2022 / EDF-Aktien fallende Kurse & marode, französische AKW


Veröffentlicht am 19.07.2022 in der Kategorie Atomenergie von Axel Mayer

EDF-Aktien verkaufen / Kursverlust & Risiko: französische Atomkraft, marode Alt-Reaktoren, neue, teure AKW & sinkende EDF Aktienkurse


Aktueller Einschub:


Um die französischen Atompläne zu retten, hat Frankreichs Regierung hat die Verstaatlichung des fast bankrotten Energiekonzerns/Atomkonzerns EDF angekündigt. Fast die Hälfte aller französischen AKWs sind abgeschaltet und viele haben massive, teure und gefährliche technische Probleme. Frankreich muss deutschen Sonnen- und Windstrom importieren.


Die Électricité de France SA ist eine börsennotierte, staatlich dominierte, stark verschuldete, französische Elektrizitätsgesellschaft und der zweitgrößte Stromerzeuger weltweit, mit einem extrem hohem Atomstromanteil an der Energieerzeugung. Frankreichs Energiepolitik und mit ihr der Atomkonzern EDF stehen mit dem Rücken zur Wand. Der Energiekonzern ist hoch verschuldet und die Aktienkurse sind seit Jahren im Sinkflug. Seit 10 Jahren verlieren die EDF Aktien jährlich 5% an Wert, schreibt boerse.de. Die französischen Atommeiler sind überaltert und marode, im Winter 2021/2022 standen 15 Reaktoren still und die Gefahr schwerer Unfälle wächst. Die EDF hat ein riesiges Problem: Fast alle Atomkraftwerke in Frankreich wurden in der gleichen Dekade gebaut und sie werden jetzt gleichzeitig alt. Für die Sanierung oder gar für den notwendigen, teuren Abriss ist kein Geld vorhanden. Der Reaktorbaukonzern AREVA wurde 2017/18 zerlegt und umstrukturiert, weil ihn die Neubaukosten für die Atomkraftwerke in Flamanville (Frankreich) und Olkiluoto (Finnland) in die Knie zwangen. Und in 2021 mussten auch noch die beiden einzigen weltweit in Betrieb befindlichen AKW-Blöcke des Typs Europäischer Druckwasserreaktor (EPR) in Taishan (China), die AREVA gebaut hatte, aufgrund von Konstruktionsfehlern abgeschaltet werden. Die beiden in China gebauten EPR haben massive technische Probleme und zerlegen sich gerade.

Der einzige Europäische Druckwasserreaktor (EPR) in Flamanville, der aktuell in Frankreich überhaupt gebaut wird, geht frühestens 2024 ans Netz - mit zwölf Jahren Verspätung und er wird nahezu sechsmal so teuer wie geplant. Rentabel arbeiten wird er nie. Strom aus Wind und Sonne ist schon lange kostengünstiger als Strom aus neuen AKW.

Die Geschichte der französischen Atomkraft und der EDF ist keine Erfolgsgeschichte, sondern eine Geschichte von Schulden, Pleiten, Pech und Pannen. Das sagt nicht nur die Umweltbewegung, sondern auch der langfristige Aktienkurs der EDF. Die Schulden der französischen Atomwirtschaft und zunehmend marode AKW drohen nicht nur die EDF, sondern den Staat in den finanziellen Ruin zu treiben.

Auch der französische Rechnungshof
sieht die aktuelle Entwicklung sehr kritisch. In einem Bericht, der im November 2021 veröffentlicht worden ist, weisen die Prüferinnen darauf hin, dass nun die Weichen gestellt werden müssen, um die Energie-Zukunft des Landes zu sichern. Schonungslos wird vom Rechnungshof die finanzielle Situation der EDF dargestellt, bei der sich Ende 2020 Schulden von 42 Mrd. € „angehäuft“ haben, so der Bericht, und ebenso schonungslos werden die Probleme beim Bau von Atomkraftwerken aufgelistet. In Flammaville, wo ein EPR-Reaktor errichtet wird, sind die Kosten von drei auf mehr als 19 Mrd. € gestiegen.

Der Europäische Druckwasserreaktor EPR undneue kleine Thorium-Reaktoren bringen neue Gefahren und Atommüll, der eine Million Jahre strahlt. Ökonomisch erfolgreich sind sie nicht.

Bei einem schweren Atomunfall in einem der überalterten französischen Atomkraftwerke wird der Aktienkurs der Electricité de France gegen Null sinken, doch das ist dann wohl das geringste Problem. Die Umweltbewegung hat in den letzten Jahrzehnten immer auf die ökologischen Probleme und die massiven Risiken der Atomkraft aufmerksam gemacht. Doch zwischenzeitlich sprechen auch alle ökonomischen Argumente gegen die Atomkraft. Es ist erstaunlich, wie gerade wirtschaftsliberale Politiker wie Herr Macron oder Herr Merz und die entsprechenden Medien die Atomkraft hochjubeln und grünwaschen. Doch die Zeit der Atomkraft ist vorbei. Wer von Umwelt nichts versteht, sollte zumindest rechnen können. It's the economy, stupid!

Axel Mayer

Wie schlägt sich die Electricité de France-Aktie im langfristigen Vergleich?
In den vergangenen zehn Jahren hat Electricité de France 5% p.a. verloren und das Anlagerisiko ist mit einer Verlust-Ratio von 4,0 als hoch einzustufen.
Deshalb ist Electricité de France kein Champion, gehört also nicht zu den 100 laut Perfor­mance-Analyse erfolg­reichsten und sicher­sten Werten der Welt, die in den vergan­genen zehn Jahren im Schnitt 18,8% jährlich gewonnen haben.
Quelle: boerse.de, abgerufen m 16.2.2022







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Axel Mayer,Mitwelt am Oberrhein

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