2022 / Europa-Park, Kritik & Overtourism: (Protest gegen "Europa Valley")


Veröffentlicht am 22.06.2022 in der Kategorie Flächenverbrauch von Axel Mayer

Europa-Park Rust & Kritik: Gigantismus, Seilbahn, Overtourism & Wuchern in´s Elsass


Die kleine südbadische Gemeinde Rust hat ein Venedig-Problem
Sie lebt vom Tourismus und sie stirbt am Tourismus


Aktueller Einschub:


"Die Bürgerinitiative "Jetzt langt´s" und die französischen Nachbarn von "Le chaudron des alternatives" planen am 3. Juli eine grenzüberschreitende Aktion in Rhinau und Rust gegen das schön klingende "Europa Valley".
Sorgen bereitet auf beiden Seiten des Rheins der Umstand, dass der Europa-Park den Namen "Europa Valley", der für einen Campingplatz, Ferienhäuser und eine direkte Verbindung zum Freizeitpark steht, bereits schützen ließ. Seit längerem bekannt sind die Pläne der Familie Mack zur Errichtung eines „Europa Park 2“, im elsässischen Diebolsheim.
Vis-á-vis vom Ruster Freizeitpark sollen auf der französischen Seite auf 150 bis 250 ha, ein zweiter touristischer „Hotspot“, genannt „Europa Vallée“, entstehen. Bei einer Entfernung von rund fünf Kilometern Luftlinie befürchten die Umweltschützer, dass damit die umstrittene Idee der Seilbahn über das Naturschutzgebiet Taubergießen durch die Hintertür als Teil des "Europa Valley" wieder aktuell werden könnte.

Es wird mehr, es muss mehr werden, es muss wuchern... Das sind die Grundregeln des Europaparks und einer zutiefst selbstzerstörerischen Fun-Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels und der absehbaren Endlichkeit der Ressourcen.

Die Protestaktion am Sonntag, 3. Juli 2022, startet um 11 Uhr in Rhinau beim Office de Tourisme. Die Teilnehmer radeln gemeinsam zum Picknick auf die andere Rheinseite und weiter über Kappel nach Rust. Dort findet gegen 14 Uhr auf dem Skaterplatz (westlich der Bachbrücke) eine Kundgebung statt. "Damit sie sehen, dass es uns ernst ist", sagt Theo Maurer im Namen der BI "Jetzt langt´s"."
Teilweise Quelle: Badische Zeitung


Der Europa-Park in Rust ist ein südbadischer Freizeit- und Themenpark. Mit rund 5,7 Millionen Besuchern im Jahr 2019 ist er der am meisten besuchte Freizeitpark im deutschsprachigen Raum. Hinter dem Park steht die beeindruckende Lebensleistung der auch sozial sehr engagierten Familie Mack. Doch der ständig wuchernde, lau lärmende Park schafft immer größere Probleme für die die Menschen in den benachbarten Gemeinden und für die Natur.

1975 war der Park noch 16 Hektar "klein". 2018 umfasste der 90 Hektar große Park dreizehn Achterbahnen, fünf Themenhotels und 100 weitere Attraktionen. Aus einem "Dorf mit Park" wurde ein "Park mit Dorf". Zukünftig könnte es ein Park mit Dorf, Naturschutzgebiet und einem schönen, großen Stück Elsass werden. Der Europapark Rust zeigt alle Probleme "unbegrenzten Wachstums" mit großer Deutlichkeit auf.


Mit großer Sorge sieht die Mitwelt Stiftung Oberrhein die aktuellen Überlegungen um eine weitere "Verrummelung und Europaparkisierung" der Region. Die Debatte um eine naturgefährdende Seilbahn über den Taubergießen und um die Lösung des Parkplatzproblems durch neue flächenfressende Parkplätz im Elsass wurde nur aus strategischen Gründen "ein wenig" in die Zukunft verschoben. Zusätzlich zum Park entstand gerade auf zusätzlichen 45 Hektar der Wasserpark Rulantica des Europa-Park. Und schon kommt in Sachen Flächen- und Landschaftsverbrauch der nächste Schlag.

Ein "Projektentwickler" möchte zwischen Wasserpark und Autobahn ein weiteres, gigantisches Ferienresort mit Hotels, Bungalows und Seenlandschaft bauen. Im benachbarten elsässischen Diebolsheim, Vis-á-vis vom Ruster Freizeitpark soll auf der französischen Seite auf 150 bis 250 ha, ein zweiter touristischer „Hotspot“, genannt „Europa Vallée“, entstehen.
Aus der anfänglich guten, soliden Grundidee des Europaparks wird immer schneller, ähnlich wie in Venedig und „auf Malle“, schädlicher Overtourism und eine Plage für Mensch und Natur. Das „Grummeln“ in den Umlandgemeinden des Parks wird lauter. Auch die Bürgerinitiative "Jetzt langt’s" kritisiert Flächenverbrauch und Wachstum in Rust – und sieht die lebenswerte Region in Gefahr.

Der enorme Flächenverbrauch und gerade auch der Verlust an wertvoller Kulturlandschaft im zentraleuropäischen Verdichtungsraum darf nicht einfach so hingenommen werden. Heimat ist mehr als ein Spekulationsobjekt globaler Investoren. Während entlang der Vorbergzone zwischen Freiburg und Offenburg ein geschlossenes Siedlungsband breiartig zusammenwächst, schwinden Naturflächen und landwirtschaftliche Flächen.


MackNext: Protest gegen Europapark-Projekt in Plobsheim
Das krebsartige Wuchern des Europa-Parks in Rust nimmt jetzt auch die andere Seite des Rheins ins Visier:
*Bei Diebolsheim will die Betreiberfamilie auf französischem Boden offenbar ein gigantisches Feriendorf aus dem Boden stampfen. So wird auch der Plan der naturgefährdenden Seilbahn über das Naturschutzgebiet Taubergießen nach dem Prinzip der Salami-Taktik realisiert.

*Auch auf einer Fläche von 3 Hektar im Feuchtgebiet des Rieds bei Plobsheim (Frankreich, Elsass) wird die Einrichtung eines Projekts geplant, die als empfindliche Naturräume und zu erhaltende und zu schützende Gebiete" ausgewiesen sind. Die Familie Mack, Eigentümerin des Europaparks plant die Errichtung von Betriebsgebäuden für die Erforschung von Methoden zur 3D Unterhaltung.

Den unglaublichen, explodierenden Flächenverbrauch des Parks und die Umzingelung des Dorfes Rust zeigt ein beeindruckendes Video der örtlichen Bürgerinitiative "Jetzt langt´s".


Eine Europapark-Seilbahn über eines der letzten großen Naturschutzgebiete am Oberrhein
wird die winzige Restnatur am Oberrhein wieder ein kleines Stück gefährden. Die ganz großen Zerstörungen sind am Oberrhein politisch nicht mehr durchsetzbar. Heute wird mit Greenwash und dem Prinzip der Salamitaktik vorgegangen. Im Regierungsbezirk Freiburg sind nur knapp 3,4 % der Gesamtfläche Naturschutzgebiete, es gibt nur noch winzige Fragmente von Natur. Wir erleben, wie die Medien aktuell über das globale und regionale Artensterben und Naturverluste berichten und beobachten gleichzeitig in der "Ökoregion" Oberrhein immer heftigere Angriffe auf die verbliebene Restnatur.

Was spricht gegen eine Seilbahn über das Naturschutzgebiet Taubergießen?


  • In der selbsternannten Ökoregion Südbaden gibt es im Zeitalter der Artenausrottung generell zu wenige Naturschutzgebiete und der Flächenverbrauch explodiert
  • Zumindest die viel zu wenigen und zu kleinen Naturschutzgebiete mit ihrem hohen Schutzstatus sollten "unantastbar" sein
  • Das NSG Taubergießen leidet schon jetzt unter einer massiven Verrummelung. Eine Seilbahn über das Gebiet würde noch mehr Menschen anlocken
  • Das NSG wird so gewollt oder ungewollt ein Teil, eine Erweiterung des Europa-Parks
  • Der „Europa Park 2“, das geplante „Europa Vallée“ im elsässischen Diebolsheim frisst wieder einmal bis zu 250 Hektar Natur- und landwirtschaftliche Flächen.
  • Das Problem der fehlenden Parkplätze im Europa-Park müsste durch mehrstöckige Parkhäuser gelöst werden und nicht durch Naturzerstörung
  • Unbegrenztes Wachstum zerstört begrenzte Systeme. Das gilt auch für den krebsartig wuchernden Park


Auch die Mitwelt Stiftung und die großen Umweltverbände am Oberrhein sehen eine neue Seilbahn über die Restnatur im Taubergießen äußerst kritisch und ablehnend. Wir wissen allerdings, wie ungeheuer groß die politische Macht von Herrn Mack ist, und wir kennen die peinlichen Kniefälle Regionalpolitik, Landespolitik und Behörden vor dieser Macht. Politisch sind Konflikte um den Europapark eigentlich immer schon von Anfang an verloren. Die einzige Hoffnung für die verbliebene Restnatur am Oberrhein sind massiver Widerstand der Menschen und Verbände, die europäische Naturschutzgesetzgebung und unabhängige Gerichte.


Der Europapark Rust wuchert in die Natur der Umgebung ((hier: Blick aus den Elzwiesen)


In Zeiten, in denen die erlebte Realität am Oberrhein immer scheußlicher und zugebauter wird, braucht es neben ablenkenden TV-Programmen auch das Wuchern der großen Illusionsmaschine Europa-Park und deren Umfeld. Das Grundproblem unserer Wachstumsgesellschaft zeigt sich in Rust wie in einem Spiegel. Es wird mehr, es muss mehr werden, es muss wuchern... Das sind die Grundregeln einer zutiefst selbstzerstörerischen Fun-Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels, des Artensterbens und der absehbaren Endlichkeit der Ressourcen.

Axel Mayer, (Alt-) BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Mitwelt Stiftung Oberrhein

Mehr Infos:
*Europa-Park-Seilbahn über den Taubergießen?
*Wie sich der Europa-Park die Allmende der alten Elz aneignete




[quote]


Europapark - Keine "grüngewaschene" Seilbahn über den Taubergießen! (Kretschmann...)





	europa park seilbahn naturschutzgebiet taubergiessen
Aktuell: Die Seilbahnpläne des Europa-Parks sind wieder da und gefährden den Taubergießen

2022 / Infosammlung: Natur, Naturschutz & Naturgebiete, in Südbaden, im Elsass und am Oberrhein





Klimawandel,Feuer, Waldbraende, Artensterben,Windenergie
Immer mehr Klimawandelleugner und Energiewendegegner argumentieren mit gezielt vorgeschobenen "Artenschutz-Argumenten" gegen Energie aus Wind & Sonne. Bei den großen Bränden in Australien und in Amazonien sind Milliarden Tiere auf eine entsetzliche Art und Weise gestorben. Die menschengemachte Klimakatastrophe wird die globale Artenausrottung und das Waldsterben massiv beschleunigen. Diese Fakten müssen, auch wenn's uns Naturschützern manchmal schwerfällt, bei allen regionalen Planungsvorhaben in die immer notwendige Artenschutz-Betrachtung einbezogen werden.

Genau in dieser Frage unterscheiden sich gemeinwohlorientierte Naturschutzverbände von egoistischen Bürgerinitiativen.










Mitwelt-Warnungen 2022 und Hinweise zu diesen Seiten...


  • 1) Diese Internetseiten von Mitwelt am Oberrhein sind "altmodisch-textorientiert" und manchmal lang. Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleine Minderheit, die noch in der Lage ist, längere Texte zu lesen und zu erfassen.
  • 2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern, Ideologen, vom Krieg bestärkten Ewiggestrigen und Verschwörungstheoretikern. Haben Sie Mut Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
  • 3) Im Zweifel, gerade in Kriegszeiten, ist die -Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- immer noch eine gute Quelle zur Orientierung.

Axel Mayer,Mitwelt am Oberrhein

Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)


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