Altmodische Mini-AKW: Kosten, Risiken, Gefahren der neuen, kleinen Atomkraftwerke - Atomwaffen & mehr Atommüll (CDU, CSU, FDP & AfD)


Veröffentlicht am 23.06.2024

Altmodische Mini-AKW: Kosten, Risiken, Gefahren der neuen, kleinen Atomkraftwerke - Atomwaffen & mehr Atommüll


Aktueller Einschub aus der Zeitschrift Capital.de


"Es ist auffällig, dass ausschließlich Staaten mit viel Steuergeld in neue Atomkraftwerke investieren - und nicht etwa privatwirtschaftliche Unternehmen. Auch in Deutschland zeigen die Energiebosse kein Interesse. Denn längst ist ihnen klar: Atomkraftwerke sind viel zu teuer. Keine Kilowattstunde aus einem neu errichteten Atomkraftwerk kann konkurrieren mit einer aus einem Windrad oder einem Solarpanel. Das IPCC hat in einem Statement klargemacht: „Neu errichtete Kernkraftwerke waren zu keiner Zeit wettbewerbsfähig und werden es auf absehbare Zeit auch nicht werden.“

Weltweit und auch in Deutschland wird gerade von marktradikalen Lobbygruppen, Medien und Parteien (CDU, CSU, FDP & AfD) für den Bau von neuen "Mini-AKW" geworben.
Was dabei gerne verschwiegen wird:
  • Auch Mini-AKW sind gefährlich
  • In einem Klein-AKW von 50 MW Leistung entsteht jährlich die kurz- und langlebige Radioaktivität von 50 Hiroshima-Bomben
  • Ein Mini-Akw "produziert" im Normalbetrieb Atommüll, der eine Million Jahre gelagert werden muss
  • Viele der neuen Reaktorkonzepte sind unausgereift
  • Der Strom aus Mini-AKW ist wesentlich teurer als Strom aus Sonne und Wind. (Das erste Großprojekt in den USA ist an den Kosten gescheitert)
  • Der Export und weltweite Bau von Kleinstreaktoren würde dazu führen, dass immer mehr Länder, Diktaturen und Autokraten in den Besitz von Atomkraftwaffen gelangen. Das wäre ein globales Selbstmordprogramm.


Die Liebe der politischen Rechten und der Marktradikalen zur altmodischen Technik der Mini-AKW und der Thorium-Reaktoren ist erstaunlich irrational. Im neuen AKW Flamanville siegt sich die französische Atomwirtschaft gerade finanziell zu Tode und unflexible kleine Atomkraftwerke passen immer weniger zum international vordrängenden kostengünstigen Strom aus Sonne und Wind.

Billiger Strom aus Mini-AKW & Thorium-Reaktoren? Pleiten, Pech & Pannen


In vielen deutschen Medien wurde und wird geradezu euphorisch über die zukünftigen, „kleinen, kostengünstigen, grünen“ Mini-Atomkraftwerke berichtet. Industriegelenkte Bürgerinitiativen und die Atom-Lobbyisten von AFD, CDU, CSU & FDP werben unkritisch für die „Reaktoren der Zukunft“.
Die Umweltbewegung warnt schon lange vor den Gefahren (Proliferation!) und Kosten dieser neuen Reaktoren und aktuell zeigt sich in den USA, dass die teuren Mini-AKW auf einem funktionierenden Markt keine Chancen haben. Strom aus Wind und Sonne ist im Gegensatz zum Atomstrom konkurrenzlos günstig und weniger riskant.


In Idaho sollte das erste AKW mit Small Modular Reactors entstehen. Nun wurde das Projekt abgebrochen

„Laut dem Institute for Energy Economics and Financial Analysis lag der Zielpreis für den Atomstrom noch Mitte 2021 bei 58 USD/MWh (5,8 ct/kWh). Dieser Preis ist mittlerweile auf 89 USD/MWh gestiegen und ein Ende ist nicht in Sicht. Grund sind vor allem die geschätzten Baukosten, die von 5,3 auf 9,3 Mrd. USD und damit um 75 Prozent gestiegen sind. Die Stromerzeugungskosten für den Atomstrom wären ohne die staatlichen Steuersubventionen noch deutlich höher. (...) Selbst bei einer bescheidenen Inflationsrate von 2 Prozent bis 2030 würde der Atomstrom aus dem SMR nach Institutsberechnungen nicht 8,9 ct/kWh (89 USD/MWh), sondern dann schon 10,2 ct/kWh (102 USD/MWh) betragen. "
Quelle IWR


"Solarstrom (PV) ist inzwischen weltweit fast überall am günstigsten: In der Wüste von Saudi-Arabien wird er für nur einen US-Cent pro Kilowattstunde (kWh) erzeugt, in Portugal für 1,4 US-Cent pro kWh. Laut US-Investmentbank Lazard sanken die solaren Erzeugungskosten zwischen 2009 und 2020 um 90 Prozent." Das ist ein Bruchteil der Kosten des Stroms aus den gefährlichen, teuren, neuen Mini-AKW und Strom aus Wind und Sonne wird immer billiger. Darum wurden und werden diese umweltfreundlichen Energien von atomar-fossilen Seilschaften auch so lange mit Fake-News und Bürokratie bekämpft. Es ist unerklärlich, warum gerade wirtschaftsliberale Parteien und Medien so intensiv für die hochsubventionierte, auf funktionierenden Märkten nicht durchsetzbare Atomkraft kämpfen.

Dazu kommen noch die ungeheuren Risiken neuer Atomkraftwerke. Der Export und weltweite Bau von Kleinstreaktoren würde dazu führen, dass immer mehr Länder, Diktaturen und Autokraten in den Besitz von Atomkraftwaffen gelangen und wäre ein globales Selbstmordprogramm. Marktradikale Gier blendet solche Argumente aus.

Auch die Fortschreibung der bisherigen Reaktorkonzepte ist ein Fiasko. Die teure Dauerbaustelle, das neue britische AKW Hinkley Point erhält eine Einspeisevergütung von 11 Cent kWh und zusätzlich einen fest zugesagten Inflationsausgleich. Das macht eine Vergütung von ca. 22 Cent kWh im letzten Förderjahr. In Hinkley Point wird sich die Atomindustrie zu Tode siegen.
Während zu Beginn der Anti-Atombewegung „nur“ die Argumente des Umwelt- und Menschenschutzes auf Seiten der Kritiker standen, ist es jetzt auch die Ökonomie.

Warum sollen wir auf gefährliche, teure Hochrisikotechnologien wie Mini-AKW und den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kostengünstige, umweltfreundliche Alternativen haben?

Axel Mayer
Der Autor ist seit 50 Jahren in der Umweltbewegung aktiv und war 30 Jahre BUND-Geschäftsführer in Freiburg.
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Mini-AKW? Mehr Atommüll durch kleinere AKW!


"Die Minireaktoren sollen einen Beitrag zur Energiewende weg von fossilen Brennstoffen leisten, doch es gibt Kritikpunkte. Einer betrifft die Produktion von Atommüll. Eine Studie von Forschenden der Universitäten Stanford und British Columbia, die dieses Jahr im Fachjournal "PNAS" veröffentlicht wurde, hat drei verschiedene Typen von SMR-Reaktoren mit Leistungen unter 300 Megawatt mit Atomkraftwerken mit Leistungen im Gigawattbereich verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Menge des allein durch ausgebrannten Brennstoff verursachten Atommülls fünfmal höher liegen würde, gemessen an der erzeugten Leistung.

Bei kurz- und langlebigem, weniger stark verstrahltem Material wird sogar eine Verdreißigfachung erwartet. Das stünde im Gegensatz zu den Zielen der Atomindustrie, neue Reaktoren sauberer zu machen. Außerdem verändere sich die Art des Atommülls, berichten die Autorinnen und Autoren. Der neue Atommüll sei zum Teil sehr anfällig für Korrosion, was Probleme bei der Lagerung mit sich bringe. So sei die Frage einer sicheren Zwischenlagerung dieses Atommülls ungelöst."
Zitat:Der Standart






Mini-AKW und billiger Atomstrom? Ein riskanter, teurer Traum der atomar-fossilen Seilschaften