Stuttgart 21 / 31 Manipulative Volksabstimmung am 27.11.2011 / Kosten & Lügen / 14,5 Milliarden Euro / Eine Milliarde sind tausend Millionen!
Am 27.11.2011 lehnte die Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg eine Gesetzesvorlage zum Stopp des Baus von Stuttgart 21 ab. Nur in Südbaden stimmten die Menschen mehrheitlich gegen das schlecht geplante, überteuerte Protzprojekt. Wie hätten die Menschen wohl gestimmt, wenn sie nicht belogen worden wären?
Die S 21-Lobbyisten hatten im Abstimmungskampf das Vielfache an Geld für ihre Kampagnen zur Verfügung, wie die kleinen Anzeigen der GegnerInnen und die Riesenanzeigen der Lobbyisten mehr als deutlich zeigten. Angesichts dieses Ungleichgewichts im Abstimmungskampf haben wir gut gekämpft und gerade auch in Südbaden sehr gute Ergebnisse erzielt. Selbstkritisch müssen wir einräumen, dass wir in unserer Kampagne vielleicht zu idealistisch an das „Gute“ im Menschen appelliert haben. Die Befürworter von S21, der schwarz-gelb-rote Bahnofsfilz und reiche Lobbyisten wie der Tunnelbohrer Herrenknecht haben diesen „Fehler“ nicht gemacht.
Das wichtigste Pro-Argument war: Wenn S21 nicht gebaut wird, wird das Geld nicht in Stuttgart ausgegeben, sondern anderswo. Egoismus wirkt immer.
Seit Jahren zeigt sich immer deutlicher, wie die Menschen bei der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 betrogen wurden:
Versprochen wurde vor der Abstimmung, dass die Baukosten die Summe von 4,5 Milliarden Euro nicht übersteigen würden. Doch jetzt wissen wir: Die Kosten des Prestigeprojekts sollen auf mindestens 14,5 Milliarden Euro steigen. (Eine Milliarde sind tausend Millionen!)
Versprochen wurde vor der Abstimmung ein leistungsfähiger neuer Bahnhof, doch ein Tiefbahnhof mit nur noch 8 statt wie bisher 17 Gleisen wird seine Aufgaben nicht erfüllen. Für unglaubliche 14,5 Milliarden Euro/14.500.000.000 Euro (eine Milliarde sind tausend Millionen) bekommen wir einen weniger leistungsfähigen Bahnhof.
Die teuren Baufortschritte im Stuttgarter Milliardenloch sind unumkehrbar. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, was vom Ergebnis einer Abstimmung zu halten ist, bei der die Menschen belogen und betrogen wurden. Wie hätten die Menschen wohl abgestimmt, wenn der Abstimmungskampf ehrlich verlaufen wäre? Ein "Sieg für die Demokratie" war die Abstimmung nicht.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Stuttgart 21: 27. November 2011 - Manipulative Volksabstimmung zu Kosten & Kostensteigerung / 11 Milliarden / Eine Milliarde sind tausend Millionen!
04.11.2026 - 30.11.2026
27.11.2026: Black Friday & Kritik - Überkonsum, Gier, Umwelt & Klima
27. November 2026 - Black Friday & Kritik: Überkonsum, Umwelt & Klima / Ich kaufe, also bin ich
Produkte kaufen, die Du nicht brauchst, um Leute zu beeindrucken, die Du nicht magst, mit Geld, das Du nicht hast ...
Der Black Friday, das amerikanische Fest der Gier ist endgültig nach Europa und Deutschland herübergeschwappt und er ist ein schwarzer Tag für die Umwelt Wenn die Zyklen des Produzierens, Kaufens, Nutzens und Wegwerfens immer kürzer werden, dann brauchen wir uns über die absehbare Endlichkeit der Energie- und Rohstoffreserven, über Klimawandel, Artenausrottung und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit nicht zu wundern.
Gute, schöne, sinnvolle, reparaturfähige Produkte, die umwelt- und menschenfreundlich produziert wurden, möglichst lange nutzen ... Nur so können wir die Energie- und Rohstoffwende durchsetzen und die globalen Zerstörungsprozesse stoppen.
In den letzten Jahrzehnten ist die uns zur Verfügung stehende Gütermenge explodiert. Wir sind allerdings nicht zufriedener, sondern immer unzufriedener geworden. Die Gier ist noch schneller gewachsen als die Gütermenge. Klimakatastrophe, Weltvermüllung, Atommüllproduktion und Artenausrottung lassen sich auf zwei Ursachen zurückführen Unbegrenzte Gier und unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde.
Aktueller Einschub: Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald: Gegen Säger, Jäger, FDP & CDU
Nach unglaublichen Konflikten wurde am 1. Januar 2014 im Schwarzwald der erste Nationalpark in Baden-Württemberg gegründet. Ähnlich wie die ersten Nationalparks in den USA wurde er von "schwarz-gelben Seilschaften", von Sägern und Jägern massiv bekämpft. (siehe unten im Text) Der winzige, zweigeteilte Nationalpark (100,62 km²) liegt am Hauptkamm des Nordschwarzwalds überwiegend zwischen der Schwarzwaldhochstraße und dem Tal der Murg. Er besteht aus zwei etwa 3,5 Kilometer voneinander getrennten Einzelbereichen um Ruhestein (7.615 Hektar) und Hoher Ochsenkopf/Plättig (2.447 Hektar). Die Verbindung dieser beiden Teile ist unbedingt erforderlich. Doch erneut kämpfen Säger, Jäger, FDP & CDU gegen die notwendige Erweiterung des putzigen, kleinen Nationalparks. Naturschutz ist für die CDU und insbesondere für Landwirtschaftsminister Hauk immer nur ein Thema für die kurzen Wochen des Wahlkampfes.
28.11.2013: Landtag Baden-Württemberg stimmt gegen CDU, FDP, Säger, Jäger & Lobby für den Nationalpark Schwarzwald
Am 28. November 2013 nahm der Landtag in namentlicher Abstimmung mit 71 zu 63 Stimmen das Gesetz an. Der 28. November 2013 war ein guter Tag für Baden-Württemberg. Der Landtag beschloss endlich das Gesetz zur Errichtung eines Nationalparks Schwarzwald mit 71 zu 63 Stimmen. Die FDP und fast die gesamte CDU stimmten gegen Natur und Nationalpark. GRÜNE und SPD stimmten dafür. Der von "schwarz-gelben Seilschaften" bekämpfte Nationalpark Nordschwarzwald umfasst bisher leider nur die Mindestfläche von ca. 10.000 Hektar (100 Quadratkilometer).
Der tägliche Flächenverbrauch in Deutschland lag 2013 bei ca. 100 Hektar am Tag. Der Park bekam also diejenige Fläche, die damals in Deutschland in hundert Tagen bebaut, zersiedelt, entwertet und zerstört wurde. Heute werden täglich ca. 81 Hektar bebaut ...
Auch die Umwelt- und Naturschutzbewegung am Südlichen Oberrhein hat mit Veranstaltungen, Plakaten, Aufklebern und Aktionen für den Nationalpark gekämpft.
Dennoch ärgert uns unsere eigene Argumentation. Wir mussten stets in der zerstörerischen „Mehr-Haben-Logik“ argumentieren, also beispielsweise mit den vielen zusätzlichen Arbeitsplätzen im Tourismus, die ein neuer Nationalpark schaffen wird.
Der „Wert der Natur an sich“ spielt in Zeiten der Gier und der Artenausrottung in der öffentlichen und veröffentlichten Debatte überhaupt keine Rolle. Da gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen Nationalparkdebatten im Schwarzwald, in Afrika oder Amazonien.
28.11.2013: Landtag Baden-Württemberg stimmt gegen CDU, FDP, Säger, Jäger & Lobby für den Nationalpark Nordschwarzwald
15.12.2026 - 07.01.2027
24.12.2026 / Weihnachten / Konsum / Einkaufen: Kein Grund kurzlebigen & unnötigen Scheiß zu kaufen
Weihnachten 2026 & Konsum: Kein Grund, dummen, kurzlebigen und unnötigen Scheiß zu kaufen
Vor 100 Jahren kam ein durchschnittlicher Haushalt mit rund 180 Gegenständen aus. Inzwischen horten die Deutschen laut dem Statistischem Bundesamt im Schnitt rund 10.000 Dinge pro Kopf in ihren vier Wänden, in den USA sind es dreimal so viel. In ein paar Tagen, zu Weihnachten, werden es für jeden von uns wieder ein paar Stücke mehr sein. Sind die Menschen in den letzten 100 Jahren glücklicher und zufriedener geworden? Sind dieMenschen in den USA dreimal glücklicher als wir? Die materiellen Lebensbedingungen der Menschen in den westlichen Industrienationen haben sich in den letzten 50 Jahren dramatisch verbessert. Aber warum sind die Güter so extrem ungleich verteilt und warum sind die Menschen trotz all dieser materiellen Fortschritte nicht glücklicher?
Wenn die Zyklen des Produzierens, Kaufens, Nutzens und Wegwerfens immer kürzer werden, dann brauchen wir uns über die absehbare Endlichkeit der Energie- und Rohstoffreserven, über Klimawandel, Artenausrottung und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit nicht zu wundern.
Gute, schöne, sinnvolle, reparaturfähige Produkte, die umwelt- und menschenfreundlich produziert wurden, möglichst lange nutzen … Nur so können wir die Energie- und Rohstoffwende durchsetzen und die globalen Zerstörungsprozesse stoppen. Wir haben das Wissen und die gute, umweltfreundliche Technik, um mit Gerechtigkeit und einem wesentlich verringerten Input von Energie, Rohstoffen und Arbeitszeit, allen Menschen der Welt ein gutes Leben zu ermöglichen. Es ist unsere Aufgabe, Fortschritt, Technik und Zukunft menschengerecht zu gestalten und Fehlentwicklungen zu kritisieren.
Dennoch gilt auch heute, gerade an Weihnachten, noch der Satz von Mahatma Gandhi: "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." Axel Mayer (Dieser Text gilt nicht für Kekse & Kuchen!)
01.01.2027 - 25.06.2027
8.03.2027: Internationaler Frauentag & beschämender Frauenanteil in der Kommunalpolitik
Frauenanteil in der Politik: Kreistag, Gemeinderat, Landtag, Bundestag, Europawahl
8. März 2027 Internationaler Frauentag und beschämender Frauenanteil im Kreistag und in der Kommunalpolitik Seit 1911 feiern Frauen und Männer den „Internationalen Tag der Frauen“, an dem weltweit auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht wird. Der Tag soll die bisherigen Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung feiern und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf bestehende Diskriminierungen und Ungleichheiten richten.
Internationaler Frauentag und beschämender Frauenanteil im Kreistag und in der Kommunalpolitik
05.01.2027 - 30.06.2027
1.3 bis 30.6.2027: Brutzeit für Vögel, Vogelsterben & Gefahren in der Hauptbrutzeit
1.3 bis 30.6.2027: Brutzeit für Vögel, Vogelsterben & Gefahren in der Hauptbrutzeit
Der 1. März ist ein besonderes Datum für den Pflege- und Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern. Laut Bundesnaturschutzgesetz gilt der Zeitraum vom 1. März bis 30. September als Schonzeit und beim Pflege- und Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern ist besondere Rücksicht auf brütende Vögel zu nehmen. In diesem Zeitraum sind Fällungen und Schnittmaßnahmen im öffentlichen Raum daher nicht erlaubt, um die Gefiederten nicht beim Nestbau oder bei ihrem Brutgeschäft zu stören.
Seit 1980 hat die Zahl der Vögel in den Staaten der Europäischen Union um 56 Prozent abgenommen: Hunderte Millionen Tiere sind damit schlicht verschwunden, darunter Arten, die man früher als Allerweltsarten bezeichnet hat, wie Star, Feldlerche oder Goldammer. Kiebitze, Uferschnepfen oder Rebhühner sind flächendeckend zu Raritäten geworden oder regional ausgestorben.
Insekten- & Nahrungsmangel: Viele Vogelarten, auch solche, die ansonsten das ganze Jahr von Körnern leben, brauchen in der Brutzeit Insekten und Insektenlarven für die Aufzucht der Jungen. Die große Insektenausrottung beschleunigt das Vogelsterben und ist eine seiner Hauptursachen.
Das sind die ungefähren Hauptbrutzeiten / Legebeginn einiger Gartenvögel. Sie können nach Region und Höhenlage variieren:
Blaumeise April (Mitte)
Bachstelze April
Bachstelze April
Baumläufer April
Dohle April
Feldsperling April (Ende)
Gänsesäger März (Ende) bis Mai
Gartenrotschwanz Mai (Anfang)
Grauschnäpper Mai (Anfang)
Haubenmeise April (Mitte)
Hausrotschwanz April
Haussperling April (Mitte bis Ende)
Hohltaube April bis August
Kleiber April (Anfang)
Kohlmeise März (Ende) bis April (Anfang)
Mauersegler Mai (Mitte)
Mehlschwalbe April (Mitte)
Rauchschwalbe Mai (Mitte)
Raufußkauz März bis Mai
Schafstelze Mai
Schleiereule März
Sperlingskauz April bis Mai (Anfang)
Star April (Mitte)
Steinkauz April (Mitte) bis Mai
Sumpfmeise April bis Mai
Tannenmeise März (Ende) bis April (Anfang)
Trauerschnäpper Mai
Turmfalke April bis Mai
Waldkauz Februar bis März
Wanderfalke Mai (Anfang) bis Juni
Wasseramsel Mai (Mitte)
Wiedehopf Mai (Anfang)
Zaunkönig April
Zwergohreule April bis Mai (Anfang)
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Von März bis Ende Juni ist die Haupt-Brutzeit vieler Vögel in Deutschland
Aktueller Einschub: Die Menschheit hat einer internationalen Untersuchung zufolge schon mehr als 1.400 Vogelarten ausgerottet. Die Vögel in Deutschland und Europa kämpfen gerade vor unser aller Augen um ihr Überleben: 600 Millionen Vögel haben die Staaten der EU in den letzten vier Jahrzehnten verloren – das entspricht rechnerisch einem Verlust von 40 000 Vögeln Tag für Tag. Mehr Infos:Vogelsterben in Deutschland
Nistkästen & Nisthilfen bauen: Alle Infos zum Vogelschutz von Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
07.01.2027 - 24.03.2027
16.3.1968: Das ungesühnte Massaker & Kriegsverbrechen von My Lai in Vietnam
16.3.1968 My Lai: Krieg, Kriegsverbrechen & Kriegsverbrecher - Das ungesühnte Massaker in Vietnam
Am 16. März 1968, tötete eine amerikanische Einheit im Vietnamkrieg 504 unbewaffnete Bewohner eines vietnamesischen Dorfes - alles unbewaffnete Zivilisten, Männer, Frauen, Alte, Kinder. Viele Frauen wurden vor ihrer Ermordung vergewaltigt. My Lai war eines der schlimmsten Kriegs-Verbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Täter wurden nie bestraft.
Erschreckend ist nicht alleine die Tatsache, dass es im Krieg in einer "Demokratie" möglich ist, Morde, Massaker und Kriegsverbrechen zu planen und durchzuführen. Beunruhigend ist, dass es über 18 Monate lang möglich war, das Massaker geheim zu halten. Unglaublich, ja verstörend ist die Tatsache, dass dieser Mord an über 504 unschuldigen Zivilisten nie gesühnt wurde. Warum sind vor dem Internationalen Gerichtshof nicht alle Länder gleich? Wie demokratisch und rechtsstaatlich ist ein Land, in dem solche entsetzlichen Verbrechen nicht bestraft werden? Kriegsverbrechen gehören bestraft. Immer & überall!
16.3.1968: Das ungesühnte Massaker von My Lai in Vietnam
My Lai / Nachtrag
Im Jahr 2023 war die Medien-Berichterstattung zum Massaker in My Lai weitgehend entfallen. Sie passte nicht in Zeiten des Krieges, in denen zurecht die Aufarbeitung möglicher Kriegsverbrechen im Krieg gegen die Ukraine gefordert wird. Da stören Berichte über bewiesene, ungesühnte US-Massaker in Vietnam doch sehr. Doch es gibt keine Demokratie ohne Gerechtigkeit.
09.01.2027 - 20.08.2027
19.8.1953: CIA-Iran-Putsch - Premierminister Mossadegh im Auftrag der Ölkonzerne gestürzt
Iran-Putsch - Premierminister Mossadegh vom englischen MI5 und vom US-Geheimdienst CIA im Auftrag der Ölkonzerne gestürzt
Wie hätte sich im Iran die Demokratie entwickelt, wenn die demokratisch gewählte Regierung vor 7 Jahrzehnten nicht gestürzt worden wäre?
Am 19.8.1953 wurde Premierminister Mossadegh vom englischen und amerikanischen Geheimdienst im Auftrag der anglo-amerikanischen Ölkonzerne gestürzt. Die Täter wurden nie bestraft. Mossadegh hatte den "Fehler" gemacht, zu glauben, die iranischen Ölvorkommen würden den Menschen im Iran gehören. Anstifter des Putschs war der von Großbritannien geführte internationale Ölkonzern Anglo-Iranian Oil Company (AIOC, später umbenannt in BP), der das Ölgeschäft des Landes beherrschte und sich weigerte, die Gewinne daraus in von iranischer Seite neu gefordertem Umfang zu teilen. Nach dem Abkommen vom 29. April 1933, das eine Laufzeit von 60 Jahren hatte, belief sich der persische Anteil am Gewinn auf neokolonial-lächerliche 20 %. Daraufhin verabschiedete das Parlament ein Gesetz zur Verstaatlichung der Ölförder- und Raffinerieanlagen.
Das führte zum Iran-Putsch. Amerikanischen und britischen Geheimdienste hatten für den Umsturz iranische Offiziere, Politiker, Geistliche und Kriminelle angeworben und bezahlt, um den populären Ministerpräsidenten Mohammed Mossadegh zu stürzen. Nicht mehr eine demokratisch legitimierte Regierung, sondern Schah Mohammed Reza Pahlavi sollte fortan einen prowestlichen Kurs seines Landes und dauerhaft satte Profite für die Ölkonzerne garantieren.
Die Demütigung von 1953 nährte noch ein Vierteljahrhundert später die revolutionäre Wut gegen das Schah-Regime. Die Demonstranten trugen 1979 Mossadegh-Porträts mit sich, und nach dem Umsturz im Februar pilgerten Hunderttausende zum Grab des früheren Regierungschefs.
Die heutige Unterdrückung der Menschen im Iran durch autokratische Mullahs hat ihre Wurzeln auch in der Gier der anglo-amerikanischen Ölkonzerne und einer neokolonialen Politik im Jahr 1953. Die damalige Kanonenbootpolitik lebt unter Präsident Tump und neuen Kriegen für Öl wieder auf.
Am Genfersee in der Schweiz leben die ehemaligen Günstlinge des Schahs, auch Reza Pahlewi, Sohn des letzten Schahs. Er will mithilfe der USA an die Macht zurück und die USA wollen an das iranische Öl. Doch die Menschen im Iran wollen Freiheit und keinen erneuten US-Imperialismus.
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1) Die Internetseiten der Mitwelt Stiftung Oberrhein sind "inhalts- und textorientiert". Wir bieten keine modischen Infohäppchen, sondern wenden uns an die kleiner werdende Minderheit, die noch in der Lage ist, längere Texte zu lesen und zu erfassen.
2) Wenn Sie hier "Die Wahrheit" suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, "Die Wahrheit", sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den "anderen Wahrheiten" auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen. Verlassen Sie auch einmal den engen "Echoraum" der eigenen Meinung im Internet. Misstrauen Sie Wahrheitsverkündern, Ideologen, vom Krieg bestärkten Ewiggestrigen und Verschwörungstheoretikern. Haben Sie Mut, Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.
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31.7.1849: Freiheitskämpfer der Badischen Revolution Max Dortu, Friedrich Neff & Gebhard Kromer in Freiburg erschossen
1849: Freiheitskämpfer der Badischen Revolution Max Dortu, Friedrich Neff & Gebhard Kromer in Freiburg erschossen
Nach der zweiten Phase der unvollendeten Badischen Revolution wurde am 31.7.1849 der aus Potsdam stammende Jurastudent Maximilian Dortu im Alter von 23 Jahren auf dem Wiehremer Friedhof von einem preußischen Militärkommando hingerichtet, weil er sich an der badischen Freiheitsbewegung beteiligt hatte; sein Schicksal teiltenFriedrich Neff († 9. August 1849) und Gebhard Kromer († 21. August 1849).
Über die Erschießung von Maximilian Dortu berichtete der Stuttgarter Anzeiger am 3.8.1849: „Er ging, ein großer schöner Mann, etwa 24 Jahre alt, mutig und gefasst, die linke Hand ans Herz gestemmt, in die Mitte des Vierecks, das die Infanterie gebildet hatte … Das Todesurteil wurde verlesen. Dortu antwortete: Ich sterbe für die Freiheit. Schießt gut, Brüder!“
Max Dortu wurde in Potsdam als Sohn eines Justizrates geboren und studierte nach dem Abitur in Heidelberg und Berlin Jura. Nach Ausbruch der Revolution von 1848 engagierte sich Dortu in Potsdam im Rahmen eines politischen Vereins. Am 12. Mai 1848 demonstrierte er gegen die Rückkehr des Prinzen von Preußen (später Kaiser Wilhelm I.), der den Truppeneinsatz bei den Berliner Märzkämpfen zu verantworten hatte, und nannte ihn den „Kartätschenprinzen“. Dortu wurde wegen Beleidigung des mörderischen Thronfolgers daraufhin zu 15 Monaten Festungshaft verurteilt.
Es gibt im demokratischen Deutschland 59 Straßen und Plätze, die den Namen Kaiser Wilhelm beinhalten. Dazu kommen unglaublich viele Straßen und Plätze, die "nur noch" Wilhelm-Straße heißen und bei der, "der Kaiser" nur weggelassen wurde. Zeit seines Lebens setzte sich Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., für eine dominante Monarchie und gegen das Parlament ein. Im März des Revolutionsjahres 1848 wurde er vorübergehend nach London geschickt, weil er in Preußen als Scharfmacher gegen die demokratische Bewegung (»Kartätschenprinz«) untragbar geworden war. Im Juni 1848 nach Preußen zurückgekehrt, stand er an der Spitze der Gegenrevolution und übernahm im Juni 1849 den Oberbefehl bei der Niederwerfung des badisch-pfälzischen Aufstandes. Und ausgerechnet nach diesem preußischen Scharfmacher und Reaktionär sind in Deutschland immer noch Straßen und Plätze benannt. Im demokratischen Deutschland gibt es nur 4 Straßen und Plätze, die den Namen "Max-Dortu" beinhalten. Wie sieht das in Deiner Gemeinde aus und was wirst Du tun?
Als Teilnehmer des zweiten Demokratenkongresses in Berlin und auf Versammlungen in Potsdam trat er als entschiedener Verfechter der Revolution auf und propagierte ihre Weiterführung. Auf seine Initiative hin fasste die Potsdamer Volksversammlung am 12. November 1848 den Beschluss, die Eisenbahnstrecke nach Berlin zu zerstören, um den Transport Potsdamer Gardetruppen zu verhindern.
Vor einer drohenden Verhaftung floh er im Januar 1849 nach Paris. Im Mai des gleichen Jahres trat er in die badische Revolutionsarmee ein und nahm an den Kämpfen gegen die preußischen Truppen als Kommandeur eines Bataillons der Freiburger Volkswehr teil. Er wurde gefangen genommen, verurteilt und am 31. Juli 1849 in Freiburg erschossen.