Thorium Risiko-Reaktor, Atom-Bomben & neue AKW für Frankreich & die Welt?


Veröffentlicht am 09.09.2021 in der Kategorie Atomkraft von Axel Mayer

Thorium Reaktor, Atom-Bomben & neue AKW für Frankreich & die Welt?


Aktueller Einschub:
Macron / Frankreich: Neue AKW / Atomkraftwerke & Bomben / Macron: President Nucleare



Der neoliberale französische Staatspräsident Macron will neue, gefährliche, teure, kleine AKW bauen...

Rettung des französischen Energieversorgers EDF mit EU-Geldern?
Macron möchte einen Teil der 30 Milliarden Staatshilfen in die Rettung der französischen Atomwirtschaft investieren und verkauft dies geschickt als "grüne Vision".
Nach einem Bericht des Obersten Rechnungshofes in Frankreich vom Januar 2012 kosteten die Erforschung, Entwicklung sowie der Bau der französischen Kernkraftwerke insgesamt 188 Mrd. Euro.
Laut einem Bericht des französischen Wirtschaftsministeriums hatte die EDF Ende 2019 rund 41 Milliarden Euro Schulden und bis 2028 sollen es fast 57 Milliarden Euro sein. (Eine Milliarde sind tausend Millionen!) Die EDF-Verbindlichkeiten treiben Frankreichs Staatsverschuldung in die Höhe. Eine Milliarde Euro soll jetzt in den Ausbau der Atomenergie investiert werden. Warum wird diese Zahl nicht mit den EDF-Schulden verglichen?

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Billiger französischer Atomstrom?



In Frankreich betreibt die EDF 56 überalterte Reaktoren, hat aber fast keine Rücklagen für den Abriss gebildet. Der Abbruch der französischen AKW könnte bei steigenden Kosten über 100 Milliarden Euro kosten, wenn bei der Sicherheit nicht gespart wird. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Atomwirtschaft den französischen Staat in den Ruin treibt.

Der einzige Europäische Druckwasserreaktor (EPR), der aktuell in Frankreich überhaupt gebaut wird,
geht frühestens 2023 ans Netz - mit elf Jahren Verspätung und nahezu vier Mal so teuer wie geplant. Die Geschichte der französischen Atomkraft ist keine Erfolgsgeschichte, sondern eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen. Das sagt nicht nur die Umweltbewegung, sondern auch der Aktienkurs der EDF.

Kleine und kleinste "umweltfreundliche und grüne" Mini-Atomkraftwerke
sollen zukünftig in Frankreich gebaut und exportiert werden und die französische Forschung rechnet mit EU-Geldern. Aus den alten, großen Druck- und Siedewasserreaktoren würden unzählige Klein- und Kleinstreaktoren...
In jedem dieser Mini-Reaktoren entsteht die Radioaktivität vieler Hiroshima-Bomben. Ein Unfall oder ein Anschlag auf ein Kleinst-AKW könnte eine Stadt unbewohnbar machen. Viele kleine Reaktoren sind viele kleine, zwangsläufig schlecht gesicherte, potenzielle Anschlagsziele. Auch für die heutigen und zukünftigen Diktatoren der Welt brächte die Möglichkeit, "schmutzige Bomben" zu bauen, einen "nordkoreanischen Machtzuwachs".

Thorium, Protactinium und Atombombenbau
Die Zeitschrift Nature beschreibt im Beitrag "Thorium fuel has risks" sehr genau eines der großen Thorium Probleme:
"...Die Abscheidung von Protactinium aus Thorium ist kein verfahrenstechnisches Neuland.... Beide Verfahren sind mit Standard-Kernforschungsausrüstung und in sogenannten "Heißen Zellen" durchführbar. Ein solches Equipment unterliegt nicht zwingend einer Beaufsichtigung durch die IAEO..... 8 Kilogramm (waffenfähiges) Uran 233 können aus 1,6 Tonnen Thorium innerhalb eines Jahres hergestellt werden, die IAEO rechnet, dass diese Menge Uran für den Bau einer Nuklearwaffe genügt..."

Die Idee der Verbreitung von vielen kleinen & großen AKW auf der Welt ist ein globales Selbstmordprogramm und ein atomarer Alptraum, passt allerdings auch gut ins zerstörerische Zeitalter des Anthropozän...

Wunderwaffe Atomkraft?
Die neoliberale Politik von Staatslenkern wie Herrn Macron, ist die Politik der globalen Umweltzerstörung. Sie ist verantwortlich für Atommüllproduktion, Fukushima und Artenausrottung. Im heutigen globalen Krieg gegen die Natur (Artensterben, Klimawandel, Atommüllproduktion, Ressourcenverschwendung, Atom- und andere Massenvernichtungswaffen....) setzen diese politisch Verantwortlichen für die große globale Zerstörung auf den alten neuen Mythos der Wunderwaffen.

Klimawandel, Artensterben, Endlichkeit der Ressourcen? Einfach weitermachen wie bisher!
Der menschengemachte Klimawandel soll mit neue kleinen Thorium Reaktoren bekämpft werden und ausgerotteten Arten werden mit Gentechnik wieder erschaffen. Das Verkehrsproblem wird mit Lufttaxis angegangen. Der fehlerhafte, menschliche Mensch wird mit Technik nach den Ideen des Transhumanismus überwunden und durch den neuen, perfekten Übermenschen ersetzt. Irgendwann werden wir mit Raumschiffen die zerstörte Welt hinter uns lassen und neuen, unverbrauchten Planeten und neuen Mythen entgegenfliegen...


Nicht nur die Ökologie, auch die Ökonomie spricht gegen die teuren französischen Pläne. Warum setzt der Technokrat Macron auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie, wenn es mit Sonne und Wind kostengünstige, umweltfreundliche und ungefährliche Alternativen gibt?

Die armen Französinnen und Franzosen haben in Kürze die Wahl zwischen einer rechtsradikalen Atom-Lobbyistin und einem neoliberalen Atom-Lobbyisten und Technokraten...

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, der Autor ist Vizepräsident im Trinationalen Atomschutzverband TRAS und seit 1974 in der Umweltbewegung aktiv und war 30 Jahre BUND-Geschäftsführer
Nachtrag:
Wurde der AKW-Standort Fessenheim eigentlich definitiv aufgegeben?


Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der "zivilen" Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl für kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Das globale atomare Dorf, die alten mächtigen Seilschaften aus Konzernen, Lobbyisten und Atomparteien funktionieren noch. Es werden zwar viel mehr alte AKW stillgelegt, doch in Diktaturen, Halbdiktaturen und in Ländern in denen der Markt nicht funktioniert werden immer noch AKW gebaut. In Frankreich ist die Atomindustrie im Niedergang und der Atomkonzern EDF hochverschuldet. Darum will auch der neoliberale Atom-Lobbyist Macron neue kleine AKW bauen um die finanziellen Probleme der französischen Atomwirtschaft mit EU-Geldern zu lösen.


Klimawandel & Atomkraft: Eine kurze Zusammenfassung


Der zeitliche Abstand zu den schweren Atomunfällen in Tschernobyl und Fukushima ist so groß, dass die Atomlobby mit dem gezielt vorgeschobenen Klimaschutz-Argument wieder in die Offensive geht. Mit gezielt vorgeschobenen Klimaschutzargumenten versuchen die Atomkonzerne und ihre Tarnorganisationen der Nuclear Pride Coalition Werbung für Atomkraft zu machen und ihre Profite zu sichern.

Auch alte und neue atomare Seilschaften in der AfD, in der CDU, CSU (insbesondere in der so genannten "Werteunion") und in der FDP werden wieder aktiv. Doch Atomkraft ist hochriskant, extrem teuer und der Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden. Bei der Nutzung der Atomenergie (vom Uranabbau bis zum Abriss) wird mehr Kohlendioxid freigesetzt als beim Betrieb eines Windrades sagt eine Studie des Deutschen Bundestages. Atomstrom aus neuen AKW ist extrem teuer. Das neue englische AKW Hinkley Point wird 23,2 Milliarden Euro kosten und extrem teuer Strom produzieren. Ab 2025 wird der Atomstrom für rund 12 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh) ins Stromnetz verkauft. Hinzu kommt ein Aufschlag für die Inflation. Solar- und Windstrom sind im Vergleich deutlich günstiger. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) kostet heute in Deutschland Strom aus neuen Windanlagen etwa 6,1 Eurocent pro kWh und aus neuen großen Solarkraftwerken im Durchschnitt 5,2 Eurocent. In sonnenreichen Ländern sind die Kosten für Solarstrom noch günstiger und liegen unter vier Eurocent. Mit einem Bruchteil des Geldes für neue AKW lässt sich umweltfreundlich Strom aus Wind und Sonne erzeugen und das Klima schützen. Aus diesem Grund werden die zukunftsfähigen Energien von der Atom- und Kohlelobby und ihren Tarnorganisationen auch massiv behindert.

Die Energy Watch Group schon längst vorgerechnet:
"Um mit Atomenergie nur 10% der heutigen globalen CO2-Emissionen bis 2050 zu senken, müssten bis dahin 2184 neue Atomkraftwerke je 1 GW, neu gebaut werden, also jeden Monat etwa 8 neue Atomkraftwerke ans Netz gehen."
Diese 2184 neuen AKW bräuchten Uran, sie würden die Zahl der schweren Atomunfälle vervielfachen und Atommüll produzieren der eine Million Jahre strahlt und 33.000 Generationen gefährdet.
Der weltweite Neubau von AKW brächte immer mehr Länder in den mörderischen Besitz von Atomkraft-Waffen und sie wären im Gegensatz zu Energie aus Wind & Sonne unbezahlbar teuer.
Warum sollen wir auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen haben?

Kleine, neue Thorium Reaktoren und ihre Probleme.


"Die Probleme: Was bestechend klingt, ist schwierig umzusetzen: Zur skizzierten gewollten Zerfallsreihe von Thorium kommen ungewollte hinzu. Wie die unerwünschten Stoffe im Salz von den erwünschten getrennt werden können, ist noch unverstanden. Auch das radioaktive Tritium entsteht etwa 50 Mal häufiger als in konventionellen Reaktoren und durchdringt als flüchtiges Gas sämtliche Barrieren. Das Salz greift ausserdem die normalerweise für die Behältnisse eingesetzten Metalle viel stärker an. Und: Uran-233 ist für Atombomben ähnlich gut geeignet wie Plutonium.

Die Gegenwart: In den USA versuchen sich seit geraumer Zeit Start-Ups am Konzept – ohne Erfolg. Ernst zu nehmende LTFR-Forschung wird einzig in China betrieben, wo der Staat seit 2011 grosse Summen investiert. 2040 sollen die Reaktoren marktfähig sein und exportiert werden. Als erhoffter Klimaretter kämen die Reaktoren aber zu spät. Ein Treiber der Geschichte: Auch die aufstrebende Grossmacht China verfolgt ein Atomwaffenprogramm und lockt mit dem Thorium-Versprechen die besten Forschenden ins Reich der Mitte."
Quelle: SES



Kleine und kleinste "umweltfreundliche & grüne" Thorium-Atomkraftwerke
sollen zukünftig überall auf der Welt gebaut werden und die französische Forschung wird mit EU-Geldern gefördert. Aus dem alten, großen Druck- und Siedewasser-Reaktor würden weltweit unzählige Klein- und Kleinstreaktoren... Ein zentrales Risiko der vielen, neuen, kleinen Dual Fluid Reaktoren wird in der aktuellen Debatte gezielt ausgeklammert. In jedem dieser Mini-Reaktoren entsteht die Radioakivität vieler Hiroshima-Bomben. Ein Unfall oder ein Anschlag auf ein Kleinst-AKW könnte eine Stadt unbewohnbar machen.

Viele kleine Reaktoren sind viele kleine, zwangsläufig schlecht gesicherte, potentielle Anschlagsziele.

Schon der ehemaligefranzösische Präsident Sarkozy wollte AKW nach Libyen, Marokko, Algerien und Herrn Gaddafi liefern. Wenn heute in Libyen diese neuen AKW stünden wäre das eine Katastrophe. Auch für die heutigen und zukünftigen Diktatoren der Welt brächte die Möglichkeit mit neuen kleinen AKW "schmutzige Bomben" zu bauen einen "nordkoreanischen Machtzuwachs".

Die Idee der Verbreitung von vielen kleinen & großen AKW auf der Welt ist ein globales Selbstmordprogramm und ein atomarer Alptraum, passt allerdings auch gut ins zerstörerische Zeitalter des Anthropozän..

Für Atom - Terrorismus (nicht nur für Mini-AKW) gibt es vier denkbare Wege:

Zehntausende Thorium - Flüssigsalzreaktoren wären insbesondere angesichts der Punkte 1, 3 und 4 eine unglaubliche Gefahr.

Thorium, Protactinium und Atombombenbau
Die Zeitschrift Nature beschreibt im Beitrag "Thorium fuel has risks" sehr genau eines der großen Thorium Probleme:


"....Die Abscheidung von Protactinium aus Thorium ist kein verfahrenstechnisches Neuland.... Beide Verfahren sind mit Standard-Kernforschungsausrüstung und in sogenannten "Heißen Zellen" durchführbar. Ein solches Equipment unterliegt nicht zwingend einer Beaufsichtigung durch die IAEO..... 8 Kilogramm (waffenfähiges) Uran 233 können aus 1,6 Tonnen Thorium innerhalb eines Jahres hergestellt werden, die IAEO rechnet, dass diese Menge Uran für den Bau einer Nuklearwaffe genügt....


Zusammengefasst geben also drei Punkte Anlass zur Sorge:


Thorium-Bombe?
Schon im zweiten Weltkrieg, als in Hiroshima und Nagasaki die Atombomben abgeworfen wurden, gab es auch die Überlegung Thorium-Bomben zu bauen:
«Wenn man noch eine Thorium-Bombe gebaut haben würde, hätte man die auch gezündet», ist der Historiker und Oppenheimer-Biograf Martin Sherwin überzeugt. "Hätte es noch eine Thorium-Bombe gegeben, wären drei gefallen." sagte der Historiker Peter Kuznick von der Washingtoner American University.


Thorium-Reaktor, Klimawandel & Atomkraft: Eine kurze Zusammenfassung


Der zeitliche Abstand zu den Atomunfällen in Tschernobyl und Fukushima ist so groß, dass die Atomlobby mit dem gezielt vorgeschobenen Klimaschutz-Argument wieder in die Offensive geht. Mit gezielt vorgeschobenen Klimaschutzargumenten versuchen die Atomkonzerne und ihre Tarnorganisationen der Nuclear Pride Coalition Werbung für Atomkraft zu machen und ihre Profite zu sichern. Doch Atomkraft ist hochriskant, extrem teuer und der Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden. Bei der Nutzung der Atomenergie (vom Uranabbau bis zum Abriss) wird mehr Kohlendioxid freigesetzt als beim Betrieb eines Windrades sagt eine Studie des Deutschen Bundestages. Atomstrom aus neuen AKW ist extrem teuer. Das neue englische AKW Hinkley Point wird 23,2 Milliarden Euro kosten und extrem teuer Strom produzieren. Ab 2025 wird der Atomstrom für rund 12 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh) ins Stromnetz verkauft. Hinzu kommt ein Aufschlag für die Inflation. Solar- und Windstrom sind im Vergleich deutlich günstiger. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) kostet heute in Deutschland Strom aus neuen Windanlagen etwa 6,1 Eurocent pro kWh und aus neuen großen Solarkraftwerken im Durchschnitt 5,2 Eurocent. In sonnenreichen Ländern sind die Kosten für Solarstrom noch günstiger und liegen unter vier Eurocent. Mit einem Bruchteil des Geldes für neue AKW lässt sich umweltfreundlich Strom aus Wind und Sonne erzeugen und das Klima schützen. Aus diesem Grund werden die zukunftsfähigen Energien von der Atom- und Kohlelobby und ihren Tarnorganisationen auch massiv behindert.

Warum sollen wir auf eine gefährliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen haben?

Um tatsächlich in großem Umfang teuren Atomstrom zu erzeugen, müssten weltweit extrem viele AKW in immer mehr Ländern gebaut werden. Doch jeder neue Staat, der mit Hilfe der Atomkraft in den Besitz von Atomwaffen kommt, erhöht die Gefahr zukünftiger Atomkriege und ist eine Katastrophe für die Menschheit und alles Leben auf diesem Planeten.

Der menschengemachte Klimawandel muss umweltfreundlich und nachhaltig angegangen werden. Lösungsansätze sind regenerativen Energien, Energiesparen und eine Änderung unseres nicht nachhaltigen Lebensstils. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten und Wege für ein gutes Leben aufzuzeigen. Die größten Einschränkungen auf diesem Weg sind die ökonomisch-politischen Widerstände alter Eliten und die Tatsache, dass dieser Weg Vernunft und ein massives Umdenken voraussetzt. Der Versuch, die Probleme des Klimawandels mit Atomkraft zu lösen, ist ein gefährlicher, rückwärtsgewandter Irrweg.
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Umweltbelastend, krank machend und sogar tödlich
sind die Folgen der Thoriumgewinnung und der atomaren Aufarbeitung. Im so genannten Normalbetrieb geben auch Kleinreaktoren, wohnortnah, krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt ab. Die problematische Tritiumproduktion ist bei diesem Reaktortyp wesentlich größer als in Druckwasserreaktoren oder in Schnellen Brütern und Tritium diffundiert leicht durch die Wandungen des Reaktorbehälters. Ein Thorium-Reaktor erzeugt zwar weniger und kürzer strahlenden Atommüll als ein Druckwasserreaktor, doch dafür strahlt er stärker. In Deutschland war der Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) im westfälischen Hamm ein riskantes, kostspieligen Fiasko. Die erhöhte Zahl von Krebserkrankungen im Umfeld des THTR, der Unfall am 4./5. Mai 1986 bei dem Radioaktivität freigesetzt wurde (aber nicht gemessen werden konnte, weil durch einen "erstaunlichen Zufall" die AKW-Messinstrumente nicht funktionierten), waren kein Thema für den ARTE-Werbefilm, der in Kürze auch bei der ARD ausgestrahlt werden soll.
Die globale PR-Kampagne für Klein-AKW & Thorium Reaktoren läuft auf hohen Touren.
Der öffentlich-rechtliche PR-Film "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?" ist dafür nur eines von vielen Beispielen. Greenwash & verdeckte PR, so genannte „no badge“-Aktivitäten sind heute Standard von PR-Kampagnen. Die extrem einseitigen und parteiischen Wikipedia-Artikel zu Mini-AKW & Thorium Reaktoren in vielen Sprachen tragen die typische Handschrift von Werbeagenturen. Zu ihrer Arbeitsweise gehören üblicherweise auch manipulierte Leserbrief-Kampagnen, einseitige Meinungsumfragen, die Ausspähung & Verleumdung von Kritikern, Jubel-Beiträge in Online-Foren, Blog-Beiträge und immer stärker auch die Nutzung von Social Bots, von "Meinungsrobotern" . Auch industriegelenkte Scheinbürgerinitiativen zählen heute zum Manipulationsgeschäft der Konzerne, Umweltzerstörer und der Atomlobby. Die größte Werbeagentur der Welt, Burson Marsteller, die jahrzehntelang die Gefahren des Rauchens heruntergespielt und den Klimawandel geleugnet hat, warb bis zum Herbst 2016 für die "umwelfreundliche" Atomkraft. Die manchmal etwas verschnarchte Umwelt- und Anti-Atombewegung setzt dem wenig entgegen. Geben Sie einfach mal den Begriff „Thorium Reaktor“ bei einer Suchmaschine ein und Sie sehen, wer überwiegend die Macht im Netz hat.




Aktuelle Einschübe:


  • Massive sicherheitsrelevante und teure technische Probleme in französischen Atomkraftwerken in einer Phase intensiver Pro-Atompropaganda in Frankreich und Deutschland!

  • Atomenergie ist keine Ökoenergie: Die EU - Taxonomie und die Atom-Lobby / Atomkraft wird grün gewaschen
  • Mit der EU-Taxonomie sollte Europas Wirtschaft ökologischer werden. Doch nun plant die Kommission, auch Gas und Atomkraft als „nachhaltig“ einzustufen. Eine einflussREICHE, mächtige Lobby möchte, dass neue Atomkraft- und Gaskraftwerke als "nachhaltige Investitionen” eingestuft werden. Damit würden Gas und Atomenergie nichts weniger als grün angestrichen und Geldschleusen für diese Energiequellen geöffnet werden. Eine Weichenstellung für einen klima- und energiepolitischen Irrweg!Mehr Infos: Atomstrom ist kein Ökostrom
  • Friedrich Merz und Atomkraft
  • In der Debatte um die EU-weite Einstufung von Atomstrom als "nachhaltig" hat der designierte CDU-Vorsitzende Friedrich Merz Verständnis für die französische Position geäußert. Langsam und vorsichtig öffnet er neue alte CDU-Türen zur Atomkraft und nutzt dafür gezielt den Neusprech-Begriff "Technologieoffenheit". Mit den anderen Verantwortlichen für den Klimawandel setzt er auf AKW als alte, neue "Wunderwaffe" im verloren gehenden Krieg gegen Mensch und Natur.




Die Durchsetzungsstrategien
für die nur scheinbar „grünen“, neuen AKW sind perfekt und auf der Höhe der Zeit. Nicht mehr die Atomkonzerne oder die erkennbare Atomlobby machen die Werbung. Diese Aufgabe haben industriegelenkte, gut organisierte Tarnkappen-Organisationen übernommen. Die Atomindustrie hat aus den PR-Fehlern der Vergangenheit gelernt. Mit der gleichen Strategie bekämpft die Lobby der Atom-, Kohle- und Ölkonzerne (z. Bsp. die Wildtierstiftung auch die Energiewende und die zukunftsfähigen, umweltfreundlichen Energien aus Wind und Sonne, denn Strom aus den ungefährlichen Alternativen ist längst billiger als Atomstrom.
Der ARTE / NDR - Film "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"
erinnert nicht nur von der Machart an den alten, gut gemachten Propagandafilm aus dem Jahr 1953 "Unser Freund das Atom" von Walt Disney. "Unser Freund das Atom" ist sauber, risikolos, unendlich vorhanden und es wird die endliche und schmutzige Energie aus Kohle und Öl ersetzen, war die Botschaft des alten Disney-Films und der ARTE Film von 2016 überträgt die damalige Heilsbotschaft auf den "zukünftigen" Hoffnungsträger der Atomindustrie, auf den Flüssigsalzreaktor, den Molten Salt Reactor. Der Film ist Teil einer groß angelegten, teuren Werbekampagne für "grüne Atomkraft".
Produktplatzierung (engl. product placement), gezielte, verdeckte Produktwerbung ist in öffentlich rechtlichen Medien eigentlich verpönt. Im ARTE-Film "Thorium - Atomkraft ohne Risiko?" war tatsächlich keine Werbung versteckt. Der Film selber war ein einziger Werbespot, nur der Hinweis zu "Risiken und Nebenwirkungen" des beworbenen Produktes fehlte. Es wäre dumm, "ausgewogene" Filme zu fordern. Doch wenn wichtige Aspekte fehlen und eine Hochrisikotechnologie mit vorgeschobenen Öko-Argumenten schöngefilmt wird, dann ist das Greenwash. Peinlich, dass auch die ARD den Film noch ausstrahlen wird.

Einen kritischen Beitrag von Harald Lesch zum Thema Thorium AKW Atomkraft ohne Risiko? Der Flüssigsalzreaktor gibt´s auf youtube.

Axel Mayer, (Alt-) BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident Atomschutzverband TRAS, Mitwelt Stiftung Oberrhein



*Nachtrag
Energiesparen und erneuerbare Energien lösen das Energieproblem
Erneuerbare Energien sind kostengünstiger als Klein-AKW und erzeugen im "Normalbetrieb" keinen Kinderkrebs. Bei ihrer Nutzung fällt kein Atommüll an, der unendlich lange sicher gelagert werden muss. Bei einem Unfall im Windpark müssen im Gegensatz zu den Regionen um Tschernobyl und Fukushima keine riesigen Landstriche dauerhaft evakuiert werden. Nach wenigen Monaten Betrieb hat sich ein Windrad energetisch amortisiert. Erneuerbare Energien produzieren (fast) kein CO2 und sind ein wichtiger Ausweg aus der drohenden Klimakatastrophe. Nicht die zukunftsfähigen Energien, sondern der Klimawandel bedroht unsere Artenvielfalt. Bei ihrer Nutzung müssen keine Menschen in Uran- und Kohlegruben sterben und Kriege um erneuerbare Energien sind im Gegensatz zu Kriegen um Öl ebenso nicht sehr wahrscheinlich. Die Wertschöpfung bleibt im Land und mit den Gewinnen wird üblicherweise nicht der Islamische Staat suventioniert, was man von unserem Geld, das an die Ölscheichs fließt, leider nicht mit Sicherheit sagen kann.

Kritische und unkritische Beiträge zum Thorium Reaktor:



Im April 2017 hat das Ökointitut Darmstadt im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung eine Studie zum Thema "Neue Reaktorkonzepte. Eine Analyse des aktuellen Forschungsstands." herausgegeben. Diese Studie finden Sie hier.


Kritischer Beitrag zu diesem Thema von der Website "Sonnenseite" von Franz Alt vom 15.12.2016:

"Deutschland hat den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und das Ende der Nutzung der Atomenergie beschlossen. Dennoch gibt es staatlich finanzierte Forschungen in Deutschland, um neue Generationen von Atomkraftwerken, z.B. mit Thoriumflüssigsalzreaktoren, sowie neue atomwaffentaugliche Materialien zu entwickeln.[...]

Diese Forschungen sind geeignet z.B. für die Entwicklung Kleiner Modularer Reaktoren (SMR), die auch andere europäische Länder unter EURATOM und mit nationalen Mitteln vorantreiben. SMR sind besonders bedrohlich für die Welt, weil sie dezentral massenhaft aufgebaut werden könnten, womit sich atomare Unfallgefahren und Terrorziele potenzieren würden. [...]

Schlimmer noch: Diese Forschungen [...] können gleichzeitig zur Entwicklung neuer Atomwaffenmaterialien führen, erbrütet aus Thorium, welches bislang als atomwaffenuntauglich galt. Damit werden in Deutschland mit öffentlichen Mitteln aus dem Bundesforschungsministerium und aus EURATOM-Mitteln neue Generationen von Atomreaktoren und Atomwaffen entwickelt. [...]

Es ist erschreckend, was im Atomland Deutschland noch möglich ist und sogar staatlich unterstützt wird.[...]"

Quelle: Sonnenseite: "In Deutschland wird an der Entwicklung neuer Atomreaktoren und Atomwaffen geforscht", 15.12.2016


Artikel auf Spektrum.de: "Kernwaffennutzung - Die vergessene Gefahr des Thoriums":

" [...] Dabei wird aber leicht vergessen, dass bestrahltes Thorium in der Tat zu waffenfähigem Uran umgewandelt werden kann. Es sind dazu nicht einmal große Laboreinrichtungen notwendig. Staaten mit einem Interesse an Atomwaffen könnten folglich mit dieser Technologie die Regeln zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen unterlaufen. [...]

Natürlich vorkommendes Thorium besteht zu fast hundert Prozent aus Thorium-232, einem Isotop, das keine dauerhafte Kernspaltung aufrechterhalten kann. Beschießt man es mit Neutronen, wandelt es sich über eine Kette von Zerfallsschritten in das spaltbare und langlebige Uran-233, dessen Halbwertszeit 160 000 Jahre beträgt. Als Nebenprodukt entsteht dabei Uran-232, das seinerseits in intensiv gammastrahlende Isotope zerfällt. Diese schwer gesundheitsschädliche Strahlung lässt sich nur mit größerem Aufwand abschirmen, daher ist verbrauchter Thorium-Brennstoff im Allgemeinen schwer zu handhaben [...].

[...]
Schon eine kleine Nukleareinrichtung genügt, um aus Thorium über Umwege spaltbares Uran-233 herzustellen, das kaum mit dem gammastrahlenden Uran-232 verunreinigt ist. Dadurch könnte auch Thorium – genauer gesagt das als Zwischenschritt entstehende Protactinium-233 – zu einer Gefahr für die weltweite Sicherheit werden. Den Königsweg in eine sorgenfreie Atomenergie der Zukunft bietet das Thorium daher kaum.

Die Politik wäre gut beraten, den Umgang mit dem Material strenger zu regeln, als es bislang der Fall ist, und gleichzeitig auf Anzeichen zu achten, ob diese Regeln heimlich unterlaufen werden. [...]

Drei Aspekte machen Thorium gefährlich
[...]
* Erstens lassen sich Technologien zur Energiegewinnung, bei denen Thorium über einen längeren Zeitraum bestrahlt wird, dazu nutzen, um im Geheimen Protactinium abzuzweigen. Dessen Aufarbeitung könnte in kleinen Anlagen nach und nach erfolgen, ohne dass die IAEO zwangsläufig darauf aufmerksam werden müsste.
* Zweitens lässt sich die zur Protactinium-Extraktion nötige Infrastruktur leicht erwerben und in einem unverdächtigen Labor unterbringen.
* Und drittens ist die Technologie besonders für Staaten interessant, die in Besitz von Atombomben kommen wollen.

Keiner der drei Punkte sollte bei einer Einschätzung des Gefährdungspotenzials von Thorium vergessen werden. [...]

Thorium ist keineswegs so harmlos, wie vielfach angenommen. Wenn wir eine sichere Zukunft wollen, müssen wir jetzt mit der Debatte über seine Risiken beginnen."
Quelle: Spektrum.de


Artikel von taz.de "Thorium ist auch keine Lösung":

"[...] Sicher und sauber wird Atomkraft auch nicht, wenn der nichtspaltbare Brennstoff verwendet wird.
Dass man von Thorium-Reaktoren die Finger lassen sollte, weiß man in Deutschland spätestens seit dem kostspieligen Fiasko mit dem Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) im westfälischen Hamm. Jetzt ist auch Norwegen so weit. Die dortige Strahlenschutzbehörde Statens Strålevern erteilt allen Plänen für den Bau eines Thorium-Reaktors eine Absage. Sowohl Umweltminister Erik Sohlheim als auch Wirtschaftsministerin Sylvia Brustad schließen sich dem an. [...]

Reaktoren, die mit Thorium betrieben werden, hätten damit vergleichbar schädliche Umweltkonsequenzen und ein ähnliches Gefahrenpotenzial wie solche mit Uranbrennstoff. Von Thorium-Befürwortern wird gerade die vermeintliche Sicherheit vor einer Kernschmelze als Argument ins Feld geführt. Das aus dem Mineral Thorit gewonnene radioaktive Metall Thorium ist nicht spaltbar. Thorium als Brennstoff müssen daher von außen Neutronen zugeführt werden, um die Energie produzierende Kettenreaktion zu starten und in Gang zu halten. Wird diese eingestellt, stoppt auch die Reaktion.

Laut Strahlenschutzbehörde bedeutet das aber keinesfalls, dass es kein Unfallrisiko bis hin zu einer Kernschmelze gibt. Auch für die Nachwärmeabfuhr seien funktionierende Kühlsysteme erforderlich: "Die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze ist bei Uran- oder Thoriumbrennstoff gleich zu beurteilen."

Ein Thorium-Reaktor produziere zwar weniger und weniger langlebigen Atommüll als ein AKW mit Uranbrennstäben. Dieser sei auch stabiler als konventioneller Atommüll. Dafür strahle er stärker, was Transport und Lagerung kompliziert.

Entscheidend sei aber, so die Studie, dass auch die Thorium-Technik das Atommüllproblem nicht löse. Hinzu komme auch beim Betrieb des Reaktors eine viel stärkere radioaktive Strahlung. Auch sicherheitstechnisch biete die Thorium-Nutzung kaum Vorteil: Zwar fielen nur geringe Mengen Plutonium an, und dieses sei auch für die Produktion von Atomwaffen nicht besonders interessant. Doch in der Hand von Terroristen könne auch ein Thorium-Reaktor für "nichtfriedliche Zwecke" benutzt werden.

"Die Thorium-Debatte dürfte nun ein abgeschlossenes Kapitel sein", glaubt Nils Bøhmer, Atomexperte bei der Umweltschutzorganisation Bellona: "Hoffentlich beschäftigt sich die Politik jetzt mit wirklichen Lösungen der Klimaproblematik."

"Erhebliches Risiko im Hinblick auf unkontrollierte Kettenreaktionen"
Quelle: taz.de


Focus in einem lesenswerten Artikel "Reaktoren der Zukunft" über verschiedene "moderne" Atomreaktortypen, etwas aus dem Nähkästchen geplaudert:

"[...] Nur für Norwegen gilt dies nicht. Vor zwei Jahren gab das Land seine Pläne zum Bau eines Thorium-Reaktors auf. Grund ist eine Studie, die Norwegens rot-grüne Regierung 2007 bei der Strahlenschutzbehörde Statens Strålevern in Auftrag gegeben hatte. Sie nahm den gesamten Thorium-Brennstoffkreislauf unter die Lupe. Das Ergebnis überraschte. Konventionelle Reaktoren, verlautbarte die Behörde, führen zur radioaktiven Belastung von Luft und Wasser, es bestehe ein erhebliches Unglücksrisiko, auch unkontrollierte Kettenreaktionen seien möglich, und im schlimmsten Fall eine Kernschmelze – gleich, ob die Meiler mit Uran- oder Thorium-Brennstoff arbeiten.

Ende des Mythos
Auch wenn im Thorium-Reaktor die Kettenreaktion leicht zu stoppen sei, so die Studie weiter, gebe es ein Unfallrisiko durch die Nachzerfallswärme, die nur durch funktionierende Kühlsysteme abgeführt werden könne. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze für Uran- oder Thoriumbrennstoff gleich. Zudem lasse sich das Uran-233 doch militärisch missbrauchen, Terroristen könnten es deshalb für „nichtfriedliche Zwecke“ nutzen. Tatsächlich wurde es 1955 von den USA in einigen Bombenexplosionen als Kernwaffenmaterial getestet, dann aber gerade wegen der Gammastrahlung seiner Beiprodukte zugunsten von Plutonium aufgegeben. Es soll auch in indischen Atomwaffen vorhanden sein.[...]

Hinzu komme, dass auch die Thorium-Technologie das Atommüllproblem nicht lösen könne. Ein Thorium-Reaktor produziere zwar weniger und kürzer strahlenden Atommüll als ein Uran-AKW. Dafür strahle er stärker, was Transport und Lagerung erschwere. Dies läuft der Argumentation, mit der ihre Befürworter für die Thorium-Reaktoren werben, klar zuwider."
Quelle: focus


Auch in Deutschland gab es einen Thorium-Hochtemperatur-Reaktor, der aber nach nur zwei Jahren stillgelegt werden musste. Dazu ein ein Artikel von n-tv: "Behörden in NRW relativieren - Mehr Krebs am Atomreaktor Hamm-Uentrop"

Nach nur zwei Jahren Betrieb und zahlreichen Störfällen wird der Atomreaktor in Hamm-Uentrop 1987 stillgelegt. Nun werden rund um den Reaktor vermehrt Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Frauen festgestellt. Dennoch geben die Behörden Entwarnung.

Rund um den stillgelegten Atomreaktor in Hamm-Uentrop in Nordrhein-Westfalen besteht möglicherweise die erhöhte Gefahr, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Das ergab eine Analyse des Krebsregisters NRW, das ein um 64 Prozent erhöhtes Risiko gegenüber einer Referenzregion errechnete. Vor allem seien vermehrt Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Frauen festgestellt worden. [...]

Im Thorium-Hochtemperatur-Reaktor Hamm-Uentrop war es 1986 zu einem Störfall gekommen. In der Nacht vom 4. zum 5. Mai 1986 traten radioaktive Aerosole aus, als zerbrochene Kugelbrennelemente Rohre der Beschickungsanlage verstopften. In der Folge gelangte der kontaminierte Staub der zerbrochenen Kugeln und kontaminiertes Helium in die Umgebungsluft - wie viel, konnte nie festgestellt werden, weil zu diesem Zeitpunkt die Messinstrumente abgeschaltet waren.[...]"
Quelle: n-tv


Greenpeace Schweiz: Factsheet - Kernkraftwerke der neuen Generation

"Auch mit Thorium als Brennstoff werden langlebige radioaktive Stoffe produziert, wie z.B. Proactinium-231 (Halbwertszeit 32'000 Jahre). Zudem erzeugt der Thorium-Abbau, wie die Uranförderung, radioaktiven Staub und radioaktive Schlämme."


Aktuell erforscht man auch in Würenlingen in der Schweiz im Paul Scherrer Institut die "Hochrisikoreaktoren" (Flüssigsalzreaktoren). Einige kritische Überlegungen zur "Atomfabrik" Würenlingen finden Sie hier





Wichtiger, aktueller Beitrag zum Thema Thoriumreaktoren



Zusammenfassender Beitrag zum Thema "Neuartige Thoriumatomreaktoren und deren Risiken" von Thomas Partmann, Attac, der in Freiburg anlässlich des Atomenergie-Forums 2017 am 29.04.2017 einen Vortrag zu dem Thema "Atomwaffen aus Thorium? Flüssigsalz-Atomreaktoren: Unterschätzte Risiken" gehalten hat:

Neuartige Thoriumatomreaktoren und deren Risiken
Zusammenfassung zur Präsentation

Autor: Thomas Partmann, Stand: 11.04.2017

Deutschland ist aus der Atomwirtschaft ausgestiegen, die Atomreaktoren der 2. Generation werden stillgelegt und rückgebaut. Reaktoren der 3. Generation werden unter wachsenden Schwierigkeiten in Frankreich und Finnland zurzeit gebaut und in Großbritannien geplant. Die sich im Entwicklungs-stadium befindenden Atomreaktoren der 4. Generation Flüssigsalzreaktoren (Molten Salt Reactor, MSR, und dessen Weiterentwicklung Molten Salt Fast Reactor, MSFR) arbeiten mit Thorium als Brennstoff.

Die Aussage der Protagonisten, dieser Reaktortyp sei aufgrund seiner Konstruktion besonders sicher, bezieht sich lediglich auf die technische Anlagensicherheit.

Die Bedrohung durch äußere Einflüsse wie Naturkatastrophen, Terroranschläge, Flugzeugabstürze, menschliches Versagen, Erdbeben, usw. bleibt. Atommüll entsteht auch hier.

Hinzu kommt ein nicht zu leugnendes Risiko der Weiterverbreitung von waffenfähigem Uran
(engl. Proliferation):


Alle bisherigen Kernreaktoren machen die Entnahme von waffenfähigem Material nahezu unmöglich.
Beim Thorium-Flüssigsalzreaktor ist die Materialeinspeisung und Entnahme mittels einer eingebauten Aufarbeitungsanlage fester Bestandteil des Reaktors!
Eine überzeugende technische Lösung, die eine Proliferation von Spaltmaterial zuverlässig verhindert, ist bislang nicht in Sicht.

Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO unterstützt Forschung und Entwicklung dieser Reaktoren, speziell auch von kleinen modularen Einheiten in Containergröße, deren Betrieb kaum zu kontrollieren ist. Nach den USA und Japan ist Deutschland drittgrößter Beitragszahler für den rund 350 Mio. Euro umfassenden Haushalt der IAEO.
Zahlreiche dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zugehörige Institute und dort angesiedelte Einrichtungen wie das JRC- Dir G - Nukleare Überwachung und Sicherheit (Karlsruhe), ehemals Institut für Transurane (ITU), und die AREVA-Schule beteiligen sich im Auftrag von EURATOM durch Forschungsarbeiten und Kurse trotz Atomausstieg an deren Weiterentwicklung. Dazu zählt unter anderem das SAMOFAR-Projekt im Rahmen des Horizon 2020 EURATOM-Forschungsprogramms , an dem wie die Kleine Bundestags-Anfrage zu Thorium-Forschung am KIT und ITU gezeigt hat, beide Institutionen beteiligt sind.

In den neuartigen Reaktoren wird Uran-233 erbrütet, das wie Plutonium zum Bau von Atomwaffen genutzt werden kann (Dual-Use-Problematik).

In dem Vortrag möchte ich die neuartige Technik dieser Reaktoren und deren Gefahrenpotential erklären und um Unterstützung für eine weltweite Ächtung von Atomwaffen werben, wie sie eine „Humanitäre Initiative“ von 159 Unterstützerstaaten vor der UN beantragt.

Ein derartiges Verbot lässt sich nicht durchsetzen und genügt nicht, sobald sich jeder Staat das für eine Atombombe erforderliche Nuklearmaterial bequem selbst erbrüten kann, zumal eine effiziente Proliferationskontrolle aufgrund der möglichen kleinen, modularen und mobilen Bauart der Flüssigsalzreaktoren nicht gegeben ist.

Um eine massive Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern und auch nichtstaatlichen Akteuren, wie Kriminellen und Terrorgruppen, den Zugang zu Nuklearmaterial zu versperren, ist es für erforderlich, dass Forschung, Entwicklung und Betrieb von Einrichtungen, die die Erzeugung von waffenfähigem Nuklearmaterial ermöglichen, eingestellt und nicht weiter entwickelt und gefördert werden!

Gelder, die hier eingespart werden, sollten nachhaltigen Entwicklungen zum Klimaschutz und zur weltweiten Verbreitung von alternativen Energien zur Stromerzeugung und zu deren Speicherung zu Gute kommen.

Dafür spricht neben dem Gebot der Wirtschaftlichkeit – alternative Energien sind heute schon günstiger als Atomstrom – auch die Friedensfördernde Funktion dieser in die Zukunft gerichteten Investition.

Wie kann man einerseits den Kampf gegen den Terror propagieren und andererseits für die weltweite Verbreitung von waffenfähigem atomarem Material sorgen?

Und wie passt dies zum Beschluss der Bundesregierung, die Teilnahme an den laufenden Verhandlungen zur Ächtung von Atomwaffen bei der UN zu verweigern?

Deutschland muss nach dem Atomausstieg 2011 auch die nächsten konsequenten Schritte tun und die Förderung zukünftiger Reaktorgenerationen einstellen und aus dem EURATOM-Vertrag austreten. „EURATOM steht für die atomkraftgläubige Energiepolitik des vorigen Jahrhunderts“ mahnt Greenpeace, und auch der 15. Bundestag mit einer rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder hat in einem Beschluss am 12. März 2003 gefordert, den EURATOM-Vertrag auslaufen zu lassen. Auch deutsche Forscher erhalten Fördergelder aus Brüssel um die Reaktor-Entwicklung voranzutreiben.




Kernkraft ohne Risiko?
Die Atomlobby, auch bei uns, versucht mit allen Mitteln den Atomausstieg rückgängig zu machen:
Sie stellt den Flüssigsalzreaktor als Errungenschaft dar, die zukünftig weltweit saubere und sichere Energie liefert und das Atommüllproblem löst. Alternative Energien, abhängig von Wind und Sonne, stellen, da sie nicht kontinuierlich zur Verfügung stehen, für sie nur eine willkommene Ergänzung dar. Nur Kernkraft könne Energiebedarf und Klima sichern, behaupten die Atom-Befürworter!

Um die Öffentlichkeit für ihre Ziele zu gewinnen, setzt die Atomlobby neben dem Internet auf Produktplazierungen, selbst in öffentlichen Medien, und das erprobte Mittel der persönlichen Verunglimpfung von Kernkraftgegnern. Im Film „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“, der zuletzt im September 2016 in arte ausgestrahlt wurde, wird laut eigener Aussage erörtert, „warum Kernkraft aus Thorium 1945 eine technologische Totgeburt war, und warum es plötzlich doch der Brennstoff der Zukunft sein soll“.

Nur zu dem Risiko der Proliferation dieser Technologie wurde im arte-Film kein Wort gesagt, auch wenn der Titel der Sendung dies verspricht. Dies ist pure Werbung, die Risiken und Nebenwirkungen des Produkts bewusst verschweigt. Jeder unvoreingenommene Zuschauer musste glauben, Thorium sei die Lösung!

Die Atomlobby bedient sich auch hier eines bewährten Tricks, sehr effizient zu lügen, ohne die Unwahrheit zu sagen, indem sie gewisse Dinge, wie die Risiken, einfach verschweigt.

Thoriumreaktor als Lösung für unseren Atommüll?

Ein Thoriumreaktor produziert zwar weniger und kürzer strahlenden Atommüll als ein Uran-Reaktor, dafür strahlt er stärker, was Transport und Lagerung erschwert.

Aber Atom-Müll bleibt Atom-Müll und muss entsorgt werden!
Die Behauptung: „Dem Brennstoff kann man langlebigen Atommüll (Transurane) aus Leichtwasserreaktoren beimischen, den Müll auf diese Weise loswerden und dabei auch noch Energie gewinnen“ ist äußerst fragwürdig. Dazu sind die vorhandenen abgebrannten Brennelemente der ersten und zweiten Reaktorgeneration viel zu stark verunreinigt. Im Flüssigsalz-reaktor können bestenfalls Radionuklide wie Uran und Plutonium aus Restbeständen vorhandener Reaktorbrennstoffe oder aus ausgesonderten Atombomben mit verbrannt werden.

Ende eines Mythos

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Gründe, die Norwegen 2007 dazu bewogen haben, die Pläne zum Bau eines Thorium-Reaktors aufzugeben.
Auch wenn im Thorium-Reaktor die Kettenreaktion leicht zu stoppen sei, so die norwegische Studie, gebe es ein Unfallrisiko durch die Nachzerfallswärme, die nur durch funktionierende Kühlsysteme abgeführt werden könne. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze für Uran- oder Thoriumbrennstoff gleich. Zudem lasse sich das Uran-233 doch militärisch missbrauchen, Terroristen könnten es deshalb für „nichtfriedliche Zwecke“ nutzen. Hinzu komme, dass auch die Thorium-Technologie das Atommüllproblem nicht lösen könne.
Nils Bøhmer, Atomexperte bei der internationalen Umweltschutzorganisation Bellona in Oslo, kommentierte dies mit den Worten: „Hoffentlich beschäftigt sich die Politik jetzt mit wirklichen Lösungen der Klimaproblematik.“

Auch das UK National Nuclear Laboratory (NNL) mit Sitz in Sellafield bewertet das Proliferationsrisiko in einem Positionspapier zum Thorium-Brennstoffzyklus, August 2010, wie folgt:
Das NNL glaubt, dass Uran-233 ein ähnliches Proliferationsrisiko darstellt wie hochangereichertes Uran im Uran-Plutonium-Brennstoffzyklus.[15],[16] und kommt zu dem ernüchternden Ergebnis: “The thorium fuel cycle does not currently have a role to play in the UK context, other than its potential application for plutonium management in the longer term“.

Thoriumreaktoren lösen keine Probleme

Ken Davis erklärt in seinem lesenswerten Beitrag „Wahnsinn Kernspaltung – Die Lügen der Atomindustrie in Sachen Thorium“:
„Zusammenfassend kann mitgeteilt werden: Auch Thoriumreaktoren produzieren hochradioaktiven Müll, auch sie machen Probleme in Sachen Proliferation, auch sie stehen für Katastrophenszenarien – z.B. als mögliche Ziele für Terroristen oder militärische Attacken.
Anhänger von Thoriumreaktoren betonen, dass all diese Risiken im Vergleich zu den konventionellen Plutonium-Brüter-Konzepten doch geringer seien.
Ob das nun wahr ist oder nicht: die grundsätzlichen Probleme, die mit der Atomenergie in Zusammenhang stehen, werden dadurch auf keinen Fall gelöst.

Die Nutzung der Kernkraft war schon immer ein Schwerverbrechen an der Menschheit,
in Tateinheit mit Profitgier und absoluten Wahnsinn.”

Flüssigsalzreaktoren gehören zu den gefährlichsten zivilen Technologien, die je entwickelt wurden!





Thorium-Reaktor: Kleine, neue AKW & Terrorismus



Thorium Reaktor Flüssigsalzreaktor: Schmutzige Atombomben für die Welt






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Axel Mayer,Mitwelt am Oberrhein

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)


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