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Kaiserstuhl 2018: Natur & Umwelt, Wanderungen & Reisen, - eine Information für Kaiserstühler und Urlauber


Kaiserstuhl 2018: Natur & Umwelt, Wanderungen & Reisen, - eine Information für Kaiserstühler und Urlauber


Eine südliche, sonnenverwöhnte "Vulkaninsel" am Oberrhein







Zwischen Schwarzwald und Vogesen, wenige Kilometer von der "heimlichen Ökohauptstadt" Freiburg entfernt, liegt inmitten der Rheinebene ein kleines lößbedecktes Vulkangebirge, der Kaiserstuhl. Eine reizvolle Kultur- und Naturlandschaft, ein Urlaubs- und Wanderziel, das auch bekannt für seine Weine ist.

Wer auf dem Weg nach Süden Richtung Basel fährt,

sieht kurz vor Freiburg im Westen die sanfte Silhouette des kleinen Gebirges, das sich wie eine Insel aus der breiten Ebene zwischen Schwarzwald und Vogesen erhebt. Die südliche Lage und die besondere klimatische Situation führen dazu, dass dieses Gebiet die sonnenreichste und wärmste Landschaft in Deutschland ist, mit einer einzigartigen Flora und Fauna.

Bienenfresser, Gottesanbeterin, Smaragdeidechse, Diptam und Küchenschelle
gehören zu den seltenen Tieren und Pflanzen, die am Kaiserstuhl vorkommen. Selbst der scheueste aller "kleinen Jäger", die Wildkatze, wurde am Kaiserstuhl und in den Auen am Rhein schon nachgewiesen. Im Frühling blühen die verbliebenen Kirschbäume der Ebene und auf den Trockenrasen des Badbergs und der Mondhalde die Küchenschellen und Orchideen. Gemeinsam sind die Naturschützer der verschiedenen Verbände dabei, die Lebensräume dieser Raritäten zu schützen und zu erhalten, eine auch am Kaiserstuhl nicht immer leichte Aufgabe. Im Winzerdorf Bahlingen und am Nördlichen Kaiserstuhl sind BUND-Gruppen im praktischen Naturschutz engagiert. Harte körperliche Arbeit ist hier manchmal gefragt, und wer die langjährige BUND-Aktive Ulrike Friedrich mit Sense oder Kettensäge am steilen Lößhang sieht, um wertvollste Biotope am Sasbacher Limberg zu erhalten, kann nur staunen über dieses Engagement.

Der Weinbau prägt die Landschaft
und tatsächlich ist der sonnenverwöhnte Kaiserstuhl mit rund 4400 ha Reben das größte Anbaugebiet in Baden. Noch immer wird der größte Teil des Weins konventionell angebaut und Weingüter wie das von Reinhold und Cornelia Schneider in Endingen erzeugen Spitzenweine. Bei den Winzergenossenschaften beginnt langsam ein vorsichtiges Umdenken. So produziert und vermarktet der Badische Winzerkeller in Breisach mit seinen zahlreichen ECOVIN – Mitgliedern die wohl größte Menge an Bio-Wein in Deutschland.
Bio-Wein, das steht für eine Weinproduktion ohne synthetische Gifte und Kunstdünger, und für die Einbindung des Weinbaus in eine reichhaltige Fauna und Flora. Öko-Wein bedeutet aber auch einen wesentlich größeren Arbeitseinsatz der Winzerinnen und Winzer. Auch das Ökoweingut Trautwein im Winzerdorf Bahlingen produziert Bio-Wein und -Sekt von höchster Qualität. Der Chardonnay der engagierten Winzerfamilie erhielt in drei aufeinander folgenden Jahren bei internationalen Verkostungen im Burgund eine Silbermedaille. In Eichstetten, einer Gemeinde mit einer Vielzahl von Bio Betrieben, bietet das Öko-Weingut Rinklin auch Ferienwohnungen an.

Die Geschichte am Kaiserstuhl
ist wie die Geschichte überall von demokratischen Phasen des Aufbruchs, von Friedenszeiten mit Wohlstand und von finsteren, undemokratischen Zeiten mit Kriegen und bitterer Armut geprägt. Die "gute alte Zeit" gab es auch in Südbaden nicht. Ein demokratischer Geschichtsstrang am Kaiserstuhl beginnt bei den Aufständen der Bauernkriege gegen die Obrigkeit. Im Laufe der Geschichte versuchte die Klosterherrschaft Tennenbach immer wieder, die Leibeigenschaft auch auf die freien Bauern im Dorf Kiechlinsbergen auszudehnen. Eine Folge davon dürfte auch der entschiedene Einsatz der Kiechlinsberger im Bauernkrieg gewesen sein. Nach Kiechlinsbergen nannte sich der Haufen des nördlichen Kaiserstuhls, und 13 Kiechlinsberger wurden nach 1525 als Rädelsführer gesucht. Der demokratische Geschichtsstrang geht weiter mit der "Kommune in Amoltern", mit der demokratischen Revolution 1848 und endet (vorläufig) beim Widerstand gegen das Bleichemiewerk in Marckolsheim und das AKW in Wyhl.

Undemokratisch, dunkle Zeiten waren
u.a. die Zeit der Hexenverbrennung (Anna Trutt / Schniedewind 1751), die Zeit der Judenverfolgung (Die unschuldigen Kinder von Endingen) und die Wahlergebnisse von 1933 am damals bitterarmen Kaiserstuhl (Daubmann Geschichte). Katholische Gemeinden am Kaiserstuhl gehörten lange zu Vorderösterreich und zum Hause Habsburg, die evangelischen Gemeinden zur Markgrafschaft. Der "herrschaftliche" Teil der Geschichte wird im Endinger Vorderösterreich-Museum ausführlich dargestellt.

Der kleine Ort Wyhl,
der den Kaiserstuhl bei Umweltschützern berühmt machte, liegt genau genommen wenige Kilometer nördlich am Rhein. In Wyhl wurde 1975 mit einer Bauplatzbesetzung ein Atomkraftwerk verhindert. Hier, im Wyhler Auewald, liegen wichtige Wurzeln der Umweltbewegung und des BUND. Für Naturliebhaber sehens- und besuchenswert sind die kleinen verbliebenen Reste der ursprünglichen Auewälder entlang des Rheins. In Teilbereichen ist der liebevolle Begriff "Rheinwalddschungel" für dieses Gebiet mit seinen Lianenwäldern, mit Eisvogel, Pirol, Graureiher und Kormoran, mit Grasfrosch, Gelbbauchunke, Ringelnatter und Prachtlibelle tatsächlich nicht übertrieben. Die geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz am Rhein ökologisch zu optimieren gehört zu den großen aktuellen Aufgaben des BUND. Von Breisach, der Stadt mit dem alten Stephansmünster, über das historische Städtchen Burkheim, von Sasbach über Wyhl bis zum bekannten Naturschutzgebiet Taubergießen, lassen sich diese Erinnerungsstücke an die ansonsten dem "Fortschritt" geopferten Rheinwälder zu Fuß und mit dem Fahrrad erkunden.

Eines von vielen lohnenden Zielen
ist das kleine Städtchen Endingen am Nördlichen Kaiserstuhl. Wenn Zerstörungsprozesse langsamer ablaufen als anderswo, dann bleibt manchmal sogar eine schöne, vorderöstereichische Altstadt in Teilen erhalten. In Endingen bietet es sich an, in den "Gässli", den schmalen Gassen der Altstadt zu bummeln und zu schlendern. Wenn der schöne alte Marktplatz in Zukunft von den parkenden Autos befreit ist, kommen das historische Rathaus, die Patrizierhäuser und die Kornhalle noch besser als heute zur Geltung. Im "Städli" findet sich auch die badische Küche in ihren vielfältigen Variationen, von der noblen Ratsstube, dem gutbürgerlichen Schützen bis zum Kellergewölbe der Dielbuck-Schänke mit den leckeren örtlichen Spezialitäten, dem Zwiebel- und Flammenkuchen.
Doch gerade das hübsche Städtlein Endingen wuchert in die Rheinebene hinaus. Die "liebevoll geplanten" Baugebiete wachsen mit den "liebevoll geplanten" Baugebieten der Nachbargemeinden zu einem zunehmend hässlichen Siedlungsbrei zusammen. Während anderswo die Bevölkerung schrumpft, setzt Endingen noch auf unbegrenztes und leider auch scheußliches Wachstum.

An eine Kirchenburg in Siebenbürgen erinnert die St. Michaels-Kirche in Niederrotweil
die im Jahr 1157 erstmals erwähnt wurde. Bekannt ist dieses schöne, sakrale Bauwerk besonders wegen seiner erst in jüngster Zeit freigelegten Fresken, aber auch wegen des aus Holz geschnitzten Altares, ein Spätwerk von Meister H. L. Der Altar ist ein herausragendes Beispiel der barocken Gotik und wird auf die Zeit um 1530 datiert.


Zu den schönsten und eindrucksvollsten Naturlandschaften am Oberrhein
gehören die sanften Hügel des inneren Kaiserstuhls. So liegt zwischen Schelingen, Oberbergen und Altvogtsburg der Badberg mit seinen runden Kuppen, Wiesen, Trockenrasen, Gebüschsäumen und Waldrändern.

Hier finden Sie eine faszinierende Flora und Fauna:
„Orchideen wie die Hummelragwurz und die Pyramidenorchis, Küchenschellen, Kaiserstuhlanemonen, Schlüsselblumen, Schwalbenschwanz-Falter, Smaragdeidechse, Gottesanbeterin und Schmetterlingshaft.“ Solch beeindruckende Restlandschaften erinnern auch daran, was wir an Natur schon verloren haben, was wir jetzt im Moment gerade verlieren und in Zukunft noch verlieren werden.

Insektensterben im Kaiserstühler Idyll
„Ich untersuche die Tag- und Nachtfalter in der Oberrheinebene seit 30 Jahren regelmäßig und sowohl die Artenzahlen als auch die Faltermengen gehen insgesamt stark zurück. Es fällt auf, dass auch Wiesen, die selbst nicht zerstört wurden, aber in der Agrarlandschaft unmittelbar den Randeinflüssen der gespritzten Kulturen ausgesetzt sind, nur noch von wandernden Faltern besucht werden. Wiesen im Wald sind oft noch nicht so betroffen. Die bunten Wiesen der Hochwasserdämme in der Aue sind vom Wald abgeschirmt und geschützt und darum immer noch Falter-reich. Im Kaiserstuhl haben sich einige Arten nur noch in den windgeschützten Tälern gehalten. Da wundert man sich natürlich nicht, dass neben Schmetterlingen und anderen Insekten auch Singvögel und Fledermäuse selten werden.“ sagt Jörg-Uwe Meineke, Schmetterlingsexperte und ehemaliger Leiter des Referats für Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Freiburg


Das "Badloch",
eine kleine Thermalquelle am Südfuß des Badberges erinnert an die 15 Millionen Jahre zurückliegende, vulkanische Entstehungsgeschichte des kleinen Gebirges im Grabenbruch des Oberrheins.

„Die großen Wiesenflächen am Badberg und am Haselschacher Buck gehören zum Schönsten und Wertvollsten, was der Kaiserstuhl zu bieten hat“ schreibt der Kaiserstuhl-Kenner und -Bewahrer Dr. Frank Baum. „Vom Vorfrühling bis in den Herbst hinein – mit Höhepunkt im Mai und Juni - findet sich hier Blumenleben in erstaunlicher Vielfalt. Pflanzen, die anderswo verschwunden, verdrängt und ausgerottet sind, kommen hier noch zahlreich vor. Neben auffälligen und bekannten Arten gibt es versteckte und seltene Schönheiten, Kostbarkeiten für den Spezialisten. Kurzum: für jeden, der Blumen liebt, ein Paradies, wie man es in Mitteleuropa nur noch selten findet.“


Doch nicht nur die Frühlings- und Frühsommermonate mit ihrer Farbenpracht
sind beeindruckend. Wenn heiße Sommer die Wiesen des Kaiserstuhls verbrennen und die Hitze direkt am Boden unerträglich wird, „klettern“ die hübschen Turmschnecken an den Pflanzenstängeln hoch, um sich vor der Hitze zu schützen. Das herbstliche Graubraun der Matten und die seltenen, „schwarzweißen“ und kontrastreichen winterlichen Tage mit Schnee geben der „kleinen Steppe“ im innern Zentraleuropas ein besonderes Gepräge. Licht, Schatten und die karge Strenge der Landschaft in dieser Jahreszeit sind dann besonders beeindruckend.
An einem (der wenigen) stillen Tage kann man sich hier an die Steppen Innerasiens erinnert fühlen... Nur alles eben ein Stück kleiner, ein winziges Fragment von Restnatur in der aufgeräumt-ausgeräumten Landschaft am Oberrhein.

Am schönsten sind hier die Abende,
an denen Wind aus dem Westen, vom nahen Elsass über den Rhein, die Wolken in Richtung Schwarzwald weht und das Grundgeräusch der Rheinebene, das Dauergrollen der Autobahn (das die Einheimischen schon lange nicht mehr hören) verstummt. Wenn sich dann, an ganz besonderen Tagen, die Wolken am Schwarzwald stauen und die sinkende Sonne zwischen Vogesen und Wolkendecke hervorschaut, dann wird durch dieses erstaunliche Licht die Natur noch kontrastreicher, manche Wiesenkuppen erinnern an Sanddünen und diese ganz eigene Landschaft bekommt einen faszinierenden Glanz.

Mensch, Natur, Umwelt, Reisen, Tourismus, Wandern, Wein und Weinbau: Endingen, Amoltern, Königsschaffhausen, Kiechlinsbergen, Burkheim, Vogtsburg, Achkarren, Bickensohl, Bischoffingen, Oberbergen, Oberrotweil, Niederrotweil, Schelingen, Breisach, Riegel, Bahlingen, Eichstetten, Bötzingen, Wasenweiler, Ihringen, Jechtingen, Sasbach, Leiselheim






Der Kaiserstuhl
ist mit der Bahn über Freiburg und Riegel hervorragend zu erreichen. Vor der Tür liegen Schwarzwald und Vogesen. Mit der Regiokarte, die manchmal auch von den örtlichen Fremdenverkehrsämtern oder den Hotels und Privatunterkünften abgegeben wird, kann die Region mit dem ÖPNV erkundet werden, denn um den ganzen Kaiserstuhl führt eine Bahnlinie. Das kleine Vulkangebirge ist auch ein ideales Wander- und Fahrradgebiet. Wie in allen schönen Gebieten Deutschlands mit verbliebener Restnatur braucht es sowohl von den Einheimischen als auch von den Gästen viel Sensibilität und Rücksichtnahme. Wenn dies gegeben ist, erschließt sich für den einen ein faszinierendes Stück Heimat und für den anderen ein Urlaubsort, der das Wiederkommen wert ist.

Mensch, Natur, Umwelt: Der gefährdete Kaiserstuhl
ist leider auch Realität. Die Zeit der landschaftszerstörenden Großflurbereinigungen ist zwar schon lange vorbei und die Naturschützer haben mit ihrer Kritik am damaligen Gigantismus Recht behalten. Heute breiten sich die Maissteppen der Rheinebene auch in den Seitentälern des Kaiserstuhl aus. Hecken und Hochstammbäume werden gerodet. Immer noch bringen Pflanzengifte und Düngung große Probleme für das Grundwasser am Kaiserstuhl. Deutlich wird das an der Schadstofffahne im Abstrom des Kaiserstuhls und an der Tatsache, dass Gemeinden wie Endingen und Sasbach für teures Geld neue nitratärmere Trinkwasserbrunnen erschließen mussten. Doch die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Grundwasser war und ist am Kaiserstuhl leider kein Thema. Die Globalisierung mit zunehmendem internationalem Konkurrenzdruck macht auch den Winzern zu schaffen. Aus diesem Grund wurde und wird der Maikäfer am Kaiserstuhl auch massiv mit Gift und Hubschrauber bekämpft. Darunter leidet die Artenvielfalt mit der die Fremdenverkehrsämter so gerne für das Naturparadies Kaiserstuhl werben. Die verheerenden Auswirkungen der Gifteinsätze der 50er Jahre auf Mensch, Natur und Umwelt sind vergessen und verdrängt.

Selbst Artikel wie dieser über das "Naturparadies Kaiserstuhl"

gefährden die Region. Dreißig Jahre Wetterbericht aus Hamburger Sicht führen dazu, dass immer mehr Menschen im deutschen Sonnengürtel, im "Paradies am Oberrhein", leben wollen. Während an anderen Stellen der Republik die Bevölkerung bereits abnimmt, boomt und wuchert die Region zwischen Schwarzwald und Vogesen, die zusätzlich auch noch im europäischen Wachstumsgürtel, der sogenannten " blauen Banane" liegt. Kleine Kaiserstuhlgemeinden wie Endingen wachsen viel zu schnell und die Stadt Freiburg streckt ein Siedlungsband Richtung Breisach. Das Gebiet westlich des Kaisertuhls leidet unter dem zunehmenden europäischen Transitverkehr. Dazu kommt eine umweltbelastende französische Schwerindustriezone entlang des Rheins und das alternde EDF / EnBW - Atomkraftwerk Fessenheim.

Die Kaiserstühler Umweltbewegung
hat sich vielleicht ein wenig zu lange auf den Erfolgen von Marckolsheim und Wyhl ausgeruht. Noch gehört das Kerngebiet des Kaiserstuhls tatsächlich zu den schönsten und wertvollsten Kultur- und Naturlandschaften Deutschlands, mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Doch es scheint weltweit ein Nivellierungsprinzip zu geben, nach dem die wertvollen, einzigartigen Landschaften so lange vermarktet werden, bis aus Schönheit Mittelmaß wird. Es gilt die Landschaft am Kaiserstuhl zu bewahren und zu beschützen. Ein "Rühr mich nicht an" - Naturmuseum Kaiserstuhl in einer zersiedelten, unter die Räder des europäischen Transitverkehrs gekommenen Region Oberrhein aber kann nicht das Ziel der Entwicklung sein. Wenn die Gesellschaft insgesamt nicht nachhaltiger wird, dann haben auch die letzten schönen Nischen wenig Chancen.

Wandern und Radfahren am Kaiserstuhl
Der Kaiserstuhl ist ein ideales Ziel für Wanderer und Radfahrer. Vom kurzen Spaziergang bis zur Tageswanderung sind alle Touren in diesem kleinen Vulkangebirge möglich. Rebterrassen, die wenigen vom "Fortschritt" verschonten Hohlwege, die Trockenrasengebiete des Inneren Kaiserstuhls und lichte Laubwälder bieten sich als Wanderziele an. Das nahe Elsass, Freiburg und selbst das bekannte Naturschutzgebiet Taubergiessen sind mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Wer gegen den heutigen Trend nicht "gereist werden will" sondern selbstständig eine neue Landschaft erkundet, braucht eine gute Wanderkarte. Die Karte des Schwarzwaldvereins im Maßstab 1:50 000 ist ein idealer Wegbegleiter. Wanderwege und Radwege sind gut beschildert. Ärgern Sie sich nicht wenn Sie bei Ihren Touren keine Gottesanbeterin und keinen Bienenfresser sehen. Warum sollte es Ihnen anders gehen als der Mehrzahl der Einheimischen? "Der Tourist zerstört das, was er sucht, indem er es findet" sagt Hans Magnus Enzensberger und beschreibt damit eines der zentralen Probleme des Tourismus überall auf der Welt. Versuchen Sie also nicht in Ihrem Urlaub alle seltenen Pflanzen und Tiere am Kaiserstuhl aufzuspüren.

Reisezeit Kaiserstuhl
Der Kaiserstuhl ist ein Reiseziel für jede Jahreszeit. Sonnen- und Wärmeliebhaber kommen in der Zeit der Sommerferien auf ihre Kosten. Dann bieten sich auch die vielen Baggerseen um den Kaiserstuhl und der hübsche, naturtrübe Erleweier in Endingen zum Baden an. Wenn im Winter der Schnee die Vogesen und den Schwarzwald bedeckt ist der Kaiserstuhl zumeist schneelos und lädt zu langen Winterspaziergängen und zum gemütlichen Einkehren ein. Am schönsten aber sind am Kaiserstuhl sicher der blütenreiche Frühling und der Herbst. André Weckmann, der große elsässische Dichter und Autor beschreibt die klaren Tage der Erntezeit des Herbstes nicht zu Unrecht als schönste Jahreszeit am Oberrhein.

Text und Bilder: Axel Mayer, BUND Geschäftsführer und Kreisrat aus Endingen




Dank
Mein Dank geht an die Vielen die sich für den Kaiserstuhl engagieren. An Naturschützer und Naturschützerinnen in Verbänden und Vereinen aber auch in den Naturschutzbehörden. An die, die mit Sense, Rechen, Ziege und Computer dazu beitragen, dass diese Gebiete auch für die Zukunft erhalten bleiben.


Zwei kurze Nachträge:
„Der Tourist / Wanderer / Orchideenfotograf, zerstört manchmal, was er sucht, indem er es findet“
frei nach Hans Magnus Enzensberger.

„Die wenigen erhalten gebliebenen, historischen Altstädte und die restlichen Naturschutzgebiete am Oberrhein verbindet eines: Sie sind zunehmend Inseln in einem Meer von Scheußlichkeit.“
Axel Mayer



Kaiserstühler Grußformeln
Wenn Sie als Fremder in Baden unterwegs sind, dann werden Ihnen im Restaurant, beim Einkaufen oder bei der Wanderung nicht nur Lufdschnapper (also andere Touristen) begegnen, sondern auch einige „Ureinwohner“.

Zur Erleichterung der Kommunikation hier einige badisch-alemannische Grußformeln, die Sie verstehen sollten, aber nicht imitieren müssen.

  • „Morge“ heißt auf alemannisch der „Gute Morgen“. „Morge“ gilt als Morgengruß, je nach Region so ungefähr bis 11 - 12 Uhr und wird dann abgelöst vom breit und langsam gesprochenen „Daag“.

  • „Daag“, also der hochdeutsche „Gute Tag“ gilt über die Mittagszeit bis zum späten Abend.

  • „Ä Guede“heißt´s beim Mittag- und Abendessen und die Abkürzung steht für „Einen guten Appetit“

  • „Noowe“, die badisch-maulfaule Variante des „Guten Abend“ wird nach 16 Uhr gesagt.

  • „Gued Nacht“ also „Gute Nacht“ heißt es nach dem Abendessen oder kurz vor dem zu Bett gehen.


Erfreulicherweise gibt es noch eine Vielzahl von alemannischen Dialektvarianten, so dass die oben aufgeführten badischen Grußformeln nur einen Teil der möglichen Begrüßungsformeln darstellen.

Axel Mayer





Naturkundliche Wanderwege am Kaiserstuhl
Seit Mitte März 2007 kann man am Kaiserstuhl-Tuniberg, auf 8 neuen, naturkundlichen Themenwegen die einzigartige Fauna und Flora erkunden. Die Themenpfaden sind ein Projekt von Plenum Kaiserstuhl.

Acht Themenachsen erschließen den Kaiserstuhl

von Süden nach Norden und von Westen nach Osten. Sie alle weisen den Weg zu Smaragdeidechsen, wilden Orchideen, Lösshohlgassen, seltenen Vogelarten und vielen weiteren Naturschätzen, die zum Teil einzigartig sind in Deutschland. Die Wege, die durch lokale Themenrundwege in einzelnen Orten ergänzt werden, sind jeweils unter ein Motto gestellt, und bereits an den Einstiegen werden die Wanderer mit großen Eingangsportalen über den Verlauf und die Besonderheiten des Weges informiert.

Die neuen Themenwege erfüllen bewusst die Funktion von attraktiven Routenverbindungen und wurden mit dem ebenfalls neu ausgeschilderten Wanderwegenetz des Schwarzwaldvereins abgestimmt und verknüpft.
So ist ein weitläufiges und im gesamten Kaiserstuhl einheitlich beschildertes Wander-System mit insgesamt 422 Kilometern entstanden, das viele Kombinationsmöglichkeiten eröffnet.

Die Einstiegsportale für Wanderungen,
ausgestattet mit einer Karte und Informationen zum jeweiligen Standort und zu den von dort erreichbaren Achsen, sind im gesamten Kaiserstuhl zumeist an zentralen Punkten der Gemeinden wie Bahnhöfe, Rathäuser und Parkplätze installiert und somit leicht auffindbar. Der Einstiegspunkt für den Wiedehopfpfad und den Knabenkrautpfad finden sich auf der Nordseite des Breisacher Bahnhofs.

  • Neunlindenpfad "Nord-Süd Weg"
    Ihringen - Neunlindenturm - Eichelspitzturm - Katharinenkapelle - Endingen
    16,8 km.
  • Steinkauzpfad
    Wasenweiler - Bötzingen - Eichstetten - Bahlingen - Riegel
    17,9 km.
  • Wiedehopfpfad
    Breisach - Achkarren - Oberrotweil - Burkheim - Jechtingen - Sasbach
    31,5 km.
  • Knabenkrautpfad
    Breisach - Ihringen-Martinshöfe - Ihringen-Lilienhof - Bötzingen
    21,5 km.
  • Kirschbaumpfad
    Sasbach - Leiselheim - Kiechlinsbergen - Amoltern - Endingen - Riegel
    18,4 km.
  • Katharinenpfad
    Oberrotweil - Katharinenkapelle - Bahlingen
    12,6 km.
  • Badbergpfad
    Oberrotweil - Oberbergen - Eichstetten - Nimburg
    14,9 km.
  • Bienenfresserpfad
    Ihringen - Bickensohl - Oberrotweil - Bischoffingen - Königschaffhausen
    16,1 km.



Linkliste: Kaiserstuhl - Info






Kaiserstuhl & Fremdenverkehr / Touristik / Reisen / Urlaub: Alle Touristikinfos nach Gemeinden sortiert


Bahlingen
Bürgermeisteramt, Webergässle 2, 79353 Bahlingen a.K.,
Telefon 07663 / 93 31 -0, Fax 93 31 -30

Bötzingen
Bürgermeisteramt, Herr Jenne, Hauptstrasse 11, 79268 Bötzingen,
Telefon 07663 / 93 10 32, Fax 93 10 33

Breisach
Breisach-Tourisitk, Marktplatz 16, 79206 Breisach a. Rh.,

Telefon 07667 / 94 01 55, Fax 94 01 58; auch Zimmervermittlung
Internet: www.breisach.de, Email: infobreisach-touristik.de

Eichstetten
Bürgermeisteramt, Frau Gerace, 79356 Eichstetten a.K.,
Telefon 07663 / 93 23 -11, Fax 93 23 -32

Endingen
Kaiserstühler Verkehrsbüro, Adelshof 20, 79346 Endingen a.K.,
Telefon 07642 / 68 99 90, Fax 68 99 99; auch Zimmervermittlung
Internet: www.endingen.de, Email: infoendingen.de

Endingen Kiechlinsbergen
Verkehrsverein, 79346 Endingen-Kiechlinsbergen
Telefon 07642 / 4 09 35 oder 56 19, auch Zimmervermittlung

Endingen-Königschaffhausen
Verkehrsverein, 79346 Endingen-Königschaffhausen
Telefon 07642 / 41 42; auch Zimmervermittlung

Gottenheim
Bürgermeisteramt, Hauptstrasse 23, 79288 Gottenheim
Telefon 07665 / 9 81 10, Fax 98 11 40

Ihringen
Fremdenverkehrsbüro, Bachenstr. 38, 79241 Ihringen
Telefon 07668 / 93 43, Fax 96 90 20; auch Zimmervermittlung

Riegel
Gemeindeverwaltung, Frau Jauch,
Hauptstr. 31, 79359 Riegel,
Telefon 07642 / 90 44 16, Fax 90 44 26
Internet: www.europa-park.com/riegel

Sasbach
Bürgermeisteramt, Hauptstr. 15, 79361 Sasbach a.K.,
Telefon 07642 / 91 01 -0, Fax 91 01 -30

Vogtsburg
Kaiserstühler Touristik-Information Vogtsburg e.V.
Bahnhofstr. 20, 79235 Vogtsburg,
Telefon 07662 / 9 40 11, Fax 8 12 -46; auch Zimmervermittlung
Internet: www.vogtsburg-im-kaiserstuhl.de, Email: vogtsburgrrz-freiburg.de

Vogtsburg-Achkarren
Verkehrsverein, Hinterkirch 6, 79235 Vogtsburg-Achkarren,
Telefon 07662 / 82 24, Fax 82 50; auch Zimmervermittlung

Vogtsburg-Bickensohl
Verkehrsverein, 79235 Vogtsburg-Bickensohl,
Telefon und Fax 07662 / 12 02 oder 64 70; auch Zimmervermittlung

Vogtsburg-Bischoffingen
Verkehrsverein, Rosenkranzweg, 79235 Vogtsburg-Bischoffingen,
Telefon 07662 / 84 84, Fax 86 72; auch Zimmervermittlung

Vogtsburg-Burkheim
Verkehrsverein, Birkenweg 11, 79235 Vogtsburg-Burkheim,
Telefon 07662 / 9 39 30, Fax 93 93 25; auch Zimmervermittlung

Vogtsburg-Oberbergen
Verkehrsverein, Ruländerweg 1, 79235 Vogtsburg-Oberbergen,
Telefon 07662 / 3 97 od. 2 16, Fax 62 23; auch Zimmervermittlung

Vogtsburg-Oberrotweil
Touristik Oberrotweil
Marktstr.9, 79235 Vogtsburg
Telefon 07662-566 Fax. 07662-935787
Internet: touristik-oberrotweil.de
Email: infotouristik-oberrotweil.de

Vogtsburg-Schelingen
Verkehrsverein, c/o Herbert Baumgartner,
Amoltertalgasse 31, 79235 Vogtsburg-Schelingen,
Telefon 07662 / 15 13; auch Zimmervermittlung




Infosammlung 2018: Natur, Naturschutz & Naturgebiete, in Südbaden, im Elsass und am Oberrhein



Noch zwei, drei solche Hitzesommer und Trockenjahre wie im Jahr 2018 und wir werden den Schwarzwald nicht wieder erkennen.
Axel Mayer

Mehr Infos:Waldsterben & Klimawandel aktuell: Hitzesommer, Trockenjahre & Klimawandelleugner












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Dieser Artikel wurde 19972 mal gelesen und am 5.8.2018 zuletzt geändert.