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Schottergarten, Kiesgarten, Steingarten & Kritik: Versteinerte Gärten


Schottergarten, Kiesgarten, Steingarten & Kritik: Versteinerte Gärten


Es ist erstaunlich:
In Zeiten des Klimawandels werden die Autos größer und spritfressender und während intensiv über das große Insektensterben diskutiert wird, nimmt die Verödung der Vorgärten zu.

Viele Jahrtausende sind Menschen über Äcker gegangen und haben Steine gelesen und zu Haufen geschichtet, um Felder fruchtbar zu machen. Das hat unsere Landwirtschaft und Kultur geprägt. Die beeindruckenden Lesesteinhaufen und Steinmauern der Schwäbischen Alb, von Südfrankreich bis Tibet, wurden über Generationen hinweg an den Rändern der Äcker, Wiesen und Wälder gebildet und zugleich als Abgrenzung der Flächen genutzt.
Heute erleben wir, wie ein neuer Gartentrend dafür sorgt, dass Schotter und Kies in Vorgärten gekippt wird und sich Vorgärten in "Gärten des Grauens" verwandeln. Schon der Begriff "Garten" ist falsch. Ein Schottergarten ist nicht einmal eine Wüste, denn die Wüste lebt.

"Pflegeleicht" ist das Stichwort für diesen insekten- und naturfeindlichen, trostlosen Gartentrend, doch pflegeleicht sind solche Schottergärten und Kiesgärten meist nur für kurze Zeit. Nach wenigen Jahren sammelt sich schwer entfernbares Laub und das aufkommende, unvermeidbare Grün wird häufig mit umweltfeindlichen Herbiziden bekämpft. Und haben Sie schon einmal versucht, eine zerdepperte Bierflasche aus einem "pflegeleichten" Schottergarten zu entfernen?

So besteht durchaus Hoffnung, dass dieser Modetrend kippt und in einigen Jahren die Versteinerung der Vorgärten endet.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer


Einen klugen Beitrag zu diesem Thema finden Sie hier.

Schottergärten verbieten?
Schottergärten & Kiesgärten sind naturfremd und unökologisch. Aber sollten wir sie verbieten? Ich selber bin dafür Verbote als Ultima Ratio, als letztes Mittel bei wirklich großen Umweltgefahren einzusetzen. Es war gut, wichtig und richtig Asbest, DDT und FCKW´s zu verbieten. Es ist nötig menschengefährdende Atomkraftwerke und Atomwaffen, insektenmordende Neonicotinoide, klimagefährdende Kraftwerke, Agrargifte in Gärten, unsoziale CUM-EX-Geschäfte, Antibiotika in der Tiermast und Patente auf Leben zu verbieten.
Wir sollten uns auf beim Thema Verbote auf die wirklich großen Gefahren und die großen Umweltvergifter konzentrieren. Wir schwer das fällt zeigt eine der größten Niederlagen der Umweltbewegung, das viel zu spät gekommene Asbest-Verbot. Das industriegelenkt-verspätete Asbest-Verbort hat hunderttausende von Opfern gekostet und die heute immer noch eingesetzte Antibiotika in der Tiermast könnte ähnlich verheerende Folgen haben.
Bei Themen wir Schottergärten sollten wir erst einmal versuchen mit Vernunft zu argumentieren. Schottergärten sind scheußlich, es geht aber keine Gefahr von ihnen aus. Bei "Kleinthemen" lassen sich Verbote viel schneller umsetzen als dort, wo wir Verbote gegen die Mächtigen durchsetzen müssen, doch es ist nicht unsere Aufgabe den einfacheren Weg zu gehen.
Axel Mayer



Infosammlung 2019: Natur, Naturschutz & Naturgebiete, in Südbaden, im Elsass und am Oberrhein












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Infos zum Schmetterlingssterben / Insektensterben / Artensterben 2019


Aktueller Einschub:
Eine Studie des DLR aus dem Jahr 2019 besagt, dass pro Jahr ca. 1.200 Tonnen Insektenbiomasse in Deutschland an Windrotoren verloren gehen und die Kohle- Atom- und Agrarchemielobbyisten (Die Welt!) greifen das Thema begierig auf. Das ist lesenswert und doch gemessen an den Hauptursachen des Insektensterbens tatsächlich nur ein Rand- und Nischenthema. Alleine in deutschen Wäldern fressen Vögel 400.000 Tonnen Insektenbiomasse im Jahr! Das Ganze erinnert an die gelenkte Debatte um zu den jährlich ca.100.000 von Windrädern getöteten Vögeln, die verhindern soll, dass über die 18 Millionen Vögel diskutiert wird, die in Deutschland an Glasscheiben sterben. Strom aus Kohlekraftwerken und neuen AKW ist nicht nur gefährlich, sondern auch auch viel teurer als Strom aus Windenergie. Gerade darum bekämpfen die Lobbyisten die erneuerbaren Energien mit gezielt vorgeschobenen Scheinargumenten. Während die Medien über dieses absolute Nischenthema berichten erlaubt Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner neue insektenmordende Agrargifte.


Schmetterlingssterben / Insektensterben / Artensterben

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Axel Mayer, BUND-Regionalgeschäftsführer













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Dieser Artikel wurde 287 mal gelesen und am 3.5.2019 zuletzt geändert.