15.4.1912: Die "unsinkbare" Titanic, die Ikone des Fortschrittsglaubens sinkt
15.4.1912: Die "unsinkbare" Titanic, die Ikone des Fortschrittsglaubens sinkt
Auf ihrer Jungfernfahrt kollidierte die "unsinkbare" Titanic am 14. April 1912 gegen 23:40 Uhr etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neufundland, trotz eines Ausweichmanövers in letzter Minute mit einem riesigen Eisberg. Der Zusammenstoß riss ein 90 Meter großes Leck in den Bug, wodurch Seewasser in sechs der vorderen Abteilungen des Schiffs eindringen konnte. Das Schiff sank am 15. Januar 1912. Ihr Untergang war eine massive technische Kränkung und eine Kränkung der unkritischen Fortschrittsbesoffenheit. Eine ähnliche technische Kränkung waren die Atomunfälle in Tschernobyl und Fukushima. Atomkraftwerke waren zwar nicht "unsinkbar". Schwere Atomunfälle waren allerdings mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1 Mrd. pro Jahr prognostiziert worden.
Wir sinken lautlos, still steht – wie in der Badewanne – das Wasser in den strahlend erleuchteten Palmensälen, Tennishallen, Foyers und spiegelt sich in den Spiegeln. Tintenschwarze Minuten – erstarrt wie in Gelatine. Kein Streit, kein Wortwechsel, halblaute Dialoge: „Bitte nach Ihnen – Grüß die Kinder – Erkälte Dich nicht.“ Ein Ausschnitt aus Hans Magnus Enzensbergers Hörspiel „Der Untergang der Titanic“
Benannt nach einem griechischenn Göttergeschlecht, vereinigte die RMS Titanic etliche Superlative ihrer Zeit - als das sicherste, luxuriöseste, größte und dennoch eleganteste Schiff, das trotz aller Rekorde als "praktisch unsinkbar" galt, wie die Erbauer prahlten. Die Titanic stand, ähnlich wie einige Jahrzehnte später die Atomenergie, für eine kritiklose Technikbesoffenheit. Obwohl für die Evakuierung mehr als zwei Stunden Zeit zur Verfügung standen, kamen 1514 der über 2200 an Bord befindlichen Personen ums Leben – hauptsächlich wegen der unzureichenden Zahl an Rettungsbooten und der Unerfahrenheit der Besatzung im Umgang mit diesen. Wegen der hohen Opferzahl und weil es auch viele Opfer aus der Oberschicht gab, zählt der Untergang der Titanic zu den größten und berühmtesten Katastrophen der Seefahrt.
Die Schiffbauer haben aus der Katastrophe ihre Lehren gezogen. Die Atomlobby hat aus Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima nur eine bessere, grünere Propaganda gelernt.
Die Titanic und das Narrenschiff aktuell: Krieg, Artensterben, Klimawandel, Atomwaffen- frei nach Sebastian Brant
Von unsinkbaren Schiffen, sicheren Atommülllagern & AKW, ungiftigem Asbest, harmlosem FCKW und Krisenkommunikation... Heute & Morgen: Kernkraftwerke sind sicher!
11.2.2011: Das "westliche", japanische Atomkraftwerk Fukushima Daiichi galt als absolut sicher
Am Nachmittag des 11. März 2011 ereignete sich im Pazifik ein Seebeben, in dessen Folge ein Tsunami die Ostküste Japans traf. Dieser löste eine Unfallserie im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi mit Kernschmelzen in drei Reaktorblöcken aus. Große Mengen Radioaktivität entwichen unkontrolliert und nur ein "gnädiger Wind" verhindert die Verseuchung und Evakuierung des Großraums Tokio mit seinen über 10 Millionen Menschen.
2010: Die Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" galt als unsinkbar
Die Ölförderplattform "Deepwater Horizon" des Ölkonzerns BP versank nach einer Explosion im Golf von Mexiko in den Fluten und löste eine Umweltkatastrophe aus. Die 121 Meter lange und 78 Meter breite Förderplattform des Schweizer Unternehmens Transocean galt als unsinkbar und versank am 21.4.2010
bis 2010: Das Atommülllager Asse galt als trocken und sicher
„Um ganz sicher zu gehen, wurden zur Endlagerung auch nur solche Salzgebirge in Betracht gezogen, von denen man weiß, dass über die sie mit der Erdoberfläche verbindenden Schächte keinerlei Wassereinbruch zu befürchten ist.“ stand in den Broschüren der Betreiber. Wegen Wassereinbruch wird seit dem Jahr 2010 diskutiert, den eingelagerten Atommüll wieder auszulagern.
2002: Der nichtbrennbare Giftmüll
in der "modernsten, sichersten" Giftmülldeponie Frankreichs Stocamineim Elsass entzündet sich am 10. September 2002. Dort wurden 45.000 Tonnen "nicht brennbare" Industrieabfälle „sicher“ endgelagert, darunter Zyanid, Asbest, Arsen, sowie chrom- und quecksilberhaltige Substanzen. Das Feuer konnte erst zweieinhalb Monate später gelöscht werden
1986: Der Reaktor in Tschernobyl galt als sicher
Vor dem schweren Reaktorunfall am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl, nahe der Stadt Prypjat, Ukraine, galt der sowjetische Reaktortyp auch nach Ansicht westlicher Experten als sehr sicher.
1973: In der Broschüre der HEW/NWK "66 Fragen 66 Antworten. Zum besseren Verständnis der Kernenergie" wurde die folgende Frage beantwortet:
Frage 42: Sind Kernkraftwerke sicher?Antwort: Ja. Kernkraftwerke sind sicher."(...) Der Technische Überwachungsverein hat einmal ausgerechnet, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit für den sogenannten „Größten anzunehmenden Unfall“ (GAU), das heißt eines hypothetischen Unfallablaufes, für den jede Kernkraftanlage ausgelegt ist, 1:100 000 pro Jahr beträgt. Mit anderen Worten: Hätte der bekannte König Cheops aus der 4. altägyptischen Dynastie statt der von ihm errichteten Pyramide 20 große Kernkraftwerke gebaut und diese wären bis heute in Betrieb gewesen, dann müsste man damit rechnen, dass sich seither einmal ein solcher Unfall hätte ereignen können. Die Auswirkungen dieses Unfalls wären überdies so gewesen, dass jedermann am Kraftwerkszaun tagaus tagein hätte zuschauen können, ohne dabei mehr als die zulässige Strahlendosis zu empfangen. Nimmt man an, dass sämtliche Sicherheitseinrichtungen des Kernkraftwerkes nicht funktioniert hätten, dann wäre dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1 Mrd. pro Jahr passiert. Das bedeutet, dass die Vormenschenaffen im Alt-Tertiär vor 50 Millionen Jahren besagte 20 Kernkraftwerke hätten bauen und seither betreiben müssen, dann hätte man einen solchen Unfall vielleicht einmal registrieren können."
1930: FCKW galten als vollkommen harmlos
Ab 1930 wurden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) als Kältemittel, als Treibgas für Sprühdosen, als Treibmittel für Schaumstoffe und als Reinigungs- und Lösungsmittel eingesetzt. Vor dem Einsatz von FCKW und der Zerstörung der Ozonschicht wurde erstmals 1974 gewarnt, doch dies wurde nicht ernst genommen. Die Entdeckung des Ozonlochs 1985 sorgte für einen Meinungswandel. Erst im Montrealer Protokoll vom 16. September 1987 verpflichteten sich viele Staaten zur drastischen Reduktion der Herstellung von FCKW. Die chemische Stabilität macht diese Gase in der Atmosphäre nur schwer abbaubar (mittlere Verweildauer je nach Produkt zwischen 44 und 180 Jahre).
1912: Die Titanic galt als unsinkbar
Die RMS Titanic galt als unsinkbares Passagierschiff der britischen Reederei White Star Line. Auf ihrer Jungfernfahrt kollidierte die Titanic am 14. April 1912 mit einem Eisberg und sank zwei Stunden und 40 Minuten nach dem Zusammenstoß im Nordatlantik.
Na denn: Volle Wachstumsfahrt voraus, solange es noch Eisberge gibt ... Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Nachtrag: Es gibt sie, die gute sinnvolle Technik, die Mensch und Umwelt nützt. Der medizinische Fortschritt hat die Pocken ausgerottet. In wenigen Jahrzehnten hat es im Bereich Windenergie, Tiefengeothermie und Fotovoltaik ungeheure Fortschritte gegeben, sodass die zukunftsfähigen Energien nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch kostengünstiger als die atomar-fossilen Energiequellen sind. Wir hätten das Wissen und die Technik, um mit einem wesentlich verringerten Input von Energie, Rohstoffen und Arbeitszeit, allen Menschen der Welt ein gutes Leben zu ermöglichen. Es ist unsere Aufgabe, Fortschritt und Zukunft menschengerecht zu gestalten.
15. April 1912: Die "absolut unsinkbare" Titanic, die Ikone des Fortschrittsglaubens sinkt und 1514 Menschen sterben.
15.4.2023 / Rückblick: Abschaltung & keine Wiederinbetriebnahme der AKW Neckarwestheim, Emsland & Isar!
15.4.2023 / Rückblick: Abschaltung & keine Wiederinbetriebnahme der AKW Neckarwestheim, Emsland & Isar!
Der Atomausstieg in Deutschland am 15.4.23 war schon ein erstaunliches Phänomen. Seit wann setzen sich in a »Rich Man´s World« die Vernunft gegen die Macht, die Nachhaltigkeit gegen die Zerstörung und die Kleinen gegen die Großen durch? Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Die mächtigen, alten atomar-fossilen Seilschaften bekommen kriegsbedingt gerade weltweit Aufwind. Gemeinsam mit den anderenKriegsgewinnlern versuchen sie das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Wir erleben gerade den weltweiten Versuch, den ökologischen, sozialen und demokratischen Fortschritt zu behindern.
Aktuell agitieren überall im Bundesgebiet gut organisierte Atom-Lobbygruppen,WePlanet, die AfD, Teile von FDP, CDU, CSU, vorneweg die BLÖD-Zeitung und Scheinbürgerinitiativen, um eine Wiederinbetriebnahme für die AKW Neckarwestheim-2, Emsland und Isar-2 zu erreichen. Die Wiederinbetriebnahme wäre der erste Schritt zum Neubau von AKW in Deutschland. Die Lobbyisten tarnen sich geschickt als Umwelt- und Klimaschützer. An Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und CDU-Chef Merz blättert die dünn aufgetragene grüne Farbe ab und die "immer schon Atomlobbyisten" fordern gemeinsam mit der AfD neue AKW. Jahrzehntelang haben rechts-libertäre atomar-fossile Seilschaften den Ausbau der zukunftsfähigen Energien, Stromtrassen und die Energiewende massiv behindert. Jetzt warnen sie scheinheilig vor einemBlack-out. So kämpfen Sie für gefährliche und teure neue AKW.
Das ist ein Teilerfolg für die Umweltbewegung, denn die maroden alten AKW werden nicht wieder hochgefahren.
Die Fusionsforschung war bisher allerdings stets ein Milliardengrab.
In ca. 25 Jahren wird ein Fusionsreaktor kostengünstig Strom liefern! Diese wunderbare Grundregel gilt seit Jahrzehnten zu jedem Jahresanfang neu
Es spricht nichts gegen eine kluge, verantwortungsvolle Forschung zum Thema Kernfusion. Die Gefahren und die Kosten-Nutzen Relation dürfen dabei aber nicht aus den Augen verloren werden.
Es gibt allerdings tatsächlich einen Kernfusionsreaktor, der schon lange problemlos funktioniert und der bereits heute kostengünstig Strom liefert. Sein Sicherheitsabstand zur Erde beträgt beruhigende 149.597.870 Kilometer. Neben Sonnenbrand bei zu intensiver Nutzung dieser nachhaltigen Form der Kernfusion gibt es nur einen einzigen "Kritikpunkt". Die Sonne wird in etwa fünf Milliarden Jahren ihren Wasserstoffvorrat im Kern verbrauchen und erlöschen. Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Unvergessen: Die Mondlandung von Apollo 11 / »Ein kleiner Schritt für den Menschen – ein großer Sprung für einen Müllsack.« "Am Abend des 20. Juli 1969, fliegt ein Müllsack auf den Mond. Darin Lebensmittelverpackungen, Urinbeutel und anderer Unrat. Was für ein Zeichen: Die Menschheit landet auf dem Mond. Doch noch bevor Menschen ihre ersten Fußabdrücke im Staub hinterlassen, ist der Müll schon da. Kurz darauf klettert Neil Armstrong etwas unbeholfen die Leitersprossen der Mondfähre hinunter ..."
Neil Armstrong betrat als erster Mensch den Mond. Bis im Jahr 2019, also 50 Jahre später, wurden knapp 400 Kilogramm Mondgestein zur Erde gebracht – und fast 190.000 Kilogramm Müll dort gelassen.
11.9.1973 - 11.9.2024: CIA-Militärputsch in Chile - Das andere 9/11 - Salvador Allende
Am "anderen" 11. September 1973 wurde in Chile die Demokratie gestürzt und tausende Menschen gefoltert und ermordet. Chilenische Militärs unter Führung von General Augusto Pinochet griffen mit Bombern den Präsidentenpalast Moneda in Santiago de Chile an. Der 1970 frei und demokratisch gewählte Präsident Salvador Allende starb in den Trümmern. Er hatte „fälschlicherweise“ gedacht, das chilenische Kupfer würde nicht den US-Konzernen, sondern den Menschen in Chile gehören. Organisiert wurde der Putsch auch von amerikanischen Konzernen, wirtschaftsliberalen rechten Netzwerken und der CIA. Die Mörder, Folterer und ihre amerikanischen Hintermänner wurden nie angemessen bestraft. Warum werden manche Kriegsverbrechen verfolgt und andere nicht? Warum sind vor dem Völkerrecht nicht alle Staaten gleich? Mehr Infos zum Putsch in Chile am 11. September 1973: Chile Putsch
11.9.1973: CIA-Militärputsch in Chile - Das andere 9/11
14.07.2027 - 22.10.2027
12.10.1492 - Christoph Kolumbus "entdeckt" Amerika & der Genozid beginnt
12.10.1492 - Christoph Kolumbus „entdeckt“ Amerika und der Völkermord beginnt
Der Unternehmer Christoph Kolumbus erreichte am 12. Oktober 1492 einige vorgelagerten Inseln Amerikas. Heute weiß man, dass die Wikinger lange vor Kolumbus in Amerika waren. Auf der Neufundland-Halbinsel L'Anse aux Meadows fanden Archäologen in den 1960er Jahren Überreste einer Siedlung im isländisch-grönländischen Stil, die um das Jahr 1000 gebaut worden war, möglicherweise von Leif Eriksson und seinen Nordmännern.
Christoph Kolumbus brachte 1492 "Westliche Werte", Religion & Gier. Unter ihm und seinen Reisegefährten, mit denen er im Morgengrauen des 12. Oktober 1492 auf einer Insel der Bahamas landete, können auch gute Menschen gewesen sein. Doch vor allem war es ein Haufen von Vergewaltigern, Plünderern und Mördern. Sie brachten tödliche Krankheiten und Versklavung in die Amerikas und sie begannen den Genozid an den UreinwohnerInnen. In Nord- und Südamerika lebten vor der Ankunft der Europäer ungefähr 60 Millionen Menschen. Innerhalb eines Jahrhunderts waren ca. 90 Prozent der damaligen gesamtamerikanischen Bevölkerung ausgerottet. Bevor Christoph Kolumbus die karibischen Inseln erreichte, lebten Schätzungen zufolge bis zu 18 Millionen Menschen im Norden Amerikas. 1890 gab es noch 250.000 überlebende Indigene. Amerika wurde von Kolumbus nicht entdeckt, es wurde überfallen, ausgeraubt und geplündert.
Der Dominikanermönch Bartolomé de Las Casas beschrieb in seiner Streitschrift „Kurzbericht über die Verwüstung Westindiens“ (1542), wie die Spanier mit den Indigenen umgingen. Er spricht in diesem Zusammenhang von Massenmorden, Verbrennungen, Vergewaltigungen und Zerstückelungen, wobei auch Kinder, Schwangere oder Alte nicht verschont wurden.
Bei der Reise von Kolumbus ging es nicht um Entdeckungen, sondern um Gewinne. Der heutige „American Way of Life“ hat seine Wurzeln in der Ausrottung der UreinwohnerInnen, in Vernichtungsfeldzügen, die zu „Indianerkriegen“ umgedeutet wurden, in Rassismus, Kolonialismus, Ausbeutung und in der Sklaverei. Diese Verbrechen werden auch heute noch verklärt und Kolumbus Denkmäler stehen leider immer noch auf ihren Sockeln.
Die "Residential Schools" in Kanada waren bis 1996(!) die Orte, an denen an der "kulturellen Auslöschung" der First Nations gearbeitet wurde. In den letzten Dschungeln Amazoniens wird heute im Namen desneoliberalen Fortschritts für unsere Steaks und unser Benzin, die Ausrottung der amerikanischen Ureinwohner und die Verwandlung der Welt in eine Fabrik vollendet.
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Kolumbus entdeckt Amerika und die Folgen: das letzte große Massaker der US-Armee an den Indianern in Woundet Knee am 29. Dezember 1890. Einen vergleichbaren Genozid erleiden gerade die Menschen in Gaza. US-Kriegsminister Pete Hegseth will den 20 Mördern, die für ihren Einsatz bei Wounded Knee 1890 ausgezeichnet wurden, nicht die Medal of Honor entziehen.
12. Oktober 1492: Christoph Kolumbus "entdeckt" Amerika und der Genozid beginnt
(Noch immer) Kolumbus-Straßen / Kolumbus-Mörder-Straßen in Deutschland:
Kolumbusring, Rostock
Kolumbusring, Wilhelmshaven
Kolumbussee, Schönebeck (Elbe)
Kolumbusstraße, Aalen
Kolumbusstraße, Amberg
Kolumbusstraße, Bitburg
Kolumbusstraße, Duisburg
Kolumbusstraße, Euskirchen
Kolumbusstraße,Hannover
Kolumbusstraße, Hörstel
Kolumbusstraße, Leinfelden-Echterdingen
Kolumbusstraße, Mülheim an der Ruhr
Kolumbusstraße, München
Kolumbusstraße, Ochtrup
Kolumbusstraße, Sindelfingen
Kolumbusstraße, Solingen
Kolumbusstraße, Stuttgart
Mitwelt Stiftung Oberrhein: Warnungen & Hinweise zu diesen Mitwelt-Seiten
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Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.
Getragen von der kleinen Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)
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Badische Revolution & Maximilian Dortu: Die verbotenen Blumen von Freiburg - Im September 1849 wurden elf mutige Freiburger Mädchen verhaftet
Am 31. Juli 1849 wurde auf dem damaligen Freiburger Wiehre-Friedhof Maximilian Dortu, Aktivist und Freiheitskämpfer der Badischen Revolution von 1848/49, hingerichtet und anonym verscharrt. In den folgenden Wochen nahm die preußische Besatzungsmacht in Freiburg auch tödliche Rache an Friedrich Neff aus Rümmingen und Gebhard Kromer aus Bombach. Alle drei jungen Männer hatten sich dem Aufstand gegen die feudale Monarchie, für Menschenrechte und für eine Republik angeschlossen. Die Sympathie für die erschossenen Demokraten war groß in der badischen Bevölkerung. Um einer noch stärkeren Verehrung der Revolutionäre als Märtyrer entgegenzuwirken, verboten die Preußen das Anlegen von richtigen Gräbern.
Trotz behördlichem Verbot lagen im August 1849 immer wieder frische Blumen auf der Hinrichtungsstätte. Die preußischen Militärs stellten deshalb einen versteckten Posten in der Nähe des Friedhofes auf. Dieser verhaftete am 23. September 1849 vier junge Frauen, die aus ihren Körben Blumen auf die Gräber der Erschossenen legten. Auch am nächsten Tag wurden sieben weitere Mädchen verhaftet, als sie erneut Blumen niederlegen wollten. Alle elf Mädchen stammten aus Freiburg-St. Georgen und dem Teilort Uffhausen. Das Freiburger Stadtamt erstattete Anzeige, denn den Freiburger Honoratioren, Reaktionären und Konservativen war das mutige Verhalten der Mädchen äußerst peinlich. Drei der verhafteten Mädchen wurden nach 24 Stunden wieder freigelassen, vier wurden zu 14 Tagen und vier weitere zu 24 Tagen Haft verurteilt. Die Verhaftungen sorgten nicht nur in Baden, sondern auch in der Schweiz und Frankreich für Empörung. Noch bis 1898 war das Abhalten von Trauerfeiern am Grab verboten.
Vor 175 Jahren wurden Demokratinnen und Demokraten bestraft und die Konterrevolutionäre geehrt. Heute verdienen die Klimakatastrophen-Verantwortlichen der Öl-, Gas- und Kohlekonzerne und ihre Lobbyisten ungeheure Geldsummen und aktive Klimaschützende werden bestraft. Wie wird die Geschichte das wohl bewerten?
Badische Revolution, Maximilian Dortu und die verbotenen Blumen Freiburgs: Im September 1849 wurden elf Freiburger Mädchen verhaftet
14.08.2027 - 18.10.2027
20.09.2027: World Cleanup Day & Kritik
20.09.2027: World Cleanup Day, Greenwash & Kritik
Die bisherigen "World Cleanup Days" haben mitgeholfen, große Mengen Abfall aus der Natur zu entfernen und sind so tatsächlich auch ein Erfolg für die Umwelt. Dennoch sind sie immer auch ein gezieltes Ablenkungsmanöver und eine unpolitische Beschäftigungstherapie für Umweltaktive.
1.10.1957: Das ungestrafte „Contergan - Verbrechen“
Der Contergan-Skandal (aufgedeckt 1961-1962) war der bisher größte Arzneimittelskandal in Deutschland. Durch die schädlichen Nebenwirkungen des Beruhigungsmedikaments Contergan war es zu Schädigungen von bis zu 10 000 Ungeborenen gekommen. Obwohl der Stolberger Herstellerfirma schon 1961 bereits 1600 Warnungen über beobachtete Fehlbildungen an Neugeborenen vorlagen, wurde Contergan weiterhin vertrieben. Am 18. Dezember 1970, wurde das Strafverfahren wegen geringfügiger Schuld der Angeklagten und mangelnden öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung nach § 153 StPO eingestellt. Ein Unrechtsurteil! Die Eltern der Geschädigten waren durch eine "geschickte" Prozessführung gezwungen, mit der Firma Grünenthal einen Vergleich abzuschließen und verzichteten auf Schadensersatzansprüche in Milliardenhöhe gegen einen lächerlichen Entschädigungsbetrag von 100 Millionen Deutsche Mark. Ein zentrales Problem der Contergan-Opfer (aber auch Asbest-Opfer) waren und sind die "Wir erlauben Konzernen & Milliardären immer alles-Parteien".
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Nachtrag:
Fukushima, Gier, Unrecht, Entschädigungen und Westliche Werte Über ein Jahrzehnt nach der Atomkatastrophe von Fukushima sind die Entschädigungen für die Opfer der Katastrophe minimal. Doch ein Gericht in Tokio ordnete die Zahlung von 13 Billionen Yen (94,6 Milliarden Euro) Schadensersatz für die Aktionäre des Atomkonzerns an. (Eine Milliarde sind tausend Millionen). Es gibt wenige Urteile, die besser die "Westlichen Werte" aufzeigen, für die Japan und der Westen stehen.
1.10.1957: Markteinführung von „Contergan“ & ungestrafte Verbrechen
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Es gibt Gründe, warum Milliardäre, Steuervermeider, Klimawandelleugner, marktlibertäre Rechtspopulisten, Springerpresse, Musk, Thiel, Trump und ihre Lobbyisten den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gerne abschaffen würden. Die folgenden Sendungen zählen dazu:
Immer wieder sonntags um 9.30 Uhr im Deutschlandfunk oder in der DLF-Mediathek: Essay und DiskursFreie Meinung & kluge Gedanken: "Essay und Diskurs"
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Rechtslibertäre Science Fiction-Visionen hatten lange nicht die Strahlkraft progressiver Utopien – doch heute dienen sie Tech-Milliardären wie Elon Musk und Peter Thiel als Blaupause für die Zukunft. Warum ist es offenbar leichter, sich das Ende der Erde und die Flucht ins Weltall vorzustellen als das Ende des Kapitalismus?Isaac Asimovs Roman Foundation beschreibt eine Welt, in der eine kleine Elite, gestützt auf mathematische Berechnungen, die Menschheit durch eine Phase des Zusammenbruchs führen soll. Die Idee: Eine neue Ordnung kann nicht durch demokratische Prozesse entstehen, sondern durch kluge Steuerung im Hintergrund. Musk hat mehrfach betont, dass er sich als eine Art Hari Seldon sieht – jemand, der die kommenden Krisen erkennt und rechtzeitig die Weichen stellt. Seine Marskolonie ist für ihn kein Abenteuerprojekt, sondern ein Rettungsplan für die Menschheit.Doch Foundation ist nicht die einzige Science Fiction-Erzählung, die heutige Tech‑Milliardäre prägt. Viele ihrer Visionen stammen aus einer bestimmten Art von Science Fiction: libertären oder techno-oligarchischen Zukunftsentwürfen, die lange Zeit in der Popkultur nicht die Strahlkraft hatten, die sie heute besitzen. Während Science Fiction oft mit progressiven Utopien assoziiert wurde – mit Zukunftsentwürfen, in denen Gleichheit, Kooperation oder der ökologische Umbau der Erde im Mittelpunkt standen – setzen sich in der Gegenwart immer stärker rechte, marktlibertäre Zukunftsvisionen durch.Die Erde wird nicht mehr als Ort gedacht, den es zu erhalten gilt, sondern als ein durch menschliches Fehlverhalten bereits verloren geglaubter Planet. Die Zukunft, die Musk, Thiel oder Bezos imaginieren, ist nicht eine postkapitalistische Gesellschaft – sondern eine Zukunft, in der jene, die es sich leisten können, sich dem Kollaps einfach entziehen.Unbedingt hier beim Deutschlandfunk hören
Axels-TV Empfehlung:
01.02.2028 - 26.08.2028
Hitzesommer 2026: Hitzewelle, Trockenheit, Dürre, Starkregen & Waldsterben in Südbaden, am Oberrhein & in Europa
Hitzesommer 2026: Hitzewelle, Trockenheit, Dürre, Starkregen & Waldsterben in Südbaden, am Oberrhein & in Europa.
Aktueller Einschub: Nach Hitzewellen jetzt Starkregen? Die ungewöhnlich warmen Meere liefern 2026 zusätzliche Energie und Feuchtigkeit für die Atmosphäre. Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, wodurch bei geeigneten Wetterlagen das Potenzial für extremen Starkregen und heftigere Niederschlagsereignisse steigt. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur liegt aktuell vielerorts etwa 1–2 °C über dem langjährigen Mittel. Bereits ein Anstieg um 1 °C erhöht die Verdunstungsrate deutlich, sodass mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre gelangt. Wärmere Ozeane speichern zudem große Energiemengen, die bei Wetterlagen wie Tiefdrucksystemen intensivere Regenfälle, Starkregen und Überflutungen begünstigen. Hochwasserschutz muss in Zeiten von Dürre und Starkregen mit Wasserrückhaltung verbunden werden!
Der von Lobbyisten geleugnete und von der Wissenschaft und der Umweltbewegung angekündigte menschengemachte Klimawandel ist längst in Südbaden & Europa angekommen. Dies zeigt sich in sommerlichen Hitzephasen, Extremwetterereignissen, einem massiven Waldsterben 2.0 im Schwarzwald, trocken fallenden Quellen, Bächen und anderen Gewässern, Blaualgen in Badeseen, Problemen der Wasserversorgung, "Verpoolung" der Werbeprospekte und Gärten, Ernteausfällen der Landwirtschaft und massiv erhöhter Sterblichkeit in Hitzephasen.
Noch vor wenigen Jahren galten der Oberrhein, Südbaden, Freiburg und der Kaiserstuhl als "wärmste Region" Deutschlands. In Folge des Klimawandels ist die Region jetzt eine der heißesten Gegenden in Deutschland. Das ist nicht nur sprachlich ein gewaltiger Unterschied und ein Verlust an Lebensqualität.
Der Klimawandel beginnt, die Verteilung des Niederschlags zu beeinflussen. Dies wird Auswirkungen auf den natürlichen Wasserhaushalt nach sich ziehen und kann neben den Hochwasserabflüssen auch extreme Trocken– und Niedrigwasserperioden bewirken. Die jährliche Niederschlagsmenge wird in Südbaden nicht unbedingt geringer. Es wird aber lange Trockenphasen und mehr Starkregen geben. Der starke Niederschlag läuft schnell ab, teilweise mit verheerenden Folgen, nicht nur für die Unterlieger am Rhein. Gleichzeitig verdunstet der Regen angesichts steigender Temperaturen auch schneller. Darum gibt es mehr Überflutungen, während der Boden auch immer stärker austrocknet. Es stellt sich die Frage, ob die Wassermengen des Starkregens regional nicht stärker "zurückgehalten" werden können. Es braucht nicht nur Schwammstädte und Dörfer, sondern eine ganze Schwammregion. Dies würde dem Hochwasserschutz und dem Grundwasser (also auch uns allen) dienen.
Angesichts des menschlichen Leids und der massiven Folgen für Mensch, Natur und Landwirtschaft (in dieser Reihenfolge!), die der Klimawandel bringt, ist die Umweltbewegung viel zu bürokratisch-brav. Eigentlich müssten wir in Hitzesommern wie nach der Sandoz-Katastrophe und wie nach Tschernobyl und Fukushima den Protest organisieren und auf die Straßen gehen, die Opfer beklagen und die Energiewende verteidigen.