Worum trennt uns de Rhi - Axel Mayer


Veröffentlicht am 11.06.2007 in der Kategorie Kultur von Axel Mayer

Warum trennt uns der Rhein?
Fragt der österreichische Unternehmer und stellt seine Fabrik ins elsässische Marckolsheim. Sie stinkt über den Rhein und der Firmensitz wird aus Steuergründen nach Basel gelegt. That's Europe!

Warum trennt uns der Rhein?
Sagt der Basler Kaufmann, bringt seinen Kehrrichtsack ins nahe Elsass und spart zwei Franken.
Warum trennt uns der Rhein?
Der Rhein ist ein Abwasserkanal und kein Trennungsstrich, meint die Firmenleitung der Usine Kaysersberg und leitet ihren Dreck ungeklärt in den Fluss.

Warum trennt uns der Rhein?
Fragen EDF und EnBW und planen in Fessenheim den Euroreaktor, der in Deutschland nicht durchsetzbar wäre.

Warum trennt uns der Rhein?
Wenn der Wind in die richtige Richtung weht, fragen Rhone Poulence, Tredi und Euroglas.

Warum trennt uns der Rhein?
Wo ich meinen Bauschutt und Abfall im Elsass doch viel billiger loswerde, sagt der Containerdienst in Emmendingen.

Worum trennt uns de Rhi?
Froge BUND un Alsace Nature. Damit mer zeige kenne, wie mer zämme schafft. Damit mer zeige kenne, wie mer zämme kummt, als europäischi Nochbere. Damit mer hänne un änne noch meh Knote uf`d Kamin, noch meh Schlüpf uf`d Abwasserrohr mache kenne. Damit mer zeige kenne, was Natur isch, hänne un änne, was Heimet isch, hänne un änne. Damit mer zeige kenne, was verlore goht, wänn mer nid zämme kumme.

(Grußwort zum dreißigjährigen Jubiläum der BUND Schwesterorganisation Alsace Nature am Sonntag, 19.3.95 in Mulhouse)

Axel Mayer

















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In diesen Zeiten der Barbarei, Gier, Krieg und Gewalt stärkt Dummheit Dummheit und Intoleranz verstärkt Intoleranz. In diesen Jahren der Umwelt- und Innenweltverschmutzung stehen nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch Sprachen und Dialekte auf der Liste der bedrohten Arten. Der Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der an einem altsprachlichen Eliteinternat Latein lernte und gerade seine undemokratischen Weltmachtträume realisiert, hält Sprache für eine veraltete Software, die schon bald obsolet sein wird. Mehr als die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen drohen in naher Zukunft zu verschwinden – und damit ein wertvoller Teil unseres kulturellen Gedächtnisses. Allein 600 dieser insgesamt rund 3.660 gefährdeten Sprachen könnten sogar schon in wenigen Jahren vollständig ausgestorben sein. Darum finden Sie auf mitwelt.org kritische und engagierte Texte, alemannisch, schwyzerdütsch, elsässisch und hochdeutsch. Doch wir wissen, dass bedrohte Tierarten nicht in der Genbank und bedrohte Sprachen nicht im Museum und im Internet überleben.
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Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein




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