TÜV & AKW: Eine Kritik


Veröffentlicht am 19.04.2019 in der Kategorie Atomkraft von Axel Mayer

Das Bundesumweltministerium hat schon im Jahr 2008 festgestellt, dass die "große Betreibernähe der TÜV (...) die Qualität und Unabhängigkeit der Begutachtung"
beeinträchtigt...




TÜV & AKW: Eine Kritik


Auszug aus einem Beitrag des TV-Magazins Kontraste:


"Eine unabhängige Kontrolle ist da schwer vorstellbar. Das meint Wolfgang Renneberg, er war bis vor kurzem Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Bund.
Wolfgang Renneberg, ehem. Leiter Bundesatomaufsicht
„Wenn wir den Fall, dass ein TÜV beurteilen soll, ob ein Kernkraftwerk noch weitere beispielsweise weitere acht Jahre betrieben werden soll, dann geht es hier um die Frage, ob der TÜV innerhalb dieser acht Jahre noch ein weiteres Geschäftsfeld für sich erhält, oder ob er dieses Geschäftsfeld verliert. Seine Entscheidung kann also objektiv von dieser Frage beeinflusst sein und in sofern eine Entscheidung sein, die nicht objektiv an Sicherheitsmaßstäben ausgerichtet ist.“

Das Problem mit der Unabhängigkeit des TÜV ist im Bundesumweltministerium bekannt. Dort erstellte eine Arbeitsgruppe bereits 2008 ein Gutachten zum „Ungleichgewicht zwischen Behörde und Sachverständigen Organisationen“. Das Dokument war bislang unter Verschluss. Ein Ergebnis daraus – die festgestellte…

Zitat
„…große Betreibernähe der TÜV beeinträchtigt die Qualität und Unabhängigkeit der Begutachtung.“

Geändert hat sich daran bis heute nichts.

Sieht man dann auch noch, wer über zwei Drittel der Aktien der TÜV-Süd AG hält, dann wird einiges klarer: Es ist der TÜV Süd e.V. Er sitzt gleich mit in der Konzernzentrale. Und die Mitglieder des Vereins sind unter anderem die Energiekonzerne: Eon, Vattenfall und EnBW.

Also die Betreiber der vier umstrittenen Atomkraftwerke."
Zitatende

Quelle: Kontraste 15.07.10



Aktueller Einschub

35 Jahre Tschernobyl & 10 Jahre Fukushima: Pilze haben ein längeres Gedächtnis als Politiker


Am 26. April 1986 explodierte ein Reaktor im Atomkraftwerk von Tschernobyl und schleuderte riesige Mengen radioaktiven Materials in die Atmosphäre. Sieben Monate lang kämpften 800 000 sowjetische Soldaten, Bergleute und Zivilisten, um die Radioaktivität vor Ort einzudämmen und um eine zweite Explosion zu verhindern. 50.000 bis 100.000 dieser Katastrophenhelfer sind inzwischen an den Folgen der Strahlenbelastung gestorben, die meisten Überlebenden sind krank.

35 Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl und 10 Jahre nach Fukushima
haben viele Menschen und insbesondere viele Politiker die atomare Katastrophe vergessen oder verdrängt. Auch die vielen anderen Atomunfälle (Lucens, Harrisburg, Geesthacht...) waren vergessen. (besser: Das Vergessen wurde/wird gut organisiert)
AfD, Werteunion, rechtslibertäre Teile von CDU, CSU, FDP und die -Partei der "Humanisten"- drängen auf die Gefahrzeitverlängerung der noch nicht abgeschalteten deutschen AKW und wollen neue AKW bauen.

Pilze haben ein besseres Gedächtnis: Bestimmte Pilz- und Wildarten sind in einigen Gegenden Deutschlands durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl noch immer stark mit Cäsium-137 belastet.






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  • Axel Mayer, Mitwelt Oberrhein

Getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung (das nicht kommen wird wie die Morgenröte nach durchschlafner Nacht)




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