Der Feldberg ist der mit 1.493 m höchste Berg in Baden-Württemberg und immer noch einer der schönsten und eindrucksvollsten Berge im Schwarzwald. Noch gehören manche kleinen Teilgebiete des Feldbergs (insbesondere an Regen- und Nebeltagen!) tatsächlich zu den schönsten und wertvollsten Naturlandschaften Deutschlands, mit einer faszinierenden Hochgebirgslandschaft und mit einer einzigartiger Flora und Fauna. Doch gerade am Feldberg bestätigt sich, dass es weltweit ein Nivellierungsprinzip gibt, nach dem die wertvollen, einzigartigen Landschaften so lange vermarktet werden, bis aus Schönheit Mittelmaß (oder weniger) wird. Es gilt die Natur am Feldberg zu bewahren und zu beschützen und den Tourismus naturverträglicher zu gestalten. Ein "Rühr mich nicht an" - Naturmuseum Feldberg kann nicht das Ziel der Entwicklung sein. Wenn die Gesellschaft insgesamt nicht nachhaltiger wird, dann haben auch die letzten verbliebenen Naturnischen am "Höchsten" wenig Chancen. Die Fortsetzung der jetzigen massiven Verrummelung, der Landschafts- und Umweltzerstörung am Feldberg, mit Schneekanonen, Großparkhaus und Eingriffen in Naturschutzgebiete, kann so nicht weitergehen. Schneearme Winter, die angesichts des Klimawandels auch am Feldberg den Skibetrieb jahrelang verhindern können, sind jederzeit möglich. Ob die stark verschuldete Gemeinde Feldberg das dauerhaft verkraften könnte, darf bezweifelt werden.
Fortschritt darf auch am Feldberg nicht nur beschleunigte Zerstörung bedeuten.
Axel Mayer / BUND-Geschäftsführer
Feldberg Parkhaus: BUND kritisiert Entscheidung

Feldberg Schwarzwald: Wohin?
3 Millionen für Feldberg Parkhaus
Das Land unterstützt die Parkhaus-Pläne auf dem Feldberg mit drei Millionen Euro. Der Bund für Umwelt und Naturschutz kritisiert diese überraschende Entscheidung.
Die Landesregierung hat sich,
trotz Schuldenberg, für die Unterstützung eines Parkhauses entschieden, obwohl es ökologische und umweltfreundliche Alternativen gibt, die insbesondere der Landesnaturschutzverband immer wieder aufgezeigt hat. Während beim Klimagipfel in Kopenhagen um eine Verringerung der Treibhausgase gerungen wird, werden in Stuttgart wieder einmal Entscheidungen gegen Umwelt und Klima getroffen. Das Parkhaus am Feldberg ist ein klassisches Beispiel für den rückwärtsgewandten, umweltzerstörenden Fortschrittsglauben der CDU - FDP Landesregierung.
Diskutiert werden bei solchen Projekten
immer nur die Investitionskosten. Was nicht diskutiert wird, sind die Folgekosten für Unterhalt und Reparaturen. Bereits jetzt verlottert die Infrastruktur von Land und Kommunen, weil Gelder fehlen, um Gebäude und Straßen zu unterhalten. Diese (Vor) Entscheidung könnte angesichts der zu erwartenden Folgekosten die Gemeinde Feldberg langfristig in den Ruin treiben.
Bei dieser überraschenden Entscheidung
ging es vor allem darum Südbaden ruhig zu stellen und den am Tag danach folgenden Beschluss für das Milliardengrab Stuttgart 21 vorzubereiten: Drei Millionen für ein Parkhaus, während in der fernen Landeshauptstadt weit über vier Milliarden versenkt werden sollen. Bei einem „Ja“ zu Stuttgart 21 wären die drei Millionen dann die Brosamen für Südbaden, die unter den Tisch der Landesregierung fallen.
Hier gehts zu einem lesenswerten Beitrag über die Natur am Feldberg von Lena Ganschow
zum Artikel
Wolfgang Abel beschreibt in seinem lesenswerten Buch: "Südschwarzwald, 31 Leichte Entdeckungen" die Probleme von Naturschutz und Rummelplatz am Feldberg sehr treffend
[…] Wer allerdings in der schneefreien Zeit auf den Feldberg kommt, erlebt einen Berg, dem die Schutzdecke fehlt, dem die Spuren der Intensivnutzung anzusehen sind. Schneekanonen in Sichtweite vom Haus der Natur sind hier kein Problem, Rock am Berg und gebührenfinanziertes SWR-Gipfelradio haben Tradition.
Im Winter ist und bleibt der Feldberg eine Schneeinsel, oft die einzige im Südwesten. Und Schnee auf dem Feldberg kann gleichsam „just in time“ genutzt werden. Keine lange Alpenanfahrt, dennoch klasse Pisten, unter der Woche kein Anstehen, einfach hinfahren, losfahren. […] Schon fast sehenswert auch die Häufung von Imbiß- und Devotionalienbuden längs der Straße zum Seeb[r]uck-Großparkplatz. Nahebei die Kapelle für den ökologischen Ablaßhandel, das schicke Haus der Natur, ein Repräsentationsbau, gefördert mit Mitteln des „Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft“.
Zitiert nach: „Abel, Wolfgang: Südschwarzwald, 31 Leichte Entdeckungen, Badenweiler 2009, S. 170 ff.“
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Feldberg / Schwarzwald: Unbegrenztes Wachstum