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Gelber Sack zu dünn: 2020 - Vermüllung durch zu dünne Gelbe Säcke, Müllidioten & Landwirtschaft


Gelber Sack in Sturm & Wind: Vermüllung durch zu dünne Gelbe Säcke, Müllidioten & Landwirtschaft



Wie kommt Dein Müll in Stadt Land Fluss und Meer?


Die zunehmende Vermüllung der Meere ist zwischenzeitlich eines der großen globalen Umweltprobleme. Jährlich verenden etwa 1.000.000 Seevögel und 100.000 Meeressäuger durch den Plastikmüll in den Meeren der Welt. In weiten Teilen des Meeres gibt es mittlerweile 6 mal mehr Plastik als Plankton. Doch wie kommt der deutsche Müll in Stadt Land Fluss und Meer, wo doch die Mehrzahl der vernünftigen Menschen ihren Abfall ordnungsgemäß entsorgt?

UmweltschützerInnen sind häufig in der Natur unterwegs. Nach ihrem (subjektiven) Eindruck gibt es drei Hauptgründe der Vermüllung. Neben Plastikeinträgen aus der Landwirtschaft und unbelehrbaren Müllidioten ist eine der wichtigsten Quellen des Mülls in der Landschaft die Tatsache, dass Menschen trotz Sturmwarnung ihre gelben Säcke vor die Tür stellen.

"Der Kunststoffverbrauch in Deutschland liegt bei 10,1 Mio. t. Das sind 2,6 Prozent beziehungsweise 4,6 % mehr als im Jahr 2013. Im gleichen Zeitraum nahm die Menge der Kunststoffabfälle um 4,23 % auf 5,92 Mio. t zu" schreibt das Umweltbundesamt im Jahr 2017.

Der größte Einsatzbereich für Kunststoffe bleiben die Verpackungen. 35,2 % der in Deutschland verarbeiteten Kunststoffe wurden 2015 hier eingesetzt. Ein Teil dieser Abfälle wandert in den Hausmüll, ein Teil geht in´s Duale System, also in den gelben Sack. Die echte Recyclingquote ist noch beschämend gering und der bisherige, jetzt vom Abnehmer endlich gestoppte Plastikmüllexport nach China war mehr als peinlich. Die Debatte um die Vermüllung der Meere bringt zumindest in Nischen kleine Veränderungen und Verordnungen, die abfallvermeidend und damit auch energiesparend sind.

Doch wenn unser Abfall und Plastikmüll tatsächlich größtenteils über die Graue Tonne und den gelben Sack "entsorgt" wird, dann stellt sich doch die Frage, warum auch in Deutschland Stadt, Land, Fluss und Meer mit Abfällen und Plastik zugemüllt werden.

Da sind einerseits die massiven Plastikeinträge aus der Landwirtschaft (zerissene Abdeckfolien, Düngersäcke, Kleinplastikteile aus der Biotonne...) und die zunehmende Zahl unbelehrbarer Müllidioten, die ihre Abfälle einfach überall liegen lassen.

Für die EU liefert eine neue Studie Zahlen: "In Spanien sind ca. 120.000 ha mit Plastikmulch bedeckt, gefolgt von Frankreich mit ca. 100.000 ha. Die global verwendeten Mengen sind enorm, der Weltmarkt für landwirtschaftliche Plastikfolien wurde in 2016 auf 7,48 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Recyclingquoten hingegen sind schon in der EU niedrig: Irland steht mit ca. 63 % noch recht gut da, in anderen EU-Staaten wie Bulgarien, Rumänien, Slowenien, der Slowakei geht sie wohl gegen Null."

Ein anderer wichtiger Grund für diese Vermüllung sind die generell zu dünnen gelben Säcke. Die Ausrede des Dualen Systems für das schnell zerreißende dünne Material ist die Angst, "dass eine bessere Qualität von gelben Säcken" zu einem "Missbrauch" für andere Verpackungszwecke führen könnte. Wenn wir mit einer besseren Qualität der gelben Säcke die Vermüllung von Stadt, Land, Fluss und Meer mit Abfällen und Plastik verhindern könnten, dann dürfen wir die Ausrede des Dualen Systems nicht gelten lassen. Das Duale System spart an den Kosten, die enormen zusätzlichen Kosten aufplatzender Säcke für die Stadtreinigung zahlen die SteuerzahlerInnen.

Eine zumeist unbeachtetete Quelle des Mülleintrages in die Landschaft ist die Tatsache, dass Menschen trotz Sturmwarnung ihre dünnen gelben Säcke vor die Tür stellen. Hier zeigt sich auch eine massive Entfremdung vieler Menschen von den Naturgewalten. Der Zusammenhang zwischen Sturm und drohender Vermüllung wird einfach nicht gesehen. So brachten die aktuellen Herbst- und Winterstürme erneut eine massive Vermüllung von Städten und Gemeinden und trotz umfangreicher Reinigungsarbeiten wandert immer noch ein Teil des Mülls in Landschaft und Gewässer.

Die aktuell erkennbaren Ansätze der Plastikmüllvermeidung sind erfreulich, wenn sie ihr Nischendasein verlieren. Doch dort, wo Plastikabfälle tatsächlich konkret die Umwelt verschmutzen, fehlen noch die richtigen Ansätze, vor allem aber fehlt eine zielführende Debatte.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein




Eine Anfrage an´s Landratsamt Emmendingen aus dem Jahr 2013
Sehr geehrter Herr Landrat Hurth,

wer mit offenen Augen durch unsere Gemeinden und die Natur geht, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Vermüllung ständig zunimmt. Ursachen dafür gibt es viele und Dummheit und Egoismus zählen gerade bei Zigarettenschachteln, Chipstüten, Wodka-Flaschen, Capri Sonne, Café to go und Pommes to go sicher dazu.

Andererseits gibt es auch Ursachen gegen die wir als Landkreis angehen könnten. Ich habe den Eindruck, dass über die Jahre hinweg die gelben Säcke immer dünner wurden. Am Abend liegen die gelben Säcke noch prall gefüllt und gut verschnürt am Straßenrand und am Morgen bietet sich manchmal ein desolates Bild. Die viel zu dünnen Säcke sind aufgerissen, der Inhalt auf Bürgersteig und Straße verstreut.

Das liegt sicher nicht an der Kreisverwaltung und der Abfallwirtschaft, sondern vermutlich am Dualen System Deutschland (DSD). Dort wird argumentiert, dass die schlechte Qualität der Säcke den „Missbrauch“ für andere Zwecke verhindert.

Das klingt zwar gut, aber die Kosten für die dadurch ausgelöste Vermüllung von Städten, Gemeinden und Natur trägt natürlich nicht das DSD sondern die Allgemeinheit. Der Film „Plastic-Planet“ zeigt die globalen Folgen in den Weltmeeren.

Hier einige Fragen zu diesem Themenkomplex, die gerne auch erst nach Ende der Ferienzeit beantwortet werden können:

  • Trifft es tatsächlich zu, dass die Gelben Säcke immer dünner werden?
  • Wenn ja, wer ist dafür verantwortlich?
  • Teilt die Verwaltung die Ansicht, dass ein Teil der Vermüllung auf die aufreißenden Gelben Säcke zurück zu führen ist?
  • Könnten Sie das Anliegen, die Säcke zu verstärken, an die Verantwortlichen weiterleiten, denn hier bewirkt sicher nur Druck Veränderung.

    Ich weiß, dass über eine Ablösung der Säcke durch Tonnen diskutiert wird. Wenn wir schon vorher wenigstens einen Teil der Vermüllung stoppen könnten, wäre das zumindest ein kleiner Fortschritt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Axel Mayer (für die Fraktion)




    Kreistag im Landkreis Emmendingen 2019: Ein kleiner, auszugsweiser Überblick über die Tätigkeit von Kreisrat Axel Mayer im Kreistag im Landkreis Emmendingen



    Immer wieder gehe und fahre ich auch im Jahr 2020
    durch diesen, an vielen Stellen immer noch schönen Landkreis Emmendingen. Ich kenne die sanften Kuppen des Kaiserstuhls, die steilen Wege auf unseren Hausberg den Kandel, den Rheinwalddschungel des Wyhler Waldes. Die Dörfer, Städte und Gemeinden im Breisgau, insbesondere Teningen, Riegel und Endingen, sind meine Heimat. Ich vermisse die verloren gehende Stimme der ins Blau aufsteigenden Lerche. Immer öfter sehe ich auch neue Wunden, neue Schneisen der Zerstörung, Heimatverlust, Naturverlust, Kulturverlust, Artensterben, Bauernsterben, grüne Kreuze, Dorfwirtschaftssterben, Verlust an Vielfalt...

    Entlang der Bundesstraße 3 entsteht ein durchgängig-hässlicher Siedlungsbrei. Zwischen Offenburg und Freiburg gibt es noch einen minimalen Freiraum von 17,7 km und bandartig-hässliche Siedlungsstrukturen von 50,3 km. Hochstammbäume, Hecken, Insekten, Vögel und bezaubernde landschaftliche Vielfalt werden immer schneller dem (Alp-)Traum der großen globalen Agrarfabrik und der Globalisierung geopfert. Der Verkehrslärm im Transit-Landkreis Emmendingen nimmt zu. Das "Autobahnkreuz" an der B3 bei Denzlingen ist eines von vielen Beispielen für einen rückwärtsgewandten, zerstörerischen Fortschrittsglauben. Zerstörung bedeutet immer auch Kulturverlust und Innenweltverschmutzung. Heimat zerrinnt zwischen den Fingern. Und ich wundere mich warum niemand schreit.
    Axel Mayer, Endingen


    Einige Anfragen und Themen von Kreisrat Axel Mayer im Kreistag Emmendingen


    (So eine Auflistung beschreibt nur die Rosinen im Teig der manchmal mühsamen Kreistagsarbeit)



    • Sonstige Reden von Axel Mayer
    • Ein politischer & persönlicher Lebenslauf von Axel Mayer


    Kreistag Emmendingen im Landkreis Emmendingen



    Dank
    Ohne das gute, bunt gemischte, kreative Team der GRÜNEN Kreistagsfraktion im Landkreis Emmendingen wäre diese Arbeit nicht möglich und nicht erträglich. Ich danke Stefan Bilharz, Irene Kunst-Woestmann, Alexander Schoch, Martina Balzer, Uwe Bauer, Rüdiger Tonojan, Susanne Wienecke, Barbara Schuler (und früher Angelika Schwarz-Marstaller) für die langjährige, mehr als erfreuliche Zusammenarbeit.

    Mein Dank geht aber auch an das ehemalige Mitglied des Bundestages Hans-Christian Ströbele. Seine Arbeit und sein unabhängiger, freier Geist hat mir manchmal geholfen die GRÜNE Partei zu ertragen.





    Gemeinden im Landkreis Emmendingen:
    Bahlingen, Biederbach, Denzlingen, Elzach, Emmendingen, Endingen, Forchheim, Freiamt, Gutach, Herbolzheim, Kenzingen, Malterdingen, Reute, Rheinhausen, Riegel, Sasbach, Sexau, Simonswald, Teningen, Vörstetten, Waldkirch, Weisweil, Winden, Wyhl












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    Dieser Artikel wurde 1336 mal gelesen und am 9.2.2020 zuletzt geändert.