Windgfällweiher & Groß-Hotel / Teilerfolg der Umweltbewegung oder Trick? / Neue Petition
Veröffentlicht am 28.07.2026 in der Kategorie Natur Naturschutz von Axel Mayer
Windgfällweiher & Groß-Hotel / Teilerfolg der Umweltbewegung? / Petition
Aktueller Einschub vom 24.7.2026
Hier gehts zur aktuellen Petition zur Rettung des Windgfällweihers! Dort bitte nur unterschreiben und nicht spenden oder anmelden, denn die Spenden bei Petitionen gehen nie an die örtlichen Aktiven. Seit der Protest stärker wird haben sich die Planungen zumindest optisch verändert. Sie wurden mit dem breiten Pinsel grün angestrichen um sie besser durchsetzen zu können ...
Die "ganz große Hotelerweiterung" am Windgfällweiher ist vorerst vom Tisch – Der Hotelier stoppt die ersten Planungen für den Neubau. Nach massiver Kritik soll die gigantische Hotelanlage der Köhlerei am See nun doch nicht wie geplant entstehen. Das Unternehmen will ein "neues Konzept" entwickeln und den Naturschutz besser berücksichtigen. Die ersten Hotel-Planungen waren vermutlich gezielt überzogen um später als "Kompromiss" ein etwas kleineres, aber immer noch viel zu großes Hotel in die wunderbare Landschaft zu setzen. Das Hotel „Köhlerei“ am Windgfällweiher plant eine massive Erweiterung der Kapazität inmitten des Landschaftsschutzgebiets und direkt am Flächenhaften Naturdenkmal Windgfällweiher.
Bürgermeister und Gemeinderäte lieben die Natur - Sie lieben die Natur, wenn diese möglichst viel Geld bringt
Der Windgfällweiher ist ein wunderschön gelegener, stiller, kleiner Schwarzwaldsee in einer durch eiszeitliche Gletscher geformten Mulde. Er liegt zwischen dem Titisee und dem Schluchsee im Hochschwarzwald. Leider ist nur der südliche Teil des Sees und seine Umgebung als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen, obwohl eigentlich der ganze See schutzwürdig ist. Bis vor wenigen Jahren war das Kleinod mit dem hübschen, kleinen Strandbad im Schwarzwald noch ein "Geheimtipp". Zwischenzeitlich leidet auch hier die Natur unter Übertourismus. Obwohl die Umweltbewegung im Mai 2021 die Errichtung eines Reisemobilparks am Windgfällweiher verhindern konnte, wird er durch den massiv zugenommenen Besucherdruck und nun zusätzlich noch durch ein geplantes, maximal erweitertes Hotel zum Rummelplatz.
Die Verrummelung des Feldberges und des Nationalparks Schwarzwald zeigen: Manche Lokalpolitiker in Südbaden lieben die Natur aus tiefstem Herzen, allerdings nur, wenn sich damit Umsatz und Gewinn machen lassen. So ist der überlaufene "Rummelsee - Mummelsee" an der Schwarzwaldhochstraße der Traum aller Schwarzwaldtouristiker und ein Albtraum für die Natur. Die politische Grundausrichtung im Schwarzwald ist mehrheitlich "schwarz und konservativ". Doch die Zustimmung zu einem solchen überdimensionierten Projekt zeigt, dass im Zweifelsfall das Geld vor Heimatliebe, vor Natur- und Landschaftsschutz stehen. "Wertebewahrend" ist diese Haltung nicht.
Der wunderschöne Windgfällweiher mit seiner Restnatur wird jetzt schon überbeansprucht. Die Entstehung einer breiartigen Bandstadt "Basel-Freiburg-Offenburg", der wuchernde "Zentraleuropäische Verdichtungsraum" entlang der Vorbergzone der Rheinebene erhöht den Besucherdruck auf alle naturnahen Restgebiete in Südbaden.
Jetzt soll auch der Windgfällweiher noch besser "vermarktet" werden. Das Hotel Köhlerei am See will mit einem Anbau seine Bettenzahl massiv erhöhen. Das Projekt liegt im Landschaftsschutzgebiet, dennoch sind die Räte dafür (...). Aus der bisherigen "Köhlerei am See" wird die "Kohlefabrik" am See.
Die wenigen, erhalten gebliebenen, historischen Altstädte und die restlichen Naturschutzgebiete am Oberrhein und im Schwarzwald verbindet eines: Sie sind zunehmend bedrohte Inseln in einem Meer von Scheußlichkeit.
Die großen, drängenden Naturschutz-Fragen in Südbaden müssen im Zusammenhang und losgelöst von Einzelproblemen gesehen werden. Artenausrottung, Windgfällweiher-Gefährdung und die Kaiserstuhl- und Feldberg-Verrummelung stehen für eine verhängnisvolle Gesamtentwicklung.
… Der Tourist (Du/Ich/Wir) zerstört, was er sucht, indem er es findet ... Hans Magnus Enzensberger
Wie umgehen mit einer wachsenden Bevölkerung in der verbauten, zunehmend hässlich werdenden Rheinebene, einer Bevölkerung mit immer mehr Freizeit und dem mehr als verständlichen Drang in die verbleibende Rest-Natur? Um in einer Zeit globaler und regionaler Artenausrottung die letzten und wertvollsten Gebiete und Arten am Oberrhein zu erhalten, müssten eigentlich immer mehr "Rühr-mich-nicht-an"-Schutzgebiete ausgewiesen werden. Es gibt ein Dilemma zwischen der Notwendigkeit, die bedrohten Arten und die Restnatur zu schützen und dem verständlichen Wunsch der Menschen nach Natur. Wir brauchen endlich mehr Natur und Naturschutzgebiete, mehr Natur-Flächen statt Nischen und winzigen Natur-Museen, einen größeren Nationalpark und mehr Gewässerrenaturierung. Groß-Hotels an weniger sensiblen Standorten und stadtnahe Rummelseen sind akzeptabel. In der schönsten Rest-Natur brauchen wir sie nicht und werden sie auch verhindern.
Erfreulicher Nachtrag: Der Lenzkircher Gemeinderat hat sich im Mai 2021 gegen die Errichtung eines Reisemobilparks am Windgfällweiher entschieden. Es gibt zwar weitere Gefährdungen, aber der Kampf der Umwelt- und Naturschutzbewegung hat sich gelohnt.
Infosammlung: Natur, Naturschutz & Naturgebiete, in Südbaden, im Elsass und am Oberrhein
Immer mehr Klimawandelleugner und Energiewendegegner argumentieren mit gezielt vorgeschobenen "Artenschutz-Argumenten" gegen Energie aus Wind & Sonne. Bei den großen, klimawandelbedingten Bränden sterben Milliarden Tiere auf eine entsetzliche Art und Weise. Die menschengemachte Klimakatastrophe wird die globale Artenausrottung und das Waldsterben massiv beschleunigen. Diese Fakten müssen, auch wenn's uns Naturschützern manchmal schwerfällt, bei allen regionalen Planungsvorhaben in die immer notwendige Artenschutz-Betrachtung einbezogen werden.
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Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.
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