8.03.2026: Internationaler Frauentag & beschämender Frauenanteil in der Kommunalpolitik
Frauenanteil in der Politik: Kreistag, Gemeinderat, Landtag, Bundestag, Europawahl
8. März 2026 Internationaler Frauentag und beschämender Frauenanteil im Kreistag und in der Kommunalpolitik Seit 1911 feiern Frauen und Männer den „Internationalen Tag der Frauen“, an dem weltweit auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht wird. Der Tag soll die bisherigen Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung feiern und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf bestehende Diskriminierungen und Ungleichheiten richten.
Internationaler Frauentag und beschämender Frauenanteil im Kreistag und in der Kommunalpolitik
05.01.2027 - 30.06.2027
1.3 bis 30.6.2027: Brutzeit für Vögel, Vogelsterben & Gefahren in der Hauptbrutzeit
1.3 bis 30.6.2027: Brutzeit für Vögel, Vogelsterben & Gefahren in der Hauptbrutzeit
Der 1. März ist ein besonderes Datum für den Pflege- und Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern. Laut Bundesnaturschutzgesetz gilt der Zeitraum vom 1. März bis 30. September als Schonzeit und beim Pflege- und Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern ist besondere Rücksicht auf brütende Vögel zu nehmen. In diesem Zeitraum sind Fällungen und Schnittmaßnahmen im öffentlichen Raum daher nicht erlaubt, um die Gefiederten nicht beim Nestbau oder bei ihrem Brutgeschäft zu stören.
Seit 1980 hat die Zahl der Vögel in den Staaten der Europäischen Union um 56 Prozent abgenommen: Hunderte Millionen Tiere sind damit schlicht verschwunden, darunter Arten, die man früher als Allerweltsarten bezeichnet hat, wie Star, Feldlerche oder Goldammer. Kiebitze, Uferschnepfen oder Rebhühner sind flächendeckend zu Raritäten geworden oder regional ausgestorben.
Insekten- & Nahrungsmangel: Viele Vogelarten, auch solche, die ansonsten das ganze Jahr von Körnern leben, brauchen in der Brutzeit Insekten und Insektenlarven für die Aufzucht der Jungen. Die große Insektenausrottung beschleunigt das Vogelsterben und ist eine seiner Hauptursachen.
Das sind die ungefähren Hauptbrutzeiten / Legebeginn einiger Gartenvögel. Sie können nach Region und Höhenlage variieren:
Blaumeise April (Mitte)
Bachstelze April
Bachstelze April
Baumläufer April
Dohle April
Feldsperling April (Ende)
Gänsesäger März (Ende) bis Mai
Gartenrotschwanz Mai (Anfang)
Grauschnäpper Mai (Anfang)
Haubenmeise April (Mitte)
Hausrotschwanz April
Haussperling April (Mitte bis Ende)
Hohltaube April bis August
Kleiber April (Anfang)
Kohlmeise März (Ende) bis April (Anfang)
Mauersegler Mai (Mitte)
Mehlschwalbe April (Mitte)
Rauchschwalbe Mai (Mitte)
Raufußkauz März bis Mai
Schafstelze Mai
Schleiereule März
Sperlingskauz April bis Mai (Anfang)
Star April (Mitte)
Steinkauz April (Mitte) bis Mai
Sumpfmeise April bis Mai
Tannenmeise März (Ende) bis April (Anfang)
Trauerschnäpper Mai
Turmfalke April bis Mai
Waldkauz Februar bis März
Wanderfalke Mai (Anfang) bis Juni
Wasseramsel Mai (Mitte)
Wiedehopf Mai (Anfang)
Zaunkönig April
Zwergohreule April bis Mai (Anfang)
Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Von März bis Ende Juni ist die Haupt-Brutzeit vieler Vögel in Deutschland
Aktueller Einschub: Die Menschheit hat einer internationalen Untersuchung zufolge schon mehr als 1.400 Vogelarten ausgerottet. Die Vögel in Deutschland und Europa kämpfen gerade vor unser aller Augen um ihr Überleben: 600 Millionen Vögel haben die Staaten der EU in den letzten vier Jahrzehnten verloren – das entspricht rechnerisch einem Verlust von 40 000 Vögeln Tag für Tag. Mehr Infos:Vogelsterben in Deutschland
Nistkästen & Nisthilfen bauen: Alle Infos zum Vogelschutz von Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
07.01.2027 - 24.03.2027
16.3.1968: Das ungesühnte Massaker & Kriegsverbrechen von My Lai in Vietnam
16.3.1968 My Lai: Krieg, Kriegsverbrechen & Kriegsverbrecher - Das ungesühnte Massaker in Vietnam
Am 16. März 1968, tötete eine amerikanische Einheit im Vietnamkrieg 504 unbewaffnete Bewohner eines vietnamesischen Dorfes - alles unbewaffnete Zivilisten, Männer, Frauen, Alte, Kinder. Viele Frauen wurden vor ihrer Ermordung vergewaltigt. My Lai war eines der schlimmsten Kriegs-Verbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Täter wurden nie bestraft.
Erschreckend ist nicht alleine die Tatsache, dass es im Krieg in einer "Demokratie" möglich ist, Morde, Massaker und Kriegsverbrechen zu planen und durchzuführen. Beunruhigend ist, dass es über 18 Monate lang möglich war, das Massaker geheim zu halten. Unglaublich, ja verstörend ist die Tatsache, dass dieser Mord an über 504 unschuldigen Zivilisten nie gesühnt wurde. Warum sind vor dem Internationalen Gerichtshof nicht alle Länder gleich? Wie demokratisch und rechtsstaatlich ist ein Land, in dem solche entsetzlichen Verbrechen nicht bestraft werden? Kriegsverbrechen gehören bestraft. Immer & überall!
16.3.1968: Das ungesühnte Massaker von My Lai in Vietnam
My Lai / Nachtrag
Im Jahr 2023 war die Medien-Berichterstattung zum Massaker in My Lai weitgehend entfallen. Sie passte nicht in Zeiten des Krieges, in denen zurecht die Aufarbeitung möglicher Kriegsverbrechen im Krieg gegen die Ukraine gefordert wird. Da stören Berichte über bewiesene, ungesühnte US-Massaker in Vietnam doch sehr. Doch es gibt keine Demokratie ohne Gerechtigkeit.
09.01.2027 - 20.08.2027
19.8.1953: CIA-Iran-Putsch - Premierminister Mossadegh im Auftrag der Ölkonzerne gestürzt
Iran-Putsch - Premierminister Mossadegh vom englischen MI5 und vom US-Geheimdienst CIA im Auftrag der Ölkonzerne gestürzt
Wie hätte sich im Iran die Demokratie entwickelt, wenn die demokratisch gewählte Regierung vor 7 Jahrzehnten nicht gestürzt worden wäre?
Am 19.8.1953 wurde Premierminister Mossadegh vom englischen und amerikanischen Geheimdienst im Auftrag der anglo-amerikanischen Ölkonzerne gestürzt. Die Täter wurden nie bestraft. Mossadegh hatte den "Fehler" gemacht, zu glauben, die iranischen Ölvorkommen würden den Menschen im Iran gehören. Anstifter des Putschs war der von Großbritannien geführte internationale Ölkonzern Anglo-Iranian Oil Company (AIOC, später umbenannt in BP), der das Ölgeschäft des Landes beherrschte und sich weigerte, die Gewinne daraus in von iranischer Seite neu gefordertem Umfang zu teilen. Nach dem Abkommen vom 29. April 1933, das eine Laufzeit von 60 Jahren hatte, belief sich der persische Anteil am Gewinn auf neokolonial-lächerliche 20 %. Daraufhin verabschiedete das Parlament ein Gesetz zur Verstaatlichung der Ölförder- und Raffinerieanlagen.
Das führte zum Iran-Putsch. Amerikanischen und britischen Geheimdienste hatten für den Umsturz iranische Offiziere, Politiker, Geistliche und Kriminelle angeworben und bezahlt, um den populären Ministerpräsidenten Mohammed Mossadegh zu stürzen. Nicht mehr eine demokratisch legitimierte Regierung, sondern Schah Mohammed Reza Pahlavi sollte fortan einen prowestlichen Kurs seines Landes und dauerhaft satte Profite für die Ölkonzerne garantieren.
Die Demütigung von 1953 nährte noch ein Vierteljahrhundert später die revolutionäre Wut gegen das Schah-Regime. Die Demonstranten trugen 1979 Mossadegh-Porträts mit sich, und nach dem Umsturz im Februar pilgerten Hunderttausende zum Grab des früheren Regierungschefs.
Die heutige Unterdrückung der Menschen im Iran durch autokratische Mullahs hat ihre Wurzeln auch in der Gier der anglo-amerikanischen Ölkonzerne und einer neokolonialen Politik im Jahr 1953. Die damalige Kanonenbootpolitik lebt unter Präsident Tump und neuen Kriegen für Öl wieder auf.
Am Genfersee in der Schweiz leben die ehemaligen Günstlinge des Schahs, auch Reza Pahlewi, Sohn des letzten Schahs. Er will mithilfe der USA an die Macht zurück und die USA wollen an das iranische Öl. Doch die Menschen im Iran wollen Freiheit und keinen erneuten US-Imperialismus.
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Axel Mayer Mitwelt Stiftung Oberrhein Mit Zorn und Zärtlichkeit auf Seiten von Mensch, Natur, Umwelt & Gerechtigkeit.
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31.7.1849: Freiheitskämpfer der Badischen Revolution Max Dortu, Friedrich Neff & Gebhard Kromer in Freiburg erschossen
1849: Freiheitskämpfer der Badischen Revolution Max Dortu, Friedrich Neff & Gebhard Kromer in Freiburg erschossen
Nach der zweiten Phase der unvollendeten Badischen Revolution wurde am 31.7.1849 der aus Potsdam stammende Jurastudent Maximilian Dortu im Alter von 23 Jahren auf dem Wiehremer Friedhof von einem preußischen Militärkommando hingerichtet, weil er sich an der badischen Freiheitsbewegung beteiligt hatte; sein Schicksal teiltenFriedrich Neff († 9. August 1849) und Gebhard Kromer († 21. August 1849).
Über die Erschießung von Maximilian Dortu berichtete der Stuttgarter Anzeiger am 3.8.1849: „Er ging, ein großer schöner Mann, etwa 24 Jahre alt, mutig und gefasst, die linke Hand ans Herz gestemmt, in die Mitte des Vierecks, das die Infanterie gebildet hatte … Das Todesurteil wurde verlesen. Dortu antwortete: Ich sterbe für die Freiheit. Schießt gut, Brüder!“
Max Dortu wurde in Potsdam als Sohn eines Justizrates geboren und studierte nach dem Abitur in Heidelberg und Berlin Jura. Nach Ausbruch der Revolution von 1848 engagierte sich Dortu in Potsdam im Rahmen eines politischen Vereins. Am 12. Mai 1848 demonstrierte er gegen die Rückkehr des Prinzen von Preußen (später Kaiser Wilhelm I.), der den Truppeneinsatz bei den Berliner Märzkämpfen zu verantworten hatte, und nannte ihn den „Kartätschenprinzen“. Dortu wurde wegen Beleidigung des mörderischen Thronfolgers daraufhin zu 15 Monaten Festungshaft verurteilt.
Es gibt im demokratischen Deutschland 59 Straßen und Plätze, die den Namen Kaiser Wilhelm beinhalten. Dazu kommen unglaublich viele Straßen und Plätze, die "nur noch" Wilhelm-Straße heißen und bei der, "der Kaiser" nur weggelassen wurde. Zeit seines Lebens setzte sich Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., für eine dominante Monarchie und gegen das Parlament ein. Im März des Revolutionsjahres 1848 wurde er vorübergehend nach London geschickt, weil er in Preußen als Scharfmacher gegen die demokratische Bewegung (»Kartätschenprinz«) untragbar geworden war. Im Juni 1848 nach Preußen zurückgekehrt, stand er an der Spitze der Gegenrevolution und übernahm im Juni 1849 den Oberbefehl bei der Niederwerfung des badisch-pfälzischen Aufstandes. Und ausgerechnet nach diesem preußischen Scharfmacher und Reaktionär sind in Deutschland immer noch Straßen und Plätze benannt. Im demokratischen Deutschland gibt es nur 4 Straßen und Plätze, die den Namen "Max-Dortu" beinhalten. Wie sieht das in Deiner Gemeinde aus und was wirst Du tun?
Als Teilnehmer des zweiten Demokratenkongresses in Berlin und auf Versammlungen in Potsdam trat er als entschiedener Verfechter der Revolution auf und propagierte ihre Weiterführung. Auf seine Initiative hin fasste die Potsdamer Volksversammlung am 12. November 1848 den Beschluss, die Eisenbahnstrecke nach Berlin zu zerstören, um den Transport Potsdamer Gardetruppen zu verhindern.
Vor einer drohenden Verhaftung floh er im Januar 1849 nach Paris. Im Mai des gleichen Jahres trat er in die badische Revolutionsarmee ein und nahm an den Kämpfen gegen die preußischen Truppen als Kommandeur eines Bataillons der Freiburger Volkswehr teil. Er wurde gefangen genommen, verurteilt und am 31. Juli 1849 in Freiburg erschossen.
Maximilian Dortu, die Reaktionäre, die mutigen Freiburger Mädchen und die verbotenen Blumen von Freiburg
1848-2023: 175 Jahre unvollendete Badische Revolution
01.03.2027 - 17.04.2027
15.4.1912: Die "unsinkbare" Titanic, die Ikone des Fortschrittsglaubens sinkt
15.4.1912: Die "unsinkbare" Titanic, die Ikone des Fortschrittsglaubens sinkt
Auf ihrer Jungfernfahrt kollidierte die "unsinkbare" Titanic am 14. April 1912 gegen 23:40 Uhr etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neufundland, trotz eines Ausweichmanövers in letzter Minute mit einem riesigen Eisberg. Der Zusammenstoß riss ein 90 Meter großes Leck in den Bug, wodurch Seewasser in sechs der vorderen Abteilungen des Schiffs eindringen konnte. Das Schiff sank am 15. Januar 1912. Ihr Untergang war eine massive technische Kränkung und eine Kränkung der unkritischen Fortschrittsbesoffenheit. Eine ähnliche technische Kränkung waren die Atomunfälle in Tschernobyl und Fukushima. Atomkraftwerke waren zwar nicht "unsinkbar". Schwere Atomunfälle waren allerdings mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1 Mrd. pro Jahr prognostiziert worden.
Wir sinken lautlos, still steht – wie in der Badewanne – das Wasser in den strahlend erleuchteten Palmensälen, Tennishallen, Foyers und spiegelt sich in den Spiegeln. Tintenschwarze Minuten – erstarrt wie in Gelatine. Kein Streit, kein Wortwechsel, halblaute Dialoge: „Bitte nach Ihnen – Grüß die Kinder – Erkälte Dich nicht.“ Ein Ausschnitt aus Hans Magnus Enzensbergers Hörspiel „Der Untergang der Titanic“
Benannt nach einem griechischenn Göttergeschlecht, vereinigte die RMS Titanic etliche Superlative ihrer Zeit - als das sicherste, luxuriöseste, größte und dennoch eleganteste Schiff, das trotz aller Rekorde als "praktisch unsinkbar" galt, wie die Erbauer prahlten. Die Titanic stand, ähnlich wie einige Jahrzehnte später die Atomenergie, für eine kritiklose Technikbesoffenheit. Obwohl für die Evakuierung mehr als zwei Stunden Zeit zur Verfügung standen, kamen 1514 der über 2200 an Bord befindlichen Personen ums Leben – hauptsächlich wegen der unzureichenden Zahl an Rettungsbooten und der Unerfahrenheit der Besatzung im Umgang mit diesen. Wegen der hohen Opferzahl und weil es auch viele Opfer aus der Oberschicht gab, zählt der Untergang der Titanic zu den größten und berühmtesten Katastrophen der Seefahrt.
Die Schiffbauer haben aus der Katastrophe ihre Lehren gezogen. Die Atomlobby hat aus Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima nur eine bessere, grünere Propaganda gelernt.
Die Titanic und das Narrenschiff aktuell: Krieg, Artensterben, Klimawandel, Atomwaffen- frei nach Sebastian Brant
Von unsinkbaren Schiffen, sicheren Atommülllagern & AKW, ungiftigem Asbest, harmlosem FCKW und Krisenkommunikation... Heute & Morgen: Kernkraftwerke sind sicher!
11.2.2011: Das "westliche", japanische Atomkraftwerk Fukushima Daiichi galt als absolut sicher
Am Nachmittag des 11. März 2011 ereignete sich im Pazifik ein Seebeben, in dessen Folge ein Tsunami die Ostküste Japans traf. Dieser löste eine Unfallserie im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi mit Kernschmelzen in drei Reaktorblöcken aus. Große Mengen Radioaktivität entwichen unkontrolliert und nur ein "gnädiger Wind" verhindert die Verseuchung und Evakuierung des Großraums Tokio mit seinen über 10 Millionen Menschen.
2010: Die Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" galt als unsinkbar
Die Ölförderplattform "Deepwater Horizon" des Ölkonzerns BP versank nach einer Explosion im Golf von Mexiko in den Fluten und löste eine Umweltkatastrophe aus. Die 121 Meter lange und 78 Meter breite Förderplattform des Schweizer Unternehmens Transocean galt als unsinkbar und versank am 21.4.2010
bis 2010: Das Atommülllager Asse galt als trocken und sicher
„Um ganz sicher zu gehen, wurden zur Endlagerung auch nur solche Salzgebirge in Betracht gezogen, von denen man weiß, dass über die sie mit der Erdoberfläche verbindenden Schächte keinerlei Wassereinbruch zu befürchten ist.“ stand in den Broschüren der Betreiber. Wegen Wassereinbruch wird seit dem Jahr 2010 diskutiert, den eingelagerten Atommüll wieder auszulagern.
2002: Der nichtbrennbare Giftmüll
in der "modernsten, sichersten" Giftmülldeponie Frankreichs Stocamineim Elsass entzündet sich am 10. September 2002. Dort wurden 45.000 Tonnen "nicht brennbare" Industrieabfälle „sicher“ endgelagert, darunter Zyanid, Asbest, Arsen, sowie chrom- und quecksilberhaltige Substanzen. Das Feuer konnte erst zweieinhalb Monate später gelöscht werden
1986: Der Reaktor in Tschernobyl galt als sicher
Vor dem schweren Reaktorunfall am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl, nahe der Stadt Prypjat, Ukraine, galt der sowjetische Reaktortyp auch nach Ansicht westlicher Experten als sehr sicher.
1973: In der Broschüre der HEW/NWK "66 Fragen 66 Antworten. Zum besseren Verständnis der Kernenergie" wurde die folgende Frage beantwortet:
Frage 42: Sind Kernkraftwerke sicher?Antwort: Ja. Kernkraftwerke sind sicher."(...) Der Technische Überwachungsverein hat einmal ausgerechnet, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit für den sogenannten „Größten anzunehmenden Unfall“ (GAU), das heißt eines hypothetischen Unfallablaufes, für den jede Kernkraftanlage ausgelegt ist, 1:100 000 pro Jahr beträgt. Mit anderen Worten: Hätte der bekannte König Cheops aus der 4. altägyptischen Dynastie statt der von ihm errichteten Pyramide 20 große Kernkraftwerke gebaut und diese wären bis heute in Betrieb gewesen, dann müsste man damit rechnen, dass sich seither einmal ein solcher Unfall hätte ereignen können. Die Auswirkungen dieses Unfalls wären überdies so gewesen, dass jedermann am Kraftwerkszaun tagaus tagein hätte zuschauen können, ohne dabei mehr als die zulässige Strahlendosis zu empfangen. Nimmt man an, dass sämtliche Sicherheitseinrichtungen des Kernkraftwerkes nicht funktioniert hätten, dann wäre dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1 Mrd. pro Jahr passiert. Das bedeutet, dass die Vormenschenaffen im Alt-Tertiär vor 50 Millionen Jahren besagte 20 Kernkraftwerke hätten bauen und seither betreiben müssen, dann hätte man einen solchen Unfall vielleicht einmal registrieren können."
1930: FCKW galten als vollkommen harmlos
Ab 1930 wurden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) als Kältemittel, als Treibgas für Sprühdosen, als Treibmittel für Schaumstoffe und als Reinigungs- und Lösungsmittel eingesetzt. Vor dem Einsatz von FCKW und der Zerstörung der Ozonschicht wurde erstmals 1974 gewarnt, doch dies wurde nicht ernst genommen. Die Entdeckung des Ozonlochs 1985 sorgte für einen Meinungswandel. Erst im Montrealer Protokoll vom 16. September 1987 verpflichteten sich viele Staaten zur drastischen Reduktion der Herstellung von FCKW. Die chemische Stabilität macht diese Gase in der Atmosphäre nur schwer abbaubar (mittlere Verweildauer je nach Produkt zwischen 44 und 180 Jahre).
1912: Die Titanic galt als unsinkbar
Die RMS Titanic galt als unsinkbares Passagierschiff der britischen Reederei White Star Line. Auf ihrer Jungfernfahrt kollidierte die Titanic am 14. April 1912 mit einem Eisberg und sank zwei Stunden und 40 Minuten nach dem Zusammenstoß im Nordatlantik.
Na denn: Volle Wachstumsfahrt voraus, solange es noch Eisberge gibt ... Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Nachtrag: Es gibt sie, die gute sinnvolle Technik, die Mensch und Umwelt nützt. Der medizinische Fortschritt hat die Pocken ausgerottet. In wenigen Jahrzehnten hat es im Bereich Windenergie, Tiefengeothermie und Fotovoltaik ungeheure Fortschritte gegeben, sodass die zukunftsfähigen Energien nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch kostengünstiger als die atomar-fossilen Energiequellen sind. Wir hätten das Wissen und die Technik, um mit einem wesentlich verringerten Input von Energie, Rohstoffen und Arbeitszeit, allen Menschen der Welt ein gutes Leben zu ermöglichen. Es ist unsere Aufgabe, Fortschritt und Zukunft menschengerecht zu gestalten.
15. April 1912: Die "absolut unsinkbare" Titanic, die Ikone des Fortschrittsglaubens sinkt und 1514 Menschen sterben.
15.4.2023 / Rückblick: Abschaltung & keine Wiederinbetriebnahme der AKW Neckarwestheim, Emsland & Isar!
15.4.2023 / Rückblick: Abschaltung & keine Wiederinbetriebnahme der AKW Neckarwestheim, Emsland & Isar!
Der Atomausstieg in Deutschland am 15.4.23 war schon ein erstaunliches Phänomen. Seit wann setzen sich in a »Rich Man´s World« die Vernunft gegen die Macht, die Nachhaltigkeit gegen die Zerstörung und die Kleinen gegen die Großen durch? Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Die mächtigen, alten atomar-fossilen Seilschaften bekommen kriegsbedingt gerade weltweit Aufwind. Gemeinsam mit den anderenKriegsgewinnlern versuchen sie das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Wir erleben gerade den weltweiten Versuch, den ökologischen, sozialen und demokratischen Fortschritt zu behindern.
Aktuell agitieren überall im Bundesgebiet gut organisierte Atom-Lobbygruppen,WePlanet, die AfD, Teile von FDP, CDU, CSU, vorneweg die BLÖD-Zeitung und Scheinbürgerinitiativen, um eine Wiederinbetriebnahme für die AKW Neckarwestheim-2, Emsland und Isar-2 zu erreichen. Die Wiederinbetriebnahme wäre der erste Schritt zum Neubau von AKW in Deutschland. Die Lobbyisten tarnen sich geschickt als Umwelt- und Klimaschützer. An Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und CDU-Chef Merz blättert die dünn aufgetragene grüne Farbe ab und die "immer schon Atomlobbyisten" fordern gemeinsam mit der AfD neue AKW. Jahrzehntelang haben rechts-libertäre atomar-fossile Seilschaften den Ausbau der zukunftsfähigen Energien, Stromtrassen und die Energiewende massiv behindert. Jetzt warnen sie scheinheilig vor einemBlack-out. So kämpfen Sie für gefährliche und teure neue AKW.
Das ist ein Teilerfolg für die Umweltbewegung, denn die maroden alten AKW werden nicht wieder hochgefahren.
Die Fusionsforschung war bisher allerdings stets ein Milliardengrab.
In ca. 25 Jahren wird ein Fusionsreaktor kostengünstig Strom liefern! Diese wunderbare Grundregel gilt seit Jahrzehnten zu jedem Jahresanfang neu
Es spricht nichts gegen eine kluge, verantwortungsvolle Forschung zum Thema Kernfusion. Die Gefahren und die Kosten-Nutzen Relation dürfen dabei aber nicht aus den Augen verloren werden.
Es gibt allerdings tatsächlich einen Kernfusionsreaktor, der schon lange problemlos funktioniert und der bereits heute kostengünstig Strom liefert. Sein Sicherheitsabstand zur Erde beträgt beruhigende 149.597.870 Kilometer. Neben Sonnenbrand bei zu intensiver Nutzung dieser nachhaltigen Form der Kernfusion gibt es nur einen einzigen "Kritikpunkt". Die Sonne wird in etwa fünf Milliarden Jahren ihren Wasserstoffvorrat im Kern verbrauchen und erlöschen. Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Unvergessen: Die Mondlandung von Apollo 11 / »Ein kleiner Schritt für den Menschen – ein großer Sprung für einen Müllsack.« "Am Abend des 20. Juli 1969, fliegt ein Müllsack auf den Mond. Darin Lebensmittelverpackungen, Urinbeutel und anderer Unrat. Was für ein Zeichen: Die Menschheit landet auf dem Mond. Doch noch bevor Menschen ihre ersten Fußabdrücke im Staub hinterlassen, ist der Müll schon da. Kurz darauf klettert Neil Armstrong etwas unbeholfen die Leitersprossen der Mondfähre hinunter ..."
Neil Armstrong betrat als erster Mensch den Mond. Bis im Jahr 2019, also 50 Jahre später, wurden knapp 400 Kilogramm Mondgestein zur Erde gebracht – und fast 190.000 Kilogramm Müll dort gelassen.
Das Video zeigt die tief beeindruckende, ungekürzte Rede von Dr. Navid Kermani
Axels Print Empfehlung:
*Die Blätter für deutsche und internationale Politik Lange Jahre habe ich nach einer klugen Monatszeitschrift Ausschau gehalten und mit den "Blättern" habe ich sie gefunden. Karl Barth sagt die Blätter seien »Eine Insel der Vernunft in einem Meer von Unsinn« und er hat recht. Wer Wert legt auf kluge, differenzierte Analyse und auf Positionen unterschiedlichster Ausrichtung ist bei dieser Monatszeitschrift an der richtigen Stelle. Nein, nicht alle Beiträge in den Blättern gefallen mir, manche gefallen mit überhaupt nicht. Ärgerlicherweise sind auch diese, meiner Meinung widerstrebenden Beiträge zumeist so klug formuliert, sodass sie zum Denken anregen. Hier gehts zu den Blättern:https://www.blaetter.de/ Lesenswert: "Globales Elend und die Diktatur der Superreichen" in den Blättern
Es gibt Gründe, warum Milliardäre, Steuervermeider, Klimawandelleugner, marktlibertäre Rechtspopulisten, Springerpresse, Musk, Thiel, Trump und ihre Lobbyisten den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gerne abschaffen würden. Die folgenden Sendungen zählen dazu:
Immer wieder sonntags um 9.30 Uhr im Deutschlandfunk oder in der DLF-Mediathek: Essay und DiskursFreie Meinung & kluge Gedanken: "Essay und Diskurs"
Axels Radio-Empfehlung: Mehr als wichtig und hörenswert: "Die Visionen der Tech-Milliardäre" im DLF
Rechtslibertäre Science Fiction-Visionen hatten lange nicht die Strahlkraft progressiver Utopien – doch heute dienen sie Tech-Milliardären wie Elon Musk und Peter Thiel als Blaupause für die Zukunft. Warum ist es offenbar leichter, sich das Ende der Erde und die Flucht ins Weltall vorzustellen als das Ende des Kapitalismus?Isaac Asimovs Roman Foundation beschreibt eine Welt, in der eine kleine Elite, gestützt auf mathematische Berechnungen, die Menschheit durch eine Phase des Zusammenbruchs führen soll. Die Idee: Eine neue Ordnung kann nicht durch demokratische Prozesse entstehen, sondern durch kluge Steuerung im Hintergrund. Musk hat mehrfach betont, dass er sich als eine Art Hari Seldon sieht – jemand, der die kommenden Krisen erkennt und rechtzeitig die Weichen stellt. Seine Marskolonie ist für ihn kein Abenteuerprojekt, sondern ein Rettungsplan für die Menschheit.Doch Foundation ist nicht die einzige Science Fiction-Erzählung, die heutige Tech‑Milliardäre prägt. Viele ihrer Visionen stammen aus einer bestimmten Art von Science Fiction: libertären oder techno-oligarchischen Zukunftsentwürfen, die lange Zeit in der Popkultur nicht die Strahlkraft hatten, die sie heute besitzen. Während Science Fiction oft mit progressiven Utopien assoziiert wurde – mit Zukunftsentwürfen, in denen Gleichheit, Kooperation oder der ökologische Umbau der Erde im Mittelpunkt standen – setzen sich in der Gegenwart immer stärker rechte, marktlibertäre Zukunftsvisionen durch.Die Erde wird nicht mehr als Ort gedacht, den es zu erhalten gilt, sondern als ein durch menschliches Fehlverhalten bereits verloren geglaubter Planet. Die Zukunft, die Musk, Thiel oder Bezos imaginieren, ist nicht eine postkapitalistische Gesellschaft – sondern eine Zukunft, in der jene, die es sich leisten können, sich dem Kollaps einfach entziehen.Unbedingt hier beim Deutschlandfunk hören
Axels-TV Empfehlung:
01.02.2028 - 26.08.2028
Hitzesommer 2026: Hitzewelle, Trockenheit, Dürre, Starkregen & Waldsterben in Südbaden, am Oberrhein & in Europa
Hitzesommer 2026: Hitzewelle, Trockenheit, Dürre, Starkregen & Waldsterben in Südbaden, am Oberrhein & in Europa.
Aktueller Einschub: Nach Hitzewellen jetzt Starkregen? Die ungewöhnlich warmen Meere liefern 2026 zusätzliche Energie und Feuchtigkeit für die Atmosphäre. Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, wodurch bei geeigneten Wetterlagen das Potenzial für extremen Starkregen und heftigere Niederschlagsereignisse steigt. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur liegt aktuell vielerorts etwa 1–2 °C über dem langjährigen Mittel. Bereits ein Anstieg um 1 °C erhöht die Verdunstungsrate deutlich, sodass mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre gelangt. Wärmere Ozeane speichern zudem große Energiemengen, die bei Wetterlagen wie Tiefdrucksystemen intensivere Regenfälle, Starkregen und Überflutungen begünstigen. Hochwasserschutz muss in Zeiten von Dürre und Starkregen mit Wasserrückhaltung verbunden werden!
Der von Lobbyisten geleugnete und von der Wissenschaft und der Umweltbewegung angekündigte menschengemachte Klimawandel ist längst in Südbaden & Europa angekommen. Dies zeigt sich in sommerlichen Hitzephasen, Extremwetterereignissen, einem massiven Waldsterben 2.0 im Schwarzwald, trocken fallenden Quellen, Bächen und anderen Gewässern, Blaualgen in Badeseen, Problemen der Wasserversorgung, "Verpoolung" der Werbeprospekte und Gärten, Ernteausfällen der Landwirtschaft und massiv erhöhter Sterblichkeit in Hitzephasen.
Noch vor wenigen Jahren galten der Oberrhein, Südbaden, Freiburg und der Kaiserstuhl als "wärmste Region" Deutschlands. In Folge des Klimawandels ist die Region jetzt eine der heißesten Gegenden in Deutschland. Das ist nicht nur sprachlich ein gewaltiger Unterschied und ein Verlust an Lebensqualität.
Der Klimawandel beginnt, die Verteilung des Niederschlags zu beeinflussen. Dies wird Auswirkungen auf den natürlichen Wasserhaushalt nach sich ziehen und kann neben den Hochwasserabflüssen auch extreme Trocken– und Niedrigwasserperioden bewirken. Die jährliche Niederschlagsmenge wird in Südbaden nicht unbedingt geringer. Es wird aber lange Trockenphasen und mehr Starkregen geben. Der starke Niederschlag läuft schnell ab, teilweise mit verheerenden Folgen, nicht nur für die Unterlieger am Rhein. Gleichzeitig verdunstet der Regen angesichts steigender Temperaturen auch schneller. Darum gibt es mehr Überflutungen, während der Boden auch immer stärker austrocknet. Es stellt sich die Frage, ob die Wassermengen des Starkregens regional nicht stärker "zurückgehalten" werden können. Es braucht nicht nur Schwammstädte und Dörfer, sondern eine ganze Schwammregion. Dies würde dem Hochwasserschutz und dem Grundwasser (also auch uns allen) dienen.
Angesichts des menschlichen Leids und der massiven Folgen für Mensch, Natur und Landwirtschaft (in dieser Reihenfolge!), die der Klimawandel bringt, ist die Umweltbewegung viel zu bürokratisch-brav. Eigentlich müssten wir in Hitzesommern wie nach der Sandoz-Katastrophe und wie nach Tschernobyl und Fukushima den Protest organisieren und auf die Straßen gehen, die Opfer beklagen und die Energiewende verteidigen.