Badische Revolution: Im September 1849 wurden elf Freiburger Mädchen verhaftet


01.09.2022 bis 10.09.2022


Badische Revolution: Im September 1849 wurden elf Freiburger Mädchen verhaftet


Am 31. Juli 1849 wurde auf dem damaligen Wiehre-Friedhof Maximilian Dortu, Aktivist und Freiheitskämpfer der Badischen Revolution von 1848/49, hingerichtet. In den folgenden Wochen nahm die preußische Besatzungsmacht auch tödliche Rache an Friedrich Neff aus Rümmingen und Gebhard Kromer aus Bombach. Alle drei jungen Männer hatten sich dem Aufstand gegen die feudale Monarchie, für Menschenrechte und für eine Republik angeschlossen.
Um einer Verehrung der Revolutionäre als Märtyrer entgegenzuwirken, verboten die Regierenden das Anlegen von richtigen Gräbern.

Trotz behördlichem Verbot lagen im August 1849 immer wieder frische Blumen auf der Hinrichtungsstätte. Die preußischen Militärs stellten deshalb einen versteckten Posten in der Nähe des Friedhofes auf. Dieser verhaftete am 23. September 1849 vier junge Frauen, die aus ihren Körben Blumen auf die Gräber der Erschossenen legten. Auch am nächsten Tag wurden sieben weitere Mädchen verhaftet, als sie erneut Blumen niederlegen wollten. Alle elf Mädchen stammten aus dem St. Georgener Teilort Uffhausen. Das Freiburger Stadtamt erstattete Anzeige, denn den Freiburger Honoratioren, Reaktionäre und Konservativen war das mutige Verhalten der Mädchen äußerst peinlich. Drei der verhafteten Uffhäuser Mädchen wurden nach 24 Stunden wieder freigelassen, vier wurden zu 14 Tagen und vier weitere zu 24 Tagen Haft verurteilt. Noch bis 1898 war das Abhalten von Trauerfeiern am Grab verboten.

Mehr Infos: Badische Revolution & Max Dortu, Friedrich Neff, Gebhard Kromer