregierungsparteien (egal welcher Farbe) schaden der Demokratie

Und doch

trotz Wechsel

Keine Illusion

es gibt ein Zitat, das fälschlicherweise Tucholsky zugeschrieben wird.

„Sie glaubten sie seien an der Macht, dabei waren sie nur an der Regierung“

An der wirklich realen Macht sind Andere, an der Macht sind Konzerne

Her Brüderle ist nicht nur Politiker
Herr Brüderle ist ein Sprecher der Macht
Sprecher der Mächtigen

Darum braucht es Jasmin, darum braucht es uns

Schaut nach Amerika

Welche Hoffnung brachte Obama?
Welche Enttäuschung brachte Obama?

Wer hat die Macht?

Darum braucht es Jasmin, darum braucht es uns
Nach 57 CDU Jahren ist die Ministerialbürokratie, sind die Behörden fest in CDU Hand

Darum braucht es Jasmin, darum braucht es uns

Nach 57 CDU Jahren gibt es eine unglaubliche Verfilzung in unserem Land

Wenn der schwarze Filz im Land kompostierbar wäre,
dann könnte man damit alle Biogasanlagen im Land 10 Jahre lang betreiben

Darum braucht es Jasmin, darum braucht es uns

Hallo GRÜN-Rot

Geht an die Arbeit
Räumt auf
Atomausstieg jetzt
Energiewende jetzt
Nachhaltigkeit jetzt
Soziale Gerechtigkeit jetzt

Verspielt die Hoffnung nicht


Wir schauen entsetzt nach Japan
Wir haben mit vielem gerechnet
Wir haben irgendwann irgendwo einen GAU für möglich gehalten

Wir haben mit vielem gerechnet

Wir haben keinen GAU in vier Reaktoren für möglich gehalten

Wir haben keinen GAU bei einem Ballungsraum mit 35 Millionen Menschen für möglich gehalten

Ich habe mich ¾ meines Lebens mit der Atomkraft beschäftigt

Ich schaue manchmal die Nachrichten und denke ich möchte jetzt aus diesem bösen Traum aufwachen

Es kann nur ein Alptraum sein

Wir können uns die Folgen eines GAUS in einem so dicht besiedelten Land nicht vorstellen

Wir wollen uns die Folgen nicht vorstellen

Wann gibt es endlich konkrete Schritte zur
großräumigen Evakuierung von Schwangeren und Kindern?

Ich bin entsetzt über die Lügen der japanischen Betreiber

Ich bin entsetzt über die Lügen und Verharmlosungen der japanischen Regierung

Ich bin entsetzt über die Lügen der deutschen Atomkonzerne

Ich bin entsetzt über die Reaktionen unserer Bundesregierung:
„Der Betrieb von Atomkraftwerken funktioniert nur in Ländern, in denen die Verantwortlichen nicht damit rechnen müssen, im Falle eines schweren Unfalls zur Rechenschaft gezogen zu werden.“
Das gilt für Japan
Das gilt für Deutschland
Das gilt für Frankreich
Das gilt in der Schweiz

Wir Südbadener schauen mit Sorgen in die Schweiz

In Leibstadt steht ein Siedewasserreaktor genau wie in Fukushima

In Beznau stehen zwei Uralt-Reaktoren, älter als die Fukushima Reaktoren

In Benken gibt´s Pläne in einer viel zu dünnen Schicht Opalinuston ein Endlager für Atommüll einzurichten

Wir brauchen ein Endlager!
Wir brauchen ein sicheres Endlager für eine Million Jahre
Benken gibt diese Sicherheit nicht
Atommüll ist ein Verbrechen an der Zukunft

Auch in der Schweiz gibt es konservative Politiker.
Auch sie reden im Wahlkampf gerne vom Schutz der Heimat
Sie haben Tschernobyl und Fukushima nicht verstanden

Eine Atomunfall in einem schweizer AKW wäre schlicht das Ende von Heimat, das Ende der Schweiz

Wichtig.
Es sind nicht die „bösen Schweizer“ die alte AKW betreiben
Es sind die Atomkonzerne die AKW betreiben und der Gefahrstrom geht auch zur EnBW


Die Pläne zum Neubau von AKW in der Schweiz sind vom Tisch
Die Schrottreaktoren laufen noch

Am 22. Mai gibt’s in der Schweiz einen Strom
Am 22. Mai gibt’s in der Schweiz einen Menschenstrom gegen Atom

Wir werden grenzüberschreitend gemeinsam demonstrieren


Wir Südbadener schauen entsetzt nach Fessenheim

Dort steht der älteste französische Reaktor (mit Umweltzertifikat)
Dort steht ein nicht erdbebensicherer Reaktor
Dort steht ein technologischer Dinosaurier
Dort gibt es ein außen liegendes Abklingbecken
In den beiden Fessenheimer Reaktorblöcken entsteht jährlich die Radioaktivität von 1800 Hiroshimabomben

Wir leben in der dreißig Kilometer Zone
In Fukushima sollen die Menschen in der dreißig Kilometer Zone seit 10 Tagen im Keller sitzen

Die Nichtevakuierung dieser Menschen ist ein Verbrechen!
Unser Kataströphchenschutzplan ist eine Katastrophe

Eine Atomunfall in Fessenheim wäre schlicht das Ende von Freiburg
Die EDF will Fessenheim so lange betreiben bis dort zwei neue AKW stehen


Das werden wir nicht zulassen!
Fessenheim abstellen!
Jetzt!

Wichtig.
Es sind nicht die „bösen Franzosen“ die alte AKW betreiben

Es ist der Atomkonzern EDF der Fesseneheim betreibt und der Gefahrstrom geht auch zur EnBW

Vor dem Tschernobyl Jahrestag
am Ostermontag wird es viele Aktionen und Demos geben

Wenn die französischen Gruppen rufen geht’s am Ostermontag auf nach Fessenheim

Grenzüberschreitend solidarisch
nicht deutsch-dominant

Wenn die französischen Gruppen nicht nach Fessenheim rufen
Dann gibt’s Aktionen an allen Grenzbrücken
An allen Grenzbrücken von Straßburg bis Basel
(nicht an den gefährlichen Autobahnbrücken)

Ostermontag 5 nach 12 für eine halbe Stunde
grenzüberschreitend solidarisch
selbstbewusst, friedlich, gewaltfrei

Wir wollen nicht die Autofahrer ärgern

Wir wollen zeigen:
Ein GAU am Oberrhein und alle Brücken, alle Straßen wären dicht

Hallo Freiburg
Hier stehen wir

Hallo Freiburg
Wir freuen uns über Jasmin

Und dennoch

Wir tragen Asche, Trauer, Angst und Wut in unserem Herzen

Wir brauchen einen langen Atem
Wir brauchen den Atomausstieg
Wir brauchen die Energiewende
Wir brauchen Nachhaltigkeit
Das Zeitalter des Raubbaus muss zu Ende gehen

Die Green City ist ein kleines Stück auf dem richtigen Weg gegangen

Wir haben die globalen Zerstörungsprozesse in Freiburg ein wenig entschleunigt

Hallo Freiburg
Die größte Etappe auf dem langen Weg zu Nachhaltigkeit liegt noch vor uns





Fukushima / Fessenheim: Rede von Axel Mayer bei der Kundgebung am 20.3.2011 in Neuenburg
20.03.2011
(nach Polizeischätzungen 9000 TeilnehmerInnen)
Rede von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer
Hallo Baden / Sallü Elsass


Liebe Bedenkenträger
Liebe Fortschrittsverweigerer
Liebe Leute aus den Dagegen-Parteien
Liebe Wutbürger und Wutbürgerinnen

So wurden wir in der Vergangenheit verunglimpft und beschimpft

Liebe Bedenkenträger
Haben wir unsere Bedenken gegen Atom nicht laut genug vorgetragen?

Liebe Fortschrittsverweigerer
Wir waren immer für Wind, Sonne & Energiesparen und ökologischen und sozialen Fortschritt
Haben wir uns dem falschen Fortschritt nicht energisch genug entgegen gestellt?

Liebe Leute aus den Dagegen-Parteien
Wart Ihr nicht laut genug Dagegen wenn´s um AKW ging?

Liebe Wutbürger und Wutbürgerinnen
Vielleicht waren wir nicht wütend genug?
Wir waren nicht wütend genug!

Jetzt
Jetzt sind wir traurig, entsetzt und wütend

Liebe Freundinnen und Freunde

Wie sicher sind Atomkraftwerke?
Ich habe noch eine Pro-Atom-Broschüre aus dem Jahr 1973, die das Badenwerk in Wyhl verteilen ließ

Wie sicher sind alle Atomkraftwerke der Welt?
„Nimmt man an, dass sämtliche Sicherheitseinrichtungen eines Kernkraftwerkes nicht funktionieren, dann wäre dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1 Mrd. pro Jahr passiert. Das bedeutet, dass die Vormenschenaffen im Alt-Tertiär vor 50 Millionen Jahren 20 Kernkraftwerke hätten bauen und seither betreiben müssen, dann hätte man einen solchen Unfall vielleicht einmal registrieren können.


Weltweite Supergauwarscheinlichkleit 1:1 Mrd. pro Jahr

Ich habe Tschernobyl erlebt
Ich erlebe Fukushima

Eine Milliarde Jahre sind verdammt schnell vorbeigegangen

Und ähnliche Lügen waren vor wenigen Wochen immer noch zu hören

Einige Politiker hatten Tschernobyl vergessen
Die Waldpilze strahlen noch
Pilze haben ein längeres Gedächtnis als Politiker

Liebe Elsässer und Badener
Die Stuttgart 21 GegnerInnen haben ein Lieblingswort

Dieses Stuttgarter Lieblingswort fällt mir immer wieder ein wenn ich die Atomkonzernnamen
EDF, EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON höre.

Wer kennt das Stuttgarter Lieblingswort?
Lügenpack!


Die Funktionäre der Christlich Demokratische Union präsentierten am 23 Juni 2008 ein neues Grundsatzpapier,

"Die Schöpfung bewahren"
Der CDU-Generalsekretär Pofalla sagte in diesem Zusammenhang:
„Kernkraft ist für die CDU Öko-Energie“

Und doch gibt es auch Andere in der CDU
Es gibt eine wertkonservativ – lebensbewahrende Minderheit in der schwarzen Partei

Es gab eine Stuttgarter Order an die südbadische CDU

Geschrieben von Oettinger - Überbringer war Gundolf Fleischer

„Die CDU kämpft für die Laufzeitverlängerung, dann dürft Ihr nicht als Gemeinden dem TRAS beitreten“
schrieb Oettinger an Mappus.

Und es gab kohlrabenschwarze Gemeinden in Südbaden da gingen beim Thema TRAS Beitritt alle Hände nach oben. Sie sind jetzt TRAS Mitglied

Wann kommt endlich der Aufstand der wertkonservativ – lebensbewahrenden CDU Basis gegen die Atomfunktionäre?

Liebe Sozialdemokraten und GRÜNE
Auch ich denke, dass nach einem halben Jahrhundert CDU-Regierung ein wenig Jasmin diesem Land gut tun würde

Dieses Land / Unser Land braucht Entfilzung
Die Energiepolitik in Ba Wü wurde 50 Jahre nicht von der Regierung sondern von der EnBW gemacht

Wer hat vor kurzem eigentlich wen gekauft?
Das Land die EnBW?
Dabei gehörte der EnBW doch immer schon das Land
Politik ist kompliziert

Dennoch Rot-Grün
Wir waren mit Euerm „Atomausstieg“ nicht zufrieden
Da war zu sehr die Handschrift von Atomfunktionären wie Wolfgang Clement zu erkennen
Wie kann es kommen, dass in guten Parteien schreckliche Lobbyisten an die Spitze kommen?

Der damalige rot grüne Beschluss reicht nicht
Wir wollten und wir wollen mehr

Die alten AKW müssen sofort , die nicht ganz so alten AKW müssen schnellstmöglich abgeschaltet werden

Hallo Rot-Grün
Einen Zahn muss ich Euch ziehen
Es gibt eine große Illusion
Ihr glaubt Ihr kommt an die Macht
Ihr kommt vielleicht an die Regierung
Doch die Macht kommt Ihr nicht
in diesem Land haben andere die Macht

Ein abgeschriebener 1000 MW Reaktor bringt den Konzernen täglich eine Mio. Euro Zusatzerträge

Eine Mio. täglich pro AKW!
Wir leben in einer Zeit des Raubbaus und der Habgier
Die Macht der mitregierenden Atom-Konzerne ist angeknackst, nicht gebrochen.

Darum braucht es uns
Darum braucht es Bewegung
Darum braucht es Druck
Ohne unseren Druck läuft nichts
Und Druck heißt nicht vier Wochen Zorn
Wir brauchen einen langen Atem

Jetzt läuft Atom-Krisenkommkation
Was ist Krisenkommunikation?

Die größten PR und Werbefirmen der Welt organisieren jetzt Krisenkommunikation

Nicht der GAU ist das Problem sondern die darauf folgende Krisenkommunikation

Es gibt professionelle Lügenmäuler und Lügengeschichten

-die in Japan austretende Radioaktivität ist nicht gesundheitsgefährdend
(das sagte doch auch die franz. Regierung nach Tschernobyl)

Lügenpack


Was empfehlen die PR und Werbefirmen den Konzernen?

Wir dürfen uns jetzt einige Wochen auf den Straßen austoben

Aber der französische Atomkonzern AREVA zeigt in Sachen Krisenkommation wo´s langgehen wird

Die Areva wollte mit Hilfe von Herrn Sarkozy vor kurzem noch AKW nach Libyen exportieren


Die Chefin von Areva sagt:
„Das ist ja richtig schlimm mit den alten AKW in Japan
Darum brauchen wir und die Welt jetzt dringend neue AREVA Atomkraftwerke“

Eine wichtige Pro-Atom-Strategie sind immer die kleinen Nationalismen

„Das ist unser Atom und geht die Franzosen und Deutschen nichts an“ sagt die Schweizer CVP wenn wir in Benken demonstrieren

„Was nützt es uns wenn wir AKW abstellen und Fessenheim läuft weiter“ sagt Herr Mappus

„Die bösen Franzosen“ das war und ist immer ein nützliches Argument

Es gibt sie nicht “die bösen Franzosen“
Es sind nicht „die Franzosen“ die Fessenheim betreiben

Es ist der Atomkonzern EDF der Fessenheim betreibt
und die EnBW, unsere EnBW bezieht 15% Strom aus dem Schrottreaktor
Davon lenkt Herr Mappus gerne ab

Darum gilt:
Stromwechsel jetzt.
Weg von EDF, EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON
In den nächsten Wochen müssen Millionen von Menschen den Stromanbieter wechseln


Was wäre jetzt toll und nützlich für die EDF?

Wenn jetzt aufgebrachte, geschichtsvergessene Deutsche und Schweizer in Fessenheim „einmarschieren“ würden

Wir werden in Kürze in Fessenheim demonstrieren, wenn die französische Anti-Atombewegung ruft

Grenzüberschreitend solidarisch
in alter / neuer Tradition

In Frankreich läuft nichts heißt es in deutschen Zeitungen
Auch das ist ein Mythos
in Frankreich gibt es tausende von Aktionen und Demos

Es gibt erste Überlegungen zu einer grenzüberschreitend
gemeinsamen Aktion vor dem 25 jährigen Tschernobyl-Tag

Wir könnten am Ostermontag 5 nach 12 an allen Brücken vom Bodensee bis Strassburg treffen

Wir könnten grenzüberschreitend unsere Solidarität zeigen

Die Grenzen wären für eine halbe Stunde dicht um zu zeigen: Bei einem Atomunfall läuft nichts mehr am Oberrhein

Es könnte eine machtvolle, friedliche, gewaltfreie Aktion sein und gefährliche Brücken wie Autobahnbrücken müssten offen bleiben

Auch bei Montagsdemos und Aktionen müssen wir uns zeigen

Atomkraft ist mörderisch
Darum gilt hier im Dreyeckland

Leibstadt und Beznau
Abstellen und keine neuen AKW

Fessenheim
Abstellen und keine EPR Euroreaktoren



Und welches Stuttgarter Lieblingswort fällt Euch ein wenn Ihr einem Vertreter der EnBW oder EDF begegnet?

Lügenpack!





Rede zur Verabschiedung von Jean Paul Lacote in den Ruhestand
22.02.2011

Jean Paul Lacote auf dem Fahrrad


Lieber Jean Paul,
liebe Helga,
lieber Vorstand,
liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im BUND-Team,
liebe Freundinnen und Freunde von Jean Paul,

Jean Paul ist in Rente gegangen.
Dies ist ein heftiger Einschnitt für Jean Paul, aber auch für den BUND
und Grund genug für eine kleine Rede.

(Auch wenn ich berüchtigt dafür bin bei BUND-Weihnachtsessen keine Reden zu halten.)

Wo anfangen?

Ich erinnere mich, dass wir beim BUND einmal ein Diktiergerät hatten.

So ein richtiges, altmodisches Diktiergerät und einen Computer mit einem Prozent der Leistung von der, die unsere 4 Computer heute haben.

Am Computer und am Diktiergerät saß Patrizia, die Vorgängerin von Jean Paul.

1994 hat Patrizia gekündigt und wir brauchten eine neue Sekretärin.

Es war für den damaligen Vorstand keine einfache Entscheidung;

Jean Paul, einer der Bewerber, hatte den denkbar buntesten Lebenslauf:

er war u.a.:
Fliesenleger, Hausmann, Wirtschafts-, Sozial- und Erziehungswissenschaftler,
Schauspieler, Sprachlehrer, Sozialarbeiter, Angestellter der franz. Forstverwaltung (Auszüge aus dem Bewerbungsschreiben).
Er war uns aber auch als Umweltaktivist (Flachglasfabrik, Fessenheim) bekannt. Auch eine Karriere als Rugbyspieler bei Eintracht Frankfurt, wo er sich schon als Kleinster gerne mit
den Größten (ca. 200 cm und 120 Kg) anlegte, hatte er hinter sich, sowie eine Zeit als Maler und als Pantomime.
Es war keine einfache Entscheidung.

Wir haben uns für Jean Paul entschieden.

Aus der Sekretärin wurde ein Sekretär und das „schöne“ Diktiergerät kam zum Elektronikschrott.

Wir haben die unkonventionelle Entscheidung nie bereut,
Jean Paul hat in seinem beruflichen Leben das gemacht, was ihm wichtig war.

Es ist mir eine große Ehre, (ich gebrauche das Wort Ehre sehr selten) es ist mir eine große Ehre, dass es Jean Paul bei uns „bis zur Rente ausgehalten hat“.

Wir waren nicht immer einer Meinung,
aber ich kann mich an keinen Streit erinnern: Aus Kollegen wurden Freunde.

Nur alle Jahre habe ich ihn mit den gleichen dummen Fragen zum BUND-Haushalt fast in den Wahnsinn getrieben.

Kritikpunkte an Jean Paul? Mir fällt wenig ein.

-Als BUND-Mitarbeiter versucht man nicht, mit dem Fahrrad eine Straßenbahn umzuwerfen.

-Als BUND-Mitarbeiter verbrennt man keinen Abfall im Wald, insbesondere nicht
wenn der Abfall das eigene Auto ist und man nur knapp aus dem brennenden Auto herauskommt.

Mitarbeiter des BUND-Landesverbandes haben Jean Paul nach dem Unfall eine BUND-Postkarte mit einem Motiv aus Brandenburg geschickt.
(Ich glaube Helga, Jean Pauls Frau, war vom Humor dieser Postkarte nicht begeistert.)
Auf der Postkarte war eine wunderschöne Allee abgebildet,
darunter das BUND-Motto „Noch stehen die Alleen...“

Nach dem Unfall ging Jean Paul zur „Kur im Glottertal“.
Jean Paul ist der klassische „Nicht-Kur-Mensch“.
Bei einem Besuch klagte er, er habe „keine Lust sich mit dicken Menschen über das - Wie schmuggle ich Brötchen aufs Zimmer - zu unterhalten“

Bei meinem zweiten Kur-Besuch im Glottertal traf ich Jean Paul beim Frühstück.
Am Tisch saßen dicke Menschen, aber „Jean Paul frühstückte mit Walkman...“

Grob vereinfacht bestand Jean Pauls Arbeit aus zwei Teilen:

-Einem notwendigen, mühsamen, unspannenden Verwaltungsteil
(Jean Paul war als Buchhalter für die Finanzverwaltung der Ökostation und der BUND-Geschäftsstelle
zuständig.)

-Und dann war Jean Paul für den BUND immer auch „Secrétaire Général“, unser Verbindungsglied ins
Elsass, zur SPD, Fessenheimkontrolleur und französisch-deutscher Umweltaktivist.

Die notwendige, mühsame, anstrengende, unspektakuläre Verwaltungsarbeit hat Jean Paul perfekt erledigt.

Es gab immer mal wieder externe und interne Kontrollen und Prüfungen, von Kassenprüfern, Finanzamt und Krankenkassen und es gab nie Beanstandungen.

Das ist ungeheuer wichtig.

Wir sitzen im Glashaus, wir legen uns unbefangen mit mächtigen Gegnern an -
da muss die Kasse stimmen damit wir nicht angreifbar sind.
Jean Paul war in Sachen Finanzverwaltung einfach gut.

Ja und dann gab´s noch den umweltpolitischen „Secrétaire Général“.

-Ich denke an unsere beiden Sommer im Gen-Camp in Buggingen
(wie war das alles organisatorisch neben der „normalen Arbeit“ möglich?).

-Jean Paul war immer auch das Verbindungsglied zwischen BUND und Alsace Nature, zwischen deutscher
und französischer Umweltbewegung.

-Ich denke an Jean Paul als „Kontrolletti“ für Fessenheim und den Giftmüllofen der Tredi.

-Ich denke an Jean Paul als Ansprechpartner für französische Medien und SPD.

-Jean Paul war immer auch Verbindungsglied BUND-RV – BUND-Ökostation.

Ich habe die Hoffnung, dass uns Jean Paul zukünftig vielleicht als ehrenamtlicher Außenminister erhalten bleibt.

Was würde ich heute anders machen?
Es klingt blöd, wenn der Geschäftsführer das sagt.

Aber evtl. sollten wir „nicht nur arbeiten“.
Was es nicht gab, ist der büro-übliche „Klatsch und Tratsch“.
Es gab fast keine büro-üblichen gemeinsamen Kaffeepausen.

Gemeinsames Kaffeetrinken war immer „Dienstbesprechung mit Arbeitsplan“.
Manchmal hat die „Ökologie des Lebens und Arbeitens“ gefehlt.

Das würde ich heute evtl. anders machen.

Irgendwann gehen wir wohl alle in Rente
und es stellt sich die Frage,
die sich sicher auch Jean Paul stellt:
Was bleibt wenn wir gehen?

Wir BUND-MitarbeiterInnen (RV & Ökostation)
sind da in einer durchaus privilegierten Situation.
In einer Welt, in der immer dümmere und idiotischere Produkte hergestellt werden,
in einer Welt, in der Bürokratie und unnötige, unnütze, zerstörerische Arbeit zunimmt, sind wir privilegiert, weil wir einer gesellschaftlich nützlichen, sinnvollen Arbeit nachgehen können und dürfen.

Aber auch eine gute, nützliche, sinnvolle Arbeit kann erschöpfen und ermüden.

Auch bei einer guten, sinnvollen Arbeit ist es gut, irgendwann eine Ende zu setzen, in Rente zu gehen, sich um das Enkelkind zu kümmern und zurückzuschauen.

Und Jean Paul wird auch in Rente dem Umweltschutz am Oberrhein und der Kommunalpolitik in der SPD erhalten bleiben.

Was bleibt, wenn wir in Rente gehen?

Es gibt viele Erfolge, die aber in der Umweltbewegung stets im Team erreicht werden:

-Ohne Menschen wie Jean Paul stünden in Fessenheim 2 Euroreaktoren.

-Ohne Jean Pauls Arbeit wäre die Flachglasfabrik in Homburg eine Dreckschleuder ohne Entstickungsanlage.

-Ohne Menschen wie Jean Paul wäre hier am Oberrhein Genmais ausgesät worden.

Das sind große regionale Erfolge für Mensch, Natur und Umwelt -
das klingt aber nicht nach „der großen ökologischen Revolution“.

Was Jean Paul erreicht hat,
was wir mit Jean Paul zusammen erreicht haben ist die Entschleunigung globaler Zerstörungsprozesse.

Das ist viel und das ist zu wenig ...

Ich will „Danke“ sagen:

Danke für das Team,
Danke für den Vorstand,
Danke für den BUND.

Jean Paul geht in Rente,
er wird uns als Aktivist und als Freund erhalten bleiben.

Axel Mayer







(Manuskript) Rede gegen Bienenvergiftung Demo am 28.8.08 in Freiburg

(Es gilt das gesprochene Wort)

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Imker, Umweltschützer, Naturschützer,
Trinkwassertrinker und Honigesser,

Warum sind wir heute hier?
Das Bienensterben geht uns alle an / Doch Bienensterben ist das falsche Wort
Sterben müssen irgendwann alle Bienen

Es geht nicht ums Bienensterben / Es geht um die Bienenvergiftung

Und es geht nicht nur um die Vergiftung der Honigbienen.
Es geht auch um die Vergiftung der Wildinsekten und der Wildbienen.

Die Bienenvergifter haben einen Namen:
Verantwortlich für die Produktion der falsch angewendeten Saatgutbeize ist die Firma Bayer CropScience.
Grund für das Bienensterben ist der im Pflanzenschutzmittel „Poncho“ enthaltene Wirkstoff Clothianidin
Über die Verursacher des Giftabriebs wird gestritten.

Von der Bienenvergiftung mit Poncho waren allein im Rheintal über 700 Imker mit knapp 11.500 Bienenvölkern betroffen.

In der Zeit in der hier am Oberrhein Millionen von Bienen starben, hab ich mal Fernsehen geschaut

Was lief in der ZDF Werbung?: Ein Bayer Werbefilm
Die Bienen sterben am Bayer Gift und Bayer wirbt für sich

Was war der Inhalt der Werbung?
Bayer: Science for a better life.
Bayer ist gutes Leben / Bayer ist tolle Umwelt / Bayer ist guter Sex

Die Bienen sterben und die Bienenvergifter machen Greenwash:
Sie basteln sich ein grünes Image

Was lassen wir uns eigentlich alles gefallen?
Vor 15 Jahren wären in Freiburg bei einer solchen Umweltvergiftung noch 5000 Leute auf die Strasse gegangen

Und heute?
Wir erleben eine zutiefst befriedete Umweltbewegung in ihrer Ökokuschelecke

Ich sage nur:
Friede, Freude, Ökohauptstadt / Es genügt nicht in einer GREEN City zu wohnen


Bayer - Gift - Bienen & Bienensterben: Bienensterben ist Bienenvergiftung

(Das Motiv stammt von der Kundgebung gegen das Bienensterben in Freiburg)


Wir müssen uns wieder stärker engagieren
-Gegen die schleichende Vergiftung der Umwelt
-für eine nachhaltige umwelt- bienen und damit menschenfreundliche Landwirtschaft
-Gegen Greenwash

Die Bienenvergiftung und die verfehlte Bekämpfung des Maiswurzelbohrers sind ein Thema

Die Bekämpfung des Maiswurzelbohres ist eine Geschichte von Pleiten Pech und Pannen
“Erster Maiswurzelbohrer” Jahr 2003 im Elsass
Hubschrauber versprühen 1,5 Tonnen des Gifts "Karate"
Fische sterben in Gartenteichen

danach: gigantische chemische Abwehrschlacht am Rhein
Im Jahr 2007 werden die ersten Exemplare des Maiswurzelbohrers auf der badischen Rheinseite entdeckt
Bekämfung mit Insektengift Biscaya

Biscaya wurde erst in einem Notverfahren am 31.7.2007 für den Einsatz gegen den Maiswurzelbohrer zugelassen. Es gibt ein Verbot des menschlichen Verzehrs bei drei Spritzungen.

Wichtig:
es geht heute hier nicht nur um die Bienen / Es geht immer auch um die Menschen


Die Bienenvergiftung in diesem Frühsommer war der negative Höhepunkt der Entwicklung
Im Elsass in Battenheim wurde vor wenigen Tagen wieder ein einzelner Maiswurzelfiesling gefunden.
Und wieder läuft eine riesige Vergiftungsaktion
Die Chemieindustrie verdient / Mensch und Natur leiden

Der Maiswurzelbohrer lässt sich nicht mehr ausrotten. Er lässt sich sehr erfolgreich mit Fruchtfolgen zurückdrängen


Bayer - Gift - Bienen & Bienensterben: Fruchtfolge statt Bayer-Gift

(Das Motiv stammt von der Kundgebung gegen das Bienensterben in Freiburg)


das ist keine grüne Theorie
das ist die landwirtschaftliche Praxis in der Schweiz
das sagen auch die Wissenschaftler in Deutschland

Der BUND fordert:
Die dumme umweltfeindlich-chemieindustriefreundliche EU Quarantäneverordnung muss fallen

Ich habe es gesagt:
Mensch und Natur leidet
Die Chemieindustrie verdient

Die Pflanzenschutz-Industrie in Deutschland blickt auf ein gutes Geschäftsjahr zurück,
Der Inlandsumsatz der Mitgliedsfirmen stieg 2007 gegenüber dem Vorjahr um fast 11 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro, die abgesetzte Giftmenge um rund neun Prozent auf 32.213 Tonnen.
Weltweit wird die chemische Keule wieder hemmungslos geschwungen.
Global wurden im Jahr 2007 Pestizide im Wert von rund 33,2 Milliarden Dollar verkauft, 7,8 Prozent mehr als 2006. Die Pestizidumsätze der weltgrößten Agrochemie-Konzerne stiegen in diesem Zeitraum zwischen 8 und 15 Prozent
„Das Geschäft mit Pestiziden macht wieder Spaß", findet Hans Theo Jachmann, Deutschland-Chef von Syngenta, der weltweiten Nummer 2 des Pestizidmarktes, in der Tageszeitung „Die Welt“.
Uns machen diese giftigen Geschäfte keinen Spass.
Die "Entschädigung" für die Imker (die mit einem Maulkorb verbunden ist) zahlt Bayer aus der Portokasse.

In Baden-Württemberg haben wir manchmal den Eindruck
die Landwirtschaftspolitik des Landes wird nicht im Landwirtschaftsministerium bei Herrn Hauk gemacht
Die Landwirtschaftspolitik wird bei Bayer und Co. gemacht

Herr Minister Hauk:
Lösen sie sich endlich aus der Abhängigkeit der Agrochemielobby!


Sie verteten nicht nur die Großagrarier sondern auch die Imker

Wir erwarten von Ihnen, dass Sie das Beizen von Saatgut mit Poncho und ähnlichen Giften und das Spritzen dieser Mittel in Baden-Württemberg verbieten -
das Pflanzenschutzgesetz gibt den Ländern die Möglichkeit dazu

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Imker, Umweltschützer, Naturschützer, Trinkwassertrinker und Honigesser,

Die Bienenvergiftung war die Spitze des Eisbergs der Umweltbelastung mit Agrargiften.

Es ist gut und wichtig Bioprodukte zu kaufen / Der Rückzug in die Kuschelbioecke aber ist verkehrt

Wir müssen uns auch um die konventionelle Landwirtschaft kümmern

Darum sagt der BUND:
-Nein zur Bienenvergiftung
-Nein zu einer idiotischen EU Quarantäneverordnung
-Ja, zu einer umweltfreundliche nachhaltigen Landwirtschaft und zur Fruchtfolge
Ich danke Euch

Axel Mayer / BUND Regionalverband